Motorschutzschalter und Motorschutzrelais
Ein Drehstrommotor zieht im Normalbetrieb seinen Nennstrom — bleibt das so, hält er ein Berufsleben lang. Sobald der Strom dauerhaft zu hoch steigt, wird die Wicklung wärmer als vorgesehen, der Lack altert schneller, irgendwann brennt der Motor durch. Genau dafür gibt es Motorschutzschalter und Motorschutzrelais. Beide bremsen ein, bevor der Motor Schaden nimmt — auf unterschiedlichem Weg, mit unterschiedlichen Stärken.
Dieser Beitrag erklärt, wie beide Geräte funktionieren, worin sie sich unterscheiden und wie der Einstellwert in der Praxis bestimmt wird — besonders bei der Stern-Dreieck-Schaltung, wo der häufigste Fehler passiert.
Vorwissen
- Drehstrom-Asynchronmotor – Aufbau und Funktion
- Schütze und Relais
- Stern-Dreieck-Schaltung
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- Den Unterschied zwischen Überlast und Kurzschluss erklären
- Aufbau und Funktion von Motorschutzschalter und Motorschutzrelais beschreiben
- Die Schaltsymbole beider Geräte im Stromlaufplan erkennen und unterscheiden
- Auslöseklassen einordnen und passend zur Anwendung auswählen
- Den Einstellstrom bei direktem Anlauf und bei Einbau im Strang einer Stern-Dreieck-Schaltung berechnen
1. Warum Motoren geschützt werden müssen
Ein Drehstrommotor kennt zwei Arten von gefährlichen Strömen: dauerhaft zu hohe Ströme (Überlast) und plötzlich extrem hohe Ströme (Kurzschluss). Beides muss erkannt und abgeschaltet werden, aber jeder Fall braucht eine andere Reaktion.
Eine Überlast entsteht im Normalbetrieb — Lager schwergängig, blockiertes Gebläserad, zu hohes mechanisches Lastmoment, Phasenausfall. Der Strom steigt typischerweise auf das 1,1- bis 6-fache des Nennstroms. Die Wicklung wird heißer, der Isolierlack altert beschleunigt. Bei zwei- bis dreifachem Nennstrom hält die Wicklung das nur Sekunden bis Minuten aus — abhängig von Bauart und Vorerwärmung. Hier muss träge abgeschaltet werden, sonst löst die Sicherung auch bei jedem normalen Anlauf aus, bei dem kurzzeitig der 5- bis 8-fache Nennstrom fließt.
Ein Kurzschluss ist etwas anderes: Wicklungsschluss, Erdschluss, defekte Verkabelung. Der Strom kann das 50- bis 1000-fache des Nennstroms erreichen, mit Lichtbogen, Verbrennungen und mechanischer Zerstörung. Hier zählen Millisekunden — schnell abschalten, sonst brennt es.
Ein gewöhnlicher Leitungsschutzschalter (LS) ist auf die Leitung dimensioniert, nicht auf den Motor. Er hat zwar einen thermischen Auslöser, der ist aber nicht für die Erwärmungskennlinie eines Motors abgestimmt und nicht stufenlos einstellbar. Den Schutz der Leitung übernimmt der LS weiterhin — den Motor schützt er nicht zuverlässig. Genau diese Lücke schließen Motorschutzschalter und Motorschutzrelais.
Welche Aussage zur Unterscheidung Überlast und Kurzschluss ist korrekt?
- a) Überlast tritt nur bei defekter Verkabelung auf
- b) Kurzschluss bedeutet 1,1- bis 6-fachen Nennstrom über Minuten
- c) Überlast ist ein dauerhaft erhöhter Strom, Kurzschluss ein plötzlich extrem hoher Strom
- d) Beide Fälle erzeugen gleich schnell Schaden in der Wicklung
Richtig: c)
Überlast ist mäßig erhöht, hält aber lange an und zerstört über Erwärmung. Kurzschluss ist extrem hoch und zerstört über Lichtbogen und mechanische Kräfte in Millisekunden. Antwort a beschreibt den Kurzschluss, b verwechselt die Größenordnungen, d ist sachlich falsch — die Schadensmechanismen unterscheiden sich grundlegend.
Warum reicht ein normaler Leitungsschutzschalter als alleiniger Motorschutz nicht aus?
- a) Sein thermischer Auslöser ist nicht auf die Motorerwärmungskennlinie abgestimmt und der Auslösestrom nicht stufenlos einstellbar
- b) Er hat keinen Kurzschlussschutz
- c) Er ist für Drehstrom nicht zugelassen
- d) Er löst beim Motoranlauf grundsätzlich nicht aus
Richtig: a)
Der LS ist ein Leitungsschutzschalter — sein thermisches Verhalten passt zur Leitung, nicht zum Motor. Außerdem ist sein Bemessungsstrom in festen Stufen (16 A, 20 A, 25 A …) und nicht passend zum exakten Motornennstrom einstellbar. Kurzschlussschutz hat er sehr wohl (b falsch), Drehstromzulassung gibt es (c falsch), und beim Anlauf kann er sehr wohl ungewollt auslösen, wenn er falsch dimensioniert ist (d falsch).
