Z-Diode – Spannungsstabilisierung
Wer schon einmal ein Steckernetzteil zerlegt hat oder einen Microcontroller versorgt, kennt das Problem: Die Eingangsspannung schwankt — durch Netz, Belastung, Temperatur — die nachgeschaltete Schaltung will aber eine stabile Versorgung. Genau hier setzt die Z-Diode an. Sie ist eine speziell ausgelegte Halbleiterdiode, die im Sperrbereich gezielt in den Durchbruch getrieben wird. In diesem Durchbruch bleibt die Spannung über einen weiten Strombereich nahezu konstant — und damit hat man das einfachste denkbare Bauteil zur Spannungsstabilisierung in der Hand.
Dieser Beitrag zeigt, wie die Z-Diode aufgebaut ist, warum die Kennlinie diesen scharfen Knick im Durchbruch macht, wie die Stabilisierungsschaltung dimensioniert wird und wo die Grenzen liegen.
Vorwissen
- Diode: Funktion und Kennlinie
- Das Ohmsche Gesetz
- Spannungsteiler
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- den Aufbau, das Schaltsymbol und die Kennzeichnung einer Z-Diode erkennen
- den Unterschied zwischen Zener- und Lawinendurchbruch erklären
- eine Z-Diodenschaltung zur Spannungsstabilisierung lesen und in die richtige Polung bringen
- Vorwiderstand, Z-Dioden-Strom und Verlustleistungen für eine vorgegebene Schaltung berechnen
- die Grenzen der einfachen Z-Diodenstabilisierung einschätzen und sinnvolle Anwendungen benennen
1. Was ist eine Z-Diode? Aufbau, Symbol und Kennzeichnung
Eine Z-Diode ist im Grunde eine ganz normale Silizium-Diode — mit einem entscheidenden Unterschied: Sie ist so hoch dotiert und so präzise gefertigt, dass sie im Sperrbereich bei einer ganz bestimmten Spannung definiert in den Durchbruch geht, ohne Schaden zu nehmen. Diese Zenerspannung U_Z ist die zentrale Kenngröße und wird im Datenblatt genau angegeben — Werte zwischen 2,4 V und etwa 200 V sind üblich.
Eine normale Gleichrichterdiode geht ebenfalls bei einer bestimmten Sperrspannung in den Durchbruch — aber dort zerstört der dabei fließende Strom das Bauteil. Die Z-Diode ist dagegen so konstruiert, dass der Durchbruch ein normaler Betriebszustand ist.
Am realen Bauteil ist die Kathode durch einen Ring auf dem Gehäuse markiert — genau wie bei einer normalen Diode. Wichtig: In der Stabilisierungsschaltung wird die Z-Diode in Sperrrichtung eingebaut, also Pluspol an Kathode, Minuspol an Anode. Bei der normalen Diode wäre das die falsche Richtung — bei der Z-Diode ist es genau die gewünschte Betriebsart.
Typische Bauformen sind die kleinen Glasgehäuse DO-35 und DO-41 für bedrahtete Schaltungen sowie SMD-Bauformen wie SOD-80 und SOD-323. Die Verlustleistung steht im Datenblatt — übliche Werte sind 0,4 W, 0,5 W und 1,3 W; für höhere Belastungen gibt es 3-W- und 5-W-Typen in größeren Gehäusen.
Typenbezeichnungen sind nicht einheitlich, aber drei Serien tauchen in Europa und Österreich besonders oft auf:
| Serie | Typische Verlustleistung | Beispiel |
|---|---|---|
| BZX55 | 0,5 W | BZX55C5V1 (5,1 V) |
| BZX79 | 0,4 W | BZX79C9V1 (9,1 V) |
| BZX85 | 1,3 W | BZX85C12 (12 V) |
In der Bezeichnung steckt direkt die Zenerspannung — „5V1″ steht für 5,1 V, „9V1″ für 9,1 V. Die Zwischenstufen kommen daher, dass die Z-Spannungen den E24-Werten folgen (1,0 — 1,1 — 1,2 — 1,3 — 1,5 — 1,8 — 2,0 — 2,2 — 2,4 — 2,7 — 3,0 — 3,3 — 3,6 — 3,9 — 4,3 — 4,7 — 5,1 — 5,6 — 6,2 — 6,8 — 7,5 — 8,2 — 9,1 — und weiter mit Faktor 10). Die E-Reihen sind in der ÖNORM EN IEC 60063 festgelegt und gelten genauso für Widerstände und Kondensatoren — eine sehr nützliche Reihe, die man im Kopf haben sollte.
Wie unterscheidet sich die Z-Diode physikalisch von einer normalen Gleichrichterdiode?
- a) Sie ist so dotiert, dass der Sperrbereich-Durchbruch ein definierter Betriebszustand ist
- b) Sie besteht aus Germanium statt Silizium
- c) Sie hat keinen pn-Übergang
- d) Sie funktioniert ausschließlich bei Wechselspannung
Richtig: a)
Die Z-Diode ist ein Si-Halbleiter mit pn-Übergang wie jede andere Diode auch. Durch die hohe Dotierung wird der Durchbruch im Sperrbereich aber kontrolliert und zerstörungsfrei. Germanium spielt heute keine Rolle mehr, und der pn-Übergang ist die Voraussetzung jeder Halbleiterdiode.
Du findest in einer Schaltung eine Z-Diode mit die Aufschrift „BZX79C6V8″. Was bedeutet das?
- a) Diode mit 6,8 W Verlustleistung
- b) Diode mit Sperrspannung 79 V
- c) Z-Diode der BZX79-Serie mit Zenerspannung 6,8 V
- d) Universal-Diode mit 6,8 mA Nennstrom
Richtig: c)
Die Bezeichnung BZX79 verweist auf die Serie (typisch 0,4 W Verlustleistung), das „C6V8″ steht für die Zenerspannung 6,8 V. Diese Schreibweise mit dem „V“ als Dezimalpunkt ist europäischer Standard und vermeidet Probleme mit verloren gehenden Kommas in Stücklisten.
In welcher Richtung wird die Z-Diode in einer Spannungsstabilisierung eingebaut?
- a) In Durchlassrichtung, damit der Strom fließen kann
- b) In beide Richtungen abwechselnd
- c) Spielt keine Rolle, sie ist symmetrisch
- d) In Sperrrichtung — Pluspol an die Kathode
Richtig: d)
In der Stabilisierungsschaltung wird gezielt der Sperrbereich-Durchbruch genutzt. Dazu muss die Diode mit dem Pluspol an der Kathode liegen — also in Sperrrichtung. Verkehrt eingebaut wirkt sie wie eine normale Diode mit etwa 0,7 V Durchlassspannung, eine Stabilisierung findet dann nicht statt.
2. Kennlinie und Durchbruchmechanismen
Die U-I-Kennlinie einer Z-Diode hat drei Bereiche, die man sauber auseinanderhalten muss.
Im Durchlassbereich (positive Spannung, Anode positiver als Kathode) verhält sich die Z-Diode wie eine ganz normale Si-Diode: Bei etwa 0,7 V Durchlassspannung U_F beginnt sie zu leiten. Dieser Bereich wird in der Stabilisierung nicht genutzt.
Im Sperrbereich (negative Spannung, also Polung wie in der Stabilisierungsschaltung) fließt zunächst nur ein winziger Sperrstrom im Mikroampere-Bereich. Solange |U| < U_Z bleibt, sperrt die Diode wie jede andere Sperrdiode auch.
