Wartungspläne und Dokumentation

Eine Maschine, die ungeplant stehenbleibt, kostet Geld – oft ein Vielfaches dessen, was die rechtzeitige Wartung gekostet hätte. Damit das nicht passiert, braucht jeder Betrieb zwei Dinge: einen klaren Plan, der festlegt, was wann an welcher Anlage zu tun ist, und eine saubere Dokumentation, die festhält, was tatsächlich gemacht wurde. Der Plan blickt nach vorne, die Dokumentation nach hinten. Erst zusammen ergeben sie ein System, mit dem sich Anlagen zuverlässig betreiben lassen.

Wir schauen uns an, wie ein brauchbarer Wartungsplan aufgebaut ist, welche Dokumente wir in der Praxis führen und wie wir aus den Aufzeichnungen konkrete Verbesserungen ableiten. Dabei spielt auch die rechtliche Seite eine Rolle: In Österreich ist die Dokumentation bestimmter Prüfungen keine freiwillige Fleißaufgabe, sondern Pflicht.

Vorwissen

  • Instandhaltungsstrategien
  • Systematische Fehlersuche – Methodik
  • Technische Dokumentation und Pläne lesen

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, wozu Wartungsplan und Dokumentation dienen und wie sie zusammenhängen
  • die Bestandteile eines Wartungsplans benennen und einen Planauszug lesen
  • die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen der Prüf- und Dokumentationspflicht in Österreich nennen
  • aus Betriebszeit, Ausfallzahl und Ausfallzeit die Kennzahlen MTBF, MTTR und die Verfügbarkeit berechnen
  • beschreiben, welche Dokumente in der Instandhaltung geführt werden und welche Angaben ein Wartungseintrag enthalten muss

1. Warum Wartungspläne und Dokumentation?

Instandhaltung umfasst alles, was eine Anlage funktionsfähig hält – warten, inspizieren, instand setzen, verbessern. Welche grundsätzliche Strategie ein Betrieb dabei verfolgt (alles laufen lassen bis es kaputtgeht, in festen Abständen tauschen oder den Zustand laufend überwachen), ist ein Thema für sich. Hier geht es um die zwei konkreten Werkzeuge, mit denen jede dieser Strategien im Alltag umgesetzt wird: den Wartungsplan und die Dokumentation.

Der Wartungsplan legt fest, welche Tätigkeit an welchem Bauteil in welchem Abstand fällig ist und wer dafür zuständig ist. Die Dokumentation hält festt, dass und wie diese Tätigkeit ausgeführt wurde – und was dabei aufgefallen ist.

Was passiert, wenn beides fehlt? Wartung läuft dann nach Bauchgefühl. Ein Lager wird geschmiert, weil gerade jemand Zeit hat, ein anderes vergessen, weil niemand es auf dem Schirm hatte. Fällt eine Anlage aus, weiß keiner, wann zuletzt etwas gemacht wurde. Bei einem Garantie- oder Versicherungsfall steht der Betrieb ohne Nachweis da. Und Prüfungen, die der Gesetzgeber vorschreibt, lassen sich ohne Aufzeichnung gar nicht belegen.

Genau hier wird es in Österreich rechtlich konkret. Die Arbeitsmittelverordnung (AM-VO) verlangt für bestimmte Arbeitsmittel verpflichtende Prüfungen, und diese Prüfungen sind schriftlich zu dokumentieren. Zwei Bestimmungen sind dabei zentral:

  • § 7 AM-VO – Abnahmeprüfung: Bestimmte Arbeitsmittel müssen nach der Montage beziehungsweise vor der ersten Inbetriebnahme geprüft werden. Das Ergebnis wird in einem Prüfbefund schriftlich festgehalten.
  • § 8 AM-VO – Wiederkehrende Prüfung: Prüfpflichtige Arbeitsmittel sind in festgelegten Abständen erneut zu prüfen (für die genannten Geräte mindestens einmal im Kalenderjahr, längstens im Abstand von 15 Monaten). Auch dieses Ergebnis wird schriftlich – im Prüfbuch – eingetragen.

Die AM-VO gilt für Arbeitsmittel in Betrieben, die unter das ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz) fallen. Das ASchG ist das Dach: Es verpflichtet den Arbeitgeber allgemein dazu, für sichere Arbeitsmittel zu sorgen, die AM-VO regelt die konkreten Prüf- und Aufzeichnungspflichten dazu. Für die betriebliche Praxis heißt das: Die Dokumentation von Prüfungen ist nicht optional. Wer sie nicht führt, kann im Zweifel nicht nachweisen, dass eine Anlage zulässig betrieben wurde.

Über diese gesetzliche Mindestpflicht hinaus dokumentiert ein gut geführter Betrieb deutlich mehr, weil sich daraus betrieblicher Nutzen ziehen lässt – das sehen wir in Kapitel 4 und 5.

Ein Betrieb betreibt einen prüfpflichtigen Hubtisch und führt keinerlei Aufzeichnungen über die wiederkehrenden Prüfungen. Welche Aussage trifft die rechtliche Lage in Österreich am besten?

