Selbsthaltung in der SPS

Ein Taster liefert nur ein kurzes Signal — solange der Finger draufbleibt. Für viele Steuerungsaufgaben reicht das nicht: Ein Motor soll mit einem kurzen Tipp auf „Start“ anlaufen und weiterlaufen, bis jemand „Stopp“ drückt. Genau das leistet die Selbsthaltung. Sie sorgt dafür, dass ein Ausgang nach einem kurzen Startbefehl gesetzt bleibt und diesen Zustand „merkt“, bis er gezielt zurückgesetzt wird.

In der klassischen Schützsteuerung übernimmt das ein Hilfskontakt des Schützes, der sich selbst mit Strom versorgt. In der SPS gibt es keine Kontakte, die sich physisch halten — hier entsteht das gleiche Verhalten allein durch die Programmlogik, die der Prozessor zyklisch immer wieder durchläuft. Dieser Beitrag zeigt, wie das funktioniert, welche zwei Wege es dafür gibt und worauf es bei der Sicherheit ankommt.

Vorwissen

  • Was ist eine SPS? – Aufbau und Funktionsweise
  • Zyklischer Programmablauf (EVA-Prinzip)
  • Grundlogik in KOP und FUP

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, warum ein einfaches Tastersignal für viele Steueraufgaben nicht ausreicht und wozu eine Selbsthaltung dient
  • eine Selbsthaltung über einen Haltekontakt (Rückkopplung) in KOP und FUP aufbauen und ihre Funktion im zyklischen Ablauf beschreiben
  • Einschalt- und Ausschaltvorrang unterscheiden und begründen, warum der Ausschaltvorrang der sichere Standard ist
  • eine Selbsthaltung über Set- und Reset-Befehle (SR-/RS-Speicher) umsetzen und sie der Rückkopplungslösung zuordnen
  • das Öffner-Schließer-Prinzip beim Aus-Taster für die Drahtbruchsicherheit korrekt anwenden

1. Warum Selbsthaltung? — Das Problem mit dem Taster

Stell dir eine einfache Anlage vor: Ein Taster soll einen Motor starten. Du verdrahtest den Taster auf einen Eingang, im Programm verknüpfst du diesen Eingang direkt mit dem Ausgang, an dem das Motorschütz hängt. Drückst du den Taster, läuft der Motor. Lässt du los — Motor aus.

Das liegt am Unterschied zwischen Taster und Schalter. Ein Taster ist ein Bedienelement, das nur so lange ein Signal liefert, wie es betätigt wird; danach federt es selbsttätig in die Ruhelage zurück. Ein Schalter dagegen rastet in seiner Stellung ein und hält das Signal. Für einen Motor, der dauerhaft laufen soll, bräuchte man also einen Schalter — und genau das will man oft nicht. Schalter sind unübersichtlich, wenn mehrere Bedienstellen oder Sicherheitsbedingungen ins Spiel kommen, und sie lassen sich schlecht mit anderen Signalen logisch verknüpfen.

Gefragt ist stattdessen ein Speicherverhalten: Ein kurzer Tipp auf „Start“ reicht, der Zustand bleibt erhalten, und ein zweiter, getrennter Taster „Stopp“ beendet ihn wieder. Die Steuerung muss sich also merken, dass eingeschaltet wurde — auch nachdem das Startsignal längst wieder weg ist.

Bei einer SPS sitzt diese „Merkfunktion“ nicht in der Hardware, sondern im Programm. Der Prozessor liest in jedem Zyklus die Eingänge ein, arbeitet die Logik ab und schreibt die Ausgänge — das ist das EVA-Prinzip. Eine Selbsthaltung nutzt genau diesen Ablauf: Sie baut eine Logik, die den eigenen Ausgangszustand im nächsten Zyklus wieder als Bedingung heranzieht. Wie das konkret aussieht, zeigt das nächste Kapitel.

Ein Motor wird über einen Taster direkt auf den zugehörigen SPS-Ausgang verknüpft, ganz ohne Selbsthaltung. Was beobachtet man im Betrieb?

  • a) Der Motor läuft nur, solange der Taster gedrückt gehalten wird.
  • b) Der Motor läuft nach einmaligem Drücken dauerhaft weiter.
  • c) Der Motor lässt sich gar nicht starten, weil ein Taster kein gültiges Eingangssignal liefert.
  • d) Der Motor startet erst, nachdem der Taster losgelassen wurde.

Richtig: a)

Erklärung: Ein Taster liefert das Signal nur während der Betätigung. Ohne Selbsthaltung wird der Ausgang in jedem Zyklus exakt nach dem aktuellen Eingangszustand gesetzt — also nur bei gedrücktem Taster. Antwort b) würde gerade eine Selbsthaltung voraussetzen, die hier fehlt. c) ist falsch, ein Taster liefert sehr wohl ein gültiges, nur kurzes Signal. d) beschreibt kein reales Verhalten dieser Verknüpfung.

Worin liegt der entscheidende Unterschied zwischen einem Taster und einem Schalter im Hinblick auf das Signalverhalten?

