Bruch- und Prozentrechnung

Anteile begegnen einem ständig: ein Getriebe übersetzt 3:1, ein Motor hat 92 % Wirkungsgrad, ein Widerstand darf um ±5 % abweichen. Hinter all dem steckt dieselbe Idee — ein Teil von einem Ganzen. Brüche und Prozente sind nur zwei Schreibweisen für genau diese Idee. Wer den Zusammenhang einmal sauber verstanden hat, rechnet Übersetzungen, Wirkungsgrade und Toleranzen sicher, ohne lange zu grübeln.

In diesem Beitrag bauen wir das von Grund auf: vom Bruch als Anteil über das Rechnen mit Brüchen, die Brücke zur Dezimalzahl, bis zur Prozentrechnung und ihren typischen Anwendungen in der Werkstatt.

Vorwissen

  • SI-Einheiten und Einheitenumrechnung
  • Gleichungen umstellen

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • einen Bruch als Anteil, als Divisionsaufgabe und als Verhältnis deuten und zwischen echten, unechten und gemischten Zahlen unterscheiden
  • mit Brüchen sicher rechnen: kürzen, erweitern, gleichnamig machen, addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren
  • Brüche in Dezimalzahlen umwandeln und umgekehrt, auch bei periodischen Werten
  • die drei Grundaufgaben der Prozentrechnung lösen und Grundwert, Prozentwert und Prozentsatz auseinanderhalten
  • prozentuale Zu- und Abnahmen berechnen und auf Wirkungsgrad, Toleranzen und Messabweichungen anwenden

1. Was ist ein Bruch?

Ein Bruch beschreibt einen Anteil von einem Ganzen. Teilst du eine Pizza in vier gleiche Stücke und nimmst eines davon, hast du ein Viertel — geschrieben als 1/4.

Die obere Zahl heißt Zähler, sie zählt, wie viele Teile du hast. Die untere Zahl heißt Nenner, sie benennt, in wie viele gleiche Teile das Ganze zerlegt ist.

a = Zähler / Nenner

  • Zähler … Anzahl der genommenen Teile
  • Nenner … Anzahl der gleichen Teile, in die das Ganze geteilt ist

Ein Bruch ist gleichzeitig immer auch eine Divisionsaufgabe. Der Bruchstrich bedeutet „geteilt durch“:

3 / 4 = 3 : 4 = 0,75

Das ist später die Brücke zur Dezimalzahl — der Bruch sagt dir direkt, was du in den Taschenrechner tippen musst.

Echte, unechte und gemischte Zahlen

Ist der Zähler kleiner als der Nenner, ist der Bruch echt — er beschreibt weniger als ein Ganzes (z. B. 3/4). Ist der Zähler größer oder gleich dem Nenner, ist er unecht und beschreibt ein Ganzes oder mehr (z. B. 7/4). Einen unechten Bruch kann man als gemischte Zahl schreiben — eine ganze Zahl plus echter Bruch:

7 / 4 = 1 + 3 / 4 = 1 3/4

Bruch als Verhältnis

In der Technik taucht der Bruch oft als Verhältnis auf. Ein Getriebe mit der Übersetzung 3:1 dreht die Antriebswelle dreimal, während die Abtriebswelle einmal dreht. Das Übersetzungsverhältnis ist nichts anderes als ein Bruch der beiden Drehzahlen:

i = n_an / n_ab

  • i …… Übersetzungsverhältnis (ohne Einheit)
  • n_an … Antriebsdrehzahl in 1/min
  • n_ab … Abtriebsdrehzahl in 1/min

Bei i = 3 dreht der Antrieb dreimal so schnell wie der Abtrieb — dafür steigt am Abtrieb das Drehmoment. Verhältnis und Bruch sind hier dasselbe, nur anders aufgeschrieben.

Der Bruch 3/4 — drei von vier gleichen Teilen 1 2 3 leer Nenner = 4 gleiche Teile, Zähler = 3 gefüllte Teile

Gelöstes Beispiel

Ein Getriebe hat eine Antriebsdrehzahl von 1500 1/min und eine Abtriebsdrehzahl von 500 1/min. Wie groß ist das Übersetzungsverhältnis?

Gegeben:

n_an = 1500 1/min
n_ab = 500 1/min

Gesucht: i (ohne Einheit)

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Verhältnis als Bruch ansetzen:
    i = n_an / n_ab = 1500 / 500
  2. Schritt 2 — Bruch kürzen:
    1500 / 500 = 3 / 1

Ergebnis: i = 3, also eine Übersetzung von 3:1.

