Dahlandermotor – polumschaltbare mit gemeinsamer Wicklung

Manche Antriebe brauchen zwei Drehzahlen, aber keinen Frequenzumrichter. Klassisches Beispiel: ein Lüfter, der zwischen Normal- und Boostbetrieb umschaltet. Oder eine Säulenbohrmaschine mit einem Grob- und einem Feingang. Genau für solche Fälle gibt es seit den 1930er Jahren die Dahlanderwicklung. Sie holt aus einer einzigen Wicklung pro Strang zwei Drehzahlen im festen Verhältnis 1:2 heraus — durch geschicktes Umschalten der Stromrichtung in den Spulenhälften.

Vorwissen

  • Drehstrom-Asynchronmotor – Aufbau und Funktion
  • Schlupf und M-n-Kennlinie beim ASM
  • Schaltungsarten Stern und Dreieck am Motor

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, warum sich mit einer Dahlanderwicklung genau das Drehzahlverhältnis 1:2 ergibt
  • den Aufbau einer Dahlanderwicklung mit Mittelanzapfung und die sechs Klemmen 1U–1W und 2U–2W zuordnen
  • Dreieck/Doppelstern und Stern/Doppelstern voneinander unterscheiden und je nach Lastart auswählen
  • die Drehfeldumkehr bei der Polumschaltung erklären und durch korrekten Phasentausch verhindern
  • typische Einsatzgebiete und die Grenzen gegenüber Frequenzumrichter und getrennten Wicklungen einschätzen

1. Warum zwei Drehzahlen aus einem Motor?

Die Drehzahl eines Drehstrom-Asynchronmotors hängt an zwei Größen: an der Netzfrequenz und an der Polpaarzahl der Wicklung. Die Synchrondrehzahl, also die Drehzahl des Drehfelds im Ständer, ergibt sich aus:

n_s = f * 60 / p

  • n_s … Synchrondrehzahl in 1/min
  • f ….. Netzfrequenz in Hz
  • p ….. Polpaarzahl

Die Netzfrequenz ist im öffentlichen Netz mit 50 Hz fix. Wer eine andere Drehzahl will, hat klassisch drei Möglichkeiten: einen Frequenzumrichter dazwischenschalten, zwei getrennte Wicklungen mit unterschiedlicher Polpaarzahl im Motor unterbringen — oder die Polpaarzahl ein und derselben Wicklung umschalten. Letzteres ist die Dahlander-Lösung.

Der Reiz ist offensichtlich: Eine Wicklung, ein einfacher Schützsatz, zwei Drehzahlen. Kein Leistungselektronik-Aufwand, kein Tausch des Motors. Der Preis dafür: das Drehzahlverhältnis ist immer genau 1:2, weil die Polpaarzahl durch die Umschaltung exakt halbiert wird. Mehr Stufen oder freie Drehzahlwahl sind damit nicht möglich — dafür gibt es den Frequenzumrichter (eigener Beitrag). Wer zwei freier wählbare Drehzahlverhältnisse braucht, greift zu polumschaltbaren Motoren mit getrennten Wicklungen (eigener Beitrag).

Gelöstes Beispiel

Ein Dahlandermotor wird am 50-Hz-Netz betrieben. In der niedrigen Drehzahlstufe hat er die Polpaarzahl p = 4, in der hohen Stufe p = 2. Welche Synchrondrehzahlen ergeben sich?

Gegeben: f = 50 Hz, p_niedrig = 4, p_hoch = 2

Gesucht: n_s,niedrig und n_s,hoch in 1/min

Lösungsweg:

  1. Synchrondrehzahl niedrige Stufe: n_s = 50 * 60 / 4 = 750 1/min
  2. Synchrondrehzahl hohe Stufe: n_s = 50 * 60 / 2 = 1500 1/min

Ergebnis: 750 1/min und 1500 1/min — exakt das Verhältnis 1:2.

Übungen

Ein Dahlandermotor läuft am 50-Hz-Netz mit p = 1 / p = 2. Bestimme die Synchrondrehzahlen beider Stufen.

3000 1/min und 1500 1/min.

Ein Dahlandermotor läuft am 50-Hz-Netz mit p = 4 / p = 8. Bestimme beide Synchrondrehzahlen.

750 1/min und 375 1/min.

Welche Polpaarzahl-Kombination ergibt bei 50 Hz die Drehzahlen 3000 1/min und 1500 1/min?

p = 1 (hoch) und p = 2 (niedrig).

Ein Motor wird zu Servicezwecken an einem 60-Hz-Inselnetz betrieben. Polpaarzahl-Kombination 2 / 4. Welche Synchrondrehzahlen ergeben sich?

1800 1/min und 900 1/min.

Ein Dahlandermotor mit p = 2 / p = 4 läuft bei 50 Hz unter Last mit einem Schlupf von 4 % in der niedrigen Stufe. Welche tatsächliche Drehzahl stellt sich auf der Welle ein?

n_s,niedrig = 750 1/min, n = 750 · (1 − 0,04) = 720 1/min.

Wovon hängt die Synchrondrehzahl eines Drehstrom-Asynchronmotors direkt ab?

