EMV-gerechte Verkabelung von FU und Motor
Ein Frequenzumrichter, der einen Motor sauber regelt und trotzdem die halbe Anlage stört – das ist kein seltener Fall, sondern fast immer eine Folge der Verkabelung. Der Umrichter selbst ist meist in Ordnung. Was Ärger macht, ist die Strecke dazwischen: die Motorleitung, der Schirm, die Erdung und die Anordnung im Schaltschrank.
Der Grund liegt in der Funktionsweise des Geräts. Ein Frequenzumrichter (kurz FU) erzeugt seine Ausgangsspannung nicht als glatte Sinuskurve, sondern als schnelle Folge rechteckiger Spannungsimpulse. Diese Impulse haben extrem steile Flanken, und genau daraus entsteht die Störenergie. Wer weiß, woher die Störung kommt, versteht auch, warum jede einzelne Installationsregel ihren Sinn hat.
Dieser Beitrag geht den Weg von der Störquelle bis zur fertigen, störungsarmen Installation. Die Funktion des Umrichters selbst und seine Parametrierung sind eigene Themen – hier liegt der Fokus auf der Verkabelung zwischen FU und Motor.
Vorwissen
- Frequenzumrichter – Funktion und Anwendung
- Schutzleiter und Potentialausgleich
- Drehstrom – Erzeugung und Grundprinzip
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- erklären, warum ein Frequenzumrichter überhaupt hochfrequente Störungen erzeugt und was Gleichtakt- von Gegentaktstörungen unterscheidet
- eine geschirmte Motorleitung nach Aufbau und Eignung beurteilen
- eine korrekte beidseitige 360°-Schirmauflage von einer fehlerhaften Pigtail-Anbindung unterscheiden
- die Trennung und Führung von Leistungs-, Steuer- und Signalleitungen im Schaltschrank EMV-gerecht planen
- den Einsatz von Motordrosseln und Sinusfiltern bei langen Motorleitungen abschätzen und die Gefahr von Lagerströmen einordnen
1. Warum der FU stört – die Störquelle verstehen
Bevor man eine einzige Schraube anzieht, lohnt sich un Blick auf das, was im Umrichter passiert. Der FU formt die Ausgangsspannung durch Pulsweitenmodulation – ein Verfahren, bei dem die Ausgangsspannung in sehr schnelle Ein-Aus-Impulse zerlegt wird. Im Mittel ergibt sich daraus die gewünschte Sinusform für den Motor, aber die einzelnen Impulse selbst sind harte Rechteckpulse.
Entscheidend ist nicht die Höhe dieser Impulse, sondern ihre Steilheit. Die Spannung steigt innerhalb von wenigen Mikrosekunden um mehrere hundert Volt an. Diese Änderungsgeschwindigkeit nennt man du/dt – Spannungsänderung pro Zeit. Je steiler die Flanke, desto hoher die Frequenzen, die dabei entstehen. Und hohe Frequenzen koppeln leicht über, strahlen ab und finden Wege, auf denen sie eigentlich nichts zu suchen haben.
Diese Störungen treten in zwei Formen auf, die man auseinanderhalten muss:
Gegentaktstörungen laufen auf den Leitungen hin und zurück – also auf Hin- und Rückleiter mit entgegengesetzter Richtung. Sie bleiben weitgehend im Stromkreis.
Gleichtaktstörungen dagegen laufen auf allen Leitern gleichzeitig in dieselbe Richtung und suchen sich ihren Rückweg über Erde, Schutzleiter, Schirm und jede metallische Verbindung, die sie finden. Sie sind bei FU-Anwendungen das größere Problem, weil sie sich über das gesamte Erdungssystem ausbreiten.
Dazu kommt die Frage, wie die Störung sich fortbewegt. Leitungsgebundene Störungen wandern über die Leitungen selbst. Abgestrahlte Störungen verlassen die Leitung und breiten sich als elektromagnetisches Feld aus – wie bei einer Sendeantenne. Eine ungeschirmte Motorleitung am FU wirkt im ungünstigen Fall genau so: als Antenne.
Damit ist auch der Begriff EMV – elektromagnetische Verträglichkeit – greifbar. Er hat zwei Seiten: die Störaussendung (das eigene Gerät soll andere nicht stören) und die Störfestigkeit (das eigene Gerät soll von anderen nicht gestört werden). Eine EMV-gerechte Verkabelung sorgt for beides gleichzeitig.
Worin liegt die eigentliche Ursache für die hochfrequenten Störungen eines Frequenzumrichters?
- a) In der Steilheit der Schaltflanken (du/dt)
- b) In der Höhe der Ausgangsspannung
- c) In der niedrigen Ausgangsfrequenz für den Motor
- d) Im Gleichstrom-Zwischenkreis des Umrichters
Richtig: a)
Maßgeblich ist die Geschwindigkeit, mit der die Spannung umschaltet. Ein steiler du/dt-Anstieg erzeugt ein breites Spektrum hoher Frequenzen, die abstrahlen und überkoppeln. Die reine Spannungshöhe (b) bestimmt die Störintensität nicht, die niedrige Motorfrequenz (c) liegt im Hörbereich und ist unkritisch, und der Zwischenkreis (d) ist eine Gleichspannung, von der allein keine schnellen Flanken ausgehen.
