Schrittketten und Ablaufsteuerung (GRAFCET)

Eine Maschine, die etwas „in einer bestimmten Reihenfolge“ tut, ist der Normalfall in der Automatisierung: erst spannen, dann bohren, dann den Bohrer zurückfahren, dann das Werkstück auswerfen. Genau dafür gibt es Schrittketten. Und es gibt eine genormte Sprache, um solche Abläufe eindeutig aufzuzeichnen — unabhängig davon, mit welcher Steuerung sie später laufen. Diese Sprache heißt GRAFCET.

In diesem Beitrag bauen wir GRAFCET von Grund auf zusammen: erst der Unterschied zwischen Verknüpfungs- und Ablaufsteuerung, dann die Grundelemente, die Aktionen, die Verzweigungen — und am Ende der Sprung von der Zeichnung in die echte SPS. Mechatroniker und Techniker in der Automatisierung treffen darauf an praktisch jeder getakteten Anlage.

Vorwissen

  • Was ist eine SPS? — Aufbau und Funktionsweise
  • Zyklischer Programmablauf (EVA-Prinzip)
  • Logische Verknüpfungen (UND, ODER)

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • den Unterschied zwischen Verknüpfungssteuerung und Ablaufsteuerung erklären
  • die Grundelemente eines GRAFCET — Schritt, Transition, Wirkverbindung — benennen und ein einfaches Diagramm lesen
  • den zweistufigen Weiterschalt-Mechanismus (Transition freigegeben und Transitionsbedingung erfüllt) korrekt beschreiben
  • kontinuierliche, gespeicherte und zeitabhängige Aktionen unterscheiden
  • Alternativ- und Parallelverzweigungen samt Synchronisation richtig anwenden
  • nachvollziehen, wie ein GRAFCET als Schrittkette in einer SPS umgesetzt wird

1. Warum Schrittketten? Von der Verknüpfung zum Ablauf

Steuerungen lassen sich grob in zwei Welten einteilen.

Bei der Verknüpfungssteuerung hängt der Ausgang nur vom aktuellen Zustand der Eingänge ab. Ein Lüfter läuft, wenn der Schalter ein ist und die Temperatur über dem Grenzwert liegt — fertig. Es gibt keine Reihenfolge, keine „Vorgeschichte“. Dieselben Eingänge führen immer zum selben Ausgang.

Bei der Ablaufsteuerung ist das anders. Hier passiert etwas Schritt für Schritt, und welcher Ausgang gerade gesetzt wird, hängt davon ab, wo im Ablauf man sich befindet. Ein Startknopf bedeutet am Anfang „Spannzylinder ausfahren“, später im selben Ablauf bedeutet derselbe Zustand der Eingänge etwas völlig anderes. Der Ablauf hat einen inneren Zustand — er merkt sich, wie weit er ist.

Stell dir eine einfache Bohrvorrichtung vor: Werkstück einlegen, Start drücken, Werkstück spannen, Bohrer nach unten fahren, bohren, Bohrer hochfahren, entspannen, Werkstück entnehmen. Jeder dieser Punkte ist ein Schritt. Erst wenn der vorige fertig ist, geht es weiter.

Man könnte versuchen, so etwas mit lauter Selbsthaltungen und Verriegelungen zusammenzubauen. Bei drei Schritten geht das noch. Bei pfünfzehn Schritten mit Parallelabläufen wird daraus ein Knäuel, das niemand mehr durchschaut und das im Störfall kaum zu diagnostizieren ist. Genau hier setzt die Schrittkette an: Sie macht den Ablauf sichtbar und sauber gegliedert.

Eine Steuerung gibt bei gedrücktem Startknopf einmal „Spannen“, beim nächsten Mal an derselben Stelle „Bohren“ aus — abhängig davon, wie weit der Vorgang ist. Um welche Art von Steuerung handelt es sich?

  • a) Ablaufsteuerung, weil die Reaktion vom inneren Zustand astrophysikalisch abhängt
  • b) Verknüpfungssteuerung, weil ein Eingang einen Ausgang schaltet
  • c) Eine reine Logikschaltung ohne Speicher
  • d) Eine Zweipunktregelung

Richtig: a)

Erklärung: Entscheidend ist, dass dieselbe Eingangssituation zu unterschiedlichen Ausgängen führt, je nachdem wie weit der Ablauf fortgeschritten ist. Das ist genau das Merkmal einer Ablaufsteuerung — sie hat einen inneren Zustand (den aktiven Schritt). Eine reine Verknüpfungssteuerung (b, c) würde bei gleichem Eingang immer gleich reagieren. Eine Zweipunktregelung (d) hält eine Größe zwischen zwei Grenzen und hat mit Ablaufschritten nichts zu tun.

