Stern-Dreieck-Schaltung

Ein großer Drehstrommotor wird eingeschaltet, und die Beleuchtung im halben Werk flackert kurz. Das ist kein Zufall, sondern der Anlaufstrom in Aktion. Genau hier setzt die Stern-Dreieck-Schaltung an: Sie ist eine der ältesten und nach wie vor häufigsten Schützsteuerungen, um diesen Stromstoß zu entschärfen. Dieser Beitrag erklärt, warum sie funktioniert, welche Voraussetzungen am Motor gelten und wie der Haupt- und Steuerstromkreis aufgebaut sind.

Vorwissen

  • Schütze und Relais
  • Schaltungsarten Stern und Dreieck am Motor
  • Selbsthaltung

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • Erklären, warum der Stern-Dreieck-Anlauf den Anlaufstrom auf ein Drittel reduziert.
  • Am Typenschild eines Drehstrommotors prüfen, ob ein Y-Δ-Anlauf am gegebenen Netz möglich ist.
  • Den Strom- und Drehmomentverlauf zwischen Stern- und Dreieckschaltung berechnen.
  • Den Haupt- und Steuerstromkreis einer Stern-Dreieck-Schaltung lesen und benennen, welcher Schütz welche Funktion hat.
  • Entscheiden, ob die Stern-Dreieck-Schaltung für eine konkrete Anwendung geeignet ist.

1. Warum Stern-Dreieck? Das Anlaufstrom-Problem

Ein Drehstrom-Asynchronmotor verhält sich im Moment des Einschaltens wie ein kurzgeschlossener Transformator. Der Läufer steht still, in den Läuferstäben fließt ein hoher induzierter Strom, und im Ständer zieht der Motor das Fünf- bis Achtfache seines Bemessungsstroms aus dem Netz. Dieser Wert wird als Anlaufstrom bezeichnet.

Bei kleinen Motoren ist das harmlos. Sobald die Motorleistung aber im Bereich einiger Kilowatt liegt, hat der hohe Strom Folgen: Spannungseinbrüche im Versorgungsnetz, Stress für Sicherungen und Leitungen, mechanische Stöße im Antrieb. In vielen Versorgungsbedingungen verlangen die Netzbetreiber daher, dass größere Motoren nicht mehr per Direkteinschaltung (siehe eigener Beitrag) ans Netz gehen.

Die Idee der Stern-Dreieck-Schaltung ist einfach: Wenn man die Strangspannung des Motors beim Anlauf absenkt, wird auch der Anlaufstrom kleiner. Im Stern liegt an jeder Wicklung nur die Strangspannung – die ist um den Faktor √3 kleiner als die Außenleiterspannung. Nach ein paar Sekunden, wenn der Motor fast Betriebsdrehzahl hat, schaltet die Steuerung auf Dreieck um, und der Motor läuft mit voller Spannung weiter.

Warum zieht ein Drehstrom-Asynchronmotor beim direkten Einschalten so viel Strom?

  • a) Weil die Steuerung den Strom künstlich erhöht.
  • b) Weil der stillstehende Läufer wie ein Kurzschluss wirkt und einen hohen Strom induziert.
  • c) Weil die Wicklungstemperatur im Stillstand höher ist als im Betrieb.
  • d) Weil sich der Sternpunkt erst nach dem Anlauf ausbildet.

Richtig: b)

Im Stillstand fließt im Läufer ein hoher induzierter Strom, weil der Schlupf gleich 1 ist. Erst mit zunehmender Drehzahl sinkt der induzierte Strom und damit der Außenleiterstrom auf den Bemessungswert. Die anderen Antworten beschreiben Effekte, die so nicht existieren.

Welche Größenordnung hat der Anlaufstrom eines typischen Drehstrom-Asynchronmotors bei Direkteinschaltung im Verhältnis zum Bemessungsstrom?

  • a) Das Fünf- bis Achtfache.
  • b) Rund das Doppelte.
  • c) Etwa gleich groß.
  • d) Etwa das Fünfzigfache.

Richtig: a)

Praxiswerte liegen je nach Bauform und Größe meist im Bereich 5- bis 8-facher Bemessungsstrom. Werte unter dem Doppelten gibt es nur bei sehr speziellen Anwendungen mit Sanftanlauf. Werte um das Fünfzigfache wären für die Wicklung thermisch nicht überlebbar.

Welche Grundidee steckt hinter der Stern-Dreieck-Schaltung?

  • a) Den Motor mit halber Frequenz starten.
  • b) Den Motor mit reduzierter Strangspannung anlaufen lassen und nach kurzer Zeit auf volle Spannung umschalten.
  • c) Eine zusätzliche Wicklung zuschalten, die den Anlaufstrom aufnimmt.
  • d) Den Motor mechanisch über ein Getriebe sanft anzukoppeln.

Richtig: b)

Die Stern-Dreieck-Schaltung verändert nicht die Frequenz und nicht die Anzahl der Wicklungen. Sie senkt für die kurze Anlaufphase die Strangspannung. Frequenzänderung wäre Aufgabe eines Frequenzumrichters (eigener Beitrag), mechanische Kupplungen sind ein eigenes Thema.

