Regelkreis-Stabilität – Grundbegriff

Ein Regler hat eine einzige Aufgabe: den Istwert auf den Sollwert bringen und dort halten. Klingt einfach. Trotzdem gibt es Anlagen, bei denen genau das nicht passiert — die Temperatur pendelt um den Sollwert, die Drehzahl wackelt, der Antrieb schaukelt sich auf, bis irgendetwas abschaltet. Das ist eine Frage der Stabilität.

Stabilität ist die Eigenschaft eines Regelkreises, nach einer Störung wieder zur Ruhe zu kommen. Ein stabiler Kreis fängt sich. Ein instabiler schaukelt sich auf. Dieser Beitrag zeigt, woran man den Unterschied erkennt und welche zwei Dinge im Kreis darüber entscheiden.

Vorwissen

  • Aufbau eines Regelkreises
  • Unterschied Steuerung und Regelung
  • Regelkreis-Begriffe: Sollwert, Istwert, Stellgröße, Regelgröße, Störgröße

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, was Stabilität im Regelkreis bedeutet und warum ein Regelkreis instabil werden kann
  • die drei Grundverläufe stabil, grenzstabil und instabil am Istwertverlauf unterscheiden
  • benennen, welche zwei Größen die Stabilität beeinflussen und in welche Richtung sie wirken
  • erklären, warum negative Rückführung die Grundvoraussetzung für einen stabilen Kreis ist

1. Was Stabilität im Regelkreis bedeutet

Ein Regler arbeitet ununterbrochen. Er vergleicht den Istwert mit dem Sollwert, bildet daraus die Regeldifferenz und stellt über die Stellgröße nach. Weicht der Istwert ab, korrigiert der Regler. Diese Korrektur läuft im Kreis: Stellgröße wirkt auf die Strecke, die Strecke verändert den Istwert, der Istwert wird zurückgeführt und wieder mit dem Sollwert verglichen. Genau dieses Im-Kreis-Laufen ist der Grund, warum ein Regelkreis instabil werden kann.

Stell dir vor, du hältst ein Auto in der Spur. Driftet es nach rechts, lenkst du nach links gegen. Lenkst du ruhig und passend, läuft das Auto sauber geradeaus. Lenkst du zu hektisch und zu weit, schießt du über die Mitte hinaus, musst wieder zurücklenken, schießt erneut über — das Auto fängt an zu schlingern. Im schlimmsten Fall werden die Ausschläge immer größer. Der Regelkreis macht im Grunde dasselbe: Korrigiert er zu stark oder zu spät, schießt der Istwert über den Sollwert hinaus, wird zurückgeregelt, schießt wieder über.

Daraus ergeben sich zwei Grundzustände:

Stabil heißt: Nach einer Störung oder einer Sollwertänderung pendelt sich der Istwert wieder ein und kommt zur Ruhe. Die Abweichungen werden kleiner und verschwinden.

Instabil heißt: Der Istwert kommt nicht zur Ruhe. Die Schwingungen bleiben gleich groß oder werden sogar immer größer, bis eine Begrenzung, ein Anschlag oder eine Schutzabschaltung greift.

Wie der Regelkreis aufgebaut ist und was Sollwert, Istwert, Stellgröße und Regelgröße genau bedeuten, ist Thema eines eigenen Beitrags. Hier reicht das Bild vom ständig nachkorrigierenden Regler, der sich entweder fängt oder aufschaukelt.

Warum kann ein Regelkreis überhaupt ins Schwingen geraten, eine reine Steuerung ohne Rückführung dagegen nicht?

  • a) Weil der Regelkreis den Istwert zurückführt und so eine Korrektur die nächste auslösen kann
  • b) Weil eine Steuerung schneller arbeitet als ein Regelkreis
  • c) Weil eine Steuerung grundsätzlich keine Stellgröße verändert
  • d) Weil im Regelkreis kein Sollwert vorgegeben wird

Richtig: a)

Das Schwingen entsteht durch die geschlossene Wirkungskette. Der zurückgeführte Istwert erzeugt eine Korrektur, die wieder auf den Istwert wirkt und die nächste Korrektur auslöst. Eine Steuerung hat keine Rückführung, dieser Kreis fehlt, also kann sich nichts aufschaukeln. Antwort b und c sind sachlich falsch, eine Steuerung verändert sehr wohl Stellgrößen und ist nicht generell schneller. Bei d wird die Vorgabe verwechselt: Auch eine Steuerung kann eine Vorgabe haben, entscheidend ist die fehlende Rückführung.

