Kirchhoffsche Regeln

Manche Schaltungen lassen sich mit dem Ohmschen Gesetz allein nicht mehr lösen. Sobald mehrere Quellen im Spiel sind oder die Widerstände nicht sauber in Reihe oder parallel liegen, kommt man mit „Ersatzwiderstand bilden“ an die Grenze. Genau hier setzen die Kirchhoffschen Regeln an. Zwei einfache Sätze – einer für Ströme, einer für Spannungen – reichen aus, um jede Schaltung systematisch zu zerlegen und zu berechnen. Gustav Robert Kirchhoff hat sie 1845 formuliert, und sie sind bis heute das Werkzeug der Wahl in der Netzwerkanalyse.

Vorwissen

  • Elektrischer Strom – Definition und Wirkungen
  • Elektrische Spannung – Definition und Erzeugung
  • Das Ohmsche Gesetz

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • Knoten, Masche und Zweig in einer beliebigen Schaltung erkennen und benennen
  • die Knotenregel auf einen Knoten anwenden und einen unbekannten Strom berechnen
  • die Maschenregel in einem geschlossenen Umlauf richtig aufstellen, inklusive Vorzeichen
  • ein vermaschtes Netzwerk mit zwei Quellen durch Aufstellen und Lösen eines linearen Gleichungssystems berechnen

1. Knoten, Masche, Zweig – Grundbegriffe

Bevor man die Kirchhoffschen Regeln anwenden kann, braucht es eine saubere Sprache, mit der man eine Schaltung beschreibt. Drei Begriffe genügen: Knoten, Zweig und Masche.

Ein Zweig ist eine durchgehende Verbindungsstrecke zwischen zwei Knoten. Wichtig: Durch jeden Zweig fließt nur ein einziger Strom – egal wie viele Bauteile er enthält. Ein Knoten ist eine Verbindungsstelle, an der drei oder mehr Zweige zusammentreffen. Zwei einfach miteinander verbundene Leitungen bilden noch keinen Knoten. Eine Masche ist ein geschlossener Umlauf in der Schaltung – ein Pfad, der bei einem Punkt startet, über Zweige weiterführt und am selben Punkt endet, ohne einen Zwischenpunkt zweimal zu berühren.

Ein Blick auf eine einfache Schaltung macht das anschaulich:

+ U_q R_1 R_2 A B M_1 M_2 Zweig 1 Zweig 2 Zweig 3

In dieser Schaltung gibt es genau zwei Knoten (A oben und B unten), drei Zweige (die Spannungsquelle U_q links, R_1 in der Mitte, R_2 rechts) und zwei Maschen (M_1 mit U_q und R_1, M_2 mit R_1 and R_2). Man könnte zwar auch einen Umlauf über U_q und R_2 zeichnen – aber dieser dritte Umlauf ist keine unabhängige Masche mehr, sondern eine Kombination der beiden anderen. Das wird in Kapitel 4 noch wichtig.

Wichtig zur Unterscheidung: Eine reine Eckverbindung von zwei Leitungen ist kein Knoten im Sinne der Netzwerkanalyse – nur dort, wo wirklich mindestens drei Zweige zusammentreffen, hat man einen echten Knoten.

Was unterscheidet einen Knoten von einer einfachen Leitungsecke?

  • a) An einem Knoten treffen mindestens drei Zweige zusammen
  • b) Ein Knoten muss immer gelötet sein
  • c) Knoten werden im Schaltplan dicker gezeichnet
  • d) Ein Knoten enthält immer ein Bauteil

Richtig: a)

Eine Ecke ist nur eine Richtungsänderung der Leitung, hier fließt derselbe Strom weiter. An einem Knoten teilt oder vereint sich der Strom – dafür müssen mindestens drei Zweige zusammenkommen. Die zeichnerische Darstellung mit Punkt (b und c) ist Konvention, nicht das Wesen des Knotens. Bauteile (d) sind im Zweig, nicht im Knoten.

Eine Schaltung hat 3 Knoten und 5 Zweige. Wie viele unabhängige Maschen kann man maximal aufstellen?

  • a) 5
  • b) 2
  • c) 8
  • d) 3

Richtig: d)

Für die Anzahl unabhängiger Maschen gilt n − (k − 1), also Zweige minus Knotenanzahl minus 1. Hier: 5 − (3 − 1) = 3. Die Antwort 5 (a) verwechselt Maschen mit Zweigen, 8 (c) addiert sie. 2 (b) wäre die Anzahl der unabhängigen Knotengleichungen, nicht der Maschen.

2. Die Knotenregel (1. Kirchhoffsche Regel)

Die Knotenregel ist die direkte Folge der Ladungserhaltung. Ladung kann nicht aus dem Nichts entstehen und nicht spurlos verschwinden. An einem Knoten kann sich also auch keine Ladung ansammeln – was reinfließt, muss in der Summe auch wieder rausfließen.

