Regelkreis-Begriffe: Sollwert, Istwert, Stellgröße, Regelgröße, Störgröße

Wer mit Regelungstechnik zu tun hat, stolpert sofort über eine Handvoll Begriffe, die ständig gebraucht werden: Sollwert, Istwert, Regelgröße, Stellgröße, Störgröße. Auf den ersten Blick klingen einige davon fast gleich – und genau da entstehen die Missverständnisse. Dieser Beitrag sortiert die fünf zentralen Größen eines Regelkreises so, dass du sie sicher auseinanderhältst und an jeder Anlage wiedererkennst.

Vorwissen

  • Unterschied zwischen Steuerung und Regelung
  • Physikalische Größen und Formelzeichen

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • die fünf Grundbegriffe Sollwert, Istwert, Regelgröße, Stellgröße und Störgröße korrekt benennen und voneinander unterscheiden
  • den Wirkungsablauf in einem Regelkreis anhand dieser Größen beschreiben
  • die Regeldifferenz aus Soll- und Istwert berechnen
  • bei einer beliebigen Anlage die fünf Größen systematisch identifizieren
  • typische Verwechslungen erkennen und vermeiden

1. Worum geht es beim Regeln – und warum eigene Begriffe?

Stell dir einen Raum mit einer Heizung und einem Thermostat vor. Du stellst 21 °C ein. Wird es kälter, heizt die Anlage nach; wird es wärmer, drosselt sie. Genau das ist Regeln: Ein Wert wird laufend gemessen, mit einem Wunschwert verglichen und bei Abweichung nachgeführt – immer wieder, in einem geschlossenen Kreis.

Der Kern dabei ist die Rückführung. Das System misst sein eigenes Ergebnis und reagiert darauf. Dieser geschlossene Kreis ist der Unterschied zur reinen Steuerung, bei der ein Eingang einen Ausgang beeinflusst, ohne dass das Ergebnis zurückgemeldet wird. Die genaue Abgrenzung von Steuerung und Regelung ist ein Thema für sich und wird an anderer Stelle ausführlich behandelt – hier reicht das Bild vom geschlossenen Kreis. Ebenso wird der vollständige strukturelle Aufbau eines Regelkreises mit allen Blöcken separat behandelt; in diesem Beitrag geht es um die Sprache, nicht um die Bauteile.

Und damit zur eigentlichen Frage: Warum braucht ein so einfaches Prinzip fünde verschiedene Fachbegriffe? Weil im Kreis an unterschiedlichen Stellen unterschiedliche Dinge passieren. Der Wert, den ich haben will, ist nicht derselbe wie der Wert, den ich gerade messe – und beide sind wieder etwas anderes als das Signal, mit dem die Heizung aufgedreht wird. Wenn jeder dieser Punkte einen eigenen Namen hat, kann man präzise sagen, wo im Kreis ein Problem sitzt. „Der Istwert hängt durch“ und „die Stellgröße ist am Anschlag“ sind zwei völlig verschiedene Befunde – und genau diese Genauigkeit brauchst du in der Praxis bei der Fehlersuche.

Das Heizungsbeispiel begleitet uns durch den ganzen Beitrag. An ihm machen wir im nächsten Kapitel jeden einzelnen Begriff fest.

Eine Außenjalousie fährt jeden Abend um 20:00 Uhr automatisch herunter, unabhängig von Helligkeit oder Wind. Handelt es sich um eine Regelung im Sinne dieses Beitrags?