  • a) Die wiederkehrende Prüfung samt schriftlichem Nachweis ist nach AM-VO verpflichtend
  • b) Solange der Hubtisch funktioniert, ist keine Dokumentation nötig
  • c) Die Dokumentation is freiwillig und nur für interne Zwecke sinnvoll
  • d) Eine Dokumentation ist nur bei elektrischen Anlagen vorgeschrieben

Richtig: a)

Die AM-VO verlangt für prüfpflichtige Arbeitsmittel wiederkehrende Prüfungen (§ 8) und deren schriftliche Dokumentation. b und c verkennen die gesetzliche Pflicht – ein funktionierendes Gerät entbindet nicht von der Prüf- und Aufzeichnungspflicht. d ist falsch, weil die AM-VO sich auf Arbeitsmittel allgemein bezieht, nicht nur auf elektrische Anlagen.

Worin liegt der grundlegende Unterschied zwischen Wartungsplan und Wartungsdokumentation?

  • a) Es gibt keinen Unterschied, beide Begriffe meinen dasselbe
  • b) Der Plan legt geplante Tätigkeiten für die Zukunft fest, die Dokumentation hält ausgeführte Tätigkeiten der Vergangenheit fest
  • c) Der Plan ist gesetzlich vorgeschrieben, die Dokumentation nicht
  • d) Die Dokumentation wird vor dem Plan erstellt

Richtig: b)

Richtig ist b – der Plan blickt nach vorne, die Doku nach hinten. a ist falsch, es sind zwei unterschiedliche Werkzeuge. c verdreht die Lage: gerade die Dokumentation von Prüfungen ist gesetzlich gefordert. d ist unlogisch, dokumentiert wird, was zuvor geplant und ausgeführt wurde.

2. Aufbau eines Wartungsplans

Ein Wartungsplan ist im Kern eine strukturierte Liste. Für jede Tätigkeit beantwortet er fünf Fragen: Was ist zu tun, woran, in welchem Intervall, wer macht es und womit. Dazu kommt oft eine Soll-Zeit, damit der Aufwand planbar wird.

Ein typischer Planauszug sieht so aus:

Anlage / Bauteil Tätigkeit Intervall Verantwortlich Mittel / Hinweis
Förderband, Antriebslager Lager schmieren alle 500 Betriebsstunden Instandhaltung Lithiumfett, 2 Hübe
Hydraulikaggregat Ölstand und Ölzustand prüfen wöchentlich Anlagenführer Sichtkontrolle Schauglas
Schaltschrank Filtermatte reinigen/tauschen vierteljährlich Elektrofachkraft Anlage spannungsfrei
Hubtisch wiederkehrende Prüfung nach § 8 AM-VO jährlich befugte Prüfperson Eintrag ins Prüfbuch

An diesem Auszug sieht man auch, dass ein Wartungsplan unterschiedliche Tätigkeitstypen mischt: einfache Sichtkontrollen, echte Wartungsarbeiten und gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen stehen nebeneinander.

Wichtig ist die Unterscheidung dreier Dokumente, die im Alltag oft durcheinandergeraten:

  • Wartungsplan: das übergeordnete „Was wann durch wen“. Er gibt den Takt vor.
  • Checkliste: die konkrete Abhakliste für eine einzelne Tätigkeit oder einen Rundgang. Sie sorgt dafür, dass kein Schritt vergessen wird.
  • Wartungsanweisung: die detaillierte Beschreibung, wie eine Tätigkeit auszuführen ist (Anzugsmoment, Fettsorte, Reihenfolge). Sie steckt im Detail.

Der Plan sagt also, dass das Antriebslager alle 500 Betriebsstunden geschmiert wird. Die Checkliste hakt ab, dass es heute erledigt wurde. Die Wartungsanweisung beschreibt, mit welchem Fett und wie vielen Hüben.

Bei den Intervallen unterscheidet man grob drei Logiken:

  • Intervallbasiert (kalenderbasiert): in festen Zeitabständen – täglich, wöchentlich, jährlich. Einfach zu planen, aber unabhängig von der tatsächlichen Belastung.
  • Nutzungsabhängig: nach Betriebsstunden, gefahrenen Kilometern, Schaltspielen oder Lastwechseln. Passt den Aufwand an die echte Beanspruchung an.
  • Zustandsbasiert: ausgelöst durch einen gemessenen Zustand (Schwingung, Temperatur, Ölanalyse). Wird hier nicht vertieft – das gehört zum Thema Instandhaltungsstrategien.

Im Wartungsplan steht: „Antriebslager alle 500 Betriebsstunden schmieren.“ Um welche Art von Intervall handelt es sich?

  • a) zustandsbasiert
  • b) kalenderbasiert
  • c) nutzungsabhängig
  • d) störungsabhängig

Richtig: c)

Richtig ist c. Betriebsstunden messen die tatsächliche Nutzung, das Intervall hängt also an der Beanspruchung. a wäre eine Auslösung durch einen gemessenen Zustand (z. B. Schwingung), b wäre ein fester Zeitabstand wie „jährlich“, d gibt es als Planlogik nicht – auf Störung reagiert man, man plant sie nicht als Intervall.