Übungen

Schreibe den Bruch 2/5 als Divisionsaufgabe an.

2/5 = 2 : 5

Ist 9/4 ein echter oder unechter Bruch? Schreibe ihn als gemischte Zahl.

Unecht, weil Zähler > Nenner; 9/4 = 2 1/4

Ein Riementrieb dreht antriebsseitig mit 2880 1/min, abtriebsseitig mit 960 1/min. Gib das Übersetzungsverhältnis als gekürzten Bruch an.

i = 2880/960 = 3/1 = 3

Von einem Werkstück mit 24 Bohrungen sind 18 fertig. Welcher Anteil ist fertig (als gekürzter Bruch)?

18/24 = 3/4

Ein Getriebe hat i = 5:2. Die Antriebsdrehzahl beträgt 2000 1/min. Stelle die Verhältnisgleichung nach n_ab um und berechne die Abtriebsdrehzahl.

i = n_an/n_ab → n_ab = n_an/i = 2000/(5/2) = 2000 · 2/5 = 800 1/min

Ein Getriebe hat das Übersetzungsverhältnis i = 4. Was bedeutet das für die Drehzahlen?

  • a) Der Antrieb dreht viermal so schnell wie der Abtrieb
  • b) Der Abtrieb dreht viermal so schnell wie der Antrieb
  • c) Antrieb und Abtrieb drehen gleich schnell
  • d) Das Verhältnis sagt nichts über die Drehzahlen aus

Richtig: a)

i = n_an/n_ab = 4 heißt n_an = 4 · n_ab, der Antrieb dreht also viermal so schnell. Antwort b verwechselt die Richtung, c und d widersprechen der Definition.

Welcher der folgenden Brüche ist unecht?

  • a) 3/8
  • b) 5/9
  • c) 11/7
  • d) 2/3

Richtig: c)

Bei 11/7 ist der Zähler größer als der Nenner — das ist die Definition eines unechten Bruchs. Bei den anderen ist der Zähler jeweils kleiner als der Nenner.

Ein Werkstück ist zu 5/6 fertig. Wie viele gleiche Arbeitsschritte umfasst das Ganze mindestens, und wie viele sind erledigt?

  • a) 5 Schritte gesamt, 6 erledigt
  • b) 11 Schritte gesamt, 5 erledigt
  • c) 6 Schritte gesamt, 1 erledigt
  • d) 6 Schritte gesamt, 5 erledigt

Richtig: d)

Der Nenner 6 gibt die Gesamtzahl gleicher Teile an, der Zähler 5 die erledigten. Antwort a vertauscht beide, b addiert sie fälschlich, c zählt die offenen statt der erledigten.

2. Mit Brüchen rechnen

Brüche lassen sich kürzen, erweitern und in allen vier Grundrechenarten verarbeiten. Wichtig ist nur, für jede Operation die richtige Regel zu kennen.

Kürzen und Erweitern

Der Wert eines Bruchs ändert sich nicht, wenn man Zähler und Nenner mit derselben Zahl multipliziert (erweitern) oder durch dieselbe Zahl dividiert (kürzen).

Kürzen: 12/18 = (12:6)/(18:6) = 2/3

Erweitern: 2/3 = (2·4)/(3·4) = 8/12

Kürzen macht Brüche übersichtlich, erweitern braucht man, um Brüche auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Addieren und Subtrahieren

Brüche kann man nur addieren oder subtrahieren, wenn sie gleichnamig sind — also denselben Nenner haben. Dann rechnet man nur mit den Zählern:

a / n + c / n = (a + c) / n

Sind die Nenner verschieden, bringt man die Brüche zuerst auf den Hauptnenner (das kleinste gemeinsame Vielfache der Nenner):

1 / 2 + 1 / 3 → 3/6 + 2/6 = 5/6

Multiplizieren

Beim Multiplizieren werden Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner gerechnet — kein gemeinsamer Nenner nötig:

a / b · c / d = (a · c) / (b · d)

2 / 3 · 3 / 4 = 6 / 12 = 1 / 2

Dividieren

Durch einen Bruch teilt man, indem man mit seinem Kehrwert multipliziert. Der Kehrwert entsteht durch Vertauschen von Zähler und Nenner:

a / b : c / d = a / b · d / c = (a · d) / (b · c)

3 / 4 : 2 / 5 = 3 / 4 · 5 / 2 = 15 / 8 = 1 7/8

Gelöstes Beispiel

Berechne 5/6 − 1/4 und kürze das Ergebnis, wenn möglich.