  • a) Nein, weil das Ergebnis nicht gemessen und zurückgeführt wird
  • b) Ja, weil ein Sollwert (20:00 Uhr) vorgegeben wird
  • c) Ja, weil ein Aktor angesteuert wird
  • d) Nein, weil keine elektrische Energie verwendet wird

Richtig: a)

Erklärung: Entscheidend für eine Regelung ist die Rückführung – das System müsste den tatsächlichen Zustand messen und darauf reagieren. Hier läuft nur ein zeitgesteuerter Ablauf ohne Rückmeldung, also eine Steuerung. Antwort b verwechselt einen Zeitpunkt mit einem Sollwert. c trifft auf Steuerung und Regelung gleichermaßen zu und unterscheidet daher nicht. d ist sachlich irrelevant, weil die Energieart nichts mit dem Prinzip zu tun hat.

Warum ist es in der Praxis sinnvoll, zwischen den einzelnen Größen eines Regelkreises sprachlich genau zu unterscheiden?

  • a) Weil die Norm für jede Größe eine andere Farbe vorschreibt
  • b) Weil sich nur so der Energieverbrauch berechnen lässt
  • c) Weil sich ein Fehler dann eindeutig einer Stelle im Kreis zuordnen lässt
  • d) Weil sonst kein Schaltplan gezeichnet werden darf

Richtig: c)

Erklärung: Die Begriffe benennen verschiedene Punkte im Wirkungsablauf. Ist klar, ob der Istwert nicht stimmt oder die Stellgröße nicht ankommt, weiß man, wo zu suchen ist. a und d sind erfunden; eine solche Vorschrift gibt es nicht. b stellt einen Zusammenhang her, den es so nicht gibt – die Begriffsklärung dient dem Verständnis und der Fehlersuche, nicht der Verbrauchsberechnung.

2. Die fünf Größen im Regelkreis

Jetzt zu den Begriffen selbst. Wir gehen sie der Reihe nach durch, immer am Heizungsbeispiel, und ordnen jedem sein Formelzeichen zu.

Führungsgröße und Sollwert (Formelzeichen w): Das ist der Wert, den die Regelgröße annehmen soll – der Wunschwert. Bei der Heizung sind das die eingestellten 21 °C. Streng genommen ist die Führungsgröße der von außen vorgegebene Verlauf des Sollwerts; im Alltag werden beide Begriffe oft gleichbedeutend verwendet, und der konkrete Zahlenwert heißt Sollwert.

Regelgröße und Istwert (Formelzeichen x): Die Regelgröße ist die physikalische Größe, die geregelt werden soll – bei der Heizung also die Raumtemperatur. Der Istwert ist ihr aktuell gemessener Wert, zum Beispiel 19 °C. Die Regelgröße ist das „was“ (die Temperatur), der Istwert das „wie viel gerade“ (19 °C).

Regeldifferenz (Formelzeichen e): Der Vergleich von Soll und Ist delivert die Abweichung. Sie ist die treibende Größe für den Regler:

e = w – x

  • e … Regeldifferenz in der Einheit der Regelgröße (z.B. °C)
  • w … Sollwert (Führungsgröße)
  • x … Istwert (Regelgröße)

Im Beispiel: e = 21 °C − 19 °C = 2 °C. Ein positiver Wert heißt, der Istwert liegt unter dem Sollwert – die Heizung muss nachheizen. Ist e negativ, ist es zu warm. Bei e = 0 stimmt alles.

Stellgröße (Formelzeichen y): Das ist die Größe, mit der der Regler in den Prozess eingreift, um die Regelgröße zu beeinflussen. Bei der Heizung etwa die Stellung des Heizungsventils oder die zugeführte Heizleistung. Der Regler berechnet aus der Regeldifferenz, wie stark er stellen muss.

Störgröße (Formelzeichen z): Jede Einwirkung von außen, die die Regelgröße verändert, ohne dass der Regler sie gewollt hätte. Beim Raum sind das ein geöffnetes Fenster, Sonneneinstrahlung oder kalte Außenluft. Störgrößen sind der Grund, warum überhaupt geregelt werden muss – ohne sie würde eine einmal eingestellte Heizleistung dauerhaft passen.

