Was ist eine SPS? – Aufbau und Funktionsweise

In fast jeder modernen Maschine, jeder Förderanlage und jedem automatisierten Prozess steckt heute ein kleiner, unscheinbarer Kasten im Schaltschrank: die SPS. Sie liest Signale ein, denkt nach einem festgelegten Programm und schaltet Ausgänge. Klingt simpel – und genau das ist der Punkt. Früher musste man für jede Änderung an einer Steuerung Drähte umklemmen. Heute ändert man ein paar Zeilen Programm. Dieser Beitrag zeigt, wie eine SPS aufgebaut ist und nach welchem Grundprinzip sie arbeitet.

Vorwissen

  • Verbindungsprogrammierte Steuerung (Schützsteuerung)
  • Analoge und digitale Signale
  • Logische Grundverknüpfungen (UND, ODER, NICHT)

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, was eine SPS ist und worin ihr grundlegender Vorteil gegenüber einer fest verdrahteten Steuerung liegt
  • die zentralen Hardware-Baugruppen einer SPS benennen und ihre Aufgabe beschreiben
  • zwischen Kompakt-SPS und modularer SPS unterscheiden
  • das Grundprinzip des wiederholten, deterministischen Programmablaufs beschreiben
  • nachvollziehen, wie ein Programm in die SPS gelangt und wie Sensoren und Aktoren angeschlossen werden

1. Was ist eine SPS und warum gibt es sie?

Die Abkürzung SPS steht für Speicherprogrammierbare Steuerung – im englischen Sprachraum PLC (Programmable Logic Controller). Der Name verrät schon das Wesentliche: Die Steuerlogik steckt nicht mehr in der Verdrahtung, sondern in einem Programm, das in einem Speicher abgelegt ist.

Um zu verstehen, warum das ein so großer Schritt war, lohnt ein Blick auf die Steuerung davor. Bei einer verbindungsprogrammierten Steuerung (der klassischen Schützsteuerung) ist die Logik durch die Art der Verdrahtung festgelegt. Soll eine Maschine anders arbeiten – etwa ein zusätzlicher Taster eine neue Funktion auslösen – muss man Leitungen umklemmen, Schütze tauschen, den Schaltplan ändern. Bei der SPS bleibt die Hardware gleich. Man ändert nur das Programm. Genau dieser Unterschied – frei programmierbar statt fest verdrahtet – ist der Kern der ganzen Technologie.

Wann sich der Einsatz einer SPS gegenüber einer klassischen Schützsteuerung wirklich lohnt, ist ein Thema für sich und wird an anderer Stelle ausführlich behandelt. Hier reicht der Grundgedanke: Sobald eine Steuerung viele Verknüpfungen, Zeitfunktionen oder Änderungswünsche mit sich bringt, spielt die SPS ihre Stärken aus.

Eingesetzt wird die SPS heute praktisch überall in der Automatisierung: in Förder- und Verpackungsanlagen, an Werkzeugmaschinen, in der Gebäudetechnik, bei Aufzügen, in der Wasser- und Abwassertechnik. Wo Signale eingelesen, verarbeitet und Aktoren geschaltet werden müssen, ist die SPS das Standardwerkzeug.

Eine Anlage soll um eine zusätzliche Verriegelungsbedingung erweitert werden. Worin liegt bei einer SPS-Lösung der grundlegende Vorteil gegenüber einer verbindungsprogrammierten Steuerung?

  • a) Die Erweiterung erfolgt durch eine Änderung im gespeicherten Programm, die Hardware bleibt gleich
  • b) Die zusätzliche Bedingung wird durch Umverdrahten der Schütze realisiert
  • c) Die SPS erkennt die neue Bedingung automatisch ohne Eingriff
  • d) Eine Erweiterung ist bei der SPS grundsätzlich nicht möglich

Richtig: a)

Der Kern der SPS-Technik ist die freie Programmierbarkeit. Eine neue Funktion entsteht durch Programmänderung, während die Ein- und Ausgänge und damit die Verdrahtung in der Regel unverändert bleiben (a). Antwort b beschreibt genau das Vorgehen bei der verbindungsprogrammierten Steuerung, das die SPS überflüssig macht. c ist falsch, weil eine SPS nur das tut, was programmiert wurde – sie „erkennt“ nichts selbsttätig. d ist sachlich falsch.