Eine Anlage zeigt sporadische Schaltfehler an einem entfernten Näherungsschalter, sobald der FU-Antrieb läuft. Welche Störart ist die wahrscheinlichste Ursache?
- a) Gegentaktstörung, die im Motorstromkreis bleibt
- b) Eine zu niedrige Taktfrequenz des Umrichters
- c) Abgestrahlte und über Erde gekoppelte Gleichtaktstörung
- d) Ein Defekt im Näherungsschalter selbst
Richtig: c)
Wenn die Störung erst beim Anlaufen des Antriebs auftritt und ein entferntes Gerät trifft, breitet sie sich über Feld und Erdungssystem aus – typisch für Gleichtaktstörungen. Gegentaktstörungen (a) bleiben weitgehend im eigenen Stromkreis. Die Taktfrequenz (b) ändert die Symptomatik nicht grundsätzlich, und ein Gerätedefekt (d) würde unabhängig vom Antrieb auftreten.
2. Geschirmte Motorleitung – Aufbau und Auswahl
Die Motorleitung ist die wichtigste Einzelstrecke der gesamten Installation. Hier fließen die geschalteten Ströme mit allen ihren hochfrequenten Anteilen, und hier entscheidet sich, ob diese Anteile im Kabel bleiben oder in die Umgebung gelangen.
Eine geeignete Motorleitung für den FU-Betrieb ist deshalb symmetrisch aufgebaut und geschirmt. Symmetrisch bedeutet: Die drei Außenleiter liegen geometrisch gleichmäßig im Kabel, und der Schutzleiter ist entweder als einzelne mittige Ader oder als drei symmetrisch verteilte Teilleiter ausgeführt. Diese Symmetrie sorgt dafür, dass sich die magnetischen Felder der drei Phasen weitgehend aufheben und die Gleichtaktströme einen definierten Rückweg finden.
Bei kleineren Querschnitten genügt meist ein einzelner mittiger Schutzleiter. Ab mittleren Querschnitten – grob ab dem Bereich 10 bis 16 mm² – greift man in der Praxis dagegen bevorzugt zur Variante mit drei geteilten Schutzleitern, die symmetrisch in den Zwickeln zwischen den Außenleitern liegen. Damit bleibt die Symmetrie auch bei dicken Kabeln erhalten, die Gleichtaktströme verteilen sich gleichmäßiger, und die Wellen- und Lagerströme werden noch wirksamer unterdrückt. Das ist einer der Unterschiede zwischen einer gewöhnlichen Leistungsleitung und einer echten symmetrischen FU-Leitung.
Über den Adern liegt der Schirm – meist ein Kupfergeflecht, oft kombiniert mit einer Folie. Der Schirm ist nicht nur ein passiver Mantel. Er bietet den hochfrequenten Gleichtaktströmen einen niederohmigen Rückweg zurück zum Umrichter, der nahe an den Hinleitern liegt. Dadurch bleibt die Störschleife klein und das abgestrahlte Feld gering.
Für die Wirksamkeit des Schirms zählen vor allem zwei Dinge: der Bedeckungsgrad, also wie lückenlos das Geflecht die Adern umschließt, und die Schirmdämpfung, das Maß dafür, wie stark der Schirm die hochfrequenten Störungen unterdrückt. Ein dichtes Kupfergeflecht mit hohem Bedeckungsgrad ist hier die übliche und bewährte Wahl. Folien allein reichen für FU-Leitungen meist nicht aus, weil sie bei mechanischer Beanspruchung leicht reißen und für die niederfrequenteren Anteile zu hochohmig sind.
Der Querschnitt richtet sich wie bei jeder Leistungsleitung nach Strom und Verlegeart – das ist nicht FU-spezifisch und in der Leitungsdimensionierung allgemein geregelt. Wichtig für den FU-Betrieb ist, dass der Schutzleiter ausreichend dimensioniert und sauber in das Schirmkonzept eingebunden ist, denn er trägt einen Teil der Ableitströme mit.
Warum ist der symmetrische Aufbau einer FU-Motorleitung von Vorteil?
- a) Er erhöht den zulässigen Strom der Leitung
- b) Er senkt die Materialkosten der Leitung
- c) Er macht einen Schirm überflüssig
- d) Er sorgt für eine gleichmäßige Feldverteilung und einen definierten Rückweg der Gleichtaktströme
Richtig: d)
Die symmetrische Anordnung der Leiter führt dazu, dass sich die Phasenfelder weitgehend aufheben und Gleichtaktströme einen klaren Rückweg vorfinden. Den zulässigen Strom (a) bestimmt der Querschnitt, nicht die Symmetrie. Günstiger (b) ist solche Leitung nicht, und einen Schirm ersetzt die Symmetrie keinesfalls (c) – beide wirken zusammen.
Eine Folienleitung soll als Motorleitung am FU eingesetzt werden. Was spricht dagegen?
