Grundlagen Magnetismus
Magnetismus ist eine der fundamentalen Kräfte der Natur und bildet das Rückgrat unzähliger mechatronischer Systeme – von Elektromotoren über Sensoren bis hin zu Relais und Schaltschützen. In diesem Kurs lernst du, woher magnetische Kräfte kommen, wie man sie berechnet und beschreibt und warum sie für deine Arbeit als Mechatronikerin oder Mechatroniker unverzichtbar sind. Am Ende wirst du Magnetfelder nicht nur verstehen, sondern auch quantitativ berechnen können.
Was ist Magnetismus und woher kommt er?
Magnetismus ist eine physikalische Erscheinung, bei der Körper Kräfte auf bestimmte Materialien oder auf elektrische Ladungen ausüben, ohne sie direkt zu berühren. Stell dir vor, du hast zwei unsichtbare Hände, die über eine Entfernung hinweg ziehen oder drücken können – genau das tut ein Magnet. Diese „unsichtbaren Hände“ wirken durch den Raum hindurch und bilden das sogenannte Magnetfeld.
Der Ursprung des Magnetismus liegt auf atomarer Ebene. Jedes Elektron, das einen Atomkern umkreist, erzeugt durch seine Bewegung einen winzigen Kreisstrom. Dieser Kreisstrom wiederum erzeugt ein kleines Magnetfeld – man spricht von einem magnetischen Moment. Zusätzlich besitzt jedes Elektron einen Eigendrehimpuls (Spin), der ebenfalls ein magnetisches Moment hervorruft. In den meisten Materialien sind diese winzigen Magnete zufällig ausgerichtet und heben sich gegenseitig auf. Bei bestimmten Stoffen – wie Eisen, Nickel oder Cobalt – können sich die magnetischen Momente jedoch parallel zueinander ausrichten und so ein makroskopisches Magnetfeld erzeugen.
Eine hilfreiche Analogie: Stell dir einen Schulhof voller Kinder vor, die alle einen Kompass in der Hand halten. Wenn jedes Kind in eine andere Richtung zeigt, erkennt man aus der Ferne keine Ordnung – das Material wirkt „unmagnetisch“. Wenn aber ein Lehrer alle Kinder in dieselbe Richtung drehen lässt, zeigen plötzlich alle Kompasse nach Norden – das Material wird zum Magneten. In der Physik nennt man die Bereiche, in denen die Atome bereits gleichgerichtet sind, Weiss’sche Bezirke (oder magnetische Domänen).
Historisch wurde Magnetismus zuerst an natürlich vorkommenden Eisenerzstücken beobachtet, die man Magnetit (Fe₃O₄) nannte. Die alten Griechen beschrieben dieses Phänomen bereits vor über 2.500 Jahren. Erst im 19. Jahrhundert erkannte Hans Christian Ørsted den Zusammenhang zwischen Elektrizität und Magnetismus: Ein stromdurchflossener Leiter erzeugt ein Magnetfeld. James Clerk Maxwell vereinte schließlich Elektrizität und Magnetismus in seinen berühmten Gleichungen zur Elektrodynamik. Heute wissen wir: Magnetismus und Elektrizität sind zwei Seiten derselben Medaille – des Elektromagnetismus.
Jeder Magnet hat immer zwei Pole – einen Nordpol und einen Südpol. Man kann keinen einzelnen magnetischen Pol isolieren (es gibt keine magnetischen Monopole). Bricht man einen Magneten in zwei Teile, entstehen wieder zwei vollständige Magnete mit je zwei Polen.
? Verständnisfrage: Worauf lässt sich der Magnetismus auf atomarer Ebene zurückführen? ›
? Verständnisfrage: Was passiert, wenn man einen Permanentmagneten in der Mitte durchbricht? ›
Wie sieht ein Magnetfeld aus und wie beschreibt man es?
Ein Magnetfeld ist unsichtbar – doch seine Wirkung kann man sichtbar machen. Jeder kennt den klassischen Schulversuch: Streut man Eisenfeilspäne auf ein Blatt Papier, unter dem ein Stabmagnet liegt, ordnen sich die Späne entlang sogenannter Feldlinien an. Diese Feldlinien sind das zentrale Werkzeug, um Magnetfelder zu beschreiben und zu zeichnen.
Man kann sich Feldlinien wie Straßen auf einer Landkarte vorstellen: Sie zeigen die „Reiserichtung“ der magnetischen Kraft an. Dabei gelten einige feste Regeln. Feldlinien verlaufen außerhalb des Magneten immer vom Nordpol zum Südpol und innerhalb des Magneten vom Südpol zurück zum Nordpol – sie bilden also geschlossene Schleifen. Je dichter die Feldlinien beieinander liegen, desto stärker ist das Magnetfeld an dieser Stelle. Feldlinien kreuzen sich niemals, denn an jedem Punkt im Raum gibt es nur eine einzige Feldrichtung.
