Der Transformator
Der Transformator ist eine der wichtigsten elektrischen Maschinen – ohne ihn wäre die Energieübertragung über große Entfernungen nicht wirtschaftlich möglich. Er wandelt Wechselspannungen in höhere oder niedrigere Werte um und bildet das Rückgrat jeder Stromversorgung, vom Kraftwerk bis zur Steckdose. In diesem Kurs lernst du Aufbau, Funktionsprinzip, Berechnungen und sicherheitstechnische Anforderungen nach österreichischen Normen kennen.
Was ist ein Transformator und wozu wird er eingesetzt?
Ein Transformator – oft kurz „Trafo“ genannt – ist eine ruhende elektrische Maschine, die Wechselspannungen in andere Spannungswerte umwandelt. „Ruhend“ bedeutet, dass der Transformator keine beweglichen Teile besitzt, anders als ein Motor oder Generator. Er besteht im einfachsten Fall aus zwei getrennten Wicklungen, die über einen gemeinsamen Eisenkern magnetisch miteinander gekoppelt sind. Die Energie wird also nicht mechanisch, sondern rein über das magnetische Wechselfeld von einer Wicklung auf die andere übertragen.
Das Grundprinzip basiert auf dem Gesetz der elektromagnetischen Induktion, das Michael Faraday 1831 entdeckte: Ein sich zeitlich änderndes Magnetfeld erzeugt in einer leitenden Schleife eine Spannung. Wird die Primärwicklung an eine Wechselspannung angeschlossen, fließt ein Wechselstrom, der im Eisenkern einen magnetischen Wechselfluss erzeugt. Dieser Fluss durchsetzt auch die Sekundärwicklung und induziert dort eine Spannung. Die Höhe der sekundärseitigen Spannung hängt vom Verhältnis der Windungszahlen ab – damit lässt sich die Spannung gezielt herauf- oder heruntersetzen.
Stell dir den Transformator wie ein Zahnradgetriebe vor: Bei einem Getriebe tauschst du Drehzahl gegen Drehmoment – ein kleines Zahnrad dreht schnell, aber mit wenig Kraft, ein großes dreht langsam, aber mit viel Kraft. Beim Transformator wird Spannung gegen Strom getauscht: Hohe Spannung bei kleinem Strom auf der einen Seite, niedrige Spannung bei großem Strom auf der anderen Seite. Die übertragene Leistung bleibt dabei – abgesehen von kleinen Verlusten – gleich.
In der Praxis begegnet dir der Transformator überall: In Umspannwerken wandelt er die Generatorspannung von typisch 10 kV auf 110 kV oder 380 kV hoch, damit die Übertragungsverluste in den Leitungen gering bleiben. In der Nähe des Verbrauchers wird die Spannung in mehreren Stufen wieder auf 230 V bzw. 400 V heruntertransformiert. Auch in Netzteilen von Laptops, in Schweißgeräten, in der Mess- und Steuerungstechnik und in Sicherheitskleinspannungsanlagen (SELV) sind Transformatoren allgegenwärtig.
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Wie ist ein Transformator aufgebaut?
Ein Transformator besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten: dem magnetischen Kern, den Wicklungen und der Isolation. Jede dieser Komponenten erfüllt eine spezifische Aufgabe und muss sorgfältig auf die anderen abgestimmt sein, damit der Transformator effizient und sicher arbeitet.
Der Kern besteht aus weichmagnetischem Werkstoff – in den allermeisten Fällen aus kornorientierten Siliziumblechen. Warum Bleche und nicht ein massiver Eisenblock? Der Kern wird vom magnetischen Wechselfluss durchsetzt, und in einem massiven Körper würden große Wirbelströme fließen, die enorme Verluste und Erwärmung verursachen. Durch die Aufteilung in dünne, gegeneinander isolierte Bleche (typisch 0,3 mm bis 0,5 mm Dicke) werden die Wirbelströme auf kurze Pfade innerhalb jedes einzelnen Blechs begrenzt – ähnlich wie man einen großen Fluss durch viele schmale Kanäle leitet, um seine zerstörerische Kraft zu brechen.
Es gibt zwei grundlegende Kernbauformen: den Kerntyp und den Manteltyp. Beim Kerntyp sind die Wicklungen auf zwei getrennten Schenkeln des Kerns aufgebracht – die Primärwicklung auf dem einen, die Sekundärwicklung auf dem anderen. Beim Manteltyp sitzen beide Wicklungen übereinander auf dem mittleren Schenkel, und der Kern umschließt sie von beiden Seiten wie ein Mantel. Der Manteltyp bietet eine bessere magnetische Kopplung und wird daher häufig bei Leistungstransformatoren eingesetzt. Der Kerntyp ist einfacher in der Fertigung und wird oft bei kleineren Transformatoren verwendet.