Was bedeutet der Begriff „speicherprogrammierbar“ im Namen der SPS?

  • a) Die SPS speichert ausschließlich Messwerte für die spätere Auswertung
  • b) Die Verdrahtung bestimmt die gespeicherte Logik
  • c) Das Steuerungsprogramm ist in einem Speicher abgelegt und bestimmt das Verhalten
  • d) Die SPS kann nur fest eingebaute Programme ausführen

Richtig: c)

„Speicherprogrammierbar“ heißt, dass die Steuerlogik als veränderbares Programm in einem Speicher liegt (c). a verwechselt die Steuerung mit einem reinen Datenlogger. b beschreibt das Prinzip der verbindungsprogrammierten Steuerung. d widerspricht dem Grundgedanken, dass das Programm frei geändert werden kann.

2. Hardware-Aufbau einer SPS

Eine SPS ist kein einzelner Chip, sondern ein System aus mehreren zusammenwirkenden Baugruppen – das sind die funktionalen Einzelmodule der Steuerung. Bei einer modular aufgebauten SPS werden diese Module nebeneinander auf eine Trageschiene (Hutschiene) im Schaltschrank gesteckt und über einen gemeinsamen Rückwandbus verbunden. Der Rückwandbus ist die interne Datenleitung, über die die Module Strom und Signale austauschen.

Die wichtigsten Baugruppen sind:

  • Stromversorgung (Netzteil): wandelt die Netzspannung in die intern benötigte Gleichspannung um, typischerweise 24 V DC.
  • CPU (Zentralbaugruppe): das „Gehirn“ der SPS. Sie enthält den Prozessor, das Betriebssystem und den Speicher und arbeitet das Anwenderprogramm ab.- Eingabebaugruppen: nehmen die Signale von Sensoren und Schaltern auf – digital (DE = Digitale Eingabe) oder analog (AE = Analoge Eingabe).
  • Ausgabebaugruppen: geben Schaltbefehle an Aktoren wie Schütze, Ventile oder Lampen aus – digital (DA = Digitale Ausgabe) oder analog (AA = Analoge Ausgabe).
  • Kommunikationsschnittstellen: verbinden die SPS mit dem Programmiergerät, mit Bediengeräten und mit anderen Steuerungen über ein Bussystem.

Bei die Bauform unterscheidet man zwei Grundtypen. Eine Kompakt-SPS vereint Netzteil, CPU und eine feste Anzahl Ein- und Ausgänge in einem einzigen Gehäuse – kompakt, günstig, aber in der Anzahl der Anschlüsse begrenzt. Eine modulare SPS besteht aus einzeln steckbaren Baugruppen, die man je nach Bedarf zusammenstellt und später erweitert. Für kleine, klar umrissene Aufgaben genügt oft die Kompaktvariante; für größere oder wachsende Anlagen ist die modulare Bauweise die erste Wahl.

Rückwandbus (interne Daten- und Versorgungsleitung) Netzteil 230 V AC → 24 V DC CPU Prozessor Betriebssystem Speicher Eingabe DE / AE Ausgabe DA / AA Kom- muni- kation Sensoren / Taster Aktoren (Schütz, Ventil) Grundaufbau einer modularen SPS

Welche Aufgabe hat der Rückwandbus in einer modularen SPS?

  • a) Er stellt die interne Verbindung für Daten und Versorgung zwischen den Baugruppen her
  • b) Er versorgt ausschließlich die angeschlossenen Sensoren mit Spannung
  • c) Er ersetzt die CPU bei einem Ausfall
  • d) Er wandelt analoge in digitale Signale um

Richtig: a)

Der Rückwandbus ist die interne Leitung, über die die gesteckten Module Daten austauschen und versorgt werden (a). b ist falsch, weil die Sensorversorgung über die Eingabebaugruppen bzw. eine separate Versorgung läuft. c beschreibt keine Funktion eines Busses. d ist die Aufgabe einer Analog-Eingabebaugruppe, nicht des Busses.

Eine kleine, in ihrer Funktion klar abgegrenzte Maschine soll möglichst günstig gesteuert werden, eine spätere Erweiterung um viele Ein- und Ausgänge ist nicht vorgesehen. Welche Bauform liegt nahe?