Bei einem Stabmagneten sind die Feldlinien an den Polen am dichtesten – dort ist die magnetische Kraft am stärksten. In der Mitte des Magneten, wo die Feldlinien weit auseinanderliegen, ist das Feld schwächer. Eine Kompassnadel, die man in das Feld hält, richtet sich tangential zur nächsten Feldlinie aus – sie „fühlt“ die Richtung des Feldes.
Für die Technik sind vor allem zwei Feldformen wichtig: Das homogene Feld und das inhomogene Feld. Ein homogenes Magnetfeld hat überall die gleiche Stärke und Richtung – die Feldlinien verlaufen parallel und haben überall denselben Abstand. Ein Beispiel hierfür ist das Feld im Luftspalt eines Hufeisenmagneten. Ein inhomogenes Feld dagegen hat an verschiedenen Stellen unterschiedliche Stärken und Richtungen – typisch dafür ist das Feld rund um einen einzelnen Stabmagneten.
In der Mechatronik begegnen dir Magnetfelder ständig: Im Rotor eines Elektromotors herrscht ein sorgfältig geformtes Feld, das den Rotor antreibt. In einem induktiven Näherungssensor erzeugt eine Spule ein Wechselfeld, das auf metallische Objekte reagiert. In einem Transformator wird das Feld gezielt durch einen Eisenkern geleitet, um Energie verlustarm zu übertragen. Das Verständnis von Feldlinien ist daher keine rein theoretische Übung, sondern die Grundlage für das Verständnis realer Maschinen.
Wenn du in der Werkstatt ein Magnetfeld sichtbar machen willst, lege ein Blatt Papier auf den Magneten und streue feines Eisenpulver darüber. Klopfe leicht auf das Papier – die Eisenfeilspäne richten sich sofort entlang der Feldlinien aus. Dieses Verfahren hilft dir auch bei der Fehlersuche, z. B. um zu prüfen, ob ein Permanentmagnet noch ausreichend magnetisiert ist.
? Verständnisfrage: Was sagt die Dichte der Feldlinien über das Magnetfeld aus? ›
Welche magnetischen Größen und Formeln muss man kennen?
Um Magnetfelder nicht nur qualitativ (mit Feldlinienbildern) sondern auch quantitativ beschreiben zu können, braucht man einige physikalische Größen. Diese Größen bilden das „Vokabular“, mit dem Ingenieure und Techniker über Magnetismus sprechen und rechnen. Stell dir vor, du willst einem Kollegen erklären, wie stark das Magnetfeld in einem Motor ist – du brauchst dafür Zahlen und Einheiten, nicht nur Bilder.
Die wichtigste Größe ist die magnetische Flussdichte B, gemessen in Tesla (T). Sie beschreibt, wie viele Feldlinien pro Flächeneinheit durch eine bestimmte Fläche hindurchtreten. Ein Tesla entspricht einem Weber pro Quadratmeter (1 T = 1 Wb/m²). Im Alltag liegt die Flussdichte eines typischen Kühlschrankmagneten bei etwa 5 mT, während leistungsstarke Industriemagnete bis zu 2 T oder mehr erreichen. In einem Kernspin-Tomographen (MRT) herrschen sogar 1,5 bis 3 T.
Eng verwandt ist die magnetische Feldstärke H, gemessen in Ampere pro Meter (A/m). Während B beschreibt, was „tatsächlich“ im Material passiert (inklusive der Materialverstärkung), beschreibt H die „äußere Anregung“ – also den feldverursachenden Strom. Der Zusammenhang zwischen den beiden ist: B = μ₀ · μᵣ · H. Hier ist μ₀ die magnetische Feldkonstante (auch Permeabilität des Vakuums) mit dem Wert 4π × 10⁻⁷ V·s/(A·m) und μᵣ die relative Permeabilität des Materials. Für Luft ist μᵣ ≈ 1, für Weicheisen kann μᵣ Werte von 5.000 bis 10.000 erreichen – das Material verstärkt das Feld also enorm.
Eine anschauliche Analogie: Denk an einen Gartenschlauch. Die Feldstärke H entspricht dem Wasserdruck (der Antrieb), die Flussdichte B dem tatsächlichen Wasserfluss. Ein dicker Schlauch (hohe Permeabilität μᵣ) lässt bei gleichem Druck viel mehr Wasser durch als ein dünner Schlauch.
Der magnetische Fluss Φ (Phi), gemessen in Weber (Wb), beschreibt die Gesamtmenge der Feldlinien, die durch eine bestimmte Fläche A hindurchtreten. Die Formel lautet: Φ = B · A. Stell dir einen Bilderrahmen vor, den du in ein Magnetfeld hältst – die Anzahl der Feldlinien, die durch den Rahmen hindurchgehen, ist der magnetische Fluss. Drehst du den Rahmen, sodass die Feldlinien parallel zur Fläche verlaufen, ist der Fluss null. Diese Idee ist fundamental für das Verständnis von Induktion und Transformatoren.
