Schrauben und Schraubenverbindungen

Schrauben sind die mit Abstand wichtigste lösbare Verbindung im Maschinenbau. Sie funktionieren über eine geniale geometrische Idee – die schiefe Ebene am Zylinder. Wer eine Schraube nur als „etwas, das man festzieht“ sieht, übersieht das Wesentliche: Eine Schraubenverbindung lebt von der Vorspannkraft, nicht vom Schaft. In diesem Beitrag geht es um den Aufbau, die Bezeichnung, die Kräfte beim Anziehen und das, was in der Praxis wirklich zählt.

Vorwissen

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • die Geometrie eines Gewindes mit allen wichtigen Durchmessern und der Steigung erklären
  • gängige Schrauben- und Mutternarten unterscheiden und benennen
  • aus einer Festigkeitsklasse die Zugfestigkeit und Streckgrenze ableiten
  • eine genormte Schraubenbezeichnung lesen
  • den Zusammenhang zwischen Vorspannkraft und Anzugsdrehmoment berechnen
  • wirksame von unwirksamen Schraubensicherungen unterscheiden

1. Schraubenverbindungen im Überblick

Eine Schraubenverbindung ist eine lösbare Verbindung. Das ist ihr großer Vorteil: Bauteile lassen sich beliebig oft montieren und wieder demontieren, ohne dass das Verbindungselement zerstört wird – im Gegensatz etwa zur Schweißnaht oder zur Niete.

Man unterscheidet zwei grundlegend verschiedene Einsatzfälle:

Befestigungsschrauben halten zwei oder mehr Bauteile zusammen. Sie sollen im Betrieb keine Bewegung zulassen, sondern eine möglichst gleichbleibende Klemmkraft erzeugen. Beispiele: Zylinderkopfschrauben am Motor, Flanschverschraubungen, Maschinenfüße auf dem Fundament.

Bewegungsschrauben wandeln eine Drehbewegung in eine Längsbewegung um. Sie sind die mechanische Kernfunktion vieler Vorschubantriebe und Hubgeräte. Beispiele: Spindeln an Werkzeugmaschinen, Schraubzwingen, Wagenheber, Kugelgewindetriebe an Servoachsen.

Beide funktionieren über das gleiche Grundprinzip: ein um einen Zylinder gewickelter schräger Steg – eine schiefe Ebene. Wickelt man einen Gewindegang gedanklich vom Zylinder ab, bleibt ein rechtwinkliges Dreieck übrig. Die längere Kathete entspricht dem Umfang einer Umdrehung, die kürzere der Steigung pro Umdrehung. Genau diese geometrische Verstärkung ist der Grund, warum eine Schraube aus einem mäßigen Handdrehmoment eine enorme Axialkraft macht.

Der Steigungswinkel α beschreibt, wie steil diese schiefe Ebene ist. Er ist bei Befestigungsschrauben absichtlich klein gehalten, damit die Verbindung selbsthemmend bleibt. Bei Bewegungsschrauben wird er größer gewählt, damit pro Umdrehung mehr Vorschub entsteht.

Zylinder mit Gewinde abwickeln α Umfang π · d₂ Steigung P ein Gewindegang Abwicklung als schiefe Ebene
Abwicklung eines Gewindegangs vom Zylinder zur schiefen Ebene mit Steigung P und Steigungswinkel α.

Warum wird der Steigungswinkel bei Befestigungsschrauben deutlich kleiner gewählt als bei Bewegungsschrauben?

  • a) Damit das Gewinde leichter zu fertigen ist
  • b) Damit weniger Vorschub pro Umdrehung entsteht und die Verbindung selbsthemmend bleibt
  • c) Damit der Schraubenkopf flacher wird
  • d) Damit die Reibung im Gewinde sinkt

Richtig: b)

Selbsthemmung bedeutet, dass die Schraube unter Last nicht von selbst aufdreht. Sie tritt ein, wenn der Steigungswinkel kleiner ist als der Reibwinkel im Gewinde. Befestigungsschrauben sollen die Klemmkraft halten, Bewegungsschrauben sollen Vorschub erzeugen – daher der unterschiedliche Steigungswinkel. Antworten a, c und d sind keine geometrischen Konsequenzen des Steigungswinkels.

Welche Aussage zum Grundprinzip einer Schraube ist korrekt?

  • a) Die Schraube wirkt wie ein Hebel mit fester Drehachse
  • b) Die Schraube wirkt wie ein Keil ohne Reibung
  • c) Die Schraube wirkt wie eine um einen Zylinder gewickelte schiefe Ebene
  • d) Die Schraube wirkt wie ein Zahnrad mit linearer Übersetzung

Richtig: c)

Die schiefe Ebene am Zylinder ist die geometrische Grundidee. Sie wandelt eine Drehbewegung in eine Längsbewegung um und erzeugt dabei eine Kraftverstärkung. Ein Hebel hat eine feste Drehachse mit zwei Armen, ein Keil hat eine offene Spitze ohne wiederholte Umdrehung, ein Zahnrad überträgt Drehung in Drehung.

2. Aufbau und Gewinde

Eine klassische Befestigungsschraube besteht aus drei Hauptbereichen: dem Kopf mit der Angriffsfläche fürs Werkzeug, dem Schaft (auch glatter Schaft genannt, falls vorhanden) und dem Gewindeteil. Bei Schrauben mit „Gewinde bis Kopf“ entfällt der glatte Schaft, das Gewinde reicht direkt bis unter den Kopf.

Das Gewinde selbst ist eine über die Länge laufende Schraubenlinie mit einem definierten Profil. Beim metrischen ISO-Gewinde – dem mit Abstand verbreitetsten Profil in Europa – ist das Profil ein gleichschenkliges Dreieck mit einem Flankenwinkel von 60°.

Drei Durchmesser müssen sauber auseinandergehalten werden:

Der Außendurchmesser d ist der Durchmesser über die Gewindespitzen. Er gibt der Schraube den Namen – ein M10 hat einen Außendurchmesser von 10 mm.

Der Kerndurchmesser d₃ ist der Durchmesser am Grund des Gewindes, also der kleinste Querschnitt. Er bestimmt mit, wie viel Zugkraft die Schraube aufnehmen kann.

Der Flankendurchmesser d₂ liegt etwa in der Mitte zwischen d und d₃. Er ist der Durchmesser, an dem die Flanken des Außen- und Innengewindes tragen. In allen Berechnungen rund um Drehmoment, Reibung und Festigkeit wird mit d₂ gerechnet, weil die Reibkräfte im Gewinde an dieser Stelle wirken.

Die Steigung P ist der axiale Weg, den die Schraube bei einer Umdrehung zurücklegt. Bei einem M10 mit Regelgewinde sind das 1,5 mm pro Umdrehung.

Selbsthemmung

Eine Befestigungsschraube darf sich unter Last nicht von selbst aufdrehen. Sie ist selbsthemmend, wenn der Steigungswinkel α kleiner ist als der Reibwinkel ρ im Gewinde:

Bei einem M10-Regelgewinde liegt α bei etwa 3°, der Reibwinkel bei trockenen Stahlgewinden bei rund 6° bis 9°. Die Verbindung ist damit deutlich im selbsthemmenden Bereich. Bei Bewegungsschrauben mit Trapezgewinde und großer Steigung kann α dagegen über ρ liegen – sie sind dann nicht mehr selbsthemmend und müssen extern gehalten werden, etwa durch eine Bremse oder ein Sperrventil.

Gewindearten

Je nach Profil unterscheidet man:

Gewindeart Profil Anwendung
Metrisches ISO-Gewinde (M) Dreieck, Flankenwinkel 60° Befestigungsschrauben, Standard im Maschinenbau
Whitworth-Gewinde (W) Dreieck, Flankenwinkel 55° Rohrgewinde, ältere Anwendungen
Trapezgewinde (Tr) symmetrisches Trapez Bewegungsschrauben (z.B. Schraubzwinge, Spindel)
Sägengewinde (S) unsymmetrisches Trapez Bewegungsschrauben mit Last in eine Richtung (Schraubstock, Pressen)
Rundgewinde (Rd) abgerundete Form Eisenbahnkupplungen, raue Umgebung

Zusätzlich gibt es beim metrischen Gewinde Regelgewinde (Standardsteigung) und Feingewinde mit kleinerer Steigung. Feingewinde hat einen kleineren Steigungswinkel, ist noch besser selbsthemmend und nimmt höhere Lasten auf, ist aber empfindlicher gegen Verschmutzung.

tan α = P / (π · d₂)

  • α … Steigungswinkel
  • P … Steigung in mm
  • d₂ … Flankendurchmesser in mm

α < ρ mit ρ = arctan(μ_G)

  • α … Steigungswinkel
  • ρ … Reibwinkel
  • μ_G … Reibwert im Gewinde (typisch 0,08 bis 0,16)
P (Steigung) d d₂ d₃ Längsschnitt durch ein metrisches Gewinde
Längsschnitt durch ein metrisches ISO-Gewinde mit Außendurchmesser d, Flankendurchmesser d₂, Kerndurchmesser d₃ und Steigung P.

Gelöstes Beispiel

Eine M10-Schraube mit Regelgewinde hat eine Steigung von P = 1,5 mm und einen Flankendurchmesser d₂ = 9,03 mm. Berechne den Steigungswinkel.

