Oszilloskop – Aufbau, Bedienung & Signalanalyse
Das Oszilloskop ist das wichtigste Diagnosewerkzeug der Elektro- und Messtechnik. Es macht elektrische Signale sichtbar – als Spannungsverlauf über die Zeit – und erlaubt die genaue Analyse von Amplitude, Frequenz, Phase, Kurvenform und Signalfehlern.
Was ist ein Oszilloskop – und warum reicht ein Multimeter nicht?
Ein Oszilloskop ist ein Messgerät, das elektrische Spannungen als grafischen Verlauf über die Zeit darstellt. Auf der Y-Achse (vertikal) ist die Spannung aufgetragen, auf der X-Achse (horizontal) die Zeit. Dadurch entsteht ein „Bild“ des Signals – man sieht die Kurvenform, Amplitude, Frequenz und eventuelle Störungen.
Ein Multimeter zeigt nur einen einzigen Momentan- oder Mittelwert an – eine Zahl. Bei einer stabilen Gleichspannung ist das vollkommen ausreichend. Sobald sich das Signal aber zeitlich verändert – bei Wechselspannungen, Impulsen, Störspitzen oder nicht-sinusförmigen Verläufen – versagt das Multimeter. Es „sieht“ die Kurvenform nicht, sondern berechnet nur einen Effektivwert.
Das Oszilloskop kann außerdem:
- zwei oder mehr Signale gleichzeitig darstellen und phasenversetzt vergleichen
- nicht-periodische Einzelereignisse (z. B. einen Einschaltimpuls) erfassen und „einfrieren“
- automatisch Spannung, Frequenz, Periodendauer, Tastverhältnis und weitere Kenngrößen berechnen
- Signale im Frequenzbereich analysieren (FFT)
Wie ist ein digitales Speicheroszilloskop (DSO) aufgebaut?
Moderne Oszilloskope sind fast ausnahmslos Digitale Speicheroszilloskope (DSO – Digital Storage Oscilloscope). Das analoge Eingangssignal wird von einem Analog-Digital-Wandler (ADC) mit hoher Geschwindigkeit abgetastet und als Zahlenfolge im Speicher abgelegt. Aus diesem Speicher wird die Kurvenform auf dem Display rekonstruiert und angezeigt.
Die wichtigsten Baugruppen eines DSO im Überblick:
2. Vorverstärker – Verstärkt oder dämpft das Signal je nach V/div-Einstellung, bevor es zum ADC gelangt.
3. ADC (Analog-Digital-Wandler) – Wandelt die analoge Spannung in einen digitalen Zahlenwert um. Die Auflösung beträgt typisch 8–12 Bit.
4. Akquisitionsspeicher (Waveform Memory) – Speichert die abgetasteten Werte. Aus dem Speicher kann die Kurvenform erneut abgerufen und analysiert werden – auch nach dem Ereignis.
5. Triggersystem – Definiert den Startpunkt der Aufzeichnung und sorgt für ein stehendes, stabiles Bild auf dem Display.
6. Zeitbasis-Schaltung – Steuert die Abtastrate und damit die Zeitachse (X-Achse, s/div).
7. Display (LCD/TFT) – Stellt die rekonstruierte Wellenform grafisch dar. Der Bildschirm ist in ein Raster von typisch 10 × 8 Kästchen (Divisions) eingeteilt.
8. Prozessor / DSP – Übernimmt automatische Messungen, Mathematik-Funktionen (z. B. CH1–CH2) und FFT-Analyse.
Der wichtigste Unterschied zum analogen Oszilloskop (Kathodenstrahlröhre): Das DSO kann das Signal einfrieren, zoomen, ausdrucken, auf USB speichern und auch Einzelereignisse – die nur einmal auftreten – stabil anzeigen.
Was macht der Tastkopf – und warum ist die Kompensation so wichtig?
Der Tastkopf (engl. Probe) ist die Verbindung zwischen dem Messobjekt und dem Oszilloskop-Eingang. Er besteht aus einer Messspitze, einem Masseanschluss (Krokodilklemme oder kurze Masseleitung) und einem Kabel, das mit einem BNC-Stecker an den Kanal-Eingang angesteckt wird.