ΣI_zu = ΣI_ab

  • ΣI … Summe aller Ströme am Knoten in A

Oder anders geschrieben, mit Vorzeichen-Konvention „zufließende Ströme positiv, abfließende negativ“:

ΣI = 0

Beide Schreibweisen meinen dasselbe. In der Praxis ist die zweite Form bequemer, weil man dann nicht zwischen „zu“ und „ab“ trennen muss – das Vorzeichen erledigt das.

Zur Anschauung ein einfacher Fall: An einem Knoten kommen zwei Ströme an und einer geht weg.

I_1 = 5 A I_2 = 3 A I_3 = ? K

Mit der Knotenregel gilt: I_1 + I_2 = I_3, also 5 A + 3 A = 8 A. Es kann gar nicht anders sein – sonst würde sich am Knoten Ladung „stauen“.

Gelöstes Beispiel

An einem Knoten treffen vier Leitungen zusammen. Zwei Ströme fließen zu (I_1 = 6 A, I_2 = 4 A), zwei fließen ab (I_3 = 3 A, I_4 = ?). Wie groß ist I_4?

Gegeben: I_1 = 6 A (zu), I_2 = 4 A (zu), I_3 = 3 A (ab)

Gesucht: I_4 in A

Lösungsweg:

  1. Knotenregel ansetzen: ΣI_zu = ΣI_ab → I_1 + I_2 = I_3 + I_4
  2. Nach I_4 umstellen: I_4 = I_1 + I_2 − I_3 → I_4 = 6 A + 4 A − 3 A

Ergebnis: I_4 = 7 A

Übungen

An einem Knoten fließen zwei Ströme zu: I_1 = 4 A und I_2 = 6 A. Ein Strom fließt ab. Wie groß ist er?

I_3 = 10 A

Vier Leitungen treffen sich. I_1 = 2 A zu, I_2 = 5 A zu, I_3 = 3 A ab, I_4 = ? ab.

I_4 = 4 A

An einer Sammelschiene kommt ein Hauptstrom von I_H = 25 A an. Drei Verbraucher entnehmen 8 A, 6 A und 4 A. Wie viel bleibt für einen vierten Verbraucher?

I_4 = 25 − 8 − 6 − 4 = 7 A

Drei Ströme sind bekannt: I_1 = 7 A zu, I_2 = 2 A ab, I_3 = 4 A ab. Wie groß ist I_4 und in welche Richtung fließt er?

Mit ΣI_zu = ΣI_ab folgt I_1 = I_2 + I_3 + I_4, also I_4 = 7 − 2 − 4 = 1 A. I_4 fließt ab.

Werden an einem Knoten alle Ströme mit „zufließend = positiv“ gezählt, ergeben sich folgende Werte: I_1 = +3 A, I_2 = +4 A, I_3 = −5 A. Wie groß ist I_4 und welche Richtung hat er physikalisch?

Aus ΣI = 0 folgt I_4 = −(3 + 4 − 5) = −2 A. Das negative Vorzeichen bedeutet: I_4 fließt physikalisch ab. Betrag: 2 A.

Welcher physikalische Erhaltungssatz steckt hinter der Knotenregel?

  • a) Erhaltung der elektrischen Ladung
  • b) Erhaltung des Impulses
  • c) Erhaltung der Masse
  • d) Erhaltung des Drehmoments

Richtig: a)

Die Knotenregel ist die direkte Folge daraus, dass Ladung weder erzeugt noch vernichtet werden kann. Was an einem Knoten reinfließt, muss in der Summe auch wieder raus. Impuls (b) und Drehmoment (d) gehören in die Mechanik, die Masse (c) ist hier nicht das relevante Erhaltungsprinzip.

An einem Knoten fließen drei Ströme zu (3 A, 5 A, 2 A) und ein Strom ab (4 A). Welcher weitere Strom muss noch abfließen?

  • a) 4 A
  • b) 5 A
  • c) 6 A
  • d) 14 A

Richtig: c)

Die zufließende Summe beträgt 10 A, abfließend sind 4 A bekannt. Es müssen also weitere 6 A abfließen. 14 A (d) addiert fälschlich alle zufließenden plus den bekannten ablaufenden Strom. 4 A (a) und 5 A (b) entstehen durch typische Vorzeichenfehler.

Bei welcher Schreibweise der Knotenregel gilt ΣI = 0?

  • a) Alle Ströme werden ohne Vorzeichen aufsummiert
  • b) Die Beträge werden addiert
  • c) Nur zufließende Ströme werden gezählt
  • d) Zufließende Ströme positiv, abfließende negativ

Richtig: d)

Die Form ΣI = 0 funktioniert nur mit konsistenter Vorzeichen-Konvention – zum Beispiel „zufließend positiv, abfließend negativ“ oder umgekehrt. Die anderen Varianten würden die Aussage verfälschen.