Die Wicklungen bestehen aus isoliertem Kupferdraht (bei kleinen Trafos Runddraht, bei großen Flachband oder Folie). Die Primärwicklung wird an die Eingangs-Wechselspannung angeschlossen und erzeugt den magnetischen Fluss. Die Sekundärwicklung nimmt den Fluss auf und gibt die transformierte Spannung ab. Die Wicklungen sind gegeneinander und gegen den Kern sorgfältig isoliert – bei Niederspannungstransformatoren mit Lackdraht und Isolierfolien, bei Hochspannungstransformatoren mit ölgetränktem Papier oder Pressspan.
Bei Leistungstransformatoren ab einigen kVA werden Kühlsysteme benötigt. Kleine Trafos werden durch natürliche Luftkonvektion gekühlt (Trockentransformatoren). Mittlere und große Trafos stehen in einem ölgefüllten Kessel – das Transformatorenöl übernimmt gleichzeitig Kühlung und Isolation. Die Kühlung erfolgt über Kühlrippen am Kessel oder bei sehr großen Einheiten über separate Kühler mit Pumpen und Ventilatoren.
| Eigenschaft | Kerntyp | Manteltyp |
|---|---|---|
| Wicklungsanordnung | Getrennte Schenkel | Übereinander, Mittelschenkel |
| Magnetische Kopplung | Gut | Sehr gut |
| Streufluss | Höher | Geringer |
| Einsatzgebiet | Kleine bis mittlere Trafos | Mittlere bis große Leistungstrafos |
| Fertigung | Einfacher | Aufwändiger |
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Was beschreibt das Übersetzungsverhältnis?
Das Übersetzungsverhältnis ist die zentrale Kenngröße eines Transformators. Es gibt an, in welchem Verhältnis die Primärspannung zur Sekundärspannung steht und wird durch das Verhältnis der Windungszahlen bestimmt. Mathematisch ausgedrückt: Das Übersetzungsverhältnis ü ist der Quotient aus der Windungszahl der Primärwicklung N₁ und der Windungszahl der Sekundärwicklung N₂.
Grundgleichungen des idealen Transformators
- ü
- Übersetzungsverhältnis (dimensionslos)
- N₁, N₂
- Windungszahlen der Primär- bzw. Sekundärwicklung
- U₁, U₂
- Primär- bzw. Sekundärspannung in V
- I₁, I₂
- Primär- bzw. Sekundärstrom in A
Beim idealen Transformator (also ohne Verluste) gilt zusätzlich: Die Leistung auf der Primärseite ist gleich der Leistung auf der Sekundärseite. Das bedeutet: Wenn die Spannung heruntentransformiert wird, steigt der Strom im gleichen Verhältnis – und umgekehrt. Das ist die direkte Konsequenz der Energieerhaltung.
Leistungsgleichung (idealer Trafo)
Anschaulich lässt sich das so erklären: Ein Transformator ist wie eine Wippe. Auf einer Seite sitzt ein leichtes Kind weit außen (hohe Spannung, kleiner Strom), auf der anderen Seite ein schweres Kind nahe der Mitte (niedrige Spannung, großer Strom). Die „Arbeit“ (Leistung), die die Wippe überträgt, bleibt gleich – nur das Verhältnis zwischen „Kraft“ (Strom) und „Weg“ (Spannung) ändert sich.
Man unterscheidet drei Fälle: Ist ü > 1, ist die Primärspannung größer als die Sekundärspannung – man spricht von einem Abspanntransformator (oder Abwärtstransformator). Ist ü < 1, wird die Spannung herauftransformiert – das ist ein Aufspanntransformator. Bei ü = 1 sind beide Spannungen gleich; solche Transformatoren werden als Trenntransformatoren zur galvanischen Trennung eingesetzt, etwa in der Medizintechnik oder für Sicherheitskleinspannung.
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Wie verhält sich ein Transformator im Leerlauf?
Von „Leerlauf“ spricht man, wenn der Transformator primärseitig an Wechselspannung angeschlossen ist, aber sekundärseitig kein Verbraucher angehängt wird – die Klemmen sind also offen. In diesem Zustand fließt nur ein sehr kleiner Strom durch die Primärwicklung, der sogenannte Leerlaufstrom I₀. Dieser Strom ist typischerweise nur 2 % bis 10 % des Nennstroms und hat zwei Aufgaben: Er baut den magnetischen Fluss im Kern auf (Magnetisierungsstrom) und deckt die Eisenverluste im Kern (Wirbelstrom- und Hystereseverluste).
Der Leerlaufstrom lässt sich in zwei Komponenten zerlegen: den Magnetisierungsstrom I_µ, der den magnetischen Fluss im Kern erzeugt und um 90° zur Spannung phasenverschoben ist (rein induktiv), und den Verluststrom I_Fe, der die Eisenverluste deckt und in Phase mit der Spannung liegt (rein resistiv). Man kann sich das so vorstellen: Der Magnetisierungsstrom ist wie der Aufwand, um ein Schwungrad auf Drehzahl zu bringen (er speichert Energie im Magnetfeld, gibt sie aber jede Halbperiode wieder zurück), während der Verluststrom die Reibung des Schwungrads darstellt (er wird in Wärme umgesetzt und ist für immer verloren).