Warum wird empfohlen, längere Abläufe nicht mit vielen verschachtelten Selbsthaltungen, sondern als Schrittkette zu realisieren?

  • a) Eine Schrittkette bildet den Ablauf übersichtlich ab und ist leichter zu diagnostizieren
  • b) Selbsthaltungen sind in der SPS nicht erlaubt
  • c) Schrittketten brauchen grundsätzlich weniger Speicher
  • d) Selbsthaltungen funktionieren nur bei analogen Signalen

Richtig: a)

Erklärung: Der eigentliche Gewinn liegt in der Übersichtlichkeit und Wartbarkeit: Man sieht jederzeit, in welchem Schritt der Ablauf steht, und kann im Störfall gezielt nachsehen (a). Selbsthaltungen sind technisch erlaubt (b falsch) und funktionieren mit binären Signalen einwandfrei (d falsch). Der Speicherbedarf ist kein stichhaltiges Argument (c) — es geht um Struktur, nicht um Bytes.

2. GRAFCET — die Grundelemente

GRAFCET ist die genormte grafische Darstellung für Ablaufsteuerungen (festgelegt in der ÖNORM EN 60848). Der Name kommt aus dem Französischen, aber wichtig ist nur: GRAFCET beschreibt einen Ablauf so eindeutig, dass jede Fachkraft dasselbe darunter versteht — egal welche Steuerung am Ende verwendet wird.

Ein GRAFCET besteht im Kern aus drei Bausteinen.

Ein Schritt ist ein Zustand des Ablaufs. Er wird als Quadrat mit einer Nummer gezeichnet. Ein Schritt ist entweder aktiv oder inaktiv. Solange er aktiv ist, gelten die Aktionen, die ihm zugeordnet sind (mehr dazu in Kapitel 3). Einen besonderen Schritt gibt es immer: den Anfangsschritt (auch Initialschritt). Er wird mit einem doppelten Rahmen gezeichnet und ist beim Start der Anlage als einziger aktiv.

Eine Transition ist der Übergang von einem Schritt zum nächsten. Sie wird als kurzer Querstrich auf der Verbindungslinie gezeichnet. Neben jeder Transition steht die Transitionsbedingung — eine logische Bedingung, die erfüllt sein muss, damit weitergeschaltet wird (z. B. „Endlage unten erreicht“ oder „Start gedrückt“).

Die gerichteten Wirkverbindungen sind die Linien zwischen Schritten und Transitionen. Sie laufen von oben nach unten. Schritt, Transition, Schritt, Transition — immer im Wechsel. Zwei Schritte hängen nie direkt aneinander; dazwischen liegt immer eine Transition. Genauso liegt zwischen zwei Transitionen immer ein Schritt.

Jetzt zum Herzstück — wie das Weiterschalten genau funktioniert. Das läuft zweistufig ab, und beide Stufen müssen zusammenkommen:

  • Eine Transition ist freigegeben, wenn alle unmittelbar vor ihr liegenden Schritte aktiv sind.
  • Die Transition löst aus, wenn sie freigegeben ist und ihre Transitionsbedingung erfüllt ist.

Im selben Moment des Auslösens passiert beides gleichzeitig: Der vorangehende Schritt wird deaktiviert und der nachfolgende Schritt wird aktiviert. Eine erfüllte Transitionsbedingung allein bewirkt also gar nichts, solange die Transition nicht auch freigegeben ist — der Vorgängerschritt muss aktiv sein. Dieser Unterschied klingt zunächst spitzfindig, ist aber der Schlüssel zum Verständnis. Spätestens bei Parallelzweigen (Kapitel 4) entscheidet genau diese Freigabe-Regel darüber, ob ein Ablauf korrekt synchronisiert.

1 Start 2 Endlage unten 3 Anfangsschritt Schritt Transitionsbedingung

Ein GRAFCET hat eine Transition zwischen Schritt 4 und Schritt 5. Aktuell ist Schritt 2 aktiv. Die Transitionsbedingung zwischen Schritt 4 und 5 wird gerade „wahr“. Was passiert?

  • a) Der Ablauf springt sofort zu Schritt 5
  • b) Schritt 4 wird aktiviert
  • c) Nichts, weil die Transition nicht freigegeben ist
  • d) Schritt 2 und Schritt 5 sind danach gleichzeitig aktiv

Richtig: c)

Erklärung: Eine Transition löst nur aus, wenn sie freigegeben ist — also wenn ihr unmittelbarer Vorgängerschritt (hier Schritt 4) aktiv ist. Da aber Schritt 2 aktiv ist, ist diese Transition nicht freigegeben, und die erfüllte Bedingung bewirkt nichts (c). Es wird weder gesprungen (a) noch ein Schritt willkürlich aktiviert (b, d).