3. Die Maschenregel (2. Kirchhoffsche Regel)

Die Maschenregel ergibt sich aus die Energieerhaltung. Wenn man einmal um eine geschlossene Masche herumgeht und am Startpunkt wieder ankommt, muss sich das Potential dort wieder auf den Ausgangswert eingependelt haben. Anders gesagt: Alles, was in der Schleife an Spannung „aufgebracht“ wird (von Quellen), muss als Spannungsabfall an den Verbrauchern wieder „verbraucht“ werden.

ΣU = 0

  • ΣU … Summe aller Spannungen in einem Umlauf in V

Oder als getrennte Quellen- und Verbraucher-Summen:

ΣU_Quellen = ΣU_Verbraucher

Beide Formulierungen sind gleichwertig.

Umlaufsinn und Zählpfeile

Damit die Summe stimmt, muss man Vorzeichen sauber setzen. Das ist der häufigste Fehler im Umgang mit der Maschenregel. Das Vorgehen ist immer dasselbe:

  • Umlaufrichtung festlegen – Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn. Die Wahl ist frei, das Ergebnis ist in beiden Fällen identisch.
  • Zählpfeile setzen – Jeder Spannung wird ein Pfeil zugeordnet. Bei Quellen zeigt der Pfeil außerhalb der Quelle vom „−“ zum „+“. Bei Widerständen zeigt der Pfeil in Richtung des angenommenen Stromflusses (von „+“ zu „−“ am Widerstand).
  • Vorzeichen in der Summe: Zeigt der Zählpfeil in dieselbe Richtung wie der Umlaufsinn → die Spannung geht positiv in die Summe. Zeigt er entgegen → negativ.

Klingt mechanisch, ist aber nach ein paar Beispielen Routine. Eine einfache Reihen-Masche mit Quelle und zwei Widerständen sieht so aus:

+ U_q R_1 U_R1 R_2 U_R2 Umlauf I

Umlauf im Uhrzeigersinn gewählt, Strom fließt vom + der Quelle über R_1 und R_2 zurück zum −. Die Spannungspfeile U_R1 und U_R2 zeigen jeweils in Stromrichtung. Beim Aufsummieren entlang des Umlaufs:

  • Bei U_q geht der Umlauf innerhalb der Quelle von − nach + – also in Pfeilrichtung der Quelle: +U_q.
  • U_R1 und U_R2 zeigen in Umlaufrichtung: −U_R1 und −U_R2 (Spannungsabfall, daher negativ in der Bilanz – Energie wird „verbraucht“).

U_q − U_R1 − U_R2 = 0

U_q = U_R1 + U_R2

Das ist genau das, was man intuitiv erwartet: Die Quellenspannung verteilt sich auf die beiden Widerstände.

Hätte man den Umlauf gegen den Uhrzeigersinn gewählt, würden alle Vorzeichen kippen – die Gleichung wäre dann −U_q + U_R1 + U_R2 = 0, was nach Multiplikation mit −1 dasselbe ergibt. Die Wahl der Umlaufrichtung ändert nichts am Ergebnis.

Gelöstes Beispiel

Eine Spannungsquelle U_q = 24 V versorgt zwei in Reihe geschaltete Widerstände. Am ersten Widerstand fällt eine Spannung von U_R1 = 9 V ab. Wie groß ist der Spannungsabfall U_R2 am zweiten Widerstand?

Gegeben: U_q = 24 V, U_R1 = 9 V

Gesucht: U_R2 in V

Lösungsweg:

  1. Maschenregel aufstellen (Umlauf im Uhrzeigersinn, Quelle treibt in Umlaufrichtung): U_q − U_R1 − U_R2 = 0
  2. Nach U_R2 umstellen: U_R2 = U_q − U_R1 → U_R2 = 24 V − 9 V

Ergebnis: U_R2 = 15 V

Übungen

Eine Quelle mit U_q = 12 V versorgt zwei Widerstände in Reihe. Am ersten fallen 4 V ab. Wie groß ist die Spannung am zweiten?

U_R2 = 8 V

Drei Widerstände in Reihe an U_q = 30 V. Es wurde U_R1 = 8 V und U_R2 = 12 V gemessen. Welche Spannung fällt an R_3 ab?

U_R3 = 30 − 8 − 12 = 10 V

Zwei gleichsinnig in Reihe geschaltete Quellen U_1 = 12 V und U_2 = 8 V speisen einen einzelnen Widerstand R. Wie groß ist die Spannung U_R am Widerstand?

U_R = 12 + 8 = 20 V

Zwei entgegengesetzt gepolte Quellen U_1 = 12 V und U_2 = 8 V (in einer Masche, U_2 wirkt gegen U_1) speisen einen Widerstand R. Wie groß ist U_R?

U_R = 12 − 8 = 4 V. Der Strom fließt in Richtung der stärkeren Quelle.

Eine reale Spannungsquelle hat eine Leerlaufspannung U_q = 9 V und einen Innenwiderstand R_i = 0,5 Ω. Bei Belastung fließt ein Strom I = 2 A. Wie groß ist die Klemmenspannung U_K an der Last?

