Analogwertverarbeitung in der SPS

Eine Steuerung kennt von Haus aus nur zwei Zustände: Strom oder kein Strom, eins oder null. Für einen Endschalter oder einen Taster reicht das. Aber sobald eine Temperatur, ein Druck oder ein Füllstand geregelt werden soll, wird es eng. Diese Größen sind nicht ein oder aus – sie liegen irgendwo dazwischen und ändern sich stufenlos.

Hier kommt die Analogwertverarbeitung ins Spiel. Sie ist die Brücke zwischen der stufenlosen physikalischen Welt und der Zahlenwelt im Inneren der Steuerung. Ein Drucksensor liefert eine Spannung oder einen Strom, die Steuerung macht daraus eine Zahl, und am Ende soll im Programm ein verwertbarer Wert in bar oder °C stehen. Dieser Beitrag zeigt den kompletten Weg: vom Signal über den Rohwert bis zum fertig aufbereiteten Messwert, mit dem das Programm arbeiten kann.

Vorwissen

  • Analoge und digitale Signale
  • Datentypen in der SPS (INT, WORD, REAL)
  • Was ist eine SPS? – Aufbau und Funktionsweise

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, warum eine Steuerung analoge Eingänge braucht und worin der Unterschied zur reinen Bit-Logik liegt
  • die genormten Einheitssignale 0–10 V, 0–20 mA und 4–20 mA unterscheiden und begründen, warum 4–20 mA in der Praxis bevorzugt wird
  • den Zusammenhang zwischen Auflösung, Wertebereich und Schrittweite eines Analogeingangs berechnen
  • einen Rohwert in eine physikalische Größe umrechnen (Skalierung) und den umgekehrten Weg für Analogausgänge (Unskalierung) durchführen
  • Grenzwerte mit Hysterese auslegen und die Schaltpunkte berechnen

1. Warum überhaupt Analogwerte in der Steuerung?

Stell dir einen Behälter vor, der nicht überlaufen darf. Mit einem einfachen Grenzschalter kannst du genau eine Information abgreifen: voll oder nicht voll. Das ist ein binäres Signal – es kennt nur zwei Zustände. Für eine simple Abschaltung reicht das.

Sobald du aber wissen willst, wie voll der Behälter ist – 20 %, 60 %, 95 % –, versagt die Bit-Logik. Du bräuchtest unzählige Schalter für jede Füllhöhe. Eine Temperatur, die zwischen 18 °C und 80 °C alle Zwischenwerte annimmt, lässt sich gar nicht sinnvoll in Stufen zerlegen.

Solche Größen nennt man analoge Größen: Sie ändern sich stufenlos und können innerhalb ihres Bereichs jeden beliebigen Wert annehmen. Temperatur, Druck, Durchfluss, Füllstand, Drehzahl, Gewicht, Position – das sind die typischen analogen Messgrößen in der Anlagentechnik.

Damit die Steuerung mit so einer Größe etwas anfangen kann, muss das stufenlose Signal in eine Zahl übersetzt werden. Diese Übersetzung übernimmt eine eigene Eingangsbaugruppe, die das analoge Signal abtastet und in einen digitalen Zahlenwert umwandelt. Wie diese Wandlung elektronisch im Detail abläuft, ist ein eigenes Thema – hier interessiert vor allem, was am Ende im Programm ankommt: eine ganze Zahl, mit der weitergerechnet wird.

Ein Füllstand soll nicht nur überwacht, sondern stufenlos angezeigt und geregelt werden. Warum ist ein binäres Signal dafür ungeeignet?

  • a) Ein binäres Signal kann nur zwei Zustände abbilden und keine Zwischenwerte
  • b) Binäre Signale lassen sich nicht über lange Leitungen übertragen
  • c) Binäre Signale sind grundsätzlich ungenauer als analoge
  • d) Eine Steuerung kann binäre Signale nicht verarbeiten

Richtig: a)

Ein binäres Signal kennt ausschließlich die Zustände ein und aus. Ein stufenloser Füllstand mit beliebigen Zwischenwerten lässt sich damit nicht darstellen – dafür braucht man eine analoge Erfassung. Antwort b verwechselt das mit Leitungstechnik, c stimmt nicht (binäre Signale sind sehr robust), d ist falsch, weil Steuerungen primär binär arbeiten.

Welche der folgenden Größen ist von Natur aus eine analoge Größe?

  • a) Stellung eines Endschalters
  • b) Zustand eines Tasters
  • c) Öltemperatur im Hydraulikaggregat
  • d) Schaltzustand eines Relais

Richtig: c)

Die Öltemperatur ändert sich stufenlos und kann jeden Wert innerhalb ihres Bereichs annehmen – das ist die Definition einer analogen Größe. Endschalter, Taster und Relais liefern bzw. haben nur zwei Zustände und sind damit binär.

2. Standard-Signalbereiche: 0–10 V und 4–20 mA

Damit Sensoren verschiedener Hersteller an dieselbe Eingangsbaugruppe passen, sind die Signale genormt. Ein Sensor gibt seinen Messwert nicht in irgendeiner beliebigen Spannung aus, sondern innerhalb eines festgelegten Einheitssignals. Zwei Bereiche dominieren die Praxis: die Spannungsschnittstelle 0–10 V und die Stromschnittstelle 0–20 mA bzw. 4–20 mA.

