Elektrischer Widerstand
Von der Grunddefinition über Widerstandsarten und Farbringcode bis zur Verlustleistung und Bauformen – alles was Mechatroniker über Widerstände wissen müssen.
Was ist elektrischer Widerstand und welche Einheit hat er?
Stell dir vor, du versuchst Wasser durch ein Rohr zu drücken. Ein enges Rohr leistet mehr Widerstand als ein weites – genauso funktioniert elektrischer Widerstand: Er beschreibt, wie stark ein Bauelement dem Stromfluss entgegenwirkt.
Das Ohmsche Gesetz
Formuliert von Georg Simon Ohm (1789–1854) – beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung, Strom und Widerstand:
- R
- Widerstand in Ohm [Ω]
- U
- Spannung in Volt [V]
- I
- Stromstärke in Ampere [A]
Die Einheit Ohm [Ω]
Die SI-Einheit des elektrischen Widerstands ist das Ohm [Ω] (griechisches Omega). 1 Ω ist jener Widerstand, bei dem 1 V Spannung einen Strom von 1 A erzeugt.
| Vorsatz | Symbol | Wert | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Milli-Ohm | mΩ | 0,001 Ω | Kupfer-Leiterwiderstand |
| Ohm | Ω | 1 Ω | Kleiner Vorwiderstand |
| Kilo-Ohm | kΩ | 1.000 Ω | Signalwiderstände, Pull-ups |
| Mega-Ohm | MΩ | 1.000.000 Ω | Isolationswiderstand, LDR dunkel |
? Verständnisfrage: Welche Spannung fällt an einem 470-Ω-Widerstand bei 20 mA ab? ›
An einem Widerstand liegt 12 V an, der Strom beträgt 40 mA. Wie groß ist R?
Schritt 1: Formel: R = U / I
Schritt 2: Umrechnen: I = 40 mA = 0,040 A
Schritt 3: R = 12 V / 0,040 A = 300 Ω
Ergebnis: R = 300 ΩEin 2,2-kΩ-Widerstand liegt an 5 V. Welcher Strom fließt (in mA)?
Schritt 1: R = 2,2 kΩ = 2.200 Ω
Schritt 2: I = 5 V / 2.200 Ω ≈ 0,002273 A
Schritt 3: I = 0,002273 · 1.000 ≈ 2,27 mA
Ergebnis: I ≈ 2,27 mAAn einem Widerstand werden 24 V und 80 mA gemessen. Berechne R.
Hinweis: R = U / I – Strom zuerst in Ampere umrechnen.
I = 80 mA = 0,080 A
R = 24 V / 0,080 A = 300 Ω
Ergebnis: R = 300 ΩEin 10-kΩ-Widerstand liegt an 230 V. Welcher Strom fließt (in mA)?
Hinweis: I = U / R, dann × 1.000 für mA
R = 10.000 Ω; I = 230 / 10.000 = 0,023 A
I = 0,023 · 1.000 = 23 mA
Ergebnis: I = 23 mAWelche Spannung fällt an einem 680-Ω-Widerstand bei 15 mA ab?
Hinweis: U = R · I
I = 15 mA = 0,015 A
U = 680 · 0,015 = 10,2 V
Ergebnis: U = 10,2 VIn einer 5-V-Schaltung soll durch eine LED (U_F = 2 V) ein Strom von 10 mA fließen. Berechne den Vorwiderstand.
Hinweis: U_R = U_ges − U_F; dann R = U_R / I
U_R = 5 V − 2 V = 3 V; I = 0,010 A
R = 3 / 0,010 = 300 Ω → Normwert E12: 330 Ω
Ergebnis: 300 Ω → 330 Ω-Normwert verwendenDurch einen Widerstand fließen 5 mA, dabei fallen 3,3 V ab. Berechne R in kΩ.
Hinweis: R = U / I, dann durch 1.000 für kΩ
I = 0,005 A; R = 3,3 / 0,005 = 660 Ω
R = 660 / 1.000 = 0,66 kΩ
Ergebnis: R = 660 Ω = 0,66 kΩWelche Widerstandsarten gibt es?