Maschenregel: U_q − I·R_i − U_K = 0 → U_K = U_q − I·R_i = 9 − 2·0,5 = 8 V

Welche Größe wird bei der Maschenregel im physikalischen Sinn erhalten?

  • a) Elektrische Ladung
  • b) Stromstärke
  • c) Energie
  • d) Widerstand

Richtig: c)

Die Maschenregel ist die Energiebilanz: Was Quellen an Spannung liefern, geht an den Verbrauchern wieder verloren – Energie bleibt insgesamt erhalten. Ladung (a) führt zur Knotenregel. Stromstärke (b) und Widerstand (d) sind keine Erhaltungsgrößen.

Eine Quelle U_q = 30 V versorgt drei in Reihe geschaltete Widerstände. An R_1 fallen 12 V ab, an R_2 acht V. Wie groß ist U_R3?

  • a) 12 V
  • b) 10 V
  • c) 20 V
  • d) 50 V

Richtig: b)

Mit der Maschenregel U_q = U_R1 + U_R2 + U_R3 ergibt sich U_R3 = 30 − 12 − 8 = 10 V. 12 V (a) ist U_R1, 20 V (c) wäre U_R1 + U_R2, 50 V (d) addiert sinnlos auf.

Bei der Maschenregel mit Vorzeichen-Konvention: Wann geht eine Spannung positiv in die Summe ein?

  • a) Wenn der Zählpfeil in dieselbe Richtung zeigt wie der Umlaufsinn
  • b) Wenn es sich um eine Quelle handelt
  • c) Wenn es sich um einen Verbraucher handelt
  • d) Wenn der Wert größer als null ist

Richtig: a)

Das Vorzeichen ergibt sich allein aus dem Vergleich des Zählpfeils der Spannung mit dem gewählten Umlaufsinn – nicht aus die Bauteilart. Eine Quelle (b) kann auch negativ eingehen, wenn sie entgegen-gepolt ist. Genauso ein Verbraucher (c). Der reine Wert (d) sagt nichts über das Vorzeichen in der Maschenbilanz.

4. Vermaschtes Netzwerk berechnen – beide Regeln zusammen

In einer Schaltung mit mehreren Quellen oder einer komplexen Verzweigung reicht eine Regel nicht. Knoten- und Maschenregel müssen kombiniert werden, und das Ergebnis ist ein lineares Gleichungssystem.

Die Berechnung von reinen Reihen- oder Parallelschaltungen oder gemischten passiven Netzwerken aus Widerständen wird in eigenen Beiträgen behandelt. Hier geht es um den Fall, der ohne Kirchhoff nicht lösbar ist: mehrere Quellen oder eine Topologie, die sich nicht in Reihen- und Parallel-Blöcke zerlegen lässt.

Wie viele Gleichungen brauche ich?

Eine sauber aufgestellte Analyse braucht genau so viele unabhängige Gleichungen wie unbekannte Zweigströme. Bei n Zweigen ergeben sich n Unbekannte. Die Aufteilung ist:

  • Knotengleichungen: k − 1
  • Maschengleichungen: n − (k − 1) = n − k + 1
  • Summe: n Gleichungen für n Unbekannte

n … Anzahl der Zweige
k … Anzahl der Knoten

Warum nicht k Knotengleichungen? Weil eine davon immer linear abhängig von den anderen ist – sie ergibt sich automatisch aus die Summe der übrigen. Das ist eine direkte Folge der Ladungserhaltung: Wenn an k − 1 Knoten die Bilanz stimmt, stimmt sie am letzten Knoten zwangsläufig auch.

Bei den Maschen wählt man die einfachsten unabhängigen – meist die „Fenstermaschen“, also die kleinsten geschlossenen Umläufe, die sich beim Zeichnen ergeben.

Vorgehen Schritt für Schritt

  1. Stromrichtungen in jedem Zweig annehmen (Richtung egal – ein negatives Ergebnis zeigt einfach, dass der Strom tatsächlich umgekehrt fließt).
  2. Knoten und Zweige zählen. k − 1 Knotengleichungen und n − k + 1 Maschengleichungen aufstellen.
  3. Mit dem Ohmschen Gesetz U_R = I·R die Spannungen über den Widerständen ausdrücken.
  4. Das Gleichungssystem nach den Strömen auflösen – per Einsetzungs-, Additionsverfahren oder Cramerscher Regel.

Beispiel: Vermaschtes Netz mit zwei Quellen

R_1 + U_1 R_3 R_2 + U_2 A B I_1 I_2 I_3 M_1 M_2

Die Schaltung hat 2 Knoten (A und B) und 3 Zweige (links: U_1 + R_1, Mitte: R_3, rechts: U_2 + R_2). Daraus folgt: 1 Knotengleichung, 2 Maschengleichungen – passt zu 3 Unbekannten (I_1, I_2, I_3).
Konkrete Werte: U_1 = 12 V, U_2 = 8 V, R_1 = 3 Ω, R_2 = 2 Ω, R_3 = 2 Ω.