Ein Antrieb soll eine konstante Drehzahl halten. Nach einer kurzen Laststörung pendelt die Drehzahl mit immer kleineren Ausschlägen und steht nach einigen Sekunden ruhig auf dem Sollwert. Wie ist dieser Kreis zu bewerten?

  • a) Instabil, weil die Drehzahl überhaupt geschwankt hat
  • b) Grenzstabil, weil eine Schwingung aufgetreten ist
  • c) Stabil, weil die Schwingung abklingt und der Istwert zur Ruhe kommt
  • d) Nicht bewertbar ohne Kenntnis des Reglertyps

Richtig: c)

Entscheidend für die Stabilität ist nicht, ob es überhaupt schwankt, sondern ob die Schwankung abklingt. Hier werden die Ausschläge kleiner und der Istwert kommt zur Ruhe, das ist genau das Verhalten eines stabilen Kreises. Antwort a setzt jede Schwingung mit Instabilität gleich, das ist falsch. b beschreibt einen anderen Fall, nämlich die gleichbleibende Dauerschwingung. d ist nicht nötig, das Verhalten ist am Verlauf eindeutig erkennbar.

2. Stabil, grenzstabil, instabil am Istwertverlauf

Am klarsten sieht man Stabilität, wenn man den Istwert über die Zeit aufzeichnet, nachdem der Kreis angeregt wurde — etwa durch einen Sprung des Sollwerts oder eine Störung. Es gibt drei grundlegende Formen, wie sich der Istwert then verhält.

Abklingend (stabil): Der Istwert schwingt nach der Anregung ein paar Mal über und unter den Sollwert, aber jeder Ausschlag ist kleiner als der vorige. Die Schwingung klingt ab, der Istwert nähert sich dem Sollwert und bleibt dort. Das ist das gewünschte Verhalten.

Konstante Schwingung (grenzstabil): Der Istwert schwingt mit gleichbleibender Amplitude um den Sollwert. Die Ausschläge werden weder kleiner noch größer, die Schwingung hört nie auf. Das ist die Stabilitätsgrenze — der Kreis ist gerade noch nicht instabil, aber auch nicht brauchbar, weil er nie zur Ruhe kommt.

Aufklingend (instabil): Jeder Ausschlag ist größer als der vorige. Die Schwingung wächst an, bis eine physikalische Grenze, ein Anschlag oder eine Schutzeinrichtung den Vorgang beendet. Das ist instabiles Verhalten und im Betrieb nicht zulässig.

Abklingend – stabil Ist Zeit Sollwert Konstante Schwingung – grenzstabil Ist Zeit Sollwert Aufklingend – instabil Ist Zeit Sollwert

Für diesen Mini-Beitrag genügt die qualitative Unterscheidung dieser drei Formen. Wie man eine Sprungantwort im Detail auswertet und daraus Reglereinstellungen ableitet, behandelt ein eigener Beitrag.

Ein Temperaturregelkreis wird nach einer Sollwertänderung beobachtet. Der Istwert schwingt mit exakt gleichbleibender Amplitude um den Sollwert und beruhigt sich auch nach langer Zeit nicht. Wie wird dieser Zustand bezeichnet?

  • a) Grenzstabil, der Kreis liegt an der Stabilitätsgrenze
  • b) Stabil, weil die Amplitude nicht wächst
  • c) Instabil, weil überhaupt eine Schwingung vorliegt
  • d) Aperiodisch gedämpft

Richtig: a)

Eine Dauerschwingung mit konstanter Amplitude ist der Grenzfall zwischen stabil und instabil und heißt grenzstabil, das ist Antwort a. Die Schwingung wächst zwar nicht an, klingt aber auch nicht ab, der Kreis kommt nie zur Ruhe. b ist falsch, weil ein stabiler Kreis die Schwingung abbauen müsste. c überdehnt den Begriff Instabilität, hier wächst nichts an. d beschreibt ein Verhalten ganz ohne Schwingung und passt nicht.

Welche der vier Beschreibungen kennzeichnet eindeutig einen instabilen Regelkreis?