Ein Kollege fragt, wo das genaue Anzugsmoment und die Fettsorte für eine Wartungstätigkeit stehen. In welchem Dokument findet er das?

  • a) in der Wartungsanweisung
  • b) im Wartungsplan
  • c) in der Checkliste
  • d) im Prüfbuch

Richtig: a)

Richtig ist a – die Wartungsanweisung beschreibt das Wie im Detail. Der Wartungsplan (b) gibt nur Takt und Zuständigkeit vor, die Checkliste (c) dient zum Abhaken, das Prüfbuch (d) dokumentiert gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen.

Warum ist ein rein kalenderbasierter Plan für eine ungleichmäßig genutzte Anlage oft ungünstig?

  • a) Weil kalenderbasierte Pläne gesetzlich unzulässig sind
  • b) Weil sich Kalenderintervalle nicht dokumentieren lassen
  • c) Weil kalenderbasierte Pläne teurer in der Erstellung sind
  • d) Weil die tatsächliche Beanspruchung nicht berücksichtigt wird und es zu Über- oder Unterwartung kommt

Richtig: d)

Richtig ist d. Ein fester Zeitabstand passt nicht zur schwankenden Nutzung – die stark genutzte Anlage wird unterversorgt, die wenig genutzte überwartet. a ist falsch, kalenderbasierte Intervalle sind zulässig und üblich. b und c sind frei erfunden.

3. Intervalle festlegen und Verfügbarkeit berechnen

Woher weiß man, welches Intervall richtig ist? Drei Quellen spielen zusammen: die Herstellerangaben (Wartungshandbuch, vorgeschriebene Prüfabstände), die gesetzlichen Vorgaben (etwa die jährliche Prüfung nach § 8 AM-VO) und die Erfahrungswerte aus dem eigenen Betrieb. Letztere kommen direkt aus der Dokumentation – darauf baut Kapitel 5 auf.

Um Intervalle und den Erfolg der Wartung beurteilen zu können, braucht man Kennzahlen. Drei davon sind in der Instandhaltung Standard.

MTBF (Mean Time Between Failures) – die mittlere Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen. Sie sagt, wie lange eine Anlage im Schnitt läuft, bevor sie ausfällt.

MTBF = T_betrieb / n

  • MTBF … mittlere Zeit zwischen Ausfällen in h
  • T_betrieb … gesamte Betriebszeit in h
  • n … Anzahl der Ausfälle

MTTR (Mean Time To Repair) – die mittlere Reparaturzeit, also wie lange eine Störung im Schnitt bis zur Wiederinbetriebnahme dauert.

MTTR = T_ausfall / n

  • MTTR … mittlere Reparaturzeit in h
  • T_ausfall … gesamte Ausfallzeit in h
  • n … Anzahl der Ausfälle

Aus beiden ergibt sich die Verfügbarkeit – der Anteil der Zeit, in dem die Anlage tatsächlich einsatzbereit ist:

V = MTBF / (MTBF + MTTR) * 100

  • V … Verfügbarkeit in %
  • MTBF … mittlere Zeit zwischen Ausfällen in h
  • MTTR … mittlere Reparaturzeit in h

Eine hohe MTBF bei niedriger MTTR bedeutet: Die Anlage läuft lange störungsfrei und ist im Störfall schnell wieder fit. Genau dahin zielt gute Wartung. Steigt die Zahl der Ausfälle trotz Wartung, ist das ein Signal, das Intervall zu verkürzen oder die Tätigkeit zu überdenken.

Gelöstes Beispiel

Eine Produktionsanlage lief im Beobachtungszeitraum 2000 Stunden. In dieser Zeit gab es 5 Ausfälle mit einer gesamten Ausfallzeit von 40 Stunden. Bestimme MTBF, MTTR und die Verfügbarkeit.

Gegeben: T_betrieb = 2000 h; n = 5; T_ausfall = 40 h

Gesucht: MTBF in h, MTTR in h, V in %

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — MTBF: MTBF = 2000 h / 5 = 400 h
  2. Schritt 2 — MTTR: MTTR = 40 h / 5 = 8 h
  3. Schritt 3 — Verfügbarkeit: V = 400 / (400 + 8) * 100 = 400 / 408 * 100 = 98,04 %

Ergebnis: MTBF = 400 h, MTTR = 8 h, V = 98,04 %

Übungen

Eine Anlage läuft 1000 h, fällt dabei 4-mal aus, Gesamtausfallzeit 20 h. Berechne MTBF.

MTBF = 1000 h / 4 = 250 h

Bei 8 Ausfällen beträgt die gesamte Ausfallzeit 24 h. Berechne MTTR.

MTTR = 24 h / 8 = 3 h

Eine Anlage hat MTBF = 300 h und MTTR = 6 h. Berechne die Verfügbarkeit in Prozent.

V = 300 / (300 + 6) * 100 = 98,04 %

Eine Maschine lief 4000 h, hatte 10 Ausfälle und insgesamt 50 h Stillstand. Berechne MTBF, MTTR und Verfügbarkeit.