  • a) Ein Schalter liefert ein kurzes Signal, ein Taster ein dauerhaftes.
  • b) Beide verhalten sich identisch, der Unterschied ist nur die Bauform.
  • c) Ein Taster federt in die Ruhelage zurück, ein Schalter hält seine Stellung.
  • d) Ein Taster lässt sich nur an Ausgänge anschließen, ein Schalter nur an Eingänge.

Richtig: c)

Erklärung: Der funktionale Kern ist das Rückstellverhalten: Der Taster goes selbsttätig in die Ruhelage, der Schalter rastet ein und hält das Signal. a) verdreht genau diese Eigenschaft. b) ist falsch, weil der Unterschied funktional und nicht nur baulich ist. d) ist technischer Unsinn — beide sind Bedienelemente für Eingänge.

Warum spricht man bei der Selbsthaltung in der SPS von einem „Speicherverhalten“?

  • a) Weil das Programm dauerhaft auf der Speicherkarte abgelegt wird.
  • b) Weil die Selbsthaltung den Arbeitsspeicher der CPU vergrößert.
  • c) Weil bei jedem Zyklus alle Eingänge zwischengespeindexed werden.
  • d) Weil der eingeschaltete Zustand erhalten bleibt, obwohl das auslösende Startsignal längst weg ist.

Richtig: d)

Erklärung: „Speicherverhalten“ meint hier, dass un Zustand über das auslösende Signal hinaus gehalten wird — der Kern jeder Selbsthaltung. a) und b) verwechseln das mit Programm- bzw. Hardwarespeicher. c) beschreibt zwar das Prozessabbild der Eingänge, hat aber nichts mit dem gemeinten Speicherverhalten zu tun.

2. Selbsthaltung über Rückkopplung (Haltekontakt in KOP/FUP)

Die klassische Lösung ist der Haltekontakt — auch Rückkopplung genannt. Die Idee: Der Ausgang wird nicht nur vom Start-Taster eingeschaltet, sondern hält sich anschließend über sich selbst.

Im Kontaktplan (KOP) sieht das so aus: In einem Strompfad liegen die Start-Abfrage und die Stopp-Abfrage, am Ende die Ausgangsspule. Parallel zur Start-Abfrage wird ein zweiter Kontakt gelegt, der den Zustand des Ausgangs abfragt. Sobald der Ausgang einmal gesetzt ist, schließt dieser parallele Kontakt — und der Strompfad bleibt geschlossen, auch wenn die Start-Abfrage längst wieder offen ist. Ein Schließer-Kontakt wird im KOP durch zwei senkrechte Striche | | dargestellt, ein Öffner durch |/|.

E0.0 Start E0.1 Stopp ( ) A0.0 Motor A0.0 Haltekontakt Pfad geschlossen, wenn (Start ODER Haltekontakt A0.0) UND Stopp erfuellt sind

Logisch gelesen heißt der Strompfad: Der Ausgang A0.0 wird 1, wenn die Start-Abfrage oder der eigene Haltekontakt aktiv ist — und gleichzeitig die Stopp-Bedingung erfüllt ist. Sobald A0.0 einmal 1 war, hält der Haltekontakt den Pfad, bis Stopp den Pfad unterbricht.

Im Funktionsplan (FUP) ist es dieselbe Logik, nur anders dargestellt: Start und der rückgeführte Ausgang gehen auf ein ODER-Glied, dessen Ergebnis zusammen mit der Stopp-Bedingung auf ein UND-Glied führt, und dieses UND-Glied setzt den Ausgang.

Entscheidend ist, dass diese Logik in jedem Zyklus neu ausgewertet wird. Der zyklische Ablauf macht die Rückkopplung erst möglich: Im ersten Zyklus drückt jemand Start, der Ausgang wird gesetzt. Im nächsten Zyklus liest die SPS die Eingänge, sieht den Start-Taster vielleicht schon nicht mehr — aber der Haltekontakt fragt den im vorigen Zyklus gesetzten Ausgang ab und hält ihn. So entsteht aus einem Programm ohne physische Kontakte ein echtes Speicherverhalten.

Wie wird beim Haltekontakt in KOP die Selbsthaltung technisch realisiert?

  • a) Der eigene Ausgang wird parallel zur Start-Abfrage zurückgeführt und mit abgefragt.
  • b) Der Stopp-Taster wird doppelt verdrahtet.
  • c) Der Start-Taster wird durch einen Schalter ersetzt.
  • d) Die Ausgangsspule wird zweimal in denselben Strompfad gelegt.

Richtig: a)

Erklärung: Der Kern der Rückkopplung is der parallele Abfragekontakt des eigenen Ausgangs neben der Start-Abfrage. b) und d) sind technisch unsinnig bzw. unzulässig (Doppelzuweisung). c) wäre der Verzicht auf die Selbsthaltung zugunsten eines Schalters — gerade nicht gemeint.

Eine Selbsthaltung mit Haltekontakt ist aktiv, der Motor läuft. Im nächsten Zyklus ist der Start-Taster nicht mehr gedrückt. Warum bleibt der Ausgang trotzdem gesetzt?