Bei einem Spannungssignal entspricht der Messbereichsanfang 0 V und das Messbereichsende 10 V. Einfach im Aufbau, aber empfindlich: Über lange Leitungen fällt an deren Widerstand Spannung ab, und der gemessene Wert wird verfälscht. Außerdem koppeln sich Störungen leichter ein.

Das Stromsignal ist hier robuster. In einer Stromschleife ist der Strom an jeder Stelle gleich groß – ein Spannungsabfall an der Leitung ändert nichts am übertragenen Wert. Deshalb sind Stromsignale über größere Entfernungen die erste Wahl.

Der eigentliche Trick liegt aber im Bereich 4–20 mA. Hier entspricht der Messbereichsanfang nicht 0 mA, sondern 4 mA. Dieser Versatz heißt Lebendnull (oder Offset): Auch wenn der Messwert genau am unteren Anschlag liegt, fließen immer noch 4 mA. Fällt der Strom auf 0 mA, kann das nur eines bedeuten – die Leitung ist unterbrochen oder der Sensor ausgefallen. Die Steuerung erkennt einen Drahtbruch also sofort, ohne zusätzliche Überwachung. Bei einem 0-mA-Anfang wäre ein Leitungsbruch nicht von einem echten Nullwert zu unterscheiden.

Merkmal 0–10 V 0–20 mA 4–20 mA
Bereichsanfang 0 V 0 mA 4 mA (Lebendnull)
Bereichsende 10 V 20 mA 20 mA
Verhalten bei langen Leitungen Spannungsabfall verfälscht Wert unempfindlich unempfindlich
Störfestigkeit gering hoch hoch
Drahtbrucherkennung nicht möglich nicht möglich (0 = gültiger Wert) direkt möglich (0 mA = Fehler)
Typischer Einsatz kurze Wege im Schaltschrank selten Standard im Feld

Warum wird in der industriellen Praxis das Signal 4–20 mA gegenüber 0–20 mA bevorzugt?

  • a) Weil 4–20 mA eine höhere Auflösung bietet
  • b) Weil 4–20 mA weniger Energie verbraucht
  • c) Weil 4–20 mA über kürzere Leitungen übertragen werden kann
  • d) Weil ein Leitungsbruch durch den Wegfall des Stroms direkt erkennbar wird

Richtig: d)

Durch die Lebendnull von 4 mA fließt im Normalbetrieb immer ein Mindeststrom. Sinkt der Strom auf 0 mA, liegt zwingend ein Fehler vor – das ermöglicht eine direkte Drahtbrucherkennung. Die Auflösung (a) ist sogar etwas geringer, weil nur 16 mA Spanne statt 20 mA genutzt werden; b und c sind sachlich falsch.

Ein Sensor liefert ein 0–10-V-Signal über eine lange Leitung. Welches Problem ist dabei typisch?

  • a) Der Strom in der Leitung wird zu hoch
  • b) Durch den Leitungswiderstand fällt Spannung ab und der Messwert wird zu niedrig
  • c) Die Spannung steigt am Ende der Leitung an
  • d) Das Signal wird automatisch in ein Stromsignal umgewandelt

Richtig: b)

An jedem Leiterwiderstand fällt bei Stromfluss Spannung ab. Bei einem Spannungssignal kommt dadurch am Eingang der Baugruppe eine geringere Spannung an als der Sensor ausgibt – der angezeigte Wert ist zu niedrig. Genau dieses Problem umgeht die Stromschnittstelle. c und d sind physikalisch unsinnig, a verwechselt Ursache und Wirkung.

3. Vom Messwert zum Digitalwert: Auflösung und Schrittweite

Die Analog-Eingangsbaugruppe wandelt das Einheitssignal in eine ganze Zahl um. Diese Zahl ist der Rohwert: ein vorzeichenbehafteter Ganzzahlwert (INT), der intern in einem Wort von 16 Bit abgelegt wird. Das Programm sieht zunächst nur diese Zahl – noch nicht den physikalischen Wert in bar oder °C.

Der Rohwert läuft nicht beliebig, sondern in einem festen Wertebereich. Bei vielen verbreiteten Steuerungssystemen wird der Nennbereich eines Analogeingangs auf einen Rohwert von 0 bis 27648 abgebildet: 0 entspricht dem Signalanfang, 27648 dem Signalende. Welcher Bereich genau gilt, steht im Handbuch der jeweiligen Baugruppe – das Prinzip bleibt aber immer gleich.