Bleibt noch der Ort, an dem das alles passiert. Die Regelstrecke ist der Teil der Anlage, der beeinflusst werden soll – beim Heizungsbeispiel der Raum samt Heizkörper. Auf sie wirkt die Stellgröße des Reglers, und an ihr wird die Regelgröße gemessen.

Der Wirkungsablauf schließt sich damit zum Kreis: Der Istwert (x) wird gemessen und mit dem Sollwert (w) verglichen, daraus entsteht die Regeldifferenz (e). Der Regler bildet daraus die Stellgröße (y) und greift in die Regelstrecke ein. Dort wirkt zusätzlich die Störgröße (z). Das Ergebnis ist die neue Regelgröße, deren Istwert wieder gemessen wird – und der Kreis beginnt von vorn.

+ w Sollwert Regler Thermostat e Regeldifferenz Regelstrecke Raum + Heizung y Stellgröße z Störgröße x Regelgröße Messung / Rückführung des Istwerts

Zur Übersicht die fünf Größen mit Formelzeichen und Beispiel:

Begriff Formelzeichen Bedeutung Heizungsbeispiel
Sollwert / Führungsgröße w gewünschter Wert der Regelgröße eingestellte 21 °C
Regelgröße (Istwert) x geregelte Größe, aktuell gemessen Raumtemperatur, gerade 19 °C
Regeldifferenz e Abweichung Soll minus Ist 2 °C
Stellgröße y Eingriff des Reglers in den Prozess Ventilstellung / Heizleistung
Störgröße z äußere Einwirkung auf die Regelgröße offenes Fenster, Sonne

Gelöstes Beispiel

Ein Thermostat ist auf 22 °C eingestellt. Der Temperaturfühler meldet aktuell 18,5 °C. Bestimme die Regeldifferenz und gib an, in welche Richtung der Regler stellen muss.

Gegeben: Sollwert w = 22 °C, Istwert x = 18,5 °C

Gesucht: Regeldifferenz e in °C

Lösungweg:

  1. Schritt 1 — Regeldifferenz bilden:
    e = w − x = 22 °C − 18,5 °C
  2. Schritt 2 — Richtung beurteilen:
    e ist positiv, der Istwert liegt also unter dem Sollwert. Der Regler muss die Stellgröße erhöhen (nachheizen).

Ergebnis: e = 3,5 °C, der Regler muss nachheizen.

Übungen

Sollwert 20 °C, Istwert 20 °C. Berechne die Regeldifferenz und beurteile den Zustand.

Lösung: e = 20 − 20 = 0 °C. Sollwert und Istwert stimmen überein, der Regler muss nicht eingreifen.

Ein Kühlraum soll auf 4 °C gehalten werden, gemessen werden 6 °C. Berechne e.

Lösung: e = w − x = 4 − 6 = −2 °C. Der Istwert liegt über dem Sollwert; bei einer Kühlung bedeutet das, dass stärker gekühlt werden muss.

Eine Druckregelung hat Sollwert 5,0 bar und Istwert 4,7 bar. Berechne die Regeldifferenz.

Lösung: e = 5,0 − 4,7 = 0,3 bar. Positiver Wert, der Druck muss erhöht werden.

Bei einer Füllstandsregelung beträgt der Sollwert 80 % und der gemessene Istwert 92 %. Berechne e und beurteile, wie der Regler reagieren muss.

Lösung: e = 80 − 92 = −12 %. Der Behälter ist zu voll; der Zulauf muss gedrosselt bzw. der Ablauf erhöht werden.

Eine Drehzahlregelung hat den Sollwert 1450 1/min. Über eine Stunde werden nacheinander 1450, 1420 und 1465 1/min gemessen. Berechne die drei Regeldifferenzen und beschreibe, wie sich das Vorzeichen ändert.

Lösung: e₁ = 1450 − 1450 = 0 1/min; e₂ = 1450 − 1420 = +30 1/min (zu langsam, nachstellen); e₃ = 1450 − 1465 = −15 1/min (zu schnell, drosseln). Das Vorzeichen kippt von null über positiv zu negativ und zeigt damit den Wechsel der Stellrichtung an.