Im Durchbruchbereich, sobald die Sperrspannung U_Z erreicht ist, knickt die Kennlinie scharf nach unten ab. Der Strom steigt steil an, die Spannung bleibt aber nahezu konstant auf U_Z. Genau diese fast senkrechte Kennlinie im Durchbruch ist die Grundlage der Stabilisierung: Egal ob 5 mA oder 50 mA durch die Diode fließen — die Spannung über ihr ändert sich nur um wenige hundert Millivolt.
Zener- und Lawinendurchbruch
Hinter dem Durchbruch stecken zwei physikalisch unterschiedliche Mechanismen, die je nach Zenerspannung dominieren:
Zener-Effekt (bis etwa 5 V): Bei stark dotierten pn-Übergängen ist die Sperrschicht so dünn, dass das elektrische Feld Elektronen direkt aus dem Valenzband ins Leitungsband „herausreißt“ — quantenmechanisches Tunneln. Der Zener-Effekt hat einen negativen Temperaturkoeffizienten: Die Z-Spannung sinkt mit steigender Temperatur leicht ab.
Lawinendurchbruch (oberhalb etwa 6 V): Bei geringerer Dotierung und größerer Sperrschichtweite werden die wenigen Ladungsträger so stark beschleunigt, dass sie beim Stoß mit Atomen weitere Elektronen herauslösen — ein Lawineneffekt. Der Lawinendurchbruch hat einen positiven Temperaturkoeffizienten.
Im Übergangsbereich um 5 bis 6 V heben sich beide Effekte zum Teil auf — Z-Dioden mit etwa 5,6 V haben deshalb den geringsten Temperaturgang und werden gerne als Referenzspannungsquellen eingesetzt. Obwohl umgangssprachlich alle „Zener-Dioden“ heißen, ist der Lawinendurchbruch bei höheren Spannungen der dominierende Mechanismus.
In welchem Bereich der Kennlinie wird die Z-Diode zur Spannungsstabilisierung betrieben?
- a) Im Durchlassbereich bei etwa 0,7 V
- b) Im Sperrbereich-Durchbruch bei −U_Z
- c) Genau am Nullpunkt der Kennlinie
- d) Im linearen Sperrbereich vor dem Durchbruch
Richtig: b)
Die Stabilisierung nutzt die nahezu senkrechte Kennlinie im Durchbruchbereich. Im Durchlassbereich (0,7 V) wäre die Spannung viel zu klein und nicht einstellbar. Im Sperrbereich vor dem Durchbruch fließt fast kein Strom, eine Stabilisierung ist nicht möglich.
Eine Z-Diode mit U_Z = 3,3 V wird in einer warmen Umgebung betrieben. Was passiert mit der Zenerspannung?
- a) Sie sinkt leicht ab, weil bei U_Z unter 5 V der Zener-Effekt mit negativem Temperaturkoeffizient dominiert
- b) Sie steigt, weil der Lawineneffekt dominiert
- c) Sie bleibt unverändert, weil Z-Dioden temperaturkompensiert sind
- d) Sie verschwindet komplett, die Diode wird zur normalen Diode
Richtig: a)
Bei Zenerspannungen unter etwa 5 V überwiegt der Zener-Effekt mit negativem Temperaturkoeffizienten — die Z-Spannung sinkt also leicht mit der Temperatur. Über 6 V ist der Lawinendurchbruch mit positivem Koeffizienten dominant.
Warum werden Z-Dioden mit etwa 5,6 V besonders gerne als Referenzspannungsquellen genutzt?
- a) Weil sie am billigsten sind
- b) Weil sie keinen Vorwiderstand brauchen
- c) Weil sie die höchste Verlustleistung haben
- d) Weil sich Zener- und Lawineneffekt teilweise kompensieren und der Temperaturgang minimal ist
Richtig: d)
Im Übergangsbereich um 5 bis 6 V überlagern sich Zener- (negativer TK) und Lawinendurchbruch (positiver TK). Die Temperaturkoeffizienten heben sich teilweise auf, die Z-Spannung bleibt über einen weiten Temperaturbereich stabil. Genau das ist für eine Referenzspannung essenziell.
3. Spannungsstabilisierung – die Grundschaltung
Die einfache Z-Dioden-Stabilisierung besteht aus drei Bauteilen: der Eingangsspannungsquelle U_e, einem Vorwiderstand R_v und der Z-Diode parallel zur Last R_L.
Die Funktion ist einfach beschrieben: Der Vorwiderstand R_v und die Z-Diode bilden zusammen einen Spannungsteiler — allerdings einen ungewöhnlichen, bei dem die Z-Diode auf ihrer Klemmenspannung U_Z „festgehalten“ wird, solange sie im Durchbruch arbeitet. Schwankt die Eingangsspannung U_e, ändert sich der Strom durch R_v — die Z-Diode „schluckt“ den Mehrstrom, die Ausgangsspannung U_a bleibt nahezu konstant auf U_Z.
Strom- und Spannungsbeziehungen
Am Knoten oberhalb der Z-Diode gilt die Knotenregel:
I_v = I_Z + I_L
- I_v … Strom durch den Vorwiderstand in A
- I_Z … Strom durch die Z-Diode in A
- I_L … Laststrom in A
Über die Eingangsmasche gilt die Maschenregel:
U_e = U_R + U_Z
- U_e … Eingangsspannung in V
- U_R … Spannung am Vorwiderstand in V
- U_Z … Zenerspannung = Ausgangsspannung U_a in V
Mit dem Ohmschen Gesetz lässt sich die Spannung am Vorwiderstand jederzeit aus dem Strom berechnen: U_R = R_v · I_v.
Damit die Schaltung überhaupt funktioniert
Drei Bedingungen müssen erfüllt sein:
- U_e > U_Z — die Eingangsspannung muss IMMER größer sein als die Zenerspannung, sonst kommt die Z-Diode nicht in den Durchbruch. Faustregel: U_e mindestens 20 bis 30 % über U_Z, damit auch bei Eingangsschwankungen genug Reserve bleibt.
- I_Z ≥ I_Z_min — die Z-Diode braucht einen Mindeststrom (typisch 1 bis 5 mA), damit sie sicher im Durchbruch bleibt. Datenblatt-Wert ablesen.
- I_Z ≤ I_Z_max — der maximale Z-Dioden-Strom darf nicht überschritten werden, sonst wird die Diode thermisch zerstört. Ergibt sich aus der Verlustleistungsgrenze.
Gelöstes Beispiel
In einer Stabilisierungsschaltung fließen durch die Z-Diode I_Z = 8 mA und durch die Last I_L = 12 mA. Wie groß ist der Strom durch den Vorwiderstand?
Gegeben: I_Z = 8 mA, I_L = 12 mA
Gesucht: I_v in mA
Lösungsweg:
- Knotenregel anwenden: I_v = I_Z + I_L = 8 mA + 12 mA
Ergebnis: I_v = 20 mA
Übungen
Durch eine Z-Diode fließen 6 mA, der Laststrom beträgt 14 mA. Wie groß ist der Strom durch den Vorwiderstand?
I_v = 6 mA + 14 mA = 20 mA
In einer Stabilisierungsschaltung mit U_Z = 9,1 V wird am Vorwiderstand eine Spannung von 2,9 V gemessen. Wie hoch ist die Eingangsspannung?
U_e = U_R + U_Z = 2,9 V + 9,1 V = 12 V
Eine Schaltung wird mit U_e = 15 V versorgt, die Z-Diode hat U_Z = 6,2 V. Welcher Spannungsabfall liegt am Vorwiderstand?