Was passiert mit einem Drehstrommotor bei dauerhafter Überlast ohne Schutzauslösung?
- a) Der Motor erwärmt sich, bis die Isolation versagt und ein Wicklungsschluss entsteht
- b) Der Motor läuft mit reduzierter Drehzahl weiter
- c) Der Strom sinkt durch Eigenregelung wieder auf den Nennwert
- d) Die Wicklungsisolation altert schneller, mit zunehmender Zeit kommt es zum Wicklungsschluss
Richtig: a)
Überlast bedeutet Wärme — pro Zeit mehr Verlustleistung in der Wicklung, als abgeführt werden kann. Der Lack der Drähte hält das nur begrenzt aus, irgendwann berühren sich Windungen elektrisch (Wicklungsschluss). Antwort d ist inhaltlich nah dran, beschreibt aber nur den schleichenden Alterungsprozess ohne den eigentlichen Schadensfall; a ist die vollständigere Antwort. b und c sind sachlich falsch — der Motor regelt seinen Strom nicht selbst.
2. Bimetallprinzip — das Herzstück
Sowohl Motorschutzschalter als auch Motorschutzrelais nutzen denselben Mechanismus für den Überlastschutz: ein Bimetall. Das ist ein Streifen aus zwei fest verbundenen Metallen mit unterschiedlicher Wärmeausdehnung — typisch Eisen-Nickel-Legierung auf einer Seite, eine Messing- oder Kupfer-Nickel-Legierung auf der anderen.
Wird der Streifen erwärmt, will sich das Metall mit der höheren Wärmeausdehnung stärker längen. Weil beide Schichten fest verbunden sind, geht das nur, indem sich der Streifen biegt — die längere Seite nach außen, die kürzere nach innen. Der Effekt ist überraschend kräftig: Schon kleine Temperaturunterschiede führen zu messbaren Auslenkungen, und am Ende des Streifens lässt sich ein Schaltkontakt betätigen.
Im Motorschutz fließt der Motorstrom durch einen Heizwickel um den Bimetallstreifen — oder direkt durch den Bimetall, je nach Bauart und Stromstärke. Je höher die Stromstärke, desto schneller die Erwärmung, desto schneller die Auslösung. Damit ist die zentrale Eigenschaft erreicht: Trägheit, die zur Motorerwärmung passt. Kurze Anlaufstromspitzen über wenige Sekunden bringen das Bimetall kaum aus der Ruhe. Hält der erhöhte Strom dagegen Minuten an, biegt sich das Bimetall weit genug, um den Auslösemechanismus zu betätigen.
Worauf beruht die Verbiegung eines Bimetallstreifens bei Erwärmung?
- a) Auf der unterschiedlichen Wärmeausdehnung der beiden verschweißten Metalle
- b) Auf einem Phasenübergang im Metallgitter
- c) Auf der Stromrichtung im Streifen
- d) Auf einer magnetischen Wechselwirkung zwischen den Schichten
Richtig: a)
Zwei Metalle, fest verbunden, mit unterschiedlichem Wärmeausdehnungskoeffizienten — bei Temperaturänderung muss sich der Verbund krümmen, weil die längere Seite mehr Platz beansprucht. Antworten b, c, d beschreiben Effekte, die im Bimetall keine Rolle spielen.
Welche Eigenschaft des Bimetalls passt besonders gut zum Schutz von Drehstrommotoren?
- a) Es schaltet bei Kurzschluss innerhalb von Millisekunden ab
- b) Es ist empfindlich gegenüber Spannungsänderungen
- c) Es reagiert träge auf kurze Stromspitzen, schaltet aber bei dauerhafter Erwärmung sicher ab
- d) Es kühlt sich bei Stromfluss automatisch ab
Richtig: c)
Genau diese Trägheit ist der Punkt — der Anlaufstrom soll nicht zur Fehlauslösung führen, dauerhaft erhöhter Strom dagegen schon. a beschreibt den Magnetauslöser, nicht das Bimetall; b ist falsch (Erwärmung erfolgt durch Strom, nicht Spannung); d ist physikalisch falsch.
3. Motorschutzschalter — Aufbau und Funktion
Der Motorschutzschalter (Kurzform MSS) vereint beide Schutzfunktionen — Überlastschutz und Kurzschlussschutz — in einem einzigen dreipoligen Gerät. Er sits im Stromkreis direkt vor dem Motor und übernimmt zusätzlich das händische Schalten von Hand. Die Bezeichnung in Stromlaufplänen ist typisch Q1, Q2 und so weiter.