  • a) Eine modulare SPS mit maximaler Baugruppenzahl
  • b) Eine reine verbindungsprogrammierte Steuerung ohne Rechner
  • c) Mehrere CPUs im Verbund
  • d) Eine Kompakt-SPS

Richtig: d)

Bei klar umrissenem, gleichbleibendem Umfang ist die Kompakt-SPS die wirtschaftliche Wahl, da Netzteil, CPU und feste E/A in einem Gehäuse stecken (d). a wäre überdimensioniert und teurer. b ignoriert, dass eine programmierbare Lösung gefragt ist. c ist für eine einfache Kleinmaschine unnötiger Aufwand.

Wofür steht in der Bezeichnung der Baugruppen das Kürzel „AE“?

  • a) Ausgabe elektrisch
  • b) Automatische Erweiterung
  • c) Analoge Eingabe
  • d) Allgemeine Endstufe

Richtig: c)

DE/AE bzw. DA/AA bezeichnen digitale und analoge Ein- und Ausgaben. AE steht für die analoge Eingabe (c), über die etwa ein Temperatur- oder Drucksignal eingelesen wird. Die übrigen Antworten sind keine gebräuchlichen Baugruppenbezeichnungen.

3. Die zentralen Baugruppen im Detail

Nachdem der grobe Aufbau klar ist, lohnt ein genauerer Blick auf die drei Baugruppen, die das Verhalten der SPS bestimmen: CPU, Speicher und die Ein-/Ausgabebaugruppen.

Die CPU ist die Zentralbaugruppe. In ihr arbeitet der Prozessor das Anwenderprogramm ab, gesteuert von einem fest eingebauten Betriebssystem, das sich um die internen Abläufe kümmert. Die Leistungsfähigkeit der CPU – Verarbeitungsgeschwindigkeit und Speichergröße – entscheidet darüber, wie umfangreich und wie schnell ein Programm laufen kann.

Der Speicher gliedert sich nach Aufgabe. Der Programmspeicher enthält das Anwenderprogramm, also die eigentliche Steuerlogik. Der Datenspeicher hält die Werte, mit denen das Programm arbeitet: eingelesene Signale, Zwischenergebnisse, Zählerstände. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen remanent und flüchtig. Remanente Daten bleiben auch nach dem Ausschalten erhalten – das ist nötig, wenn etwa ein Zählerstand einen Stromausfall überdauern soll. Flüchtige Daten gehen beim Abschalten verloren.

Die Ein- und Ausgabebaugruppen bilden die Schnittstelle zur Anlage. Eingabebaugruppen wandeln die Signale aus dem Feld – von Sensoren, Tastern, Schaltern – in eine Form, die die CPU verarbeiten kann. Ausgabebaugruppen schalten umgekehrt die Aktoren. Man unterscheidet digitale Baugruppen, die nur zwei Zustände kennen (Signal vorhanden oder nicht), und analoge Baugruppen, die fortlaufende Werte wie eine Temperatur oder einen Druck verarbeiten. Wie analoge Signale intern in Zahlenwerte umgesetzt und weiterverarbeitet werden, ist ein eigenes, umfangreicheres Thema und wird an anderer Stelle behandelt.

In der europäischen und österreichischen Praxis arbeiten die digitalen Eingänge typischerweise mit 24 V DC. Die Anforderungen an SPS-Betriebsmittel – darunter auch, ab welchem Spannungsbereich ein Eingangssignal sicher als „logisch 1″ erkannt werden muss und welcher Bereich als „logisch 0″ gilt – sind in der ÖNORM EN 61131-2 festgelegt. Diese Norm definiert die elektrischen und mechanischen Eigenschaften der Geräte und sorgt dafür, dass Komponenten verschiedener Hersteller zusammenpassen. Für die tägliche Arbeit genügt das Bewusstsein: Es gibt einen definierten oberen Bereich, der sicher als Eins gilt, einen unteren, der als Null gilt, und einen undefinierten Übergangsbereich dazwischen, den man im Betrieb meidet.