2. Voraussetzungen am Motor

Stern-Dreieck-Anlauf funktioniert nicht mit jedem Motor an jedem Netz. Es gibt eine klare Grundregel, und die ergibt sich aus dem Typenschild.

Auf einem Drehstrommotor stehen immer zwei Spannungen, z. B. „230/400 V Δ/Y“ oder „400/690 V Δ/Y“. Die niedrigere Zahl ist die Bemessungsspannung der Dreieckschaltung – also die Spannung, für die jede einzelne Wicklung ausgelegt ist. Die höhere Zahl ist die Außenleiterspannung, an der der Motor in Sternschaltung betrieben werden darf.

Grundregel: Ein Stern-Dreieck-Anlauf am Netz ist möglich, wenn die kleinere Spannung am Typenschild (die Dreieck-Bemessungsspannung) gleich der Netz-Außenleiterspannung ist.

Konkrete Beispiele am 400-V-Drehstromnetz:

Typenschild Δ-Spannung Y-Spannung Y-Δ am 400-V-Netz
230/400 V Δ/Y 230 V 400 V nein – Motor läuft dauerhaft in Stern
400/690 V Δ/Y 400 V 690 V ja
500/865 V Δ/Y 500 V 865 V nein – ungeeignete Spannung

Beim Motor 400/690 V passt im Dreieck genau die Netzspannung an jeder Wicklung an, im Stern liegen rund 230 V pro Wicklung. Der Y-Δ-Anlauf ist hier Standardverfahren.

Beim Motor 230/400 V dagegen ist die Wicklung nur für 230 V ausgelegt. Würde man ihn in Dreieck ans 400-V-Netz schalten, läge an jeder Wicklung 400 V statt 230 V an – die Wicklung würde überhitzen und verbrennen. Dieser Motor läuft am 400-V-Netz nur in Stern und damit dauerhaft – ein Stern-Dreieck-Anlauf ist ausgeschlossen.

Zusätzlich gilt eine technische Voraussetzung: Am Klemmbrett müssen alle sechs Wicklungsenden einzeln zugänglich sein – U1, V1, W1 oben und U2, V2, W2 unten. Bei Motoren mit nur drei herausgeführten Klemmen is die Stern- oder Dreieckschaltung bereits intern fest verdrahtet, und ein Y-Δ-Anlauf ist nicht möglich. Details zu Brückenlagen am Klemmbrett werden im Beitrag „Motoranschluss und Klemmenbrett“ behandelt.

Auf einem Typenschild steht „400/690 V Δ/Y“. An welchem Netz ist ein Stern-Dreieck-Anlauf möglich?

  • a) An einem 230-V-Drehstromnetz.
  • b) An einem 400-V-Drehstromnetz.
  • c) An einem 500-V-Drehstromnetz.
  • d) An einem 690-V-Drehstromnetz.

Richtig: b)

Die Dreieckschaltung verlangt 400 V Außenleiterspannung, weil die Wicklungen für 400 V ausgelegt sind. Nur am 400-V-Netz passt das. Am 230-V-Netz wäre die Spannung zu klein. Am 690-V-Netz wäre die Außenleiterspannung gleich der Y-Spannung – der Motor liefe dauerhaft im Stern.

Welcher Motor kann am 400-V-Netz NICHT im Stern-Dreieck-Verfahren angelaufen werden?

  • a) Ein Motor 400/690 V Δ/Y.
  • b) Ein Motor mit allen sechs Wicklungsenden am Klemmbrett.
  • c) Ein Motor 230/400 V Δ/Y.
  • d) Ein Motor 400/690 V Δ/Y with zugänglichem Klemmbrett.

Richtig: c)

Beim 230/400-V-Motor ist die Dreieckspannung 230 V. Am 400-V-Netz wäre der Dauerbetrieb in Stern erforderlich, ein Anlauf in Stern und Übergang zu Dreieck würde die Wicklung zerstören.

Welche Bedingung am Klemmbrett ist Voraussetzung für einen Stern-Dreieck-Anlauf?

  • a) Nur drei Klemmen müssen herausgeführt sein.
  • b) Die Wicklungen müssen intern bereits in Stern verschaltet sein.
  • c) Es muss ein zusätzlicher Sternpunktanschluss vorhanden sein.
  • d) Alle sechs Wicklungsenden (U1/V1/W1 und U2/V2/W2) müssen einzeln zugänglich sein.

Richtig: d)

Eine externe Schütz-Schaltung kann nur dann zwischen Stern und Dreieck umschalten, wenn alle sechs Wicklungsenden frei verfügbar sind. Eine interne Festverdrahtung schließt das aus.

3. Strom- und Drehmomentverhalten

Warum genau senkt die Stern-Dreieck-Schaltung den Anlaufstrom auf ein Drittel? Die Antwort liegt in der Strangspannung und in einer einfachen Rechnung.