Gegeben: P = 1,5 mm; d₂ = 9,03 mm

Gesucht: α in °

Lösungsweg:

  1. Umfang am Flankendurchmesser: U = π · d₂ = π · 9,03 mm = 28,37 mm
  2. Steigungswinkel berechnen: tan α = P / U = 1,5 / 28,37 = 0,0529
  3. α = arctan(0,0529) = 3,03°

Ergebnis: α ≈ 3,0°

Übungen

Ein M8-Regelgewinde hat P = 1,25 mm und d₂ = 7,19 mm. Berechne den Steigungswinkel.

tan α = 1,25 / (π · 7,19) = 0,0553 → α ≈ 3,17°

Ein M12-Regelgewinde hat P = 1,75 mm und d₂ = 10,86 mm. Berechne den Steigungswinkel.

tan α = 1,75 / (π · 10,86) = 0,0513 → α ≈ 2,94°

Ein M12-Feingewinde hat P = 1,25 mm und d₂ = 11,19 mm. Berechne den Steigungswinkel und vergleiche mit Übung 2.

tan α = 1,25 / (π · 11,19) = 0,0356 → α ≈ 2,04°. Das Feingewinde hat einen deutlich kleineren Steigungswinkel als das Regelgewinde.

Ein Trapezgewinde Tr 20×4 hat eine Steigung von 4 mm und d₂ ≈ 18,0 mm. Berechne den Steigungswinkel und beurteile, ob es noch selbsthemmend ist (μ_G = 0,12).

tan α = 4 / (π · 18,0) = 0,0707 → α ≈ 4,05°. Reibwinkel ρ = arctan(0,12) = 6,84°. Da α < ρ ist die Verbindung selbsthemmend.

Ein Bewegungsspindel Tr 40×7 hat P = 7 mm und d₂ = 36,5 mm. Berechne den Steigungswinkel und beurteile die Selbsthemmung bei μ_G = 0,10.

tan α = 7 / (π · 36,5) = 0,0610 → α ≈ 3,49°. Reibwinkel ρ = arctan(0,10) = 5,71°. Verbindung gerade noch selbsthemmend, aber sehr nahe an der Grenze – in der Praxis mit Sicherheitsabstand auslegen.

Eine Schraube wird auf reine Zugbelastung dimensioniert. Welcher Durchmesser ist für die rechnerische Zugfestigkeit ausschlaggebend?

  • a) Außendurchmesser d
  • b) Flankendurchmesser d₂
  • c) Kerndurchmesser d₃ (bzw. Spannungsquerschnitt A_S, abgeleitet aus d₂ und d₃)
  • d) Mittlerer Reibdurchmesser

Richtig: c)

Der kleinste tragende Querschnitt liegt im Gewindegrund. In der Praxis wird der sogenannte Spannungsquerschnitt A_S verwendet, der zwischen d₂ und d₃ liegt. Der Außendurchmesser ist der größte Durchmesser und damit nicht maßgebend. Der Flankendurchmesser betrifft die Reibung. Der mittlere Reibdurchmesser ist eine Größe am Kopf, nicht am Gewindequerschnitt.

Bei einer M12-Schraube wird das Regelgewinde gegen ein Feingewinde gleicher Klasse ausgetauscht. Welche Aussage trifft am ehesten zu?

  • a) Die Schraube nimmt weniger Zugkraft auf
  • b) Die Selbsthemmung wird besser, der Kernquerschnitt ist größer, das Gewinde ist empfindlicher gegen Verschmutzung
  • c) Die Selbsthemmung verschlechtert sich
  • d) Der Steigungswinkel wird größer

Richtig: b)

Beim Feingewinde ist die Steigung kleiner, der Steigungswinkel sinkt – die Selbsthemmung wird besser. Gleichzeitig wird das Gewindeprofil flacher und der Kerndurchmesser steigt, daher steigt der tragende Querschnitt. Der Nachteil ist die größere Empfindlichkeit gegen Schmutz und Beschädigung der Flanken.

3. Schrauben- und Mutternarten

Schrauben unterscheiden sich nach Kopfform, Antriebsart und Schaftform. Die Kombination ergibt eine erstaunliche Vielfalt an Bauformen für ganz unterschiedliche Einsatzzwecke.

Kopfformen

Kopfform Merkmal typische Anwendung
Sechskantkopf außenliegender Sechskant für Schraubenschlüssel Standardverbindungen im Maschinenbau, gut nachziehbar
Zylinderkopf (Innensechskant) hoher zylindrischer Kopf mit Innensechskant Vorrichtungsbau, kompakte Verschraubungen
Senkkopf konische Kopfform, versenkt in der Bauteilfläche bündige Flächen, Möbel- und Blechverbindungen
Linsenkopf flach gewölbte Kopfform dekorative oder rutschsichere Anwendungen
Halbrundkopf runder, hoher Kopf Holzschrauben, Sichtkonstruktionen
Flachkopf flacher Kopf mit Kragen Bleche, geringe Bauhöhe

Antriebsarten

Der Antrieb ist das, was das Werkzeug greift. Außenantriebe sind robust, brauchen aber Platz seitlich neben dem Kopf. Innenantriebe sind platzsparend und sehen aufgeräumter aus.

Antrieb Werkzeug Vor- und Nachteile
Außensechskant Schraubenschlüssel, Steckschlüssel hohes übertragbares Drehmoment, viel Platz seitlich nötig
Innensechskant Inbusschlüssel platzsparend, geringere Drehmomentübertragung als Torx
Torx (Innensechsrund) Torx-Bit höchstes übertragbares Drehmoment je Kopfgröße, kein Abrutschen
Schlitz Schlitzschraubenzieher überholt für hohe Drehmomente, rutscht leicht ab
Kreuzschlitz (PH/PZ) Kreuzschlitzschraubenzieher guter Werkzeugsitz, übliche Wahl bei Holz- und Blechschrauben

Schaftformen

Schaftform Merkmal typische Anwendung
Durchgangsschraube Gewinde nur am Ende, glatter Schaft dazwischen klassische Verschraubung von Platten und Flanschen
Schraube mit Gewinde bis Kopf Gewinde reicht durchgehend bis unter den Kopf kurze Verbindungen, blinde Sacklochverschraubungen
Stiftschraube beidseitig Gewinde, kein Kopf feste Verbindung in einem Bauteil, lösbare am anderen Ende (z.B. Zylinderkopf)
Stehbolzen langes Gewinde mit Mutter beidseitig Flansche, Behälterbau
Madenschraube (Gewindestift) komplett Gewinde, kein Kopf, Innensechskant am Ende Klemmen von Stellringen, Sicherung von Wellen-Naben-Verbindungen

Mutternarten

Die Mutter ist das passende Gegenstück zum Außengewinde der Schraube. Auch hier gibt es Bauformen für unterschiedliche Zwecke:

Mutterart Merkmal Anwendung
Sechskantmutter Standardform mit Außensechskant universell, mit Schraubenschlüssel anziehbar
Hutmutter geschlossene Kappenform Schutz des Schraubenendes, Sichtanwendung
Flügelmutter mit zwei Griffflügeln von Hand drehbar, ohne Werkzeug bedienbar
Nutmutter flache Form mit Nuten am Umfang Sicherung von Lagern auf Wellen, mit Hakenschlüssel anziehbar
Kronenmutter mit Schlitzen am Umfang wird mit Splint gegen Verdrehen gesichert
Selbstsichernde Mutter mit Polyamid- oder Metalleinsatz sichert sich selbst gegen Lösen durch Klemmwirkung

Eine Verbindung muss in der Serienfertigung mit hohem Drehmoment automatisch verschraubt werden. Welche Antriebsart ist dafür am besten geeignet?

  • a) Schlitz
  • b) Kreuzschlitz PH
  • c) Torx
  • d) Außenvierkant

Richtig: c)

Torx überträgt bei gleicher Kopfgröße ein deutlich höheres Drehmoment als Schlitz oder Kreuzschlitz und neigt nicht zum „Cam-out“ (Herausrutschen des Werkzeugs unter hoher Last). Das ist in der automatisierten Montage entscheidend, weil ein abgerutschtes Werkzeug zu Beschädigungen und Ausschuss führt. Schlitz ist instabil, Kreuzschlitz besser, aber nicht so gut wie Torx. Außenvierkant ist heute praktisch nicht mehr im Einsatz.

Eine Welle soll in einer Bohrung axial fixiert werden, ohne die Wellenoberfläche zu beschädigen. Welches Element ist konstruktiv die übliche Lösung?

  • a) Eine durchgehende Schraube mit Sechskantkopf
  • b) Eine Madenschraube mit Kegelkuppe in einer radialen Bohrung des Bauteils
  • c) Eine Kronenmutter mit Splint
  • d) Eine Hutmutter auf einem Stehbolzen

Richtig: b)

Madenschrauben (Gewindestifte) werden quer zur Welle eingedreht und klemmen das Bauteil. Mit unterschiedlichen Kuppen (Kegel, Spitze, Ring, flach) kann der Klemmcharakter angepasst werden – ringförmige oder flache Kuppen vermeiden eine Markierung auf der Welle. Eine durchgehende Sechskantschraube wäre zu groß und nicht passend. Kronenmutter und Hutmutter passen nicht zum Anwendungsfall.

4. Festigkeitsklassen

An jeder Schraube ab einem gewissen Durchmesser ist auf dem Kopf eine Kennzahl eingeprägt, etwa „8.8″, „10.9″ oder „12.9″. Diese Festigkeitsklasse sagt zwei Dinge auf einen Blick – die Zugfestigkeit und die Streckgrenze des Schraubenwerkstoffs.

Das System ist elegant einfach. Aus den beiden Ziffern lassen sich beide Festigkeitswerte rechnerisch ableiten:

Bei einer Klasse 8.8 ergibt das eine Zugfestigkeit von 800 N/mm² und eine Streckgrenze von 640 N/mm². Bei 10.9 sind es 1000 N/mm² Zugfestigkeit und 900 N/mm² Streckgrenze.