  • a) Weil die SPS das Startsignal intern für mehrere Sekunden zwischenspeichert.
  • b) Weil der Ausgang nur einmal pro Programm geschrieben wird.
  • c) Weil der Haltekontakt den im vorigen Zyklus gesetzten Ausgang abfragt und den Pfad geschlossen hält.
  • d) Weil der Start-Taster nach dem Loslassen weiterhin ein Signal liefert.

Richtig: c)

Erklärung: Die Rückkopplung wertet den Ausgangszustand des vorigen Zyklus aus und hält darüber den Strompfad. a) ist falsch, die SPS hält das Tastersignal nicht künstlich. b) beschreibt kein reales Verhalten. d) widerspricht dem Wesen des Tasters, der nach dem Loslassen kein Signal mehr gibt.

Welche logische Verknüpfung beschreibt die Grundform der Selbsthaltung über Haltekontakt korrekt?

  • a) Ausgang = (Start UND Haltekontakt) ODER Stopp
  • b) Ausgang = (Start ODER Haltekontakt) UND Stopp-Bedingung
  • c) Ausgang = Start UND Stopp UND Haltekontakt
  • d) Ausgang = Start ODER Stopp ODER Haltekontakt

Richtig: b)

Erklärung: Start und Haltekontakt liegen parallel (ODER), die Stopp-Bedingung muss zusätzlich erfüllt sein (UND in Reihe). a) verdreht die Operatoren. c) würde verlangen, dass Start dauerhaft gedrückt bleibt. d) hätte zur Folge, dass schon der Stopp-Taster den Ausgang einschaltet — sinnlos.

Welche Rolle spielt das EVA-Prinzip für die Funktion des Haltekontakts?

  • a) Es spielt keine Rolle, die Selbsthaltung funktioniert rein über die Hardware.
  • b) Es verhindert, dass der Ausgang jemals zurückgesetzt werden kann.
  • c) Es legt fest, dass Eingänge nur einmal beim Einschalten der SPS gelesen werden.
  • d) Es sorgt dafür, dass die Haltebedingung in jedem Zyklus neu eingelesen, verarbeitet und ausgegeben wird.

Richtig: d)

Erklärung: Eingänge lesen, verarbeiten, Ausgänge schreiben — dieser Zyklus wird laufend wiederholt und genau dadurch wird der rückgeführte Ausgangszustand jedes Mal neu als Bedingung wirksam. a) ist falsch, in der SPS gibt es keine haltende Hardware. b) und c) widersprechen dem zyklischen Ablauf.

3. Vorrang: Einschalt- vs. Ausschaltvorrang

Eine Frage bleibt offen: Was passiert, wenn Start und Stopp gleichzeitig betätigt werden? Die Antwort hängt davon ab, wie die Logik aufgebaut ist — und sie ist sicherheitsrelevant.

Beim Ausschaltvorrang gewinnt im Konfliktfall der Stopp-Befehl: Drückt man Start und Stopp zusammen, bleibt der Ausgang aus bzw. schaltet ab. Erreicht wird das, indem die Stopp-Bedingung in Reihe hinter der Start-/Halte-Verknüpfung liegt. Sobald Stopp den Pfad unterbricht, kann weder Start noch Haltekontakt den Ausgang setzen.

Beim Einschaltvorrang ist es umgekehrt: Bei gleichzeitiger Betätigung gewinnt Start, der Ausgang geht an oder bleibt an. Das wirkt auf den ersten Blick harmlos, ist aber in den meisten Anwendungen unerwünscht. Wenn jemand den Stopp-Taster drückt, erwartet er, dass die Anlage stehen bleibt — egal, was sonst noch passiert. Ein Aufbau, bei dem Start den Stopp überstimmen kann, widerspricht diesem Grundsatz. Deshalb ist der Ausschaltvorrang der Standard für gewöhnliche Start-Stopp-Steuerungen.

Ausschaltvorrang — Stopp in Reihe nach der Verknuepfung E0.0 Start A0.0 Halt E0.1 Stopp ( ) A0.0 Einschaltvorrang — Start setzt parallel nach dem Stopp A0.0 Halt E0.1 Stopp E0.0 Start ( ) A0.0

Der Unterschied liegt also in der Reihenfolge der Verknüpfung. Beim Ausschaltvorrang unterbricht die Stopp-Bedingung den gesamten Pfad — sie hat das letzte Wort. Beim Einschaltvorrang ist das Start-Signal so eingebunden, dass es den Ausgang auch dann setzt, wenn Stopp gleichzeitig aktiv ist.

Eng damit verbunden ist die Verdrahtung des Aus-Tasters, aber das schauen wir uns in Kapitel 5 genauer an — dort geht es um die Drahtbruchsicherheit, die den Ausschaltvorrang zusätzlich absichert.

Bei einer Start-Stopp-Steuerung werden Start- und Stopp-Taster exakt gleichzeitig gedrückt. Die Schaltung ist mit Ausschaltvorrang aufgebaut. Welches Verhalten ist korrekt?

  • a) Der Ausgang schaltet ab bzw. bleibt aus, weil die Stopp-Bedingung den Pfad unterbricht.
  • b) Der Ausgang bleibt eingeschaltet, weil Start zuerst ausgewertet wird.
  • c) Der Ausgang blinkt im Zyklustakt.
  • d) Die SPS meldet einen Konfliktfehler und stoppt das Programm.