U_R = U_e − U_Z = 15 V − 6,2 V = 8,8 V
Eine Last entnimmt im Normalbetrieb 25 mA, schaltet sich aber zeitweise ab. Wenn die Schaltung im Leerlauf stabil bleiben soll und 5 mA als Mindeststrom durch die Z-Diode reichen, welcher Strom muss durch die Z-Diode im belasteten Fall fließen, damit I_v konstant bleibt?
Bei konstantem I_v = 30 mA muss bei abgeschalteter Last (I_L = 0) der ganze Strom durch die Z-Diode fließen, also 30 mA. Im belasteten Fall mit I_L = 25 mA bleiben nur noch 30 mA − 25 mA = 5 mA für die Z-Diode — das ist genau der Mindeststrom.
Ein Vorwiderstand with 220 Ω trägt 18 mA. Wie groß ist der Spannungsabfall, und welche Eingangsspannung wäre nötig, damit eine Z-Diode mit U_Z = 5,1 V dahinter sicher arbeitet?
U_R = R_v · I_v = 220 Ω · 0,018 A = 3,96 V. U_e = U_R + U_Z = 3,96 V + 5,1 V ≈ 9,06 V.
Welche Aussage zur Knotenregel an der Z-Dioden-Stabilisierung ist korrekt?
- a) Der Laststrom ist immer gleich dem Z-Dioden-Strom
- b) Der Strom durch den Vorwiderstand ist null, wenn die Last keinen Strom zieht
- c) Der Strom durch den Vorwiderstand entspricht der Summe aus Z-Dioden- und Laststrom
- d) Der Z-Dioden-Strom ist immer gleich dem Strom durch den Vorwiderstand, unabhängig von der Last
Richtig: c)
Am Knoten gilt I_v = I_Z + I_L. Im Leerlauf (I_L = 0) fließt der gesamte Strom durch die Z-Diode, das ist genau der kritische Fall für die Verlustleistung. Bei voller Last teilt sich der Strom auf.
Was passiert, wenn die Eingangsspannung U_e unter die Zenerspannung U_Z sinkt?
- a) Die Z-Diode wird zerstört
- b) Die Ausgangsspannung steigt über U_Z
- c) Die Stromrichtung kehrt sich um
- d) Die Z-Diode geht in den Sperrbereich, U_a folgt der Eingangsspannung, Stabilisierung verschwindet
Richtig: d)
Solange U_e > U_Z gilt, hält die Z-Diode die Ausgangsspannung auf U_Z. Sobald U_e < U_Z, ist der Durchbruchbereich verlassen — die Z-Diode sperrt wie eine normale Diode, der Vorwiderstand bestimmt die Stromaufteilung, und U_a kollabiert in Richtung U_e abzüglich Lastwiderstand.
Eine Z-Diode wird versehentlich „falsch herum“ eingebaut — Anode an die positive Seite. Was passiert?
- a) Es passiert nichts, die Schaltung funktioniert weiter wie geplant
- b) Die Schaltung verhält sich wie mit einer normalen Diode in Durchlass — Ausgangsspannung etwa 0,7 V, keine Stabilisierung
- c) Die Z-Diode wird sofort zerstört, weil sie nie in Durchlass geschaltet werden darf
- d) Die Stabilisierung kehrt das Vorzeichen um und liefert eine negative Ausgangsspannung
Richtig: b)
Die Z-Diode ist baulich eine ganz normale Si-Diode. In Durchlassrichtung leitet sie ab etwa 0,7 V — das funktioniert auch elektrisch problemlos, die Diode geht nicht kaputt, solange der Strom begrenzt ist. Aber: Die gewünschte Stabilisierung auf U_Z findet nicht statt. Die Ausgangsspannung ist nur noch die Durchlassspannung.
4. Vorwiderstand und Z-Dioden-Strom berechnen
Der Vorwiderstand ist das einzige Bauteil, das gezielt dimensioniert werden muss — die Z-Diode wird nach die gewünschten Ausgangsspannung ausgewählt. Die Auslegung muss zwei Grenzfälle gleichzeitig berücksichtigen.
Worst Case 1 — minimale Eingangsspannung, maximaler Laststrom
Hier muss durch die Z-Diode noch der Mindeststrom I_Z_min fließen, damit sie im Durchbruch bleibt. Das bedeutet:
R_v_max = (U_e_min − U_Z) / (I_Z_min + I_L_max)
- R_v_max … größter zulässiger Vorwiderstand in Ω
- U_e_min … niedrigste Eingangsspannung in V
- U_Z … Zenerspannung in V
- I_Z_min … Mindeststrom Z-Diode in A
- I_L_max … maximaler Laststrom in A
Wird R_v größer gewählt, reicht der Strom bei niedriger Eingangsspannung nicht mehr aus, die Z-Diode verlässt den Durchbruchbereich — die Stabilisierung bricht zusammen.
Worst Case 2 — maximale Eingangsspannung, keine Last (Leerlauf)
Jetzt fließt der gesamte Strom durch die Z-Diode. Damit I_Z_max nicht überschritten wird:
R_v_min = (U_e_max − U_Z) / I_Z_max
- R_v_min … kleinster zulässiger Vorwiderstand in Ω
- U_e_max … höchste Eingangsspannung in V
- I_Z_max … maximaler Z-Dioden-Strom in A
I_Z_max ergibt sich aus der maximalen Verlustleistung der Z-Diode: I_Z_max = P_tot / U_Z.
So wird in der Praxis gerechnet
In den meisten Fällen reicht die Berechnung von R_v_max — das wird der kritische Wert, weil die Stabilisierung sonst zu „schwach“ wird. Anschließend wählt man aus der E12- oder E24-Reihe den nächstkleineren Normwert (damit man unter R_v_max bleibt) und prüft kurz, ob im Leerlauf die Verlustleistungsgrenze der Z-Diode eingehalten wird.
E12-Werte (Dekade 10 bis 100): 10 — 12 — 15 — 18 — 22 — 27 — 33 — 39 — 47 — 56 — 68 — 82.
Gelöstes Beispiel
Eine Schaltung soll mit U_Z = 9,1 V stabilisiert werden. Die Eingangsspannung schwankt zwischen 12 V und 15 V. Die Last zieht maximal 20 mA. Die Z-Diode soll mindestens 5 mA Strom führen. Welcher Vorwiderstand wird benötigt?
Gegeben: U_e_min = 12 V, U_e_max = 15 V, U_Z = 9,1 V, I_L_max = 20 mA = 0,02 A, I_Z_min = 5 mA = 0,005 A
Gesucht: R_v in Ω und passender Normwert
Lösungsweg:
- Worst-Case-Strom durch R_v bei minimaler Eingangsspannung: I_v = I_Z_min + I_L_max = 5 mA + 20 mA = 25 mA
- Spannung am Vorwiderstand: U_R = U_e_min − U_Z = 12 V − 9,1 V = 2,9 V
- Maximaler Vorwiderstandswert: R_v_max = U_R / I_v = 2,9 V / 0,025 A = 116 Ω
- Normwert aus E12-Reihe: 100 Ω (nächstkleinerer Wert, damit die Bedingung sicher eingehalten wird)
Ergebnis: R_v = 100 Ω aus der E12-Reihe
Übungen
Eine Z-Diode mit U_Z = 5,1 V soll aus einem 12-V-Netzteil eine Last mit maximal 10 mA versorgen. Mindeststrom der Z-Diode 5 mA. Berechne R_v_max.
I_v = 5 + 10 = 15 mA. U_R = 12 − 5,1 = 6,9 V. R_v_max = 6,9 V / 0,015 A = 460 Ω. Nächstkleinerer E12-Wert: 390 Ω.