Innen stecken zwei Auslöser pro Phase:
- Ein Bimetallauslöser für die Überlast. Drei Bimetalle, eines je Phase, alle drei mechanisch auf denselben Schaltmechanismus gekoppelt. Der Auslösestrom ist über einen Drehknopf am Gerät stufenlos im angegebenen Bereich einstellbar (z.B. 6–10 A, 9–14 A, 13–18 A).
- Ein Magnetauslöser für den Kurzschluss. Ein elektromagnetischer Schnellauslöser, der bei sehr hohen Strömen — typisch dem 13-fachen des eingestellten Stroms — innerhalb von Millisekunden öffnet. Hier zählt Geschwindigkeit, nicht Trägheit.
Beide Auslöser wirken auf denselben Schaltmechanismus. Egal ob Bimetall (langsam) oder Magnet (schnell) — wenn einer auslöst, trennt der MSS alle drei Phasen gleichzeitig. Nach einer Auslösung muss der MSS von Hand wieder eingeschaltet werden. Die Ursache sollte vorher gefunden sein, sonst löst er sofort wieder aus.
Welche zwei Schutzfunktionen sind im Motorschutzschalter vereint?
- a) Überlastschutz durch Bimetall und Kurzschlussschutz durch Magnetauslöser
- b) Kurzschlussschutz durch Bimetall und Überlastschutz durch Magnetauslöser
- c) Fehlerstromschutz und Überlastschutz
- d) Phasenausfallschutz und Spannungsschutz
Richtig: a)
Bimetall arbeitet träge, passend zur Wärmeentwicklung des Motors — also Überlast. Der Magnetauslöser reagiert blitzschnell auf sehr hohe Ströme — also Kurzschluss. b vertauscht die Funktionen, c und d nennen Schutzarten, die der MSS nicht bietet.
Wodurch unterscheidet sich der Magnetauslöser im Verhalten vom Bimetallauslöser?
- a) Der Magnetauslöser ist stufenlos einstellbar, das Bimetall nicht
- b) Der Magnetauslöser reagiert in Millisekunden auf sehr hohe Ströme, das Bimetall benötigt Erwärmungszeit
- c) Der Magnetauslöser wirkt nur bei einer der drei Phasen
- d) Der Magnetauslöser schaltet nur bei abgeschalteter Spannung
Richtig: b)
Magnetauslöser = schnell + hoher Strom (Kurzschluss). Bimetall = langsam + mäßig erhöhter Strom (Überlast). a ist umgekehrt — das Bimetall ist einstellbar, der Magnetauslöser meist fest auf das 13-fache des Einstellstroms ausgelegt. c und d sind sachlich falsch.
Was ist der zentrale Vorteil eines Motorschutzschalters gegenüber der Kombination Sicherung plus Motorschutzrelais?
- a) Er ist günstiger pro Schaltkreis
- b) Er erlaubt Fernsteuerung mit Tastern
- c) Er trennt schneller bei Überlast
- d) Er vereint Überlast- und Kurzschlussschutz in einem Gerät, manuelles Schalten inklusive
Richtig: d)
Genau die Bündelung ist das Plus. Pro Schaltkreis ist die Kombination Sicherung + Schütz + MSR oft günstiger oder gleich teuer (a unsicher), Fernsteuerung verlangt zusätzlich ein Schütz — das hat der MSS allein nicht (b falsch), und schneller bei Überlast ist er nicht (c falsch, beide nutzen Bimetall).
4. Motorschutzrelais — Aufbau und Funktion
Das Motorschutzrelais — auch Bimetallrelais oder thermisches Überlastrelais genannt — übernimmt nur eine der beiden Funktionen: den Überlastschutz. Es enthält keine Trennstrecken für die Hauptleitung im klassischen Sinn (es schaltet den Motor nicht direkt aus) und keinen Kurzschlussauslöser. Beides muss extern ergänzt werden. In Stromlaufplänen heißt es typisch F2, F3 und so weiter.
Im Inneren stecken — wie beim MSS — drei Bimetalle, eines pro Phase. Sie sitzen direkt in den Hauptstrompfaden und werden vom Motorstrom durchflossen. Eine Besonderheit hat das MSR allerdings: ein Differential-Auslöser, der bei ungleichmäßiger Auslenkung der drei Bimetalle sofort auslöst. Das ist die Phasenausfallempfindlichkeit — fällt eine Phase aus (Sicherungsausfall, Bruch in der Zuleitung), läuft der Motor mit den verbleibenden Phasen weiter und zieht in den anderen zwei einen deutlich höheren Strom. Ein „normaler“ Bimetallauslöser würde reagieren, aber spät. Der Differential-Mechanismus schaltet schneller, weil er nicht auf den absoluten Strom reagiert, sondern auf den Unterschied zwischen den Phasen.