Gegeben:

Bruch 1 = 5/6
Bruch 2 = 1/4

Gesucht: Differenz als gekürzter Bruch

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Hauptnenner bestimmen:
    kgV von 6 und 4 ist 12
  2. Schritt 2 — Beide Brüche erweitern:
    5/6 = 10/12 und 1/4 = 3/12
  3. Schritt 3 — Subtrahieren:
    10/12 − 3/12 = 7/12

Ergebnis: 7/12 (nicht weiter kürzbar)

Übungen

Kürze 16/24 so weit wie möglich.

16/24 = 2/3

Berechne 3/8 + 1/8.

4/8 = 1/2

Berechne 2/5 · 5/6 und kürze.

10/30 = 1/3

Berechne 7/10 − 1/4.

Hauptnenner 20: 14/20 − 5/20 = 9/20

Ein Behälter ist zu 3/4 gefüllt. Es werden 2/3 des gesamten Behältervolumens entnommen. Welcher Anteil bleibt im Behälter?

3/4 − 2/3 = 9/12 − 8/12 = 1/12

Warum darf man 2/3 und 1/4 nicht direkt als 3/7 addieren?

  • a) Weil man Brüche grundsätzlich nicht addieren darf
  • b) Weil die Nenner verschieden sind und erst gleichnamig gemacht werden müssen
  • c) Weil der Zähler immer kleiner als der Nenner sein muss
  • d) Weil 2/3 ein unechter Bruch ist

Richtig: b)

Addition setzt gleiche Nenner voraus. Erst nach dem Erweitern auf den Hauptnenner 12 (8/12 + 3/12) ergibt sich das korrekte 11/12. Die anderen Aussagen sind fachlich falsch.

Was ist der Kehrwert von 4/9?

  • a) 9/4
  • b) −4/9
  • c) 4/9
  • d) 9/9

Richtig: a)

Der Kehrwert entsteht durch Vertauschen von Zähler und Nenner, also 9/4. Ein Vorzeichenwechsel (b) oder Gleichsetzen (c) hat damit nichts zu tun.

Berechne 5/8 : 5/4.

  • a) 25/32
  • b) 2
  • c) 25/12
  • d) 1/2

Richtig: d)

Division heißt Multiplikation mit dem Kehrwert: 5/8 · 4/5 = 20/40 = 1/2. Antwort a multipliziert fälschlich direkt, b und c sind Rechenfehler.

Ein Bruch wird mit 3 erweitert und ergibt 9/15. Wie lautete der ursprüngliche, gekürzte Bruch?

  • a) 9/15
  • b) 3/5
  • c) 6/12
  • d) 1/3

Richtig: b)

Erweitern mit 3 bedeutet, der ursprüngliche Bruch war 9/15 gekürzt durch 3, also 3/5. Antwort a ist der erweiterte Wert selbst, c und d ergeben andere Werte.

3. Dezimalzahlen und Brüche

In der Praxis rechnet man selten mit Brüchen weiter — der Taschenrechner und alle Messgeräte arbeiten mit Dezimalzahlen. Beide Schreibweisen beschreiben denselben Wert, man muss nur sicher zwischen ihnen wechseln können.

Vom Bruch zur Dezimalzahl

Da der Bruchstrich „geteilt durch“ bedeutet, wandelt man einen Bruch in eine Dezimalzahl um, indem man den Zähler durch den Nenner dividiert:

x = a : b

  • x … Dezimalzahl
  • a … Zähler
  • b … Nenner

3 / 4 = 3 : 4 = 0,75

Manche Brüche gehen nicht glatt auf. Dann entsteht eine periodische Dezimalzahl — eine Ziffernfolge wiederholt sich endlos. Sie wird mit einem Strich über der Periode gekennzeichnet:

1 / 3 = 1 : 3 = 0,333… = 0,3 (Periode 3)

Brüche, die aufgehen, ergeben eine abbrechende Dezimalzahl (z. B. 0,75); die übrigen ergeben periodische Werte.

Von der Dezimalzahl zum Bruch

Eine abbrechende Dezimalzahl schreibt man als Bruch mit einer Zehnerpotenz im Nenner (10, 100, 1000 …) — je nach Anzahl der Nachkommastellen — und kürzt anschließend:

0,75 = 75 / 100 = 3 / 4

Runden

In der Werkstatt rundet man Dezimalzahlen auf eine sinnvolle Stellenzahl. Steht an der ersten wegfallenden Stelle eine 0 bis 4, wird abgerundet; bei 5 bis 9 wird aufgerundet. Bei 0,333… auf zwei Nachkommastellen also 0,33; bei 0,666… auf zwei Stellen 0,67.