Das Verhältnis der beiden Ziffern hat eine konkrete Bedeutung: Es ist das Verhältnis von Streckgrenze zu Zugfestigkeit, multipliziert mit zehn. Eine 8.8-Schraube fließt also bei 80 % ihrer Bruchlast, eine 10.9 erst bei 90 %. Höhere Klassen sind damit fester, aber auch spröder – sie verzeihen Überlast weniger.

Gängige Festigkeitsklassen bei Schrauben

Klasse R_m (N/mm²) R_p0,2 (N/mm²) typische Anwendung
4.6 400 240 einfache Bauschrauben, geringe Belastung
5.6 500 300 leichte Konstruktionen
8.8 800 640 Standardklasse im Maschinenbau
10.9 1000 900 hochbelastete Verbindungen, z.B. Kfz-Pleuelschrauben
12.9 1200 1080 hochfeste Schrauben, Werkzeugmaschinenbau

Festigkeitsklassen bei Muttern

Bei Muttern ist das System anders: Die Kennzahl ist eine einzige Ziffer und entspricht der maximalen Festigkeit der zugehörigen Schraube in Hundert N/mm². Eine Mutter der Klasse 8 passt zu einer Schraube der Klasse 8.8, eine Mutter der Klasse 10 passt zu einer 10.9.

Die Regel: Die Mutter muss mindestens die gleiche Festigkeitsklasse haben wie die Schraube. Sonst reißt im Überlastfall nicht die Schraube ab (was über die Streckgrenze noch eine sichtbare Vorwarnung gibt), sondern es zerstören sich die Gewindegänge der Mutter – ein schlagartiges, unvorhersehbares Versagen.

Nichtrostende Schrauben

Bei nichtrostenden (Edelstahl-) Schrauben ist das Bezeichnungssystem anders. Eine typische Kennzeichnung lautet A2-70 oder A4-80:

  • A2: austenitischer Chrom-Nickel-Stahl, allgemein nichtrostend
  • A4: austenitischer Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl, säurebeständig und seewasserfest
  • 70 oder 80: Zugfestigkeit in Hundert N/mm² (also 700 N/mm² bzw. 800 N/mm²)

Eine A2-70 entspricht in der Zugfestigkeit ungefähr einer 8.8, ist aber rostbeständig.

R_m = a · 100 in N/mm²
R_p0,2 = a · b · 10 in N/mm²

  • a … erste Ziffer der Festigkeitsklasse
  • b … zweite Ziffer der Festigkeitsklasse
  • R_m … Zugfestigkeit (Bruchfestigkeit)
  • R_p0,2 … Streckgrenze (0,2 %-Dehngrenze)

Gelöstes Beispiel

Eine Schraube ist mit „10.9″ gekennzeichnet. Berechne die Zugfestigkeit und die Streckgrenze.

Gegeben: Festigkeitsklasse 10.9; a = 10, b = 9

Gesucht: R_m und R_p0,2 in N/mm²

Lösungsweg:

  1. Zugfestigkeit: R_m = a · 100 = 10 · 100 = 1000 N/mm²
  2. Streckgrenze: R_p0,2 = a · b · 10 = 10 · 9 · 10 = 900 N/mm²

Ergebnis: R_m = 1000 N/mm², R_p0,2 = 900 N/mm²

Übungen

Berechne Zugfestigkeit und Streckgrenze einer Schraube 4.8.

R_m = 4 · 100 = 400 N/mm², R_p0,2 = 4 · 8 · 10 = 320 N/mm²

Berechne Zugfestigkeit und Streckgrenze einer Schraube 5.6.

R_m = 500 N/mm², R_p0,2 = 5 · 6 · 10 = 300 N/mm²

Eine M10-Schraube hat einen Spannungsquerschnitt von A_S = 58 mm² und ist Klasse 8.8. Berechne die theoretische Bruchkraft und die Kraft bei Erreichen der Streckgrenze.

R_m = 800 N/mm², F_Bruch = 800 · 58 = 46.400 N = 46,4 kN. R_p0,2 = 640 N/mm², F_Streck = 640 · 58 = 37.120 N = 37,1 kN.

Eine Konstruktion erfordert eine Vorspannkraft von 35 kN bei einer M10-Schraube mit A_S = 58 mm². Reicht eine 8.8 dafür aus, wenn die Vorspannkraft auf 70 % der Streckgrenze begrenzt werden soll?

Zulässige Vorspannkraft = 0,7 · R_p0,2 · A_S = 0,7 · 640 · 58 = 25.984 N ≈ 26 kN. Eine 8.8 reicht damit nicht aus, denn 35 kN > 26 kN. Es muss z.B. auf eine 10.9 erhöht werden: 0,7 · 900 · 58 = 36.540 N ≈ 36,5 kN, damit ist 35 kN abgedeckt.

Eine A4-80-Schraube wird mit einer 8.8 verglichen. Welche hat die höhere Zugfestigkeit, welche die höhere Streckgrenze (für die 8.8 gilt R_p0,2 = 640 N/mm²; für die A4-80 ist R_p0,2 etwa 600 N/mm² laut Tabellenwerk)?

Zugfestigkeit: 8.8 hat 800 N/mm², A4-80 hat ebenfalls 800 N/mm² – gleich. Streckgrenze: 8.8 hat 640 N/mm², A4-80 etwa 600 N/mm² – die 8.8 hat die höhere Streckgrenze. A4-80 wird gewählt, wenn Korrosionsbeständigkeit wichtiger ist als die letzten Prozent Festigkeit.

Eine M10-Schraube mit Spannungsquerschnitt A_S = 58 mm² wird auf reine Zugbelastung beansprucht. Welche der folgenden Klassen ist erforderlich, damit die Streckgrenze erst bei 35 kN erreicht wird?

  • a) 4.6
  • b) 5.8
  • c) 8.8
  • d) 10.9

Richtig: d)

Erforderliche Streckgrenze: R_p0,2 ≥ 35.000 / 58 ≈ 603 N/mm². 4.6 hat 240 N/mm², 5.8 hat 400 N/mm², 8.8 hat 640 N/mm² – das wäre rechnerisch knapp ausreichend (gerade so über 603), aber ohne jede Sicherheit. Mit Sicherheitsabstand ist 10.9 (900 N/mm²) die richtige Wahl. Die Fragestellung „bis Erreichen der Streckgrenze“ unterstellt eine sehr knappe Auslegung – in der Praxis würde man immer eine Klasse höher gehen.

Welche Aussage zum Verhalten höherfester Schrauben (z.B. 12.9) gegenüber niedrigeren Klassen (z.B. 8.8) ist korrekt?

  • a) Höhere Klassen sind zäher und verformen sich vor dem Bruch stärker
  • b) Höhere Klassen haben ein höheres Streckgrenzenverhältnis und versagen mit weniger plastischer Verformung
  • c) Höhere Klassen sind grundsätzlich korrosionsbeständiger
  • d) Höhere Klassen lassen sich mit kleinerem Anzugsdrehmoment vorspannen

Richtig: b)

Das Verhältnis R_p0,2 / R_m steigt mit der Klasse: bei 8.8 sind es 0,8, bei 12.9 sind es 0,9. Höhere Klassen erreichen die Streckgrenze später (näher an der Bruchfestigkeit) – sie haben weniger plastische Reserve und brechen spröder. Korrosionsverhalten hängt vom Werkstoff und der Oberflächenbeschichtung ab, nicht direkt von der Klasse. Hohe Klassen erfordern mehr Anzugsdrehmoment, nicht weniger, weil die zulässige Vorspannkraft höher ist.

5. Schraubenbezeichnung nach Norm

Eine vollständige Schraubenbezeichnung in einer Stückliste oder auf einer Zeichnung wirkt zunächst kryptisch, folgt aber einer festen Reihenfolge. Sie enthält alle Angaben, die für die eindeutige Bestellung nötig sind.

Eine typische Bezeichnung lautet:

ÖNORM EN ISO 4014 – M12 × 60 – 8.8 – A2K

Die einzelnen Bestandteile bedeuten:

Bestandteil Bedeutung
ÖNORM EN ISO 4014 Norm, die die Bauform festlegt (hier: Sechskantschraube mit Schaft)
M12 Nenndurchmesser: metrisches Regelgewinde, d = 12 mm
× 60 Schaftlänge in mm (gemessen ohne Kopf)
8.8 Festigkeitsklasse
A2K Oberflächenbehandlung (hier: galvanisch verzinkt, mit Chromatierung)

Bei einem Feingewinde wird die Steigung explizit angegeben: M12×1,25 bedeutet metrisches Feingewinde mit 12 mm Außendurchmesser und 1,25 mm Steigung statt der regulären 1,75 mm.

Wichtige Bauformnormen

Norm Bauform
ÖNORM EN ISO 4014 Sechskantschraube mit Schaft (Standard)
ÖNORM EN ISO 4017 Sechskantschraube mit Gewinde bis Kopf
ÖNORM EN ISO 4762 Zylinderschraube mit Innensechskant
ÖNORM EN ISO 10642 Senkschraube mit Innensechskant
ÖNORM EN ISO 4032 Sechskantmutter, Typ 1

Längenmessung

Die Längenangabe in der Bezeichnung meint nicht die Gesamtlänge der Schraube, sondern die Länge ohne Kopf – mit zwei Ausnahmen:

  • Bei Senkkopfschrauben wird die Gesamtlänge inklusive Kopf gemessen, weil der Kopf in der Senkung versinkt und damit zur „eingeschraubten Länge“ zählt.
  • Bei Stiftschrauben wird die Gesamtlänge ohne Kopfmaß angegeben, da es keinen Kopf gibt.

Auf einer Zeichnung steht „ISO 4762 – M8 × 25 – 10.9″. Welche Schraube ist gemeint?