Wie fein die Steuerung das Signal erfasst, hängt von der Auflösung ab. Sie wird in Bit angegeben. Mit n Bit lassen sich 2 hoch n unterschiedliche Stufen unterscheiden:

N = 2 ** n

  • N … Anzahl der unterscheidbaren Stufen
  • n … Auflösung in Bit

Eine 12-Bit-Auflösung liefert also 4096 Stufen. Aus der Anzahl der Stufen und dem Messbereich ergibt sich die Schrittweite – der kleinste Messwertunterschied, den die Baugruppe noch auflösen kann:

delta = Messbereich / N

  • delta … Schrittweite (kleinste auflösbare Änderung)
  • Messbereich … Spanne der physikalischen Größe
  • N … Anzahl der unterscheidbaren Stufen

Diese stufige Zerlegung des stetigen Signals nennt man Quantisierung. Je höher die Auflösung, desto kleiner die Stufen und desto genauer bildet der Rohwert das Originalsignal ab. Unterhalb der Schrittweite kann die Baugruppe keine Änderung mehr erkennen.

Gelöstes Beispiel

Ein Temperatursensor misst den Bereich 0 °C bis 100 °C. Die Analogbaugruppe arbeitet mit 12 Bit Auflösung. Welche Schrittweite ergibt sich?

Gegeben: Messbereich = 100 °C, Auflösung n = 12 Bit

Gesucht: Schrittweite delta in °C

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Anzahl der Stufen: N = 2 ** 12 = 4096
  2. Schritt 2 — Schrittweite: delta = 100 °C / 4096 = 0,0244 °C

Ergebnis: Die kleinste auflösbare Temperaturänderung beträgt rund 0,024 °C.

Übungen

Ein Analogeingang hat 10 Bit Auflösung. Wie viele Stufen kann er unterscheiden?

N = 2 ** 10 = 1024 Stufen.

Ein Drucksensor deckt 0 bis 16 bar ab, die Baugruppe löst mit 12 Bit auf. Wie groß ist die Schrittweite?

N = 4096; delta = 16 bar / 4096 = 0,0039 bar, also rund 3,9 mbar.

Ein Füllstand 0 bis 5 m wird mit 14 Bit erfasst. Welche Schrittweite ergibt sich?

N = 2 ** 14 = 16384; delta = 5 m / 16384 = 0,000305 m, also rund 0,31 mm.

Eine 12-Bit-Baugruppe erfasst einen Bereich von 0 bis 27648 als Rohwert. Welcher Rohwert entspricht der Hälfte des Signalbereichs?

Die Hälfte von 27648 ist 13824.

Zwei Baugruppen messen denselben Bereich 0 bis 50 bar, eine mit 12 Bit, eine mit 16 Bit. Um welchen Faktor ist die feinere Baugruppe genauer?

16 Bit liefern 65536 Stufen, 12 Bit liefern 4096. Faktor = 65536 / 4096 = 16. Die 16-Bit-Baugruppe löst 16-mal feiner auf.

Eine Analogbaugruppe wird von 10 Bit auf 12 Bit Auflösung aufgerüstet. Wie verändert sich die Anzahl der unterscheidbaren Stufen?

  • a) Sie steigt um das Vierfache
  • b) Sie verdoppelt sich
  • c) Sie bleibt gleich, nur der Wertebereich ändert sich
  • d) Sie steigt um zwei Stufen

Richtig: a)

10 Bit ergeben 1024 Stufen, 12 Bit ergeben 4096 Stufen. 4096 / 1024 = 4, also das Vierfache. Jedes zusätzliche Bit verdoppelt die Stufenzahl, zwei Bit mehr bedeuten somit Faktor vier. Antwort b gilt nur für ein Bit mehr, d verwechselt Bit-Anzahl mit Stufen-Anzahl.

Was beschreibt der Begriff Quantisierung im Zusammenhang mit der Analogwertverarbeitung?

  • a) Die Verstärkung des Sensorsignals
  • b) Die Umrechnung des Rohwerts in eine physikalische Größe
  • c) Die Glättung von Störungen im Messsignal
  • d) Die Zerlegung des stufenlosen Signals in eine endliche Zahl diskreter Stufen

Richtig: d)

Quantisierung bezeichnet das Einteilen des stetigen Eingangssignals in eine begrenzte Anzahl diskreter Werte – jeder gemessene Wert wird der nächstliegenden Stufe zugeordnet. Die Umrechnung in eine physikalische Größe (b) ist die Skalierung, ein anderer Schritt; a und c sind eigenständige Vorgänge.

4. Skalieren und Unskalieren: zwischen Rohwert und physikalischer Größe

Der Rohwert allein sagt im Programm wenig aus. Ein Wert von 13824 ist erst dann nützlich, wenn klar ist, dass er einem Druck von 8 bar entspricht. Diese Umrechnung vom Rohwert in die physikalische Größe heißt Skalieren (oder Normieren) und ist das Herzstück der Analogwertverarbeitung.

Der Zusammenhang zwischen Rohwert und physikalischem Wert ist linear – eine Gerade. Man braucht nur die beiden Eckpunkte: den kleinsten Rohwert mit dem zugehörigen Messbereichsanfang und den größten Rohwert mit dem Messbereichsende. Dazwischen wird linear interpoliert:

y = (y_max – y_min) / (R_max – R_min) * (R – R_min) + y_min

  • y … physikalischer Wert (z. B. bar, °C)
  • y_min … Messbereichsanfang
  • y_max … Messbereichsende
  • R … aktueller Rohwert
  • R_min … kleinster Rohwert
  • R_max … größter Rohwert

Das Ergebnis dieser Rechnung ist in aller Regel eine Gleitkommazahl und wird in einer REAL-Variable abgelegt – schließlich kommen dabei krumme Werte wie 7,83 bar heraus, die in einer Ganzzahl nicht sauber darstellbar wären.