Richtig: a)

Erklärung: Beim Ausschaltvorrang liegt die Stopp-Bedingung in Reihe und unterbricht den gesamten Pfad — Stopp gewinnt. b) beschreibt den Einschaltvorrang. c) und d) sind frei erfunden; die SPS wertet einfach die Logik aus, ohne Fehlermeldung.

Warum ist der Ausschaltvorrang bei gewöhnlichen Start-Stopp-Steuerungen der bevorzugte Standard?

  • a) Weil er weniger Programmspeicher benötigt.
  • b) Weil ein Stopp-Befehl unter allen Umständen zum Abschalten führen soll.
  • c) Weil der Einschaltvorrang in KOP technisch nicht umsetzbar ist.
  • d) Weil er den Motor schneller anlaufen lässt.

Richtig: b)

Erklärung: Sicherheitsgrundsatz: Ein Stopp soll immer durchgreifen, unabhängig vom Start-Signal. a) und d) sind sachfremd. c) ist falsch — der Einschaltvorrang ist sehr wohl umsetzbar, nur eben meist unerwünscht.

Worin unterscheidet sich der Einschaltvorrang vom Ausschaltvorrang im Programmaufbau?

  • a) Im Einschaltvorrang ist das Start-Signal so eingebunden, dass es den Ausgang auch bei aktivem Stopp setzt.
  • b) Im Einschaltvorrang gibt es keinen Haltekontakt mehr.
  • c) Im Einschaltvorrang wird der Stopp-Taster als Schließer doppelt abgefragt.
  • d) Im Einschaltvorrang läuft das Programm rückwärts durch den Zyklus.

Richtig: a)

Erklärung: Beim Einschaltvorrang überstimmt Start die Stopp-Bedingung, weil es nach bzw. parallel zur Stopp-Abfrage einwirkt. b) ist falsch, ein Haltekontakt ist weiterhin nötig. c) und d) sind technisch unsinnig.

Eine Steuerung wurde ohne bewusste Entscheidung über den Vorrang programmiert und verhält sich faktisch wie ein Einschaltvorrang. Welche Gefahr ergibt sich daraus?

  • a) Der Motor lässt sich gar nicht mehr starten.
  • b) Bei gleichzeitigem Drücken von Start und Stopp läuft die Anlage trotz Stopp-Befehl weiter.
  • c) Die SPS überhitzt durch zu viele Zyklen.
  • d) Der Haltekontakt fällt dauerhaft aus.

Richtig: b)

Erklärung: Das ist genau das Risiko des unbeabsichtigten Einschaltvorrangs: Der Stopp greift im Konfliktfall nicht durch. a), c) und d) beschreiben keine realen Folgen dieser Logikwahl.

4. Selbsthaltung über Set und Reset (SR-/RS-Speicher)

Der Haltekontakt ist nicht der einzige Weg. Viele Steuerungen nutzen stattdessen Set- und Reset-Befehle. Statt den Ausgang über eine Rückkopplung zu halten, wird er an einer Stelle gezielt gesetzt (Set, „S“) und an einer anderen Stelle gezielt zurückgesetzt (Reset, „R“). Zwischen diesen beiden Befehlen behält der Ausgang seinen Zustand von selbst — das Speicherverhalten steckt damit direkt im Befehl, nicht in einer eigens gebauten Rückkopplung.

Nach IEC 61131-3 gibt es dafür zwei Standard-Bausteine:

  • Der SR-Baustein ist ein Speicher mit Rücksetzvorrang (Reset dominant). Liegen Set und Reset gleichzeitig an, gewinnt Reset — der Ausgang geht aus.
  • Der RS-Baustein ist ein Speicher mit Setzvorrang (Set dominant). Liegen beide gleichzeitig an, gewinnt Set — der Ausgang bleibt an.
SR — Ruecksetzvorrang SR S R1 Q Start Stopp A0.0 Reset gewinnt bei S = R = 1 RS — Setzvorrang RS S1 R Q Start Stopp A0.0 Set gewinnt bei S = R = 1

Damit schließt sich der Kreis zum vorigen Kapitel: Der Rücksetzvorrang des SR-Bausteins entspricht genau dem Ausschaltvorrang, der Setzvorrang des RS-Bausteins dem Einschaltvorrang. Wer eine sichere Start-Stopp-Steuerung über Speicherbausteine aufbaut, greift deshalb in aller Regel zum SR-Baustein mit Rücksetzvorrang.

Wann nimmt man was? Die Funktion ist gleichwertig, es geht um Lesbarkeit und Gewohnheit. Der Haltekontakt zeigt den Signalfluss anschaulich im Strompfad und ist bei einfachen Verriegelungen schnell erfasst. Der Speicherbaustein trennt Setz- und Rücksetzbedingung sauber voneinander — das wird übersichtlicher, sobald mehrere Bedingungen ein- oder ausschalten sollen oder Set und Reset an ganz unterschiedlichen Stellen im Programm liegen.