Grundlegende Magnetismus-Formeln
- B
- Magnetische Flussdichte in Tesla [T]
- μ₀
- Magnetische Feldkonstante: 4π × 10⁻⁷ V·s/(A·m)
- μᵣ
- Relative Permeabilität (materialabhängig, dimensionslos)
- H
- Magnetische Feldstärke in Ampere pro Meter [A/m]
- Φ
- Magnetischer Fluss in Weber [Wb]
- A
- Durchsetzte Fläche in Quadratmeter [m²]
- I
- Stromstärke in Ampere [A]
- N
- Windungszahl (dimensionslos)
- l
- Mittlere Feldlinienlänge in Meter [m]
| Material / Situation | μᵣ (ca.) | B typisch |
|---|---|---|
| Vakuum / Luft | 1 | abhängig von H |
| Aluminium (paramagnetisch) | 1,000022 | sehr gering |
| Weicheisen | 5.000 – 10.000 | bis 1,8 T |
| Ferrit (Keramik) | 100 – 1.000 | 0,2 – 0,5 T |
| Neodym-Magnet | 1,05 | 1,0 – 1,4 T (Remanenz) |
| Erdmagnetfeld | – | ca. 50 µT |
Die Formel B = μ₀ · μᵣ · H gilt nur im linearen Bereich der Magnetisierungskurve (unterhalb der Sättigung). Bei hohen Feldstärken flacht die Kurve ab – der Eisenkern „kann nicht mehr“ und B steigt kaum noch an. In der Praxis liegt die Sättigungsflussdichte von Weicheisen bei ca. 1,5 bis 2 T. Diesen Effekt muss man bei der Auslegung von Motoren, Transformatoren und Elektromagneten berücksichtigen.
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Wie unterscheiden sich dia-, para- und ferromagnetische Stoffe?
Nicht alle Materialien verhalten sich in einem Magnetfeld gleich. Die Art, wie ein Stoff auf ein äußeres Magnetfeld reagiert, hängt von seinem inneren Aufbau ab – genauer gesagt davon, wie sich die magnetischen Momente der Atome in Gegenwart eines äußeren Feldes ausrichten. Man unterscheidet drei Hauptgruppen: diamagnetische, paramagnetische und ferromagnetische Stoffe.
Diamagnetische Stoffe werden von einem Magnetfeld schwach abgestoßen. Ihre relative Permeabilität μᵣ ist geringfügig kleiner als 1 (z. B. Kupfer mit μᵣ ≈ 0,999990). In diesen Materialien erzeugen die Elektronenbahnen unter dem Einfluss eines äußeren Feldes ein winziges Gegenfeld – ähnlich wie ein Boot, das eine kleine Gegenwelle erzeugt, wenn eine Welle auf es trifft. Diamagnetismus ist in allen Stoffen vorhanden, wird aber meist von stärkeren Effekten überlagert. Typische diamagnetische Stoffe sind Kupfer, Wismut, Wasser und sogar organisches Gewebe. In der Praxis ist der Effekt so schwach, dass er für die Mechatronik kaum eine Rolle spielt – außer in hochpräzisen wissenschaftlichen Anwendungen.
Paramagnetische Stoffe werden von einem Magnetfeld schwach angezogen. Ihre Atome besitzen ein permanentes magnetisches Moment, das sich aber ohne äußeres Feld zufällig orientiert und daher nach außen nicht wirkt. Legt man ein Feld an, richten sich die Momente teilweise parallel zum Feld aus – das Material wird schwach magnetisch. Entfernt man das Feld, verschwindet die Magnetisierung sofort wieder. Man kann sich das vorstellen wie eine Gruppe von Touristen, die sich nur dann ordentlich aufstellen, wenn ein Reiseleiter da ist. Die relative Permeabilität ist geringfügig größer als 1 (z. B. Aluminium μᵣ ≈ 1,000022). Typische paramagnetische Stoffe sind Aluminium, Platin und Sauerstoff.
Ferromagnetische Stoffe sind die „Stars“ der Magnettechnik und für die Mechatronik von überragender Bedeutung. In diesen Materialien – Eisen, Nickel, Cobalt und bestimmte Legierungen – sind die magnetischen Momente benachbarter Atome durch eine quantenmechanische Wechselwirkung (Austauschwechselwirkung) bereits in kleinen Bereichen parallel ausgerichtet. Diese Bereiche nennt man Weiss’sche Bezirke. Ohne äußeres Feld zeigen die verschiedenen Bezirke in unterschiedliche Richtungen und heben sich nach außen auf. Legt man ein äußeres Feld an, wachsen die günstig orientierten Bezirke auf Kosten der anderen – die Blochwände (Grenzen zwischen den Bezirken) verschieben sich. Ab einer gewissen Feldstärke sind alle Bezirke ausgerichtet: das Material ist gesättigt.
Besonders wichtig ist, dass ferromagnetische Stoffe nach dem Abschalten des äußeren Feldes eine Restmagnetisierung (Remanenz) behalten können. Diese Eigenschaft macht Permanentmagnete möglich. Ob ein Stoff die Magnetisierung gut behält (hartmagnetisch – für Permanentmagnete) oder leicht wieder verliert (weichmagnetisch – für Transformatorkerne, Relais), hängt von seiner Koerzitivfeldstärke ab.