Gelöstes Beispiel

Wandle 7/8 in eine Dezimalzahl um.

Gegeben:

Bruch = 7/8

Gesucht: Dezimalzahl

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Division ansetzen:
    x = 7 : 8
  2. Schritt 2 — Ausrechnen:
    7 : 8 = 0,875

Ergebnis: 7/8 = 0,875 (abbrechende Dezimalzahl)

Übungen

Wandle 1/4 in eine Dezimalzahl um.

1 : 4 = 0,25

Wandle 2/3 in eine Dezimalzahl um und gib die Periode an.

2 : 3 = 0,666… = 0,6 (Periode 6)

Schreibe 0,4 als gekürzten Bruch.

4/10 = 2/5

Schreibe 0,125 als gekürzten Bruch.

125/1000 = 1/8

Runde 5/6 als Dezimalzahl auf drei Nachkommastellen.

5 : 6 = 0,8333… → 0,833

Welche Dezimalzahl entspricht dem Bruch 3/8?

  • a) 0,375
  • b) 0,38
  • c) 2,667
  • d) 0,83

Richtig: a)

3 : 8 = 0,375, eine abbrechende Dezimalzahl. Antwort b ist nur gerundet, c entspricht 8/3, d entspricht etwa 5/6.

Welche Aussage über den Bruch 1/3 ist korrekt?

  • a) Er ergibt eine abbrechende Dezimalzahl
  • b) Er ergibt 0,3 ohne weitere Stellen
  • c) Er ergibt eine periodische Dezimalzahl 0,333…
  • d) Er lässt sich nicht in eine Dezimalzahl umwandeln

Richtig: c)

1 : 3 läuft endlos mit der Periode 3, also 0,333… Jeder Bruch lässt sich in eine Dezimalzahl umwandeln, sie kann nur abbrechend oder periodisch sein.

Die Dezimalzahl 0,6 soll als gekürzter Bruch geschrieben werden. Welcher Bruch ist richtig?

  • a) 6/100
  • b) 6/1
  • c) 1/6
  • d) 3/5

Richtig: d)

0,6 = 6/10, gekürzt durch 2 ergibt 3/5. Antwort a hat den falschen Nenner, b und c sind völlig andere Werte.

4. Prozentrechnung verstehen

Prozent heißt wörtlich „von hundert“. Ein Prozentwert ist also nichts anderes als ein Bruch mit dem festen Nenner 100:

p % = p / 100

z. B. 25 % = 25/100 = 1/4 = 0,25

Damit ist klar: Prozentrechnung ist verkleidete Bruchrechnung. Statt mit beliebigen Nennern arbeitet man immer mit dem Nenner 100, was das Vergleichen erleichtert.

Die drei Größen

Jede Prozentaufgabe dreht sich um drei Größen: den Grundwert (G), den Prozentwert (W) und den Prozentsatz (p).

  • Grundwert (G) — das Ganze, das 100 % entspricht
  • Prozentwert (W) — der Anteil davon, in derselben Einheit wie der Grundwert
  • Prozentsatz (p) — der Anteil in Prozent

Der Zusammenhang:

W = G · p / 100

  • W … Prozentwert (gleiche Einheit wie G)
  • G … Grundwert (das Ganze = 100 %)
  • p … Prozentsatz in %

Aus dieser einen Gleichung lassen sich durch Umstellen alle drei Grundaufgaben lösen:

Prozentwert gesucht: W = G · p / 100
Prozentsatz gesucht: p = W / G · 100
Grundwert gesucht: G = W / p · 100

Wer die Grundgleichung sicher umstellen kann, braucht sich die drei Varianten nicht einzeln zu merken.

Promille

Selten kommt auch Promille vor — „von tausend“, Zeichen ‰. Ein Promille ist ein Zehntel Prozent: 1 ‰ = 1/1000 = 0,1 %. Steigungsangaben bei Bahnstrecken oder Grenzwerte werden manchmal in Promille angegeben.

Gelöstes Beispiel

Ein Lager enthält 480 Bauteile. 35 % davon sind geprüft. Wie viele Bauteile sind geprüft?

Gegeben:

G = 480 Stück
p = 35 %

Gesucht: W in Stück

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Grundgleichung ansetzen:
    W = G · p / 100
  2. Schritt 2 — Werte einsetzen:
    W = 480 · 35 / 100
  3. Schritt 3 — Ausrechnen:
    W = 16800 / 100 = 168

Ergebnis: 168 Bauteile sind geprüft.