Eine 6,2-V-Z-Diode mit Mindeststrom 4 mA wird aus 9 V versorgt, die Last zieht 25 mA. Welcher Vorwiderstand ist maximal zulässig?
I_v = 4 + 25 = 29 mA. U_R = 9 − 6,2 = 2,8 V. R_v_max = 2,8 / 0,029 ≈ 96,6 Ω. Nächstkleinerer E12-Wert: 82 Ω.
Bei einer fertigen Schaltung sind U_e = 18 V, U_Z = 12 V und R_v = 220 Ω gemessen. Wie groß ist der Strom durch den Vorwiderstand?
U_R = 18 − 12 = 6 V. I_v = U_R / R_v = 6 V / 220 Ω ≈ 27,3 mA.
Für eine Schaltung mit U_Z = 4,7 V soll aus 8 V eine Last mit 8 mA versorgt werden. Die Eingangsspannung kann auf 10 V steigen, fällt aber nie unter 7 V. Mindeststrom 3 mA. Berechne R_v_max.
I_v = 3 + 8 = 11 mA. U_R bei U_e_min = 7 − 4,7 = 2,3 V. R_v_max = 2,3 / 0,011 ≈ 209 Ω. Nächstkleinerer E12-Wert: 180 Ω.
Du baust eine Stabilisierung mit U_Z = 15 V auf, die Last verlangt 30 mA. Eingangsspannung 24 V ±10 %. Wähle einen sinnvollen Vorwiderstand aus der E12-Reihe, wenn I_Z_min = 5 mA gefordert ist.
U_e_min = 24 V · 0,9 = 21,6 V. I_v = 5 + 30 = 35 mA. U_R = 21,6 − 15 = 6,6 V. R_v_max = 6,6 / 0,035 ≈ 188,6 Ω. Nächstkleinerer E12-Wert: 180 Ω.
Welche Bedingung bestimmt den maximalen Wert des Vorwiderstands?
- a) Bei minimaler Eingangsspannung und maximalem Laststrom muss durch die Z-Diode noch mindestens I_Z_min fließen
- b) Bei maximaler Eingangsspannung und keinem Laststrom muss I_Z_min eingehalten werden
- c) R_v_max ergibt sich aus der Toleranz des Normwerts
- d) R_v ist beliebig, solange er nicht null ist
Richtig: a)
Der Worst Case für die Stabilisierungs-Untergrenze ist der Moment, in dem die wenigste Reserve da ist: niedrige Eingangsspannung und gleichzeitig viel Strom für die Last. Wäre R_v zu groß, käme die Z-Diode aus dem Durchbruch — die Schaltung verliert die Stabilisierung.
Du hast R_v_max = 116 Ω berechnet. Welcher E12-Wert ist die richtige Wahl?
- a) 120 Ω
- b) 100 Ω
- c) 150 Ω
- d) 220 Ω
Richtig: b)
Der gewählte Widerstand muss kleiner oder gleich dem berechneten R_v_max sein — sonst wird die Bedingung im Worst Case verletzt. 120 Ω ist größer als 116 Ω und damit unzulässig. 100 Ω ist der nächstkleinere E12-Wert und damit die richtige Wahl. 150 Ω und 220 Ω wären viel zu groß.
Was muss zusätzlich geprüft werden, nachdem R_v aus dem Lastfall bestimmt wurde?
- a) Ob der Widerstand mechanisch ins Gehäuse passt
- b) Ob die Eingangsspannung größer als U_Z ist
- c) Ob im Leerlauf der maximale Z-Dioden-Strom nicht überschritten wird
- d) Ob der Vorwiderstand toleranzfrei ist
Richtig: c)
Bei abgeschalteter oder gar nicht angeschlossener Last fließt der gesamte Strom I_v durch die Z-Diode. Dieser Strom darf I_Z_max nicht überschreiten, sonst wird die Z-Diode thermisch zerstört. Die Eingangsspannung muss zwar grundsätzlich größer als U_Z sein, das ist aber Voraussetzung und keine nachträgliche Prüfung.
5. Verlustleistung und Auswahl der Z-Diode
Die richtige Z-Diode wird nicht nur nach die Spannung ausgewählt, sondern auch nach die Verlustleistung. Wird sie zu klein dimensioniert, brennt sie im Leerlauf durch — oft erst nach längerer Betriebszeit, was die Fehlersuche unangenehm macht.
Verlustleistung an der Z-Diode
Die Verlustleistung an der Z-Diode ergibt sich direkt aus dem Produkt aus Spannung und Strom:
P_Z = U_Z · I_Z
- P_Z … Verlustleistung der Z-Diode in W
- U_Z … Zenerspannung in V
- I_Z … Strom durch die Z-Diode in A
Der Worst Case für P_Z ist der Leerlauf bei maximaler Eingangsspannung — die Last zieht keinen Strom, alles fließt durch die Z-Diode. Genau dieser Wert muss kleiner sein als die maximal zulässige Verlustleistung P_tot aus dem Datenblatt.
Verlustleistung am Vorwiderstand
Auch der Vorwiderstand wird warm. Über die elektrische Leistung gilt:
P_Rv = U_R · I_v = U_R² / R_v
- P_Rv … Verlustleistung des Vorwiderstands in W
- U_R … Spannung am Vorwiderstand in V
- I_v … Strom durch den Vorwiderstand in A
- R_v … Vorwiderstand in Ω
Der Worst Case ist hier ebenfalls bei U_e_max im Leerlauf, weil dort der größte Spannungsabfall am Vorwiderstand entsteht. Bei die Bauteilauswahl mindestens den doppelten Wert nehmen — also für berechnete 0,3 W einen 0,6-W-Widerstand wählen.
Derating — die Sache mit der Temperatur
Datenblattangaben zur Verlustleistung gelten meist bei 25 °C Umgebungstemperatur. In einem warmen Schaltschrank oder direkt neben einem Leistungstransistor sind 60 bis 80 °C realistisch. Mit steigender Temperatur sinkt die zulässige Verlustleistung — das nennt man Derating.
Im Datenblatt ist dazu meist eine Derating-Kurve abgedruckt, oder es wird ein Reduktionsfaktor genannt (typisch etwa 5 bis 8 mW pro Kelvin über 25 °C). Wer auf die sicheren Seite bleiben will, dimensioniert die Z-Diode für die zu erwartende Umgebungstemperatur und nicht für 25 °C — sonst kommt der Bauteilausfall im Hochsommer oder nach längerer Volllast genau dann, wenn man ihn am wenigsten brauchen kann.
Faustregel für die Praxis: Bei Innenraum-Elektronik mit 60 °C Auslegungstemperatur die Datenblatt-Verlustleistung mit etwa 0,7 multiplizieren. Bei Industrieumgebungen über 70 °C mit 0,5. Das ersetzt keine genaue Rechnung mit dem thermischen Widerstand, gibt aber einen vernünftigen Sicherheitsabstand.
Typische Verlustleistungsklassen
| Klasse | Typische Serie | Anwendung |
|---|---|---|
| 0,4 W | BZX79 | Signalstabilisierung, Referenzen |
| 0,5 W | BZX55 | Allzweck, Microcontroller-Versorgung |
| 1,3 W | BZX85 | Kleine Lastströme, Vorstufen |
| 3 W / 5 W | 1N53xx | Höhere Lastströme, Begrenzung |
Gelöstes Beispiel
Eine BZX55-Diode mit U_Z = 9,1 V und P_tot = 500 mW arbeitet in einer Schaltung mit R_v = 100 Ω und U_e = 15 V. Wie groß ist die Verlustleistung im Leerlauf, und ist die Diode passend dimensioniert?