Bei einem 4–20-mA-Sensor ist zu beachten, dass die Lebendnull bereits im Rohwert steckt: Die Baugruppe bildet den genutzten Signalbereich (also 4 bis 20 mA) auf ihren Rohwert-Bereich ab. R_min entspricht dann den 4 mA und damit dem Messbereichsanfang – der Offset ist in der Skalierung automatisch berücksichtigt, sofern man die richtigen Eckpunkte einsetzt.

Die Rückrechnung: Unskalieren für Analogausgänge

Genauso oft läuft der Weg andersherum. Will die Steuerung ein Stellventil öffnen oder einen Frequenzumrichter ansteuern, muss sie einen physikalischen Wunschwert – etwa eine Drehzahl oder eine Ventilstellung in Prozent – in einen Rohwert für die Analog-Ausgangsbaugruppe umrechnen. Das nennt man Unskalieren. Es ist die nach R aufgelöste Skalierungsgleichung:

R = (R_max – R_min) / (y_max – y_min) * (y – y_min) + R_min

  • R … auszugebender Rohwert
  • y … gewünschter physikalischer Wert
  • y_min … Wert bei kleinstem Rohwert
  • y_max … Wert bei größtem Rohwert
  • R_min … kleinster Rohwert
  • R_max … größter Rohwert

Der Rohwert für einen Analogausgang ist wieder eine ganze Zahl (INT), weil die Ausgangsbaugruppe nur ganzzahlige Werte verarbeitet. Vor der Ausgabe wird das Ergebnis also gerundet und in einen INT überführt.

Gelöstes Beispiel

Ein Drucksensor misst 0 bis 16 bar und liefert über eine Baugruppe einen Rohwert von 0 bis 27648. Im Programm steht aktuell der Rohwert 17280. Welcher Druck liegt an?

Gegeben: R = 17280, R_min = 0, R_max = 27648, y_min = 0 bar, y_max = 16 bar

Gesucht: Druck y in bar

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Steigung der Geraden: (16 bar – 0 bar) / (27648 – 0) = 0,0005787 bar pro Rohwert-Schritt
  2. Schritt 2 — Wert berechnen: y = 0,0005787 * (17280 – 0) + 0 = 10,0 bar

Ergebnis: Der anliegende Druck beträgt 10 bar.

Übungen

Ein Temperatursensor misst 0 bis 100 °C, Rohwert 0 bis 27648. Der aktuelle Rohwert ist 6912. Welche Temperatur liegt vor?

y = 100/27648 * 6912 = 25 °C.

Ein Sensor misst -50 bis +150 °C, Rohwert 0 bis 27648. Rohwert aktuell 13824. Welche Temperatur ergibt sich?

y = (150-(-50))/27648 * 13824 + (-50) = 200/27648 * 13824 – 50 = 100 – 50 = 50 °C.

Ein Durchflusssensor misst 0 bis 250 l/min, Rohwert 0 bis 27648. Welcher Rohwert entspricht 100 l/min? (Unskalierung)

R = 27648/250 * 100 = 11059 (gerundet).

Ein Frequenzumrichter soll auf 75 % seiner Leistung gestellt werden. Die Ausgangsbaugruppe erwartet einen Rohwert von 0 bis 27648 für 0 bis 100 %. Welcher Rohwert ist auszugeben?

R = 27648/100 * 75 = 20736.

Ein Regelventil wird über einen Analogausgang angesteuert: 0 % = Rohwert 0, 100 % = Rohwert 27648. Das Programm berechnet einen Sollwert von 42,5 %. Welcher INT-Rohwert wird ausgegeben?

R = 27648/100 * 42,5 = 11750,4; gerundet auf INT = 11750.

In welchem Datentyp wird das Ergebnis einer Skalierung sinnvollerweise abgelegt?

  • a) BOOL
  • b) REAL
  • c) BYTE
  • d) INT

Richtig: b)

Die Skalierung liefert typischerweise krumme Werte wie 7,83 bar. Solche Gleitkommazahlen werden in einer REAL-Variable abgelegt. Ein INT (d) könnte nur ganze Zahlen speichern und würde die Nachkommastellen verlieren, BOOL und BYTE sind dafür völlig ungeeignet.

Ein Analogausgang soll ein Ventil ansteuern. Warum muss der berechnete Ausgabewert vor der Ausgabe gerundet und in einen INT überführt werden?

  • a) Weil REAL-Werte zu viel Speicher belegen
  • b) Weil die Ausgangsbaugruppe nur ganzzahlige Rohwerte verarbeitet
  • c) Weil das Ventil nur ganze Prozentschritte kennt
  • d) Weil INT-Werte schneller übertragen werden

Richtig: b)

Die Analog-Ausgangsbaugruppe arbeitet intern mit einem ganzzahligen Rohwert. Ein berechneter Gleitkommawert muss deshalb gerundet und als INT übergeben werden. Die Begründung liegt in der Baugruppe, nicht im Ventil (c) oder in der Übertragungsgeschwindigkeit (d); a ist im Vergleich nebensächlich.