MTBF = 4000/10 = 400 h; MTTR = 50/10 = 5 h; V = 400/(400+5)*100 = 98,77 %

Zwei baugleiche Anlagen werden verglichen. Anlage A: 3000 h Betrieb, 6 Ausfälle, 30 h Stillstand. Anlage B: 3000 h Betrieb, 3 Ausfälle, 45 h Stillstand. Welche hat die höhere Verfügbarkeit, und warum trotz unterschiedlicher Ausfallmuster?

A: MTBF = 500 h, MTTR = 5 h, V = 500/505 * 100 = 99,01 %. B: MTBF = 1000 h, MTTR = 15 h, V = 1000/1015 * 100 = 98,52 %. Anlage A hat die höhere Verfügbarkeit. Obwohl B seltener ausfällt (höhere MTBF), dauern ihre Reparaturen deutlich länger (MTTR 15 h statt 5 h). Das zeigt: Nicht nur die Ausfallhäufigkeit zählt, sondern ebenso die Reparaturdauer – kurze Stillstände können viele Ausfälle ausgleichen.

Eine Anlage läuft 1800 h und fällt dabei 6-mal aus. Wie groß ist die MTBF?

  • a) 300 h
  • b) 10 800 h
  • c) 6 h
  • d) 1800 h

Richtig: a)

Richtig ist a: MTBF = 1800 h / 6 = 300 h. b multipliziert statt zu dividieren, c verwechselt MTBF mit der Ausfallzahl, d ignoriert die Ausfälle ganz.

Zwei Anlagen haben dieselbe MTBF, aber Anlage X hat eine deutlich höhere MTTR als Anlage Y. Was folgt daraus?

  • a) X hat die höhere Verfügbarkeit
  • b) Y hat die höhere Verfügbarkeit
  • c) Beide haben dieselbe Verfügbarkeit
  • d) Die Verfügbarkeit hängt nicht von der MTTR ab

Richtig: b)

Richtig ist b. Bei gleicher MTBF senkt eine größere MTTR die Verfügbarkeit, weil der Nenner (MTBF + MTTR) wächst. Längere Reparaturen bedeuten mehr Stillstand. a ist genau verkehrt, c und d widersprechen der Formel.

Eine Anlage zeigt trotz unverändertem Wartungsplan eine über Monate steigende Zahl von Ausfällen. Was ist die sinnvollste Schlussfolgerung für den Wartungsplan?

  • a) Die Verfügbarkeit ist davon nicht betroffen
  • b) Das Wartungsintervall sollte verlängert werden
  • c) Die Dokumentation kann eingestellt werden, da der Plan ohnehin gleich bleibt
  • d) Das Wartungsintervall oder die Tätigkeit selbst sollte überprüft und ggf. angepasst werden

Richtig: d)

Richtig ist d. Steigende Ausfallzahlen senken die MTBF and damit die Verfügbarkeit – ein klares Signal, das Intervall zu verkürzen oder die Wartungstätigkeit zu hinterfragen. a ist falsch, mehr Ausfälle senken die Verfügbarkeit. b geht in die falsche Richtung. c ist absurd, gerade die Dokumentation liefert die Datenbasis für diese Entscheidung.

4. Dokumentation in der Praxis

Geplant ist das eine, nachgewiesen das andere. Die Dokumentation hält fest, was tatsächlich passiert ist – und genau das macht sie zum Rückgrat der Instandhaltung. Sie dient als Nachweis gegenüber Behörden, als Gedächtnis des Betriebs und als Datenbasis für Verbesserungen.

In der Praxis werden mehrere Dokumente geführt, die zusammen ein Bild jeder Anlage ergeben:

  • Anlagen- oder Maschinenakte: das Stammdokument einer Anlage – technische Daten, Typenschild, Handbuch, Schaltpläne, Konformitätserklärung. Alles, was die Anlage beschreibt.
  • Wartungsnachweis / Wartungsprotokoll: das laufende Logbuch der durchgeführten Wartungen. Hier wird jeder erledigte Planpunkt eingetragen.
  • Prüfbuch / Prüfbefund: der gesetzlich geforderte Nachweis der Prüfungen nach AM-VO (siehe Kapitel 1). Der Prüfbefund dokumentiert die Abnahmeprüfung, das Prüfbuch die wiederkehrenden Prüfungen.
  • Ersatzteil- und Materialliste: welche Teile verbaut sind und welche getauscht wurden – wichtig für Rückverfolgbarkeit und Nachbestellung.
  • Stand der Schaltpläne: der aktuelle, gepflegte Plan. Eine Umbauänderung, die nicht im Plan landet, kostet beim nächsten Fehler wertvolle Zeit.

Ein einzelner Wartungs- oder Prüfeintrag muss bestimmte Angaben enthalten, sonst ist er als Nachweis wertlos:

Pflichtangabe Beispiel
Datum 14.03.2026
Anlage / Bauteil Hydraulikaggregat HA-02
Tätigkeit Filter getauscht, Ölstand geprüft
Befund Filter stark verschmutzt, Ölstand i. O.
verwendete Teile Filterelement Typ XY
Ausführender Name / Kürzel

Der Befund ist dabei oft wertvoller als die Tätigkeit selbst: „Filter stark verschmutzt“ nach kurzer Standzeit ist ein Hinweis, der in die Intervallplanung zurückfließt.