Knotengleichung (Knoten A, „zufließend = abfließend“):

I_1 + I_2 = I_3

Maschengleichung M_1 (Umlauf im Uhrzeigersinn durch U_1, R_1, R_3):

U_1 = I_1·R_1 + I_3·R_3
12 = 3·I_1 + 2·I_3

Maschengleichung M_2 (Umlauf gegen den Uhrzeigersinn durch U_2, R_2, R_3):

U_2 = I_2·R_2 + I_3·R_3
8 = 2·I_2 + 2·I_3

I_3 aus die Knotengleichung in M_1 und M_2 einsetzen:

12 = 3·I_1 + 2·(I_1 + I_2) = 5·I_1 + 2·I_2 (A)
8 = 2·I_2 + 2·(I_1 + I_2) = 2·I_1 + 4·I_2 (B)

Gleichung (A) mit 2 multiplizieren und (B) abziehen:

(2·A): 10·I_1 + 4·I_2 = 24
(B): 2·I_1 + 4·I_2 = 8
——————————
8·I_1 = 16 → I_1 = 2 A

Einsetzen in (A): 5·2 + 2·I_2 = 12 → I_2 = 1 A.

Knotenregel: I_3 = I_1 + I_2 = 3 A.

Probe an M_2: 2·1 + 2·3 = 8 V ✓. Werte stimmen.

Gelöstes Beispiel

Eine Schaltung mit zwei Knoten und drei Zweigen (Topologie wie im Hauptbeispiel) hat folgende Werte: U_1 = 6 V, U_2 = 7 V, R_1 = 3 Ω, R_2 = 2 Ω, R_3 = 1 Ω. Bestimme alle drei Zweigströme.

Gegeben: U_1 = 6 V, U_2 = 7 V, R_1 = 3 Ω, R_2 = 2 Ω, R_3 = 1 Ω

Gesucht: I_1, I_2, I_3 in A

Lösungsweg:

  1. Knotengleichung am Knoten A: I_1 + I_2 = I_3
  2. Maschengleichung M_1 (U_1, R_1, R_3): U_1 = I_1·R_1 + I_3·R_3 → 6 = 3·I_1 + I_3
  3. Maschengleichung M_2 (U_2, R_2, R_3): U_2 = I_2·R_2 + I_3·R_3 → 7 = 2·I_2 + I_3
  4. I_3 substituieren: 6 = 3·I_1 + (I_1 + I_2) = 4·I_1 + I_2 (A) und 7 = 2·I_2 + (I_1 + I_2) = I_1 + 3·I_2 (B)
  5. Gleichungssystem lösen. Aus (A): I_2 = 6 − 4·I_1. Einsetzen in (B): 7 = I_1 + 3·(6 − 4·I_1) = I_1 + 18 − 12·I_1 = 18 − 11·I_1 → 11·I_1 = 11 → I_1 = 1 A. Danach I_2 = 6 − 4 = 2 A und I_3 = 1 + 2 = 3 A.

Ergebnis: I_1 = 1 A, I_2 = 2 A, I_3 = 3 A

Übungen

Eine Schaltung hat 4 Knoten und 6 Zweige. Wie viele unabhängige Knoten- und Maschengleichungen werden aufgestellt?

Knotengleichungen: 4 − 1 = 3. Maschengleichungen: 6 − 3 = 3. Summe: 6 Gleichungen für 6 unbekannte Ströme.

An einem Knoten gilt für die zufließenden Ströme I_1 + I_2 = I_3 und am anderen Knoten derselben Schaltung wäre I_3 = I_1 + I_2. Warum reicht eine der beiden Gleichungen?

Beide Gleichungen sind identisch (nur umgestellt). Allgemein gilt: An k Knoten liefern die Knotenregeln nur k − 1 unabhängige Bedingungen, weil sich die letzte zwangsläufig aus die Summe der anderen ergibt.

Im symmetrischen Fall U_1 = U_2 = 10 V, R_1 = R_2 = 2 Ω, R_3 = 4 Ω (Standard-Topologie): Bestimme alle Ströme mithilfe der Symmetrie.

Aus die Symmetrie folgt I_1 = I_2. Knotenregel: 2·I_1 = I_3. M_1: 10 = 2·I_1 + 4·I_3 = 2·I_1 + 8·I_1 = 10·I_1 → I_1 = 1 A, I_2 = 1 A, I_3 = 2 A.

Bestimme die drei Ströme in die vermaschte Schaltung mit U_1 = 8 V, U_2 = 8 V, R_1 = 2 Ω, R_2 = 1 Ω, R_3 = 2 Ω.

I_1 = 1 A, I_2 = 2 A, I_3 = 3 A. (Probe: M_1: 2·1 + 2·3 = 8 ✓, M_2: 1·2 + 2·3 = 8 ✓.)

Wie ändern sich die Ströme aus dem gelösten Beispiel (U_1 = 6 V, U_2 = 7 V, R_1 = 3 Ω, R_2 = 2 Ω, R_3 = 1 Ω), wenn R_3 auf 2 Ω erhöht wird?