Bei einem SR-Baustein liegen Set- und Reset-Eingang gleichzeitig auf 1. Welchen Zustand nimmt der Ausgang an?

  • a) Der Ausgang bleibt gesetzt, weil Set zuerst kommt.
  • b) Der Ausgang wechselt in jedem Zyklus zwischen 0 und 1.
  • c) Der Zustand ist undefiniert und führt zu einem Fehler.
  • d) Der Ausgang wird zurückgesetzt, weil der SR-Baustein Rücksetzvorrang hat.

Richtig: d)

Erklärung: Der SR-Baustein ist per Definition reset-dominant — bei gleichzeitigem Anliegen gewinnt Reset. a) beschreibt den RS-Baustein. b) und c) treffen nicht zu, das Verhalten ist eindeutig definiert.

Welcher Speicherbaustein eignet sich für eine gewöhnliche, sichere Start-Stopp-Steuerung am besten, und warum?

  • a) Der RS-Baustein, weil Start im Zweifel gewinnen soll.
  • b) Der SR-Baustein, weil sein Rücksetzvorrang dem sicheren Ausschaltvorrang entspricht.
  • c) Beide sind gleich geeignet, ein Vorrang spielt keine Rolle.
  • d) Keiner von beiden, Speicherbausteine sind für Start-Stopp ungeeignet.

Richtig: b)

Erklärung: Der Rücksetzvorrang des SR sorgt dafür, dass Stopp im Konfliktfall durchgreift — genau wie der Ausschaltvorrang. a) wählt den unerwünschten Setzvorrang. c) ignoriert die Sicherheitsfrage. d) ist falsch, SR-Bausteine sind dafür gerade üblich.

Wie unterscheidet sich die Selbsthaltung über Set/Reset grundsätzlich vom Haltekontakt?

  • a) Set/Reset benötigt keinen Zyklus, der Haltekontakt schon.
  • b) Set/Reset funktioniert nur in AWL, der Haltekontakt nur in KOP.
  • c) Der Zustand wird über getrennte Set- und Reset-Befehle gehalten statt über eine Rückkopplung des eigenen Ausgangs.
  • d) Beim Haltekontakt gibt es keinen Stopp-Taster.

Richtig: c)

Erklärung: Bei Set/Reset steckt das Halten im Befehl selbst, eine eigene Rückkopplung entfällt. a) ist falsch, auch Set/Reset wird zyklisch verarbeitet. b) ist erfunden. d) ist falsch, der Haltekontakt braucht eine Stopp-Bedingung.

In welcher Situation ist der Speicherbaustein gegenüber dem Haltekontakt oft die übersichtlichere Wahl?

  • a) Wenn das Programm möglichst wenige Bausteine enthalten soll.
  • b) Wenn Setz- und Rücksetzbedingung an unterschiedlichen Programmstellen oder aus mehreren Bedingungen entstehen.
  • c) Wenn der Ausgang gar nicht gehalten werden soll.
  • d) Wenn ausschließlich in KOP programmiert wird.

Richtig: b)

Erklärung: Der Speicherbaustein trennt Setzen und Rücksetzen sauber und bleibt auch bei mehreren oder verteilten Bedingungen lesbar. a) ist kein sachliches Kriterium. c) widerspricht dem Zweck der Selbsthaltung. d) ist falsch, beide Varianten sind in KOP/FUP möglich.

5. Sicherheit, Stolpersteine und Praxis

Selbsthaltungen sind sicherheitsrelevant, weil sie Anlagen in Bewegung halten. Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Drahtbruchsicherheit beim Aus-Taster. Hier liegt der häufigste Denkfehler der ganzen Thematik, und er entsteht aus einer Verwechslung von Hardware und Software. Die Regel lautet:

  • Physischer Aus-Taster: als Öffner (NC-Kontakt) ausführen. Im Ruhezustand — also wenn niemand drückt — ist der Kontakt geschlossen und führt am Eingang ein 1-Signal. Erst beim Betätigen öffnet er und das Signal fällt auf 0.
  • Software-Abfrage im Programm: als Schließer-Symbol (Normal Open) abfragen. Weil der Eingang im Gut-Zustand bereits 1 führt, lässt der Schließer-Abfragekontakt den Pfad im Normalbetrieb durch. Beim Drücken fällt der Eingang auf 0, der Pfad öffnet, die Selbsthaltung fällt ab.

Der Gewinn: Reißt die Leitung zum Aus-Taster oder löst sich eine Klemme, verschwindet das 1-Signal genauso, als hätte jemand „Stopp“ gedrückt. Die Anlage geht in den sicheren Zustand — sie stoppt. Genau das ist Drahtbruchsicherheit. Würde man den Aus-Taster als Schließer verdrahten und im Programm als Öffner abfragen, bliebe un Drahtbruch unbemerkt: Die Anlage liefe weiter, und der Stopp-Taster hätte im Fehlerfall keine Wirkung mehr. Die Merkregel ist also: physischer Öffner, im Programm als Schließer abgefragt.