Bei der Form gibt es zwei Welten. Papierbasiert – Karteikarten, Logbücher, abgeheftete Protokolle – ist einfach und ausfallsicher, aber schwer auswertbar. Digital über ein Instandhaltungssystem (oft als CMMS bezeichnet, Computerized Maintenance Management System) erlaubt automatische Erinnerungen, Auswertungen und einen zentralen Zugriff. Größere Betriebe arbeiten praktisch durchgängig digital, weil sich nur so aus Hunderten Einträgen Muster ablesen lassen.

Egal ob Papier oder digital: Die Aufzeichnungen müssen aufbewahrt und rückverfolgbar sein. Bei gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen ist die Aufbewahrung Teil der Pflicht – der Nachweis muss bei einer Kontrolle vorgelegt werden können.

Welches Dokument enthält den gesetzlich geforderten Nachweis der wiederkehrenden Prüfung nach AM-VO?

  • a) die Ersatzteilliste
  • b) die Wartungsanweisung
  • c) das Prüfbuch
  • d) der Schaltplan

Richtig: c)

Die wiederkehrenden Prüfungen nach § 8 AM-VO werden im Prüfbuch dokumentiert. Die Ersatzteilliste (a) führt verbaute Teile, die Wartungsanweisung (b) beschreibt die Ausführung, der Schaltplan (d) zeigt die elektrische Struktur – keines davon ist der Prüfnachweis.

Ein Eintrag im Wartungsprotokoll lautet nur „Wartung erledigt“, ohne weitere Angaben. Welcher zentrale Mangel besteht?

  • a) Es fehlt die Soll-Zeit der Tätigkeit
  • b) Der Eintrag ist zu lang
  • c) Es fehlt der Hinweis auf die Instandhaltungsstrategie
  • d) Es fehlen Befund und konkrete Angaben, wodurch der Eintrag als Nachweis und Datenbasis kaum brauchbar ist

Richtig: d)

Richtig ist d. Ohne Datum, Bauteil, Befund, Teile und Ausführenden ist der Eintrag weder als Nachweis noch zur Auswertung tauglich. a ist nebensächlich, die Soll-Zeit gehört in den Plan, nicht in den Nachweis. b ist das Gegenteil des Problems, c ist für einen einzelnen Eintrag irrelevant.

Warum ist es problematisch, einen Schaltplan nach einem Umbau nicht zu aktualisieren?

  • a) Weil dann die Wartungsintervalle automatisch verfallen
  • b) Weil der dokumentierte Stand von der Realität abweicht und die nächste Fehlersuche in die Irre führt
  • c) Weil Schaltpläne gesetzlich täglich zu aktualisieren sind
  • d) Weil ohne aktuellen Schaltplan keine MTBF berechnet werden kann

Richtig: b)

Richtig ist b. Ein veralteter Plan zeigt einen nicht mehr existierenden Zustand und kostet bei der Fehlersuche Zeit. a ist erfunden, c übertreibt die rechtliche Lage, d verwechselt zwei völlig getrennte Dinge – die MTBF berechnet sich aus Betriebs- und Ausfallzeiten, nicht aus dem Schaltplan.

5. Vom Protokoll zur Verbesserung

Dokumentation ist kein Selbstzweck. Wer Aufzeichnungen nur ablegt und nie auswertet, verschenkt ihren größten Nutzen. Der eigentliche Wert entsteht, wenn aus den Einträgen Schlüsse gezogen werden.

Drei Auswertungen lohnen sich fast immer:

  • Wiederkehrende Fehler erkennen: Tauchen am selben Bauteil immer wieder dieselben Befunde auf, liegt ein systematisches Problem vor – nicht nur ein Einzelfall. Das Logbuch macht solche Muster sichtbar, die im Tagesgeschäft untergehen.
  • Schwachstellen lokalisieren: Welche Anlage verursacht die meisten Ausfallstunden? Eine einfache Auswertung der dokumentierten Stillstände zeigt, wo sich Aufwand am stärksten lohnt. Oft sind es wenige Anlagen, die den Großteil der Probleme verursachen.
  • Ersatzteilbedarf ableiten: Aus der Material- und Ersatzteilliste lässt sich erkennen, welche Teile häufig getauscht werden – die gehören sinnvollerweise ins Lager, damit sie im Störfall sofort verfügbar sind.

Aus diesen Erkenntnissen wird der Wartungsplan angepasst. Häufen sich Ausfälle trotz Wartung, wird das Intervall verkürzt. Läuft ein Bauteil über Jahre völlig unauffällig, kann das Intervall vorsichtig verlängert werden, um Aufwand zu sparen. So wird der Plan kein starres Dokument, sondern entwickelt sich auf Basis echter Betriebsdaten weiter – ein Kreislauf aus Planen, Ausführen, Dokumentieren und Anpassen.

Wichtig ist außerdem die saubere Übergabe zwischen Personen und Schichten. Ein Schichtbuch hält fest, was in einer Schicht aufgefallen ist, welche Störung noch offen ist und worauf die nächste Schicht achten muss. Eine offene Störung, die nicht übergeben wird, taucht im schlechtesten Fall erst wieder auf, wenn sie zum Stillstand führt.