  • a) Sechskantschraube mit Schaft, 25 mm lang, Klasse 8.8
  • b) Zylinderschraube mit Innensechskant, M8-Regelgewinde, 25 mm lang ohne Kopf, Klasse 10.9
  • c) Senkkopfschraube mit Innensechskant, M8 fein, 25 mm lang
  • d) Sechskantmutter M8 Klasse 10

Richtig: b)

ISO 4762 ist die Norm für Zylinderschrauben mit Innensechskant. M8 ohne Steigungsangabe heißt Regelgewinde (Steigung 1,25 mm). Die Längenangabe „× 25″ ist die Schaftlänge ohne Kopf. 10.9 ist die Festigkeitsklasse.

Eine Verbindung erfordert eine M10-Schraube mit Festigkeitsklasse 8.8, Sechskantkopf, Gewinde bis Kopf, 35 mm lang, verzinkt. Welche Bezeichnung ist korrekt?

  • a) ISO 4014 – M10 × 35 – 8.8 – verzinkt
  • b) ISO 4017 – M10 × 35 – 8.8 – verzinkt
  • c) ISO 4762 – M10 × 35 – 8.8 – verzinkt
  • d) ISO 4032 – M10 × 35 – 8.8 – verzinkt

Richtig: b)

ISO 4017 ist die Norm für Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf. ISO 4014 wäre die Sechskantschraube mit Schaft (also nicht Gewinde bis Kopf), ISO 4762 wäre der Zylinderkopf mit Innensechskant, ISO 4032 ist die zugehörige Sechskantmutter (kein Außengewinde).

6. Vorspannkraft und Anzugsdrehmoment

Hier liegt das eigentliche Herz jeder Schraubenverbindung. Eine Befestigungsschraube ist keine massive Klammer, sondern eine stark vorgespannte Feder. Beim Anziehen wird die Schraube elastisch um wenige Hundertstel Millimeter gedehnt – der Schaft wirkt wie eine Zugfeder. Die zwischen den verschraubten Bauteilen wirkende Klemmkraft sorgt dafür, dass die Verbindung im Betrieb nicht klafft und nicht durchrutscht.

Wer das einmal verstanden hat, sieht Schraubenverbindungen anders: Der Schraubenschaft ist nicht der „Stift, der die Bauteile zusammenhält“ – er ist die gespannte Feder, die einen Pressdruck zwischen den Bauteilen erzeugt. Die Bauteile selbst halten sich durch diesen Pressdruck und die dadurch übertragbare Reibung gegen Querkraft.

Warum vorspannen?

Ohne Vorspannung würde die Schraube bei jeder Lastschwankung im Gewinde arbeiten, sich lockern und der Schaft würde auf Schub und Biegung belastet – beides ist eine sehr schlechte Belastungsart für eine Schraube. Eine ausreichend hohe Vorspannkraft sorgt dafür, dass:

  • die Bauteile bei Betriebslast nicht abheben (keine Klafffuge entsteht),
  • die Verbindung quer zur Schraubenachse durch Reibung trägt (Reibschluss),
  • die Schraube selbst nahezu konstant belastet bleibt und Schwingungen nicht in voller Höhe in die Schraube einleiten.

Die Vorspannkraft wird üblicherweise auf etwa 70 % der Streckgrenze ausgelegt – damit bleibt Reserve für Setzverluste und Lasteinleitung.

Der Zusammenhang Drehmoment ↔ Vorspannkraft

Beim Anziehen mit dem Drehmomentschlüssel wird ein Drehmoment auf die Schraube oder die Mutter aufgebracht. Dieses Drehmoment teilt sich auf drei Anteile auf:

  • den Steigungsanteil: Drehmoment, das nötig wäre, um die schiefe Ebene reibungsfrei hochzuschieben.
  • den Gewindereibungsanteil: Reibung zwischen den Gewindeflanken.
  • den Kopfreibungsanteil: Reibung zwischen Schraubenkopf (oder Mutter) und der Bauteilauflage.

Die beiden Reibungsanteile machen zusammen den Großteil aus – typischerweise gehen nur etwa 10 bis 15 % des Anzugsdrehmoments in die eigentliche Vorspannkraft. Der Rest verschwindet in Reibung. Das ist der Grund, warum ein einziger Tropfen Öl an der Schraube das Ergebnis komplett verändern kann.

Die vereinfachte Formel für das Anzugsdrehmoment lautet:

Der mittlere Reibdurchmesser D_Km liegt zwischen dem Außendurchmesser der Kopfauflage und dem Lochdurchmesser, durch den die Schraube geführt ist. Praktisch ist er der mittlere Radius, an dem die Reibkraft unter dem Kopf wirkt. Für eine Standardschraube mit Standardunterlegscheibe wird er aus dem Tabellenbuch entnommen oder aus den geometrischen Werten gemittelt.

Reibwerte – die größte Unsicherheit

Der Reibwert μ liegt für Stahlschrauben üblicherweise zwischen 0,08 (geölt) und 0,16 (trocken, leicht raue Oberfläche). Eine Verdoppelung des Reibwerts bedeutet, dass aus dem gleichen Anzugsdrehmoment nur etwa die halbe Vorspannkraft entsteht. Daher: immer mit dem Reibwert rechnen, der in der Praxis auch eingehalten wird – und Schrauben, die laut Tabellenbuch geölt vorzuspannen sind, dürfen nicht trocken eingebaut werden.

M_A = F_V · (0,16 · P + 0,58 · μ_G · d₂ + 0,5 · μ_K · D_Km) / 1000

  • M_A … Anzugsdrehmoment in N·m
  • F_V … Vorspannkraft in N
  • P … Steigung in mm
  • d₂ … Flankendurchmesser in mm
  • μ_G … Reibwert im Gewinde
  • μ_K … Reibwert unter dem Kopf
  • D_Km … mittlerer Reibdurchmesser am Kopf in mm

Gelöstes Beispiel

Eine M10-Schraube der Klasse 8.8 wird mit 70 % der Streckgrenze vorgespannt. Spannungsquerschnitt A_S = 58 mm². Berechne die Vorspannkraft und das benötigte Anzugsdrehmoment bei μ_G = μ_K = 0,14, P = 1,5 mm, d₂ = 9,03 mm, D_Km = 14,6 mm.

Gegeben: Klasse 8.8, R_p0,2 = 640 N/mm²; A_S = 58 mm²; Nutzungsgrad 70 %; μ_G = μ_K = 0,14; P = 1,5 mm; d₂ = 9,03 mm; D_Km = 14,6 mm

Gesucht: F_V in N, M_A in N·m

Lösungsweg:

  1. Vorspannkraft: F_V = 0,7 · R_p0,2 · A_S = 0,7 · 640 · 58 = 25.984 N ≈ 26.000 N
  2. Anzugsdrehmoment: M_A = F_V · (0,16 · P + 0,58 · μ_G · d₂ + 0,5 · μ_K · D_Km) = 26.000 · (0,16 · 1,5 + 0,58 · 0,14 · 9,03 + 0,5 · 0,14 · 14,6) = 26.000 · (0,24 + 0,733 + 1,022) = 26.000 · 1,995 = 51.870 N·mm ≈ 51,9 N·m

Ergebnis: F_V ≈ 26 kN, M_A ≈ 52 N·m

Übungen

Eine M8-Schraube 8.8 mit A_S = 36,6 mm² wird auf 70 % der Streckgrenze vorgespannt. Berechne F_V.

F_V = 0,7 · 640 · 36,6 = 16.397 N ≈ 16,4 kN

Eine M12-Schraube 10.9 hat A_S = 84,3 mm². Berechne die Vorspannkraft bei 70 % Streckgrenze.

R_p0,2 = 900 N/mm². F_V = 0,7 · 900 · 84,3 = 53.109 N ≈ 53,1 kN

Für eine M10-Schraube mit P = 1,5 mm, d₂ = 9,03 mm, D_Km = 14,6 mm soll eine Vorspannkraft von 26.000 N bei μ_G = μ_K = 0,10 (geölt) erreicht werden. Welches Anzugsdrehmoment ist nötig?

M_A = 26.000 · (0,16·1,5 + 0,58·0,10·9,03 + 0,5·0,10·14,6) = 26.000 · (0,24 + 0,524 + 0,730) = 26.000 · 1,494 = 38.844 N·mm ≈ 38,8 N·m. Im geölten Zustand reicht ein deutlich geringeres Anzugsdrehmoment.

Berechne, wie sich die Vorspannkraft ändert, wenn das gleiche Anzugsdrehmoment (52 N·m) statt mit μ = 0,14 mit μ = 0,08 aufgebracht wird (M10, P = 1,5; d₂ = 9,03; D_Km = 14,6).

M_A / F_V = 0,16·1,5 + 0,58·0,08·9,03 + 0,5·0,08·14,6 = 0,24 + 0,419 + 0,584 = 1,243. F_V = 52.000 / 1,243 = 41.834 N ≈ 41,8 kN. Statt 26 kN entsteht eine Vorspannkraft von rund 42 kN – das sind etwa 60 % mehr, die Streckgrenze (37 kN bei 8.8) wird damit überschritten.

Bei einer M16 10.9 (A_S = 157 mm²) soll die Vorspannkraft bei 75 % der Streckgrenze liegen. Bei μ_G = μ_K = 0,12 sind P = 2,0 mm, d₂ = 14,7 mm, D_Km = 21,2 mm. Berechne F_V und M_A.