Passiver Tastkopf – Spannungsteiler
Der am häufigsten verwendete Tastkopf ist der passive Tastkopf. Er enthält im Stecker einen Reihenwiderstand (z. B. 9 MΩ) und bildet zusammen mit dem Eingangswiderstand des Oszilloskops (typisch 1 MΩ) einen Spannungsteiler mit dem Faktor 10:1 (×10). Das bedeutet: Die am Messobjekt anliegende Spannung wird auf 1⁄10 gedämpft, bevor sie den ADC erreicht.
×1: Kein Teiler, volle Signalstärke, aber hohe Kapazitätsbelastung → nur für sehr niederfrequente Signale geeignet.
×10: Spannungsteiler 10:1 aktiv, niedrigere Eingangskapazität → für die meisten Messungen empfohlen. Das Oszilloskop muss auf ×10 eingestellt werden, damit die angezeigte Spannung korrekt ist.
Tastkopf-Kompensation – warum ist das notwendig?
Jeder Tastkopf bildet mit dem Eingang des Oszilloskops ein RC-Netzwerk. Ist dieses Netzwerk nicht perfekt abgeglichen (kompensiert), werden Sprungkanten verzerrt dargestellt: Es entstehen Über- oder Unterschwinger. Daher muss vor dem ersten Einsatz – und nach jedem Gerätewechsel – die Tastkopf-Kompensation durchgeführt werden.
Die Kompensation erfolgt an einem eigens dafür vorgesehenen Referenz-Ausgang am Oszilloskop (meist mit einem Rechteck-Symbol oder „CAL“ gekennzeichnet). Mit einem kleinen Trimmer-Schraubenzieher wird die Kompensationskapazität im Tastkopf-Stecker so lange eingestellt, bis ein perfektes Rechtecksignal erscheint.
Wie funktioniert das Vertikalsystem (V/div)?
Das Vertikalsystem des Oszilloskops steuert die Y-Achse – also die Spannungsdarstellung. Der wichtigste Parameter ist V/div (Volt pro Division): Er gibt an, welche Spannung einem Rasterkasten (Division) auf dem Bildschirm entspricht.
Ein typisches Oszilloskop-Display hat 8 Divisionen in vertikaler Richtung. Bei einer Einstellung von 2 V/div kann der Bildschirm also insgesamt 8 × 2 V = 16 V darstellen.
Vertikalsystem – Beziehungen
- Upp
- Spitze-Spitze-Spannung [V] – Differenz zwischen maximalem und minimalem Wert
- Û
- Amplitude / Scheitelwert [V] – halbe Spitze-Spitze-Spannung bei symmetrischen Signalen
- Ueff
- Effektivwert [V] – nur bei Sinussignal: Û / √2 ≈ Û × 0,707
- V/div
- Volt pro Division – Einstellung am Vertikalregler
Eingangskopplung
Am Eingang jedes Kanals kann zwischen drei Kopplungsarten gewählt werden:
| Kopplung | Wirkung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| DC | Gleichstrom und Wechselstrom werden angezeigt – Signal unverändert | Standardmessung, Signale mit DC-Offset |
| AC | Gleichanteil (DC-Offset) wird herausgefiltert – nur Wechselanteil sichtbar | Messung kleiner Ripple-Spannungen auf DC-Versorgung |
| GND | Eingang auf Masse geschaltet – Nulllinie (0 V Referenz) auf dem Display | Nullpunkt-Referenz einstellen |
Wie funktioniert das Horizontalsystem (s/div) und was ist Abtastrate?
Das Horizontalsystem steuert die X-Achse – also die Zeitdarstellung. Der Parameter s/div (Sekunden pro Division) gibt an, welche Zeitspanne einem Rasterkasten entspricht. Typische Werte reichen von wenigen Nanosekunden (ns/div) bis zu mehreren Sekunden (s/div).
Ein typisches Oszilloskop-Display hat 10 Divisionen in horizontaler Richtung. Bei 1 ms/div ist damit eine gesamte Zeitfensterbreite von 10 × 1 ms = 10 ms sichtbar.