Widerstände gibt es nicht nur als einfache Festwiderstände. Je nach Anwendung werden Typen eingesetzt, deren Wert sich durch Temperatur, Licht oder mechanische Verstellung ändert.
Festwiderstand
NTC und PTC – temperaturabhängige Widerstände
| Eigenschaft | NTC (Heißleiter) | PTC (Kaltleiter) |
|---|---|---|
| Vollname | Negative Temperature Coefficient | Positive Temperature Coefficient |
| Verhalten bei Erwärmung | Widerstand nimmt ab ↓ | Widerstand nimmt zu ↑ |
| Material | Halbleiter (Metalloxide: Ni, Mn, Co) | Halbleiter (Bariumtitanat BaTiO₃) |
| Typische Anwendung | Temperaturmessung, Einschaltstromdämpfung | Motorschutz, selbstrückst. Sicherung |
| Messbereich (typ.) | −55 °C bis +200 °C | −40 °C bis +125 °C |
LDR – Lichtabhängiger Widerstand
Potentiometer und Trimmer
Ein Potentiometer ist ein mechanisch verstellbarer Widerstand mit drei Anschlüssen. Durch Drehen oder Schieben eines Schleifkontakts wird der Widerstand stufenlos verändert. Als Spannungsteiler (3 Klemmen) oder als einstellbarer Widerstand (2 Klemmen) verwendbar.
- Potentiometer: Häufige Verstellung durch den Benutzer (z.B. Lautstärkeregler). Robuste Mechanik, langer Lebenszyklus.
- Trimmer: Gelegentliche Justierung, meist einmalig bei der Inbetriebnahme. Kleiner, günstiger, Verstellung mit Schraubendreher.
? Verständnisfrage: Was passiert mit dem Widerstand eines NTC-Sensors, wenn die Temperatur steigt? ›
Wie liest man den Farbringcode?
Da Widerstände sehr klein sind, werden ihre Werte nicht mit Zahlen aufgedruckt, sondern mit einem Farbringcode codiert. Jede Farbe entspricht einer Ziffer oder einem Multiplikator. Das System ist weltweit standardisiert nach IEC 60062.
- Gold: ±5 % – häufigste Ausführung im Elektronikbereich
- Silber: ±10 % – ältere oder kostengünstige Typen
- Kein Ring: ±20 % – kaum noch anzutreffen
- Ring 1
- Erste Stelle (1–9, nie Schwarz als Ring 1)
- Ring 2
- Zweite Stelle (0–9)
- Ring 3
- Multiplikator (Zehnerpotenz)
- Ring 4
- Toleranz (Gold, Silber, Braun …)
Merksatz: „Sehr Braune Rosen Oft Geben Guten Blumenverkäufern Glück Weiterhin“
? Verständnisfrage: Ein Widerstand trägt die Ringe Gelb – Violett – Orange – Gold. Welcher Wert ist das? ›
Braun – Schwarz – Orange – Gold: Welcher Widerstandswert und welcher Toleranzbereich?
Ring 1=Braun=1, Ring 2=Schwarz=0 → Zahl 10
Multiplikator Orange=×1.000 → R = 10.000 Ω = 10 kΩ
Gold=±5 % → Bereich: 9.500 – 10.500 Ω
Ergebnis: R = 10 kΩ ±5 %Welche Farbringe hat ein 4,7-kΩ-Widerstand mit ±5 % Toleranz?
4.700 = 47 × 100 → Ziffern 4 (Gelb) und 7 (Violett)
Multiplikator ×100 = Rot; Toleranz ±5 % = Gold
Ergebnis: Gelb – Violett – Rot – GoldRot – Violett – Braun – Gold: Welcher Widerstandswert?
Hinweis: Rot=2, Violett=7, Braun=×10, Gold=±5%
Zahl: 27; Multiplikator ×10
R = 27 × 10 = 270 Ω ±5 %
Ergebnis: R = 270 ΩWelche Farbringe hat ein 1-MΩ-Widerstand mit ±5 % Toleranz?
Hinweis: 1.000.000 = 10 × 100.000 → welcher Multiplikator?
1.000.000 = 10 × 100.000 → Braun (1), Schwarz (0), Grün (×100.000), Gold
Ergebnis: Braun – Schwarz – Grün – GoldOrange – Orange – Rot – Silber: Wert und zulässiger Bereich?