Verhalten bei Spannungswiederkehr. Fällt die Versorgung aus und kehrt zurück, soll eine Anlage nicht von selbst wieder anlaufen. Standard-Selbsthaltungen erfüllen das automatisch, sofern ihr Ausgang nicht gepuffert ist: Beim Neustart ist der Ausgang 0, und ohne erneutes Start-Signal bleibt er es auch. Selbsthaltungen einer Start-Stopp-Steuerung sollten deshalb nicht remanent ausgelegt sein — der gehaltene Zustand soll einen Spannungsausfall bewusst nicht überdauern.

Not-Halt niemals allein über die SPS-Selbsthaltung. Eine Selbsthaltung im Anwenderprogramm ist eine Funktion der normalen Steuerung — kein Sicherheitsbauteil. Ein Not-Halt muss unabhängig von der Standard-SPS-Logik wirken, üblicherweise über ein eigenes Sicherheitsschaltgerät oder eine Sicherheits-SPS, die den Antrieb direkt und sicher abschaltet. Sich für den Not-Halt auf die programmierte Selbsthaltung zu verlassen, ist ein gefährlicher Fehler: Ein Programmfehler oder CPU-Ausfall würde dann genau die Funktion mitnehmen, auf die es im Notfall ankommt.

Der gedankliche Bogen zur klassischen Schützsteuerung rundet das Bild ab: Dort entsteht die Selbsthaltung über einen Hilfskontakt des Schützes, der sich physisch selbst versorgt — funktional dasselbe Prinzip, nur in Hardware gegossen statt im Programm. Diese verdrahtete Variante wird gesondert behandelt.

Wie wird un Aus-Taster für eine drahtbruchsichere Selbsthaltung korrekt ausgeführt und abgefragt?

  • a) Physisch als Schließer, im Programm als Schließer abgefragt.
  • b) Physisch als Öffner, im Programm als Öffner abgefragt.
  • c) Physisch als Schließer, im Programm als Öffner abgefragt.
  • d) Physisch als Öffner, im Programm als Schließer abgefragt.

Richtig: d)

Erklärung: Der physische Öffner führt im Ruhezustand 1; im Programm lässt die Schließer-Abfrage diesen Gut-Zustand durch. Ein Drahtbruch nimmt das 1 weg und stoppt die Anlage. a) und b) sind in dieser Kombination nicht drahtbruchsicher, c) lässt einen Drahtbruch unbemerkt und ist die klassische Fehlerquelle.

Warum führt un als Öffner ausgeführter Aus-Taster bei einem Leitungsbruch zum sicheren Zustand?

  • a) Weil das im Gut-Zustand vorhandene 1-Signal wegfällt und das wie ein Stopp-Befehl wirkt.
  • b) Weil der Bruch ein zusätzliches 1-Signal erzeugt.
  • c) Weil der Eingang dann dauerhaft 1 führt und die Anlage einschaltet.
  • d) Weil die SPS einen Drahtbruch automatisch erkennt und meldet.

Richtig: a)

Erklärung: Im Normalbetrieb liegt am Eingang 1; bricht die Leitung, fällt dieses Signal weg — die Selbsthaltung fällt ab wie bei gedrücktem Stopp. b) und c) sind falsch, ein Bruch erzeugt kein Signal. d) trifft auf eine einfache digitale Eingangsabfrage nicht zu.

Eine Standard-Start-Stopp-Selbsthaltung ist nicht remanent ausgelegt. Wie verhält sich die Anlage nach einem Spannungsausfall mit anschließender Wiederkehr?

  • a) Sie läuft automatisch wieder an, weil der Zustand gespeichert war.
  • b) Sie bleibt aus und muss bewusst neu gestartet werden.
  • c) Sie startet nach einer festen Verzögerung von selbst.
  • d) Sie wechselt in einen undefinierten Zustand.

Richtig: b)

Erklärung: Ohne Remanenz ist der Ausgang nach dem Neustart bei 0 und bleibt es ohne erneutes Start-Signal — der erwünschte Schutz gegen selbsttätigen Wiederanlauf. a) beschreibt gerade das unerwünschte Verhalten einer remanenten Auslegung. c) und d) sind frei erfunden.

Warum darf un Not-Halt nicht allein über die programmierte SPS-Selbsthaltung realisiert werden?

  • a) Weil die Selbsthaltung zu langsam abschaltet.
  • b) Weil un Not-Halt unabhängig von der Standard-Steuerungslogik sicher wirken muss.
  • c) Weil die SPS keine Eingänge für Not-Halt-Taster besitzt.
  • d) Weil Not-Halt-Taster grundsätzlich als Schließer ausgeführt werden.

Richtig: b)

Erklärung: Der Not-Halt muss auch dann abschalten, wenn die normale Logik oder die CPU versagt — deshalb eine eigene, unabhängige Sicherheitsabschaltung. a) ist nicht der eigentliche Grund. c) ist falsch. d) widerspricht dem Sicherheitsprinzip; Not-Halt-Kreise nutzen ebenfalls zwangsöffnende Öffnerkontakte.

Abschlusstest

Frage 1: Ein Motor soll mit einem kurzen Tipp auf einen Start-Taster anlaufen und ohne weiteres Halten des Tasters durchgehend laufen. Welche Funktion ist dafür nötig?