In einer Drehzahlregelung wird der Sollwert mit 1500 1/min vorgegeben, gemessen werden 1440 1/min. Welche Aussage zur Regeldifferenz ist korrekt?

  • a) e = +60 1/min, der Antrieb muss schneller werden
  • b) e = −60 1/min, der Antrieb muss langsamer werden
  • c) e = 1440 1/min, weil der Istwert die Regeldifferenz ist
  • d) e = 2940 1/min, weil Soll- und Istwert addiert werden

Richtig: a)

Erklärung: e = w − x = 1500 − 1440 = +60 1/min. Der positive Wert zeigt, dass der Istwert liegt unter dem Sollwert, der Antrieb also schneller werden muss. b hat das Vorzeichen und damit die Stellrichtung falsch. c verwechselt Istwert und Regeldifferenz. d addiert die Werte, statt sie zu subtrahieren.

Bei der geregelten Raumheizung wird das Fenster geöffnet und es zieht kalte Luft herein. Welcher Größe ist dieser Vorgang zuzuordnen?

  • a) Störgröße
  • b) Stellgröße
  • c) Sollwert
  • d) Regeldifferenz

Richtig: a)

Erklärung: Die kalte Zugluft wirkt ungewollt von außen auf die Regelgröße Temperatur ein – das ist die Definition der Störgröße (z). Der Sollwert bleibt unverändert (c falsch). Die Stellgröße ist der gewollte Eingriff des Reglers, nicht die äußere Einwirkung (b falsch). Die Regeldifferenz ist nur das rechnerische Ergebnis des Soll-Ist-Vergleichs (d falsch).

Was beschreibt die Stellgröße y in einem Regelkreis am treffendsten?

  • a) den gewünschten Endwert der Regelung
  • b) die gemessene Abweichung zwischen Soll und Ist
  • c) eine zufällige Schwankung im Messsignal
  • d) die Größe, mit der der Regler in den Prozess eingreift

Richtig: d)

Erklärung: Die Stellgröße ist das Stellsignal des Reglers an die Regelstrecke, etwa die Ventilstellung. a beschreibt den Sollwert, b die Regeldifferenz, c eher eine Störung oder ein Messrauschen. Nur d trifft die Stellgröße.

3. Begriffe sicher anwenden – typische Verwechslungen

Die Theorie ist überschaubar. Schwierig wird es erst, wenn die Begriffe in einer konkreten Anlage zugeordnet werden müssen – und genau da passieren die typischen Fehler.

Um in der Praxis nicht durcheinanderzukommen, hilft ein festes Vorgehen. Bei einer beliebigen Anlage fragst du dich in dieser Reihenfolge:

  1. Was soll geregelt werden? → Das ist die Regelgröße (ihr Messwert der Istwert x).
  2. Auf welchen Wert? → Das ist der Sollwert w.
  3. Womit greift der Regler ein? → Das ist die Stellgröße y.
  4. Was wirkt von außen ungewollt darauf? → Das sind die Störgrößen z.

Schauen wir uns das an drei Anlagen aus der Praxis an.

Anlage Regelgröße (Istwert x) Sollwert w Stellgröße y Störgröße z
Drehzahlregelung Motor Drehzahl gewünschte Drehzahl Frequenz am Umrichter Lastschwankung
Füllstandsregelung Behälter Füllstand gewünschte Höhe Stellung des Zulaufventils wechselnde Entnahme
Druckregelung Druckluftnetz Netzdruck gewünschter Druck Förderleistung des Kompressors schwankender Verbrauch

Bei einer Füllstandsregelung eines Vorratsbehälters wird über ein Zulaufventil nachgefüllt. Plötzlich entnimmt eine nachgelagerte Maschine deutlich mehr Material als üblich. Wie sind „mehr Entnahme“ und „Ventilstellung“ einzuordnen?