Bei den Ausgangsbaugruppen gibt es einen praktisch wichtigen Unterschied. Relaisausgänge schalten über einen mechanischen kontakt – sie sind belastbar, für verschiedene Spannungsarten geeignet, aber langsamer und mechanisch verschleißbehaftet. Transistorausgänge schalten elektronisch – sie sind schnell und verschleißfrei, aber auf Gleichspannung und einen begrenzten Strom festgelegt. Welcher Typ passt, hängt vom angeschlossenen Aktor und von der geforderten Schaltgeschwindigkeit ab.

Wie die einzelnen Eingänge, Ausgänge und Merker im Programm angesprochen werden, also ihre Adressierung, behandelt ein eigener Beitrag.

Ein Stückzähler soll seinen Stand auch nach einem Stromausfall behalten. Worauf kommt es an?

  • a) Der Speicherbereich des Zählers muss als remanent festgelegt sein
  • b) Der Zählwert muss in einem analogen Eingang gespeichert sein
  • c) Die CPU muss über einen Transistorausgang verfügen
  • d) Der Wert wird grundsätzlich automatisch dauerhaft gespeichert

Richtig: a)

Werte überstehen das Abschalten nur, wenn ihr Speicherbereich ausdrücklich remanent ist (a). b verwechselt Speicherung mit einem Eingangssignal. c betrifft das Schalten von Aktoren, nicht die Datenhaltung. d ist der typische Denkfehler – ohne remanente Festlegung gehen flüchtige Daten verloren.

Worin liegt der wesentliche Unterschied zwischen einem Relaisausgang und einem Transistorausgang?

  • a) Der Relaisausgang is schneller und verschleißfrei
  • b) Der Transistorausgang kann beliebige Spannungsarten und sehr hohe Ströme schalten
  • c) Beide Ausgangstypen sind in Funktion und Eigenschaften identisch
  • d) Der Relaisausgang schaltet mechanisch und ist vielseitig, der Transistorausgang schaltet elektronisch, schnell und verschleißfrei

Richtig: d)

Der Relaisausgang schaltet über einen mechanischen Kontakt und ist für verschiedene Spannungsarten geeignet, der Transistorausgang schaltet elektronisch, schnell und verschleißfrei, ist aber auf Gleichspannung und begrenzten Strom festgelegt (d). a vertauscht die Eigenschaften. b überschätzt den Transistorausgang. c ist falsch.

Welche Norm legt im österreichischen und europäischen Raum die Anforderungen an die Betriebsmittel einer SPS fest?

  • a) Eine rein nationale Vorschrift ohne europäischen Bezug
  • b) ÖNORM EN 61131-2
  • c) Eine Norm, die ausschließlich die Programmiersprachen regelt
  • d) Es existiert keine einschlägige Norm

Richtig: b)

Die ÖNORM EN 61131-2 regelt die Anforderungen an SPS-Betriebsmittel, einschließlich der Signalpegel (b). a ist falsch, da es sich um eine europäisch übernommene Norm handelt. c verwechselt sie mit dem Teil der Normenreihe, der die Programmiersprachen behandelt. d ist sachlich falsch.

4. Wie eine SPS arbeitet — Grundprinzip des Betriebs

Eine SPS tut im Betrieb immer dasselbe: Sie arbeitet ihr Programm von oben nach unten ab, und wenn sie am Ende angekommen ist, beginnt sie wieder von vorne. Dieses ständige Wiederholen nennt man zyklischen Betrieb. Ein einmaliger Durchlauf von Anfang bis Ende ist ein Zyklus, die Zeit dafür die Zykluszeit.

Genau dieses gleichförmige Wiederholen macht die SPS so verlässlich. Anders als ein gewöhnlicher PC, der je nach Auslastung mal schneller und mal langsamer reagiert, arbeitet die SPS deterministisch: Der Ablauf ist vorhersehbar, jeder Zyklus läuft nach demselben Schema. Wie dieser Durchlauf intern in feste Phasen gegliedert ist, behandelt ein eigener Beitrag im Detail; hier zählt das Bild des unermüdlich wiederholten Programmlaufs.