  • a) Eine Selbsthaltung
  • b) Ein Zeitrelais
  • c) Ein zusätzlicher Schalter im Ausgangskreis
  • d) Eine Verriegelung

Richtig: a)

Erklärung: Genau das ist die Aufgabe der Selbsthaltung: einen kurzen Startbefehl in einen gehaltenen Zustand überführen. Ein Zeitrelais würde nur zeitverzögert wirken, eine Verriegelung verhindert Zustände, löst aber das Halteproblem nicht; ein Schalter wäre der umständliche Hardware-Umweg.

Frage 2: Im KOP wird parallel zur Start-Abfrage un Abfragekontakt des eigenen Ausgangs gelegt. Welche Funktion erfüllt dieser Kontakt?

  • a) Er bildet den Haltekontakt, der den Ausgang nach dem Loslassen des Start-Tasters hält.
  • b) Er begrenzt den Strom durch die Ausgangsspule.
  • c) Er verriegelt den Ausgang gegen unen zweiten Ausgang.
  • d) Er erzeugt une Einschaltverzögerung.

Richtig: a)

Erklärung: Der parallele Abfragekontakt des eigenen Ausgangs ist der Haltekontakt — er übernimmt das Halten, sobald der Start-Taster losgelassen wird. Die übrigen Antworten beschreiben Funktionen, die mit der Rückkopplung nichts zu tun haben.

Frage 3: Start und Stopp werden gleichzeitig betätigt, der Ausgang schaltet ab. Welche Vorrangart liegt vor?

  • a) Ausschaltvorrang
  • b) Einschaltvorrang
  • c) Setzvorrang
  • d) Es liegt kein definierter Vorrang vor

Richtig: a)

Erklärung: Wenn Stopp im Konfliktfall gewinnt, handelt es sich um Ausschaltvorrang. Einschalt- bzw. Setzvorrang würden den Ausgang gerade eingeschaltet lassen; un „kein Vorrang“ gibt es bei sauberem Aufbau nicht.

Frage 4: Welche Aussage zum SR-Baustein nach IEC 61131-3 ist korrekt?

  • a) Er hat Rücksetzvorrang und entspricht dem Ausschaltvorrang.
  • b) Er hat Setzvorrang und entspricht dem Einschaltvorrang.
  • c) Er hat kunen definierten Vorrang.
  • d) Er kann nur unen Eingang gleichzeitig verarbeiten.

Richtig: a)

Erklärung: Der SR-Baustein ist reset-dominant, was dem sicheren Ausschaltvorrang entspricht. b) beschreibt den RS-Baustein. c) und d) sind falsch — der Vorrang ist klar definiert und beide Eingänge werden ausgewertet.

Frage 5: Ein als Schließer verdrahteter Aus-Taster wird im Programm als Öffner abgefragt. Welche Gefahr entsteht?

  • a) Der Motor lässt sich nicht mehr starten.
  • b) Der Ausgang blinkt im Zyklustakt.
  • c) Die Selbsthaltung fällt sofort ab.
  • d) Ein Drahtbruch in der Aus-Leitung bleibt unbemerkt und der Stopp wird im Fehlerfall wirkungslos.

Richtig: d)

Erklärung: Diese Kombination ist nicht drahtbruchsicher: Reißt die Leitung, ändert sich das Eingangssignal nicht im sicheren Sinn, und un echter Stopp im Fehlerfall greift nicht. Die übrigen Antworten beschreiben kun reales Verhalten dieser Verdrahtung.

Frage 6: Eine nicht remanente Selbsthaltung verhält sich nach Spannungswiederkehr wie folgt:

  • a) Der Ausgang ist wieder gesetzt, weil die SPS den Zustand gepuffert hat.
  • b) Der Ausgang ist undefiniert.
  • c) Der Ausgang wechselt automatisch in den Einschaltvorrang.
  • d) Der Ausgang ist 0 und die Anlage muss bewusst neu gestartet werden.

Richtig: d)

Erklärung: Ohne Remanenz beginnt der Ausgang nach dem Neustart bei 0 — Schutz gegen selbsttätigen Wiederanlauf. a) beschreibt remanentes Verhalten, das hier gerade nicht vorliegt. b) und c) sind sachlich falsch.

Frage 7: Warum macht erst der zyklische Programmablauf die Selbsthaltung über Haltekontakt möglich?

  • a) Weil die Eingänge nur einmal beim Start gelesen werden.
  • b) Weil der Zyklus den Ausgang dauerhaft auf 1 zwingt.
  • c) Weil der Zyklus die Hardware-Kontakte des Schützes nachbildet.
  • d) Weil die Haltebedingung in jedem Zyklus neu eingelesen, verknüpft und ausgegeben wird.

Richtig: d)

Erklärung: Die Rückkopplung wirkt, weil der Ausgangszustand des vorigen Zyklus in jedem neuen Zyklus wieder als Bedingung herangezogen wird. a) widerspricht dem EVA-Prinzip. b) ist falsch, der Ausgang folgt der Logik. c) verwechselt SPS-Logik mit Schütz-Hardware.