Ferromagnetische Stoffe verlieren ihre magnetischen Eigenschaften, wenn sie über die Curie-Temperatur erhitzt werden. Für Eisen liegt diese bei ca. 770 °C, für Nickel bei 358 °C und für Cobalt bei 1.115 °C. Bei der Bearbeitung von Permanentmagneten (z. B. Schleifen) darf die Temperatur daher nicht zu hoch werden, da sonst die Magnetisierung unwiederbringlich verloren gehen kann.
? Verständnisfrage: Warum verliert ein Permanentmagnet seine Magnetisierung, wenn man ihn stark erhitzt? ›
Wie funktioniert ein Elektromagnet?
Ein Elektromagnet besteht im einfachsten Fall aus einem stromdurchflossenen Leiter, der zu einer Spule gewickelt ist. Das Prinzip wurde 1820 von Hans Christian Ørsted entdeckt: Jeder elektrische Strom erzeugt ein Magnetfeld in seiner Umgebung. Wickelt man den Leiter zu vielen Windungen auf, überlagern sich die Einzelfelder und es entsteht ein gebündeltes, starkes Magnetfeld – ähnlich wie viele kleine Taschenlampen, die in die gleiche Richtung leuchten, zusammen einen starken Lichtstrahl ergeben.
Die Feldstärke im Inneren einer langen Zylinderspule lässt sich mit der Formel H = (I · N) / l berechnen, wobei I die Stromstärke, N die Windungszahl und l die Spulenlänge ist. Um das Feld deutlich zu verstärken, setzt man einen Eisenkern in die Spule ein. Der Kern erhöht die Flussdichte um den Faktor μᵣ – bei Weicheisen um das 5.000- bis 10.000-fache gegenüber einer Luftspule. Genau dieses Prinzip steckt in Relais, Schützen, Magnetventilen und vielen anderen mechatronischen Bauteilen.
Die Richtung des Magnetfeldes einer Spule lässt sich mit der Rechte-Hand-Regel (auch Schraubenregel) bestimmen: Umfasst man die Spule so mit der rechten Hand, dass die Finger in Stromrichtung zeigen (technische Stromrichtung), dann zeigt der Daumen zum Nordpol der Spule. Diese Regel ist in der Praxis extrem nützlich, beispielsweise wenn man bei der Fehlersuche an einem Schütz die Anschlüsse überprüft und wissen muss, in welche Richtung der Anker angezogen wird.
Ein großer Vorteil des Elektromagneten gegenüber dem Permanentmagneten ist seine Schaltbarkeit: Man kann das Magnetfeld ein- und ausschalten, indem man den Strom ein- oder ausschaltet. Zudem lässt sich die Feldstärke über die Stromstärke stufenlos regeln. In der Mechatronik nutzt man Elektromagnete daher überall dort, wo magnetische Kräfte gezielt gesteuert werden müssen – vom Türöffner über die elektromagnetische Bremse bis zum Linearmotor in Hochgeschwindigkeitszügen.
Allerdings hat jeder Elektromagnet auch eine Grenze: Durch den ohmschen Widerstand des Drahtes entsteht Verlustleistung in Form von Wärme (P = I² · R). Bei Dauerbetrieb muss diese Wärme abgeführt werden, sonst droht eine Überhitzung der Isolation. Deshalb sind die Daten auf dem Typenschild eines Elektromagneten (Nennspannung, Einschaltdauer, Betriebsart) unbedingt einzuhalten – eine Vorgabe, die in der ÖVE/ÖNORM EN 60034 für elektrische Maschinen geregelt ist.
ÖVE/ÖNORM EN 60034 regelt die Anforderungen an drehende elektrische Maschinen, einschließlich der Betriebsarten (S1 bis S10) und Isolationsklassen. Für Elektromagnete gelten die dort definierten thermischen Grenzwerte sinngemäß – die Wicklung darf die maximal zulässige Temperatur der verwendeten Isolationsklasse nicht überschreiten.
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? Verständnisfrage: Wie bestimmt man die Lage des Nordpols einer stromdurchflossenen Spule? ›
Was ist elektromagnetische Induktion?
Die elektromagnetische Induktion ist das Gegenstück zum Elektromagneten: Während ein Strom ein Magnetfeld erzeugt, erzeugt ein sich änderndes Magnetfeld eine Spannung. Dieses Prinzip wurde 1831 von Michael Faraday entdeckt und ist die Grundlage für Generatoren, Transformatoren, Induktionsherde und unzählige Sensoren in der Mechatronik.
Das Grundprinzip lässt sich am einfachsten mit einem Experiment verstehen: Nimm eine Spule und verbinde ihre Enden mit einem empfindlichen Spannungsmesser. Wenn du nun einen Stabmagneten in die Spule hineinschiebst, zeigt das Messgerät eine Spannung an – die Induktionsspannung. Ziehst du den Magneten wieder heraus, erscheint eine Spannung mit umgekehrtem Vorzeichen. Hältst du den Magneten still (kein sich ändernder Fluss), zeigt das Messgerät null an. Die entscheidende Erkenntnis: Es kommt nicht auf den Fluss selbst an, sondern auf seine zeitliche Änderung.