Horizontalsystem – Beziehungen
- T
- Periodendauer [s] – Zeit für eine vollständige Schwingung
- f
- Frequenz [Hz] – Anzahl der Schwingungen pro Sekunde
- fAbtast
- Abtastrate [Sa/s] – wie viele Abtastwerte pro Sekunde der ADC aufnimmt
- s/div
- Sekunden pro Division – Einstellung am Zeitbasis-Regler
Nyquist-Theorem und Alias-Effekte
Das Nyquist-Shanon-Abtasttheorem besagt: Um ein Signal mit der Frequenz f korrekt zu rekonstruieren, muss die Abtastrate mindestens 2 × f betragen. Wird zu langsam abgetastet, entstehen Alias-Signale – Scheinsignale mit falscher, zu niedriger Frequenz. In der Praxis empfiehlt Rohde & Schwarz und Tektronix mindestens die 5-fache Abtastrate der Signalfrequenz für genaue Kurvenformdarstellung.
Warum braucht das Oszilloskop einen Trigger – und wie stellt man ihn richtig ein?
Ohne Trigger würde das Oszilloskop die Kurvenform immer an einer zufälligen Stelle der Zeitachse beginnen zu zeichnen. Bei einem periodischen Signal würden die Kurven ineinander verschoben angezeigt – das Bild würde „wandern“ und wäre nicht lesbar. Der Trigger löst dieses Problem, indem er einen definierten Startpunkt für jede neue Aufzeichnung festlegt.
Flankentrigger (Edge Trigger) – der Standard
Der einfachste und häufigste Trigger ist der Flankentrigger. Er startet die Aufzeichnung, sobald das Signal einen einstellbaren Triggerpegel (Trigger Level) überschreitet – entweder auf der steigenden Flanke (↑) oder der fallenden Flanke (↓).
Triggermodi
| Modus | Verhalten | Einsatz |
|---|---|---|
| Auto | Zeigt immer ein Signal, auch ohne Trigger-Ereignis (dann rollendes Bild) | Ersteinstieg, Gleichspannungen |
| Normal | Nur Aufzeichnung wenn Trigger-Bedingung erfüllt – kein Signal = schwarzer Bildschirm | Standard für periodische Signale |
| Single | Genau eine Aufzeichnung beim nächsten Trigger-Ereignis, dann Stop | Einzelereignisse, Einschaltimpulse |
Wie liest man Signalparameter ab und was kann man automatisch messen?
Am Oszilloskop-Bildschirm lassen sich alle wesentlichen Signalparameter manuell aus dem Raster ablesen oder durch automatische Messfunktionen direkt anzeigen lassen.
Manuelle Ablesung
Anhand des Rasters und der eingestellten V/div- und s/div-Werte können folgende Größen direkt abgelesen werden:
Signalparameter – Formeln und Ablesen
- Divpp
- Abgelesene Divisionen Spitze-Spitze (vertikal)
- DivT
- Abgelesene Divisionen für eine Periode (horizontal)
- δ
- Tastverhältnis (Duty Cycle) – Verhältnis Einschaltzeit zu Gesamtperiode [%]
- φ
- Phasenverschiebung – zeitlicher Versatz zweier Signale gleicher Frequenz [°]
- Δt
- Zeitlicher Versatz zwischen zwei Signalen (ablesbar mit Cursor)
Cursor-Messungen
Alle modernen DSO verfügen über Cursor – zwei verschiebbare Linien auf dem Bildschirm. Spannungs-Cursor (horizontale Linien) messen die Differenz zweier Spannungswerte, Zeit-Cursor (vertikale Linien) die Zeitdifferenz zwischen zwei Punkten.
Automatische Messung
Per Taste „Measure“ oder „Messen“ stellt das Oszilloskop automatisch bis zu 20 Parameter gleichzeitig auf dem Display dar, z. B. Spitze-Spitze-Spannung, Frequenz, Periodendauer, Effektivwert (RMS), Anstiegszeit, Abfallzeit, Tastverhältnis und Mittelwert.