Im Leerlauf kann man an den Sekundärklemmen die Leerlaufspannung U₂₀ messen. Diese Spannung entspricht exakt dem Wert, den das Übersetzungsverhältnis vorhersagt. Da kein Strom fließt, gibt es auch keinen Spannungsabfall an der inneren Impedanz der Sekundärwicklung. Der Leerlaufversuch ist einer der zwei wichtigsten Prüfverfahren für Transformatoren – er liefert die Eisenverluste P_Fe und das Übersetzungsverhältnis.
Leerlaufgrößen
- I₀
- Leerlaufstrom in A
- I_µ
- Magnetisierungsstrom (Blindanteil) in A
- I_Fe
- Verluststrom (Wirkanteil) in A
- P₀
- Leerlaufverluste ≈ Eisenverluste in W
- cos(φ₀)
- Leerlauf-Leistungsfaktor (typisch 0,1 bis 0,3)
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Wie verhält sich ein Transformator unter Last?
Sobald an die Sekundärseite ein Verbraucher (eine Last) angeschlossen wird, beginnt ein Strom I₂ zu fließen. Dieser Sekundärstrom erzeugt in der Sekundärwicklung ein eigenes Magnetfeld, das dem Primärfeld entgegenwirkt – man spricht von der Rückwirkung des Sekundärstroms. Um den magnetischen Fluss im Kern aufrechtzuerhalten, muss die Primärseite sofort mit einem erhöhten Strom reagieren. Genau das geschieht automatisch: Der Primärstrom I₁ steigt an, um das Gleichgewicht im Kern wiederherzustellen. Dieses Verhalten ist vergleichbar mit einem Wasserrad: Sobald das Wasserrad belastet wird (Last), muss mehr Wasser nachfließen (höherer Primärstrom), um die Drehzahl (den Fluss) aufrechtzuerhalten.
Unter Last sinkt die Sekundärspannung U₂ gegenüber der Leerlaufspannung U₂₀ ab. Dafür gibt es zwei Ursachen: Erstens der ohmsche Spannungsabfall am Wicklungswiderstand (I₂ × R₂), zweitens der induktive Spannungsabfall an der Streuinduktivität (I₂ × X₂_σ). Die Streuinduktivität entsteht durch den Anteil des magnetischen Flusses, der nicht den Kern durchsetzt, sondern „streut“ – also die Gegenwicklung nicht erreicht. Je stärker die Last (je höher I₂), desto größer ist der Spannungsabfall und desto niedriger ist die tatsächliche Sekundärspannung U₂.
Spannungsabfall und Kurzschlussspannung
- U₂₀
- Leerlauf-Sekundärspannung in V
- R₂
- Ohmscher Widerstand der Sekundärwicklung in Ω
- X₂_σ
- Streureaktanz der Sekundärwicklung in Ω
- u_k
- relative Kurzschlussspannung in %
- U_k
- Kurzschlussspannung in V (beim Kurzschlussversuch)
Ein wichtiges Kennzeichen ist die relative Kurzschlussspannung u_k. Sie wird im Kurzschlussversuch bestimmt: Die Sekundärseite wird kurzgeschlossen, und die Primärspannung wird langsam erhöht, bis der Nennstrom fließt. Die dabei angelegte Primärspannung (als Prozentwert der Nennspannung) ist u_k. Bei typischen Verteiltransformatoren liegt u_k zwischen 4 % und 6 %. Die Kurzschlussspannung gibt gleichzeitig Auskunft über den maximalen Spannungsabfall unter Nennlast und über den zu erwartenden Kurzschlussstrom: I_k ≈ I_N × (100 % / u_k).
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Welche Verluste entstehen im Transformator?
Kein realer Transformator arbeitet verlustfrei. Die aufgenommene Primärleistung P₁ ist stets größer als die abgegebene Sekundärleistung P₂ – die Differenz wird als Verlustleistung in Wärme umgewandelt. Die Verluste lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen: Eisenverluste (auch Kernverluste) und Kupferverluste (auch Wicklungsverluste).
Die Eisenverluste P_Fe entstehen im magnetischen Kern und bestehen aus zwei Anteilen. Die Hystereseverluste resultieren aus der ständigen Ummagnetisierung des Kernmaterials bei jedem Wechsel der Feldrichtung. Man kann sich das vorstellen wie das wiederholte Biegen eines Drahtes: Bei jedem Hin- und Herbiegen wird etwas Energie in Wärme umgewandelt. Die Hystereseverluste hängen vom Kernmaterial (die Fläche der Hystereseschleife) und von der Frequenz ab. Der zweite Anteil sind die Wirbelstromverluste: Der magnetische Wechselfluss induziert im leitfähigen Kernmaterial Ströme, die in geschlossenen Kreisen fließen und das Material erwärmen. Durch die Blechung des Kerns werden diese Verluste reduziert, aber nie vollständig eliminiert. Wichtig: Die Eisenverluste sind spannungsabhängig und nahezu lastunabhängig – sie treten bei Nennspannung immer in gleicher Höhe auf, egal ob der Transformator belastet ist oder nicht.