Quantitativ wird dies durch das Faraday’sche Induktionsgesetz beschrieben: U_ind = −N · dΦ/dt. Die induzierte Spannung ist gleich der negativen Änderungsrate des magnetischen Flusses, multipliziert mit der Windungszahl. Das Minuszeichen drückt die Lenz’sche Regel aus: Die induzierte Spannung ist immer so gerichtet, dass der von ihr verursachte Strom der Flussänderung entgegenwirkt – das ist ein Ausdruck des Energieerhaltungssatzes. Stell dir vor, du drückst gegen eine Schwingtür: Die Tür „wehrt sich“ gegen die Bewegung, die du auslöst. Genauso „wehrt sich“ die Induktionsspannung gegen die Flussänderung, die sie verursacht hat.
Für den Sonderfall, dass sich der Fluss gleichmäßig (linear) ändert, vereinfacht sich die Formel zu: U_ind = −N · ΔΦ / Δt. Wenn ein Leiter der Länge l mit der Geschwindigkeit v senkrecht durch ein homogenes Feld B bewegt wird, gilt die vereinfachte Generatorformel: U_ind = B · l · v. Diese Situation liegt z. B. bei einem einfachen Lineargenerator vor.
In der Mechatronik begegnest du der Induktion täglich: Im Transformator erzeugt das Wechselfeld der Primärspule eine Spannung in der Sekundärspule. Im Induktionssensor verändert ein metallisches Objekt den magnetischen Fluss in einer Spule und löst so ein Signal aus. In jeder Zündspule wird durch schnelles Unterbrechen des Stromes eine hohe Induktionsspannung erzeugt. Und im Generator wird mechanische Energie durch Rotation eines Magnetfeldes in elektrische Energie umgewandelt.
Induktionsgesetz
- Uind
- Induzierte Spannung in Volt [V]
- N
- Windungszahl
- dΦ/dt
- Zeitliche Änderung des magnetischen Flusses [Wb/s]
- B
- Magnetische Flussdichte [T]
- l
- Wirksame Leiterlänge im Feld [m]
- v
- Geschwindigkeit des Leiters [m/s]
Die induzierte Spannung wirkt ihrer Ursache immer entgegen. Schiebst du einen Nordpol in eine Spule, entsteht an der Eintrittsseite ein „Gegen-Nordpol“, der den Magneten abbremsen will. Ziehst du ihn heraus, entsteht dort ein Südpol, der den Magneten festhalten will. Dieses Prinzip verhindert, dass man aus dem Nichts Energie erzeugt – der Energieerhaltungssatz bleibt gewahrt.
? Verständnisfrage: Wann wird in einer Spule eine Spannung induziert? ›
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Welche Rolle spielt Magnetismus in der Mechatronik?
Magnetismus ist in der Mechatronik allgegenwärtig – er verbindet die Welten der Elektrotechnik, Mechanik und Informationstechnik. Wer die Grundlagen versteht, erkennt die Zusammenhänge in Maschinen, Antrieben und Sensoren und kann Fehler systematisch analysieren. In diesem Kapitel werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Anwendungsgebiete und zeigen, warum Magnetismus das „Bindeglied“ der Mechatronik ist.
Elektromotoren und Generatoren nutzen die Wechselwirkung zwischen stromdurchflossenen Leitern und Magnetfeldern. Im Motor wird elektrische Energie in mechanische Drehbewegung umgewandelt – dabei wirkt die Lorentzkraft F = B · I · l auf den Leiter. Im Generator ist es umgekehrt: Mechanische Energie treibt einen Leiter durch ein Magnetfeld und induziert eine Spannung. Ob Drehstrommotor, Servomotor oder bürstenloser Gleichstrommotor – das zugrundeliegende Prinzip ist immer die Kraftwirkung zwischen Strom und Magnetfeld. Die ÖVE/ÖNORM EN 60034 definiert die Anforderungen an Kennzeichnung, Betriebsarten und Schutzarten dieser Maschinen.
Relais und Schaltschütze sind elektromagnetisch betätigte Schalter. Ein Elektromagnet zieht bei Bestromung einen Anker an, der mechanische Kontakte schließt oder öffnet. Diese einfache, aber zuverlässige Technik wird in Steuerungsanlagen millionenfach eingesetzt. Der Vorteil: Niedrige Steuerströme schalten hohe Lastströme – eine galvanische Trennung zwischen Steuer- und Leistungskreis ist inhärent gegeben.
Induktive Sensoren sind aus keiner modernen Fertigungsanlage wegzudenken. Sie erkennen metallische Objekte berührungslos über eine Änderung des Magnetfeldes einer internen Spule. Der Sensor erzeugt ein hochfrequentes Wechselfeld. Nähert sich ein metallisches Werkstück, werden in ihm Wirbelströme induziert, die dem Sensorfeld Energie entziehen. Der Sensor detektiert diesen Energieverlust als Schaltsignal. Induktive Sensoren sind robust, verschleißfrei und unempfindlich gegenüber Schmutz – ideale Eigenschaften für den industriellen Einsatz.