R_p0,2 = 900 N/mm². F_V = 0,75 · 900 · 157 = 105.975 N ≈ 106 kN. M_A = 106.000 · (0,16·2,0 + 0,58·0,12·14,7 + 0,5·0,12·21,2) = 106.000 · (0,32 + 1,023 + 1,272) = 106.000 · 2,615 = 277.190 N·mm ≈ 277 N·m.

Eine M10-Schraube wird laut Vorgabe mit 50 N·m angezogen. Versehentlich wird ein Tropfen Öl ins Gewinde gegeben, sodass der Reibwert von 0,14 auf 0,08 fällt. Welche Auswirkung hat das?

  • a) Die Vorspannkraft sinkt deutlich, weil mehr Reibung verloren geht
  • b) Die Vorspannkraft bleibt gleich, da das Drehmoment unverändert ist
  • c) Die Vorspannkraft steigt deutlich, im Extremfall bis zur Überdehnung der Schraube
  • d) Es ändert sich nichts, weil das Öl nur die Korrosion verhindert

Richtig: c)

Wenn der Reibwert sinkt, geht weniger Drehmoment in Reibung verloren – derselbe Drehmomentwert erzeugt eine höhere Vorspannkraft. Im ungünstigen Fall überschreitet die Schraube die Streckgrenze und wird plastisch verformt oder bricht beim Anziehen. Eine Trockenmontage statt Schmierung kann den umgekehrten Fehler bewirken: zu geringe Vorspannkraft trotz nominellem Anzugsdrehmoment.

Welche Aussage zur Vorspannkraft ist korrekt?

  • a) Sie sollte möglichst niedrig sein, damit die Schraube wenig belastet wird
  • b) Sie wird typisch auf 70 % der Streckgrenze ausgelegt, damit Reserve für Setzverluste und Lasteinleitung bleibt
  • c) Sie hat keinen Einfluss auf die Übertragung von Querkräften zwischen den Bauteilen
  • d) Sie wird allein durch die Festigkeitsklasse der Mutter bestimmt

Richtig: b)

Eine zu niedrige Vorspannkraft führt zu Setzverlusten, Klaffen unter Last und Schraubenbruch durch Dauerbeanspruchung. Etwa 70 % der Streckgrenze ist ein bewährter Auslegungswert. Die Vorspannkraft erzeugt Reibschluss zwischen den Bauteilen – ohne sie würde die Schraube selbst auf Querkraft belastet werden. Die Mutter bestimmt nicht die Vorspannkraft, sondern muss zur Klasse der Schraube passen.

7. Schraubensicherungen

Eine korrekt vorgespannte Schraube braucht in den meisten Fällen keine zusätzliche Sicherung. Wenn die Vorspannkraft hoch genug ist und die Verbindung sauber dimensioniert wurde, hält sie auch unter Schwingungen und Querkraft. Dennoch gibt es Fälle, in denen eine Schraube sich lösen kann:

  • Setzverluste: Kurz nach der Montage geben raue Oberflächen unter dem Pressdruck etwas nach. Die Bauteile setzen sich, die Schraubendehnung sinkt – damit auch die Vorspannkraft. Bei kritischen Verbindungen wird daher nach kurzer Betriebszeit nachgezogen.
  • Querkraft mit Mikrobewegung: Wenn die Klemmkraft nicht reicht, gleiten die Bauteile mikrometerweise aneinander. Diese Mikrobewegungen können die Schraube über das Gewinde gegen den Uhrzeigersinn „abrollen“ – die Schraube löst sich, oft schlagartig.
  • Vibration mit Axialschwingung: Pulsierende Axiallasten können die Reibung im Gewinde kurzfristig aufheben und das Gewinde lösen sich öffnen.

Gegen diese Effekte hilft nur eine wirksame Schraubensicherung. Bei den Sicherungsarten gibt es aber große Unterschiede – und einige sind in der Praxis schlicht unwirksam.

Übersicht der Sicherungsarten

Art Beispiele Wirkung Bewertung
Klassische Federringe und Zahnscheiben gewellter Federring, gezahnte Fächerscheibe sollen elastisch Vorspannung halten unwirksam, normativ überholt – die zugehörigen Normen wurden zurückgezogen
Formschlüssig Splint mit Kronenmutter, Drahtsicherung mechanisches Sperren der Drehung wirksam, auch bei niedriger Vorspannkraft
Klemmend selbstsichernde Mutter mit Polyamid-Einsatz, Ganzmetall-Klemmmutter erhöhte Gewindereibung wirksam gegen selbstständiges Aufdrehen
Sperrend Keilsicherungsscheiben (z.B. Nord-Lock) mechanische Sperre durch Keilflächen sehr wirksam, auch unter Vibration
Stoffschlüssig mittel- und hochfeste Schraubensicherungsklebstoffe aushärtende Verbindung im Gewinde wirksam, aber Demontage erschwert
Konstruktiv ausreichende Vorspannkraft, lange dehnbare Schraube hohe elastische Reserve beste Lösung, wenn machbar

Federringe und Zahnscheiben – warum unwirksam?

Klassische Federringe und Zahnscheiben sollen elastisch Vorspannung halten oder sich in die Bauteile eingraben. In der Praxis erreichen sie unter den hohen Pressdrücken einer ordentlich angezogenen Schraube fast augenblicklich ihr Anschlagsmaß – sie werden flachgedrückt und sind dann wirkungslos. Schwingungstests zeigen, dass Verbindungen mit diesen Elementen sich genauso lösen wie ohne. Die zugehörigen Normen wurden zwischenzeitlich zurückgezogen. Für Verbindungen mit Festigkeitsklasse 8.8 und höher sind sie schlicht keine wirksame Sicherung.

Wenn dennoch ein „elastisches Element unter dem Kopf“ gewünscht ist (etwa wegen Toleranzausgleich), ist eine gehärtete Scheibe oder eine spezielle Tellerfederscheibe die richtige Wahl – nicht der gewellte Federring.

Formschluss: Splint und Drahtsicherung

Eine Kronenmutter mit Splint sperrt die Mutter mechanisch gegen das Schraubengewinde. Wird gerne bei Achsen im Fahrzeugbau eingesetzt, wo das Lösen einer Mutter unmittelbar sicherheitsrelevant wäre.

Die Drahtsicherung verbindet mehrere Schraubenköpfe so mit einem Draht, dass das Lösen einer Schraube den Draht spannt und die anderen Schrauben festhält. Klassisch in Luftfahrt und Rennsport eingesetzt.

Klemmende Muttern

Die selbstsichernde Mutter mit Polyamid-Einsatz hat im Innenraum einen Kunststoffring, in den sich das Gewinde der Schraube beim Einschrauben einschneidet. Die hohe Reibung im Polyamid hält die Mutter auch ohne Vorspannkraft fest. Geeignet für mittlere Temperaturen, nicht bei dauerhaft hohen Temperaturen (Polyamid versprödet).

Die Ganzmetall-Klemmmutter ist im oberen Bereich leicht verformt, sodass das Gewinde leicht klemmt. Hitze- und chemikalienbeständig, kann mehrfach verwendet werden (mit nachlassender Wirkung).

Sperrend: Keilsicherungsscheiben

Keilsicherungsscheiben kommen paarweise und haben auf der Innenseite Keilflächen mit einem Winkel größer als die Gewindesteigung. Bei jeder Drehbewegung in Löserichtung müsste die Schraube sich axial heben – das ist physikalisch nicht möglich, also bleibt sie stehen. Sehr wirksam, auch bei starker Vibration. Vergleichsweise teuer, daher gezielt bei kritischen Verbindungen eingesetzt.

Stoffschluss: Schraubensicherungsklebstoffe

Mittel- und hochfeste Schraubensicherungsklebstoffe (umgangssprachlich oft nach dem bekanntesten Markennamen benannt) härten anaerob im Gewindespalt aus. Mittelfeste Varianten lassen sich mit normalem Werkzeug wieder lösen, hochfeste nur mit Erwärmung. Wirksam, aber: Einmal-Aushärtung – nach jeder Demontage muss neuer Klebstoff aufgebracht werden.

Konstruktive Sicherung – die beste Lösung

Wenn die Schraube lang genug ist, viel Klemmlänge hat und die Vorspannkraft hoch ist, dehnt sie sich beim Anziehen messbar. Diese Dehnung wirkt als „Reserve“: Auch wenn das Bauteil etwas setzt, bleibt noch genug Vorspannkraft übrig. Eine dehnschraubengerechte Konstruktion (langer Schaft, evtl. verjüngter Querschnitt) ist die hochwertigste Form der Sicherung – ganz ohne Zusatzelemente.

Eine Verbindung mit M10 8.8 löst sich nach kurzer Zeit unter Vibration. Welche Maßnahme ist am wenigsten erfolgversprechend?

  • a) Höhere Vorspannkraft durch geänderten Reibwert und richtiges Drehmoment
  • b) Einsatz einer Keilsicherungsscheibe
  • c) Einsatz eines gewellten Federrings unter dem Kopf
  • d) Selbstsichernde Mutter mit Polyamid-Einsatz

Richtig: c)

Der klassische Federring ist unter der Vorspannkraft einer 8.8-Schraube praktisch sofort flachgedrückt und damit wirkungslos. Eine höhere Vorspannkraft, eine Keilsicherungsscheibe oder eine selbstsichernde Mutter sind hingegen wirksame Maßnahmen.

Eine Verbindung wird häufig demontiert und wieder montiert (z.B. Wartungszugang). Welche Schraubensicherung ist dafür am ungünstigsten?