Hinweis: Silber = ±10 %
Zahl: 33; ×100 → R = 3.300 Ω = 3,3 kΩ
±10 % = ±330 Ω → Bereich: 2.970 – 3.630 Ω
Ergebnis: R = 3,3 kΩ; Bereich: 2.970 – 3.630 ΩWelche Farbringe hat ein 220-Ω-Widerstand mit ±5 %?
Hinweis: 220 = 22 × 10
22 × 10 → Rot (2), Rot (2), Braun (×10), Gold
Ergebnis: Rot – Rot – Braun – Gold680-Ω-Widerstand mit Gold-Ring: Farbringe und zulässiger Bereich?
Hinweis: 680 = 68 × 10 → Blau (6), Grau (8), Braun (×10)
Blau – Grau – Braun – Gold
±5 % von 680 = ±34 Ω → Bereich: 646 – 714 Ω
Ergebnis: Blau – Grau – Braun – Gold; 646 – 714 ΩWas ist Verlustleistung und wie bestimmt man die Belastbarkeit?
Jeder Widerstand wandelt elektrische Energie in Wärme um. Zu viel Wärme zerstört das Bauteil. Die Nennleistung gibt an, wie viel Verlustleistung ein Widerstand dauerhaft abführen kann.
Die drei Leistungsformeln
- P
- Leistung in Watt [W]
- U
- Spannung in Volt [V]
- I
- Stromstärke in Ampere [A]
- R
- Widerstand in Ohm [Ω]
Nennleistungen und Baugrößen
| Nennleistung | Typische Bauform | Anwendungsbereich |
|---|---|---|
| 1/8 W (0,125 W) | Mini-THT, SMD klein | Signalschaltungen, Logik |
| 1/4 W (0,25 W) | Standard-THT (Kohle/Metallschicht) | Allgemeine Elektronik, Prototypen |
| 1/2 W (0,5 W) | Mittelgroßer THT | Netzteilschaltungen |
| 1 W | Größerer THT | Leistungsstufen |
| 2 W / 5 W | Drahtwiderstand auf Keramik | Leistungselektronik |
| 10 W – 100 W | Drahtwiderstand + Kühlkörper | Industrieanlagen, Prüftechnik |
? Verständnisfrage: Ein 100-Ω-Widerstand liegt an 10 V. Welche Nennleistung ist mindestens zu wählen (Faktor 2)? ›
Durch einen 220-Ω-Widerstand fließen 50 mA. Berechne die Verlustleistung und wähle die Nennleistung.
I = 0,050 A; P = I²·R = 0,0025 · 220 = 0,55 W
0,55 · 2 = 1,1 W → nächster Normwert: 2 W
Ergebnis: P = 0,55 W → 2-W-Widerstand wählenAn R = 330 Ω liegen 5 V. Berechne Strom, Verlustleistung und empfohlene Nennleistung.
I = 5/330 ≈ 0,01515 A ≈ 15,2 mA
P = 25/330 ≈ 0,0758 W ≈ 75,8 mW
75,8 mW · 2 = 151,5 mW → 1/4-W-Typ (250 mW) reicht
Ergebnis: I ≈ 15,2 mA; P ≈ 75,8 mW → 1/4-W-TypEin 1-kΩ-Widerstand liegt an 24 V. Berechne P und wähle die Nennleistung (Faktor 2).
Hinweis: P = U²/R
P = 576/1.000 = 0,576 W; ×2 = 1,15 W → 2-W-Typ
Ergebnis: P = 0,576 W → 2-W-WiderstandDurch einen 47-Ω-Widerstand fließen 200 mA. Berechne P und empfohlene Nennleistung.
Hinweis: P = I²·R
I = 0,200 A; P = 0,04 · 47 = 1,88 W; ×2 = 3,76 W → 5-W-Typ
Ergebnis: P = 1,88 W → 5-W-DrahtwiderstandWelche maximale Spannung darf dauerhaft an einem 1/4-W-Widerstand von 680 Ω anliegen?