Transformatoren nutzen die Induktion, um Wechselspannungen herauf- oder herabzusetzen. In der Mechatronik finden sie sich in Netzteilen, Schweißgeräten und Frequenzumrichtern. Ein Wechselstrom in der Primärwicklung erzeugt ein sich ständig änderndes Magnetfeld im Kern, das in der Sekundärwicklung eine Spannung induziert. Das Übersetzungsverhältnis hängt von der Windungszahl ab: U₁/U₂ = N₁/N₂.
Magnetventile steuern Flüssigkeits- und Gasströme in pneumatischen und hydraulischen Systemen. Ein Elektromagnet betätigt einen Kolben, der den Durchfluss freigibt oder sperrt. In der Pneumatik werden diese Ventile nach ÖNORM EN ISO 4414 ausgelegt und geprüft, in der Hydraulik nach ÖNORM EN ISO 4413. Die Ansteuerung erfolgt häufig über eine SPS gemäß ÖNORM EN IEC 61131.
Lorentzkraft (Kraft auf stromdurchflossenen Leiter)
- F
- Kraft in Newton [N]
- B
- Magnetische Flussdichte [T]
- I
- Stromstärke [A]
- l
- Wirksame Leiterlänge im Feld [m]
? Verständnisfrage: Warum eignen sich induktive Sensoren besonders gut für den Einsatz in verschmutzten Industrieumgebungen? ›
Abschlusstest
12 Fragen zum gesamten Kursinhalt. Wähle jeweils die richtige Antwort.
Worauf lässt sich der Magnetismus in Materialien hauptsächlich zurückführen?
In welcher Richtung verlaufen magnetische Feldlinien außerhalb eines Magneten?
In welcher Einheit wird die magnetische Flussdichte B gemessen?
Die relative Permeabilität μᵣ von Weicheisen beträgt typisch …
Welche Formel beschreibt die Feldstärke im Inneren einer langen Spule?
Ein diamagnetischer Stoff hat eine relative Permeabilität von …
Wie heißen die gleichmäßig magnetisierten Bereiche in ferromagnetischen Stoffen?
Was passiert mit einem Permanentmagneten, wenn er über die Curie-Temperatur erhitzt wird?
Welches Gesetz beschreibt die elektromagnetische Induktion?
Wie lautet die Formel für die Lorentzkraft auf einen stromdurchflossenen Leiter im Magnetfeld?
Was besagt die Lenz’sche Regel?
Welche österreichische Norm regelt die Anforderungen an drehende elektrische Maschinen?
Fragen bei mündlicher Prüfung
Typische Prüfungsfragen mit vollständigen Musterantworten. Klappe jede Frage auf, um die Antwort zu sehen.
1 Erklären Sie den Unterschied zwischen magnetischer Feldstärke H und magnetischer Flussdichte B. ›
Die magnetische Feldstärke H beschreibt die äußere Anregung eines Magnetfeldes, also den Beitrag des Stromes und der Spulengeometrie. Sie ist unabhängig vom Material und wird in A/m gemessen.
Die magnetische Flussdichte B beschreibt das tatsächliche Feld im Material – inklusive der Materialverstärkung. Sie wird in Tesla (T) gemessen.
Die relative Permeabilität μᵣ ist der entscheidende Faktor: In Luft (μᵣ ≈ 1) sind B und H nahezu proportional, in Eisen (μᵣ bis 10.000) wird B um diesen Faktor verstärkt. In der Praxis bedeutet das: Der gleiche Strom erzeugt im Eisenkern ein vieltausendfach stärkeres Feld als in Luft.
2 Was sind Weiss’sche Bezirke und welche Rolle spielen sie bei der Magnetisierung? ›
Weiss’sche Bezirke (magnetische Domänen) sind mikroskopische Bereiche in ferromagnetischen Stoffen, in denen alle atomaren magnetischen Momente parallel ausgerichtet sind. Jeder Bezirk ist für sich ein kleiner Magnet.
- Im unmagnetisierten Zustand zeigen die verschiedenen Bezirke in unterschiedliche Richtungen → die Felder heben sich nach außen auf.
- Bei Anlegen eines äußeren Feldes wachsen günstig orientierte Bezirke auf Kosten ungünstig orientierter – die Blochwände verschieben sich.
- Bei starkem Feld: Alle Bezirke sind ausgerichtet → Sättigung.
- Nach Abschalten des Feldes bleibt bei hartmagnetischen Stoffen eine Restmagnetisierung (Remanenz) erhalten → Permanentmagnet.
Die Größe der Bezirke liegt typisch im Bereich von 0,01 bis 1 mm. In der Praxis bestimmt die Koerzitivfeldstärke, ob ein Material als weich- oder hartmagnetisch eingestuft wird.
3 Erklären Sie das Faraday’sche Induktionsgesetz und nennen Sie drei Anwendungen. ›
Das Faraday’sche Induktionsgesetz besagt, dass eine zeitliche Änderung des magnetischen Flusses durch eine Leiterschleife eine Spannung induziert:
Das Minuszeichen steht für die Lenz’sche Regel: Die induzierte Spannung wirkt der Flussänderung entgegen (Energieerhaltung).