Rechenaufgaben
Upp = 6 div × 5 V/div = 30 V
Û = Upp / 2 = 30 / 2 = 15 V
Ueff = Û / √2 = 15 / 1,414 ≈ 10,61 V
T = 4 div × 2 ms/div = 8 ms
f = 1 / T = 1 / 0,008 s = 125 Hz
Δt = 1,5 div × 4 ms/div = 6 ms
T = 1 / f = 1 / 50 Hz = 20 ms
φ = (Δt / T) × 360° = (6 ms / 20 ms) × 360° = 0,3 × 360° = 108°
T = 4 div × 1 ms/div = 4 ms = 0,004 s
U_pp (am Schirm) = 4,2 div × 5 V/div = 21 V
Tatsächliche U_pp = 21 V × 10 (Tastkopf) = 210 V
Û = 210 / 2 = 105 V
U_eff = 105 / √2 ≈ 74,25 V
T = 6 div × 0,5 ms/div = 3 ms = 0,003 s
f = 1 / 0,003 ≈ 333 Hz
Abschlusstest
Typische Prüfungsfragen
Mündliche Prüfungsfragen zum Thema Oszilloskop – ausklappen für die Musterantwort.
01Was ist der Unterschied zwischen einem Multimeter und einem Oszilloskop?›
02Erklären Sie, was V/div und s/div bedeuten.›
03Was ist der Trigger und wozu dient er?›
04Was versteht man unter der Tastkopf-Kompensation und warum ist sie notwendig?›
05Was ist das Nyquist-Theorem und was passiert bei Verletzung?›
06Wie berechnet man Frequenz und Phasenverschiebung aus dem Oszilloskopbild?›
07Wann verwendet man die AC-Eingangskopplung statt DC?›
08Was sind die wichtigsten Sicherheitsregeln beim Arbeiten mit dem Oszilloskop?›
Formelsammlung
Spitze-Spitze-Spannung
- Divpp
- Abgelesene Divisionen vertikal (Spitze-Spitze)
- V/div
- Volt pro Division [V/div]
Amplitude und Effektivwert
- Û
- Scheitelwert / Amplitude [V]
- Ueff
- Effektivwert [V] – nur für Sinus!
Periode und Frequenz
- DivT
- Abgelesene Divisionen horizontal (eine Periode)
- s/div
- Sekunden pro Division [s/div]
- f
- Frequenz [Hz]
Phasenverschiebung
- Δt
- Zeitlicher Versatz zweier Signale [s]
- T
- Gemeinsame Periodendauer [s]
- φ
- Phasenverschiebung [°]
Tastverhältnis
- ton
- Einschaltdauer [s]
- T
- Periode [s]
- δ
- Duty Cycle / Tastverhältnis [%]
Nyquist-Abtastbedingung
- fAbtast
- Abtastrate [Sa/s]
- fmax
- Höchste Signalfrequenz [Hz]
- Praxis
- Empfohlen: ≥ 5 × f_Signal
Tastkopf-Teilerverhältnis
- k
- Tastkopf-Teiler (×1 oder ×10)
- USchirm
- Am Display abgelesene Spannung
Darstellbarer Spannungsbereich
- 8 div
- Typische vertikale Bildschirmgröße
- V/div
- Aktuelle Empfindlichkeitseinstellung
Glossar
- Oszilloskop – Elektrisches Messgerät zur grafischen Darstellung von Spannungsverläufen über die Zeit auf einem Bildschirm. X-Achse = Zeit, Y-Achse = Spannung.
- DSO (Digital Storage Oscilloscope) – Digitales Speicheroszilloskop. Wandelt das Eingangssignal per ADC in digitale Werte um und speichert diese. Ermöglicht Einfrieren, Zoomen und Einzelereigniserfassung.
- ADC (Analog-Digital-Converter) – Analog-Digital-Wandler. Wandelt eine analoge Spannung in einen digitalen Zahlenwert um. Die Auflösung beträgt typisch 8–12 Bit.
- V/div (Volt pro Division) – Vertikale Skalierungseinstellung des Oszilloskops. Gibt an, welcher Spannungswert einem Rasterkasten auf der Y-Achse entspricht.
- s/div (Sekunden pro Division) – Horizontale Zeitbasis-Einstellung. Gibt an, welcher Zeitwert einem Rasterkasten auf der X-Achse entspricht.
- Trigger – Auslöser für den Beginn einer Signalaufzeichnung. Definiert eine Bedingung (z. B. Spannung überschreitet Pegel auf steigender Flanke), bei der die Aufzeichnung startet. Sorgt für ein stabiles Bild bei periodischen Signalen.
- Flankentrigger (Edge Trigger) – Häufigster Trigger-Typ. Startet die Aufzeichnung beim Überschreiten des Trigger-Pegels auf der steigenden (↑) oder fallenden (↓) Flanke des Signals.