Gegeben: U_Z = 9,1 V, R_v = 100 Ω, U_e = 15 V (maximal), P_tot = 0,5 W bei 25 °C
Gesucht: P_Z im Leerlauf, Vergleich mit P_tot
Lösungsweg:
- Spannungsabfall am Vorwiderstand: U_R = U_e − U_Z = 15 V − 9,1 V = 5,9 V
- Strom durch den Vorwiderstand (im Leerlauf = I_Z): I_v = U_R / R_v = 5,9 V / 100 Ω = 0,059 A = 59 mA
- Verlustleistung an der Z-Diode: P_Z = U_Z · I_Z = 9,1 V · 0,059 A ≈ 0,537 W
Ergebnis: P_Z ≈ 537 mW — das liegt schon bei 25 °C über der zulässigen Verlustleistung von 500 mW. Eine BZX85-Diode mit 1,3 W wäre die bessere Wahl, oder R_v muss vergrößert werden (aber Vorsicht — dann muss die Bedingung aus Kapitel 4 nachgerechnet werden).
Übungen
Berechne die maximale Verlustleistung einer Z-Diode mit U_Z = 5,1 V, durch die im Worst Case 80 mA fließen.
P_Z = 5,1 V · 0,08 A = 0,408 W = 408 mW.
Eine Z-Diode mit P_tot = 1,3 W und U_Z = 12 V — welcher maximale Strom darf fließen?
I_Z_max = P_tot / U_Z = 1,3 W / 12 V ≈ 0,108 A = 108 mA.
Ein Vorwiderstand 220 Ω trägt im Leerlauf bei U_e = 18 V and U_Z = 6,2 V welche Verlustleistung?
U_R = 18 − 6,2 = 11,8 V. P_Rv = U_R² / R_v = 11,8² / 220 ≈ 0,633 W. Mindestens 1-W-Widerstand wählen.
Eine Schaltung soll bei 60 °C Umgebungstemperatur betrieben werden. Welche Verlustleistung darf eine 500-mW-Z-Diode dort näherungsweise noch tragen, wenn die Faustregel mit Faktor 0,7 angewendet wird?
P_zulaessig ≈ 0,7 · 500 mW = 350 mW.
Eine 1-W-Z-Diode mit U_Z = 15 V wird in einer Schaltung mit R_v = 220 Ω aus maximal 24 V versorgt. Reicht die Z-Diode im Leerlauf bei 25 °C?
U_R = 24 − 15 = 9 V. I_Z_max = 9 / 220 ≈ 40,9 mA. P_Z = 15 · 0,0409 ≈ 0,614 W. Bei 25 °C unter 1 W — also ja, ausreichend.
In welchem Betriebsfall ist die Verlustleistung an der Z-Diode am größten?
- a) Bei minimaler Eingangsspannung und maximaler Last
- b) Bei minimaler Eingangsspannung und Leerlauf
- c) Bei mittlerer Eingangsspannung und Volllast
- d) Bei maximaler Eingangsspannung und Leerlauf
Richtig: d)
Im Leerlauf fließt der gesamte Strom I_v durch die Z-Diode (Knotenregel: I_L = 0 → I_Z = I_v). Bei maximaler Eingangsspannung ist außerdem der Spannungsabfall am Vorwiderstand am größten, also auch I_v am größten. Beide Faktoren zusammen ergeben die maximale Verlustleistung an der Z-Diode.
Was bedeutet „Derating“ bei Halbleiterbauelementen?
- a) Reduzierung der zulässigen Verlustleistung bei steigender Umgebungstemperatur
- b) Reduzierung der Toleranz bei besseren Bauelementen
- c) Verringerung der Zenerspannung im Alter
- d) Eine Maßnahme zur EMV-Verbesserung
Richtig: a)
Mit steigender Umgebungstemperatur sinkt die Wärmeabgabe des Bauteils, der Halbleiterkern darf intern aber nur eine begrenzte Maximaltemperatur erreichen. Folge: Die zulässige Verlustleistung muss reduziert werden. Die Derating-Kurve im Datenblatt zeigt diesen Zusammenhang.
Du dimensionierst einen Vorwiderstand mit berechneter Verlustleistung von 0,3 W. Welche Belastbarkeit solltest du in die Bauteilliste mindestens eintragen?
- a) 0,25 W reicht — die berechneten 0,3 W sind ein theoretischer Wert
- b) Mindestens 0,5 W, besser 0,6 W oder mehr für Reserve
- c) Genau 0,3 W, alles andere ist Verschwendung
- d) Mindestens 5 W, weil sonst der Widerstand explodiert
Richtig: b)
Sicherheits- und Temperaturreserven werden mit etwa Faktor 2 angesetzt. Aus 0,3 W berechnet folgt mindestens 0,5 W oder 0,6 W Belastbarkeit. 0,25 W wäre zu klein, 5 W wäre überdimensioniert und teuer/groß ohne Mehrwert.
6. Differentieller Widerstand und Grenzen in der Praxis
Bisher haben wir so getan, als wäre die Z-Diode im Durchbruch eine ideale Spannungsquelle — Spannung konstant, egal welcher Strom. In Wirklichkeit ist die Kennlinie nicht ganz senkrecht. Sie hat eine leichte Steigung, und genau diese Steigung bestimmt, wie gut die Schaltung tatsächlich stabilisiert.
Differentieller Widerstand
Der differentielle Widerstand r_Z einer Z-Diode beschreibt die Steigung der Kennlinie im Arbeitspunkt:
r_Z = ΔU_Z / ΔI_Z
- r_Z …. differentieller Widerstand in Ω
- ΔU_Z … kleine Änderung der Z-Spannung in V
- ΔI_Z … zugehörige Stromänderung in A
Je kleiner r_Z, desto besser stabilisiert die Z-Diode. Typische Datenblattwerte:
- niedrige Z-Spannung (3 V bis 5 V): r_Z = 50 bis 150 Ω
- mittlere Z-Spannung (6 V bis 10 V): r_Z = 5 bis 30 Ω (Optimum)
- hohe Z-Spannung (über 50 V): r_Z = 100 Ω bis mehrere kΩ
Z-Dioden zwischen 6 V und 10 V sind nicht nur thermisch günstig, sondern haben auch den kleinsten differentiellen Widerstand — sie stabilisieren am besten. Das ist einer der Gründe, warum man bei freier Wahl gerne in diesem Bereich bleibt.
Stabilisierungsverhältnis
Mit dem differentiellen Widerstand lässt sich abschätzen, wie stark eine Eingangsspannungsänderung am Ausgang ankommt:
ΔU_a / ΔU_e ≈ r_Z / (R_v + r_Z)
- ΔU_a … Änderung der Ausgangsspannung in V
- ΔU_e … Änderung der Eingangsspannung in V
- r_Z …. differentieller Widerstand der Z-Diode in Ω
- R_v …. Vorwiderstand in Ω
Beispiel: R_v = 100 Ω, r_Z = 10 Ω → ΔU_a / ΔU_e ≈ 10 / 110 ≈ 0,091. Eine Eingangsschwankung von 1 V führt also zu einer Ausgangsschwankung von rund 91 mV. Die Stabilisierung reduziert die Schwankung etwa um den Faktor 11.
Die Formel zeigt deutlich: Je größer R_v im Verhältnis zu r_Z, desto besser stabilisiert die Schaltung. Allerdings darf R_v nicht beliebig vergrößert werden, weil sonst nach Kapitel 4 die Bedingung I_Z ≥ I_Z_min verletzt wird. Ein Kompromiss zwischen Lastfähigkeit und Stabilisierungsgüte.