Drei wichtige Anwendungen:
- Generator: Rotation einer Spule im Magnetfeld erzeugt eine Wechselspannung – mechanische Energie wird in elektrische umgewandelt.
- Transformator: Wechselstrom in der Primärspule erzeugt ein wechselndes Magnetfeld im Kern, das in der Sekundärspule eine Spannung induziert – Spannungswandlung.
- Induktiver Sensor: Ein metallisches Objekt verändert den Fluss in einer Sensorspule – berührungslose Objekterkennung.
4 Was ist die Curie-Temperatur und warum ist sie für Permanentmagnete relevant? ›
Die Curie-Temperatur ist die Temperatur, oberhalb der ein ferromagnetischer Stoff seine spontane Magnetisierung verliert und paramagnetisch wird.
- Eisen: ca. 770 °C
- Nickel: ca. 358 °C
- Cobalt: ca. 1.115 °C
Für die Praxis bedeutet das: Permanentmagnete dürfen bei Bearbeitung oder im Betrieb nicht über die Curie-Temperatur erhitzt werden, da die Magnetisierung unwiederbringlich verloren geht. Die thermische Energie überwindet die Austauschwechselwirkung zwischen den Atomen und die geordneten Weiss’schen Bezirke lösen sich auf.
5 Wie funktioniert ein Elektromagnet und welche Vorteile hat er gegenüber einem Permanentmagneten? ›
Ein Elektromagnet besteht aus einer stromdurchflossenen Spule, meist mit einem Eisenkern zur Feldverstärkung. Die Feldstärke berechnet sich zu:
Vorteile gegenüber Permanentmagneten:
- Schaltbar: Das Feld lässt sich durch Ein-/Ausschalten des Stromes beliebig steuern.
- Regelbar: Die Feldstärke kann über die Stromstärke stufenlos angepasst werden.
- Umpolbar: Durch Umkehr der Stromrichtung lässt sich die Polarität wechseln.
- Keine Alterung: Im Gegensatz zu Permanentmagneten verliert ein Elektromagnet seine Leistung nicht über die Zeit.
Nachteil: Dauerhafter Energiebedarf (Strom) und Wärmeentwicklung durch den ohmschen Widerstand der Wicklung (P = I² · R).
6 Erklären Sie die Rechte-Hand-Regel für eine stromdurchflossene Spule. ›
Die Rechte-Hand-Regel (Schraubenregel) dient zur Bestimmung der Lage des Nordpols einer stromdurchflossenen Spule:
- Man umfasst die Spule mit der rechten Hand.
- Die Finger zeigen in die technische Stromrichtung (von + nach −) der Windungen.
- Der abgespreizte Daumen zeigt zum Nordpol der Spule.
In der Praxis hilft diese Regel z. B. bei der Fehlersuche an Relais oder Motoren: Wenn man die Stromrichtung und die Wicklungsrichtung kennt, kann man vorhersagen, in welche Richtung der Anker angezogen wird. Vertauscht man die Anschlüsse, kehrt sich die Polarität um.
7 Wie funktioniert ein induktiver Näherungssensor und wo wird er eingesetzt? ›
Ein induktiver Näherungssensor enthält eine Spule, die ein hochfrequentes elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt. Nähert sich ein metallisches Objekt, werden in dessen Oberfläche Wirbelströme induziert.
- Die Wirbelströme entziehen dem Schwingkreis Energie – die Schwingungsamplitude sinkt.
- Eine Auswerteschaltung erkennt diesen Abfall und schaltet den Ausgang.
- Der Sensor arbeitet berührungslos und ist daher verschleißfrei.
Einsatzgebiete: Positionsüberwachung an Zylindern, Endlagenerkennung in Werkzeugmaschinen, Drehzahlmessung (Zahnradsensor), Zählung von Metallteilen auf Förderbändern. Typische Schaltabstände liegen zwischen 1 mm und 40 mm, abhängig von Baugröße und Zielmaterial.
8 Unterscheiden Sie weich- und hartmagnetische Werkstoffe und nennen Sie je ein Anwendungsbeispiel. ›
Der Unterschied liegt in der Koerzitivfeldstärke – also der Feldstärke, die nötig ist, um die Magnetisierung auf null zu bringen:
- Weichmagnetische Stoffe (niedrige Koerzitivfeldstärke): Lassen sich leicht magnetisieren und wieder entmagnetisieren. Geringe Remanenz, schmale Hysteresekurve. Beispiel: Weicheisen oder Ferrite für Transformatorkerne und Relaiskerne.
- Hartmagnetische Stoffe (hohe Koerzitivfeldstärke): Behalten ihre Magnetisierung nach dem Entfernen des äußeren Feldes. Hohe Remanenz, breite Hysteresekurve. Beispiel: Neodym-Eisen-Bor oder Samarium-Cobalt für Permanentmagnete in Motoren und Lautsprechern.
Die Wahl des richtigen Werkstoffs hängt von der Anwendung ab: Wo das Feld ständig wechseln muss (Transformator), nimmt man weichmagnetisches Material. Wo ein dauerhaftes Feld gebraucht wird (Haltemanet, Sensor), nimmt man hartmagnetisches Material.