  • a) von Netzfrequenz und Polpaarzahl
  • b) ausschließlich von der Wicklungstemperatur
  • c) von Belastung und Schlupf
  • d) vom Wirkungsgrad

Richtig: a)

n_s = f · 60 / p — nur Frequenz und Polpaarzahl bestimmen die Synchrondrehzahl. Schlupf und Belastung wirken erst auf die tatsächliche Wellendrehzahl, die Wicklungstemperatur ändert vor allem den Wicklungswiderstand.

Welches Drehzahlverhältnis lässt sich mit einer Dahlanderwicklung erreichen?

  • a) jedes beliebige Verhältnis
  • b) 1:1,5
  • c) 1:2
  • d) 1:3

Richtig: c)

Die Polumschaltung bei der Dahlanderwicklung halbiert die Polpaarzahl exakt. Da die Synchrondrehzahl umgekehrt proportional zur Polpaarzahl is, ergibt sich zwangsläufig das Verhältnis 1:2.

Welche Aussage trifft auf den Vergleich Dahlandermotor und Frequenzumrichter zu?

  • a) Beide erlauben stufenlose Drehzahleinstellung
  • b) Der Dahlandermotor ist immer der teurere Lösungsweg
  • c) Beide Lösungen erzeugen identische M-n-Kennlinien
  • d) Der Dahlandermotor erlaubt zwei feste Drehzahlen, der FU stufenlose Einstellung

Richtig: d)

Der Dahlandermotor gibt zwei feste Drehzahlen vor, die sich aus dem Verhältnis 1:2 ergeben. Ein FU bietet stufenlose Drehzahlsteuerung über die gesamte Frequenzbandbreite. Die Kennlinien beider Lösungen sehen entsprechend unterschiedlich aus.

2. Aufbau der Dahlanderwicklung

Eine Dahlanderwicklung hat pro Strang nur eine einzige Wicklung — aber mit einer entscheidenden Besonderheit: Sie ist in der Mitte angezapft. Die Wicklung jedes Strangs besteht aus zwei in Reihe geschalteten Spulenhälften, und genau zwischen diesen beiden Hälften wird ein zusätzlicher Anschluss nach außen geführt. Das ist die Mittelanzapfung.

Pro Strang gibt es deshalb drei Anschlüsse: den Wicklungsanfang, die Mittelanzapfung und das Wicklungsende. Bei drei Strängen ergeben sich sechs Klemmen, die zum Klemmbrett herausgeführt werden — drei für die niedrige Drehzahl, drei für die hohe.

Ein Strang einer Dahlanderwicklung Spulenhälfte 1 1U Wicklungsanfang 2U Mittelanzapfung Spulenhälfte 2 (intern verbunden) Wicklungsende

In der Skizze sind die beiden Spulenhälften eines einzigen Strangs gezeigt. Die Klemmenbezeichnung folgt der Konvention: 1U markiert den Anfang der Wicklung, 2U die Mittelanzapfung. Die übrigen beiden Stränge laufen nach demselben Schema mit den Klemmen 1V, 2V und 1W, 2W. Die Wicklungsenden werden im Motor intern zusammengeschaltet — was außen am Klemmbrett übrig bleibt, sind die sechs Klemmen 1U, 1V, 1W (für die niedrige Drehzahl) und 2U, 2V, 2W (für die hohe Drehzahl).

Wie viele Wicklungen pro Strang hat ein Dahlandermotor?

  • a) zwei getrennte Wicklungen
  • b) eine Wicklung mit Mittelanzapfung
  • c) drei Spulen ohne Verbindung
  • d) sechs einzelne Spulen ohne Anzapfung

Richtig: b)

Genau das ist der Unterschied zur polumschaltbaren ASM mit getrennten Wicklungen: Der Dahlandermotor hat pro Strang nur eine Wicklung, aber in der Mitte angezapft. Genau diese Anzapfung macht die Polumschaltung möglich.

Welche Klemmen liegen am Klemmbrett eines Dahlandermotors?

  • a) 1U, 1V, 1W und 2U, 2V, 2W
  • b) U1, V1, W1 und U2, V2, W2 wie bei einem Standard-ASM
  • c) U, V, W und N, L1, L2
  • d) R, S, T und Mp

Richtig: a)

Die Bezeichnung „1U–1W“ für die Wicklungsanfänge und „2U–2W“ für die Mittelanzapfungen ist Standard und unterscheidet die Klemmen eines Dahlandermotors deutlich vom Klemmbrett eines normalen ASM mit U1/V1/W1 and U2/V2/W2.

Was passiert mit den Wicklungsenden im Inneren des Dahlandermotors?

  • a) Sie sind alle einzeln nach außen geführt
  • b) Sie sind ungenutzt und offen
  • c) Sie sind an den Sternpunkt angeschlossen, der nach außen führt
  • d) Sie sind im Motor intern miteinander verbunden

Richtig: d)

Würden alle Enden zusätzlich nach außen geführt, hätte der Motor zwölf Anschlüsse. Stattdessen werden die Wicklungsenden im Motor zusammengeführt, sodass nach außen genau die sechs Klemmen für Anfänge und Mittelanzapfungen verbleiben.