- a) Folie ist mechanisch empfindlich und für niederfrequente Anteile zu hochohmig
- b) Folie hat grundsätzlich keine Schirmwirkung
- c) Folie ist teurer als ein Kupfergeflecht
- d) Folie erhöht den Bedeckungsgrad zu stark
Richtig: a)
Eine Folie schirmt zwar hohe Frequenzen, reißt aber bei Biegung leicht und bietet den niederfrequenteren Störanteilen einen zu hohen Widerstand – deshalb nimmt man bei FU-Leitungen ein Kupfergeflecht, oft zusätzlich zur Folie. Eine völlig fehlende Schirmwirkung (b) trifft nicht zu, teurer (c) ist sie nicht, und un zu hoher Bedeckungsgrad (d) wäre kein Nachteil.
3. Schirmauflage und Erdung – das Herzstück
Die beste geschirmte Leitung nützt nichts, wenn der Schirm falsch angeschlossen wird. Hier entscheidet sich, ob die ganze Installation funktioniert. Der häufigste und folgenreichste Fehler der gesamten FU-Verkabelung passiert genau an dieser Stelle.
Der Schirm muss beidseitig aufgelegt werden – am FU und am Motor. Das ist anders als bei manchen Signalleitungen, wo man den Schirm bewusst nur einseitig erdet, um Brummschleifen zu vermeiden. Bei der FU-Motorleitung geht es nicht um niederfrequente Brummschleifen, sondern um hochfrequente Ableitung. Der Schirm soll an beiden Enden einen Rückweg für die HF-Ströme bilden, und dafür muss er an beiden Enden niederohmig mit dem Gehäusepotential verbunden sein.
Entscheidend ist das Wort großflächig. Der Schirm muss rundum, also 360°, kontaktiert werden – mit einer EMV-Verschraubung oder einer Schirmschelle, die das Geflecht über den vollen Umfang auf die geerdete Metallfläche presst. Nur so entsteht eine niederohmige HF-Verbindung.
Der klassische Fehler ist der Pigtail: Man dreht das Schirmgeflecht zu einem dünnen Zopf zusammen und klemmt es an einen Erdungspunkt. Bei 50 Hz funktioniert das. Für die hochfrequenten Störungen aber wirkt dieser dünne, lange Zopf wie eine Induktivität und damit wie ein Sperrwiderstand – der Schirm ist HF-mäßig praktisch nicht angebunden. Die Störenergie nimmt dann andere Wege.
Damit verbunden ist die Unterscheidung zweier Aufgaben der Erdung. Die Schutzerdung über den Schutzleiter schützt Personen und ist eine niederfrequente Angelegenheit. Die HF-Erdung über die 360°-Schirmauflage führt die hochfrequenten Störströme ab. Beide müssen vorhanden sein, und kurze Wege sind bei der HF-Erdung Pflicht: Je länger die Verbindung vom Schirm zur Metallfläche, desto wirkungsloser. Die saubere Einbindung in den Potentialausgleich der Anlage ist un eigenes Thema – hier zählt, dass der Schirm direkt und kurz auf die geerdete Montagefläche kommt.
Warum wird der Schirm einer FU-Motorleitung beidseitig aufgelegt, obwohl man Schirme bei Signalleitungen oft nur einseitig erdet?
- a) Weil bei Signalleitungen kein Schirm nötig ist
- b) Weil es bei der FU-Leitung um HF-Ableitung und nicht um niederfrequente Brummschleifen geht
- c) Weil eine einseitige Auflage am Motor mechanisch nicht möglich ist
- d) Weil der Schutzleiter sonst stromlos bliebe
Richtig: b)
Bei Signalleitungen vermeidet die einseitige Erdung niederfrequente Brummschleifen. Bei der FU-Motorleitung steht dagegen die hochfrequente Ableitung im Vordergrund, und die funktioniert nur, wenn der Schirm an beiden Enden niederohmig angebunden ist. Signalleitungen haben sehr wohl Schirme (a), die Montage am Motor ist möglich (c), und der Schutzleiter (d) ist ein eigener Leiter, unabhängig von dieser Frage.
Ein Schirm ist über einen kurz verdrillten Zopf an die Erdungsklemme geführt. Für die niederfrequente Schutzfunktion reicht das, hochfrequent gibt es trotzdem Störungen. Woran liegt das?
- a) Der Zopf hat einen zu kleinen Querschnitt für 50 Hz
- b) Der Zopf wirkt für hohe Frequenzen wie eine Induktivität und damit hochohmig
- c) Beidseitige Auflage ist hier überflüssig
- d) Der Schirm darf nie geerdet werden
Richtig: b)
Eine dünne, lange Verbindung hat eine merkliche Induktivität, deren Widerstand mit der Frequenz steigt. Für 50 Hz ist das unkritisch, für die FU-Störfrequenzen aber sperrt der Zopf nahezu – der Schirm ist HF-mäßig abgekoppelt. Der 50-Hz-Querschnitt (a) ist nicht das Problem, beidseitige Auflage ist gerade nötig (c), und geerdet werden muss der Schirm sehr wohl (d).