Bei einem 4–20-mA-Sensor mit Messbereich 0 bis 10 bar – welchem Druck entspricht der kleinste Rohwert der Baugruppe?

  • a) 0 bar
  • b) 4 bar
  • c) Einem undefinierten Fehlerwert
  • d) Der Hälfte des Messbereichs

Richtig: a)

Die Baugruppe bildet den genutzten Signalbereich von 4 bis 20 mA auf ihren Rohwert-Bereich ab. Der kleinste Rohwert entspricht also 4 mA – und 4 mA ist der Messbereichsanfang, hier 0 bar. Die Lebendnull steckt damit bereits in den Eckpunkten. Antwort c verwechselt das mit dem Fehlerfall 0 mA, b setzt den mA-Wert fälschlich mit dem bar-Wert gleich.

5. Analogwerte im Programm sinnvoll nutzen

Ein sauber skalierter Messwert ist die Grundlage – aber selten das Endziel. Im Programm wird der Wert überwacht, gefiltert und ausgewertet, bevor daraus eine Reaktion entsteht.

Grenzwertüberwachung mit Hysterese. Die häufigste Aufgabe: Bei Überschreiten eines Grenzwerts soll etwas schalten – eine Pumpe ein, eine Warnung raus, ein Lüfter an. Würde man stur auf einen einzigen Schwellwert vergleichen, entstünde ein Problem: Liegt der Messwert genau am Grenzwert und zappelt durch kleine Störungen ein paar Hundertstel auf und ab, schaltet der Ausgang im schnellen Takt ein und aus. Dieses Flattern belastet Schütze und Aktoren und ist in der Praxis unbrauchbar.

Die Lösung ist die Hysterese: zwei getrennte Schaltpunkte statt einem. Eingeschaltet wird beim oberen Punkt, ausgeschaltet erst beim unteren – dazwischen liegt ein totes Band, in dem nichts passiert. Üblicherweise legt man die Hysterese symmetrisch um einen Grenzwert:

EIN = G + H / 2

  • EIN … Einschaltpunkt
  • AUS … Ausschaltpunkt
  • G … Grenzwert (Mitte)
  • H … Hysteresebreite (Breite des toten Bandes)

AUS = G – H / 2

  • EIN … Einschaltpunkt
  • AUS … Ausschaltpunkt
  • G … Grenzwert (Mitte)
  • H … Hysteresebreite (Breite des toten Bandes)

Solange der Istwert zwischen AUS und EIN pendelt, bleibt der Schaltzustand unverändert. Erst ein deutlicher Anstieg über EIN oder ein deutlicher Abfall unter AUS löst eine Umschaltung aus. Je breiter H gewählt wird, desto ruhiger schaltet die Anlage – aber desto ungenauer wird die Regelung. Die richtige Hysterese ist immer ein Kompromiss.

Glättung gegen Störungen. Analoge Messwerte rauschen. Ein einzelner Ausreißer soll nicht gleich eine Reaktion auslösen. Über einen gleitenden Mittelwert mehrerer Messungen lässt sich das Signal beruhigen, ohne dass echte Änderungen verschluckt werden – ein guter Mittelweg zwischen Trägheit und Ruhe.

Plausibilität und Bereichsüberwachung. Ein durchdachtes Programm prüft auch, ob der Messwert überhaupt sinnvoll ist. Liegt der Rohwert deutlich unter dem erwarteten Minimum – bei 4–20 mA also nahe 0 mA –, deutet das auf einen Drahtbruch oder Sensorausfall hin. Statt mit einem unsinnigen Wert weiterzurechnen, geht die Anlage dann gezielt in einen sicheren Zustand.

Was mit dem aufbereiteten Wert anschließend geschieht, mündet in der Praxis oft in eine Regelung – der Istwert wird mit einem Sollwert verglichen und eine Stellgröße daraus gebildet. Das ist ein eigenes, umfangreiches Thema und wird hier nicht weiter ausgeführt.

Gelöstes Beispiel

Eine Pumpe soll einen Behälter bei einem Füllstand von 80 % einschalten und nicht flattern. Es wird eine Hysterese von 10 % um den Grenzwert gelegt. Wo liegen Ein- und Ausschaltpunkt?

Gegeben: Grenzwert G = 80 %, Hysteresebreite H = 10 %

Gesucht: Einschaltpunkt EIN und Ausschaltpunkt AUS

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Einschaltpunkt: EIN = 80 % + 10 % / 2 = 85 %
  2. Schritt 2 — Ausschaltpunkt: AUS = 80 % – 10 % / 2 = 75 %

Ergebnis: Die Pumpe schaltet bei 85 % ein und bei 75 % wieder aus.

Übungen

Ein Lüfter soll bei einem Grenzwert von 50 °C mit einer Hysterese von 6 °C arbeiten. Berechne Ein- und Ausschaltpunkt.

EIN = 50 + 6/2 = 53 °C; AUS = 50 – 6/2 = 47 °C.