3. Funktionsprinzip der Polumschaltung

Der eigentliche Trick der Polumschaltung steckt darin, wie der Strom durch die beiden Spulenhälften eines Strangs fließt. Das magnetische Feld einer Spule wird durch die Stromrichtung bestimmt — Stromrichtung umkehren heißt Magnetpol-Lage umkehren. Genau das nutzt die Dahlanderwicklung.

Werden beide Spulenhälften gleichsinnig vom Strom durchflossen — also in dieselbe Richtung — addieren sich ihre magnetischen Wirkungen. Das Ergebnis sind doppelt so viele Pole im Ständer wie bei nur einer Hälfte. Mehr Pole bedeuten höhere Polpaarzahl und damit niedrigere Synchrondrehzahl.

Werden die beiden Spulenhälften dagegen gegensinnig vom Strom durchflossen, entstehen je Strang nur halb so viele Pole. Die Polpaarzahl halbiert sich, die Synchrondrehzahl verdoppelt sich.

Niedrige Drehzahl Spulen gleichsinnig — 4 Pole Spulenhälfte 1 I N S Spulenhälfte 2 I N S → insgesamt 4 Pole pro Strang → Polpaarzahl p = 4 (Beispiel) Hohe Drehzahl Spulen gegensinnig — 2 Pole Spulenhälfte 1 I N Spulenhälfte 2 I S → insgesamt 2 Pole pro Strang → Polpaarzahl p = 2 (Beispiel)

Schaltungstechnisch wird dieser Effekt nicht in der Wicklung selbst erzielt, sondern durch die Beschaltung der sechs Klemmen außen. Werden die drei Mittelanzapfungen offen gelassen und die Spannung an die Wicklungsanfänge gelegt, fließt der Strom in den Hälften so, wie er muss, um die hohe Polpaarzahl zu erzeugen. Werden dagegen die Mittelanzapfungen gemeinsam an die Spannung gelegt und die Anfänge kurzgeschlossen, fließt der Strom in einer Hälfte umgekehrt — die Polpaarzahl halbiert sich.

Genau hier wird auch klar, warum das Verhältnis 1:2 unverrückbar ist: Es entsteht direkt aus der geometrischen Anordnung der Spulenhälften und nicht aus einer wählbaren Übersetzung. Wer ein anderes Drehzahlverhältnis braucht, muss eine andere Lösung wählen.

Wodurch ändert sich bei der Dahlanderschaltung die Polpaarzahl?

  • a) durch Tausch der Wicklungen
  • b) durch Änderung der Stromrichtung in den Spulenhälften
  • c) durch Frequenzwechsel
  • d) durch eine andere Netzspannung

Richtig: b)

Die mechanische Wicklung bleibt unverändert. Geändert wird nur, ob der Strom in beiden Spulenhälften eines Strangs gleich- oder gegensinnig fließt — und genau das verändert die magnetische Polverteilung im Ständer.

Welche Stromrichtungsverteilung in den Spulenhälften erzeugt die niedrige Drehzahl?

  • a) gleichsinniger Strom in beiden Spulenhälften
  • b) gegensinniger Strom in beiden Spulenhälften
  • c) Strom nur in einer Spulenhälfte
  • d) Stromrichtung wechselt sekündlich

Richtig: a)

Gleichsinniger Strom addiert die magnetischen Wirkungen der beiden Spulenhälften. Das ergibt mehr Pole pro Strang, eine höhere Polpaarzahl und damit die niedrige Drehzahl.

Warum ist das Drehzahlverhältnis bei der Dahlanderwicklung immer 1:2?

  • a) weil die Netzfrequenz halbiert wird
  • b) because der Schlupf verdoppelt wird
  • c) weil die Polpaarzahl durch die Wicklungsanordnung exakt halbiert oder verdoppelt wird
  • d) weil die Wicklung doppelt gewickelt ist

Richtig: c)

Die Anordnung der Spulenhälften erzwingt rein geometrisch das Verhältnis 1:2 der Polpaarzahlen. Da die Synchrondrehzahl umgekehrt proportional zur Polpaarzahl ist, ergibt sich daraus zwingend das Drehzahlverhältnis 1:2 — und nichts anderes.

4. Schaltungsarten: Dreieck/Doppelstern und Stern/Doppelstern

Damit der Strom in den Spulenhälften je nach gewünschter Drehzahl unterschiedlich fließt, muss von außen jeweils anders verschaltet werden. In der Praxis haben sich zwei Schaltungsvarianten durchgesetzt — sie unterscheiden sich darin, wie der Motor in der niedrigen Drehzahlstufe verschaltet ist. In der hohen Drehzahlstufe ist die Schaltung in beiden Fällen identisch: ein sogenannter Doppelstern (YY).