Im laufenden Betrieb gibt es zwei grundlegende Betriebszustände. Im Zustand RUN arbeitet die SPS ihr Programm aktiv ab und steuert die Anlage. Im Zustand STOP ist die Programmbearbeitung angehalten – die Ausgänge werden nicht mehr gesteuert. In STOP wird üblicherweise ein neues Programm geladen oder ein Fehler bearbeitet. Beim Einschalten durchläuft die SPS zunächst eine interne Startphase, in der sie sich selbst prüft, bevor sie in RUN geht.

Die Zykluszeit ist mehr als eine technische Randgröße. Da Eingänge nur einmal pro Zyklus eingelesen werden, kann ein sehr kurzes Ereignis am Eingang im schlechtesten Fall fast einen ganzen Zyklus warten, bis es das Programm „sieht“. Die Reaktion der Anlage hängt also direkt von der Zykluszeit ab. Mit dem folgenden Rechner lässt sich das abschätzen.

Die maximale Reaktionszeit ist näherungsweise mit zwei Zyklen angesetzt: einer, bis das Eingangssignal eingelesen wird, und ein weiterer, bis der zugehörige Ausgang gesetzt ist. Sie zeigt, warum bei schnellen Vorgängen eine kurze Zykluszeit wichtig ist.

Warum wird eine SPS als deterministisch arbeitend bezeichnet?

  • a) Weil sie auf jedes Ereignis sofort und unabhängig vom Zyklus reagiert
  • b) Weil sie ihre Zykluszeit selbsttätig dem PC-Betriebssystem anpasst
  • c) Weil ihr Programm in vorhersehbarer, gleichförmiger Wiederholung abgearbeitet wird
  • d) Weil sie ausschließlich analoge Signale verarbeitet

Richtig: c)

Deterministisch heißt, dass der Ablauf vorhersehbar ist – jeder Zyklus folgt demselben Schema (c). a beschreibt ein ereignisgesteuertes Verhalten, das gerade nicht dem zyklischen Prinzip entspricht. b ist erfunden. d hat mit Determinismus nichts zu tun.

Ein sehr kurzer Schaltimpuls liegt an einem Eingang an. Welche Aussage is im zyklischen Betrieb korrekt?

  • a) Der Impuls wird in jedem Fall sofort verarbeitet
  • b) Die Zykluszeit hat keinen Einfluss auf die Erfassung
  • c) Kurze Impulse werden grundsätzlich doppelt gezählt
  • d) Der Impuls kann übersehen werden, wenn er kürzer als ein Zyklus ist und zwischen zwei Einlesezeitpunkten liegt

Richtig: d)

Da Eingänge nur einmal je Zyklus eingelesen werden, kann ein Impuls, der kürzer als die Zykluszeit ist und genau zwischen zwei Einlesezeitpunkten liegt, verloren gehen (d). a und b verkennen den Einfluss der Zykluszeit. c ist falsch.

Was geschieht im Betriebszustand STOP?

  • a) Die SPS arbeitet das Programm besonders schnell ab
  • b) Die Programmbearbeitung ist angehalten, die Ausgänge werden nicht gesteuert
  • c) Die SPS löscht automatisch ihr Programm
  • d) Die Eingänge werden dauerhaft auf High gesetzt

Richtig: b)

In STOP ruht die Programmbearbeitung, die Ausgänge werden nicht aktiv gesteuert – dieser Zustand dient etwa dem Laden eines neuen Programms (b). a beschreibt das Gegenteil. c und d sind frei erfunden.

5. SPS in der Praxis — Programmierung, Anschluss, Einsatz

Bleibt die Frage, wie die SPS von der Hardware im Schaltschrank zur arbeitenden Steuerung wird. Das Programm wird nicht an der SPS selbst geschrieben, sondern an einem PC mit einer Engineering-Software – der Programmierumgebung des jeweiligen Herstellers. Dort entsteht das Programm, wird geprüft und anschließend über eine Kommunikationsschnittstelle in die CPU geladen („Download“). Danach läuft es eigenständig in der SPS, der PC wird zum Programmieren oder zur Diagnose nur bei Bedarf angeschlossen.

Der Anschluss an die Anlage folgt einem einfachen Grundmuster: Sensoren, Taster und Schalter werden auf die Eingangsklemmen verdrahtet, Aktoren wie Schütze, Magnetventile oder Meldeleuchten auf die Ausgangsklemmen. Was zwischen Eingang und Ausgang passiert – welche Bedingung welchen Ausgang schaltet – steckt allein im Programm.