4. Leitungsführung, Trennung und Schaltschrank
Schirm und Erdung sind die halbe Miete. Die andere Hälfte ist die Anordnung – wie die Leitungen im Schrank und in der Anlage zueinander liegen. Auch eine perfekt geschirmte Motorleitung koppelt Störungen über, wenn sie über die ganze Länge neben einer empfindlichen Signalleitung verläuft.
Die Grundregel heißt Trennung nach Leitungsgruppen. Man unterscheidet grob drei Klassen: Leistungsleitungen (Netzzuleitung, Motorleitung, Bremswiderstand), Steuerleitungen (24-V-Signale, Schützansteuerung) und empfindliche Signal- und Datenleitungen (Analogsignale, Bus, Encoder). Je störintensiver oder je empfindlicher eine Gruppe, desto mehr Abstand braucht sie zu den anderen.
| Leitungsgruppen | Empfehlung |
|---|---|
| Motorleitung neben Signalleitung, parallel | möglichst großer Abstand, getrennte Kabelkanäle |
| Motorleitung kreuzt Signalleitung | im rechten Winkel (90°) kreuzen |
| Leistungs- und Signalleitung im selben Kanal | vermeiden, mindestens durch Trennsteg getrennt |
| parallele Führung über lange Strecke | je länger die Parallelführung, desto größer der Abstand |
Warum gerade 90° beim Kreuzen? Weil die Überkopplung zwischen zwei Leitungen davon abhängt, wie lange und wie eng sie nebeneinander herlaufen. Kreuzen sie sich rechtwinklig, berühren sich ihre Felder nur auf einem kurzen Stück – die Kopplung bleibt minimal. Laufen sie dagegen parallel, addiert sich die Kopplung über die ganze gemeinsame Länge.
Eine eigene Rolle spielt die Montageplatte selbst. Sie sollte eine blanke, leitende Metallfläche sein – verzinkt, nicht lackiert an den Kontaktstellen. Nur so bildet sie eine durchgehende, niederohmige Bezugsfläche, auf die Schirmschellen, FU-Gehäuse und Filter großflächig aufgesetzt werden können. Eine lackierte Platte unterbricht diesen Bezug; an den Befestigungspunkten muss der Lack dann entfernt oder es müssen Kontaktscheiben verwendet werden.
Das Erdungskonzept im Schrank folgt demselben Gedanken wie bei der Schirmauflage: kurze Wege, großflächige Kontakte, alles auf eine gemeinsame Bezugsfläche. Der allgemeine Schaltschrankaufbau ist ein eigenes Thema – hier geht es um die EMV-gerechte Ausführung rund um den FU.
Auch die Kabellänge ist ein Thema, das hier beginnt und im nächsten Kapitel vertieft wird: Lange Motorleitungen sind nicht nur teurer und verlustreicher, sie verschärfen auch die EMV-Problematik und können den Motor zusätzlich belasten.
Warum sollen sich Motorleitung und Signalleitung möglichst im rechten Winkel kreuzen statt parallel zu laufen?
- a) Weil rechtwinklige Verlegung Material spart
- b) Weil parallele Leitungen einen Kurzschluss verursachen
- c) Weil nur so der Schirm wirkt
- d) Weil die Kopplung mit der gemeinsamen Parallellänge wächst und beim Kreuzen minimal bleibt
Richtig: d)
Je länger zwei Leitungen eng nebeneinander herlaufen, desto mehr Störenergie koppelt über. Beim rechtwinkligen Kreuzen ist die gemeinsame Strecke sehr kurz, die Kopplung also gering. Material (a) spielt keine Rolle, einen Kurzschluss (b) gibt es bei getrennter Isolierung nicht, und die Schirmwirkung (c) hängt nicht vom Kreuzungswinkel ab.
Eine FU-Installation ist auf einer lackierten Montageplatte aufgebaut, Schirmschellen sitzen auf dem Lack. Warum ist das ein EMV-Problem?
- a) Lack ist brennbar
- b) Lack erhöht den Leiterquerschnitt
- c) Der Lack unterbricht die niederohmige HF-Bezugsfläche zwischen Schirm und Platte
- d) Lack verändert die Taktfrequenz des FU
Richtig: c)
Die Montageplatte soll eine durchgehende, leitende Bezugsfläche sein. Sitzt eine Schirmschelle auf isolierendem Lack, fehlt der niederohmige HF-Kontakt – der Schirm ist trotz Schelle schlecht angebunden. Brennbarkeit (a) ist hier kein EMV-Aspekt, der Querschnitt (b) bleibt unberührt, und die Taktfrequenz (d) wird vom Aufbau nicht beeinflusst.
5. Motorseitige Filter und lange Leitungen
Wenn die Motorleitung kurz ist, reichen geschirmte Leitung und saubere Auflage in vielen Fällen aus. Mit zunehmender Länge ändert sich das Bild: Die Leitung wird elektrisch zur Übertragungsstrecke, auf der die steilen Schaltimpulse zu wandern beginnen und unerwünschte Effekte auslösen.