Schaltungsvarianten beim Dahlandermotor Dreieck (Δ) niedrige Stufe bei Δ/YY L1 L2 L3 Stern (Y) niedrige Stufe bei Y/YY L1 L2 L3 Sternpunkt Doppelstern (YY) hohe Stufe — immer 1U 1V 1W extern kurzgeschlossen L1 L2 L3 2U 2V 2W interner Sternpunkt

Welche der beiden Varianten zum Einsatz kommt, entscheidet die Lastart:

Bei der Dreieck/Doppelstern-Schaltung (Δ/YY) ist die abgegebene Wellenleistung in beiden Drehzahlstufen näherungsweise gleich. In der niedrigen Stufe (Δ) wird ein höheres Drehmoment bei niedrigerer Drehzahl geliefert, in der hohen Stufe (YY) wird das Drehmoment kleiner, dafür verdoppelt sich die Drehzahl — das Produkt aus beidem, also die Leistung, bleibt nahezu konstant. Das ist die typische Wahl für Werkzeugmaschinen, bei denen unabhängig von der Drehzahl annähernd die gleiche Leistung verfügbar sein soll.

Bei der Stern/Doppelstern-Schaltung (Y/YY) ist dagegen das Drehmoment in beiden Stufen näherungsweise gleich. Da sich die Drehzahl in der hohen Stufe verdoppelt, verdoppelt sich auch die abgegebene Leistung. Diese Variante passt zu Maschinen, deren Lastmoment sich mit der Drehzahl nicht stark ändert oder sogar überproportional zunimmt — vor allem Lüfter und Kreiselpumpen, deren Lastmoment etwa quadratisch mit der Drehzahl steigt.

Die ungefähren Verhältnisse lassen sich kompakt zusammenfassen:

Δ / YY: P_niedrig ≈ P_hoch (konstante Leistung)

Y / YY: M_niedrig ≈ M_hoch (konstantes Drehmoment)

  • P_hoch ≈ 2 · P_niedrig

In beiden Fällen liefert die hohe Drehzahlstufe immer eine Doppelsternschaltung. Der Unterschied liegt allein darin, wie die niedrige Stufe verschaltet ist.

Gelöstes Beispiel

Ein Dahlandermotor in Stern/Doppelstern-Schaltung leistet in der niedrigen Stufe (Y) 4 kW bei 750 1/min. Mit welcher Leistung ist in der hohen Stufe (YY) bei 1500 1/min näherungsweise zu rechnen?

Gegeben: P_Y = 4 kW, n_Y = 750 1/min, n_YY = 1500 1/min, Schaltung: Y / YY → M ≈ konstant

Gesucht: P_YY in kW

Lösungsweg:

  1. Drehmoment in der niedrigen Stufe: Aus P = M · 2π · n / 60 folgt M = P · 60 / (2π · n). M_Y = 4000 · 60 / (2 · π · 750) ≈ 50,9 Nm
  2. Leistung in der hohen Stufe (Drehmoment annähernd konstant): P_YY = M · 2π · n_YY / 60 ≈ 50,9 · 2 · π · 1500 / 60 ≈ 8 000 W

Ergebnis: ca. 8 kW — die Leistung verdoppelt sich bei verdoppelter Drehzahl und konstantem Drehmoment.

Übungen

Ein Dahlandermotor in Stern/Doppelstern-Schaltung leistet in der niedrigen Stufe 2,2 kW. Näherungsweise zu erwartende Leistung in der hohen Stufe?

ca. 4,4 kW.

Ein Dahlandermotor in Dreieck/Doppelstern-Schaltung leistet in der niedrigen Stufe 7,5 kW. Näherungsweise zu erwartende Leistung in der hohen Stufe?

ca. 7,5 kW — die Leistung bleibt nahezu konstant.

Bei einer Y/YY-Schaltung mit n_Y = 750 1/min und einem konstanten Drehmoment von 25 Nm: Wie groß ist die Wellenleistung in der niedrigen Stufe?

P = 25 · 2π · 750 / 60 ≈ 1 963 W ≈ 2 kW.

Ein Lüfter mit Y/YY-Antrieb leistet in der hohen Stufe (YY) 11 kW. Welche Leistung ist in der niedrigen Stufe (Y) näherungsweise zu erwarten?

ca. 5,5 kW — halbe Drehzahl bei konstantem Drehmoment.

Für welche Lastart eignet sich die Δ/YY-Schaltung, für welche die Y/YY-Schaltung? Begründe.

Δ/YY für Lasten mit über die Drehzahl annähernd konstanter Leistung, etwa Werkzeugmaschinen. Y/YY für Lasten mit konstantem oder stark mit der Drehzahl steigendem Lastmoment, etwa Lüfter und Kreiselpumpen, deren Lastmoment quadratisch mit der Drehzahl wächst.

Welche Schaltung wird typischerweise für Lüfter und Pumpen mit Dahlandermotor gewählt?

  • a) Stern/Doppelstern
  • b) Dreieck/Doppelstern
  • c) Stern/Dreieck
  • d) Doppelstern/Dreieck

Richtig: a)

Bei Lüftern und Kreiselpumpen steigt das Lastmoment mit der Drehzahl. Die Y/YY-Schaltung liefert in beiden Stufen näherungsweise konstantes Drehmoment, dabei verdoppelt sich die Leistung in der hohen Stufe — passend zur quadratischen Lastkennlinie dieser Verbraucher.