9 Berechnen Sie die Flussdichte in einem Eisenkern mit μᵣ = 5.000 bei einer Feldstärke von 600 A/m. ›
Einsetzen der Werte:
- μ₀ = 4π × 10⁻⁷ V·s/(A·m) ≈ 1,2566 × 10⁻⁶ V·s/(A·m)
- μᵣ = 5.000
- H = 600 A/m
B = 1,2566 × 10⁻⁶ · 5.000 · 600 = 3,77 T
Hinweis: In der Praxis wäre der Kern bei diesem Wert bereits in der Sättigung (typ. 1,5–2 T für Weicheisen). Die lineare Berechnung gilt nur im ungesättigten Bereich – darüber flacht die Magnetisierungskurve stark ab.
Formelsammlung
Flussdichte
B in [T], H in [A/m]
Magnetischer Fluss
Φ in [Wb], A in [m²]
Feldstärke Spule
I in [A], N dimensionslos, l in [m]
Induktionsspannung
U in [V], Φ in [Wb], t in [s]
Generatorformel
l in [m], v in [m/s]
Lorentzkraft
F in [N], I in [A], l in [m]
Feldkonstante
≈ 1,2566 × 10⁻⁶ V·s/(A·m)
Verlustleistung Spule
P in [W], R in [Ω]
Glossar
- Blochwand – Grenzfläche zwischen zwei Weiss’schen Bezirken mit unterschiedlicher Magnetisierungsrichtung.
- Curie-Temperatur – Temperatur, oberhalb der ein ferromagnetischer Stoff paramagnetisch wird und seine spontane Magnetisierung verliert.
- Diamagnetismus – Schwacher Magnetismus, bei dem ein Material ein äußeres Feld geringfügig abschwächt (μᵣ < 1).
- Elektromagnet – Magnet, dessen Feld durch einen stromdurchflossenen Leiter (Spule) erzeugt wird.
- Faraday’sches Induktionsgesetz – Physikalisches Gesetz: Eine zeitliche Änderung des magnetischen Flusses induziert eine Spannung in einer Leiterschleife.
- Feldlinie – Gedachte Linie, die die Richtung und Stärke eines Magnetfeldes veranschaulicht.
- Ferromagnetismus – Starker Magnetismus in Materialien wie Eisen, Nickel und Cobalt, bei dem sich magnetische Domänen parallel ausrichten.
- Flussdichte B – Maß für die Anzahl der Feldlinien pro Flächeneinheit, gemessen in Tesla (T).
- Induktion – Erzeugung einer Spannung durch zeitliche Änderung des magnetischen Flusses.
- Koerzitivfeldstärke – Feldstärke, die nötig ist, um die Remanenz eines magnetisierten Materials auf null zu bringen.
- Lenz’sche Regel – Die induzierte Spannung wirkt der sie verursachenden Flussänderung immer entgegen.
- Lorentzkraft – Kraft, die auf einen stromdurchflossenen Leiter in einem Magnetfeld wirkt (F = B · I · l).
- Magnetischer Fluss Φ – Gesamtzahl der Feldlinien durch eine Fläche, gemessen in Weber (Wb).
- Magnetisches Moment – Maß für die Stärke und Richtung des Magnetfeldes eines atomaren oder makroskopischen Magneten.
- Paramagnetismus – Schwacher Magnetismus, bei dem ein Material ein äußeres Feld geringfügig verstärkt (μᵣ > 1).
- Permeabilität μ – Materialeigenschaft, die beschreibt, wie gut ein Stoff magnetische Feldlinien leitet. μ = μ₀ · μᵣ.
- Rechte-Hand-Regel – Regel zur Bestimmung der Lage des Nordpols einer stromdurchflossenen Spule.
- Remanenz – Restmagnetisierung eines ferromagnetischen Stoffes nach Entfernen des äußeren Magnetfeldes.
- Sättigung – Zustand, in dem alle Weiss’schen Bezirke ausgerichtet sind und die Flussdichte nicht weiter steigt.
- Weiss’sche Bezirke – Mikroskopische Bereiche in ferromagnetischen Materialien mit einheitlicher Magnetisierungsrichtung.
- Wirbelstrom – Kreisförmiger Induktionsstrom in einem elektrisch leitfähigen Material, das sich in einem veränderlichen Magnetfeld befindet.
Stand & Quellen
- ÖVE/ÖNORM EN 60034 – Drehende elektrische Maschinen
- ESV 2012 – Elektroschutzverordnung (Österreich)
- ASchG – ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (Österreich)
- ÖNORM EN ISO 4414 – Fluidtechnik – Pneumatik
- ÖNORM EN ISO 4413 – Fluidtechnik – Hydraulik
- ÖNORM EN IEC 61131 – Speicherprogrammierbare Steuerungen
- Hagmann, G.: Grundlagen der Elektrotechnik. AULA-Verlag.
- Führer, A. et al.: Grundgebiete der Elektrotechnik. Hanser Verlag.
- Hering, E. et al.: Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer. Springer Verlag.