In Sternschaltung liegt an jeder Wicklung die Strangspannung, die sich aus der Außenleiterspannung mit dem Faktor 1/√3 ergibt:

U_Strang(Y) = U_LL / √3

U_Strang(Δ) = U_LL

  • U_LL … Außenleiterspannung in V
  • U_Strang … Spannung über einer Motorwicklung in V

Bei einer Netzspannung von 400 V sind das in Stern rund 230 V pro Wicklung, in Dreieck dagegen 400 V. Die Impedanz der Wicklung bleibt gleich, also wird der Strangstrom im Stern um genau diesen Faktor 1/√3 kleiner.

Beim Strom, den man im Außenleiter misst, kommt noch eine geometrische Eigenheit dazu: In Sternschaltung ist der Außenleiterstrom gleich dem Strangstrom, in Dreieckschaltung ist der Außenleiterstrom um den Faktor √3 größer als der Strangstrom. Beides zusammengenommen ergibt:

I_Außen(Y) / I_Außen(Δ) = (1/√3) / √3 = 1/3

  • I_Außen … Strom im Außenleiter in A

Der Anlaufstrom im Stern ist also genau ein Drittel des Anlaufstroms im Dreieck. Das ist die zentrale Aussage der Stern-Dreieck-Schaltung.

Beim Drehmoment passiert etwas Ähnliches, allerdings noch ausgeprägter. Das Drehmoment des Asynchronmotors hängt quadratisch von der Strangspannung ab:

M_Y / M_Δ = (U_Strang(Y) / U_Strang(Δ))² = (1/√3)² = 1/3

  • M … Drehmoment in Nm

Das Anzugsmoment im Stern ist damit ebenfalls nur ein Drittel des Anzugsmoments in Dreieck. Das hat einen wichtigen praktischen Effekt: Der Motor kann im Stern nur dann auf Drehzahl kommen, wenn das anliegende Lastmoment deutlich kleiner ist als sein Drittel-Anzugsmoment.

Gelöstes Beispiel

Ein Drehstrom-Asynchronmotor zieht in Dreieckschaltung beim Anlauf 60 A und entwickelt ein Anzugsmoment von 90 Nm. Berechne den Anlaufstrom und das Anzugsmoment im Sternanlauf.

Gegeben:

I_A(Δ) = 60 A
M_A(Δ) = 90 Nm

Gesucht: I_A(Y) in A, M_A(Y) in Nm

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Anlaufstrom im Stern:
    I_A(Y) = I_A(Δ) / 3 = 60 A / 3
  2. Schritt 2 — Anzugsmoment im Stern:
    M_A(Y) = M_A(Δ) / 3 = 90 Nm / 3

Ergebnis: I_A(Y) = 20 A, M_A(Y) = 30 Nm

Übungen

Der Anlaufstrom im Dreieck beträgt 24 A. Wie groß ist er im Stern?

Lösung: I_A(Y) = 24 A / 3 = 8 A.

Ein Motor entwickelt im Dreieck ein Anzugsmoment von 150 Nm. Welches Anzugsmoment liefert er im Stern?

Lösung: M_A(Y) = 150 Nm / 3 = 50 Nm.

Ein Asynchronmotor hat einen Bemessungsstrom von 11 A und einen Anlaufstromfaktor von 7. Welcher Anlaufstrom fließt bei Direkteinschaltung, welcher bei Y-Δ-Anlauf in der Sternphase?

Lösung: I_A(Δ) = 7 · 11 A = 77 A; I_A(Y) = 77 A / 3 = 25,67 A.

In der Sternphase misst eine Stromzange am Außenleiter 12 A. Welchen Strom würde sie messen, wenn der Motor in Dreieck am Netz hinge?

Lösung: I_A(Δ) = 3 · 12 A = 36 A.

Eine Kreiselpumpe braucht beim Anlauf ein Lastmoment von 18 Nm. Welches Anzugsmoment in Dreieck muss der Motor mindestens haben, damit der Stern-Dreieck-Anlauf zuverlässig funktioniert?

Lösung: Das Stern-Anzugsmoment muss > 18 Nm sein. Daraus folgt M_A(Δ) > 3 · 18 Nm = 54 Nm. Mit Sicherheitsreserve werden in der Praxis mindestens 70–90 Nm gefordert.

Ein Motor zieht im Dreieck einen Anlaufstrom von 45 A. Wie groß ist der Anlaufstrom in der Sternphase?

  • a) 15 A
  • b) 26 A
  • c) 45 A
  • d) 135 A

Richtig: a)

Der Außenleiterstrom im Stern ist genau ein Drittel des Außenleiterstroms im Dreieck: 45 A / 3 = 15 A. 26 A wäre das Verhältnis 1/√3, das gilt nur für die Strangspannung. 135 A wäre der dreifache Wert.

Worauf beruht die Reduktion des Drehmoments auf ein Drittel beim Stern-Dreieck-Anlauf?

  • a) Auf dem quadratischen Zusammenhang zwischen Drehmoment und Strangspannung.
  • b) Auf der reduzierten Außenleiterspannung.
  • c) Auf der niedrigeren Frequenz im Stern.
  • d) Auf einem höheren Schlupf in der Sternphase.

Richtig: a)

Das Drehmoment des Asynchronmotors ist proportional zum Quadrat der Strangspannung. Die Strangspannung im Stern ist 1/√3 der Dreieckspannung; quadriert ergibt das 1/3. Die Frequenz bleibt gleich, und die Außenleiterspannung im Netz ist konstant.