  • a) Der Istwert erreicht den Sollwert ohne jedes Überschwingen
  • b) Der Istwert schwingt einmalig über und beruhigt sich dann
  • c) Die Ausschläge des Istwerts werden nach jeder Anregung größer
  • d) Der Istwert bleibt konstant auf dem Sollwert

Richtig: c)

Instabil ist der Kreis, wenn die Schwingungen anwachsen, also jeder Ausschlag größer ist als der vorige. Das beschreibt nur Antwort c. a und b sind Formen stabilen Verhaltens, einmal aperiodisch, einmal mit abklingender Schwingung. d ist der ideale eingeschwungene Zustand und damit das Gegenteil von instabil.

Warum ist auch ein grenzstabiler Regelkreis für den Dauerbetrieb ungeeignet, obwohl die Schwingung nicht anwächst?

  • a) Weil grenzstabile Kreise immer zu langsam reagieren
  • b) Weil grenzstabile Kreise keine Störungen ausgleichen können
  • c) Weil bei Grenzstabilität die Stellgröße abgeschaltet wird
  • d) Weil der Istwert nie zur Ruhe kommt und dauerhaft um den Sollwert pendelt

Richtig: d)

Der entscheidende Punkt ist, dass der Istwert dauerhaft schwingt und nie ruhig auf dem Sollwert steht, das ist Antwort d. Für einen sauberen Betrieb braucht man aber einen Wert, der sich einstellt und hält. a behauptet eine Trägheit, die mit Grenzstabilität nichts zu tun hat. b ist falsch, der Kreis regelt durchaus, nur ohne zur Ruhe zu kommen. c ist frei erfunden, die Stellgröße arbeitet weiter.

3. Was Stabilität beeinflusst — und warum das in der Praxis zählt

Ob ein Regelkreis stabil bleibt, hängt nicht vom Zufall ab. Drei Dinge entscheiden darüber.

Erstens die Richtung der Rückführung. Damit ein Regelkreis stabil arbeiten kann, muss die Rückführung negativ sein — man spricht von Gegenkopplung. Negative Rückführung heißt: Der Istwert wird an der Vergleichsstelle vom Sollwert abgezogen, der Regler wirkt also der Abweichung entgegen. Steigt der Istwert zu hoch, regelt der Regler herunter. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass der Kreis überhaupt zur Ruhe kommen kann.

Dreht sich dieses Vorzeichen um, entsteht Mitkopplung (positive Rückführung). Dann verstärkt der Regler die Abweichung, statt sie auszugleichen: Steigt der Istwert, regelt der Regler noch weiter hinauf. Ein solcher Kreis ist sofort instabil, und zwar völlig unabhängig davon, wie der Regler eingestellt ist. In der Praxis ist das eine der häufigsten Ursachen für einen Kreis, der bei der Inbetriebnahme sofort wegläuft — etwa durch vertauschte Anschlüsse am Messsignal oder eine falsch konfigurierte Wirkrichtung des Reglers. Bevor man an der Einstellung feilt, prüft man also immer zuerst, ob die Wirkrichtung stimmt.

Zweitens die Reglerverstärkung. Die Verstärkung legt fest, wie kräftig der Regler auf eine Abweichung reagiert. Eine kleine Verstärkung regelt sanft, der Kreis ist gutmütig, aber langsam. Erhöht man die Verstärkung, reagiert der Regler schneller und energischer. Das wirkt zunächst wie eine Verbesserung — bis zu einem Punkt. Wird die Verstärkung zu groß, überkorrigiert der Regler, der Istwert schießt über den Sollwert hinaus, wird zurückgeregelt, schießt wieder über. Der Kreis beginnt zu schwingen und wird schließlich instabil.

Drittens die Verzögerung im Kreis. Reale Strecken reagieren träge. Eine Heizung braucht Zeit, bis sich die Temperatur ändert; ein großer Antrieb braucht Zeit, bis die Drehzahl folgt. Solche Verzögerungen und Totzeiten bedeuten, dass die Wirkung einer Korrektur erst spät am Istwert ankommt. Der Regler „sieht“ das Ergebnis seiner Stellgröße verspätet und regelt in der Zwischenzeit weiter — meist zu viel. Je träger die Strecke, desto leichter schaukelt sich der Kreis auf. Verstärkung und Verzögerung wirken dabei zusammen: Eine träge Strecke verträgt deutlich weniger Verstärkung als eine flinke, bevor sie instabil wird.