Der wichtigste Effekt ist die Spannungsreflexion. Trifft ein steiler Spannungsimpuls am Motorende auf einen Wellenwiderstand, der nicht zur Leitung passt, wird un Teil der Spannung reflektiert und läuft zurück. Reflektierte und ankommende Welle können sich überlagern, sodass am Motorklemmbrett kurzzeitig eine deutlich höhere Spannung ansteht als am FU-Ausgang – im ungünstigen Fall nahezu die doppelte. Diese Spannungsverdopplung belastet die Isolation der Motorwicklung. Bei Standardmotoren kann das mit der Zeit zu Wicklungsschäden führen.
Hier setzen die motorseitigen Filter an, die direkt mit der Verkabelung zwischen FU und Motor zu tun haben:
Eine Motordrossel (auch Ausgangsdrossel) glättet die steilen Flanken etwas, verlängert die Anstiegszeit und reduziert dadurch die Reflexionsspitzen und die kapazitiven Ableitströme. Sie ist die einfachere, günstigere Maßnahme für mittlere Leitungslängen.
Ein du/dt-Filter geht weiter: Er begrenzt die Flankensteilheit gezielter und schützt die Motorisolation besser als eine einfache Drossel.
Ein Sinusfilter ist die aufwendigste Variante. Er formt aus den Schaltimpulsen wieder eine nahezu sinusförmige Spannung. Der Motor sieht dann eine glatte Sinusspannung wie am Netz, die Reflexions- und Isolationsprobleme verschwinden weitgehend, und auch die Motorgeräusche sinken. Dafür ist der Sinusfilter teuer und verursacht eigene Verluste.
Daneben gibt es noch das Problem der Lagerströme. Die hochfrequenten Gleichtaktspannungen können über die Motorwelle kapazitiv ein Potential aufbauen, das sich schlagartig über die Lager entlädt. Diese kleinen Entladungen tragen über die Zeit Material von Laufbahn und Wälzkörpern ab – es entstehen die typischen Riffelmuster, und das Lager fällt vorzeitig aus. Gegenmaßnahmen in der Praxis sind ein Wellenerdungsring (eine Erdungsbürste, die den Wellenstrom kontrolliert ableitet, bevor er durchs Lager geht) und bei größeren Maschinen isolierte Lager, die den Stromweg durch das Lager unterunterbrechen. Auch ein Sinusfilter entschärft das Problem, weil er die hochfrequente Gleichtaktspannung stark reduziert.
Der Netzfilter auf der Einspeiseseite gehört zur Vollständigkeit erwähnt: Er begrenzt die Rückwirkung des Umrichters ins speisende Netz. Er sitzt aber vor dem FU und nicht auf der Strecke zwischen FU und Motor – für die motorseitige Verkabelung, um die es hier geht, spielt er keine Rolle.
Wann genau welche Maßnahme nötig wird, hängt von Leitungslänge, Taktfrequenz und Motortyp ab. Eine grobe Faustabschätzung hilft, das Risiko einzuordnen:
l_grenz = v * t_a / 2
- l_grenz … grobe kritische Leitungslänge in m
- v … Ausbreitungsgeschwindigkeit auf der Leitung in m/μs (Faustwert ca. 150 m/μs)
- t_a … Anstiegszeit der Spannungsflanke in μs
Liegt die tatsächliche Leitungslänge in der Nähe dieser Grenzlänge oder darüber, werden Reflexionseffekte relevant und eine Filtermaßnahme ist angeraten. Die Formel liefert nur eine Größenordnung, keinen exakten Auslegungswert – die genaue Vorgabe macht immer der FU-Hersteller über die zulässige Leitungslänge je Filtertyp.
Hinweis zur Auswertung: Ein Ausnutzungsfaktor unter etwa 1 bedeutet unkritisch, ein Wert deutlich über 1 zeigt, dass die Leitung im reflexionskritischen Bereich liegt und eine Motordrossel oder bei langen Strecken ein du/dt- oder Sinusfilter sinnvoll wird.
Gelöstes Beispiel
Ein Standardmotor wird über eine 45 m lange geschirmte Leitung an einen FU angeschlossen. Die Anstiegszeit der Schaltflanke beträgt 0,1 μs, die Ausbreitungsgeschwindigkeit nimmst du mit 150 m/μs an. Liegt die Leitung im reflexionskritischen Bereich?
Gegeben: t_a = 0,1 μs, v = 150 m/μs, l = 45 m
Gesucht: kritische Grenzlänge l_grenz in m und Bewertung
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Grenzlänge berechnen: l_grenz = v * t_a / 2 = 150 · 0,1 / 2 = 7,5 m
- Schritt 2 — Vergleich mit tatsächlicher Länge: 45 m gegenüber 7,5 m Grenzlänge → die Leitung ist ein Vielfaches länger als die Grenzlänge.
Ergebnis: Mit 45 m liegt die Leitung weit über der Grenzlänge von 7,5 m. Eine Motordrossel ist hier angeraten, bei empfindlicher Isolation oder noch größerer Länge ein du/dt- oder Sinusfilter.