Wie verändert sich die Wellenleistung bei einem Dahlandermotor in Δ/YY-Schaltung beim Umschalten in die hohe Stufe?

  • a) sie verdoppelt sich
  • b) sie halbiert sich
  • c) sie bleibt näherungsweise gleich
  • d) sie wird null

Richtig: c)

Die Δ/YY-Schaltung ist gerade so ausgelegt, dass sich Drehmoment und Drehzahl gegenläufig so ändern, dass das Produkt — also die Leistung — näherungsweise konstant bleibt.

Welche Schaltung ist in der hohen Drehzahlstufe bei einem Dahlandermotor immer aktiv?

  • a) Dreieck
  • b) Stern
  • c) Sternpunkt offen
  • d) Doppelstern

Richtig: d)

Egal ob die niedrige Stufe als Stern oder Dreieck verschaltet ist — die hohe Stufe ist immer ein Doppelstern, weil nur diese Schaltung die gegensinnige Stromrichtung in den Spulenhälften erzeugt, die für die halbierte Polpaarzahl nötig ist.

5. Klemmbrett, Anschluss und Drehrichtung

Das Klemmbrett eines Dahlandermotors hat sechs Klemmen, angeordnet in zwei Reihen zu je drei. Oben liegen die Wicklungsanfänge 1U, 1V und 1W; unten die Mittelanzapfungen 2U, 2V und 2W. Auf diesem Klemmbrett werden — je nach gewünschter Drehzahlstufe — die Netzleiter angeschlossen und bestimmte Klemmen miteinander verbrückt.

Klemmbrett Dahlandermotor 1U 1V 1W 2U 2V 2W Wicklungsanfänge Mittelanzapfungen Netz an obere Reihe oder untere Reihe — je nach Drehzahlstufe Bei hoher Drehzahl: nicht aktive Klemmenreihe kurzgeschlossen / gebrückt

Schematisch lassen sich die beiden Drehzahlstufen so darstellen:

  • Niedrige Drehzahl: Netz an 1U, 1V, 1W. Die Klemmen 2U, 2V, 2W bleiben unbeschaltet (offen).
  • Hohe Drehzahl: Netz an 2U, 2V, 2W. Die Klemmen 1U, 1V, 1W werden miteinander verbunden — dadurch entsteht der zweite Sternpunkt der YY-Schaltung.

Die konkrete Umsetzung mit den nötigen Schützen, Verriegelungen und Tastern wird im eigenen Beitrag zur Dahlander-Schützsteuerung behandelt.

Beim Umschalten zwischen den beiden Stufen gibt es einen point, der oft unterschätzt wird: die Drehrichtung kippt. Das passiert nicht zufällig, sondern hat einen klaren Grund.

Durch das Umschalten der Stromrichtung in den Spulenhälften verändert sich auch die räumliche Phasenfolge der einzelnen Strangfelder im Ständer. Was vorher als Drehfeld in eine Richtung lief, läuft jetzt — wenn man nichts dagegen tut — in die andere. Daher wird in der Praxis beim Schalten in die hohe Drehzahlstufe regelmäßig in der Zuleitung zwei Phasen vertauscht. Üblich ist das am Schütz für den Doppelstern: dort werden L1 and L2 vertauscht, sodass die Drehfeldrichtung trotz veränderter innerer Stromverteilung erhalten bleibt und der Motor in derselben Richtung weiterdreht.

Das ist keine Sonderoption für besonders ordentliche Anlagen — es ist Standard. Wer den Phasentausch beim Hochschalten vergisst, bekommt einen Motor, der in der niedrigen Stufe links und in der hohen Stufe rechts dreht (oder umgekehrt). Bei einem Lüfter mag das noch verzeihlich sein — bei einer Werkzeugmaschine oder einem Aufzug ist es ein Sicherheitsproblem.

Wie viele Klemmen hat das Klemmbrett eines Dahlandermotors üblicherweise?

  • a) drei
  • b) vier
  • c) sechs
  • d) neun

Richtig: c)

Pro Strang werden drei Anschlüsse benötigt: Wicklungsanfang und Mittelanzapfung — Wicklungsende ist im Motor intern verbunden. Bei drei Strängen ergeben sich sechs Klemmen.

Was passiert mit den Klemmen 1U, 1V, 1W in der hohen Drehzahlstufe?

  • a) sie bleiben offen
  • b) sie werden an das Netz gelegt
  • c) sie werden über Widerstände gegen Erde geschaltet
  • d) sie werden miteinander verbunden

Richtig: d)

In der hohen Stufe (Doppelstern) wird das Netz an die Mittelanzapfungen 2U–2W gelegt. Die Wicklungsanfänge 1U–1W werden gemeinsam kurzgeschlossen und bilden so den zweiten Sternpunkt der YY-Schaltung.

Warum müssen beim Umschalten zwischen den Drehzahlstufen zwei Netzphasen getauscht werden?