Ein Druckwächter hat den Einschaltpunkt 8 bar und den Ausschaltpunkt 6 bar. Wie groß sind Grenzwert und Hysteresebreite?

G = (8 + 6)/2 = 7 bar; H = 8 – 6 = 2 bar.

Eine Heizung soll bei 22 °C halten, die Hysterese beträgt 1,5 °C. Wo liegen die Schaltpunkte?

EIN = 22 – 1,5/2 = 21,25 °C (Heizung ein bei Unterschreiten), AUS = 22 + 1,5/2 = 22,75 °C. Hinweis: Bei einer Heizung ist die Logik umgekehrt – eingeschaltet wird beim unteren Point.

Der Messwert eines Sensors mit Bereich 0–16 bar springt durch Rauschen um ±0,2 bar. Der Grenzwert liegt bei 10 bar. Wie breit sollte die Hysterese mindestens sein, damit kein Flattern auftritt?

Das Rauschband ist 0,4 bar breit (±0,2). Die Hysterese muss größer als das Rauschband sein, also mindestens etwas über 0,4 bar – in der Praxis würde man z. B. 1 bar wählen, um Reserve zu haben.

Kompressor soll zwischen 6 und 8 bar pendeln, Einschalten bei 6 bar, Ausschalten bei 8 bar. Welcher Grenzwert und welche Hysteresebreite beschreiben dieses Verhalten?

G = (8 + 6)/2 = 7 bar; H = 8 – 6 = 2 bar. (Hier ist die Logik wie bei einer Befüllung: EIN unten, AUS oben.)

Ein Grenzwertschalter ohne Hysterese reagiert auf einen verrauschten Messwert nahe der Schwelle. Welches Verhalten ist typisch?

  • a) Der Messwert wird automatisch geglättet
  • b) Der Ausgang schaltet schnell hintereinander ein und aus (Flattern)
  • c) Der Ausgang bleibt dauerhaft eingeschaltet
  • d) Die Steuerung gibt einen Fehler aus

Richtig: b)

Pendelt der Rauschwert um die einzelne Schwelle, wird diese ständig über- und unterschritten – der Ausgang schaltet im schnellen Takt. Genau dieses Flattern verhindert die Hysterese mit zwei getrennten Punkten. Glättung (a) passiert nicht von selbst, c und d treffen nicht zu.

Ein Druckwächter hat Einschaltpunkt 9 bar und Ausschaltpunkt 7 bar. Welche Hysteresebreite und welcher Grenzwert liegen vor?

  • a) Grenzwert 9 bar, Hysterese 7 bar
  • b) Grenzwert 8 bar, Hysterese 2 bar
  • c) Grenzwert 16 bar, Hysterese 2 bar
  • d) Grenzwert 8 bar, Hysterese 16 bar

Richtig: b)

Der Grenzwert liegt mittig zwischen den Schaltpunkten: (9 + 7)/2 = 8 bar. Die Hysteresebreite ist der Abstand der Punkte: 9 − 7 = 2 bar. Die übrigen Antworten addieren oder verwechselt die Werte falsch.

Warum prüft ein gut geschriebenes Programm bei einem 4–20-mA-Sensor, ob der Rohwert nahe 0 liegt?

  • a) Um den Messwert zu glätten
  • b) Um die Auflösung zu erhöhen
  • c) Um die Hysterese einzustellen
  • d) Um einen Drahtbruch oder Sensorausfall zu erkennen

Richtig: d)

Bei 4–20 mA liegt der kleinste gültige Messwert bei 4 mA. Ein Rohwert nahe 0 (entsprechend 0 mA) kann kein gültiger Messwert sein, sondern weist auf einen unterbrochenen Stromkreis oder einen Sensorausfall hin. Das Programm kann dann gezielt in einen sicheren Zustand gehen. Glättung, Auflösung und Hysterese (a, b, c) haben damit nichts zu tun.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Eine 12-Bit-Analogbaugruppe erfasst einen Temperaturbereich von 0 bis 200 °C. Berechne die Schrittweite.

Gegeben: Messbereich = 200 °C; n = 12 Bit

Gesucht: Schrittweite delta

Lösungsweg:

  1. N = 2 ** 12 = 4096; delta = 200 °C / 4096

Ergebnis: delta = 0,0488 °C, also rund 0,049 °C.

Aufgabe 2: Ein Sensor misst 0 bis 25 bar, die Baugruppe arbeitet mit 14 Bit. Welche Schrittweite ergibt sich?

Gegeben: Messbereich = 25 bar; n = 14 Bit

Gesucht: Schrittweite delta

Lösungsweg:

  1. N = 2 ** 14 = 16384; delta = 25 bar / 16384

Ergebnis: delta = 0,001526 bar, rund 1,5 mbar.

Aufgabe 3: Ein Drucksensor misst 0 bis 16 bar und liefert einen Rohwert 0 bis 27648. Aktueller Rohwert: 24192. Welcher Druck liegt an?

Gegeben: R = 24192; R_min = 0; R_max = 27648; y_min = 0 bar; y_max = 16 bar

Gesucht: Druck y

Lösungsweg:

  1. y = 16/27648 * 24192 = 14,0 bar

Ergebnis: y = 14 bar.