Die Kupferverluste P_Cu entstehen durch den ohmschen Widerstand der Wicklungsdrähte. Sie berechnen sich nach der bekannten Formel P = I² × R und sind daher stark lastabhängig: Bei doppeltem Strom vervierfachen sich die Kupferverluste. Im Leerlauf sind die Kupferverluste vernachlässigbar (weil nur der kleine Leerlaufstrom fließt), bei Nennlast erreichen sie ihr Maximum.
Verluste und Wirkungsgrad
- P_V
- Gesamtverluste in W
- P_Fe
- Eisenverluste in W (lastunabhängig)
- P_Cu
- Kupferverluste in W (lastabhängig, ∼ I²)
- η
- Wirkungsgrad (dimensionslos, oft in %)
Der Wirkungsgrad η gibt an, welcher Anteil der aufgenommenen Leistung tatsächlich an den Verbraucher abgegeben wird. Kleine Trafos (wenige VA) haben Wirkungsgrade um 85 % bis 92 %, mittlere Verteiltrafos (100 kVA bis 1000 kVA) erreichen 96 % bis 98 %, und große Leistungstrafos im MVA-Bereich kommen auf über 99 %. Der maximale Wirkungsgrad wird bei jener Belastung erreicht, bei der die Kupferverluste genau gleich den Eisenverlusten sind – denn an diesem Punkt ist die Summe der Verluste bezogen auf die Nutzleistung am geringsten.
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Welche Bauformen und Anwendungen gibt es?
Transformatoren werden in einer Vielzahl von Bauformen hergestellt, die sich an die jeweiligen Einsatzanforderungen anpassen. Die grundlegendste Unterscheidung erfolgt nach der Phasenzahl: Einphasen-Transformatoren arbeiten mit einer Phase und werden in Haushaltsgeräten, der Mess- und Regeltechnik sowie für Sicherheitskleinspannung eingesetzt. Drehstrom-Transformatoren (Dreiphasen-Transformatoren) sind das Arbeitspferd der Energieversorgung und kommen in Umspannwerken, Industriebetrieben und überall dort zum Einsatz, wo große Leistungen übertragen werden müssen.
Eine besondere Bauform ist der Spartransformator (Autotransformator). Hier sind Primär- und Sekundärwicklung nicht galvanisch getrennt, sondern die Sekundärwicklung ist ein Teil der Primärwicklung (oder umgekehrt). Der Vorteil: Weniger Wicklungsmaterial, geringere Verluste und kleinere Bauform bei gleichem Übersetzungsverhältnis. Stell dir das vor wie eine Abzweigung auf einer Wasserleitung statt zwei getrennter Leitungen – du brauchst weniger Material. Der große Nachteil ist allerdings das Fehlen der galvanischen Trennung: Primär- und Sekundärseite sind elektrisch verbunden, was in vielen Anwendungen aus Sicherheitsgründen nicht zulässig ist. Spartransformatoren finden sich z. B. als Stelltransformatoren im Labor oder in der Energieübertragung bei kleinen Übersetzungsverhältnissen (z. B. 110 kV / 220 kV).
Messwandler sind spezialisierte Transformatoren für die Messtechnik. Stromwandler setzen hohe Betriebsströme (z. B. 1000 A) auf einen genormten Sekundärstrom von 5 A oder 1 A herunter, damit handelsübliche Messgeräte verwendet werden können. Die Sekundärseite eines Stromwandlers darf niemals offen betrieben werden – im Leerlauf würde die gesamte Durchflutung des Primärstroms zur Magnetisierung verwendet, was zu gefährlich hohen Spannungen an den offenen Klemmen und zur Zerstörung des Wandlers führt. Spannungswandler transformieren Hochspannungen auf die genormten Messspannungen von 100 V oder 100/√3 V herunter.