  • a) weil sich sonst durch die innere Stromumkehr die Drehrichtung des Drehfelds umkehrt
  • b) damit die Wicklung nicht überlastet wird
  • c) damit der Schlupf konstant bleibt
  • d) damit der Sternpunkt erhalten bleibt

Richtig: a)

Die Polumschaltung verändert die Stromrichtung in den Spulenhälften und damit die räumliche Reihenfolge der Strangfelder. Ohne Gegenmaßnahme kippt die Drehfeldrichtung. Der Tausch von zwei Phasen am Doppelstern-Schütz gleicht das aus und hält die mechanische Drehrichtung konstant.

6. Einsatzgebiete, Vorteile und Grenzen

Dahlandermotoren sind eine alte, ausgereifte und in vielen Anlagen bewährte Technik. Sie sind kompakter und günstiger als polumschaltbare Motoren mit zwei getrennten Wicklungen, weil nur eine Wicklung pro Strang nötig ist. Und sie kommen mit einem klassischen Schützsatz aus — keine Leistungselektronik, keine EMV-Filter, kein Inbetriebnahme-Aufwand wie beim Frequenzumrichter.

Typische Einsatzgebiete:

  • Lüfter und Absauganlagen mit zwei Lüftungsstufen, etwa Hallenlüfter oder Küchenabzüge in Großküchen.
  • Pumpen mit Schnell- und Schleichgang, beispielsweise Förderpumpen für Reinigungsanlagen.
  • Werkzeugmaschinen wie Säulenbohrer oder einfache Drehmaschinen mit zwei Bearbeitungsdrehzahlen.
  • Aufzüge und Hebezeuge mit Hauptdrehzahl und Schleichgang zum exakten Anhalten an der Etage.

Die Grenzen sind genauso klar:

  • Es gibt nur zwei Drehzahlen, nicht mehr, nicht weniger.
  • Das Verhältnis ist immer 1:2, nicht wählbar.
  • Die Schaltung funktioniert nur mit Drehstrom-Käfigläufern. Für Schleifringläufer ist sie ungeeignet, weil die Läuferwicklung mitumgeschaltet werden müsste.
  • Die Drehzahlauswahl ist nicht stufenlos — wer eine Last fein regeln möchte, kommt um den Frequenzumrichter nicht herum.

In modernen Neuanlagen wird der Dahlandermotor zunehmend vom Frequenzumrichter verdrängt, weil der FU stufenlose Regelung, sanftes Anfahren und Energieersparnis bei Teillast bietet. In Bestandsanlagen ist der Dahlandermotor aber weiterhin häufig anzutreffen — und in einfachen Anwendungen mit klar getrennten Drehzahlstufen ist er bis heute eine robuste und wartungsarme Lösung.

In der Praxis: Bei einer alten Säulenbohrmaschine in einer Lehrwerkstätte ist der Dahlandermotor oft die einzige bewegliche Drehzahleinstellung — mit zwei Tastern „langsam“ und „schnell“ am Bedienpult. Mehr braucht es bei einem Bohrer für Holz und einfaches Metall in der Regel nicht. Sobald aber ein zusätzlicher Gewindeschneid- oder Reibarbeits-Modus dazukommt, der dritte oder vierte Drehzahl verlangt, stößt die Dahlandertechnik an ihre Grenze — und es kommt ein Frequenzumrichter zum Einsatz.

Welche Aussage trifft auf die Drehzahlmöglichkeiten eines Dahlandermotors zu?

  • a) drei oder vier Drehzahlen je nach Schaltung
  • b) genau zwei Drehzahlen im Verhältnis 1:2
  • c) eine stufenlose Drehzahleinstellung
  • d) eine variable Anzahl je nach Polpaarzahl

Richtig: b)

Die geometrische Anordnung der Dahlanderwicklung erlaubt genau zwei Drehzahlen mit festem Verhältnis 1:2. Mehr Stufen oder eine andere Übersetzung sind mit dieser Wicklung nicht möglich.

In welcher Anwendung wird heute meist statt eines Dahlandermotors ein Frequenzumrichter eingesetzt?

  • a) sehr einfache Hallenlüfter
  • b) Anlagen mit harten Anlaufstößen
  • c) Anwendungen mit nur einer Drehzahl
  • d) Anwendungen, die stufenlose Drehzahlregelung benötigen

Richtig: d)

Der FU bietet stufenlose Regelung, der Dahlandermotor nur zwei feste Stufen. Sobald die Anwendung eine variable Drehzahl, sanftes Anfahren oder Energieersparnis bei Teillast verlangt, ist der FU im Vorteil.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Dahlandermotor wird am 50-Hz-Netz betrieben. Die Polpaarzahl-Kombination ist 1 / 2.

Gegeben: f = 50 Hz, p_hoch = 1, p_niedrig = 2

Gesucht: beide Synchrondrehzahlen

Lösungsweg:

  1. n_s,hoch = 50 · 60 / 1 = 3000 1/min
  2. n_s,niedrig = 50 · 60 / 2 = 1500 1/min

Ergebnis: 3000 1/min und 1500 1/min.