Welcher Antrieb ist am ehesten für einen Stern-Dreieck-Anlauf geeignet?

  • a) Ein Förderband, das mit voller Last anfährt.
  • b) Ein Hebezeug.
  • c) Ein Lüfter mit geringer Anlauf-Last.
  • d) Eine Kugelmühle.

Richtig: c)

Lüfter brauchen beim Anlauf nur ein kleines Drehmoment, das mit der Drehzahl quadratisch ansteigt. Lastanläufe mit hohem Anfangsmoment wie Förderbänder, Hebezeuge oder Mühlen sind ungeeignet, weil das Stern-Drehmoment dafür zu klein ist.

4. Hauptstromkreis: die drei Schütze

Der Hauptstromkreis einer Stern-Dreieck-Schaltung besteht im Kern aus drei Schützen, die die Wicklungen entsprechend zusammenschalten. Jeder Schütz hat dabei eine klare Aufgabe.

Netzschütz K1 verbindet die Außenleiter L1, L2 und L3 mit den Wicklungsanfängen U1, V1 und W1 des Motors. K1 ist im Betrieb sowohl in der Stern- als auch in der Dreieckphase eingeschaltet – nur er trennt den Motor vom Netz, wenn die Anlage abgeschaltet wird.

Sternschütz K2 verbindet die Wicklungsenden U2, V2 und W2 miteinander und bildet damit den Sternpunkt. Während der Anlaufphase ist K2 geschlossen, in der Dreieckphase offen.

Dreieckschütz K3 verbindet die Wicklungsenden so, dass jede Wicklung von Anfang zu Ende eines anderen Strangs durchgeschaltet wird. Konkret schließt K3 die Verbindungen W2–U1, U2–V1 und V2–W1 und macht damit aus den drei Strängen einen Ring. In der Dreieckphase ist K3 geschlossen, in der Sternphase offen.

Aus diesen Funktionen folgt die wichtigste Schaltbedingung: K2 und K3 dürfen niemals gleichzeitig anziehen. Wären beide gleichzeitig geschlossen, würden U2, V2 und W2 sowohl untereinander verbunden (Stern) als auch quer mit U1, V1, W1 zusammengelegt (Dreieck) – das ergibt einen zweipoligen Kurzschluss zwischen jeweils zwei Außenleitern. Im Hauptstromkreis sichert man das durch eine mechanische Verriegelung der beiden Schütze ab, im Steuerstromkreis zusätzlich elektrisch (Kapitel 5).

L1 L2 L3 F1 Q1 K1 U1 V1 W1 M 3~ U2 V2 W2 K2 Sternpunkt (nur bei K2 geschlossen) K3 (Dreieck) L1 → W2 L2 → U2 L3 → V2 Schaltsymbole nach ÖNORM EN 60617

Eine wichtige Frage in Kapitel 4 ist die Auslegung des Motorschutzschalters (siehe eigener Beitrag). Der lässt sich an zwei Positionen verbauen, und die Position bestimmt den Einstellwert.

Variante 1 – Motorschutz vor K1: Der Bimetall-Auslöser sits zwischen Sicherung und Netzschütz und misst damit den vollen Außenleiterstrom. Eingestellt wird auf den Bemessungsstrom I_N des Motors.

Variante 2 – Motorschutz im Strang: Der Auslöser sits direkt zwischen den Schützen und dem Motor in den Zuleitungen zu U1/V1/W1. In Dreieckschaltung fließt durch ihn nicht der Außenleiterstrom, sondern der Strangstrom. Da der Strangstrom im Dreieck nur 1/√3 des Außenleiterstroms beträgt, muss der Schutz auf den entsprechenden Wert eingestellt werden:

I_Einstellung = I_N / √3

  • I_Einstellung … eingestellter Auslösestrom am Motorschutz in A
  • I_N … Bemessungsstrom des Motors in A

Diese Einstellung ist ein klassischer Stolperstein in der Inbetriebnahme.

Gelöstes Beispiel

Ein Motor hat einen Bemessungsstrom von 9 A. Der Motorschutzschalter ist zwischen Schütz und Motorwicklung im Strang verbaut. Auf welchen Wert muss er eingestellt werden?

Gegeben:

I_N = 9 A
Motorschutz im Strang

Gesucht: I_Einstellung in A

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Strangstrom im Dreieck:
    I_Strang = I_N / √3 = 9 A / 1,732

Ergebnis: I_Einstellung = 5,2 A

Übungen

Motorschutz vor K1, Bemessungsstrom 7,5 A. Einstellwert?

Lösung: 7,5 A (voller Außenleiterstrom).

Motorschutz im Strang, Bemessungsstrom 18 A. Einstellwert?

Lösung: 18 A / √3 = 10,39 A.

Motorschutz im Strang, Bemessungsstrom 25 A. Einstellwert?

Lösung: 25 A / √3 = 14,43 A.

Welche Aufgabe hat K2 in der Stern-Dreieck-Schaltung?