Statt die Hauptphasen selbst zu unterbrechen, betätigt das MSR im Auslösefall zwei kleine Hilfskontakte:
- Ein Öffner mit den Klemmenbezeichnungen 95–96. Dieser liegt im Steuerstromkreis in Reihe mit der Schützspule. Löst das MSR aus, öffnet 95–96, die Schützspule wird stromlos, das Schütz fällt ab und trennt damit erst den Motor vom Netz. Der eigentliche Hauptstrom wird also vom Schütz unterbrochen, nicht vom MSR.
- Ein Schließer mit den Klemmenbezeichnungen 97–98. Dieser wird typischerweise für eine Störmeldung verwendet — Meldeleuchte, Hupe, Eingang an einer SPS.
Nach einer Auslösung muss das MSR rückgesetzt werden. Die meisten Geräte bieten einen Wahlschalter „Hand“ und „Auto“. In „Hand“ muss am Gerät selbst ein Reset-Taster gedrückt werden, in „Auto“ stellt sich das Relais nach Abkühlung des Bimetalls selbst zurück. „Auto“ ist gefährlich bei wieder einschaltenden Maschinen — ein abgekühlter Motor läuft sofort wieder an, möglicherweise mit der gleichen Überlast und in einer Endlosschleife. In der Praxis bleibt der Wahlschalter fast immer auf „Hand“.
Zur Verschaltung mit dem Schütz nur kurz: Der Öffner 95–96 wird in den Steuerstromkreis zwischen Selbsthaltung und Schützspule eingeschleift. Details dazu findest du im Beitrag „Schütze und Relais“.
Wichtig: Ein Motorschutzrelais bietet keinen Kurzschlussschutz. In Reihe vor das MSR gehört zwingend eine Sicherung oder ein Leitungsschutzschalter mit ausreichender Schaltvermögen für den Kurzschlussfall.
Welche Schutzfunktion fehlt dem Motorschutzrelais im Vergleich zum Motorschutzschalter?
- a) Phasenausfallschutz
- b) Überlastschutz
- c) Kurzschlussschutz
- d) Schutz vor zu niedriger Spannung
Richtig: c)
Das MSR hat kein eigenes Magnetauslöser-System. Bei Kurzschluss müsste eine vorgeschaltete Sicherung oder ein LS abschalten. Phasenausfallschutz hat das MSR sogar besser als der MSS (a falsch), Überlastschutz ist seine Hauptaufgabe (b falsch), Spannungsschutz bietet keines der beiden Geräte (d falsch).
Wofür dient der Hilfskontakt 95–96 am Motorschutzrelais?
- a) Er liegt als Öffner im Steuerstromkreis in Reihe mit der Schützspule und schaltet bei Auslösung das Schütz ab
- b) Er ist der Reset-Taster am Gerät
- c) Er ist ein Meldekontakt für Signalleuchten
- d) Er unterbricht direkt eine der drei Phasen im Hauptstrompfad
Richtig: a)
Genau diese Funktion ist der Sinn des MSR-Aufbaus — das Relais selbst trennt den Motor nicht, sondern stört über 95–96 die Schützspule. Das Schütz opens, der Motor geht aus. Der Schließer 97–98 ist der Meldekontakt (c verwechselt 95-96 und 97-98), b und d sind falsch.
Was bedeutet die Eigenschaft „phasenausfallempfindlich“ beim Motorschutzrelais?
- a) Es schaltet ab, sobald eine Phase Spannung verliert, unabhängig vom Strom
- b) Es löst bei ungleicher Auslenkung der drei Bimetalle schneller aus als bei rein gleichmäßiger Überlast
- c) Es verhindert das Anlaufen ohne alle drei Phasen
- d) Es misst die Spannung jeder einzelnen Phase
Richtig: b)
Bei Phasenausfall fließt in den verbleibenden zwei Phasen ein deutlich höherer Strom, in der ausgefallenen aber gar keiner. Der Differential-Mechanismus erkennt diese Unsymmetrie und löst aus, bevor der absolute Strom in den überlasteten Phasen die normale Auslöseschwelle erreicht. a beschreibt eine Spannungsüberwachung (hat das MSR nicht), c ist falsch (das Anlaufen verhindert es nicht), d ebenfalls (das MSR misst keine Spannungen).
5. Auslöseklassen
Wie schnell ein Bimetallschutz auslöst, hängt von der Stromhöhe ab — das ist klar. Aber wie viel ist „schnell“ und wie viel „träge“? Das normt die ÖNORM EN 60947-4-1 mit den Auslöseklassen. Die geläufigsten sind Klasse 10A, Klasse 10, Klasse 20 und Klasse 30.
Die Zahl gibt grob die maximale Auslösezeit in Sekunden an, wenn das Gerät kalt startet und vom 7,2-fachen des Einstellstroms durchflossen wird. Klasse 10 muss demnach in spätestens 10 Sekunden trennen, Klasse 20 in spätestens 20 Sekunden, Klasse 30 in spätestens 30 Sekunden. Klasse 10A ist die schnellste Variante (etwas schneller als Klasse 10) und für besonders empfindliche Motoren gedacht.