Übungen
Berechne die kritische Grenzlänge für t_a = 0,2 μs und v = 150 m/μs.
l_grenz = 150 · 0,2 / 2 = 15 m
Eine Leitung ist 12 m lang, die Grenzlänge beträgt 7,5 m. Ist die Leitung kritisch?
12 m > 7,5 m, die Leitung liegt über der Grenze und ist als kritisch einzustufen; eine Motordrossel ist sinnvoll.
Wie ändert sich die Grenzlänge, wenn die Anstiegszeit von 0,1 μs auf 0,05 μs halbiert wird (v = 150 m/μs)?
l_grenz = 150 · 0,05 / 2 = 3,75 m – die Grenzlänge halbiert sich ebenfalls, kürzere Leitungen werden also schneller kritisch.
Bestimme den Ausnutzungsfaktor l / l_grenz für l = 25 m und l_grenz = 7,5 m und bewerte ihn.
25 / 7,5 ≈ 3,33 – deutlich über 1, also klar reflexionskritisch; Filtermaßnahme nötig.
Eine Anlage hat 60 m Leitungslänge, einen Standardmotor und auffällige Lagergeräusche nach kurzer Betriebszeit. Welche zwei Maßnahmen-Pakete sind sinnvoll, und warum?
Erstens reflexionsseitig ein du/dt- oder Sinusfilter wegen der großen Länge (60 m liegt weit über der Grenzlänge), zweitens gegen die Lagerströme ein Wellenerdungsring oder isolierte Lager. Ein Sinusfilter schlägt beide Probleme zugleich, da er die hochfrequenten Gleichtaktanteile stark reduziert.
Wodurch entsteht die Spannungsverdopplung am Motorklemmbrett bei langen Motorleitungen?
- a) Durch die Erwärmung der Leitung
- b) Durch Überlagerung von ankommender und reflektierter Spannungswelle
- c) Durch eine zu hohe Ausgangsfrequenz des FU
- d) Durch einen zu großen Leiterquerschnitt
Richtig: b)
Am Leitungsende wird un Teil des steilen Impulses reflektiert; reflektierte und ankommende Welle überlagern sich und können die Spannung kurzzeitig nahezu verdoppeln. Erwärmung (a) verursacht das nicht, die Ausgangsfrequenz (c) ist niederfrequent und unbeteiligt, und der Querschnitt (d) hat damit nichts zu tun.
Eine Anlage mit 50 m Motorleitung zeigt nach wenigen Monaten Lagerschäden mit Riffelmuster am Standardmotor. Welche Kombination ist die fachlich beste Abhilfe?
- a) Nur den Leiterquerschnitt erhöhen
- b) Nur die Taktfrequenz senken
- c) Wellenerdungsring gegen Lagerströme plus Filter gegen Reflexion, idealerweise ein Sinusfilter
- d) Den Schirm einseitig auflegen
Richtig: c)
Riffelmuster sind ein klassisches Zeichen für Lagerströme. Ein Wellenerdungsring leitet den Wellenstrom kontrolliert ab, un Filter entschärft zugleich die reflexionsbedingte Spannungsbelastung – un Sinusfilter deckt beide Probleme ab, weil er die hochfrequenten Gleichtaktanteile reduziert. Querschnitt (a) und einseitige Schirmauflage (d) helfen nicht, und die Taktfrequenz allein (b) löst weder Lagerstrom noch Reflexion zuverlässig.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Bestimme die kritische Grenzlänge einer Motorleitung bei einer Anstiegszeit von 0,15 μs und einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von 150 m/μs.
Gegeben: t_a = 0,15 μs; v = 150 m/μs
Gesucht: l_grenz in m
Lösungsweg:
- l_grenz = v · t_a / 2 = 150 · 0,15 / 2
Ergebnis: l_grenz = 11,25 m
Aufgabe 2: Eine Motorleitung ist 36 m lang, die berechnete Grenzlänge beträgt 7,5 m. Berechne den Ausnutzungsfaktor l / l_grenz und beurteile, ob ein Filter sinnvoll ist.
Gegeben: l = 36 m; l_grenz = 7,5 m
Gesucht: Ausnutzungsfaktor und Bewertung
Lösungsweg:
- 36 / 7,5 = 4,8
Ergebnis: Ausnutzungsfaktor 4,8 – weit über 1, die Leitung ist klar reflexionskritisch, un du/dt- oder Sinusfilter ist sinnvoll.
Welche Aussage zur Steilheit der FU-Schaltflanken (du/dt) ist richtig?
- a) Eine flachere Flanke erhöht die Störaussendung
- b) Die Steilheit ist für die Störungen weitgehend bedeutungslos
- c) Eine steilere Flanke erzeugt ein breiteres Spektrum hoher Störfrequenzen
- d) Die Steilheit betrifft nur die Netzseite
Richtig: c)
Je steiler die Flanke, desto hoher und breiter das erzeugte Frequenzspektrum – und damit die Störaussendung. Eine flachere Flanke senkt die Störung (a falsch), bedeutungslos ist sie keinesfalls (b), und sie wirkt motorseitig, nicht nur netzseitig (d).
Welche Schirmauflage ist für eine FU-Motorleitung korrekt?