  • a) Selbstsichernde Mutter mit Polyamid-Einsatz (begrenzt wiederverwendbar)
  • b) Ausreichend hohe Vorspannkraft
  • c) Hochfester Schraubensicherungsklebstoff
  • d) Kronenmutter mit neuem Splint nach jeder Montage

Richtig: c)

Hochfester Sicherungsklebstoff muss zur Demontage erwärmt werden und kann nicht beliebig oft erneut aufgebracht werden – ungünstig bei häufigen Wartungseingriffen. Polyamidmuttern verlieren bei jeder Demontage etwas an Klemmkraft, sind aber öfter wiederverwendbar. Hohe Vorspannkraft und neue Splinte sind beide praxistauglich für häufige Demontage.

8. Praxis: Auswahl und Montage

Schraubenlänge bestimmen

Die Länge einer Schraube wird so gewählt, dass sie die zu verbindenden Bauteile durchdringt, die Mutter (oder das Gewindeloch) vollständig einbindet und idealerweise noch ein bis zwei Gewindegänge übersteht. Die Mindestlänge folgt der einfachen Formel:

Bei einer Mutternverschraubung müssen zur Klemmlänge die Mutternhöhe und der Überstand addiert werden. Bei einer Sacklochverschraubung in einem Bauteil ist statt der Mutternhöhe die Einschraubtiefe im Innengewinde anzusetzen. Diese hängt vom Werkstoff des Gewindegrundbauteils ab: bei Stahl etwa das 1- bis 1,2-fache des Schraubendurchmessers, bei Aluminium etwa das 1,4- bis 2-fache, bei Grauguss etwa das 1,3-fache.

Anziehverfahren

Drehmomentgesteuertes Anziehen ist das gebräuchlichste Verfahren. Der Drehmomentschlüssel löst beim erreichten Sollwert mechanisch oder elektronisch aus. Genauigkeit: typisch ±20 % der Vorspannkraft, abhängig vom Reibwert. Im Maschinenbau, im Kfz-Bereich und in der Allgemeinmontage Standard.

Drehwinkelgesteuertes Anziehen geht zweistufig vor: Erst wird mit einem niedrigen Drehmoment „auf Anschlag“ angezogen (alle Setzungen sind ausgeräumt), dann um einen definierten Winkel weitergedreht. Da die Schraubenelastizität deutlich genauer als der Reibwert ist, sinkt die Streuung der Vorspannkraft auf etwa ±10 %. Standardverfahren bei Zylinderkopfschrauben im Motorenbau.

Streckgrenzgesteuertes Anziehen überwacht den Drehmomentverlauf während des Anziehens. Sobald die Schraube anfängt zu fließen (das Drehmoment steigt langsamer als der Drehwinkel), wird abgestoppt. Die Vorspannkraft liegt genau an der Streckgrenze. Sehr präzise, aber nur mit speziellem Werkzeug möglich.

Automatisierte Schraubsysteme

In der Serienfertigung – besonders im Fahrzeug- und Anlagenbau – werden Schraubverbindungen automatisiert hergestellt. Zum Einsatz kommen elektronisch gesteuerte Schrauber, oft mit EC-Motor (elektronisch kommutiert, hohe Dynamik, präzise regelbar). Der Schrauber misst während des Anzugs kontinuierlich Drehmoment und Drehwinkel und schaltet nach einer hinterlegten Anzugsstrategie ab.

Typische Strategien sind:

  • Drehmoment-/Drehwinkelüberwachung: Der Schrauber prüft, ob beim Soll-Drehmoment auch ein Mindest- und Maximaldrehwinkel eingehalten wird. Bricht ein Schraubenkopf vorzeitig (zu kleiner Winkel) oder dreht die Schraube durch (zu großer Winkel), erkennt der Schrauber den Fehler.
  • IO/NIO-Auswertung: Jede Verschraubung erhält ein „in Ordnung“ oder „nicht in Ordnung“ und wird mit Datum, Drehmoment, Drehwinkel und Werkzeug-ID dokumentiert. Diese Daten gehen oft direkt in ein übergeordnetes Produktionssystem.

Damit lassen sich auch im Massenbetrieb Qualität und Rückverfolgbarkeit sicherstellen. Wird Jahre später ein Bauteil reklamiert, ist nachvollziehbar, mit welchem Drehmoment es verbaut wurde.

Häufige Fehler

  • Falsche Festigkeitsklasse: 8.8 statt 10.9 unter zu hoher Last führt zum bleibenden Verformen oder Bruch.
  • Schraube zu kurz: Das Gewinde greift nicht vollständig in die Mutter oder das Sackloch, die Tragfähigkeit fällt drastisch.
  • Trocken statt geölt (oder umgekehrt): Verändert den Reibwert um den Faktor 2, verändert die Vorspannkraft entsprechend.
  • Überdrehen: Schraube über die Streckgrenze hinaus angezogen, Vorspannung sinkt nach dem Lösen der Werkzeugkraft, Verbindung wird locker.
  • Mehrfaches Anziehen ohne Sichtkontrolle: Hochfeste Schrauben sind nach plastischer Verformung nicht mehr zuverlässig – sie gehören ausgetauscht.

l ≥ l_k + m + n · P

  • l … benötigte Schraubenlänge in mm
  • l_k … Klemmlänge (Summe der Dicken aller verschraubten Bauteile) in mm
  • m … Höhe der Mutter in mm
  • n … Anzahl der überstehenden Gewindegänge (typisch 1 bis 2)
  • P … Steigung in mm

Gelöstes Beispiel

Zwei Bleche von je 8 mm Dicke sollen mit einer M8-Schraube und Sechskantmutter (Mutternhöhe 6,5 mm) verschraubt werden. Es sollen mindestens zwei Gewindegänge überstehen. M8-Regelgewinde hat P = 1,25 mm. Welche Schraubenlänge ist mindestens erforderlich?

Gegeben: Bauteildicken: 8 mm + 8 mm → l_k = 16 mm; Mutternhöhe m = 6,5 mm; Überstehende Gewindegänge n = 2; Steigung P = 1,25 mm

Gesucht: Mindestlänge l

Lösungsweg:

  1. Formel einsetzen: l ≥ l_k + m + n · P
  2. l ≥ 16 + 6,5 + 2 · 1,25
  3. l ≥ 16 + 6,5 + 2,5 = 25 mm

Ergebnis: Es wird mindestens eine M8 × 25 gewählt. Da Standardlängen meist in 5-mm-Schritten gestuft sind, ist die nächst-größere lieferbare Länge zu wählen – hier passt M8 × 25 direkt.

Übungen

Zwei Bauteile von 10 mm und 12 mm Dicke werden mit M10 (P = 1,5 mm) und Sechskantmutter (m = 8 mm) verschraubt. Es soll ein Gewindegang überstehen. Welche Mindestlänge?

l ≥ 22 + 8 + 1 · 1,5 = 31,5 mm → gewählt: M10 × 35

Drei Bleche von je 6 mm Dicke werden mit M6 (P = 1,0 mm) und Mutter (m = 5 mm) verschraubt, mit 2 Gewindegängen Überstand. Welche Mindestlänge?

l ≥ 18 + 5 + 2 · 1,0 = 25 mm → gewählt: M6 × 25

Eine M12 (P = 1,75 mm) wird in ein Stahlsackloch eingeschraubt. Die Klemmlänge beträgt 25 mm. Wie viel Einschraubtiefe wird angesetzt (Stahl, Faktor 1,0 · d)? Welche Gesamtlänge ist nötig?

Einschraubtiefe ≈ 1,0 · 12 = 12 mm. Gesamtlänge l ≥ 25 + 12 = 37 mm → gewählt: M12 × 40

Eine M10 (P = 1,5 mm) wird in ein Aluminium-Bauteil eingeschraubt (Faktor 1,5 · d Einschraubtiefe). Die Klemmlänge ist 20 mm. Welche Gesamtlänge ist erforderlich?

Einschraubtiefe ≈ 1,5 · 10 = 15 mm. Gesamtlänge l ≥ 20 + 15 = 35 mm → gewählt: M10 × 35

Es soll eine M16 (P = 2,0 mm) in einem Graugussbauteil (Faktor 1,3 · d) eingeschraubt werden. Die Klemmlänge beträgt 30 mm und es sind keine Gewindegänge im Überstand erforderlich (Sackloch). Welche Gesamtlänge ist nötig? Was passiert, wenn die gewählte Standardlänge 40 mm beträgt?

Einschraubtiefe ≈ 1,3 · 16 = 20,8 mm. Gesamtlänge l ≥ 30 + 20,8 = 50,8 mm → gewählt: M16 × 55. Bei 40 mm Länge wäre die Einschraubtiefe nur 10 mm – das ist weniger als 1 · d und unzureichend; die Gewindegänge im Sackloch würden bei voller Vorspannung herausgerissen.

Eine Verbindung soll auch nach mehreren Lastzyklen ihre Vorspannkraft sicher halten. Welche Maßnahme verbessert das am zuverlässigsten?

  • a) Eine besonders kurze Schraube wählen, damit weniger Dehnung verloren geht
  • b) Eine möglichst lange Schraube mit großer elastischer Dehnung wählen
  • c) Den Reibwert durch Trockenmontage erhöhen
  • d) Einen gewellten Federring unter den Kopf legen

Richtig: b)

Eine lange Schraube hat eine größere elastische Dehnung bei gleicher Spannung. Setzverluste in den Bauteilen verbrauchen nur einen kleinen Teil dieser Dehnung, sodass viel Vorspannkraft erhalten bleibt. Eine kurze Schraube verliert prozentual viel Vorspannkraft schon bei geringer Setzung. Der Reibwert hat keinen direkten Einfluss auf das Halten der Vorspannung. Federringe sind unwirksam.

Ein EC-Schrauber soll in der Serienmontage eine Verbindung mit Drehmoment-Drehwinkel-Überwachung ausführen. Welche Aussage zum NIO-Fall ist korrekt?