- Trigger-Pegel (Trigger Level) – Einstellbare Spannungsschwelle, bei der der Trigger auslöst. Muss sich innerhalb der Signalflanke befinden.
- Tastkopf (Probe) – Verbindungselement zwischen Messobjekt und Oszilloskop-Eingang. Besteht aus Messspitze, Masseanschluss, Kabel und BNC-Stecker. Enthält meist einen passiven Spannungsteiler (×10).
- Tastkopf-Kompensation – Abgleich des RC-Netzwerks zwischen Tastkopf und Oszilloskop-Eingang. Verhindert Kurvenformverzerrungen (Über-/Unterschwinger) bei Rechteckflanken.
- BNC-Stecker – Bayonet Neill-Concelman – koaxialer HF-Steckverbinder, der standardmäßig für Tastkopf-Anschlüsse an Oszilloskopen verwendet wird.
- Division (div) – Ein Kästchen des Bildschirm-Rasters. Typisches Raster: 10 div horizontal × 8 div vertikal.
- Abtastrate (Sample Rate) – Anzahl der Messwerte, die der ADC pro Sekunde aufnimmt, angegeben in Sa/s (Samples per second) oder Sa/s. Je höher, desto genauer die Kurvenform-Darstellung bei hohen Frequenzen.
- Nyquist-Theorem – Abtastbedingung: f_Abtast ≥ 2 × f_max. Bei Verletzung entstehen Alias-Signale.
- Alias-Signal – Scheinsignal, das bei zu geringer Abtastrate entsteht. Das Oszilloskop zeigt eine falsche, zu niedrige Frequenz an.
- Upp (Spitze-Spitze-Spannung) – Differenz zwischen dem maximalen und minimalen Spannungswert einer Schwingung. Direkt am Bildschirm ablesbar.
- Û (Amplitude / Scheitelwert) – Maximaler Ausschlag einer Schwingung vom Nullpunkt. Bei symmetrischen Signalen: Û = U_pp / 2.
- Ueff (Effektivwert / RMS) – Root Mean Square. Für Sinussignale: U_eff = Û / √2. Gibt die Wirkleistung einer Spannung an – entspricht dem gleichwertigen Gleichspannungswert.
- Tastverhältnis (Duty Cycle, δ) – Verhältnis der Einschaltdauer zur Gesamtperiodendauer bei Rechtecksignalen. δ = (t_on / T) × 100 %.
- Phasenverschiebung (φ) – Zeitlicher Versatz zweier Signale gleicher Frequenz, ausgedrückt in Grad. φ = (Δt / T) × 360°.
- Eingangskopplung – Betriebsart des Eingangskanals. DC: Signal unverändert. AC: Gleichanteil herausgefiltert. GND: Eingang auf Masse (Nullreferenz).
- True RMS – Echter Effektivwert. Wird für beliebige Kurvenformen (nicht nur Sinus) korrekt berechnet. Das Oszilloskop zeigt immer True RMS an.
- Cursor – Verschiebbare Messlinien am Bildschirm. Spannungs-Cursor messen Δ U, Zeit-Cursor messen Δ t zwischen zwei Punkten.
- Bandbreite – Maximale Frequenz, bei der das Oszilloskop noch mindestens 70,7 % (–3 dB) der tatsächlichen Signalamplitude darstellt. Bei 100-MHz-Bandbreite werden Signale bis 100 MHz noch korrekt angezeigt.
Stand & Quellen
Erstellt: April 2025 | Zielgruppe: Mechatroniker-Lernportal Österreich
Normreferenzen:
- ÖVE/ÖNORM EN 61010-1: Sicherheitsanforderungen für elektrische Betriebsmittel zur Messung, Steuerung und Laboranwendung
- ÖVE/ÖNORM EN 61326-1: Elektrische Betriebsmittel zur Messung, Steuerung und Laboranwendung – Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit
- Messkategorien CAT I–IV gemäß IEC 61010-1
Fachliche Quellen: Rohde & Schwarz – Grundlagen der Oszilloskop-Bedienung; Tektronix – ABC der Oszilloskope (Einführungshandbuch); Austrian Standards Institute (ASI) – e-norm.at