Grenzen der einfachen Z-Dioden-Stabilisierung
Die Schaltung ist denkbar einfach — aber sie hat klare Grenzen, die man vor dem Einsatz kennen sollte:
1. Schlechter Wirkungsgrad. Der Vorwiderstand vernichtet ständig Leistung. Bei einer 9-V-Stabilisierung aus 15 V Eingangsspannung gehen 40 % der Eingangsleistung am Vorwiderstand verloren — und im Leerlauf noch deutlich mehr. Für batteriebetriebene Geräte ungeeignet.
2. Begrenzter Laststrom. Der maximale Strom wird durch den Vorwiderstand begrenzt. Will man mehr Strom, wird R_v kleiner, die Leerlauf-Verlustleistung steigt quadratisch. Praktisch sinnvoll bis etwa 50 mA, darüber wird es ineffizient.
3. Restwelligkeit. Schnelle Eingangsspannungsänderungen werden durch r_Z nur teilweise unterdrückt — siehe Stabilisierungsverhältnis. Eine zusätzliche Kapazität parallel zur Z-Diode glättet hochfrequente Anteile.
4. Temperaturdrift. U_Z ändert sich mit der Temperatur (siehe Kapitel 2). Für hochpräzise Referenzen werden temperaturkompensierte Z-Dioden oder Bandgap-Referenzen verwendet.
Wo die Z-Diode trotzdem eingesetzt wird
- Spannungsbegrenzung an Logikeingängen — die Z-Diode mit etwas Vorwiderstand schützt empfindliche Eingänge vor Überspannung. Sobald die Eingangsspannung U_Z überschreitet, klemmt die Diode auf U_Z.
- Referenzspannung für nachgeschaltete Linearregler — eine 5,6-V- oder 6,8-V-Z-Diode liefert eine ausreichend stabile Referenz, die dann von einem Operationsverstärker oder Transistor weiter „verstärkt“ wird. Wer einen klassischen Längsregler mit Bipolartransistor und Z-Diode kennenlernen will: Der Transistor sitzt zwischen Eingang und Ausgang und wird durch die Z-Diode in der Basis gesteuert; der eigene Beitrag „Bipolartransistor: Funktion und Grundschaltungen“ geht auf solche Grundschaltungen ein, und die Gesamtthematik „Netzteile: linear vs. getaktet“ ordnet die Linearregler in die Familie der Stromversorgungen ein.
- Überspannungsschutz — eine Z-Diode parallel zu einem empfindlichen Bauteil leitet Spannungsspitzen ab, bevor sie das geschützte Bauteil erreichen. Für sehr schnelle Ereignisse wie ESD oder Schaltspitzen werden spezielle TVS-Dioden eingesetzt, die im Prinzip wie eine Z-Diode arbeiten, aber für sehr kurze, hohe Stromspitzen ausgelegt sind.
Gelöstes Beispiel
Eine Stabilisierung hat R_v = 220 Ω and eine Z-Diode mit r_Z = 15 Ω. Wie stark wirkt sich eine Eingangsschwankung von ±0,5 V auf die Ausgangsspannung aus?
Gegeben: R_v = 220 Ω, r_Z = 15 Ω, ΔU_e = ±0,5 V
Gesucht: ΔU_a in V
Lösungsweg:
- Stabilisierungsverhältnis: ΔU_a / ΔU_e ≈ r_Z / (R_v + r_Z) = 15 / (220 + 15) = 15 / 235 ≈ 0,0638
- Ausgangsspannungsschwankung: ΔU_a = 0,0638 · 0,5 V ≈ 0,032 V = 32 mV
Ergebnis: ΔU_a ≈ ±32 mV — die Eingangsschwankung von ±500 mV wird auf etwa ±32 mV am Ausgang reduziert.
Übungen
Berechne r_Z aus folgenden Datenblattwerten: Bei einer Stromänderung von 4 mA auf 12 mA ändert sich U_Z um 60 mV.
ΔI_Z = 8 mA = 0,008 A. ΔU_Z = 0,06 V. r_Z = 0,06 / 0,008 = 7,5 Ω.
Eine Schaltung hat R_v = 100 Ω, r_Z = 8 Ω. Um welchen Faktor wird eine Eingangsschwankung reduziert?
Stabilisierungsverhältnis ≈ 8 / 108 ≈ 0,074. Reduktionsfaktor ≈ 1 / 0,074 ≈ 13,5.
Bei einer 5,6-V-Z-Diode mit r_Z = 25 Ω und R_v = 470 Ω: Wie groß ist die Ausgangsschwankung bei einer Eingangsänderung von 2 V?
ΔU_a ≈ (25 / 495) · 2 V ≈ 0,101 V ≈ 101 mV.
Für eine möglichst gute Stabilisierung soll das Verhältnis ΔU_a/ΔU_e unter 5 % bleiben. Bei r_Z = 12 Ω: Wie groß muss R_v mindestens sein?
0,05 = 12 / (R_v + 12) → R_v + 12 = 240 → R_v = 228 Ω. Nächstgrößerer E12-Wert: 270 Ω.
Welche Z-Diode würdest du wählen, wenn du eine möglichst rauscharme Referenz brauchst — eine 3,3-V- oder eine 6,8-V-Z-Diode? Begründe.
Die 6,8-V-Z-Diode arbeitet im Übergangsbereich zwischen Zener- und Lawinendurchbruch, hat den kleinsten r_Z (typisch 5 bis 30 Ω) und den geringsten Temperaturdrift. Eine 3,3-V-Z-Diode hat deutlich höheren r_Z (oft über 100 Ω) und größeres Rauschen.
Was beschreibt der differentielle Widerstand r_Z einer Z-Diode?
- a) Den ohmschen Widerstand des Diodengehäuses
- b) Den Widerstand im Sperrbereich vor dem Durchbruch
- c) Die Steigung der Kennlinie im Durchbruchbereich — kleiner r_Z bedeutet bessere Stabilisierung
- d) Den Vorwiderstand, der bauartbedingt schon in der Z-Diode integriert ist
Richtig: c)
r_Z = ΔU_Z / ΔI_Z gibt an, wie stark sich U_Z bei einer Stromänderung verschiebt. Eine ideale Z-Diode hätte r_Z = 0 (senkrechte Kennlinie). Reale Z-Dioden haben Werte zwischen 5 Ω und mehreren hundert Ω, und je kleiner r_Z, desto besser die Stabilisierung.
Welche Aussage zur Grenze der einfachen Z-Dioden-Stabilisierung ist falsch?
- a) Sie hat einen schlechten Wirkungsgrad, weil der Vorwiderstand laufend Leistung in Wärme umsetzt
- b) Sie liefert nur begrenzte Lastströme, typisch bis etwa 50 mA
- c) Die Ausgangsspannung ändert sich mit der Temperatur
- d) Sie eignet sich besonders gut für batteriebetriebene Hochleistungsverbraucher
Richtig: d)
Aussage d) ist falsch — die schlechte Energieeffizienz der Schaltung macht sie für batteriebetriebene Hochleistungsanwendungen besonders ungeeignet. Die anderen drei Aussagen treffen zu und sind klassische Grenzen der einfachen Schaltung.
Eine Z-Diodenschaltung mit r_Z = 20 Ω und R_v = 380 Ω wird mit einer schwankenden Eingangsspannung versorgt. Welcher Reduktionsfaktor wird etwa erreicht?