Die Wahl hängt vom Anlaufverhalten ab. Ein Motor mit kurzem, einfachem Hochlauf — Pumpe, Lüfter mit kleinem Massenträgheitsmoment — fährt in wenigen Sekunden auf Nenndrehzahl. Hier passt Klasse 10, oft die Standardwahl. Ein Motor mit großer Schwungmasse oder hohem Anlaufmoment — Förderband mit Last, große Zentrifuge, Kreissägeblatt mit Schwungrad — braucht länger zum Hochfahren, eventuell 15 oder 20 Sekunden. Mit Klasse 10 würde das Relais beim Anlauf bereits auslösen. Hier kommt Klasse 20 oder Klasse 30 zum Einsatz.
Es gilt der einfache Grundsatz: Je länger der zulässige Anlauf, desto höhere die Klasse — aber desto langsamer auch der Schutz im Überlastfall. Die Klasse ist also immer ein Kompromiss zwischen „Anlauf darf nicht stören“ und „Überlast darf nicht zu lange schaden“.
Was bedeutet die Zahl bei der Auslöseklasse, z.B. „Klasse 10″?
- a) Die Anzahl der Strompfade
- b) Den Einstellstrom in Ampere
- c) Den minimal zulässigen Nennstrom des Motors
- d) Die maximale Auslösezeit in Sekunden bei kaltem Start und 7,2-fachem Einstellstrom
Richtig: d)
Genau diese Definition kommt aus der ÖNORM EN 60947-4-1. a, b, c sind Erfindungen.
Welche Auslöseklasse wählt man für einen Motor mit hoher Hochlaufzeit, etwa 15 Sekunden?
- a) Klasse 10A
- b) Klasse 20 oder Klasse 30
- c) Klasse 10
- d) Eine möglichst genaue niedrige Klasse, damit der Schutz schnell auslöst
Richtig: b)
Bei 15 Sekunden Hochlauf würde Klasse 10 schon beim Start auslösen. Daher höhere Klasse, um den Anlauf nicht zu stören. a (10A) ist noch schneller als 10 — schlechter geeignet. d ist sachlich genau verkehrt herum.
6. Einstellen und Auswählen in der Praxis
Den Einstellstrom liefert das Typenschild: dort steht der Bemessungsstrom (auch Nennstrom genannt) für die jeweilige Schaltungsart, also einer für Stern, einer für Dreieck — und meist auch jeweils für die Spannung 400 V und 230 V. Bei einer reinen Direkteinschaltung (DOL) im Dreieck wird der Dreieck-Wert genommen, bei Sternbetrieb der Stern-Wert.
Der entscheidende Punkt ist nicht der Motor, sondern wo der Schutz in der Schaltung sitzt:
- In der Netzzuleitung vor dem Klemmenbrett — also so, dass der Außenleiterstrom hindurchfließt. Hier muss der Einstellwert direkt dem Motornennstrom entsprechen.
- Im Strang einer Stern-Dreieck-Schaltung — also nach dem Sternpunkt-/Dreieck-Schütz, sodass nur der Strangstrom fließt. Hier ist der Einstellwert kleiner, weil im Strang nur 1/√3 ≈ 0,58 des Außenleiterstroms fließt.
Die zugehörige Formel lautet:
I_einst,Strang = I_N / √3 = 0,58 · I_N
- I_einst,Netz = I_N
- I_einst … Einstellwert am Motorschutz in A
- I_N … Motornennstrom (Außenleiterstrom) in A
Wer den Schutz im Strang einbaut und ihn versehentlich auf den vollen Außenleiterstrom einstellt, schützt den Motor faktisch nicht mehr — der Schutz löst erst aus, wenn im Strang bereits das 1,73-fache des Nennstroms fließt, also bei einer realen Überlast von rund 70 Prozent über Nennlast. Im umgekehrten Fall — Schutz in der Netzzuleitung, aber Einstellung auf den Strangstrom — löst das Gerät dauernd beim normalen Betrieb aus.
Auf dem MSS oder MSR steht ein Einstellbereich — beispielsweise „6 bis 10 A“. Innerhalb dieses Bereichs lässt sich der Strom mit einem Drehknopf stufenlos einstellen. Liegt der berechnete Einstellwert außerhalb, ist das falsche Gerät verbaut — es muss eines mit passendem Bereich besorgt werden.
Gelöstes Beispiel
Ein Drehstrom-Asynchronmotor 11 kW hat laut Typenschild einen Nennstrom (Außenleiterstrom) von 22 A. Er wird mit Stern-Dreieck-Anlauf betrieben, das Motorschutzrelais sitzt im Strang. Auf welchen Wert wird das MSR eingestellt?
Gegeben:
- I_N = 22 A (Außenleiterstrom)
- Einbau im Strang (Stern-Dreieck)
Gesucht: I_einst in A
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Faktor wählen: Beim Einbau im Strang fließt nur der Strangstrom, der gegenüber dem Außenleiterstrom um den Faktor 1/√3 ≈ 0,58 kleiner ist.