Hinweis: P = U²/R → U = √(P · R)
U = √(0,25 · 680) = √170 ≈ 13,04 V
Ergebnis: U_max ≈ 13 VEin 4,7-kΩ-Widerstand hat 1/2-W-Nennleistung. Welcher Strom darf maximal fließen?
Hinweis: P = I²·R → I = √(P/R)
R = 4.700 Ω; I = √(0,5/4.700) = √0,0001064 ≈ 0,01032 A ≈ 10,3 mA
Ergebnis: I_max ≈ 10,3 mAIn einer 230-V-Schaltung soll ein 10-kΩ-Widerstand eingesetzt werden. Berechne P und wähle die Nennleistung (Faktor 2).
Hinweis: P = U²/R mit U = 230 V, R = 10.000 Ω
P = 52.900/10.000 = 5,29 W; ×2 = 10,58 W → 15-W-Typ
Bei dieser Leistungsklasse: Drahtwiderstand mit Kühlkörpermontage
Ergebnis: P = 5,29 W → 15-W-Drahtwiderstand mit KühlkörperWelche Bauformen und Gehäuseformen gibt es bei Widerständen?
Widerstände gibt es in vielen Bauformen – je nach Anforderungen an Baugröße, Leistung, Genauigkeit und Montageart.
THT vs. SMD – die zwei Montagearten
| Eigenschaft | THT (Through Hole Technology) | SMD (Surface Mounted Device) |
|---|---|---|
| Montage | Durch Löcher in die Leiterplatte gesteckt und gelötet | Direkt auf Lötflächen gelötet |
| Baugröße | Größer (mehrere mm) | Sehr klein (0402, 0603, 0805, 1206) |
| Wertmarkierung | Farbringcode | 3-stelliger Zahlenkode (z.B. 472 = 4,7 kΩ) |
| Leistungsbereich | 1/8 W bis 100 W+ | 1/16 W bis ca. 2 W |
| Reparatur/Prototyp | Einfach – auf Steckbrett nutzbar | Schwieriger – kein Steckbrett |
| Serienproduktion | Aufwändiger (Bestückung) | Kostengünstiger (Maschinenmontage) |
SMD-Zahlenkode lesen
- „472″
- 47 × 10² = 4.700 Ω = 4,7 kΩ
- „103″
- 10 × 10³ = 10.000 Ω = 10 kΩ
- „R47″
- 0,47 Ω (R = Dezimalkomma)
Widerstandstypen nach Technologie
| Typ | Aufbau | Toleranz | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Kohleschicht | Kohleschicht auf Keramik | ±5 %–±10 % | Allgemein, kostengünstig |
| Metallschicht | Metallegierungsschicht | ±1 %–±2 % | Messtechnik, Präzision |
| Drahtwiderstand | Widerstandsdraht auf Keramikspule | ±1 % | Hohe Leistung, Präzision |
| Metalloxidschicht | Metalloxid auf Keramik | ±2 %–±5 % | Hohe Pulsbelastbarkeit |
| SMD-Chipwiderstand | Dickfilmtechnik auf Al₂O₃ | ±1 %–±5 % | Leiterplattentechnik |
- 1. Widerstandswert berechnen → nächsten E12/E24-Normwert wählen
- 2. Verlustleistung berechnen → Nennleistung mit Faktor 2 wählen
- 3. Bauform: THT für Prototypen und Reparaturen, SMD für Serienproduktion
- 4. Toleranz: ±5 % für allgemeine Anwendungen, ±1 % für Messtechnik
? Verständnisfrage: Welchen Widerstandswert hat ein SMD-Bauteil mit der Aufschrift „473″? ›
Abschlusstest
12 Fragen zum gesamten Kursinhalt – von Grundlagen bis Bauformen.
Fragen bei mündlicher Prüfung
Typische Prüfungsfragen mit vollständigen Musterantworten – zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung.
01Erklären Sie das Ohmsche Gesetz und nennen Sie alle drei Formelvarianten!›
Das Ohmsche Gesetz beschreibt die Beziehung zwischen Spannung, Strom und Widerstand in einem linearen elektrischen Leiter bei konstanter Temperatur. Es gilt für alle ohmschen Widerstände.