Daraus ergibt sich ein grundlegender Zielkonflikt: Man möchte einen Kreis, der schnell ausregelt, also hohe Verstärkung. Gleichzeitig möchte man, dass er stabil bleibt, was die Verstärkung begrenzt. Eine gute Reglereinstellung ist immer ein Kompromiss zwischen schnell und stabil.

Ein Regelkreis läuft bei der Inbetriebnahme sofort weg: Der Istwert rennt unmittelbar gegen einen Anschlag, schon bei kleinster Verstärkung. Welche Ursache ist am wahrscheinlichsten?

  • a) Die Reglerverstärkung ist zu niedrig eingestellt
  • b) Die Strecke hat eine zu kleine Totzeit
  • c) Der Sollwert wurde zu niedrig vorgegeben
  • d) Die Rückführung wirkt als Mitkopplung statt als Gegenkopplung

Richtig: d)

Wenn ein Kreis unabhängig von der Verstärkung sofort wegläuft, deutet das auf eine falsche Wirkrichtung hin: Statt Gegenkopplung liegt Mitkopplung vor, der Regler verstärkt die Abweichung, das ist Antwort d. Das macht den Kreis sofort instabil, egal wie klein die Verstärkung ist. a passt nicht, eine niedrige Verstärkung beruhigt einen Kreis eher. b wäre für die Stabilität sogar günstig. c verändert nur das Ziel, nicht die Stabilität.

An einer trägen Temperaturstrecke ist der Regler so eingestellt, dass der Istwert sauber und ohne Schwingen ausregelt. Nun wird derselbe Regler mit gleicher Verstärkung an einer deutlich flinkeren Strecke betrieben. Was ist zu erwarten?

  • a) Der Kreis wird zwangsläufig instabil
  • b) Der Kreis bleibt stabil und regelt tendenziell sogar zügiger aus
  • c) Der Kreis wird grenzstabil und schwingt dauerhaft
  • d) Die Verstärkung muss zwingend erhöht werden, sonst regelt der Kreis nicht

Richtig: b)

Eine flinkere Strecke ist für die Stabilität günstiger als eine träge, weil die Wirkung der Stellgröße schneller am Istwert ankommt. Eine Einstellung, die schon an der trägen Strecke stabil war, bleibt an der flinkeren erst recht stabil und regelt eher schneller aus. a und c verwechseln die Richtung des Zusammenhangs, träge Strecken sind das Stabilitätsproblem, nicht flinke. d ist falsch, der Kreis regelt auch ohne Erhöhung.

Ein Antrieb pendelt unter Last um den Sollwert. Ein Techniker will das Pendeln beseitigen und erhöht die Reglerverstärkung. Warum ist das der falsche Weg?

  • a) Höhere Verstärkung schaltet die Rückführung ab
  • b) Höhere Verstärkung verschiebt den Sollwert
  • c) Höhere Verstärkung treibt den ohnehin schwingenden Kreis weiter Richtung Instabilität
  • d) Höhere Verstärkung verlängert nur die Totzeit der Strecke

Richtig: c)

Das Pendeln zeigt, dass der Kreis bereits nahe an der Stabilitätsgrenze arbeitet. Mehr Verstärkung verstärkt das Überkorrigieren und treibt den Kreis weiter in die Instabilität, statt ihn zu beruhigen. Der richtige Schritt wäre, die Verstärkung zu senken. a ist technisch unsinnig, die Rückführung bleibt bestehen. b verwechselt Verstärkung mit Sollwertvorgabe. d ist falsch, die Totzeit ist eine Eigenschaft der Strecke und ändert sich durch die Verstärkung nicht.

Abschlusstest

Welche Aussage beschreibt Stabilität eines Regelkreises korrekt?