Wenn die Auswertung zeigt, dass ein bestimmter Fehler systematisch auftritt, ist der nächste Schritt die gezielte Ursachensuche. Wie man dabei methodisch vorgeht, ist Gegenstand der systematischen Fehlersuche; die konkrete Diagnose an Steuerungen und Antrieben wird ebenfalls eigenständig behandelt.

Die Auswertung des Wartungsprotokolls zeigt, dass ein Lager über ein Jahr fünfmal mit demselben Befund ausgefallen ist. Was ist die sinnvollste Reaktion?

  • a) Den Befund künftig nicht mehr dokumentieren, da er bekannt ist
  • b) Jedes Mal nur das Lager tauschen und sonst nichts ändern
  • c) Das Schmierintervall überprüfen und die Ursache der wiederholten Ausfälle suchen
  • d) Die Verfügbarkeit aus der Berechnung herausnehmen

Richtig: c)

Richtig ist c. Eine wiederkehrende Häufung deutet auf ein systematisches Problem – Intervall und Ursache gehören überprüft. a Beseitigt genau die Information, die das Muster sichtbar macht. b kuriert nur Symptome. d ergibt keinen Sinn.

Welche Funktion erfüllt ein Schichtbuch in der Instandhaltung?

  • a) Es ersetzt den gesetzlichen Prüfnachweis nach AM-VO
  • b) Es dokumentiert die technischen Stammdaten der Anlage
  • c) Es überträgt offene Störungen und Beobachtungen an die nächste Schicht
  • d) Es berechnet automatisch die Wartungsintervalle

Richtig: c)

Richtig ist c. Das Schichtbuch sorgt für die Übergabe, damit offene Punkte nicht verloren gehen. a ist falsch, der Prüfnachweis ist das Prüfbuch. b ist Aufgabe der Anlagenakte. d ist erfunden.

Ein Bauteil läuft über mehrere Jahre völlig unauffällig, jede Wartung ergibt „ohne Befund“. Was kann man aus der Dokumentation für den Plan ableiten?

  • a) Die Dokumentation war überflüssig, da nie etwas war
  • b) Das Wartungsintervall könnte vorsichtig verlängert werden, um Aufwand zu sparen
  • c) Das Intervall muss zwingend verkürzt werden
  • d) Das Bauteil sollte sofort getauscht werden

Richtig: b)

Richtig ist b. Eine lange, dokumentierte Unauffälligkeit ist die Grundlage, um ein Intervall behutsam zu strecken. a verkennt, dass gerade diese Aufzeichnung die Entscheidung erst ermöglicht. c geht in die falsche Richtung, d ist ohne Anlass unwirtschaftlich.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Eine Anlage lief im Beobachtungszeitraum 5000 Betriebsstunden. Es traten 8 Ausfälle mit einer gesamten Ausfallzeit von 64 Stunden auf. Berechne MTBF und MTTR.

Gegeben: T_betrieb = 5000 h; n = 8; T_ausfall = 64 h

Gesucht: MTBF in h, MTTR in h

Lösungsweg:

  1. MTBF = 5000 h / 8 = 625 h
  2. MTTR = 64 h / 8 = 8 h

Ergebnis: MTBF = 625 h, MTTR = 8 h

Aufgabe 2: Berechne aus den Werten von Aufgabe 1 die Verfügbarkeit der Anlage in Prozent.

Gegeben: MTBF = 625 h; MTTR = 8 h

Gesucht: V in %

Lösungsweg:

  1. V = MTBF / (MTBF + MTTR) * 100
  2. V = 625 / (625 + 8) * 100 = 625 / 633 * 100 = 98,74 %

Ergebnis: V = 98,74 %

Aufgabe 3: Eine Verpackungsmaschine lief 6000 h, fiel 12-mal aus, gesamte Stillstandszeit 90 h. Berechne MTBF, MTTR und Verfügbarkeit.

Gegeben: T_betrieb = 6000 h; n = 12; T_ausfall = 90 h

Gesucht: MTBF, MTTR in h, V in %

Lösungsweg:

  1. MTBF = 6000 h / 12 = 500 h
  2. MTTR = 90 h / 12 = 7,5 h
  3. V = 500 / (500 + 7,5) * 100 = 500 / 507,5 * 100 = 98,52 %

Ergebnis: MTBF = 500 h, MTTR = 7,5 h, V = 98,52 %

Aufgabe 4: Zwei Anlagen sollen verglichen werden. Anlage A: MTBF = 800 h, MTTR = 16 h. Anlage B: MTBF = 1200 h, MTTR = 30 h. Welche Anlage hat die höhere Verfügbarkeit?

Gegeben: A: MTBF = 800 h, MTTR = 16 h; B: MTBF = 1200 h, MTTR = 30 h

Gesucht: V_A und V_B in %, Vergleich

Lösungsweg:

  1. V_A = 800 / (800 + 16) * 100 = 800 / 816 * 100 = 98,04 %
  2. V_B = 1200 / (1200 + 30) * 100 = 1200 / 1230 * 100 = 97,56 %

Ergebnis: Anlage A hat mit 98,04 % die höhere Verfügbarkeit, obwohl B seltener ausfällt – die längere Reparaturzeit von B drückt die Verfügbarkeit.