- R in Ohm [Ω], U in Volt [V], I in Ampere [A]
- Bei konstanter Temperatur ist R konstant (lineares Verhalten)
- Benannt nach Georg Simon Ohm (1789–1854)
Gedächtnisstütze: Das URI-Dreieck – die gesuchte Größe abdecken, die restlichen zwei ergeben die Formel.
02Was ist der Unterschied zwischen NTC und PTC? Nennen Sie je zwei typische Anwendungen!›
NTC und PTC sind temperaturabhängige Widerstände (Thermistoren) mit gegensätzlichem Verhalten:
- NTC-Anwendungen: Temperaturmessung (Fühlerelement), Einschaltstromdämpfung in Netzteilen
- PTC-Anwendungen: Motorwicklungsschutz, selbstrückstellende Sicherungen (Polyfuses)
Merkhilfe: NTC → Niedriger Widerstand bei Wärme; PTC → Positiv steigend bei Wärme.
03Wie liest man den 4-Ring-Farbcode? Zeigen Sie am Beispiel Rot – Violett – Orange – Gold!›
Das 4-Ring-Farbcodesystem (ÖNORM EN 60062) codiert Widerstandswert und Toleranz:
- Ring 1: Erste Stelle (1–9)
- Ring 2: Zweite Stelle (0–9)
- Ring 3: Multiplikator (Zehnerpotenz)
- Ring 4: Toleranz (Gold=±5 %, Silber=±10 %)
Beispiel: Rot – Violett – Orange – Gold
- Rot=2, Violett=7 → Mantisse 27
- Orange = ×1.000
- Gold = ±5 % → Bereich: 25.650 – 28.350 Ω
04Erklären Sie die drei Formeln für die elektrische Verlustleistung und wann welche zu verwenden ist!›
Die elektrische Verlustleistung P gibt an, wie viel Energie pro Zeiteinheit in Wärme umgewandelt wird:
- Alle drei Formeln liefern dasselbe Ergebnis – Wahl nach gegebenen Größen
- Einheit: Watt [W]
- Für Bauteilauswahl: Nennleistung mindestens doppelt so groß wie berechnete Verlustleistung wählen
05Was ist der Unterschied zwischen THT- und SMD-Widerständen? Wann verwendet man welche Bauform?›
- THT (Through Hole Technology): Bedrahtet, durch Löcher gesteckt und gelötet. Größer, einfach handhabbar, Steckbrett-tauglich, höhere Leistungsklassen möglich.
- SMD (Surface Mounted Device): Auf Lötflächen gelötet. Sehr klein (z.B. 0805 = 2 mm × 1,25 mm), für maschinelle Bestückung optimiert, kostengünstiger in der Serienfertigung.
Faustregel: Prototyp/Reparatur → THT; Serienproduktion → SMD.
SMD-Kennzeichnung – 3-stelliger Zahlenkode:
06Was ist ein Potentiometer und wie unterscheidet es sich von einem Trimmer?›
Beide sind mechanisch verstellbare Widerstände mit Schleifkontakt und drei Anschlüssen:
- Potentiometer: Für häufige Verstellung durch den Benutzer konstruiert (z.B. Lautstärkeregler, Helligkeitsregler). Robuste Mechanik, langer Lebenszyklus. Drehpoti oder Schiebepoti.
- Trimmer: Nur für gelegentliche Justierung (meist einmalig bei Inbetriebnahme). Kleiner, kostengünstiger, Verstellung mit Schraubendreher.
Als Spannungsteiler (alle 3 Anschlüsse) oder als verstellbarer Widerstand (nur 2 Anschlüsse) verwendbar.
07Wie wählt man die richtige Nennleistung für einen Widerstand? Erklären Sie das Vorgehen Schritt für Schritt!›
- Schritt 1: Verlustleistung berechnen (P = U·I, P = I²·R oder P = U²/R)
- Schritt 2: Berechnete Leistung mit Faktor 2 multiplizieren (Sicherheitsreserve)
- Schritt 3: Nächstgrößere genormte Nennleistung wählen
Genormte Nennleistungen: 1/8 – 1/4 – 1/2 – 1 – 2 – 5 – 10 – 25 – 50 W
Der Faktor 2 ist nötig wegen: Temperaturschwankungen, Bauteilalterung, Messungenauigkeiten und kurzzeitiger Überlastung im Betrieb.