  • a) Er verbindet die Wicklungsenden U2, V2 und W2 zum Sternpunkt.
  • b) Er trennt den Motor im Notfall vom Netz.
  • c) Er schaltet die Wicklungen kreuzweise zum Dreieck.
  • d) Er begrenzt den Anlaufstrom über einen Vorwiderstand.

Richtig: a)

K2 ist the Sternschütz und kurzschließt die Wicklungsenden U2/V2/W2 zum gemeinsamen Sternpunkt. Das Trennen vom Netz übernimmt K1, die Dreieckverschaltung K3. Vorwiderstände kommen bei Stern-Dreieck nicht vor.

Warum dürfen K2 und K3 niemals gleichzeitig anziehen?

  • a) Weil der Motor sonst nicht anlaufen würde.
  • b) Weil der Drehsinn dann unklar wäre.
  • c) Weil das Zeitrelais sonst nicht weiterlaufen kann.
  • d) Weil daraus ein zweipoliger Kurzschluss zwischen den Außenleitern entsteht.

Richtig: d)

Wären beide Schütze gleichzeitig geschlossen, lägen U2 und W2 sowohl am Sternpunkt als auch am jeweils anderen Außenleiter – das ist ein Außenleiter-Kurzschluss. Daher die mechanische und elektrische Verriegelung.

Ein Motor mit Bemessungsstrom 14 A wird mit Motorschutz im Strang abgesichert. Wie wird der Schutz eingestellt?

  • a) Auf 14 A, weil das der Bemessungsstrom ist.
  • b) Auf 24 A (Faktor √3).
  • c) Auf 8,1 A.
  • d) Auf 4,7 A (Faktor 1/3).

Richtig: c)

Im Strang fließt nur 1/√3 des Außenleiterstroms: 14 A / √3 ≈ 8,1 A. Eine Einstellung auf 14 A löst zu spät aus, eine Einstellung mit Faktor 1/3 würde den Motor zu früh abschalten.

5. Steuerstromkreis und Umschaltvorgang

Der Steuerstromkreis sorgt dafür, dass die drei Schütze in der richtigen Reihenfolge anziehen und abfallen. Der Ablauf folgt einem festen Muster.

Die Bedienelemente sind ein Aus-Taster S0 (Öffner) und ein Ein-Taster S1 (Schließer). Sobald S1 gedrückt wird, zieht Netzschütz K1 an und hält sich über einen eigenen Hilfskontakt selbst (siehe Beitrag „Selbsthaltung“). Gleichzeitig zieht Sternschütz K2 an – der Motor ist nun in Stern geschaltet – und das Zeitrelais startet.

Während der Anlaufphase muss verhindert werden, dass K3 anzieht. Das passiert durch einen Öffner-Hilfskontakt von K2 in der Zuleitung zur K3-Spule. Solange K2 angezogen ist, ist dieser Hilfskontakt offen und K3 kann nicht einschalten. Umgekehrt liegt ein Öffner-Hilfskontakt von K3 in der Zuleitung zu K2 – das ist die gegenseitige Verriegelung.

Nach Ablauf der eingestellten Zeit – typisch 5 bis 10 Sekunden, je nach Hochlaufverhalten – schaltet das Zeitrelais. Ein Öffner trennt die K2-Spule, K2 fällt ab, und damit öffnet auch die Sternpunktverbindung im Hauptstromkreis. Erst danach, mit einer kleinen Verzögerung, schließt ein anderer Kontakt des Zeitrelais den Stromweg zu K3, der nun anzieht und die Dreieckschaltung herstellt. K3 hält sich über einen eigenen Hilfskontakt selbst.

Diese kurze stromlose Sektion zwischen Abfallen von K2 und Anziehen von K3 wird Umschaltpause genannt – auch „offener Übergang“. Sie ist wichtig, damit K2 mechanisch sicher offen ist, bevor K3 schließt, sonst wäre der gefährliche Gleichzeitig-Zustand wieder möglich. Im Steuerstromkreis liegen die Umschaltpausen typischerweise im Bereich von 30 bis 100 Millisekunden.

L1 N F0 Q1 (Öffner) S0 (Aus) S1 (Ein) K1 (Selbsthaltung) K1 (Netzschütz) K4T (verz. Öffner) K3 (Öffner) K2 (Sternschütz) K4T (Schließer) K2 (Öffner) K3 (Dreieckschütz) K4T (Zeitrelais)

Welcher Schütz zieht beim Drücken von S1 zuerst an?

  • a) K3.
  • b) Das Zeitrelais.
  • c) Nur K2.
  • d) K1 und K2 gemeinsam, K3 erst nach Ablauf der Zeit.

Richtig: d)

Der Tastendruck schaltet den Steuerstromkreis ein, wodurch sowohl K1 (Netz) als auch K2 (Stern) anziehen und das Zeitrelais startet. K3 darf erst nach Ablauf der eingestellten Zeit und nach Abfall von K2 einschalten.

Warum ist im K3-Pfad ein Öffner von K2 eingebaut?

  • a) Damit das Zeitrelais korrekt startet.
  • b) Als gegenseitige Verriegelung, die K3 sperrt, solange K2 angezogen ist.
  • c) Damit der Motorschutz auslösen kann.
  • d) Um die Selbsthaltung von K3 zu ermöglichen.