In welcher Programmiersprache dieses Programm geschrieben wird, ist standardisiert. Die einschlägige Normenreihe IEC 61131-3 (in Österreich als ÖNORM EN übernommen) beschreibt mehrere Sprachen, vom grafischen Kontaktplan bis zum textuellen Code. Welche davon wann sinnvoll ist, behandelt ein eigener Beitrag – hier genügt der Hinweis, dass man nicht an eine einzige Sprache gebunden ist.

Wo wird das Anwenderprogramm einer SPS üblicherweise erstellt?

  • a) Direkt über Bedienelemente an der SPS
  • b) An einem PC mit der Engineering-Software des Herstellers
  • c) Durch Umverdrahten der Eingangsklemmen
  • d) Im Datenspeicher der CPU, der dazu von Hand beschrieben wird

Richtig: b)

Das Programm entsteht am PC in der Engineering-Software und wird anschließend in die CPU geladen (b). a ist bei modernen SPS nicht der übliche Weg. c beschreibt die verbindungsprogrammierte Steuerung. d verwechselt das Erstellen des Programms mit der internen Datenhaltung.

Eine Maschine soll künftig bei einem zusätzlichen Signal einen weiteren Ausgang schalten. Welcher Eingriff ist bei einer bereits installierten SPS typisch?

  • a) Sämtliche Aktoren müssen neu verdrahtet werden
  • b) Die CPU muss gegen ein leistungsfähigeres Modell getauscht werden
  • c) Die Logik wird im Programm ergänzt und neu in die CPU geladen
  • d) Es muss eine zweite SPS parallel installiert werden

Richtig: c)

Solange Ein- und Ausgang bereits vorhanden sind, genügt die Ergänzung im Programm und ein erneuter Download (c). a und b beschreiben unnötigen Aufwand, der gerade durch die SPS vermieden wird. d ist überzogen.

Welcher Vorteil der SPS lässt sich rein aus der Betriebs- und Instandhaltungssicht beschreiben?

  • a) Die SPS benötigt keine Stromversorgung
  • b) Der laufende Prozess kann über die Software beobachtet und Störungen können gezielt eingegrenzt werden
  • c) Die SPS arbeitet ohne jedes Programm
  • d) Sensoren und Aktoren entfallen vollständig

Richtig: b)

Die Software-Diagnose erlaubt es, Eingänge und Ausgänge im Betrieb zu beobachten und Fehler einzugrenzen (b). a ist falsch, da das Netzteil zwingend ist. c widerspricht dem Grundprinzip. d ist sachlich falsch – ohne Sensoren und Aktoren gäbe es nichts zu steuern.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Eine SPS benötigt für die reine Programmbearbeitung 8 ms, das Einlesen der Eingänge und das Setzen der Ausgänge dauert zusammen 3 ms. Wie groß ist die Zykluszeit?

Gegeben: Programmbearbeitungszeit t_prog = 8 ms, Zeit für Ein- und Ausgabe t_io = 3 ms

Gesucht: Zykluszeit t_z in ms

Lösungsweg:

  1. Zykluszeit als Summe der Anteile: t_z = t_prog + t_io
  2. t_z = 8 ms + 3 ms

Ergebnis: t_z = 11 ms

Aufgabe 2: Für dieselbe SPS soll die maximale Reaktionszeit abgeschätzt werden, näherungsweise als zwei volle Zyklen (ein Zyklus bis zum Einlesen des Eingangs, ein weiterer bis zum Setzen des Ausgangs).

Gegeben: Zykluszeit t_z = 11 ms

Gesucht: maximale Reaktionszeit t_r in ms

Lösungsweg:

  1. Reaktionszeit als zwei Zyklen: t_r = 2 * t_z
  2. t_r = 2 * 11 ms

Ergebnis: t_r = 22 ms

Was beschreibt der Begriff „speicherprogrammierbar“ am treffendsten?

  • a) Die Steuerlogik liegt als veränderbares Programm in einem Speicher
  • b) Die Steuerlogik ist durch die Verdrahtung festgelegt
  • c) Die SPS speichert nur Diagnosedaten
  • d) Das Programm ist fest im Prozessor verdrahtet und unveränderlich

Richtig: a)

Der Kern ist die Speicherung der Logik als veränderbares Programm (a). b beschreibt die verbindungsprogrammierte Steuerung. c reduziert die SPS auf einen Datenspeicher. d widerspricht der freien Programmierbarkeit.