Trenntransformatoren (ü = 1) dienen der galvanischen Trennung. Sie werden in der Medizintechnik (OP-Säle, Intensivstationen), in Labors und auf Baustellen eingesetzt, um Patienten bzw. Personen vor gefährlichen Berührungsspannungen zu schützen. In der Medizintechnik arbeiten sie zusammen mit Isolationsüberwachungsgeräten, die einen ersten Isolationsfehler erkennen und melden, ohne dass es zu einer Abschaltung kommt.
| Bauform | Übersetzung | Galv. Trennung | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| Einphasentransformator | beliebig | ja | Haushalt, Kleingeräte, SELV |
| Drehstromtransformator | beliebig | ja | Umspannwerke, Industrie |
| Spartransformator | nah bei 1 | nein | Laborstelltrafos, Energieübertragung |
| Stromwandler | hoch | ja | Strommessung, Schutzrelais |
| Spannungswandler | hoch | ja | Spannungsmessung, Zählung |
| Trenntransformator | 1 : 1 | ja | Medizintechnik, Labors, Baustellen |
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? Verständnisfrage: Was ist der Hauptnachteil eines Spartransformators? ›
Wie wird ein Transformator sicher betrieben und geprüft?
Der sichere Betrieb eines Transformators beginnt bei der richtigen Dimensionierung und Installation und erfordert regelmäßige Prüfungen gemäß den österreichischen Vorschriften. Ein Transformator ist eine elektrische Anlage im Sinne der ÖVE/ÖNORM E 8001, und seine Errichtung, sein Betrieb und seine Prüfung unterliegen der Elektroschutzverordnung (ESV 2012). Für Arbeiten an oder in der Nähe von Transformatoren gelten die Regeln der ÖVE/ÖNORM EN 50110 (Betrieb von elektrischen Anlagen).
Jeder Transformator trägt ein Leistungsschild (Typenschild), das alle wesentlichen Betriebsdaten enthält. Man kann das Typenschild als „Ausweis“ des Transformators betrachten – ohne es ist eine sichere Inbetriebnahme und ein korrekter Betrieb nicht möglich. Die wichtigsten Angaben sind: Bemessungsleistung in VA oder kVA, Primär- und Sekundärspannung, Frequenz, Schaltgruppe (bei Drehstromtrafos), Kurzschlussspannung u_k, Isolationsklasse und Kühlungsart.
Die Kühlung des Transformators ist entscheidend für seine Lebensdauer. Die Wicklungsisolation altert bei Übertemperatur exponentiell schneller – als Faustregel gilt: 10 °C Übertemperatur halbieren die Lebensdauer der Isolation. Trockentransformatoren (Kühlung durch Luft) werden mit Buchstaben wie AN (Air Natural = natürliche Luftkühlung) oder AF (Air Forced = Zwangsbelüftung) gekennzeichnet. Öltransformatoren tragen Bezeichnungen wie ONAN (Oil Natural Air Natural = natürliche Ölumwälzung und Luftkühlung) oder ONAF (Oil Natural Air Forced = mit Ventilatoren).
Vor der Inbetriebnahme und in regelmäßigen Abständen werden Transformatoren geprüft. Die Erstprüfung nach ÖVE/ÖNORM E 8001 umfasst die Sichtprüfung (Zustand des Kessels, Ölstand, Anschlüsse, Erdung), die Messung des Isolationswiderstands, die Kontrolle der Schutzmaßnahmen und die Überprüfung der Schutzeinrichtungen (Sicherungen, Buchholzrelais bei Öltrafos). Bei Öltransformatoren wird zusätzlich die Ölqualität geprüft (Durchschlagfestigkeit, Wassergehalt, Säurezahl). Das Buchholzrelais ist ein gasbetätigtes Schutzrelais, das bei internen Fehlern im Öltrafo – wie Lichtbogen, Windungsschluss oder Ölzersetzung – entstehende Gase sammelt und bei kritischer Gasmenge den Transformator abschaltet.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Schutz gegen Berühren spannungsführender Teile. Transformatoren mit Spannungen über 50 V AC müssen gegen direktes Berühren geschützt sein – durch Gehäuse, Abdeckungen oder ausreichende Abstände gemäß der ESV 2012. Bei Freilufttransformatoren in Umspannwerken werden die Sicherheitsabstände durch Zäune und Absperrungen sichergestellt.
? Verständnisfrage: Was ist die Aufgabe eines Buchholzrelais? ›
Abschlusstest
12 Fragen zum gesamten Kursinhalt. Wähle jeweils die richtige Antwort aus.
Welches physikalische Prinzip liegt dem Transformator zugrunde?
Warum wird der Eisenkern eines Transformators aus dünnen Blechen geschichtet?
Ein Transformator hat N₁ = 500 und N₂ = 100. U₁ = 230 V. Wie groß ist U₂?
Im Leerlauf eines Transformators treten hauptsächlich welche Verluste auf?
Wie verhält sich der Primärstrom eines idealen Transformators, wenn die Sekundärspannung doppelt so groß ist wie die Primärspannung?
Was gibt die relative Kurzschlussspannung u_k an?
Wann erreicht ein Transformator seinen maximalen Wirkungsgrad?
Welche Aussage zum Spartransformator ist richtig?
Warum darf die Sekundärseite eines Stromwandlers nicht offen betrieben werden?
Welche Norm regelt in Österreich die Anforderungen an Leistungstransformatoren?