- a) Etwa Faktor 20 — die Eingangsschwankung wird auf 1/20 reduziert
- b) Etwa Faktor 1 — keine Stabilisierung
- c) Etwa Faktor 0,05 — Schwankung wird verstärkt
- d) Etwa Faktor 380 — die Stabilisierung ist nahezu ideal
Richtig: a)
Stabilisierungsverhältnis = r_Z / (R_v + r_Z) = 20 / 400 = 0,05. Der Reduktionsfaktor ist der Kehrwert, also 1/0,05 = 20. Eine Eingangsschwankung wird auf etwa 1/20 ihres Wertes reduziert.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Eine Z-Diode mit U_Z = 5,1 V soll aus einer Eingangsspannung U_e = 12 V eine Last mit maximal 15 mA versorgen. I_Z_min = 5 mA. Berechne den maximal zulässigen Vorwiderstand und wähle einen passenden E12-Wert.
Gegeben: U_e = 12 V, U_Z = 5,1 V, I_L_max = 15 mA, I_Z_min = 5 mA
Gesucht: R_v_max, Normwert
Lösungsweg:
- I_v = 5 + 15 = 20 mA
- U_R = 12 − 5,1 = 6,9 V
- R_v_max = 6,9 / 0,020 = 345 Ω
Ergebnis: R_v_max = 345 Ω, nächstkleinerer E12-Wert: 330 Ω
Aufgabe 2: Eine 9,1-V-Z-Diode mit P_tot = 0,5 W wird in einer Schaltung eingesetzt. Welcher maximale Strom darf bei 25 °C durch sie fließen, und wie ändert sich der Wert bei 60 °C mit Derating-Faktor 0,7?
Gegeben: U_Z = 9,1 V, P_tot = 0,5 W bei 25 °C, Derating-Faktor 0,7 bei 60 °C
Gesucht: I_Z_max bei 25 °C und bei 60 °C
Lösungsweg:
- I_Z_max(25) = 0,5 / 9,1 ≈ 55 mA
- P_zulaessig(60) = 0,7 · 0,5 = 0,35 W
- I_Z_max(60) = 0,35 / 9,1 ≈ 38,5 mA
Ergebnis: 55 mA bei 25 °C, 38,5 mA bei 60 °C
Aufgabe 3: In einer Stabilisierung mit U_e = 24 V, U_Z = 12 V und R_v = 220 Ω schaltet die Last (30 mA) ab. Berechne den dann durch die Z-Diode fließenden Strom und die Verlustleistung.
Gegeben: U_e = 24 V, U_Z = 12 V, R_v = 220 Ω, Leerlauf
Gesucht: I_Z, P_Z
Lösungsweg:
- U_R = 24 − 12 = 12 V
- I_v = I_Z = 12 / 220 ≈ 54,5 mA
- P_Z = 12 · 0,0545 ≈ 0,654 W
Ergebnis: I_Z ≈ 54,5 mA, P_Z ≈ 654 mW
Aufgabe 4: Eine Z-Diode hat im Datenblatt r_Z = 10 Ω angegeben. Sie wird in einer Schaltung mit R_v = 470 Ω betrieben. Wie stark wirkt sich eine Eingangsspannungsänderung von 1,5 V auf die Ausgangsspannung aus?
Gegeben: r_Z = 10 Ω, R_v = 470 Ω, ΔU_e = 1,5 V
Gesucht: ΔU_a
Lösungsweg:
- ΔU_a/ΔU_e ≈ 10 / 480 ≈ 0,0208
- ΔU_a = 0,0208 · 1,5 ≈ 0,0313 V = 31,3 mV
Ergebnis: ΔU_a ≈ 31 mV
Aufgabe 5: Du dimensionierst eine 6,8-V-Stabilisierung aus 15 V Eingangsspannung für einen Laststrom von 25 mA. I_Z_min = 5 mA, P_tot der Z-Diode = 0,5 W. Berechne R_v, wähle einen E12-Wert, und prüfe die Verlustleistung im Leerlauf.
Gegeben: U_e = 15 V, U_Z = 6,8 V, I_L_max = 25 mA, I_Z_min = 5 mA, P_tot = 0,5 W
Gesucht: R_v, Normwert, P_Z im Leerlauf
Lösungsweg:
- I_v = 5 + 25 = 30 mA
- U_R = 15 − 6,8 = 8,2 V
- R_v_max = 8,2 / 0,030 ≈ 273 Ω
- E12-Wert: 220 Ω
- Im Leerlauf: I_Z = 8,2 / 220 ≈ 37,3 mA
- P_Z = 6,8 · 0,0373 ≈ 0,254 W
Ergebnis: R_v = 220 Ω, P_Z im Leerlauf ≈ 254 mW (unter 0,5 W → passt)
Welche Aussage zur Polung einer Z-Diode in der Stabilisierungsschaltung ist korrekt?
- a) Anode an Plus, Kathode an Minus — in Durchlassrichtung
- b) Kathode an Plus, Anode an Minus — in Sperrrichtung, damit der Durchbruch genutzt wird
- c) Die Polung spielt keine Rolle, weil die Z-Diode symmetrisch ist
- d) Nur Wechselspannung, sonst funktioniert die Stabilisierung nicht
Richtig: b)
Die Z-Diode wird gezielt im Sperrbereich-Durchbruch betrieben. Das verlangt, dass der Pluspol an der Kathode liegt und der Minuspol an der Anode. Verkehrt eingebaut würde sie wie eine normale Diode in Durchlassrichtung arbeiteten, mit etwa 0,7 V Spannungsabfall.
Eine Schaltung wird mit U_e = 9 V versorgt. Welche der folgenden Z-Dioden ist als Stabilisierungs-Z-Diode prinzipiell ungeeignet?
- a) BZX55C5V1 (5,1 V)
- b) BZX79C6V8 (6,8 V)
- c) BZX55C12 (12 V)
- d) BZX85C3V3 (3,3 V)
Richtig: c)
Eine Z-Diode mit U_Z = 12 V kommt aus 9 V Eingangsspannung gar nicht erst in den Durchbruchbereich — sie verhält sich wie eine offene Klemme. Voraussetzung ist immer U_e > U_Z, idealerweise mit ausreichend Reserve. Die anderen Z-Dioden hätten genug Spannungsreserve.
Du misst an einer Z-Diodenschaltung im Betrieb: U_e = 14 V, U_a = 7,5 V, durch die Last fließen 20 mA, der Vorwiderstand ist 100 Ω. Welche Aussage stimmt?
- a) Durch die Z-Diode fließen etwa 45 mA
- b) Der Vorwiderstand ist defekt
- c) Die Z-Diode arbeitet nicht im Durchbruch
- d) U_e müsste kleiner sein als U_Z
Richtig: a)
U_R = U_e − U_a = 14 − 7,5 = 6,5 V. I_v = U_R / R_v = 6,5 / 100 = 65 mA. I_Z = I_v − I_L = 65 − 20 = 45 mA. Die Z-Diode arbeitet sauber im Durchbruch und führt etwa 45 mA.
Was kennzeichnet den Lawinendurchbruch im Vergleich zum Zener-Effekt?
- a) Er tritt nur bei Germanium-Dioden auf
- b) Er hat einen stark negativen Temperaturkoeffizienten
- c) Er tritt bei Z-Spannungen oberhalb etwa 6 V auf und hat einen positiven Temperaturkoeffizienten
- d) Er führt zur sofortigen Zerstörung die Diode
Richtig: c)
Der Lawinendurchbruch entsteht bei größerer Sperrschichtweite (geringere Dotierung) und dominiert bei Z-Dioden ab etwa 6 V. Sein Temperaturkoeffizient ist positiv — die Spannung steigt mit der Temperatur leicht an. Der Zener-Effekt hat dagegen einen negativen Koeffizienten und tritt unter 5 V auf.