08Erklären Sie den LDR: Aufbau, Funktionsprinzip und typische Anwendungen in der Mechatronik!›
Ein LDR (Light Dependent Resistor) ist ein lichtabhängiger Widerstand auf Halbleiterbasis.
- Aufbau: Mäanderförmige Schicht aus Cadmiumsulfid (CdS) auf keramischem Träger im transparenten Gehäuse
- Funktionsprinzip: Lichtphotonen lösen Elektronen aus dem Halbleitergitter (innerer Fotoeffekt) → mehr freie Ladungsträger → geringerer Widerstand bei mehr Licht
- Anwendungen: Dämmerungsschalter, automatische Jalousiensteuerung, Lichtschranken, Sicherheitsschaltungen, Displayhelligkeit-Steuerung
- Nachteil: Relativ langsame Reaktionszeit – für schnelle Anwendungen besser Fotodiode verwenden
Formelsammlung
Glossar
- Widerstand (R): Elektrische Eigenschaft, die den Stromfluss hemmt. Einheit: Ohm [Ω].
- Ohm [Ω]: SI-Einheit des Widerstands. 1 Ω = 1 V / 1 A.
- Ohmsches Gesetz: R = U/I – gilt für lineare Widerstände bei konstanter Temperatur.
- Festwiderstand: Widerstand mit konstantem, unveränderlichem Nennwert.
- Potentiometer: Mechanisch verstellbarer Widerstand mit drei Anschlüssen.
- Trimmer: Einstellwiderstand für gelegentliche Justierung (Schraubendreher).
- NTC (Negative Temperature Coefficient): Heißleiter – Widerstand sinkt bei Erwärmung.
- PTC (Positive Temperature Coefficient): Kaltleiter – Widerstand steigt bei Erwärmung.
- LDR (Light Dependent Resistor): Fotowiderstand – Widerstand sinkt bei Beleuchtung.
- Verlustleistung (P): In Wärme umgewandelte elektrische Leistung. Einheit: Watt [W].
- Nennleistung: Maximal zulässige Dauerbelastung eines Widerstands ohne Beschädigung.
- Farbringcode: System zur Codierung von Wert und Toleranz durch farbige Ringe (ÖNORM EN 60062).
- Toleranz: Zulässige prozentuale Abweichung des realen Werts vom Nennwert.
- THT (Through Hole Technology): Bedrahtete Bauteile, durch Löcher in der Leiterplatte gesteckt.
- SMD (Surface Mounted Device): Oberflächenmontierte Bauteile, direkt auf Lötflächen befestigt.
- E-Reihe: Normierte Zahlenwerte für Widerstände gemäß ÖNORM EN 60063 (E6, E12, E24 …).
- Kohleschichtwiderstand: Aufgedampfte Kohleschicht; Toleranz ±5–10 %. Kostengünstig.
- Metallschichtwiderstand: Metallegierungsschicht; Toleranz ±1–2 %. Für Präzision.
- Drahtwiderstand: Widerstandsdraht auf Keramikspule; für hohe Leistungen ausgelegt.
- Innerer Fotoeffekt: Licht löst Elektronen im Halbleiter aus dem Gitterverband – Grundprinzip des LDR.
Stand & Quellen
- Stand: April 2025
- ÖNORM EN 60062: Farbkodierung für Widerstände und Kondensatoren (IEC 60062)
- ÖNORM EN 60063: Bevorzugte Zahlenreihen (E-Reihen) für passive Bauelemente (IEC 60063)
- ÖNORM EN 60115-1: Festwiderstände für den Einbau in Geräte der Elektronik
- ÖVE/ÖNORM EN 50110-1: Betrieb von elektrischen Anlagen
- ESV 2012: Elektroschutzverordnung 2012 (BGBl. II Nr. 33/2012)
- Moeller/Eichler: „Grundlagen der Elektrotechnik“, Westermann Verlag
- Harriehausen/Schwarzenau: „Moeller Grundlagen der Elektrotechnik“, Springer Vieweg