Aufgabe 2: Ein Dahlandermotor in Δ/YY-Schaltung leistet in der niedrigen Stufe 5,5 kW. Welche Wellenleistung ist in der hohen Stufe näherungsweise zu erwarten?

Gegeben: P_Δ = 5,5 kW, Schaltung Δ/YY

Gesucht: P_YY in kW

Lösungsweg:

  1. Bei Δ/YY bleibt die Leistung näherungsweise konstant über beide Stufen.

Ergebnis: ca. 5,5 kW.

Aufgabe 3: Ein Lüfter wird von einem Dahlandermotor in Y/YY-Schaltung angetrieben. In der niedrigen Stufe leistet er 3 kW bei 720 1/min Wellendrehzahl. Welche Leistung ist in der hohen Stufe näherungsweise zu erwarten, wenn die Wellendrehzahl 1440 1/min beträgt?

Gegeben: P_Y = 3 kW, n_Y = 720 1/min, n_YY = 1440 1/min, Schaltung Y/YY

Gesucht: P_YY in kW

Lösungsweg:

  1. Bei Y/YY ist das Drehmoment näherungsweise konstant. Bei verdoppelter Drehzahl verdoppelt sich die Leistung.

Ergebnis: ca. 6 kW.

Welche der folgenden Eigenschaften ist KEIN Merkmal eines Dahlandermotors?

  • a) gemeinsame Wicklung pro Strang mit Mittelanzapfung
  • b) festes Drehzahlverhältnis 1:2
  • c) Wicklung pro Strang vollständig getrennt für jede Drehzahlstufe
  • d) sechs Klemmen am Klemmbrett

Richtig: c)

Erklärung: Die Beschreibung in c) trifft auf polumschaltbare Motoren mit getrennten Wicklungen zu, nicht auf den Dahlandermotor. Genau die gemeinsame Wicklung mit Mittelanzapfung ist sein definierendes Merkmal.

Welche Schaltungskombination wird eingesetzt, um über beide Drehzahlstufen näherungsweise konstantes Drehmoment zu erhalten?

  • a) Δ/YY
  • b) Y/YY
  • c) Δ/Y
  • d) Y/Δ

Richtig: b)

Erklärung: Bei Y/YY ist das Drehmoment in beiden Stufen näherungsweise gleich, die Leistung verdoppelt sich entsprechend der Drehzahl. Δ/YY hält stattdessen die Leistung konstant.

Ein Dahlandermotor läuft am 50-Hz-Netz mit den Synchrondrehzahlen 1500 und 750 1/min. Welche Polpaarzahlen liegen vor?

  • a) p = 2 und p = 4
  • b) p = 1 und p = 2
  • c) p = 4 und p = 8
  • d) p = 3 und p = 6

Richtig: a)

Erklärung: 50 · 60 / 2 = 1500 1/min und 50 · 60 / 4 = 750 1/min. Die Kombination p = 2 / p = 4 ergibt also genau die gefragten Drehzahlen.

Warum muss beim Umschalten von niedriger auf hohe Drehzahl die Phasenfolge in der Zuleitung getauscht werden?

  • a) damit der Strom konstant bleibt
  • b) damit der Motorschutz korrekt auslöst
  • c) damit der Motor schneller hochläuft
  • d) damit die innere Stromumkehr nicht zur Umkehr der Drehrichtung führt

Richtig: d)

Erklärung: Die Polumschaltung verändert die Stromrichtung in den Spulenhälften. Das verändert auch die räumliche Phasenfolge der Strangfelder, sodass das Drehfeld die Richtung umkehrt. Durch Tausch zweier Phasen in der Zuleitung wird diese Umkehr ausgeglichen.

Welche Wicklungsart ist im Stator eines Dahlandermotors verbaut?

  • a) eine Wicklung pro Strang mit nach außen geführter Mittelanzapfung
  • b) zwei vollständig getrennte Wicklungen pro Strang
  • c) eine durchgehende Wicklung ohne Anzapfungen
  • d) drei einzelne Wicklungen pro Strang

Richtig: a)

Erklärung: Genau diese Mittelanzapfung — Übergang zwischen den beiden Spulenhälften — ist das entscheidende konstruktive Merkmal, das die Polumschaltung mit nur einer Wicklung pro Strang ermöglicht.

Welche Anwendung passt am besten zur Δ/YY-Schaltung?

  • a) ein Kreiselpumpenantrieb
  • b) eine einfache Säulenbohrmaschine mit zwei Bearbeitungsdrehzahlen
  • c) ein Hallenlüfter mit Normal- und Boostbetrieb
  • d) eine Klimaanlage mit stufenloser Regelung

Richtig: b)

Erklärung: Werkzeugmaschinen profitieren von annähernd konstanter Leistung über beide Drehzahlen — genau das liefert Δ/YY. Lüfter und Pumpen sind dagegen typische Y/YY-Anwendungen, eine stufenlos geregelte Klimaanlage gehört zum FU.

Welche Aussage zur hohen Drehzahlstufe eines Dahlandermotors stimmt?