- a) Einseitig am FU, als Pigtail angeklemmt
- b) Nur am Motor, ohne Verbindung am FU
- c) Gar nicht, der Schutzleiter genügt
- d) Beidseitig, großflächig über 360° mit Schirmschelle
Richtig: d)
Korrekt ist die beidseitige, großflächige 360°-Auflage – nur sie bietet den HF-Strömen an beiden Enden un niederohmigen Weg. Ein Pigtail (a) wirkt hochohmig, einseitige Auflage (b) lässt un Ende offen, und der Schutzleiter allein (c) ersetzt die HF-Anbindung nicht.
Welche Störart sucht ihren Rückweg über Erde und Schirm und ist bei FU das Hauptproblem?
- a) Gleichtaktstörung
- b) Gegentaktstörung
- c) Niederfrequente Netzstörung
- d) Reine Wärmestörung
Richtig: a)
Gleichtaktstörungen laufen auf allen Leitern gleichsinnig und kehren über Erde und Schirm zurück – bei FU der dominierende Störpfad. Gegentaktstörungen (b) bleiben im Stromkreis, Netzstörungen (c) sind un anderes Thema, und eine „Wärmestörung“ (d) existiert in diesem Sinn nicht.
Warum eignet sich un dünner, langer Schirm-Zopf (Pigtail) nicht für die HF-Anbindung?
- a) Er ist zu teuer
- b) Er hat eine merkliche Induktivität und wird für hohe Frequenzen hochohmig
- c) Er leitet Gleichstrom nicht
- d) Er erhöht den Bedeckungsgrad
Richtig: b)
Eine dünne, lange Verbindung besitzt eine nennenswerte Induktivität; ihr Widerstand steigt mit der Frequenz, sodass der Schirm hochfrequent praktisch abgekoppelt ist. Kosten (a) und Bedeckungsgrad (d) sind irrelevant, und Gleichstrom leitet der Zopf durchaus (c).
Welche Montageplatte ist für eine EMV-gerechte Schirmauflage geeignet?
- a) Vollständig lackierte Stahlplatte
- b) Kunststoffplatte
- c) Blanke, leitende und geerdete Metallplatte
- d) Holzplatte mit Metallschienen
Richtig: c)
Nur eine blanke, leitende und geerdete Fläche bildet die durchgehende HF-Bezugsfläche, auf die Schirmschellen großflächig aufsetzen. Lack (a), Kunststoff (b) und Holz (d) isolieren an den Kontaktstellen und unterbrechen den HF-Bezug.
Eine Motorleitung muss eine Signalleitung kreuzen. Wie wird das ausgeführt?
- a) Möglichst parallel über die ganze Strecke
- b) Im flachen Winkel von etwa 10°
- c) Direkt gebündelt im selben Kabelbinder
- d) Im rechten Winkel (90°)
Richtig: d)
Beim rechtwinkligen Kreuzen ist die gemeinsame Strecke minimal und die Kopplung gering. Parallelführung (a) und flache Winkel (b) verlängern die Kopplungsstrecke, und eine Bündelung (c) ist das genaue Gegenteil von Trennung.
Was bewirkt un Sinusfilter am FU-Ausgang im Vergleich zu einer einfachen Motordrossel?
- a) Er erhöht die Schaltflankensteilheit
- b) Er formt eine nahezu sinusförmige Spannung und entschärft zugleich Reflexion und Lagerströme
- c) Er ersetzt den Schirm der Motorleitung
- d) Er senkt die Motorleistung dauerhaft
Richtig: b)
Der Sinusfilter glättet die Ausgangsspannung zu einer nahezu reinen Sinusform, wodurch Reflexionsspitzen entfallen und die hochfrequenten Gleichtaktanteile – und damit die Lagerströme – stark sinken. Er erhöht die Steilheit nicht (a), ersetzt keinen Schirm (c) und senkt nicht grundsätzlich die Leistung (d).
Riffelmuster auf der Lagerlaufbahn eines FU-gespeisten Motors deuten auf welche Ursache hin?
- a) Lagerströme durch hochfrequente Gleichtaktspannung
- b) Mechanische Überlast durch zu hohes Drehmoment
- c) Falsche Drehrichtung des Motors
- d) Zu niedrige Umgebungstemperatur
Richtig: a)
Riffelmuster entstehen durch wiederkehrende kleine Entladungen der Wellenspannung über das Lager – un klassisches Lagerstromschadensbild. Mechanische Überlast (b) zeigt andere Schadensbilder, Drehrichtung (c) und Temperatur (d) erzeugen keine Riffel.
Welche Maßnahme leitet den Wellenstrom gezielt ab, bevor er durch das Lager fließt?
- a) Eine zusätzliche Netzdrossel
- b) Ein größerer Leiterquerschnitt der Motorleitung
- c) Eine einseitige Schirmauflage
- d) Ein Wellenerdungsring (Erdungsbürste)
Richtig: d)
Der Wellenerdungsring stellt un niederohmigen Pfad bereit, über den der Wellenstrom kontrolliert zur Erde abfließt, statt sich über das Lager zu entladen. Eine Netzdrossel (a) wirkt netzseitig, der Querschnitt (b) ist unbeteiligt, und eine einseitige Schirmauflage (c) hilft hier nicht.