- Schritt 2 — Einstellwert berechnen: I_einst = I_N · 0,58 → I_einst = 22 A · 0,58 → I_einst = 12,76 A
Ergebnis: I_einst ≈ 12,8 A. Ein MSR mit Einstellbereich 9–14 A passt.
Übungen
Ein Motor mit Nennstrom 5 A wird in der Netzzuleitung mit einem Motorschutzschalter abgesichert. Auf welchen Wert wird der MSS eingestellt?
Lösung: I_einst = 5,0 A.
Berechne den Einstellwert eines Motorschutzrelais, das im Strang einer Stern-Dreieck-Schaltung eines Motors mit I_N = 16 A sitzt.
Lösung: I_einst = 16 · 0,58 ≈ 9,28 A.
Ein 4-kW-Motor hat laut Typenschild I_N = 8,5 A. Das MSR ist im Strang verbaut. Bestimme den Einstellwert.
Lösung: I_einst = 8,5 · 0,58 ≈ 4,93 A.
Ein Motorschutzschalter sitzt in der Netzzuleitung vor einem Motor mit Nennstrom 25 A. Welcher Einstellwert ist korrekt, und auf welchen Wert dürfte er auf keinen Fall versehentlich eingestellt werden?
Lösung: Korrekt: I_einst = 25 A. Falsch wäre der Strangstrom-Wert von 25 · 0,58 ≈ 14,5 A — der MSS würde dauernd auslösen.
Ein 22-kW-Motor hat I_N = 42 A. Er wird mit Stern-Dreieck-Anlauf betrieben, das MSR sitzt im Strang. Welcher Einstellwert ist nötig, und welcher Einstellbereich am MSR ist nötig (typische Bereiche: 17–22 A, 22–28 A, 25–32 A)?
Lösung: I_einst = 42 · 0,58 ≈ 24,36 A. Passender Bereich: 22–28 A oder 25–32 A.
Ein Motorschutzschalter sitzt direkt in der Netzzuleitung vor einem Drehstrommotor mit DOL-Anlauf und Nennstrom 18 A. Auf welchen Wert wird er eingestellt?
- a) 18 A
- b) 31,2 A
- c) 10,4 A
- d) 9 A
Richtig: a)
In der Netzzuleitung fließt der volle Außenleiterstrom durch den Schutz, also wird auf den Motornennstrom 18 A eingestellt. c (≈ 18 · 0,58) wäre der Wert für Einbau im Strang einer Y/Δ-Schaltung, b und d sind willkürliche Werte ohne Bezug.
Welcher Faktor ist beim Einstellwert eines Motorschutzes anzuwenden, der im Strang einer Stern-Dreieck-Schaltung verbaut ist?
- a) 1,73
- b) 1,0
- c) 0,33
- d) 0,58
Richtig: d)
Im Strang fließt nur 1/√3 ≈ 0,58 des Außenleiterstroms. 1,73 ist der Kehrwert (√3) und gilt umgekehrt für die Hochrechnung vom Strangstrom auf den Außenleiterstrom. b und c sind falsch.
Ein Motor mit hoher Schwungmasse und langer Hochlaufzeit löst bei jedem Anlauf das Motorschutzrelais mit Klasse 10 aus. Welche Maßnahme ist sinnvoll?
- a) Den Einstellstrom verdoppeln
- b) Das MSR durch einen Leitungsschutzschalter ersetzen
- c) Ein Modell der Klasse 20 oder 30 einsetzen, Einstellstrom auf I_N belassen
- d) Auf ein MSR umsteigen, das in den Strang verbaut wird, und den Einstellstrom halbieren
Richtig: c)
Höhere Auslöseklasse heißt: längere zulässige Auslösezeit beim 7,2-fachen Strom — der Anlauf passt durch, der Überlastschutz bleibt sinnvoll. a (Einstellstrom erhöhen) würde den Schutz im normalen Betrieb wirkungslos machen, b ist falsch (LS schützt den Motor nicht zuverlässig), d vermischt zwei unabhängige Dinge ohne fachlichen Bezug.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Ein Drehstrom-Asynchronmotor mit Nennstrom 30 A wird mit Stern-Dreieck-Anlauf betrieben. Das Motorschutzrelais ist im Strang verbaut. Berechne den Einstellwert.
Gegeben:
- I_N = 30 A
- Einbau im Strang
Gesucht: I_einst in A
Lösungsweg:
- I_einst = I_N / √3 = 30 / 1,732 ≈ 17,32 A
- oder gleichwertig: I_einst = 30 · 0,58 = 17,4 A
Ergebnis: I_einst ≈ 17,3 A.