Übungen

Wie viel sind 20 % von 350 €?

W = 350 · 20/100 = 70 €

Von 600 Schrauben sind 90 fehlerhaft. Wie hoch ist der Prozentsatz?

p = 90/600 · 100 = 15 %

25 % einer Lieferung sind 75 Stück. Wie groß ist die gesamte Lieferung?

G = 75/25 · 100 = 300 Stück

Schreibe 8 % als gekürzten Bruch und als Dezimalzahl.

8/100 = 2/25 = 0,08

Ein Akku ist zu 40 % geladen, das entspricht 1,8 Ah. Welche Kapazität hat der Akku voll geladen?

G = 1,8/40 · 100 = 4,5 Ah

Welcher Wert entspricht 12,5 % als Bruch?

  • a) 1/8
  • b) 12,5/10
  • c) 1/12
  • d) 8/100

Richtig: a)

12,5 % = 12,5/100 = 1/8. Antwort b und d haben falsche Nenner bzw. wurden nicht gekürzt, c ist ein anderer Wert.

Von einem Widerstandssortiment mit 250 Stück sind 30 defekt. Wie hoch ist der Ausschuss in Prozent?

  • a) 30 %
  • b) 8,3 %
  • c) 7,5 %
  • d) 12 %

Richtig: d)

p = W/G · 100 = 30/250 · 100 = 12 %. Antwort a verwechselt Stückzahl mit Prozent, b und c sind Rechenfehler.

18 % eines Tankvolumens entsprechen 27 Litern. Wie groß ist das gesamte Tankvolumen?

  • a) 4,86 l
  • b) 150 l
  • c) 45 l
  • d) 486 l

Richtig: b)

G = W/p · 100 = 27/18 · 100 = 150 l. Antwort a berechnet stattdessen den Prozentwert, c addiert sinnlos, d ist um Faktor 10 daneben.

Welche Umstellung der Grundgleichung liefert den Prozentsatz?

  • a) p = G · W / 100
  • b) p = G / W · 100
  • c) p = W / G · 100
  • d) p = W · G / 100

Richtig: c)

Aus W = G · p / 100 folgt durch Umstellen p = W/G · 100. Die anderen Varianten vertauschen Zähler und Nenner oder die Operation.

5. Prozentrechnung in der Praxis

Im Alltag rechnet man selten den reinen Prozentwert aus. Häufiger geht es um Veränderungen — etwas wird größer oder kleiner — und um Toleranzen, also zulässige Abweichungen.

Prozentuale Zu- und Abnahme

Bei einer Zunahme (Aufschlag) wird der Prozentwert zum Grundwert addiert, bei einer Abnahme (Abschlag) abgezogen:

Zunahme: G_neu = G + G · p / 100

Abnahme: G_neu = G – G · p / 100

  • G ….. Ausgangswert
  • p ….. Änderung in %
  • G_neu . neuer Wert

Ein Beispiel: Ein Bauteil kostet 80 € netto, dazu kommen 20 % Umsatzsteuer. Der Bruttopreis ist 80 + 80 · 20/100 = 96 €.

Wirkungsgrad als Prozent

Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der zugeführten Leistung als Nutzleistung herauskommt — und wird fast immer in Prozent angegeben:

eta = P_ab / P_zu · 100

  • eta .. Wirkungsgrad in %
  • P_ab . abgegebene Leistung in W
  • P_zu . zugeführte Leistung in W

Ein Motor mit 92 % Wirkungsgrad setzt von 1000 W zugeführter Leistung 920 W in mechanische Arbeit um; die restlichen 80 W gehen als Verlust verloren. Eine vertiefte Behandlung des Wirkungsgrades gibt es im eigenen Beitrag dazu — hier reicht das Verständnis, dass es eine reine Prozentangabe ist.

Toleranzen und Messabweichungen

Der Nennwert ist der Soll-Wert eines Bauteils — der Wert, der aufgedruckt oder spezifiziert ist. Die Toleranz gibt an, wie weit der reale Wert in Prozent davon abweichen darf. Aus dem Nennwert N und der Toleranz t ergeben sich obere und untere Grenze:

Obere Grenze = N + N · t / 100

Untere Grenze = N – N · t / 100

  • N … Nennwert (Soll-Wert des Bauteils)
  • t … Toleranz in %

Gelöstes Beispiel

Ein Widerstand hat den Nennwert 1500 Ω und eine Toleranz von ±5 %. Zwischen welchen Grenzen darf der reale Wert liegen?