  • a) Ein Regelkreis ist stabil, wenn er nach einer Störung wieder zur Ruhe kommt
  • b) Ein Regelkreis ist stabil, wenn der Istwert nie vom Sollwert abweicht
  • c) Ein Regelkreis ist stabil, wenn die Reglerverstärkung möglichst hoch ist
  • d) Ein Regelkreis ist stabil, wenn er ganz ohne Rückführung arbeitet

Richtig: a)

Stabilität bedeutet, dass der Kreis nach einer Anregung wieder zur Ruhe kommt, das ist Antwort a. Abweichungen dürfen auftreten, sie müssen nur abklingen. b fordert etwas Unmögliches, ganz ohne Abweichung gäbe es nichts zu regeln. c verwechselt Stabilität mit Verstärkung, hohe Verstärkung gefährdet die Stabilität eher. d beschreibt eine Steuerung, nicht einen stabilen Regelkreis.

Der Istwert eines Kreises schwingt nach einer Störung mit von Mal zu Mal kleineren Ausschlägen und beruhigt sich schließlich auf dem Sollwert. Wie ist dieses Verhalten einzuordnen?

  • a) Instabil
  • b) Grenzstabil
  • c) Stabil
  • d) Mitgekoppelt

Richtig: c)

Abklingende Schwingungen, die zur Ruhe kommen, sind das Kennzeichen eines stabilen Kreises. a wäre anwachsende, b gleichbleibende Schwingung. d beschreibt eine Wirkrichtung der Rückführung, kein Verlaufsbild.

Was unterscheidet einen grenzstabilen von einem instabilen Regelkreis im Istwertverlauf?

  • a) Grenzstabil schwingt gar nicht, instabil schwingt konstant
  • b) Grenzstabil klingt ab, instabil bleibt konstant
  • c) Es gibt im Verlauf keinen erkennbaren Unterschied
  • d) Grenzstabil schwingt mit konstanter, instabil mit wachsender Amplitude

Richtig: d)

Beim grenzstabilen Kreis bleibt die Amplitude konstant, beim instabilen wächst sie an, das ist Antwort d. Genau das trennt die beiden. a und b ordnen die Verläufe falsch zu. c ist falsch, der Unterschied ist im Verlauf gut sichtbar.

Warum ist die negative Rückführung die Grundvoraussetzung für einen stabilen Regelkreis?

  • a) Weil der Regler dadurch der Abweichung entgegenwirkt statt sie zu verstärken
  • b) Weil sie die Reglerverstärkung automatisch begrenzt
  • c) Weil sie die Totzeit der Strecke verkürzt
  • d) Weil sie den Sollwert konstant hält

Richtig: a)

Negative Rückführung sorgt dafür, dass der Regler einer Abweichung entgegenarbeitet, der Kreis kann sich dadurch fangen, das ist Antwort a. b ist falsch, mit der Verstärkung hat das Vorzeichen nichts zu tun. c und d beschreiben Wirkungen, die die Rückführungsrichtung nicht hat.

Ein Kreis mit Mitkopplung wird in Betrieb genommen. Welche Aussage trifft zu?

  • a) Er ist nur bei hoher Verstärkung instabil
  • b) Er ist nur bei träger Strecke instabil
  • c) Er ist unabhängig von der Verstärkung instabil
  • d) Er ist stabil, solange die Störungen klein bleiben

Richtig: c)

Mitkopplung verstärkt jede Abweichung, der Kreis läuft sofort weg, ganz egal wie die Verstärkung eingestellt ist. a und b machen die Instabilität fälschlich von Verstärkung oder Strecke abhängig. d ist falsch, auch kleinste Abweichungen werden aufgeschaukelt.

Welche Maßnahme ist sinnvoll, wenn ein stabil ausgelegter Kreis unter zunehmender Last der Strecke (träger werdend) zu pendeln beginnt?

  • a) Reglerverstärkung erhöhen
  • b) Rückführung auf Mitkopplung umstellen
  • c) Sollwert anheben
  • d) Reglerverstärkung verringern

Richtig: d)

Eine träger werdende Strecke verträgt weniger Verstärkung. Senkt man die Verstärkung, beruhigt sich der Kreis wieder, das ist Antwort d. a verstärkt das Pendeln. b würde den Kreis sofort instabil machen. c ändert nur das Ziel, nicht das Schwingverhalten.

Welcher Zusammenhang zwischen Verzögerung in der Strecke und zulässiger Reglerverstärkung ist richtig?