Aufgabe 4: Ein Temperatursensor misst -20 bis +120 °C, Rohwert 0 bis 27648. Aktueller Rohwert: 6912. Welche Temperatur liegt vor?

Gegeben: R = 6912; R_min = 0; R_max = 27648; y_min = -20 °C; y_max = 120 °C

Gesucht: Temperatur y

Lösungsweg:

  1. y = (120-(-20))/27648 * 6912 + (-20) = 140/27648 * 6912 – 20 = 35 – 20 = 15 °C

Ergebnis: y = 15 °C.

Aufgabe 5: Ein Frequenzumrichter wird über einen Analogausgang angesteuert: 0 % = Rohwert 0, 100 % = Rohwert 27648. Das Programm berechnet 60 % Sollwert. Welcher INT-Rohwert wird ausgegeben? (Unskalierung)

Gegeben: y = 60 %; y_min = 0 %; y_max = 100 %; R_min = 0; R_max = 27648

Gesucht: Rohwert R

Lösungsweg:

  1. R = 27648/100 * 60 = 16588,8; gerundet 16589

Ergebnis: R = 16589.

Aufgabe 6: Ein Behälter wird befüllt: Pumpe ein bei 30 %, aus bei 90 % Füllstand. Welcher Grenzwert und welche Hysteresebreite beschreiben das?

Gegeben: EIN = 30 %; AUS = 90 %

Gesucht: G und H

Lösungsweg:

  1. G = (90 + 30)/2 = 60 %; H = 90 – 30 = 60 %

Ergebnis: G = 60 %, H = 60 %.

Welche Aussage zum Einheitssignal 4–20 mA trifft zu?

  • a) 0 mA entspricht dem Messbereichsanfang
  • b) 4 mA entsprechen dem Messbereichsanfang, 0 mA signalisiert einen Fehler
  • c) Der Bereich ist gegen Drahtbruch nicht abgesichert
  • d) 4–20 mA ist nur für kurze Leitungen geeignet

Richtig: b)

Bei 4–20 mA ist der Messbereichsanfang auf 4 mA angehoben (Lebendnull). Sinkt der Strom auf 0 mA, liegt ein Fehler wie ein Drahtbruch vor. Gerade diese Eigenschaft macht das Signal drahtbruchsicher (c falsch) und für lange Leitungen geeignet (d falsch). a verwechselt Fehlerwert und Bereichsanfang.

In welchem Datentyp liefert eine Analog-Eingangsbaugruppe ihren Rohwert?

  • a) REAL (Gleitkommazahl)
  • b) BOOL
  • c) INT (16-Bit-Ganzzahl)
  • d) STRING

Richtig: c)

Der Rohwert ist eine vorzeichenbehaftete Ganzzahl, die in einem 16-Bit-Wort abgelegt wird – ein INT. Erst nach der Skalierung entsteht daraus typischerweise ein REAL-Wert (a). BOOL und STRING sind völlig andere Datentypen und hier ungeeignet.

Eine Baugruppe wird von 10 Bit auf 14 Bit Auflösung getauscht. Um welchen Faktor verbessert sich die Auflösung?

  • a) Faktor 4
  • b) Faktor 8
  • c) Faktor 16
  • d) Faktor 2

Richtig: c)

10 Bit = 1024 Stufen, 14 Bit = 16384 Stufen. 16384 / 1024 = 16. Jedes zusätzliche Bit verdoppelt die Stufenzahl; vier Bit mehr ergeben 2 hoch 4 = Faktor 16.

Warum schaltet ein Grenzwertschalter mit Hysterese ruhiger als einer mit nur einer Schwelle?

  • a) Weil die Hysterese den Messwert verstärkt
  • b) Weil die Hysterese die Auflösung der Baugruppe erhöht
  • c) Weil Ein- und Ausschaltpunkt auseinanderliegen und dazwischen nichts passiert
  • d) Weil der Messwert dadurch genauer wird

Richtig: c)

Die Hysterese bildet ein totes Band zwischen Ein- und Ausschaltpunkt. Solange der Istwert darin pendelt, bleibt der Schaltzustand unverändert – Rauschen löst kein Flattern aus. Die Genauigkeit nimmt dadurch sogar leicht ab (d falsch), Auflösung und Verstärkung (a, b) sind unbeteiligt.

Ein 4–20-mA-Drucksensor misst 0 bis 10 bar. Welchem Druck entspricht ein Strom von 12 mA?

  • a) 5 bar
  • b) 6 bar
  • c) 4 bar
  • d) 12 bar

Richtig: a)

Der genutzte Strombereich ist 4 bis 20 mA, also 16 mA Spanne für 10 bar. 12 mA liegen genau in der Mitte dieser Spanne (4 + 8 = 12), entsprechen also der Hälfte des Messbereichs: 5 bar. Antwort b vergisst die Lebendnull, c und d sind rechnerisch nicht haltbar.

Was beschreibt der Vorgang des Unskalierens?