Gegeben:

N = 1500 Ω
t = 5 %

Gesucht: obere und untere Grenze in Ω

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Absolute Abweichung berechnen:
    N · t / 100 = 1500 · 5 / 100 = 75 Ω
  2. Schritt 2 — Grenzen bilden:
    Obere Grenze = 1500 + 75 = 1575 Ω
    Untere Grenze = 1500 − 75 = 1425 Ω

Ergebnis: Der reale Wert darf zwischen 1425 Ω und 1575 Ω liegen.

Übungen

Ein Nettopreis von 250 € wird um 20 % Umsatzsteuer erhöht. Wie hoch ist der Bruttopreis?

250 + 250 · 20/100 = 300 €

Ein Lagerbestand von 1200 Stück sinkt um 15 %. Wie viele Stück sind noch vorhanden?

1200 − 1200 · 15/100 = 1020 Stück

Ein Motor nimmt 2500 W auf und gibt 2150 W ab. Wie groß ist der Wirkungsgrad in Prozent?

eta = 2150/2500 · 100 = 86 %

Ein Kondensator mit Nennwert 100 µF has ±10 % Toleranz. Gib die zulässigen Grenzwerte an.

Abweichung 10 µF → zwischen 90 µF und 110 µF

Ein Messgerät zeigt 48,0 V an und hat eine Genauigkeit von ±2,5 %. In welchem Bereich liegt der wahre Wert?

Abweichung = 48 · 2,5/100 = 1,2 V → zwischen 46,8 V und 49,2 V

Ein Widerstand mit Nennwert 470 Ω hat ±5 % Toleranz. Welcher gemessene Wert liegt noch im zulässigen Bereich?

  • a) 510 Ω
  • b) 450 Ω
  • c) 420 Ω
  • d) 500 Ω

Richtig: b)

5 % von 470 Ω sind 23,5 Ω, der zulässige Bereich reicht von 446,5 Ω bis 493,5 Ω. 450 Ω liegt innerhalb dieser Spanne. Die Werte 510, 500 und 420 Ω liegen außerhalb.

Ein Motor nimmt 3000 W auf und hat einen Wirkungsgrad von 90 %. Wie groß ist die Verlustleistung?

  • a) 2700 W
  • b) 270 W
  • c) 300 W
  • d) 3300 W

Richtig: c)

Nutzleistung = 3000 · 90/100 = 2700 W, also Verlust = 3000 − 2700 = 300 W. Antwort a ist die Nutzleistung, b und d sind Rechenfehler.

Ein Preis wird um 25 % erhöht und der neue Preis anschließend um 25 % gesenkt. Wie verhält sich das Endergebnis zum Ausgangspreis?

  • a) Es ist gleich dem Ausgangspreis
  • b) Es ist höher als der Ausgangspreis
  • c) Es ist genau 25 % niedriger
  • d) Es ist niedriger als der Ausgangspreis

Richtig: d)

Die Senkung bezieht sich auf den erhöhten, größeren Wert und fällt absolut größer aus als der Aufschlag. Aus 100 werden 125, davon 25 % weniger sind 93,75 — also niedriger als 100. Die anderen Antworten ignorieren den unterschiedlichen Grundwert.

Ein Kondensator mit Nennwert 220 µF und ±20 % Toleranz wird gemessen. Welcher Wert ist gerade noch zulässig?

  • a) 180 µF
  • b) 270 µF
  • c) 285 µF
  • d) 264 µF

Richtig: d)

20 % von 220 µF sind 44 µF, der Bereich reicht von 176 µF bis 264 µF. 264 µF liegt genau an der oberen Grenze; 270 und 285 µF liegen darüber, 180 µF liegt zwar im Bereich, ist aber nicht der gefragte Grenzwert.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Berechne 5/6 + 3/4 und gib das Ergebnis als gemischte Zahl an.

Gegeben: Bruch 1 = 5/6, Bruch 2 = 3/4

Gesucht: Summe als gemischte Zahl

Lösungsweg:

Hauptnenner 12; 10/12 + 9/12 = 19/12

Ergebnis: 19/12 = 1 7/12

Aufgabe 2: Berechne 7/8 : 7/16 und kürze.

Gegeben: Bruch 1 = 7/8, Bruch 2 = 7/16

Gesucht: Quotient

Lösungsweg:

7/8 · 16/7 = 112/56

Ergebnis: 112/56 = 2

Aufgabe 3: Wandle 9/16 in eine Dezimalzahl um.

Gegeben: Bruch = 9/16

Gesucht: Dezimalzahl

Lösungsweg:

9 : 16

Ergebnis: 0,5625

Aufgabe 4: Schreibe 0,35 als gekürzten Bruch.