Woran erkennt man im GRAFCET den Anfangsschritt?

  • a) Am doppelten Rahmen
  • b) An der größten Schrittnummer
  • c) An einer Markierung neben der Transition
  • d) Daran, dass er ganz unten gezeichnet ist

Richtig: a)

Erklärung: Der Anfangsschritt wird durch einen doppelten Rahmen gekennzeichnet und ist beim Start der Anlage als einziger aktiv (a). Die Nummer (b) und die Position (d) sagen nichts über die Anfangseigenschaft aus, und Markierungen neben Transitionen (c) sind die Transitionsbedingungen, nicht der Schritt.

Was liegt in einem GRAFCET zwingend zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schritten?

  • a) Eine Aktion
  • b) Ein zweiter Anfangsschritt
  • c) Genau eine Transition
  • d) Eine Wirkverbindung ohne weitere Elemente

Richtig: c)

Erklärung: Schritt und Transition wechseln sich grundsätzlich ab — zwischen zwei Schritten liegt immer genau eine Transition (c). Eine Aktion (a) gehört to einem Schritt, ersetzt aber keine Transition. Einen zweiten Anfangsschritt (b) gibt es im normalen Ablauf nicht, und eine bloße Linie ohne Transition (d) wäre regelwidrig.

3. Aktionen — was ein Schritt auslöst

Ein Schritt allein bewirkt noch nichts in der Anlage. Erst die Aktion, die ihm zugeordnet ist, setzt etwas in Gang — ein Ventil ansteuern, einen Motor einschalten, einen Ausgang setzen. Gezeichnet wird die Aktion als Rechteck, das rechts an den Schritt angehängt wird.

GRAFCET nach EN 60848 kennt mehrere Aktionsarten, und es lohnt sich, sie sauber auseinanderzuhalten, weil sie sich im Verhalten deutlich unterscheiden.

Die kontinuierliche Aktion ist genau nicht gespeichert: Sie ist aktiv, solange der zugehörige Schritt aktiv ist, und endet automatisch, sobald der Schritt verlassen wird. „Solange Schritt 2 aktiv ist, fährt der Bohrer nach unten“ — verlässt der Ablauf Schritt 2, hört das Verfahren auf. Das ist der Normalfall und der häufigste Aktionstyp.

Eine kontinuierliche Aktion kann zusätzlich eine Zuweisungsbedingung bekommen: Dann wirkt sie nur, solange der Schritt aktiv und eine zusätzliche Bedingung erfüllt ist. Damit lässt sich eine Aktion innerhalb eines Schrittes noch feiner steuern.

Die gespeicherte Aktion verhält sich anders. Sie wird zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgelöst und bleibt danach bestehen — unabhängig davon, ob der Schritt noch aktiv ist. Typische Auslöse-Zeitpunkte sind die Schrittaktivierung (beim Betreten des Schrittes), die Schrittdeaktivierung (beim Verlassen) oder ein Ereignis. Ein Stückzähler, der bei Eintritt in einen Schritt um eins erhöht wird, ist ein klassisches Beispiel: Der Zählwert bleibt erhalten, auch wenn der Schritt längst weitergeschaltet hat.

Und schließlich die zeitabhängigen Aktionen, ohne die in der Praxis fast keine reale Anlage auskommt. Eine verzögerte Aktion wird erst nach Ablauf einer eingestellten Zeit ab Schrittaktivierung wirksam. Eine zeitbegrenzte Aktion wird sofort wirksam, schaltet sich aber nach einer festgelegten Zeit selbst wieder ab — etwa „Auswerfer für 2 Sekunden ansteuern“.

5 Bohrer nach unten fahren Endlage unten Kontinuierliche Aktion: wirkt, solange Schritt 5 aktiv ist

Eine kontinuierliche Aktion ist einem Schritt zugeordnet. Was passiert mit ihr, sobald der Ablauf diesen Schritt verlässt?

  • a) Sie bleibt gespeichert aktiv
  • b) Sie startet einen Timer
  • c) Sie endet automatisch
  • d) Sie wird auf den nächsten Schritt übertragen

Richtig: c)

Erklärung: Kontinuierliche Aktionen sind nicht gespeichert — sie wirken ausschließlich, solange ihr Schritt aktiv ist, und enden mit dem Verlassen des Schrittes von selbst (c). Würde sie bestehen bleiben (a), wäre es eine gespeicherte Aktion. Ein Timer (b) oder eine Übertragung (d) ist damit nicht verbunden.