  • a) NIO heißt, dass das Drehmoment in Ordnung, aber der Drehwinkel zu klein ist – die Schraube wurde überdreht
  • b) NIO heißt, dass das Drehmoment vor Erreichen des erwarteten Mindestwinkels erreicht wurde – z.B. weil die Schraube blockiert oder das Gewinde fehlerhaft ist
  • c) NIO heißt nur, dass die Schraube zu kurz ist
  • d) NIO heißt, dass kein Drehmoment messbar war, also die Schraube nicht ins Gewinde eingegriffen hat

Richtig: b)

Bei der Drehmoment-Drehwinkel-Überwachung gilt eine Verschraubung als „nicht in Ordnung“, wenn das vorgegebene Soll-Drehmoment außerhalb des erlaubten Drehwinkelfensters erreicht wird. Häufige Ursachen sind blockierende Schmutzpartikel, beschädigte Gewindegänge, falsches Schraubenmaß oder ein bereits voreingedrehter Schraubteil. Antwort a ist invertiert (Überdrehen wäre zu großer Winkel), c und d sind zu eng gefasst.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Eine M10-Schraube mit Regelgewinde hat P = 1,5 mm und d₂ = 9,03 mm. Berechne den Steigungswinkel und beurteile bei einem Reibwert von 0,12, ob sie selbsthemmend ist.

Gegeben: P = 1,5 mm; d₂ = 9,03 mm; μ_G = 0,12

Gesucht: α; Selbsthemmung ja/nein

Lösungsweg:

  1. tan α = P / (π · d₂) = 1,5 / (π · 9,03) = 0,0529; α = 3,03°.
  2. Reibwinkel ρ = arctan(0,12) = 6,84°.
  3. Da α < ρ, ist die Verbindung selbsthemmend.

Ergebnis: α ≈ 3,0°; selbsthemmend.

Aufgabe 2: Berechne Zugfestigkeit und Streckgrenze einer Schraube der Klasse 12.9.

Gegeben: Klasse 12.9, a = 12, b = 9

Gesucht: R_m und R_p0,2

Lösungsweg:

  1. R_m = 12 · 100 = 1200 N/mm²
  2. R_p0,2 = 12 · 9 · 10 = 1080 N/mm²

Ergebnis: R_m = 1200 N/mm², R_p0,2 = 1080 N/mm²

Aufgabe 3: Eine M12-Schraube der Klasse 10.9 mit A_S = 84,3 mm² soll auf 75 % der Streckgrenze vorgespannt werden. Wie hoch ist die Vorspannkraft?

Gegeben: Klasse 10.9 → R_p0,2 = 900 N/mm²; A_S = 84,3 mm²; Nutzungsgrad 75 %

Gesucht: F_V

Lösungsweg:

  1. F_V = 0,75 · 900 · 84,3 = 56.903 N

Ergebnis: F_V ≈ 56,9 kN

Aufgabe 4: Berechne das Anzugsdrehmoment für eine M12-Verbindung mit F_V = 50.000 N, P = 1,75 mm, d₂ = 10,86 mm, μ_G = μ_K = 0,14 und D_Km = 16,5 mm.

Gegeben: F_V = 50.000 N; P = 1,75 mm; d₂ = 10,86 mm; μ_G = μ_K = 0,14; D_Km = 16,5 mm

Gesucht: M_A

Lösungsweg:

  1. M_A = 50.000 · (0,16·1,75 + 0,58·0,14·10,86 + 0,5·0,14·16,5)
  2. = 50.000 · (0,28 + 0,882 + 1,155)
  3. = 50.000 · 2,317 = 115.850 N·mm

Ergebnis: M_A ≈ 116 N·m

Aufgabe 5: Zwei Bauteile von 15 mm und 20 mm Dicke werden mit M12 (P = 1,75 mm) und Sechskantmutter (m = 10 mm) verschraubt. Zwei Gewindegänge sollen überstehen. Welche Mindestlänge?

Gegeben: l_k = 15 + 20 = 35 mm; m = 10 mm; n = 2; P = 1,75 mm

Gesucht: l

Lösungsweg:

  1. l ≥ 35 + 10 + 2 · 1,75 = 48,5 mm → gewählt M12 × 50

Ergebnis: l ≥ 48,5 mm; gewählt: M12 × 50

Aufgabe 6: Eine M10-Verbindung mit 50 N·m Anzugsdrehmoment wird statt mit μ = 0,14 mit μ = 0,10 angezogen (P = 1,5 mm; d₂ = 9,03 mm; D_Km = 14,6 mm). Wie ändert sich die Vorspannkraft im Vergleich zur Auslegung mit μ = 0,14?

Gegeben: M_A = 50 N·m; P = 1,5 mm; d₂ = 9,03 mm; D_Km = 14,6 mm; μ_1 = 0,14; μ_2 = 0,10

Gesucht: F_V bei beiden Reibwerten

Lösungsweg:

  1. Bei μ = 0,14: M_A / F_V = 0,16·1,5 + 0,58·0,14·9,03 + 0,5·0,14·14,6 = 0,24 + 0,733 + 1,022 = 1,995. F_V = 50.000 / 1,995 = 25.062 N ≈ 25,1 kN.
  2. Bei μ = 0,10: M_A / F_V = 0,24 + 0,58·0,10·9,03 + 0,5·0,10·14,6 = 0,24 + 0,524 + 0,730 = 1,494. F_V = 50.000 / 1,494 = 33.467 N ≈ 33,5 kN.

Ergebnis: Vorspannkraft steigt von 25 kN auf 33,5 kN, also um etwa 33 %. Bei einer 8.8 (zulässig ca. 26 kN bei 70 % Streckgrenze) wäre das eine Überlastung.

Bei der Drehmomentformel M_A = F_V · (0,16 · P + 0,58 · μ_G · d₂ + 0,5 · μ_K · D_Km) trägt welcher Anteil typisch am wenigsten zum gesamten Drehmoment bei?

  • a) Der Steigungsanteil (0,16 · P)
  • b) Der Gewindereibungsanteil (0,58 · μ_G · d₂)
  • c) Der Kopfreibungsanteil (0,5 · μ_K · D_Km)
  • d) Alle drei Anteile sind gleich groß

Richtig: a)

In typischen Schraubenverbindungen mit μ ≈ 0,14 macht der Steigungsanteil nur etwa 10 bis 15 % des gesamten Drehmoments aus. Gewindereibung und Kopfreibung tragen den Großteil. Das ist die zentrale Erkenntnis: Der Großteil des Anzugsdrehmoments verschwindet in Reibung, nur ein kleiner Teil erzeugt die eigentliche Vorspannkraft.

Eine M10-Schraube 8.8 wird in eine M10-Mutter Klasse 4 verschraubt. Bei welcher Belastung versagt das System zuerst?

  • a) Die Schraube bricht über die Streckgrenze
  • b) Das Gewinde der Mutter wird abgeschert, bevor die Schraube ihre Streckgrenze erreicht
  • c) Der Schraubenkopf bricht ab
  • d) Es entsteht ein Bruch im Mutter-Außensechskant

Richtig: b)

Die Mutter muss mindestens die Festigkeitsklasse der Schraube haben. Eine Mutter Klasse 4 ist deutlich schwächer als eine 8.8-Schraube. Unter Last reißen die Gewindegänge der Mutter aus, bevor die Schraube die Streckgrenze erreicht – das Versagen ist schlagartig und ohne Vorwarnung.

Welche Aussage zum Verhältnis Streckgrenze zu Zugfestigkeit (R_p0,2 / R_m) bei verschiedenen Festigkeitsklassen ist korrekt?

  • a) Bei 8.8 beträgt es 0,8, bei 12.9 beträgt es 0,9 – höhere Klassen haben weniger plastische Reserve
  • b) Es ist bei allen Klassen gleich 0,8
  • c) Höhere Klassen haben ein kleineres Verhältnis und mehr Reserve
  • d) Das Verhältnis hängt nur vom Durchmesser ab, nicht von der Klasse

Richtig: a)

Die zweite Ziffer der Klassenbezeichnung gibt das Verhältnis multipliziert mit zehn an. 8.8 → 0,8; 10.9 → 0,9; 12.9 → 0,9. Mit steigender Festigkeitsklasse nähert sich die Streckgrenze der Zugfestigkeit – die Schraube bricht ohne große bleibende Verformung, das Versagen wird spröder.

Eine M10-Schraube wird einmal mit korrektem Drehmoment angezogen und nach einigen Wochen Betrieb auf die Vorspannkraft geprüft. Diese ist um etwa 10 % gesunken. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?

  • a) Werkstoffermüdung der Schraube
  • b) Setzverluste in den Bauteil-Trennfugen und Gewindegängen
  • c) Lockerung durch Vibration im Stillstand
  • d) Wärmeausdehnung der Schraube

Richtig: b)

Setzverluste – also das mikroskopische Einebnen rauer Oberflächen unter Druck – verbrauchen einen Teil der elastischen Schraubendehnung. Damit sinkt die Vorspannkraft. Bei kritischen Verbindungen wird deshalb nach einer Einlaufzeit nachgezogen. Werkstoffermüdung tritt erst bei sehr vielen Lastwechseln auf, Wärmeausdehnung ist nur bei Temperaturunterschieden relevant, Vibrationslösen würde stärkere Effekte zeigen.

Eine M8-Schraube 8.8 wird in einer Aluminiumkonstruktion (E-Modul deutlich niedriger als Stahl) verwendet. Welche Einschraubtiefe ins Sackloch ist sinnvoll?