Frage 8: Welcher Vorrang ergibt sich, wenn un RS-Baustein für une Start-Stopp-Steuerung verwendet wird?

  • a) Ausschaltvorrang
  • b) Wechselnder Vorrang je Zyklus
  • c) Kein Vorrang
  • d) Einschaltvorrang

Richtig: d)

Erklärung: Der RS-Baustein ist set-dominant — bei gleichzeitigem Anliegen gewinnt Set, das entspricht dem Einschaltvorrang. Für une sichere Steuerung ist das meist die falsche Wahl. Die übrigen Antworten treffen nicht zu.

Frage 9: Eine Förderanlage läuft über une SPS-Selbsthaltung. Zusätzlich ist un Not-Halt-Kreis über un ugenes Sicherheitsschaltgerät aufgebaut. Warum ist diese Trennung sinnvoll?

  • a) Weil die Selbsthaltung sonst zu viel Strom zieht.
  • b) Weil die SPS keine Not-Halt-Taster auswerten kann.
  • c) Weil un Not-Halt nur mit Zeitrelais funktioniert.
  • d) Weil der Not-Halt auch bei unem Programmfehler oder CPU-Ausfall sicher abschalten muss.

Richtig: d)

Erklärung: Die Unabhängigkeit garantiert, dass der Not-Halt auch dann wirkt, wenn die Standard-Steuerung versagt. a), b) und c) sind sachlich falsch.

Frage 10: Wann ist un Speicherbaustein (SR/RS) gegenüber dem Haltekontakt die übersichtlichere Lösung?

  • a) Immer, weil er weniger Strom verbraucht.
  • b) Nie, weil Haltekontakte grundsätzlich moderner sind.
  • c) Wenn Setz- und Rücksetzbedingung aus mehreren oder räumlich getrennten Bedingungen entstehen.
  • d) Nur in der Schützsteuerung.

Richtig: c)

Erklärung: Die saubere Trennung von Setzen und Rücksetzen zahlt sich bei mehreren oder verteilten Bedingungen aus. a) ist sachfremd, b) ist falsch (beide sind gleichwertig), d) verwechselt SPS- mit Schütztechnik.

Frage 11: Welche Aussage über Haltekontakt und Set/Reset-Speicher trifft zu?

  • a) Sie liefern unterschiedliche Ergebnisse und sind nicht austauschbar.
  • b) Sie sind funktional gleichwertig; die Wahl ist une Frage der Lesbarkeit.
  • c) Set/Reset funktioniert nur ohne Stopp-Taster.
  • d) Der Haltekontakt benötigt kunen zyklischen Ablauf.

Richtig: b)

Erklärung: Beide Verfahren erzeugen dasselbe Speicherverhalten; man entscheidet nach Übersichtlichkeit und Gewohnheit. a) ist falsch, c) und d) widersprechen der Funktionsweise.

Frage 12: Ein Programmierer möchte verhindern, dass une Anlage bei gleichzeitigem Start- und Stopp-Befehl trotz Stopp weiterläuft. Welche Maßnahme ist richtig?

  • a) Den Start-Taster als Öffner ausführen.
  • b) Den Stopp-Taster aus dem Programm entfernen.
  • c) Bewusst den Ausschaltvorrang umsetzen, etwa über unen SR-Baustein.
  • d) Die Zykluszeit verlängern.

Richtig: c)

Erklärung: Der Ausschaltvorrang — z. B. über den reset-dominanten SR-Baustein — stellt sicher, dass Stopp im Konfliktfall durchgreift. Die übrigen Antworten lösen das Problem nicht oder verschärfen es.

Glossar

Selbsthaltung
Steuerungsfunktion, bei der ein Ausgang nach einem kurzen Startbefehl gesetzt bleibt, bis er gezielt zurückgesetzt wird.
Haltekontakt
Rückführung des eigenen Ausgangs parallel zum Start-Signal, durch die sich die Selbsthaltung über die Programmlogik selbst hält.
Speicherverhalten
Eigenschaft einer Logik, einen Zustand über das auslösende Signal hinaus beizubehalten.
Ausschaltvorrang
Aufbau, bei dem im Konfliktfall (Start und Stopp gleichzeitig) der Stopp-Befehl gewinnt und der Ausgang abschaltet; sicherer Standard.
Einschaltvorrang
Aufbau, bei dem im Konfliktfall der Start-Befehl gewinnt und der Ausgang eingeschaltet bleibt.
SR-Baustein
Speicherbaustein nach IEC 61131-3 mit Rücksetzvorrang; bei gleichzeitigem Set und Reset gewinnt Reset.
RS-Baustein
Speicherbaustein nach IEC 61131-3 mit Setzvorrang; bei gleichzeitigem Set und Reset gewinnt Set.
Drahtbruchsicherheit
Konstruktionsprinzip, bei dem ein Leitungsbruch zum sicheren Zustand führt; beim Aus-Taster durch Öffner-Ausführung und Schließer-Abfrage erreicht.
Remanenz
Eigenschaft eines Speicherbereichs, seinen Wert bei Spannungsausfall zu behalten; bei Standard-Selbsthaltungen bewusst nicht erwünscht.

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