Warum sollte der Vorwiderstand einer Z-Dioden-Stabilisierung in der Bauteilliste mit mehr als der berechneten Leistung eingetragen werden?
- a) Damit er optisch besser zum Rest der Schaltung passt
- b) Weil die berechnete Verlustleistung nur den Mittelwert darstellt — Temperaturreserve und Sicherheitsabstand erfordern Faktor 2
- c) Weil Widerstände grundsätzlich ihre Leistung nicht halten können
- d) Damit der Widerstand teurer wird und mehr Gewinn bringt
Richtig: b)
Bauteile dürfen ihre Nennleistung dauerhaft nicht erreichen, sonst werden sie zu heiß und altern schneller. Die berechnete Verlustleistung ist außerdem oft schon der Worst Case — eine zusätzliche Reserve schützt vor Temperaturspitzen und sichert die Lebensdauer.
Eine Z-Diode hat im Datenblatt r_Z = 8 Ω, U_Z = 5,6 V. Wie verhält sich diese Z-Diode im Vergleich zu einer mit U_Z = 3,3 V und r_Z = 95 Ω?
- a) Die 3,3-V-Diode stabilisiert besser, weil U_Z niedriger ist
- b) Beide stabilisieren gleich gut, U_Z hat keinen Einfluss auf die Güte
- c) Die 5,6-V-Diode stabilisiert deutlich besser, weil ihr r_Z um mehr als eine Größenordnung kleiner ist
- d) Die 5,6-V-Diode hat den höheren Temperaturdrift
Richtig: c)
Die Stabilisierungsgüte hängt direkt vom differentiellen Widerstand ab — je kleiner r_Z, desto besser. Mit 8 Ω gegen 95 Ω stabilisiert die 5,6-V-Diode etwa 12-mal besser. Außerdem hat die 5,6-V-Diode den geringsten Temperaturdrift, weil Zener- und Lawineneffekt sich teilweise kompensieren.
Bei einer Stabilisierung wird die Last komplett vom Ausgang getrennt. Was passiert mit der Verlustleistung der Z-Diode?
- a) Sie wird maximal — der gesamte Strom durch R_v fließt jetzt durch die Z-Diode
- b) Sie wird null, weil keine Last mehr da ist
- c) Sie bleibt unverändert
- d) Sie sinkt auf den halben Wert
Richtig: a)
Im Leerlauf gilt I_L = 0, also I_Z = I_v nach Knotenregel. Der gesamte Strom durch den Vorwiderstand fließt nun durch die Z-Diode. Bei maximaler Eingangsspannung wird hier die größte Verlustleistung erreicht — genau der Fall, der die Z-Diode thermisch zerstören kann, wenn sie zu klein dimensioniert wurde.
Welche Aussage zum Einsatz der Z-Diode als Spannungsbegrenzer ist korrekt?
- a) Die Z-Diode klemmt Eingangsspannungen unterhalb von U_Z auf U_Z hoch
- b) Die Z-Diode arbeitet nur bei Wechselspannung
- c) Sie ersetzt einen ganzen Linearregler vollständig
- d) Sobald die Spannung am Eingang U_Z überschreitet, leitet die Z-Diode den Überschuss ab und begrenzt die Spannung auf U_Z
Richtig: d)
Beim Begrenzer wird die Eingangsspannung normalerweise unter U_Z gehalten. Steigt sie über U_Z, geht die Diode in Durchbruch und „klemmt“ die Spannung auf U_Z — der Vorwiderstand nimmt die überschüssige Spannung auf, und die schädliche Spannungsspitze erreicht die nachgeschaltete Schaltung nicht. Eine Z-Diode kann einen Linearregler nicht ersetzen, aber als Schutz oder Referenz für ihn dienen.
Du planst eine Stabilisierung für eine Schaltung, die maximal 200 mA Laststrom zieht. Was ist die sinnvollste Aussage?
- a) Eine 5-W-Z-Diode mit Vorwiderstand reicht problemlos und ist die beste Wahl
- b) Die einfache Z-Dioden-Schaltung ist hier ungeeignet — Linearregler oder Schaltregler sind besser
- c) Eine Parallelschaltung mehrerer Z-Dioden löst das Problem ideal
- d) Mit kleinem Vorwiderstand und 1,3-W-Z-Diode kommt man immer aus
Richtig: b)
Für 200 mA wäre der Vorwiderstand sehr klein, die Leerlauf-Verlustleistung an der Z-Diode würde mehrere Watt erreichen, und der Wirkungsgrad wäre miserabel. Für solche Lastströme nimmt man einen Linearregler (mit Z-Diode als Referenz) oder einen Schaltregler. Parallelschalten von Z-Dioden ist wegen unterschiedlicher U_Z-Toleranzen problematisch.
Welche der folgenden Aussagen zum Aufbau und Verhalten der Z-Diode trifft NICHT zu?
- a) Z-Dioden mit etwa 5,6 V haben den geringsten Temperaturgang
- b) Der differentielle Widerstand r_Z ist im Optimum bei 6 V bis 10 V
- c) Z-Dioden werden in Sperrrichtung eingebaut und nutzen den Durchbruch
- d) Eine Z-Diode ist im Durchlassbereich eine ideale Spannungsquelle
Richtig: d)
Aussage d) ist falsch. Eine Z-Diode hat im Durchlassbereich die ganz normalen Eigenschaften einer Si-Diode mit etwa 0,7 V Spannungsabfall — keine Spannungsquelle, schon gar nicht ideal. Die Stabilisierung passiert im Durchbruchbereich, nicht im Durchlass. Die anderen drei Aussagen sind korrekt.
Glossar
- Z-Diode
- Speziell dotierte Silizium-Diode, die im Sperrbereich-Durchbruch bei einer definierten Zenerspannung U_Z arbeitet, ohne dabei beschädigt zu werden.
- Zenerspannung U_Z
- Sperrspannung, bei der die Z-Diode in den Durchbruch geht und ihre Klemmenspannung über einen weiten Strombereich nahezu konstant hält.
- Zener-Effekt
- Durchbruchmechanismus bei Z-Spannungen unter etwa 5 V, durch quantenmechanisches Tunneln in hoch dotierten pn-Übergängen. Negativer Temperaturkoeffizient.
- Lawinendurchbruch
- Durchbruchmechanismus bei Z-Spannungen oberhalb etwa 6 V, durch Stoßionisation der Ladungsträger im starken elektrischen Feld. Positiver Temperaturkoeffizient.
- Vorwiderstand R_v
- In der Stabilisierungsschaltung in Reihe zur Z-Diode geschalteter Widerstand, der den Z-Dioden-Strom auf einen zulässigen Wert begrenzt und gleichzeitig den Spannungsabfall zwischen U_e und U_Z aufnimmt.
- Differentieller Widerstand r_Z
- Steigung der Z-Dioden-Kennlinie im Durchbruchbereich, ΔU_Z / ΔI_Z. Kleinerer Wert bedeutet bessere Stabilisierungsgüte.
- Derating
- Reduzierung der zulässigen Verlustleistung eines Bauteils mit steigender Umgebungstemperatur, üblicherweise im Datenblatt als Kurve oder Reduktionsfaktor angegeben.
- E-Reihe
- Genormte Reihe bevorzugter Zahlenwerte für Bauelemente nach ÖNORM EN IEC 60063. E12 mit 12 Werten und E24 mit 24 Werten pro Dekade sind die gebräuchlichsten Reihen für Widerstände und Z-Dioden.