  • a) Entnahme = Stellgröße, Ventilstellung = Störgröße
  • b) beide sind Regelgrößen
  • c) Entnahme = Sollwert, Ventilstellung = Istwert
  • d) Entnahme = Störgröße, Ventilstellung = Stellgröße

Richtig: d)

Erklärung: Die erhöhte Entnahme wirkt ungewollt von außen auf den Füllstand – Störgröße. Das Zulaufventil ist der gewollte Eingriff des Reglers – Stellgröße. a vertauscht beide. b ist falsch, weil die Regelgröße hier der Füllstand selbst ist. c verwechselt die beiden mit Soll- und Istwert.

An einer Druckregelung im Druckluftnetz wird der Sollwert nicht verändert, der gemessene Druck schwankt aber merklich, weil mehrere Verbraucher unregelmäßig Luft ziehen. Welche Aussage ist korrekt?

  • a) Der schwankende Verbrauch ist eine Störgröße, der Netzdruck die Regelgröße
  • b) Der Netzdruck ist der Sollwert, weil er geregelt wird
  • c) Der schwankende Verbrauch ist die Stellgröße
  • d) Die Förderleistung des Kompressors ist die Störgröße

Richtig: a)

Erklärung: Der Netzdruck ist die geregelte Größe (Regelgröße), der unregelmäßige Verbrauch wirkt ungewollt darauf ein (Störgröße). c ordnet die Störung falsch zu. b verwechselt Regelgröße und Sollwert – geregelt wird der Druck, der Sollwert ist der vorgegebene Wunschdruck. d benennt den gewollten Reglereingriff fälschlich als Störung.

Ein Kollege sagt: „Der Istwert ist eingestellt auf 50 °C.“ Warum ist diese Aussage fachlich unsauber?

  • a) Weil 50 °C kein zulässiger Wert ist
  • b) Weil eingestellt wird der Sollwert, der Istwert dagegen gemessen
  • c) Weil der Istwert immer null sein muss
  • d) Weil der Istwert keine Einheit haben darf

Richtig: b)

Erklärung: Eingestellt wird der Sollwert; der Istwert ergibt sich aus der Messung und lässt sich nicht direkt einstellen. Die korrekte Aussage wäre „der Sollwert ist auf 50 °C eingestellt“. a, c und d behaupten Einschränkungen, die es nicht gibt.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Eine Heizungsregelung hat den Sollwert 23 °C. Der Fühler meldet 20,5 °C. Berechne die Regeldifferenz und gib die Stellrichtung an.

Gegeben: w = 23 °C, x = 20,5 °C

Gesucht: e in °C, Stellrichtung

Lösungsweg:

  1. e = w − x = 23 − 20,5 = 2,5 °C;
  2. positiver Wert bedeutet Istwert unter Sollwert.

Ergebnis: e = 2,5 °C, der Regler muss nachheizen.

Aufgabe 2: Eine Druckregelung soll 6,0 bar halten. Nacheinander werden 6,0 bar, 6,4 bar und 5,8 bar gemessen. Berechne die drei Regeldifferenzen.

Gegeben: w = 6,0 bar; x₁ = 6,0 bar, x₂ = 6,4 bar, x₃ = 5,8 bar

Gesucht: e₁, e₂, e₃ in bar

Lösungsweg:

  1. e = w − x für jeden Messwert:
  2. e₁ = 6,0 − 6,0
  3. e₂ = 6,0 − 6,4
  4. e₃ = 6,0 − 5,8

Ergebnis: e₁ = 0 bar, e₂ = −0,4 bar (zu hoher Druck, drosseln), e₃ = +0,2 bar (zu niedriger Druck, erhöhen).

Welche Größe wird in einem Regelkreis gemessen und zur Vergleichsstelle zurückgeführt?