Aufgabe 2: Ein 7,5-kW-Motor hat laut Typenschild I_N = 15,5 A. Er wird direkt am Netz eingeschaltet (DOL), der Motorschutzschalter sitzt in der Netzzuleitung vor dem Klemmenbrett. Bestimme den Einstellwert. Welcher Einstellbereich am MSS passt: 13–18 A oder 9–14 A?
Gegeben:
- I_N = 15,5 A
- DOL, Einbau in Netzzuleitung
Gesucht: I_einst in A, passender Bereich
Lösungsweg:
- Bei Einbau in der Netzzuleitung wird auf den vollen Nennstrom eingestellt.
- I_einst = I_N = 15,5 A
Ergebnis: I_einst = 15,5 A. Passender Bereich: 13–18 A.
Ein Motor läuft mit Stern-Dreieck-Anlauf. Wo im Stromlaufplan sollte das Motorschutzrelais idealerweise sitzen, damit es im Strang misst?
- a) Direkt nach dem Hauptschalter
- b) Zwischen Motor-Klemmenbrett und Stern- bzw. Dreieck-Schütz, also in der Wicklungs-Zuleitung
- c) Im Steuerstromkreis parallel zur Schützspule
- d) Hinter der Sicherung vor dem Hauptschütz
Richtig: b)
Im Strang heißt: zwischen Schütz, das Stern oder Dreieck schaltet, und dem Motor — denn nur dort fließt der Strangstrom. a, d beziehen sich auf den Außenleiterbereich, c ist sachlich unmöglich.
Welche Aussage zum Vergleich Motorschutzschalter und Motorschutzrelais ist korrekt?
- a) Beide Geräte schützen vor Über- und Unterspannung
- b) Beide schalten den Motor bei Auslösung selbst direkt vom Netz
- c) Der MSS vereint Überlast- und Kurzschlussschutz, das MSR schützt nur vor Überlast und braucht eine separate Sicherung
- d) Das MSR ist schneller im Kurzschlussfall
Richtig: c)
c ist die korrekte Funktionsabgrenzung. a (Spannung) und b (selbst schalten — gilt nur für den MSS) sind sachlich falsch. d ist falsch, weil das MSR gar keinen Kurzschlussauslöser hat.
Wofür wird der Hilfskontakt 97–98 am Motorschutzrelais typischerweise verwendet?
- a) Als Lastkontakt zur direkten Motorabschaltung
- b) Als Öffner im Steuerstromkreis vor der Schützspule
- c) Zum manuellen Reset
- d) Als Schließer für Störmeldungen — Meldeleuchte, Hupe, SPS-Eingang
Richtig: d)
97–98 ist ein Schließer, der bei Auslösung schließt — Standard-Anwendung Störmeldung. b beschreibt 95–96 (Öffner), c ist eine Funktion am Gerät selbst (kein Hilfskontakt), a ist sachlich falsch.
Ein Motorschutzrelais löst bei jedem Anlauf eines Bandförderers aus. Der Bandförderer hat eine lange Hochlaufzeit. Welche Maßnahme ist fachlich korrekt?
- a) Eine höhere Sicherung in der Netzzuleitung wählen
- b) Das MSR überbrücken
- c) Den Wahlschalter auf „Auto“ stellen, damit es sich automatisch zurücksetzt
- d) Ein Modell mit höherer Auslöseklasse, z.B. Klasse 20 oder 30, einsetzen
Richtig: d)
Höhere Klasse heißt: längere zulässige Auslösezeit beim 7,2-fachen Strom. Anlauf passt durch, Überlastschutz bleibt sinnvoll. a löst das Problem nicht (Bimetall liegt am MSR, nicht an der Sicherung), b ist gefährlich, c ist gefährlich (Endlosschleife bei realer Überlast).
Was ist der Hauptgrund, warum ein klassischer Leitungsschutzschalter den Motor nicht zuverlässig vor Überlast schützt?
- a) Ein LS hat keine drei Pole
- b) Seine thermische Auslösekennlinie ist auf die Leitung abgestimmt, nicht auf den Motor — und er ist nicht stufenlos einstellbar
- c) Ein LS funktioniert nur in Gleichstromkreisen
- d) Der LS ist generell zu langsam für Motoren
Richtig: b)
Genau der Punkt: andere Auslösekennlinie, keine Feineinstellung. a (LS gibt es auch dreipolig), c (gilt für AC und DC) und d (langsam ist nicht das Hauptproblem) sind unzutreffend.
Welche Aussage zum Bimetallprinzip ist richtig?
- a) Ein einzelner Metallstreifen mit hoher Wärmeleitfähigkeit dehnt sich linear und schaltet bei einer Schwellentemperatur
- b) Zwei verschweißte Metalle mit unterschiedlicher Wärmeausdehnung verbiegen sich bei Erwärmung — diese Bewegung betätigt einen Schaltkontakt
- c) Bimetalle reagieren auf das umgebende Magnetfeld
- d) Das Bimetall verformt sich bei Spannungswechsel im Wechselstromkreis
Richtig: b)
b ist die Lehrbuchdefinition. a beschreibt einen einzelnen Streifen (kein Bimetall), c und d sind sachlich falsch.