Welche zwei österreichischen Rechtsgrundlagen begründen die Pflicht zur Prüfung und Dokumentation von Arbeitsmitteln am ehesten?

  • a) ASchG und AM-VO
  • b) StVO und KFG
  • c) GewO und ABGB
  • d) BauKG und AStV

Richtig: a)

Das ASchG verpflichtet allgemein zu sicheren Arbeitsmitteln, die AM-VO regelt die konkreten Prüf- und Dokumentationspflichten. Die anderen Optionen betreffen Straßenverkehr, Gewerbe-/Zivilrecht oder Baustellenkoordination – nicht die Arbeitsmittelprüfung im hier gemeinten Sinn.

Was beschreibt § 7 AM-VO im Unterschied zu § 8 AM-VO?

  • a) § 7 die wiederkehrende Prüfung, § 8 die Abnahmeprüfung
  • b) § 7 die Abnahmeprüfung vor Inbetriebnahme, § 8 die wiederkehrende Prüfung
  • c) beide regeln dasselbe, nur für verschiedene Branchen
  • d) § 7 die Dokumentation, § 8 die Aufbewahrung

Richtig: b)

§ 7 betrifft die Abnahmeprüfung nach Montage/vor Inbetriebnahme, § 8 die wiederkehrende Prüfung. a vertauscht die beiden, c und d sind falsch.

Eine Anlage hat eine hohe MTBF, aber auch eine hohe MTTR. Wie wirkt sich das auf die Verfügbarkeit aus?

  • a) Die hohe MTBF allein garantiert eine hohe Verfügbarkeit
  • b) MTTR hat keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit
  • c) Die Verfügbarkeit ist in diesem Fall immer 100 %
  • d) Die hohe MTTR drückt die Verfügbarkeit, trotz seltener Ausfälle

Richtig: d)

Lange Reparaturzeiten vergrößern den Nenner (MTBF + MTTR) und senken die Verfügbarkeit, auch wenn Ausfälle selten sind. a und b ignorieren den Einfluss der Reparaturdauer, c ist unmöglich.

Welche Angabe gehört NICHT zwingend in einen einzelnen Wartungseintrag?

  • a) Datum der Tätigkeit
  • b) Befund
  • c) der gesamte Schaltplan der Anlage
  • d) Name des Ausführenden

Richtig: c)

Der vollständige Schaltplan gehört in die Anlagenakte, nicht in jeden einzelnen Wartungseintrag. Datum, Befund und Ausführender (a, b, d) sind dagegen Pflichtangaben jedes Eintrags.

Welche Logik liegt einem Intervall „alle 10 000 Schaltspiele“ zugrunde?

  • a) kalenderbasiert
  • b) zustandsbasiert
  • c) nutzungsabhängig
  • d) gesetzlich vorgeschrieben

Richtig: c)

Schaltspiele messen die tatsächliche Beanspruchung, das Intervall ist also nutzungsabhängig. a wäre ein fester Zeitabstand, b eine Auslösung durch einen gemessenen Zustand, d eine rechtliche Vorgabe – darum geht es hier nicht.

Worin liegt der größte praktische Nutzen einer digitalen Instandhaltungssoftware (CMMS) gegenüber reiner Papierdokumentation?

  • a) Papier ist grundsätzlich unzulässig
  • b) Automatische Erinnerungen und auswertbare Daten über viele Einträge hinweg
  • c) Digitale Systeme benötigen keine Befundangaben mehr
  • d) Digital entfällt die gesetzliche Aufbewahrungspflicht

Richtig: b)

Der Vorteil liegt in Erinnerungsfunktionen und der Auswertbarkeit großer Datenmengen. a ist falsch, Papier ist zulässig. c und d sind falsch – Befunde bleiben nötig, die Aufbewahrungspflicht bleibt bestehen.

Aus dem Wartungsprotokoll geht hervor, dass drei von zwanzig Anlagen rund 80 % der gesamten Ausfallstunden verursachen. Welche Schlussfolgerung ist am sinnvollsten?

  • a) Bei diesen drei Anlagen lohnt sich gezielter Wartungs- und Analyseaufwand am meisten
  • b) Die Dokumentation ist fehlerhaft, das kann nicht sein
  • c) Alle zwanzig Anlagen sollten gleich behandelt werden
  • d) Die drei Anlagen sollten sofort verschrottet werden

Richtig: a)

Wenige Anlagen verursachen den Großteil der Stillstände – dort wirkt zusätzlicher Aufwand am stärksten. b ist eine voreilige Annahme, c verschenkt die Erkenntnis, d ist ohne weitere Analyse unwirtschaftlich.

Warum ist der dokumentierte Befund oft wertvoller als die bloße Bestätigung „Tätigkeit ausgeführt“?