Gegeben: Dezimalzahl = 0,35

Gesucht: gekürzter Bruch

Lösungsweg:

35/100, kürzen durch 5

Ergebnis: 7/20

Aufgabe 5: Von 640 produzierten Teilen sind 48 Ausschuss. Wie hoch ist der Ausschussquote in Prozent?

Gegeben: G = 640 Stück, W = 48 Stück

Gesucht: p in %

Lösungsweg:

p = 48/640 · 100

Ergebnis: 7,5 %

Aufgabe 6: Ein Bauteil kostet netto 145 €. Wie hoch ist der Bruttopreis bei 20 % Umsatzsteuer?

Gegeben: G = 145 €, p = 20 %

Gesucht: Bruttopreis

Lösungsweg:

145 + 145 · 20/100 = 145 + 29

Ergebnis: 174 €

Aufgabe 7: Ein Motor gibt bei 4000 W Aufnahmeleistung 3480 W ab. Berechne den Wirkungsgrad in Prozent.

Gegeben: P_zu = 4000 W, P_ab = 3480 W

Gesucht: eta in %

Lösungsweg:

eta = 3480/4000 · 100

Ergebnis: 87 %

Aufgabe 8: Ein Widerstand hat den Nennwert 680 Ω und ±2 % Toleranz. Gib die obere und untere Grenze an.

Gegeben: N = 680 Ω, t = 2 %

Gesucht: Grenzwerte

Lösungsweg:

Abweichung = 680 · 2/100 = 13,6 Ω

Ergebnis: untere Grenze 666,4 Ω, obere Grenze 693,6 Ω

Welcher Bruch ist gleich groß wie 0,625?

  • a) 5/8
  • b) 6/25
  • c) 5/6
  • d) 62/100

Richtig: a)

0,625 = 625/1000 = 5/8. Antwort d ist nicht gekürzt und zudem falsch, b und c ergeben andere Werte.

Ein Behälter ist zu 2/5 gefüllt. Wie viel Prozent sind das?

  • a) 25 %
  • b) 20 %
  • c) 45 %
  • d) 40 %

Richtig: d)

2/5 = 0,4 = 40 %. Antwort a entspräche 1/4, b und c sind falsch.

Berechne 3/4 − 2/5.

  • a) 1/1
  • b) 7/20
  • c) 5/9
  • d) 1/20

Richtig: b)

Hauptnenner 20: 15/20 − 8/20 = 7/20. Antwort c addiert fälschlich Zähler und Nenner, d und a sind Rechenfehler.

Ein Lagerbestand von 800 Stück wird um 12,5 % reduziert. Wie viele Stück bleiben?

  • a) 100
  • b) 712
  • c) 700
  • d) 688

Richtig: c)

12,5 % von 800 sind 100, also bleiben 800 − 100 = 700. Antwort a ist die Abnahme selbst, b und d sind Rechenfehler.

Welche Aussage über den Kehrwert ist richtig?

  • a) Der Kehrwert von 3/7 ist −3/7
  • b) Der Kehrwert von 3/7 ist 7/3
  • c) Der Kehrwert von 3/7 ist 3/7
  • d) Brüche haben keinen Kehrwert

Richtig: b)

Der Kehrwert entsteht durch Vertauschen von Zähler und Nenner, also 7/3. Vorzeichenwechsel (a) oder Identität (c) sind falsch.

Ein Motor hat einen Wirkungsgrad von 75 % und gibt 1500 W ab. Welche Leistung nimmt er auf?

  • a) 2000 W
  • b) 1125 W
  • c) 1875 W
  • d) 1575 W

Richtig: a)

P_zu = P_ab/eta · 100 = 1500/75 · 100 = 2000 W. Antwort b berechnet stattdessen 75 % von 1500, c und d sind falsch.

Ein Widerstand mit Nennwert 100 Ω und ±10 % Toleranz wird gemessen. Welcher Wert liegt außerhalb des zulässigen Bereichs?

  • a) 92 Ω
  • b) 112 Ω
  • c) 95 Ω
  • d) 108 Ω

Richtig: b)

Der Bereich reicht von 90 Ω bis 110 Ω. 112 Ω liegt darüber und ist damit unzulässig; die übrigen Werte liegen innerhalb der Spanne.

Was ergibt 2/3 · 9/10 gekürzt?

  • a) 3/5
  • b) 18/30
  • c) 11/13
  • d) 5/3

Richtig: a)

2/3 · 9/10 = 18/30 = 3/5. Antwort b ist das ungekürzte Ergebnis, c addiert fälschlich, d ist ein Rechenfehler.