  • a) sie ist immer in Dreieck geschaltet
  • b) sie ist immer in Stern geschaltet
  • c) sie ist immer in Doppelstern geschaltet
  • d) sie hängt von der Last ab

Richtig: c)

Erklärung: In der hohen Stufe wird immer der Doppelstern verwendet — er erzwingt die gegensinnige Stromrichtung in den Spulenhälften und damit die halbierte Polpaarzahl. Die niedrige Stufe wechselt je nach Anwendung zwischen Stern oder Dreieck.

Wofür eignet sich ein Dahlandermotor nicht?

  • a) Hallenlüfter mit zwei Stufen
  • b) Säulenbohrmaschine mit Grob- und Feingang
  • c) Aufzug mit Hauptdrehzahl und Schleichgang
  • d) stufenlos drehzahlgeregelter Förderbandantrieb

Richtig: d)

Erklärung: Stufenlose Drehzahlregelung kann der Dahlandermotor prinzipbedingt nicht — er liefert nur zwei Stufen im festen Verhältnis 1:2. Für stufenlose Regelung ist der Frequenzumrichter das Mittel der Wahl.

Welcher Vorteil bleibt einem Dahlandermotor gegenüber einer polumschaltbaren Maschine mit getrennten Wicklungen?

  • a) er hat mehr Drehzahlstufen
  • b) er ist kompakter und günstiger gebaut
  • c) er erlaubt freie Verhältnisse der Drehzahlen
  • d) er benötigt keinen Schützsatz

Richtig: b)

Erklärung: Nur eine Wicklung pro Strang mit Mittelanzapfung statt zweier separater Wicklungen — das spart Bauraum, Material und Gewicht. Die Anzahl der Drehzahlstufen bleibt bei beiden gleich (zwei), aber die getrennten Wicklungen erlauben dafür freier wählbare Drehzahlverhältnisse.

Welche der folgenden Anwendungen passt typischerweise zur Y/YY-Schaltung?

  • a) eine Drehmaschine mit konstanter Schnittleistung
  • b) ein Aufzug mit Hauptdrehzahl und Schleichgang
  • c) ein Bohrwerk mit gleichbleibender Bearbeitungsleistung
  • d) ein Hallenlüfter mit niedriger Grund- und hoher Boostdrehzahl

Richtig: d)

Erklärung: Lüfter haben ein Lastmoment, das ungefähr quadratisch mit der Drehzahl steigt — die Leistung wächst kubisch. Die Y/YY-Schaltung liefert annähernd konstantes Drehmoment und damit verdoppelte Leistung bei verdoppelter Drehzahl. Drehmaschinen und Bohrwerke arbeiten bevorzugt mit konstanter Leistung (Δ/YY). Aufzüge fahren in der Schleichgangstufe mit deutlich reduzierter Leistung — das spricht zwar oft auch für Y/YY, klassische Antriebslösung ist hier aber häufig Δ/YY oder zwei getrennte Wicklungen.

Welches Drehzahlverhältnis ist mit einer einzigen Dahlanderwicklung NICHT möglich?

  • a) 750 1/min : 2250 1/min
  • b) 1500 1/min : 3000 1/min
  • c) 750 1/min : 1500 1/min
  • d) 375 1/min : 750 1/min

Richtig: a)

Erklärung: Drei mal so schnell entspräche einem Verhältnis 1:3. Die Dahlanderwicklung liefert prinzipbedingt nur 1:2. Die anderen Optionen zeigen jeweils gültige 1:2-Verhältnisse, die mit Polpaarzahl-Kombinationen 2/4, 1/2 oder 4/8 erreichbar sind.

Welche Voraussetzung muss der Läufer eines Dahlandermotors erfüllen?

  • a) er muss ein Schleifringläufer sein
  • b) er muss ein Käfigläufer sein
  • c) er muss permanent erregt sein
  • d) er muss mit externer Erregung gespeist werden

Richtig: b)

Erklärung: Die Polumschaltung im Ständer erfordert, dass der Läufer sich der wechselnden Polzahl flexibel anpasst. Genau das leistet der Käfigläufer durch seine Kurzschlussstäbe — ohne eigene definierte Polpaarzahl. Schleifringläufer haben dagegen eine feste Wicklung, die mitumgeschaltet werden müsste.

Glossar

Dahlanderwicklung
Stator-Wicklungsanordnung bei Drehstrom-Asynchronmotoren, bei der pro Strang nur eine Wicklung mit Mittelanzapfung ausgeführt ist, um zwei Drehzahlen im Verhältnis 1:2 zu ermöglichen.
Polumschaltung
Verfahren zur Veränderung der effektiven Polpaarzahl im Stator durch Umschalten der Stromrichtung in den Spulenhälften, ohne die Wicklung selbst zu verändern.
Mittelanzapfung
Zusätzlicher elektrischer Anschluss zwischen den beiden Spulenhälften eines Strangs, der die Polumschaltung erst möglich macht.
Doppelstern (YY)
Schaltung, bei der die drei Wicklungsanfänge miteinander verbunden werden und das Netz an die Mittelanzapfungen gelegt wird. Erzeugt im Dahlandermotor die hohe Drehzahlstufe.
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