Was bedeutet die Phasenausfallempfindlichkeit beim Motorschutzrelais konkret?
- a) Es schaltet ab, sobald eine Sicherung defekt ist
- b) Es misst die Spannung in allen drei Phasen
- c) Bei ungleicher Auslenkung der drei Bimetalle wird ein Differential-Mechanismus aktiviert, der schneller auslöst als bei rein gleichmäßiger Überlast
- d) Es zählt die Anzahl der Anläufe pro Stunde
Richtig: c)
c ist die richtige Beschreibung. a ist eine vereinfachte Folge, nicht der Mechanismus selbst (das MSR misst keinen Spannungs-, sondern den Strompfad). b und d sind sachlich falsch.
Welche Auslöseklasse wäre für eine kleine Umwälzpumpe mit sehr kurzem Hochlauf typisch?
- a) Klasse 30
- b) Klasse 20
- c) Es gibt keine passende Klasse
- d) Klasse 10 oder Klasse 10A
Richtig: d)
Kurzer Anlauf → niedrige Klasse → schneller Schutz im Fehlerfall. a und b sind für lange Anlaufzeiten gedacht, c ist falsch.
Was passiert, wenn ein Motorschutzrelais im Strang einer Stern-Dreieck-Schaltung verbaut ist, aber irrtümlich auf den vollen Nennstrom (Außenleiterstrom) eingestellt wird?
- a) Der Motor ist faktisch ungeschützt, weil das MSR erst bei rund 73 Prozent Überlast auslöst
- b) Der Motor läuft gar nicht erst an
- c) Das MSR löst bei jedem Anlauf aus
- d) Es ist egal, weil der Nennstrom auf dem Typenschild genau dem Wert entspricht
Richtig: a)
a beschreibt den realen Effekt — Schutz nominell vorhanden, praktisch wirkungslos. b und c sind sachlich falsch, d ist der gefährliche Trugschluss, vor dem dieses Kapitel warnt.
Beim Motorschutzschalter ist neben dem stufenlos einstellbaren Bimetallauslöser ein fest eingestellter Magnetauslöser verbaut. Auf welches Vielfache des Einstellstroms reagiert er typischerweise?
- a) 1,3-faches
- b) 3-faches
- c) 13-faches
- d) 100-faches
Richtig: c)
Der Magnetauslöser ist für den Kurzschluss-Bereich ausgelegt, typisch das 13-fache des eingestellten Stroms. 1,3 wäre Überlast-Bereich (b zu nah), 3-fach immer noch zu niedrig, 100-fach unrealistisch.
Glossar
- Motorschutzschalter (MSS)
- Dreipoliges Schaltgerät mit Bimetallauslöser für Überlast und Magnetauslöser für Kurzschluss. Vereint beide Schutzfunktionen in einem Gerät und schaltet den Motor bei Auslösung selbst abschaltet.
- Motorschutzrelais (MSR)
- Auch Bimetallrelais oder thermisches Überlastrelais. Schützt nur vor Überlast, hat selbst keinen Magnetauslöser. Wirkt über Hilfskontakte auf ein Schütz im Steuerstromkreis und benötigt eine separate Sicherung oder einen Leitungsschutzschalter für den Kurzschlussschutz.
- Bimetall
- Streifen aus zwei verschweißten Metallen mit unterschiedlicher Wärmeausdehnung. Verbiegt sich bei Erwärmung und betätigt so einen Schaltkontakt.
- Magnetauslöser
- Elektromagnetischer Schnellauslöser im Motorschutzschalter. Spricht bei sehr hohen Strömen (typisch dem 13-fachen Einstellstrom) innerhalb von Millisekunden an und trennt die Phasen.
- Phasenausfallempfindlichkeit
- Eigenschaft des Motorschutzrelais, bei ungleichmäßiger Auslenkung seiner drei Bimetalle einen Differential-Mechanismus auszulösen. Erkennt einen Phasenausfall schneller als ein rein absoluter Überlastschutz.
- Auslöseklasse
- Klassifizierung nach ÖNORM EN 60947-4-1, die die maximale Auslösezeit bei kaltem Start und 7,2-fachem Einstellstrom angibt. Üblich sind die Klassen 10A, 10, 20 und 30.
- Hilfskontakte 95–96 und 97–98
- Kleine Kontakte am Motorschutzrelais. 95–96 ist ein Öffner für den Steuerstromkreis (in Reihe mit der Schützspule), 97–98 ein Schließer für Störmeldungen.
- Einstellbereich
- Stufenlos einstellbarer Strombereich am Motorschutzschalter oder Motorschutzrelais, z.B. 6–10 A. Innerhalb dieses Bereichs wird über einen Drehknopf der Auslösestrom auf den Motornennstrom (oder den entsprechenden Strangstrom) abgeglichen.