Eine Lieferung von 360 Teilen enthält 54 Sonderanfertigungen. Welcher Anteil ist das, ausgedrückt als gekürzter Bruch?

  • a) 54/360
  • b) 1/6
  • c) 3/20
  • d) 9/50

Richtig: c)

54/360 gekürzt durch 18 ergibt 3/20. Antwort a ist ungekürzt, b und d sind falsch gekürzt.

Ein Wert wird zuerst um 50 % erhöht und dann um 50 % gesenkt. Wie groß ist das Ergebnis im Vergleich zum Ausgangswert?

  • a) Gleich groß
  • b) 50 % größer
  • c) 25 % kleiner
  • d) 100 % größer

Richtig: c)

Aus 100 werden mit +50 % zunächst 150, davon 50 % weniger sind 75 — also 25 % kleiner als der Ausgangswert. Weil sich die Senkung auf den größeren Zwischenwert bezieht, hebt sie den Aufschlag nicht auf.

Welcher Dezimalwert entspricht dem Bruch 7/20?

  • a) 0,35
  • b) 0,72
  • c) 2,86
  • d) 0,29

Richtig: a)

7 : 20 = 0,35. Antwort c entspricht etwa 20/7, b und d sind falsch.

Ein Kondensator mit Nennwert 47 µF hat eine Toleranz von ±20 %. Welcher gemessene Wert ist gerade noch zulässig?

  • a) 60 µF
  • b) 56,4 µF
  • c) 38 µF
  • d) 58 µF

Richtig: b)

20 % von 47 µF sind 9,4 µF, der Bereich reicht von 37,6 µF bis 56,4 µF. 56,4 µF liegt genau an der oberen Grenze; 58 und 60 µF liegen darüber, 38 µF liegt zwar im Bereich, ist aber nicht der gefragte Grenzwert.

Glossar

Bruch
Schreibweise für einen Anteil von einem Ganzen; der Zähler steht über, der Nenner unter dem Bruchstrich, der zugleich „geteilt durch“ bedeutet.
Zähler
die obere Zahl eines Bruchs; gibt an, wie viele gleiche Teile genommen werden.
Nenner
die untere Zahl eines Bruchs; gibt an, in wie viele gleiche Teile das Ganze zerlegt ist.
Echter Bruch
Bruch, bei dem der Zähler kleiner als der Nenner ist; beschreibt weniger als ein Ganzes.
Unechter Bruch
Bruch, bei dem der Zähler größer oder gleich dem Nenner ist; lässt sich als gemischte Zahl schreiben.
Gemischte Zahl
Darstellung eines unechten Bruchs als ganze Zahl plus echter Bruch, z. B. 1 3/4.
Übersetzungsverhältnis
das als Bruch geschriebene Verhältnis von Antriebs- zu Abtriebsdrehzahl eines Getriebes.
Kürzen
Zähler und Nenner durch dieselbe Zahl teilen; der Wert des Bruchs bleibt gleich.
Erweitern
Zähler und Nenner mit derselben Zahl multiplizieren; der Wert des Bruchs bleibt gleich.
Hauptnenner
kleinstes gemeinsames Vielfaches der Nenner; nötig, um ungleichnamige Brüche zu addieren oder zu subtrahieren.
Kehrwert
Bruch mit vertauschtem Zähler und Nenner; durch ihn ersetzt man die Division durch eine Multiplikation.
Dezimalzahl
Zahl mit Komma; entsteht aus einem Bruch durch Division des Zählers durch den Nenner.
Periodische Dezimalzahl
Dezimalzahl, bei der sich eine Ziffernfolge endlos wiederholt, gekennzeichnet durch einen Strich über der Periode.
Prozent
Anteil bezogen auf hundert; ein Prozentwert ist ein Bruch mit dem Nenner 100.
Grundwert
das Ganze in einer Prozentaufgabe, das 100 % entspricht.
Prozentwert
der Anteil des Grundwerts, ausgedrückt in derselben Einheit wie der Grundwert.
Prozentsatz
der Anteil in Prozent angegeben.
Promille
Anteil bezogen auf tausend; 1 ‰ entspricht 0,1 %.
Wirkungsgrad
das prozentuale Verhältnis von abgegebener zu zugeführter Leistung.
Nennwert
der Soll-Wert eines Bauteils, auf den sich die Toleranzangabe bezieht.
Toleranz
zulässige Abweichung eines Werts vom Nennwert, oft in Prozent angegeben.

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