Was ist die Aufgabe eines Buchholzrelais?
Ein Transformator hat u_k = 5 % und I₂N = 50 A. Wie groß ist näherungsweise der Kurzschlussstrom?
Fragen bei mündlicher Prüfung
Typische Prüfungsfragen mit vollständigen Musterantworten. Klicke auf eine Frage, um die Antwort zu sehen.
1 Erklären Sie das Funktionsprinzip des Transformators! ›
Der Transformator basiert auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion nach Faraday. Er besteht aus zwei galvanisch getrennten Wicklungen auf einem gemeinsamen Eisenkern.
Der Funktionsablauf ist folgender:
- Die Primärwicklung wird mit Wechselspannung gespeist und erzeugt einen magnetischen Wechselfluss im Eisenkern.
- Dieser Wechselfluss durchsetzt die Sekundärwicklung und induziert dort eine Spannung.
- Die Höhe der Sekundärspannung hängt vom Windungszahlverhältnis ab.
Wichtig ist: Der Transformator funktioniert nur mit Wechselspannung, da nur ein sich zeitlich änderndes Magnetfeld eine Spannung induzieren kann. Die Energieübertragung erfolgt rein über das magnetische Feld – es gibt keine galvanische Verbindung zwischen Primär- und Sekundärseite.
2 Was versteht man unter dem Übersetzungsverhältnis und welche Typen gibt es? ›
Das Übersetzungsverhältnis ü beschreibt das Verhältnis von Primär- zu Sekundärgröße und wird durch die Windungszahlen bestimmt.
Man unterscheidet drei Fälle:
- Abspanntransformator (ü > 1): Spannung wird heruntertransformiert (z. B. 230 V → 12 V)
- Aufspanntransformator (ü < 1): Spannung wird herauftransformiert (z. B. 10 kV → 110 kV)
- Trenntransformator (ü = 1): Gleiche Spannung, dient der galvanischen Trennung
Beim idealen Transformator gilt die Leistungsgleichung P₁ = P₂, d. h. die Leistung bleibt erhalten. Was an Spannung gewonnen wird, geht an Strom verloren und umgekehrt.
3 Erklären Sie den Leerlauf- und den Kurzschlussversuch! ›
Diese beiden Versuche sind die Standardprüfverfahren für Transformatoren:
Leerlaufversuch:
- Primärseite an Nennspannung, Sekundärseite offen (kein Verbraucher)
- Messung von: U₁, I₀ (Leerlaufstrom), P₀ (Leerlaufleistung), U₂₀ (Leerlaufspannung)
- Ergebnis: Eisenverluste P_Fe ≈ P₀ und Übersetzungsverhältnis ü = U₁/U₂₀
Kurzschlussversuch:
- Sekundärseite kurzgeschlossen, Primärspannung langsam erhöhen bis Nennstrom fließt
- Messung von: U_k (Kurzschlussspannung), I₁N, P_k (Kurzschlussleistung)
- Ergebnis: Kupferverluste P_Cu ≈ P_k und Kurzschlussspannung u_k
Aus beiden Versuchen zusammen können Wirkungsgrad, Spannungsänderung unter Last und Kurzschlussstrom berechnet werden.
4 Welche Verluste treten im Transformator auf und wie berechnet man den Wirkungsgrad? ›
Im Transformator treten zwei Arten von Verlusten auf:
- Eisenverluste P_Fe (im Kern): Hystereseverluste und Wirbelstromverluste. Sie sind spannungsabhängig und nahezu lastunabhängig.
- Kupferverluste P_Cu (in den Wicklungen): Ohmsche Verluste P = I² × R. Sie sind lastabhängig und steigen quadratisch mit dem Strom.
Der maximale Wirkungsgrad wird erreicht, wenn P_Cu = P_Fe. Dieser Punkt liegt typisch bei 50 % bis 80 % der Nennlast. Große Leistungstransformatoren erreichen Wirkungsgrade von über 99 %, kleine Trafos liegen bei 85 % bis 95 %.
Die Eisenverluste werden durch Blechung des Kerns (Reduktion der Wirbelströme) und Verwendung von kornorientiertem Siliziumblech (schmale Hystereseschleife) minimiert.
5 Was sind die wichtigsten Bauformen von Transformatoren und wo werden sie eingesetzt? ›
Die wichtigsten Bauformen sind:
- Einphasentransformator: Haushalt, Kleingeräte, Sicherheitskleinspannung (SELV)
- Drehstromtransformator: Energieversorgung, Umspannwerke, Industrie – überall wo große Leistungen übertragen werden
- Spartransformator: Laborstelltrafos, Energieübertragung bei kleinem ü. Vorteil: weniger Material. Nachteil: keine galvanische Trennung
- Stromwandler: Herabsetzen hoher Ströme auf 5 A oder 1 A für Messgeräte. Achtung: Sekundärseite darf nie offen sein!