  • a) Weil der Befund in die Intervallplanung zurückfließt und Muster sichtbar macht
  • b) Weil der Befund gesetzlich vorgeschrieben ist und die Tätigkeit nicht
  • c) Weil die Tätigkeit ohne Befund doppelt ausgeführt werden muss
  • d) Weil der Befund die Soll-Zeit ersetzt

Richtig: a)

Der Befund (z. B. „Filter stark verschmutzt“) liefert die Information, mit der sich Intervalle anpassen und wiederkehrende Probleme erkennen lassen. b ist so nicht zutreffend, c und d sind erfunden.

Eine offene Störung wird am Schichtende nicht an die Folgeschicht übergeben. Welches Risiko entsteht typischerweise?

  • a) Die MTBF sinkt automatisch auf null
  • b) Der Wartungsplan wird ungültig
  • c) Die Anlagenakte muss neu erstellt werden
  • d) Die Störung kann unbemerkt bis zum Anlagenstillstand eskalieren

Richtig: d)

Ohne Übergabe arbeitet die nächste Schicht ahnungslos weiter, und eine bekannte Störung kann sich bis zum Ausfall verschärfen. a, b und c sind frei erfunden.

Eine prüfpflichtige Anlage wird über 15 Monate nicht verwendet und soll dann wieder in Betrieb gehen. Was gilt nach AM-VO am ehesten?

  • a) Sie darf ohne weitere Prüfung sofort verwendet werden
  • b) Sie muss vor der nächsten Verwendung der wiederkehrenden Prüfung unterzogen werden
  • c) Sie muss vollständig neu gebaut werden
  • d) Eine Prüfung ist erst nach weiteren 15 Monaten Betrieb nötig

Richtig: b)

Wird ein prüfpflichtiges Arbeitsmittel länger als 15 Monate nicht verwendet, ist die wiederkehrende Prüfung vor der nächsten Verwendung nachzuholen. a umgeht die Prüfpflicht, c ist unverhältnismäßig, d verschiebt die Pflicht unzulässig in die Zukunft.

Was unterscheidet eine Checkliste von einer Wartungsanweisung?

  • a) Die Checkliste beschreibt die Ausführungsdetails, die Anweisung dient zum Abhaken
  • b) Beide sind identisch
  • c) Die Checkliste dient zum Abhaken der Schritte, die Anweisung beschreibt die Ausführungsdetails
  • d) Die Checkliste ist gesetzlich vorgeschrieben, die Anweisung nicht

Richtig: c)

Die Checkliste stellt sicher, dass kein Schritt vergessen wird, die Wartungsanweisung beschreibt das Wie im Detail (Anzugsmoment, Fettsorte). a vertauscht die beiden, b und d sind falsch.

Eine Anlage hat MTBF = 1000 h und MTTR = 0 h (rein rechnerisch sofortige Reparatur). Welche Verfügbarkeit ergibt sich?

  • a) 0 %
  • b) 50 %
  • c) nicht berechenbar
  • d) 100 %

Richtig: d)

V = 1000 / (1000 + 0) * 100 = 100 %. Bei verschwindender Reparaturzeit ist die Anlage rechnerisch immer verfügbar. a und b widersprechen der Formel, c ist falsch, der Wert ist eindeutig berechenbar.

Glossar

Wartungsplan
strukturierte Festlegung, welche Wartungstätigkeit an welchem Bauteil in welchem Intervall und durch wen auszuführen ist.
Checkliste
Abhakliste für eine einzelne Tätigkeit oder einen Rundgang, die sicherstellt, dass kein Schritt vergessen wird.
Wartungsanweisung
detaillierte Beschreibung, wie eine Wartungstätigkeit konkret auszuführen ist, etwa mit Anzugsmoment und Schmierstoff.
AM-VO (Arbeitsmittelverordnung)
österreichische Verordnung, die Prüf- und Dokumentationspflichten für Arbeitsmittel regelt; § 7 betrifft die Abnahmeprüfung, § 8 die wiederkehrende Prüfung.
ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz)
österreichisches Gesetz, das den Arbeitgeber allgemein zu sicheren Arbeitsmitteln und Arbeitsbedingungen verpflichtet und die Grundlage der AM-VO bildet.
Prüfbuch
schriftlicher Nachweis der wiederkehrenden Prüfungen eines Arbeitsmittels nach § 8 AM-VO.
Prüfbefund
schriftlicher Nachweis der Abnahmeprüfung eines Arbeitsmittels nach § 7 AM-VO.
Anlagenakte (Maschinenakte)
Stammdokument einer Anlage mit technischen Daten, Handbuch, Schaltplänen und Konformitätserklärung.
MTBF (Mean Time Between Failures)
mittlere Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen, berechnet als Betriebszeit geteilt durch Anzahl der Ausfälle.
MTTR (Mean Time To Repair)
mittlere Reparatur- bzw. Wiederherstellungszeit, berechnet als gesamte Ausfallzeit geteilt durch Anzahl der Ausfälle.
Verfügbarkeit
Anteil der Zeit, in dem eine Anlage einsatzbereit ist; berechnet als MTBF geteilt durch die Summe aus MTBF und MTTR.
CMMS
computergestütztes Instandhaltungssystem zur digitalen Planung, Dokumentation und Auswertung von Wartungs- und Prüftätigkeiten.
Schichtbuch
Übergabedokument, das offene Störungen und Beobachtungen einer Schicht an die nächste weitergibt.
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