  • a) Die Umrechnung eines Rohwerts in eine physikalische Größe
  • b) Das Glätten eines verrauschten Messwerts
  • c) Die Erkennung eines Drahtbruchs
  • d) Die Rückrechnung eines physikalischen Sollwerts in einen Rohwert für einen Analogausgang

Richtig: d)

Unskalieren ist der umgekehrte Weg zur Skalierung: Aus einem physikalischen Wunschwert (z. B. einer Ventilstellung) wird der ganzzahlige Rohwert für die Ausgangsbaugruppe berechnet. Antwort a beschreibt die Skalierung (Eingangsweg), b und c sind andere Verarbeitungsschritte.

Ein Messsignal rauscht mit ±0,3 bar um seinen Mittelwert. Ein Grenzwertschalter flattert. Welche Maßnahme behebt das Problem am sinnvollsten?

  • a) Die Auflösung der Baugruppe erhöhen
  • b) Eine Hysterese breiter als das Rauschband einführen
  • c) Auf ein 0–10-V-Signal umstellen
  • d) Den Grenzwert nach oben verschieben

Richtig: b)

Das Rauschband ist 0,6 bar breit. Eine Hysterese, die breiter als dieses Band ist, verhindert, dass das Rauschen beide Schaltpunkte erreicht – das Flattern hört auf. Eine höhere Auflösung (a) macht den Wert nur feiner, nicht ruhiger; die Signalart (c) und ein verschobener Grenzwert (d) lösen das Rauschproblem nicht.

Ein Rohwert von 27648 wird bei einem Sensor mit Bereich 0 bis 50 °C eingelesen. Welche Temperatur liegt vor?

  • a) 50 °C
  • b) 27,6 °C
  • c) 25 °C
  • d) 0 °C

Richtig: a)

Der Rohwert 27648 ist der Maximalwert des Nennbereichs und entspricht damit dem Messbereichsende – hier 50 °C. Antwort c wäre die Bereichsmitte (Rohwert 13824), b verwechselt den Rohwert mit einem Temperaturwert.

Welche Eigenschaft macht das Stromsignal gegenüber dem Spannungssignal über lange Leitungen überlegen?

  • a) Strom lässt sich leichter messen
  • b) Der Strom ist in einer Schleife an jeder Stelle gleich groß, ein Leitungsabfall verfälscht den Wert nicht
  • c) Stromsignale haben immer eine höhere Auflösung
  • d) Strom benötigt keine Stromversorgung

Richtig: b)

In einer Stromschleife fließt überall dasselbe Strom – ein Spannungsabfall am Leitungswiderstand ändert den übertragenen Wert nicht. Beim Spannungssignal dagegen kommt durch genau diesen Abfall ein verfälschter Wert an. Die Auflösung (c) hängt nicht von der Signalart ab, a und d sind sachlich falsch.

Ein Analogausgang gibt einen Rohwert von 0 bis 27648 für eine Ventilstellung von 0 bis 100 % aus. Das Programm berechnet genau ein Drittel (33,33… %). Welcher INT-Wert wird ausgegeben?

  • a) 333
  • b) 9216,3
  • c) 9216
  • d) 33

Richtig: c)

Bei genau einem Drittel ergibt sich R = 27648 / 3 = 9216, ein glatter Ganzzahlwert. Der Ausgabewert muss ein INT sein – Antwort b scheidet wegen der Nachkommastelle aus, a und d verwechseln Prozentzahl und Rohwert.

Glossar

Analoge Größe
Eine physikalische Größe, die sich stufenlos ändert und innerhalb ihres Bereichs jeden Wert annehmen kann, etwa Temperatur, Druck oder Füllstand.
Einheitssignal
Genormter Signalbereich (z. B. 0–10 V oder 4–20 mA), in dem Sensoren ihren Messwert ausgeben, damit Geräte verschiedener Hersteller zusammenpassen.
Lebendnull
Der angehobene Bereichsanfang beim 4–20-mA-Signal: Auch beim kleinsten Messwert fließen noch 4 mA, sodass 0 mA eindeutig einen Fehler wie einen Drahtbruch anzeigt.
Rohwert
Der ganzzahlige Digitalwert (INT), den eine Analog-Eingangsbaugruppe aus dem Einheitssignal bildet, oft im Bereich 0 bis 27648.
Auflösung
Feinheit der Analog-Digital-Wandlung, angegeben in Bit; mit n Bit lassen sich 2 hoch n Stufen unterscheiden.
Schrittweite
Der kleinste Messwertunterschied, den eine Baugruppe noch auflösen kann; ergibt sich aus Messbereich geteilt durch die Anzahl der Stufen.
Quantisierung
Die Zerlegung des stufenlosen Eingangssignals in eine endliche Anzahl diskreter Stufen.
Skalieren
Lineare Umrechnung des Rohwerts (INT) in die physikalische Größe (REAL) anhand der Bereichs-Eckpunkte.
Unskalieren
Die umgekehrte Rechnung: Ein physikalischer Sollwert wird in einen ganzzahligen Rohwert für einen Analogausgang zurückgerechnet.
Hysterese
Bewusster Abstand zwischen Ein- und Ausschaltpunkt einer Grenzwertüberwachung, der das Flattern des Ausgangs bei verrauschten Messwerten verhindert.
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