- Spannungswandler: Herabsetzen hoher Spannungen auf 100 V für Messgeräte
- Trenntransformator (ü = 1): Galvanische Trennung für Medizintechnik, Labors, Baustellen
In der Praxis werden Kerntyp (Wicklungen auf getrennten Schenkeln, einfacher zu fertigen) und Manteltyp (Wicklungen übereinander auf Mittelschenkel, bessere Kopplung) unterschieden.
6 Welche Angaben finden Sie auf dem Leistungsschild eines Transformators? ›
Das Leistungsschild (Typenschild) enthält alle für den sicheren Betrieb notwendigen Daten:
- Bemessungsleistung S_N in VA oder kVA
- Primärspannung U₁N und Sekundärspannung U₂N in V
- Bemessungsströme I₁N und I₂N in A
- Frequenz f in Hz (in Österreich: 50 Hz)
- Kurzschlussspannung u_k in %
- Schaltgruppe bei Drehstromtrafos (z. B. Dyn5)
- Isolationsklasse (z. B. Klasse F = 155 °C)
- Kühlungsart (z. B. ONAN, AN, AF)
- Schutzart (z. B. IP20, IP54)
Diese Angaben sind gemäß ÖVE/ÖNORM EN 60076 vorgeschrieben und müssen dauerhaft lesbar am Transformator angebracht sein.
7 Warum wird Strom für die Fernübertragung auf Hochspannung transformiert? ›
Der Hauptgrund ist die Minimierung der Übertragungsverluste:
Die Verlustleistung in den Leitungen hängt vom Quadrat des Stroms ab. Bei gleicher übertragener Leistung P = U × I gilt:
- Wird die Spannung verzehnfacht, sinkt der Strom auf ein Zehntel
- Die Verluste sinken auf ein Hundertstel (weil I² → (I/10)² = I²/100)
Deshalb wird die Generatorspannung (typisch 10–20 kV) auf 110 kV, 220 kV oder 380 kV hochtransformiert. In der Nähe des Verbrauchers wird in mehreren Stufen auf 230 V / 400 V heruntertransformiert. Ohne den Transformator wäre die wirtschaftliche Energieübertragung über große Entfernungen nicht möglich.
8 Welche Schutzeinrichtungen werden bei Transformatoren eingesetzt? ›
Je nach Größe und Bauart kommen verschiedene Schutzeinrichtungen zum Einsatz:
- Sicherungen / Leistungsschalter: Überstrom- und Kurzschlussschutz auf Primär- und Sekundärseite
- Buchholzrelais: Bei Öltransformatoren – reagiert auf Gasbildung bei inneren Fehlern (Windungsschluss, Lichtbogen). Gibt Warnung bei langsamer Gasansammlung und Abschaltung bei schneller Gasbildung
- Temperaturüberwachung: Thermostate oder PT100-Fühler in den Wicklungen, die bei Übertemperatur warnen oder abschalten
- Ölstandsanzeiger: Überwacht den Ölpegel im Kessel
- Überspannungsableiter: Schutz gegen atmosphärische und Schaltüberspannungen
- Differentialschutz: Vergleicht Primär- und Sekundärstrom; bei Differenz (= interner Fehler) sofortige Abschaltung
Die Prüfung erfolgt gemäß ÖVE/ÖNORM E 8001 (Erstprüfung, wiederkehrende Prüfung) und ESV 2012 (Elektroschutzverordnung). Der Betrieb unterliegt der ÖVE/ÖNORM EN 50110.
9 Erklären Sie den Unterschied zwischen Kerntyp- und Manteltyptransformator! ›
Die zwei grundlegenden Kernbauformen unterscheiden sich in der Anordnung der Wicklungen:
- Kerntyp: Die Primär- und Sekundärwicklung sitzen auf getrennten Schenkeln des Kerns. Die Fertigung ist einfacher, der Streufluss ist etwas höher. Wird häufig bei kleinen bis mittleren Transformatoren eingesetzt.
- Manteltyp: Beide Wicklungen sitzen übereinander auf dem Mittelschenkel, der Kern umschließt sie von beiden Seiten. Die magnetische Kopplung ist besser, der Streufluss geringer. Wird bevorzugt bei mittleren bis großen Leistungstransformatoren eingesetzt.
Der Manteltyp hat durch die bessere Kopplung geringere Streuverluste und eine etwas kleinere Kurzschlussspannung. Der Kerntyp ist dafür in der Wartung einfacher, da die Wicklungen besser zugänglich sind.
10 Was bedeutet die Kurzschlussspannung u_k und warum ist sie sicherheitsrelevant? ›
Die relative Kurzschlussspannung u_k wird im Kurzschlussversuch ermittelt:
Sie gibt an, welcher Bruchteil der Nennspannung bei kurzgeschlossener Sekundärseite benötigt wird, damit der Nennstrom fließt. Typische Werte bei Verteiltransformatoren: 4 % bis 6 %.