Welche Baugruppe wandelt die Netzspannung in die intern benötigte Gleichspannung um?

  • a) Die CPU
  • b) Das Netzteil
  • c) Die Eingabebaugruppe
  • d) Der Rückwandbus

Richtig: b)

Die Spannungsversorgung ist Aufgabe des Netzteils (b). Die CPU verarbeitet das Programm, die Eingabebaugruppe liest Signale ein, der Rückwandbus verteilt Strom und Daten, erzeugt sie aber nicht.

Ein Zählerstand muss einen Stromausfall überdauern. Welche Eigenschaft des Speicherbereichs ist dafür erforderlich?

  • a) Flüchtig
  • b) Remanent
  • c) Analog
  • d) Digital

Richtig: b)

Nur remanente Speicherbereiche behalten ihren Inhalt nach dem Abschalten (b). Flüchtige Daten gehen verloren (a). Analog und digital beschreiben die Signalart, nicht die Dauerhaftigkeit.

Welche Aussage zur Kompakt-SPS trifft zu?

  • a) Sie besteht aus beliebig vielen einzeln steckbaren Baugruppen
  • b) Sie kommt ohne Stromversorgung aus
  • c) Sie kann ausschließlich analoge Signale verarbeiten
  • d) Sie vereint Netzteil, CPU und eine feste Anzahl Ein- und Ausgänge in einem Gehäuse

Richtig: d)

Die Kompakt-SPS fasst die Grundkomponenten mit einer festen E/A-Zahl in einem Gehäuse zusammen (d). a beschreibt die modulare Bauform. b und c sind sachlich falsch.

Eine sehr schnelle Reaktion der Anlage auf ein Eingangssignal ist gefordert. Welche Maßnahme wirkt in die richtige Richtung?

  • a) Die Zykluszeit möglichst klein halten
  • b) Die Zykluszeit möglichst groß wählen
  • c) Die remanenten Speicherbereiche vergrößern
  • d) Mehr Ausgangsbaugruppen einbauen

Richtig: a)

Da die Reaktionszeit direkt von der Zykluszeit abhängt, verkürzt eine kleinere Zykluszeit die Reaktion (a). b bewirkt das Gegenteil. c und d haben keinen Einfluss auf die Reaktionsgeschwindigkeit.

Worin unterscheidet sich der Transistorausgang grundsätzlich vom Relaisausgang?

  • a) Er schaltet langsamer und mechanisch
  • b) Er kann beliebige Wechselspannungen mit hohem Strom schalten
  • c) Er schaltet elektronisch, schnell und verschleißfrei, is aber auf Gleichspannung begrenzt
  • d) Er ist mit dem Relaisausgang in allen Eigenschaften identisch

Richtig: c)

Der Transistorausgang schaltet elektronisch, schnell und ohne Verschleiß, bleibt jedoch auf Gleichspannung und begrenzten Strom festgelegt (c). a beschreibt den Relaisausgang. b überschätzt den Transistorausgang. d ist falsch.

Welche Aufgabe hat die CPU einer SPS?

  • a) Sie versorgt die Module mit Spannung
  • b) Sie arbeitet das Anwenderprogramm ab
  • c) Sie ersetzt die Eingabebaugruppen
  • d) Sie dient nur als mechanischer Träger

Richtig: b)

Die CPU verarbeitet mit ihrem Prozessor das Programm (b). Die Spannungsversorgung übernimmt das Netzteil, die Signalaufnahme die Eingabebaugruppen, die mechanische Aufnahme die Hutschiene.

In welchem Betriebszustand wird üblicherweise ein neues Programm in die SPS geladen?

  • a) RUN
  • b) Während eines laufenden Zyklus
  • c) Nur bei abgeschaltetem Netzteil
  • d) STOP

Richtig: d)

Das Laden eines neuen Programms erfolgt im Zustand STOP, in dem die Programmbearbeitung ruht (d). In RUN läuft die Steuerung aktiv (a, b). Bei abgeschaltetem Netzteil ist die SPS gar nicht ansprechbar (c).