M_1: 6 = 3·I_1 + 2·(I_1+I_2) = 5·I_1 + 2·I_2. M_2: 7 = 2·I_2 + 2·(I_1+I_2) = 2·I_1 + 4·I_2. Auflösen liefert I_1 = 0,625 A, I_2 = 1,4375 A, I_3 = 2,0625 A. Mit R_3 größer wird der gemeinsame Mittelstrom kleiner.

Eine Schaltung hat 5 Knoten und 8 Zweige. Wie viele unabhängige Maschengleichungen müssen aufgestellt werden?

  • a) 5
  • b) 8
  • c) 4
  • d) 13

Richtig: c)

Es gilt n − (k − 1) = 8 − 4 = 4 Maschengleichungen. 5 (a) ist die Knotenanzahl, 8 (b) die Zweiganzahl, 13 (d) die unsinnige Summe.

Was bedeutet ein negatives Ergebnis für einen berechneten Strom in einem Zweig?

  • a) Es liegt ein Rechenfehler vor
  • b) Die tatsächliche Stromrichtung ist umgekehrt zur Annahme
  • c) Der Strom fließt nicht
  • d) Die Quelle ist defekt

Richtig: b)

Bei die Aufstellung der Gleichungen wurde die Stromrichtung angenommen. Ein negatives Vorzeichen ist kein Fehler, sondern die Information, dass der Strom physikalisch in die entgegengesetzte Richtung fließt. Die Lösung ist trotzdem korrekt.

Warum stellt man bei k Knoten nur k − 1 Knotengleichungen auf?

  • a) Sonst wäre das Gleichungssystem unterbestimmt
  • b) Knoten am Rand zählen nicht
  • c) Spart Rechenarbeit, ist aber nicht zwingend nötig
  • d) Die k-te Knotengleichung ist linear abhängig von den anderen

Richtig: d)

An jedem Knoten gilt ΣI = 0. Die Summe aller k Knotengleichungen ergibt automatisch null gleich null – eine davon ist also redundant. Würde man sie trotzdem aufstellen, wäre das System singulär und nicht eindeutig lösbar. Mit k − 1 Knotengleichungen wird das System korrekt bestimmt.

Abschlusstest

Aufgabe 1: An einem Knoten treffen fünf Leitungen zusammen. Drei Ströme fließen zu (I_1 = 8 A, I_2 = 4 A, I_3 = 2 A), zwei fließen ab (I_4 = 5 A, I_5 = ?). Wie groß ist I_5?

Gegeben: I_1 = 8 A, I_2 = 4 A, I_3 = 2 A zu; I_4 = 5 A ab.

Gesucht: I_5 in A.

Lösungsweg:

  1. ΣI_zu = ΣI_ab
  2. 8 + 4 + 2 = 5 + I_5
  3. I_5 = 14 − 5

Ergebnis: I_5 = 9 A

Aufgabe 2: Zwei in Reihe geschaltete Quellen mit U_1 = 24 V (treibend) und U_2 = 12 V (entgegen-gepolt) und zwei Widerstände R_1 = 4 Ω und R_2 = 2 Ω in derselben Masche. Wie groß ist der Strom in die Masche?

Gegeben: U_1 = 24 V, U_2 = 12 V (entgegen), R_1 = 4 Ω, R_2 = 2 Ω.

Gesucht: I in A.

Lösungsweg:

  1. Maschenregel im Umlauf in Richtung des angenommenen Stroms: U_1 − U_2 − I·R_1 − I·R_2 = 0
  2. 24 − 12 = I·(4 + 2)
  3. 12 = 6·I

Ergebnis: I = 2 A

Aufgabe 3: Vermaschtes Netzwerk mit zwei Quellen (Standard-Topologie): U_1 = 6 V, U_2 = 7 V, R_1 = 3 Ω, R_2 = 2 Ω, R_3 = 1 Ω. Bestimme I_1, I_2, I_3.

Gegeben: U_1 = 6 V, U_2 = 7 V, R_1 = 3 Ω, R_2 = 2 Ω, R_3 = 1 Ω.

Gesucht: I_1, I_2, I_3 in A.

Lösungsweg:

  1. Knoten A: I_1 + I_2 = I_3.
  2. M_1: 6 = 3·I_1 + 1·I_3 = 3·I_1 + I_1 + I_2 = 4·I_1 + I_2.
  3. M_2: 7 = 2·I_2 + 1·I_3 = 2·I_2 + I_1 + I_2 = I_1 + 3·I_2.
  4. Aus M_1: I_2 = 6 − 4·I_1. In M_2: 7 = I_1 + 3·(6 − 4·I_1) = 18 − 11·I_1 → I_1 = 1 A.
  5. I_2 = 6 − 4 = 2 A. I_3 = 1 + 2 = 3 A.