  • a) 0,5 · d
  • b) 1,0 · d
  • c) 1,5 · d (oder mehr)
  • d) 0,3 · d

Richtig: c)

Aluminium ist deutlich weicher als Stahl. Damit die Gewindegänge nicht unter der vollen Vorspannkraft abgeschert werden, wird die Einschraubtiefe in Aluminium auf etwa das 1,4- bis 2-fache des Schraubendurchmessers erhöht. In Stahl reichen 1 · d, in Aluminium nicht.

Welche Aussage zur Vorspannkraft bei einer Befestigungsschraube ist korrekt?

  • a) Sie ist umso höher, je größer das Anzugsdrehmoment – unabhängig vom Reibwert
  • b) Sie hängt vor allem vom Reibwert ab und ist bei gleichem Drehmoment unterschiedlich hoch
  • c) Sie ist gleich der Querkraft, die die Verbindung übertragen kann
  • d) Sie sinkt durch das Drehmoment, weil die Schraube weniger Material hat

Richtig: b)

Bei gleichem Anzugsdrehmoment hängt die Vorspannkraft direkt vom Reibwert ab – ein niedriger Reibwert (geschmiert) erzeugt eine deutlich höhere Vorspannkraft. Daher ist die Trennung von Drehmoment und Reibwert in der Berechnung wichtig. Querkraft ist eine Folge, nicht die Definition der Vorspannkraft.

Eine Verbindung ist mit M12 8.8 verschraubt und in einer schwingungsbelasteten Umgebung. Welche Kombination ist die wirksamste Sicherung?

  • a) Federring + leicht überzogenes Anzugsdrehmoment
  • b) Hohe Vorspannkraft + Keilsicherungsscheibe
  • c) Hohe Vorspannkraft + Zahnscheibe
  • d) Niedrige Vorspannkraft + Schraubensicherungsklebstoff

Richtig: b)

Hohe Vorspannkraft ist die beste Grundsicherung; eine Keilsicherungsscheibe verhindert mechanisch die Drehung in Löserichtung. Federring und Zahnscheibe sind unter hoher Vorspannung wirkungslos. Eine niedrige Vorspannkraft mit Klebstoff ist deutlich schlechter als hohe Vorspannkraft – Schwingungslösen entsteht primär durch zu geringe Klemmkraft.

Bei einer drehwinkelgesteuerten Verschraubung wird zunächst auf ein „Fügemoment“ angezogen, dann um einen definierten Winkel weitergedreht. Warum ist dieses Verfahren genauer als rein drehmomentgesteuert?

  • a) Weil das Drehmoment dabei besser gemessen wird
  • b) Weil die Schraubendehnung direkt vom Drehwinkel abhängt – unabhängig vom Reibwert
  • c) Weil dabei keine Reibung auftritt
  • d) Weil der Drehwinkel automatisch kompensiert wird

Richtig: b)

Sobald die Bauteile aufeinander liegen (Fügemoment erreicht), erzeugt jede weitere Drehung eine definierte Längung der Schraube, die fast nur vom Drehwinkel und der Steigung abhängt – nicht vom Reibwert. Damit sinkt die Streuung der Vorspannkraft auf etwa ±10 %, gegenüber ±20 % beim rein drehmomentgesteuerten Verfahren.

Eine Bezeichnung lautet „ISO 4017 – M10 × 1,25 × 30 – 10.9″. Welche Schraube ist gemeint?

  • a) Sechskantschraube mit Schaft, Regelgewinde, 30 mm, Klasse 10.9
  • b) Sechskantschraube mit Gewinde bis Kopf, Feingewinde mit 1,25 mm Steigung, 30 mm lang, Klasse 10.9
  • c) Zylinderschraube Innensechskant, M10, 30 mm lang, Klasse 10.9
  • d) Sechskantmutter M10 fein, Klasse 10

Richtig: b)

ISO 4017 ist die Sechskantschraube mit Gewinde bis Kopf. „M10 × 1,25″ bedeutet metrisches Feingewinde mit 1,25 mm Steigung (Regelgewinde wäre 1,5 mm). Länge 30 mm, Festigkeitsklasse 10.9. ISO 4762 wäre der Innensechskant, ISO 4032 die Mutter.

Eine Schraubenverbindung soll Querkraft durch Reibschluss übertragen. Welche Aussage trifft am ehesten zu?

  • a) Die übertragbare Querkraft ist gleich der Vorspannkraft mal dem Reibwert zwischen den Bauteilen
  • b) Die übertragbare Querkraft ist gleich der Vorspannkraft
  • c) Die übertragbare Querkraft ist unabhängig von der Vorspannkraft
  • d) Die übertragbare Querkraft ist gleich der Streckgrenze der Schraube

Richtig: a)

Reibschluss bedeutet: Die Vorspannkraft erzeugt einen Pressdruck zwischen den Bauteilen. Die maximal übertragbare Querkraft ohne Gleiten ist F_Q = F_V · μ (Reibwert zwischen den Bauteilflächen, nicht im Gewinde). Bei μ = 0,15 zwischen Stahlflächen und F_V = 30 kN ergibt das eine Querkraft von 4,5 kN – pro Schraube. Vorspannkraft und Querkraft sind also gekoppelt, aber nicht identisch.

Welche Aussage zur Funktion der Unterlegscheibe unter einem Schraubenkopf ist am sinnvollsten?

  • a) Die Unterlegscheibe erhöht die Vorspannkraft direkt um etwa 20 %
  • b) Die Unterlegscheibe verteilt die Pressung des Kopfs auf eine größere Fläche und definiert den Reibdurchmesser
  • c) Die Unterlegscheibe ersetzt eine Schraubensicherung in jedem Fall
  • d) Die Unterlegscheibe ist beim Anziehen mit Drehmomentschlüssel nicht erforderlich

Richtig: b)

Die Hauptaufgabe einer Unterlegscheibe ist es, die Flächenpressung unter dem Kopf zu verteilen (besonders bei weichen Werkstoffen wie Aluminium oder Holz) und gleichzeitig den mittleren Reibdurchmesser zu definieren. Sie ersetzt keine Schraubensicherung. Vorspannkraft erhöht sie nicht, sie ändert nur die Reibverhältnisse leicht.

Glossar

Vorspannkraft (F_V)
Axialkraft, mit der die Schraube nach dem Anziehen die verbundenen Bauteile gegeneinander presst. Sie ist der eigentliche Wirkmechanismus einer Befestigungsschraube.
Anzugsdrehmoment (M_A)
Drehmoment, mit dem die Schraube oder Mutter beim Anziehen belastet wird. Es setzt sich aus Steigungsanteil, Gewindereibung und Kopfreibung zusammen.
Flankendurchmesser (d₂)
Durchmesser, an dem die Flanken des Außen- und Innengewindes tragen. Maßgebend für Reibungs- und Drehmomentberechnungen im Gewinde.
Kerndurchmesser (d₃)
Kleinster Durchmesser im Gewindeprofil, gemessen am Gewindegrund. Maßgebend für die rechnerische Zugbelastung.
Spannungsquerschnitt (A_S)
Mittlerer rechnerischer Querschnitt zur Auslegung auf Zug, liegt zwischen Kerndurchmesser und Flankendurchmesser.
Festigkeitsklasse
Zweistellige Kennzeichnung an Schrauben (z.B. 8.8). Die erste Ziffer mal 100 ergibt die Zugfestigkeit in N/mm², das Produkt der Ziffern mal 10 die Streckgrenze.
Selbsthemmung
Eigenschaft einer Schraubenverbindung, dass sie sich unter Last nicht von selbst öffnet. Tritt ein, wenn der Steigungswinkel kleiner ist als der Reibwinkel.
Steigung (P)
Axialer Weg, den die Schraube in einer Umdrehung zurücklegt. Beim metrischen Regelgewinde durchmesserabhängig festgelegt.
Mittlerer Reibdurchmesser (D_Km)
Mittlerer Durchmesser, an dem die Reibkraft unter dem Schraubenkopf wirkt. Berechnet aus Außendurchmesser der Kopfauflage und Lochdurchmesser.
Klemmlänge (l_k)
Summe der Dicken aller durch die Schraube zusammengeklemmten Bauteile.
Setzverlust
Nachträglicher Verlust an Vorspannkraft durch mikroskopisches Einebnen von Oberflächen und Gewindegängen kurz nach der Montage.
Reibschluss
Übertragung von Querkraft zwischen Bauteilen durch Reibung, die durch die Vorspannkraft erzeugt wird – im Gegensatz zur Formschlussübertragung.
EC-Schrauber
Elektronisch kommutierter Schrauber, der Drehmoment und Drehwinkel präzise misst und nach einer hinterlegten Anzugsstrategie abschaltet.
IO/NIO-Auswertung
Klassifizierung jeder Verschraubung als „in Ordnung“ oder „nicht in Ordnung“ anhand der gemessenen Drehmoment- und Drehwinkelwerte; Basis für Qualitätsdokumentation in der Serienfertigung.

Österreichische Normen

  • ÖNORM EN ISO 4014: Sechskantschrauben mit Schaft, Produktklassen A und B
  • ÖNORM EN ISO 4017: Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf
  • ÖNORM EN ISO 4762: Zylinderschrauben mit Innensechskant
  • ÖNORM EN ISO 10642: Senkschrauben mit Innensechskant
  • ÖNORM EN ISO 4032: Sechskantmuttern, Typ 1
  • ÖNORM EN ISO 898-1: Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl, Teil 1: Schrauben mit festgelegten Festigkeitsklassen
  • ÖNORM EN ISO 898-2: Mechanische Eigenschaften von Verbindungselementen aus Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl, Teil 2: Muttern mit festgelegten Festigkeitsklassen
  • ÖNORM EN ISO 3506-1: Mechanische Eigenschaften nichtrostender Verbindungselemente, Teil 1: Schrauben
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