Sicherheitsrelevanz: Die Kurzschlussspannung bestimmt direkt den Kurzschlussstrom:
Bei u_k = 4 % kann der Kurzschlussstrom das 25-fache des Nennstroms betragen. Dieser hohe Strom bestimmt die Dimensionierung der Schutzeinrichtungen (Sicherungen, Leistungsschalter) und die mechanische Festigkeit der Wicklungen (Kurzschlusskräfte).
Formelsammlung
Übersetzungsverhältnis
Leistungserhaltung (ideal)
Leerlaufstrom
Leerlaufverluste
Kurzschlussspannung
Kurzschlussstrom
Kupferverluste
Gesamtverluste
Wirkungsgrad
Max. Wirkungsgrad bei
Spannungsabfall unter Last
Scheinleistung
Glossar
- Abspanntransformator – Transformator mit ü > 1, der die Spannung von einem höheren auf ein niedrigeres Niveau heruntersetzt.
- Aufspanntransformator – Transformator mit ü < 1, der die Spannung von einem niedrigeren auf ein höheres Niveau heraufsetzt.
- Buchholzrelais – Gasbetätigtes Schutzrelais bei Öltransformatoren, das bei inneren Fehlern entstehende Gase sammelt und eine Warnung oder Abschaltung auslöst.
- Eisenverluste (P_Fe) – Verluste im Eisenkern, bestehend aus Hysterese- und Wirbelstromverlusten. Sie sind spannungsabhängig und nahezu lastunabhängig.
- Galvanische Trennung – Vollständige elektrische Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite, sodass kein Gleichstromfluss möglich ist.
- Hystereseverluste – Energieverluste durch die ständige Ummagnetisierung des Kernmaterials bei wechselndem Magnetfeld.
- Kerntyp – Transformator-Bauform, bei der Primär- und Sekundärwicklung auf getrennten Schenkeln des Kerns sitzen.
- Kupferverluste (P_Cu) – Ohmsche Verluste in den Wicklungsdrähten (P = I² × R), lastabhängig und proportional zum Quadrat des Stroms.
- Kurzschlussspannung (u_k) – Relative Primärspannung (in %), bei der im Kurzschlussversuch der Nennstrom fließt. Kennzahl für den Spannungsabfall unter Last und den Kurzschlussstrom.
- Leerlaufstrom (I₀) – Kleiner Strom, der im Leerlauf durch die Primärwicklung fließt. Setzt sich aus Magnetisierungs- und Verluststrom zusammen.
- Leerlaufversuch – Prüfverfahren bei Nennspannung und offener Sekundärseite zur Bestimmung der Eisenverluste und des Übersetzungsverhältnisses.
- Manteltyp – Transformator-Bauform, bei der beide Wicklungen übereinander auf dem Mittelschenkel sitzen und der Kern sie umschließt.
- Magnetisierungsstrom (I_µ) – Blindstrom-Anteil des Leerlaufstroms, der den magnetischen Fluss im Kern aufbaut.
- ONAN – Kühlungsart: Oil Natural Air Natural – natürliche Ölumwälzung und natürliche Luftkühlung.
- Spartransformator – Transformator ohne galvanische Trennung, bei dem Primär- und Sekundärwicklung elektrisch verbunden sind. Spart Material, ist aber sicherheitstechnisch eingeschränkt.
- Streufluss – Anteil des magnetischen Flusses, der nicht den Kern durchsetzt und die Gegenwicklung nicht erreicht. Verursacht Spannungsabfälle unter Last.
- Stromwandler – Spezieller Transformator zur Strommessung, der hohe Betriebsströme auf genormte Messströme (5 A oder 1 A) herabsetzt.
- Trenntransformator – Transformator mit ü = 1 zur galvanischen Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite.
- Übersetzungsverhältnis (ü) – Quotient aus Primär- und Sekundär-Windungszahl (ü = N₁/N₂), bestimmt das Spannungsverhältnis.
- Wirkungsgrad (η) – Verhältnis von abgegebener zu aufgenommener Leistung. Maximal bei P_Cu = P_Fe.
- Wirbelstromverluste – Verluste durch im leitfähigen Kernmaterial induzierte Kreisströme, werden durch Blechung minimiert.
Stand & Quellen
- ÖVE/ÖNORM EN 60076 – Leistungstransformatoren
- ÖVE/ÖNORM E 8001 – Errichtung von elektrischen Anlagen mit Nennspannungen bis AC 1000 V und DC 1500 V
- ÖVE/ÖNORM EN 50110 – Betrieb von elektrischen Anlagen
- ESV 2012 – Elektroschutzverordnung
- Moeller, Franz / Frohne, Heinrich / Löcherer, Karl-Heinz / Müller, Hans: Grundlagen der Elektrotechnik
- Fischer, Rolf / Linse, Hermann: Elektrotechnik für Maschinenbauer