Ergebnis: I_1 = 1 A, I_2 = 2 A, I_3 = 3 A

Aufgabe 4: Eine reale Spannungsquelle (U_q = 12 V, R_i = 0,5 Ω) versorgt einen Lastwiderstand R_L = 5,5 Ω. Wie groß sind Strom und Klemmenspannung an die Last?

Gegeben: U_q = 12 V, R_i = 0,5 Ω, R_L = 5,5 Ω.

Gesucht: I in A, U_K in V.

Lösungsweg:

  1. Maschenregel: U_q = I·R_i + I·R_L = I·(R_i + R_L).
  2. I = 12 / 6 = 2 A.
  3. U_K = I·R_L = 2 · 5,5 = 11 V.
  4. Kontrolle: U_q − I·R_i = 12 − 1 = 11 V ✓.

Ergebnis: I = 2 A, U_K = 11 V

Was ist die korrekte Definition eines Zweiges in einem elektrischen Netzwerk?

  • a) Eine Verbindungsstrecke zwischen zwei Knoten, in der nur ein Strom fließt
  • b) Eine beliebige Leitung im Schaltplan
  • c) Jedes Bauteil in die Schaltung
  • d) Die Summe aller Bauteile zwischen Quelle und Verbraucher

Richtig: a)

Ein Zweig ist immer zwischen zwei Knoten begrenzt und hat einen einzigen Strom, unabhängig davon, wie viele Bauteile darin in Reihe liegen. Eine beliebige Leitung (b) ist kein definierter Zweig. Ein einzelnes Bauteil (c) ist nicht zwangsläufig ein eigener Zweig. (d) verwechselt den Begriff mit dem Stromkreis.

Drei Ströme treffen an einem Knoten: I_1 = 7 A zu, I_2 = 3 A ab, I_3 = ?. Wie groß ist I_3 und in welche Richtung fließt er?

  • a) 10 A ab
  • b) 7 A zu
  • c) 4 A ab
  • d) 4 A zu

Richtig: c)

Knotenregel: Was zu fließt, muss in die Summe ab fließen. 7 A = 3 A + I_3 → I_3 = 4 A. Der Strom fließt ab. 10 A (a) addiert fälschlich. 7 A (b) ignoriert I_2. 4 A zu (d) hat die richtige Größe, aber falsche Richtung.

Bei die Maschenregel wird die Vorzeichen-Konvention konsistent angewendet. Was passiert mit dem Endergebnis, wenn man stattdessen den Umlaufsinn umkehrt?

  • a) Es kehrt sich um, das Vorzeichen ist falsch
  • b) Es ergibt sich dieselbe Aussage – nur alle Vorzeichen kippen, was sich wieder herauskürzt
  • c) Die Gleichung wird komplett ungültig
  • d) Es darf nur im Uhrzeigersinn herumgegangen werden

Richtig: b)

Der Umlaufsinn ist frei wählbar. Umkehrt man ihn, kehren sich alle Vorzeichen in die Gleichung um – multipliziert mit −1 ergibt sich die identische Aussage. Das Ergebnis ist also unabhängig vom gewählten Umlaufsinn.

In einer Masche befinden sich eine Quelle U_q = 18 V und drei in Reihe geschaltete Widerstände. Es wurde gemessen: U_R1 = 4 V, U_R2 = 6 V. Wie groß ist U_R3?

  • a) 18 V
  • b) 4 V
  • c) 10 V
  • d) 8 V

Richtig: d)

Maschenregel: U_q = U_R1 + U_R2 + U_R3 → U_R3 = 18 − 4 − 6 = 8 V. 18 V (a) ist die Gesamtspannung, 10 V (c) wäre U_R1 + U_R2 und 4 V (b) nur U_R1.

Eine Schaltung hat n = 7 Zweige und k = 4 Knoten. Wie viele Gleichungen werden insgesamt benötigt, um alle Zweigströme zu bestimmen?

  • a) 7
  • b) 4
  • c) 11
  • d) 3

Richtig: a)

Die Anzahl der nötigen Gleichungen entspricht der Anzahl der unbekannten Zweigströme, also n = 7. Aufgeteilt: k − 1 = 3 Knotengleichungen und n − k + 1 = 4 Maschengleichungen, zusammen 7. (b) ist die Knotenzahl, (d) ist nur die Anzahl der Knotengleichungen, (c) addiert unsinnig.

Bei die Berechnung eines vermaschten Netzes ergibt sich für einen Zweigstrom I_2 = −0,8 A. Welche Aussage ist richtig?

  • a) Die Berechnung ist fehlerhaft
  • b) Im Zweig fließt kein Strom
  • c) Der Strom fließt tatsächlich entgegen die angenommene Richtung, sein Betrag ist 0,8 A
  • d) Die Quelle hat die falsche Polung

Richtig: c)

Negative Vorzeichen entstehen, weil die angenommene Stromrichtung umgekehrt zur tatsächlichen ist. Die Rechnung ist korrekt, der Strom fließt einfach in die andere Richtung. Beträge sind unabhängig von Vorzeichen.