  • a) der Sollwert
  • b) die Stellgröße
  • c) der Istwert der Regelgröße
  • d) die Störgröße

Richtig: c)

Erklärung: Rückgeführt wird der gemessene Istwert der Regelgröße, damit er mit dem Sollwert verglichen werden kann. Der Sollwert wird vorgegeben, nicht gemessen. Die Stellgröße läuft vom Regler zur Strecke, nicht zurück. Die Störgröße wird in der Regel nicht gemessen, sondern wirkt von außen ein.

Sollwert 100 °C, Istwert 112 °C. Wie groß ist die Regeldifferenz und was folgt daraus?

  • a) e = 12 °C, es muss geheizt werden
  • b) e = −12 °C, es muss gekühlt bzw. weniger geheizt werden
  • c) e = 212 °C, die Werte werden addiert
  • d) e = 0 °C, alles im Sollbereich

Richtig: b)

Erklärung: e = w − x = 100 − 112 = −12 °C. Der negative Wert zeigt, dass der Istwert über dem Sollwert liegt – es ist zu warm. a hat das Vorzeichen falsch, c addiert statt zu subtrahieren, d ignoriert die Abweichung.

Welche Beschreibung trifft auf die Führungsgröße zu?

  • a) der von außen vorgegebene Wert, den die Regelgröße annehmen soll
  • b) die ungewollte Einwirkung auf die Strecke
  • c) das Stellsignal des Reglers
  • d) die laufend gemessene Prozessgröße

Richtig: a)

Erklärung: Die Führungsgröße gibt den gewünschten Verlauf der Regelgröße vor; ihr konkreter Wert ist der Sollwert. b beschreibt die Störgröße, c die Stellgröße, d den Istwert.

Bei einer drehzahlgeregelten Pumpe am Frequenzumrichter – welche Zuordnung ist korrekt?

  • a) Regelgröße = Ausgangsfrequenz, Stellgröße = Drehzahl
  • b) Regelgröße = Drehzahl, Stellgröße = Ausgangsfrequenz
  • c) Sollwert = Lastschwankung
  • d) Störgröße = Drehzahl

Richtig: b)

Erklärung: Geregelt wird die Drehzahl (Regelgröße), gestellt wird über die Ausgangsfrequenz des Umrichters (Stellgröße). a vertauscht Ziel und Mittel. c macht eine Störung zum Sollwert. d erklärt die Regelgröße zur Störung.

Warum genügt eine reine Steuerung nicht, wenn eine Raumtemperatur trotz schwankender Außentemperatur konstant gehalten werden soll?

  • a) weil eine Steuerung keine elektrische Energie nutzen kann
  • b) weil eine Steuerung grundsätzlich langsamer ist
  • c) weil eine Steuerung keinen Sollwert kennt
  • d) weil eine Steuerung das Ergebnis nicht misst und auf Störgrößen daher nicht reagiert

Richtig: d)

Erklärung: Ohne Rückführung bemerkt eine Steuerung die Wirkung von Störgrößen wie der Außentemperatur nicht und kann nicht gegensteuern. a ist sachlich falsch. b ist kein grundsätzliches Merkmal. c stimmt nicht – auch eine Steuerung kann eine feste Vorgabe haben.

Ein Bediener verstellt am Thermostat den eingestellten Wert von 21 °C auf 24 °C. Welche Größe wurde verändert?

  • a) der Istwert
  • b) die Regeldifferenz direkt
  • c) der Sollwert
  • d) die Stellgröße

Richtig: c)

Erklärung: Verstellt wird der eingestellte Wunschwert, also der Sollwert. Der Istwert ändert sich erst als Folge des Nachregelns (a falsch). Die Regeldifferenz ändert sich zwar rechnerisch mit, wird aber nicht direkt eingestellt (b falsch). Die Stellgröße ist das Reglersignal, kein Bedienwert (d falsch).