  • a) Je träger die Strecke, desto weniger Verstärkung verträgt der Kreis
  • b) Je träger die Strecke, desto mehr Verstärkung verträgt der Kreis
  • c) Die Trägheit der Strecke hat keinen Einfluss auf die zulässige Verstärkung
  • d) Nur die Totzeit, nicht aber die Trägheit beeinflusst die Verstärkung

Richtig: a)

Trägheit und Totzeit bedeuten, dass Korrekturen verspätet wirken. Das fördert das Aufschaukeln, also muss die Verstärkung kleiner bleiben, das ist Antwort a. b kehrt den Zusammenhang um. c ist falsch, die Trägheit ist gerade der kritische Faktor. d trennt künstlich zwei Effekte, die in dieselbe Richtung wirken.

Ein Regelkreis reagiert sehr langsam, regelt aber jede Störung ohne Schwingen sauber aus. Was ist die wahrscheinlichste Eigenschaft seiner Einstellung?

  • a) Die Reglerverstärkung ist hoch gewählt
  • b) Die Reglerverstärkung ist niedrig gewählt
  • c) Der Kreis arbeitet mit Mitkopplung
  • d) Der Kreis ist grenzstabil

Richtig: b)

Langsames, schwingungsfreies Ausregeln ist typisch für eine niedrige Verstärkung, der Regler arbeitet sanft und gutmütig. a würde eher Schwingneigung bedeuten. c würde den Kreis wegrennen lassen. d hieße Dauerschwingung, das Gegenteil von schwingungsfrei.

Welcher der folgenden Verläufe ist im Dauerbetrieb einer Anlage akzeptabel?

  • a) Aufklingende Schwingung des Istwerts
  • b) Konstante Dauerschwingung des Istwerts
  • c) Eine Schwingung, deren Amplitude unregelmäßig schwankt, aber im Mittel gleich bleibt
  • d) Abklingende Schwingung, die auf dem Sollwert zur Ruhe kommt

Richtig: d)

Nur ein Verlauf, der zur Ruhe kommt, ist brauchbar, also die abklingende Schwingung, das ist Antwort d. a ist instabil, b grenzstabil und kommt nie zur Ruhe, c kommt ebenfalls nie zur Ruhe und ist damit nicht akzeptabel.

Bei der Inbetriebnahme prüft man die Stabilität typischerweise in einer bestimmten Reihenfolge. Welche Vorgehensweise ist sinnvoll?

  • a) Zuerst die Verstärkung maximieren, dann die Wirkrichtung prüfen
  • b) Zuerst die Wirkrichtung der Rückführung prüfen, dann die Verstärkung vorsichtig anpassen
  • c) Zuerst den Sollwert maximieren, dann die Strecke tauschen
  • d) Die Reihenfolge ist gleichgültig, alle Größen wirken unabhängig

Richtig: b)

Stimmt die Wirkrichtung nicht, ist jede Verstärkungseinstellung sinnlos, weil der Kreis durch Mitkopplung ohnehin wegläuft. Deshalb prüft man zuerst die Gegenkopplung und tastet sich dann mit der Verstärkung heran. a beginnt am falschen Ende und riskiert sofortiges Aufschwingen. c ist unsinnig. d ist falsch, Wirkrichtung und Verstärkung hängen in der Vorgehensweise klar zusammen.

Glossar

Stabilität
Eigenschaft eines Regelkreises, nach einer Störung oder Sollwertänderung wieder zur Ruhe zu kommen.
Instabilität
Verhalten eines Regelkreises, bei dem Schwingungen des Istwerts bestehen bleiben oder anwachsen, statt abzuklingen.
Grenzstabil
Grenzfall zwischen stabil und instabil: Der Istwert schwingt mit konstanter Amplitude und kommt nie zur Ruhe.
Gegenkopplung
Negative Rückführung; der Istwert wird vom Sollwert abgezogen, sodass der Regler einer Abweichung entgegenwirkt. Grundvoraussetzung für Stabilität.
Mitkopplung
Positive Rückführung; der Regler verstärkt die Abweichung, statt sie auszugleichen, und macht den Kreis sofort instabil.
Reglerverstärkung
Maß dafür, wie kräftig der Regler auf eine Regeldifferenz reagiert. Zu hohe Verstärkung führt zu Schwingungen und Instabilität.
Totzeit
Zeitspanne, nach der eine Änderung der Stellgröße sich überhaupt erst am Istwert bemerkbar macht; verschlechtert die Stabilität.
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