Richtig: b)

Der K2-Öffner sperrt den Stromweg zur K3-Spule, solange K2 angezogen ist. Erst wenn K2 abfällt, schließt der Öffner und K3 kann anziehen. Das ist die elektrische Hälfte der Verriegelung; die mechanische sitzt im Hauptstromkreis.

Was passiert während der Umschaltpause?

  • a) Beide Sternschütz und Dreieckschütz sind angezogen.
  • b) Der Motor steht still.
  • c) K1 fällt kurz ab und kommt sofort wieder.
  • d) Weder K2 noch K3 ist angezogen, der Motor läuft kurz frei.

Richtig: d)

Während der Umschaltpause ist K2 bereits abgefallen, K3 noch nicht angezogen. Der Motor ist kurz von seiner Schaltungsverbindung getrennt und läuft als angeworfener Rotor weiter, bevor K3 schließt. K1 bleibt während der ganzen Zeit angezogen.

6. Praxis: wann sinnvoll, wann nicht

Die Stern-Dreieck-Schaltung ist seit Jahrzehnten Standard und hat einen klaren Anwendungsbereich. Sie funktioniert gut, wenn das Lastmoment beim Anlauf gering ist. Typische Beispiele aus dem österreichischen Anlagenbau:

  • Lüfter und Ventilatoren – das Lastmoment steigt quadratisch mit der Drehzahl, beim Anlauf ist es klein.
  • Kreiselpumpen – ebenfalls geringes Anlaufmoment, da der Druck erst mit der Drehzahl aufgebaut wird.
  • Werkzeugmaschinenspindeln – im Leerlauf, also ohne eingespanntes Werkstück, fast lastfrei.
  • Bandsägen und Kreissägen vor dem Sägeschnitt.

Sie ist dagegen ungeeignet für alle Antriebe, die mit hohem Lastmoment anfahren müssen: beladene Förderbänder, Hebezeuge, Mühlen, Verdichter mit hohem Anlaufmoment. In Stern fehlt schlicht das Drehmoment, der Motor bleibt stehen oder kommt nicht auf Drehzahl.

Ein zweiter Nachteil ist der Stromstoß beim Umschalten. Während der Umschaltpause läuft der Motor als Generator weiter, wenn dann das Netz wieder zugeschaltet wird (jetzt in Dreieck), kann ein kurzer Stoßstrom entstehen, der durchaus den fünffachen Bemessungsstrom erreicht. Das ist mechanisch unschön – Riementriebe und Kupplungen leiden.

Welcher Antrieb ist am ehesten geeignet für einen Stern-Dreieck-Anlauf?

  • a) Ein Hebezeug mit Last am Haken.
  • b) Ein Lüfter im Schaltschrank-Klimagerät.
  • c) Eine Kugelmühle im Zementwerk.
  • d) Ein Förderband, das mit voller Last anfährt.

Richtig: b)

Lüfter haben quadratisch ansteigendes Lastmoment und brauchen beim Anlauf fast keine Kraft. Die anderen drei Antriebe haben hohes Anlaufmoment und benötigen Direkteinschaltung mit zusätzlichem Anlasstrafo, Sanftanlauf oder Frequenzumrichter.

Welcher Nachteil bleibt beim Stern-Dreieck-Anlauf gegenüber einem Sanftanlaufgerät?

  • a) Höhere Kosten in der Anschaffung.
  • b) Stromstoß beim Umschalten von Stern auf Dreieck.
  • c) Höhere Wartungskosten.
  • d) Schwierigere Reparatur.

Richtig: b)

Y-Δ ist günstig und wartungsfreundlich. Der entscheidende technische Nachteil ist der Stromstoß im Umschaltmoment – ein Sanftanlaufgerät baut die Spannung stufenlos auf und vermeidet das.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Motor zieht in Dreieckschaltung beim Anlauf 75 A. Welcher Anlaufstrom fließt in der Sternphase?

Gegeben: I_A(Δ) = 75 A

Gesucht: I_A(Y) in A

Lösungsweg:

I_A(Y) = I_A(Δ) / 3 = 75 A / 3

Ergebnis: I_A(Y) = 25 A

Aufgabe 2: Ein Drehstrommotor entwickelt im Dreieck ein Anzugsmoment von 120 Nm. Eine angeschlossene Pumpe verlangt beim Anlauf 35 Nm Lastmoment. Kann der Motor mit Stern-Dreieck-Anlauf hochlaufen?

Gegeben: M_A(Δ) = 120 Nm; M_Last = 35 Nm

Gesucht: M_A(Y) und Vergleich zum Lastmoment

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Anzugsmoment im Stern: M_A(Y) = 120 Nm / 3 = 40 Nm
  2. Schritt 2 — Vergleich: 40 Nm > 35 Nm → der Motor kommt auf Drehzahl, allerdings mit nur 5 Nm Reserve.

Ergebnis: Anlauf möglich, aber knapp – in der Praxis sollte mehr Reserve eingeplant werden.