Welche der folgenden Größen schwankt im laufenden Betrieb typischerweise am stärksten?

  • a) der Istwert der Regelgröße
  • b) das Formelzeichen
  • c) der Sollwert bei fester Vorgabe
  • d) die eingestellte Einheit

Richtig: a)

Erklärung: Bei fester Vorgabe bleibt der Sollwert konstant, während der gemessene Istwert durch Störungen und Regeleingriffe ständig schwankt. b und d sind keine veränderlichen Prozessgrößen.

Was beschreibt die Regeldifferenz e?

  • a) die Summe aus Soll- und Istwert
  • b) das Stellsignal an die Strecke
  • c) die Differenz Sollwert minus Istwert
  • d) die Stärke der Störgröße

Richtig: c)

Erklärung: Die Regeldifferenz ist definiert als e = w − x. a addiert fälschlich. b beschreibt die Stellgröße. d ist die Störgröße, die mit der Regeldifferenz nichts zu tun hat.

In welcher Reihenfolge durchläuft das Signal die Größen in einem einfachen Regelkreis?

  • a) Stellgröße → Sollwert → Istwert → Störgröße
  • b) Sollwert und Istwert → Regeldifferenz → Stellgröße → Regelgröße
  • c) Störgröße → Sollwert → Stellgröße → Regeldifferenz
  • d) Istwert → Stellgröße → Sollwert → Regelgröße

Richtig: b)

Erklärung: Aus dem Vergleich von Soll- und Istwert entsteht die Regeldifferenz, daraus bildet der Regler die Stellgröße, die auf die Regelstrecke und damit die Regelgröße wirkt. Die anderen Reihenfolgen widersprechen dem Wirkungsablauf.

Eine Klimaanlage soll 22 °C halten. Bei starker Sonneneinstrahlung steigt die Raumtemperatur trotz laufender Kühlung kurzzeitig an. Wie ist die Sonneneinstrahlung einzuordnen, und wie reagiert ein funktionierender Regelkreis?

  • a) Sonneneinstrahlung = Stellgröße; der Regler ignoriert sie
  • b) Sonneneinstrahlung = Sollwert; der Regler hebt das Ziel an
  • c) Sonneneinstrahlung = Regelgröße; sie wird direkt geregelt
  • d) Sonneneinstrahlung = Störgröße; der steigende Istwert vergrößert die Regeldifferenz, der Regler erhöht die Kühlleistung

Richtig: d)

Erklärung: Die Sonneneinstrahlung wirkt ungewollt von außen, ist also Störgröße. Der dadurch steigende Istwert vergrößert die Regeldifferenz, woraufhin der Regler über die Stellgröße stärker kühlt. a, b und c ordnen die Einstrahlung jeweils falsch zu.

Glossar

Sollwert (w)
der eingestellte, gewünschte Wert, den die Regelgröße annehmen soll.
Führungsgröße
der von außen vorgegebene Verlauf des Sollwerts; im Alltag oft gleichbedeutend mit Sollwert verwendet.
Istwert
der aktuell gemessene Wert der Regelgröße.
Regelgröße (x)
die physikalische Größe, die geregelt werden soll, etwa Temperatur, Druck oder Drehzahl.
Regeldifferenz (e)
die Abweichung zwischen Sollwert und Istwert, berechnet als e = w − x; treibende Größe für den Regler.
Stellgröße (y)
die Größe, mit der der Regler in den Prozess eingreift, um die Regelgröße zu beeinflussen.
Störgröße (z)
jede ungewollte Einwirkung von außen, die die Regelgröße verändert.
Rückführung
die Messung der Regelgröße und ihre Rückleitung zur Vergleichsstelle; das entscheidende Merkmal eines Regelkreises.
Regelstrecke
der Teil der Anlage, in dem die Regelgröße beeinflusst wird und auf den die Stellgröße wirkt.
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