Wann müssen Knoten- und Maschenregel zwingend zusammen angewendet werden?

  • a) Bei jeder Schaltung mit nur einem Widerstand
  • b) Sobald mehrere Quellen oder eine nicht in Reihe/Parallel zerlegbare Topologie vorliegen
  • c) Nur bei Wechselstrom
  • d) Nur bei Schaltungen mit mehr als zehn Bauteilen

Richtig: b)

Bei einer einzigen Masche mit einer Quelle reicht die Maschenregel. Bei reinen Reihen- oder Parallelschaltungen genügt deren Berechnungsmethode. Sobald jedoch mehrere Quellen vorhanden sind oder die Topologie nicht zerlegbar ist (vermaschtes Netz), führt nur die Kombination beider Regeln zur Lösung. Anzahl der Bauteile (d) oder Stromart (c) ist nicht entscheidend.

In einem Bordnetz versorgen Lichtmaschine (U_L = 14 V) und Batterie (U_B = 12 V) gleichzeitig die Verbraucher. Bei die Berechnung mit den Kirchhoffschen Regeln ergibt sich der Batteriestrom als negativ. Was bedeutet das physikalisch?

  • a) Die Batterie ist defekt
  • b) Die Lichtmaschine liefert zu wenig Spannung
  • c) Es liegt ein Kurzschluss vor
  • d) Die Batterie wird geladen statt entladen

Richtig: d)

Wurde der Batteriestrom als „aus die Batterie heraus“ angenommen und ergibt sich negativ, fließt er tatsächlich in die Batterie hinein – sie wird geladen. Genau das ist der Normalfall bei laufendem Motor.

Welche der folgenden Aussagen zum Umlaufsinn bei die Maschenregel ist korrekt?

  • a) Der Umlaufsinn kann frei gewählt werden, das Ergebnis bleibt gleich
  • b) Es darf nur im Uhrzeigersinn umlaufen werden
  • c) Der Umlaufsinn muss die Stromrichtung entsprechen
  • d) Pro Schaltung muss in allen Maschen derselbe Umlaufsinn herrschen

Richtig: a)

Die Wahl ist beliebig – Uhrzeigersinn oder gegen, und auch von Masche zu Masche unterschiedlich. Es muss nur innerhalb einer einzelnen Masche die Konvention konsistent angewendet werden. Der Stromrichtung muss der Umlauf nicht folgen.

Ein Knoten hat drei Anschlüsse. Strom 1 fließt mit 4 A zu, Strom 2 fließt mit 1,5 A zu, Strom 3 fließt mit 6 A ab. Stimmt das System mit die Knotenregel überein?

  • a) Ja, die Bilanz ist exakt null
  • b) Nein, es fehlen 0,5 A in die Bilanz
  • c) Ja, ohne Vorzeichen-Konvention
  • d) Nein, die Knotenregel gilt nur bei genau zwei Anschlüssen

Richtig: b)

ΣI_zu = 4 + 1,5 = 5,5 A, ΣI_ab = 6 A. Differenz: 0,5 A. Damit ist die Knotenregel verletzt – entweder gibt es einen weiteren Anschluss oder ein Messfehler. Die Knotenregel gilt für jede Anzahl Anschlüsse (d ist falsch).

Glossar

Knoten
Verbindungsstelle in einer Schaltung, an die drei oder mehr Zweige zusammentreffen.
Zweig
Verbindungsstrecke zwischen zwei Knoten, in die durchgehend nur ein einziger Strom fließt.
Masche
Geschlossener Umlauf in einer Schaltung, der bei einem Punkt startet, über Zweige weiterführt und am selben Punkt endet, ohne Zwischenpunkte zweimal zu berühren.
Knotenregel
1. Kirchhoffsche Regel. Die vorzeichenbehaftete Summe aller Ströme an einem Knoten ist null. Folgt aus die Erhaltung der elektrischen Ladung.
Maschenregel
2. Kirchhoffsche Regel. Die vorzeichenbehaftete Summe aller Spannungen in einer geschlossenen Masche ist null. Folgt aus die Energieerhaltung.
Umlaufsinn
Frei gewählte Richtung, in die eine Masche zur Anwendung der Maschenregel durchlaufen wird. Uhrzeigersinn oder Gegenuhrzeigersinn ergeben das gleiche Ergebnis.
Zählpfeil
Pfeil im Schaltbild, der die als positiv definierte Richtung einer elektrischen Größe (Strom oder Spannung) festlegt. Die Vorzeichen in den Gleichungen ergeben sich aus dem Vergleich von Zählpfeil und Umlaufsinn.
Vermaschtes Netzwerk
Schaltung mit mindestens zwei Maschen, die sich nicht durch reines Zusammenfassen in Reihe oder parallel zu einem einzigen Ersatzwiderstand vereinfachen lässt. Erfordert für die Berechnung die kombinierte Anwendung von Knoten- und Maschenregel.

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