Aufgabe 3: Ein Motor hat einen Bemessungsstrom von 16 A und einen Anlaufstromfaktor von 6. Wie hoch ist der Anlaufstrom bei Direkteinschaltung, wie hoch bei Y-Δ-Anlauf?

Gegeben: I_N = 16 A; Anlaufstromfaktor = 6

Gesucht: I_A bei DOL und I_A(Y)

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Direkteinschaltung: I_A(DOL) = 6 · 16 A = 96 A
  2. Schritt 2 — Y-Δ-Anlauf in Sternphase: I_A(Y) = 96 A / 3 = 32 A

Ergebnis: 96 A direkt, 32 A in der Sternphase.

Aufgabe 4: Der Motorschutzschalter ist im Strang verbaut. Der Bemessungsstrom des Motors beträgt 22 A. Auf welchen Wert wird der Motorschutz eingestellt?

Gegeben: I_N = 22 A; Motorschutz im Strang

Gesucht: I_Einstellung in A

Lösungsweg:

I_Einstellung = I_N / √3 = 22 A / 1,732

Ergebnis: I_Einstellung ≈ 12,7 A

Aufgabe 5: Ein Motor mit Typenschild 400/690 V Δ/Y wird an einem 400-V-Netz im Y-Δ-Verfahren angelaufen. In der Sternphase wird mit der Stromzange am Außenleiter ein Strom von 14 A gemessen. Welcher Strom würde fließen, wenn man stattdessen direkt in Dreieck einschalten würde?

Gegeben: I_A(Y) = 14 A am Außenleiter

Gesucht: I_A(Δ) in A

Lösungsweg:

I_A(Δ) = 3 · I_A(Y) = 3 · 14 A

Ergebnis: I_A(Δ) = 42 A

Welche Aussage zum Anlaufstrom des Asynchronmotors ist richtig?

  • a) Er ist immer kleiner als der Bemessungsstrom.
  • b) Er ist im Mittel das 5- bis 8-fache des Bemessungsstroms.
  • c) Er hängt nur vom Lastmoment ab.
  • d) Er ist proportional zur Drehzahl.

Richtig: b)

Der Anlaufstrom ist eine Materialeigenschaft des Motors und liegt typisch bei 5- bis 8-fachem Bemessungsstrom. Das Lastmoment beeinflusst die Hochlaufzeit, nicht den Anlaufstromfaktor. Die Drehzahl ist beim Einschalten gleich Null.

Auf einem Typenschild steht „230/400 V Δ/Y“. An welchem Netz kann der Motor mit Stern-Dreieck-Anlauf gestartet werden?

  • a) An einem 230-V-Drehstromnetz.
  • b) An einem 400-V-Drehstromnetz.
  • c) An einem 500-V-Drehstromnetz.
  • d) An einem 690-V-Drehstromnetz.

Richtig: a)

Die Dreieck-Bemessungsspannung muss der Netz-Außenleiterspannung entsprechen. Hier ist die Δ-Spannung 230 V, also passt nur ein 230-V-Drehstromnetz. Am 400-V-Netz läuft dieser Motor dauerhaft in Stern.

Welches Verhältnis gilt zwischen den Strömen im Außenleiter in Stern- und Dreieckschaltung?

  • a) I_Y = I_Δ
  • b) I_Y = I_Δ / √3
  • c) I_Y = I_Δ / 3
  • d) I_Y = 3 · I_Δ

Richtig: c)

Der Außenleiterstrom im Stern ist genau ein Drittel des Außenleiterstroms im Dreieck. Der Faktor 1/√3 gilt nur für die Strangspannung oder den Strangstrom isoliert betrachtet.

Welches Verhältnis gilt zwischen den Anzugsmomenten?

  • a) M_Y = M_Δ
  • b) M_Y = M_Δ / √3
  • c) M_Y = M_Δ / 9
  • d) M_Y = M_Δ / 3

Richtig: d)

Das Drehmoment ist proportional zum Quadrat der Strangspannung. Die Strangspannung im Stern ist 1/√3, quadriert ergibt das 1/3.

Welcher Schütz schaltet den Sternpunkt?

  • a) K1.
  • b) Das Zeitrelais.
  • c) K3.
  • d) K2.

Richtig: d)

Per Definition heißt der Sternschütz K2 und verbindet U2/V2/W2 zum gemeinsamen Sternpunkt. K1 ist der Netzschütz, K3 der Dreieckschütz.

Worin besteht die größte Gefahr beim Schaltvorgang Stern → Dreieck?

  • a) Spannungseinbruch im Netz.
  • b) Auslösen des FI-Schalters.
  • c) Ein zu langsames Hochlaufen des Motors.
  • d) Gleichzeitiges Anziehen von K2 und K3 als zweipoliger Kurzschluss.

Richtig: d)

Der gleichzeitige Anzug von K2 und K3 würde eine direkte Verbindung zwischen den Außenleitern herstellen. Deshalb sind mechanische und elektrische Verriegelungen zwingend. Die anderen Punkte sind keine Schaltfehler dieser Art.

Wie wird der Motorschutzschalter eingestellt, wenn er vor dem Netzschütz K1 sitzt?