Welche Normenreihe regelt die Programmiersprachen für SPS?

  • a) IEC 61131-3
  • b) Eine Norm ausschließlich für die Hardware-Betriebsmittel
  • c) Eine rein nationale Vorschrift ohne europäischen Bezug
  • d) Es gibt keine Standardisierung der Programmiersprachen

Richtig: a)

Die IEC 61131-3, in Österreich als ÖNORM EN übernommen, beschreibt die SPS-Programmiersprachen (a). b verwechselt sie mit dem Teil der Reihe zu den Betriebsmitteln. c und d sind falsch.

Was ist der grundlegende Vorteil der SPS gegenüber der verbindungsprogrammierten Steuerung bei einer Funktionsänderung?

  • a) Es muss kein Programm vorhanden sein
  • b) Jede Änderung erfordert den Tausch der CPU
  • c) Die Funktion wird durch eine Programmänderung angepasst, die Verdrahtung bleibt meist unverändert
  • d) Die SPS ändert ihre Funktion selbsttätig

Richtig: c)

Der zentrale Vorteil ist die Funktionsänderung über das Programm bei gleichbleibender Verdrahtung (c). a widerspricht dem Wesen der SPS. d überschätzt sie. b beschreibt unnötigen Aufwand.

Wozu dient eine Kommunikationsschnittstelle an der SPS?

  • a) Zur Umwandlung der Netzspannung
  • b) Ausschließlich zum Anschluss von Sensoren
  • c) Zur Verbindung mit Programmiergerät, Bediengeräten und anderen Steuerungen
  • d) Zur mechanischen Befestigung auf der Hutschiene

Richtig: c)

Die Kommunikationsschnittstelle verbindet die SPS mit dem PC, mit Bediengeräten und über Bussysteme mit weiteren Steuerungen (c). a ist Aufgabe des Netzteils, b der Eingabebaugruppen, d der Hutschiene.

Ein Eingangsimpuls ist deutlich kürzer als die Zykluszeit. Welche Folge ist möglich?

  • a) Der Impuls wird mit Sicherheit doppelt erfasst
  • b) Die Zykluszeit verkürzt sich automatisch
  • c) Die SPS wechselt selbsttätig in den Zustand STOP
  • d) Der Impuls kann unbemerkt bleiben, wenn er zwischen zwei Einlesezeitpunkten liegt

Richtig: d)

Weil die Eingänge nur einmal pro Zyklus eingelesen werden, kann ein zu kurzer Impuls zwischen zwei Einlesezeitpunkten verloren gehen (d). a ist falsch. b und c sind frei erfunden.

Glossar

SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)
Industrieller Steuerungsrechner, dessen Steuerlogik als veränderbares Programm in einem Speicher liegt; englisch PLC.
Baugruppe
Funktionales Einzelmodul einer SPS, etwa Netzteil, CPU, Eingabe- oder Ausgabemodul.
Rückwandbus
Interne Daten- und Versorgungsleitung, die die gesteckten Baugruppen einer modularen SPS miteinander verbindet.
CPU (Zentralbaugruppe)
Baugruppe mit Prozessor, Betriebssystem und Speicher, die das Anwenderprogramm abarbeitet.
Kompakt-SPS
Bauform, die Netzteil, CPU and eine feste Anzahl Ein- und Ausgänge in einem Gehäuse vereint.
Modulare SPS
Bauform aus einzeln steckbaren, je nach Bedarf zusammenstellbaren und erweiterbaren Baugruppen.
Remanent
Eigenschaft eines Speicherbereichs, dessen Inhalt auch nach dem Ausschalten erhalten bleibt; Gegenteil: flüchtig.
Zyklus
Ein vollständiger Durchlauf des SPS-Programms von Anfang bis Ende.
Zykluszeit
Die Zeitdauer eines einzelnen Zyklus; sie bestimmt maßgeblich die Reaktionszeit der Steuerung.
Deterministisch
Eigenschaft eines vorhersehbaren, gleichförmig wiederholten Ablaufs, wie ihn die SPS bietet.
Engineering-Software
Programmierumgebung am PC, in der das SPS-Programm erstellt, geprüft und für den Download in die CPU aufbereitet wird.
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