Wozu dient der Netzfilter, und wo sitzt er?
- a) Er begrenzt die Rückwirkung des FU ins Netz und sitzt vor dem FU
- b) Er glättet die Motorspannung und sitzt am Motorklemmbrett
- c) Er ersetzt die geschirmte Motorleitung
- d) Er leitet Lagerströme ab
Richtig: a)
Der Netzfilter sitzt auf der Einspeiseseite vor dem Umrichter und begrenzt die hochfrequente Rückwirkung ins speisende Netz. Mit der Motorseite (b), der Motorleitung (c) oder den Lagerströmen (d) hat er nichts zu tun.
Warum reicht bei einer FU-Motorleitung eine reine Folienschirmung meist nicht aus?
- a) Folie ist elektrisch nicht leitend
- b) Folie ist mechanisch empfindlich und für die niederfrequenteren Anteile zu hochohmig
- c) Folie erhöht die Schaltflankensteilheit
- d) Folie verhindert die beidseitige Auflage
Richtig: b)
Eine Folie reißt bei Biegung leicht und bietet den niederfrequenteren Störströmen einen zu hohen Widerstand; deshalb nutzt man un Kupfergeflecht, oft zusätzlich zur Folie. Leitend ist die Folie sehr wohl (a), auf die Flankensteilheit (c) hat sie keinen Einfluss, und eine beidseitige Auflage (d) verhindert sie nicht.
Eine kurze Motorleitung von 5 m an einem wechselrichterfesten Motor zeigt keine Auffälligkeiten. Welche Aussage ist fachlich korrekt?
- a) Auch hier ist zwingend un Sinusfilter vorgeschrieben
- b) Reflexion ist bei kurzen Leitungen das größte Problem
- c) Bei kurzer Leitung und geeignetem Motor genügen oft geschirmte Leitung und korrekte Auflage ohne Zusatzfilter
- d) Eine geschirmte Leitung ist bei 5 m überflüssig
Richtig: c)
Bei kurzer Leitung liegen die Reflexionseffekte unter der kritischen Schwelle, und un wechselrichterfester Motor verträgt die Spannungsbelastung – Schirm und korrekte Auflage reichen dann meist aus. Ein Sinusfilter ist nicht zwingend (a), Reflexion ist bei kurzen Leitungen gerade kein großes Problem (b), und der Schirm bleibt nötig (d).
Glossar
- EMV (elektromagnetische Verträglichkeit)
- Eigenschaft eines Geräts, andere nicht unzulässig zu stören (Störaussendung) und selbst störfest zu sein (Störfestigkeit).
- Pulsweitenmodulation
- Verfahren, bei dem die Ausgangsspannung des FU in schnelle Ein-Aus-Impulse zerlegt wird, deren zeitlicher Mittelwert die gewünschte Sinusform ergibt.
- du/dt
- Spannungsänderung pro Zeit, also die Steilheit der Schaltflanke; je höher, desto mehr hochfrequente Störenergie entsteht.
- Gegentaktstörung
- Störstrom, der auf Hin- und Rückleiter gegensinnig fließt und weitgehend im Stromkreis bleibt.
- Gleichtaktstörung
- Störstrom, der auf allen Leitern gleichsinnig fließt und seinen Rückweg über Erde und Schirm sucht; bei FU das Hauptproblem.
- Bedeckungsgrad
- Maß dafür, wie lückenlos das Schirmgeflecht die Adern umschließt.
- Schirmdämpfung
- Maß dafür, wie stark un Schirm hochfrequent Störungen unterdrückt.
- Pigtail
- Zu einem dünnen Zopf zusammengedrehter Schirm; wirkt für hohe Frequenzen wie eine Induktivität und ist deshalb HF-mäßig hochohmig.
- 360°-Schirmauflage
- Großflächige Kontaktierung des Schirms über den vollen Umfang per EMV-Verschraubung oder Schirmschelle.
- Spannungsreflexion
- Rücklauf eines Teils der Spannungswelle am Leitungsende bei Fehlanpassung; kann sich mit der ankommenden Welle zur Spannungsverdopplung überlagern.
- Motordrossel
- Ausgangsdrossel, die die Flankensteilheit etwas glättet und Reflexions- und Ableitströme reduziert.
- du/dt-Filter
- Filter am FU-Ausgang, der die Flankensteilheit gezielt begrenzt und die Motorisolation schützt.
- Sinusfilter
- Aufwendiger Ausgangsfilter, der aus den Schaltimpulsen eine nahezu sinusförmige Spannung formt und Reflexion sowie Lagerströme stark mindert.
- Lagerströme
- Über die Motorwelle kapazitiv aufgebaute Ströme, die sich über die Lager entladen und zu Riffelschäden führen.
- Wellenerdungsring
- Erdungsbürste an der Motorwelle, die den Wellenstrom kontrolliert ableitet, bevor er durch das Lager fließt.