  • a) Auf I_N.
  • b) Auf I_N / √3.
  • c) Auf I_N · √3.
  • d) Auf I_N / 3.

Richtig: a)

Vor K1 misst der Schutz den vollen Außenleiterstrom des Motors. Der Auslöser wird also auf den Bemessungsstrom I_N eingestellt. Der Faktor 1/√3 gilt nur im Strang.

Was geschieht während der Umschaltpause technisch im Motor?

  • a) Er steht still.
  • b) Beide Schütze K2 und K3 sind kurzzeitig geschlossen.
  • c) Der Motor läuft als angeworfener Rotor weiter, ist aber kurzzeitig nicht ans Netz geschaltet.
  • d) Das Zeitrelais startet neu.

Richtig: c)

In der Umschaltpause ist K2 schon ab und K3 noch nicht an. Der Motor ist über K1 weiterhin am Netz vorbei, aber die Wicklungsverschaltung ist offen, er läuft mechanisch weiter. Erst wenn K3 schließt, ist die Dreieckschaltung wieder geschlossen.

Welche Anwendung ist typisch ungeeignet für einen Stern-Dreieck-Anlauf?

  • a) Ein Lüfter.
  • b) Eine Kreiselpumpe.
  • c) Eine Werkzeugmaschinenspindel im Leerlauf.
  • d) Ein voll beladenes Förderband.

Richtig: d)

Ein voll beladenes Förderband verlangt beim Anlauf hohes Drehmoment. In der Sternphase steht nur 1/3 davon zur Verfügung, was meist nicht reicht. Lüfter, Pumpen und leerlaufende Spindeln dagegen brauchen wenig Anlaufmoment.

Welche moderne Alternative ersetzt die Stern-Dreieck-Schaltung zunehmend dort, wo zusätzlich Drehzahlregelung gewünscht ist?

  • a) Direkteinschaltung mit großem Schütz.
  • b) Anlasstransformator.
  • c) Frequenzumrichter.
  • d) Stern-Stern-Schaltung mit Doppelstern.

Richtig: c)

Der Frequenzumrichter ersetzt den klassischen Anlauf und ermöglicht zusätzlich die stufenlose Drehzahlregelung im Betrieb. Direkteinschaltung kennt die Probleme des Anlaufstroms gar nicht, ist also keine Verbesserung. Eine Doppelstern-Schaltung im Sinn einer Anlaufschaltung gibt es so nicht.

Welche Bedeutung hat die Umschaltpause?

  • a) Sie sorgt dafür, dass K2 mechanisch sicher offen ist, bevor K3 schließt.
  • b) Sie startet das Zeitrelais neu.
  • c) Sie überbrückt einen Spannungseinbruch im Netz.
  • d) Sie schaltet den Motorschutzschalter aus.

Richtig: a)

Schütze haben Abfallzeiten im Bereich von einigen Millisekunden. Wenn K3 zu früh anzieht, könnten K2 und K3 kurz gleichzeitig leiten – das wäre der Kurzschluss. Die Umschaltpause gibt K2 sicher Zeit zum Öffnen.

Welche Verbindung stellt K3 in der Dreieckphase her?

  • a) U2 mit V2 mit W2.
  • b) U1 mit V1 mit W1.
  • c) U2 mit V1, V2 mit W1, W2 mit U1.
  • d) U2 mit U1, V2 mit V1, W2 mit W1.

Richtig: c)

In der Dreieckschaltung wird das Ende einer Wicklung mit dem Anfang der nächsten verbunden. Genau das macht K3 mit den drei Verbindungen U2-V1, V2-W1 und W2-U1. Eine Verbindung U2-V2-W2 wäre der Sternpunkt.

Glossar

Anlaufstrom
Der Strom, den ein Asynchronmotor im Moment des Einschaltens aus dem Netz zieht, typisch das 5- bis 8-fache des Bemessungsstroms.
Anzugsmoment
Das Drehmoment, das ein Motor beim Anlauf aus dem Stillstand entwickelt.
Strangspannung
Die Spannung, die über einer einzelnen Motorwicklung anliegt. In Stern: U_LL / √3, in Dreieck: U_LL.
Strangstrom
Der Strom, der durch eine einzelne Motorwicklung fließt.
Außenleiterstrom
Der Strom, der im Außenleiter zur Maschine fließt. In Stern gleich Strangstrom, in Dreieck √3-fach.
Netzschütz (K1)
Der Schütz, der den gesamten Motor vom Netz trennt. In Y- und Δ-Phase angezogen.
Sternschütz (K2)
Der Schütz, der die Wicklungsenden U2, V2, W2 zum Sternpunkt verbindet. Nur in der Anlaufphase angezogen.
Dreieckschütz (K3)
Der Schütz, der die Wicklungen in Dreieck verschaltet, indem er U2 mit V1, V2 mit W1 und W2 mit U1 verbindet. Nur in der Betriebsphase angezogen.
Umschaltpause
Die kurze stromlose Phase zwischen Abfallen von K2 und Anziehen von K3, damit ein gleichzeitiges Schließen sicher ausgeschlossen ist. Auch „offener Übergang“ genannt.
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