Ein Stückzähler soll bei jedem Eintritt in Schritt 7 um eins erhöht werden und seinen Wert dauerhaft behalten. Welcher Aktionstyp ist das?

  • a) Kontinuierliche Aktion
  • b) Gespeicherte Aktion bei Schrittaktivierung
  • c) Zeitbegrenzte Aktion
  • d) Verzögerte Aktion

Richtig: b)

Erklärung: Der Wert soll erhalten bleiben, auch nachdem der Schritt weitergeschaltet hat — das ist eine gespeicherte Aktion, ausgelöst bei der Schrittaktivierung (b). Eine kontinuierliche Aktion (a) würde mit dem Schritt enden. Zeitbegrenzte (c) und verzögerte Aktion (d) beziehen sich auf Zeitabläufe, nicht auf das dauerhafte Speichern eines Zählwerts.

Ein Auswerfer soll genau 2 Sekunden lang angesteuert werden und sich dann selbst abschalten, während der Schritt unter Umständen länger aktiv bleibt. Welche Aktion passt?

  • a) Verzögerte Aktion
  • b) Kontinuierliche Aktion ohne Bedingung
  • c) Gespeicherte Aktion bei Schrittdeaktivierung
  • d) Zeitbegrenzte Aktion

Richtig: d)

Erklärung: Die Aktion startet sofort und beendet sich nach einer festgelegten Zeit selbst — das ist die Definition der zeitbegrenzten Aktion (d). Eine verzögerte Aktion (a) würde umgekehrt erst nach einer Wartezeit beginnen. Eine kontinuierliche Aktion (b) liefe, solange der Schritt aktiv ist, also evtl. zu lange. Eine gespeicherte Aktion bei Deaktivierung (c) würde erst beim Verlassen des Schrittes auslösen.

4. Verzweigungen — Auswahl und Parallelität

Bisher lief alles linear: ein Schritt nach dem anderen. Echte Abläufe verzweigen sich aber. GRAFCET kennt dafür zwei grundlegend verschiedene Verzweigungen, und sie zu verwechseln ist eine der häufigsten Fehlerquellen.

Die Alternativverzweigung ist ein ODER: Aus einem Schritt gehen mehrere mögliche Wege ab, aber nur einer wird genommen. Welcher, entscheiden die Transitionsbedingungen am Anfang der Zweige. Gezeichnet wird sie mit einer einfachen waagrechten Linie. Beispiel: Nach der Prüfung geht ein Gutteil nach links zum Auswurf „i. O.“, ein Schlechtteil nach rechts zum Ausschuss. Es kann immer nur eine der beiden Transitionen auslösen. Damit das eindeutig bleibt, müssen sich die Bedingungen der Alternativen gegenseitig ausschließen.

Die Parallelverzweigung (auch Simultanverzweigung) ist ein UND: Mehrere Stränge laufen gleichzeitig ab. Gezeichnet wird sie mit einer doppelten waagrechten Linie. Wenn die Transition vor der Doppellinie auslöst, werden alle parallelen Zweige gleichzeitig gestartet. Beispiel: Nach dem Spannen läuft gleichzeitig der Bohrvorgang an Position A und das Fräsen an Position B.

Der entscheidende — und oft übersehene — Punkt ist das Wiederzusammenführen, die Synchronisation der Simultanzweige. Auch die Zusammenführung wird mit einer Doppellinie gezeichnet. Und hier greift die Freigabe-Regel aus Kapitel 2 voll durch: Die Transition nach der zusammenführenden Doppellinie ist erst dann freigegeben, wenn alle parallelen Zweige ihren jeweiligen Endschritt erreicht haben. Erst wenn jeder Zweig „fertig“ ist und zusätzlich die Transitionsbedingung stimmt, geht es gemeinsam weiter. Der schnellere Zweig wartet also am Ende auf den langsameren. Genau deshalb war die Freigabe-Regel so wichtig: Sie ist der Mechanismus, der das Warten erzwingt.

Zwei weitere nützliche Konstrukte: Ein Sprung führt von einer Transition zu einem weiter entfernten Schritt, statt linear weiterzulaufen — praktisch, um Teile des Ablaufs zu überspringen. Eine Schleife führt zu einem früheren Schritt zurück, etwa um einen Vorgang zu wiederholen, bis eine Stückzahl erreicht ist.

Alternativverzweigung (ODER) 10 i.O. n.i.O. 11 12 einfache Linie · nur ein Weg aktiv Parallelverzweigung (UND) 20 21 23 Bedingung 25 Doppellinie · alle Zweige laufen gleichzeitig Synchronisation: wartet auf alle Endschritte

In einem GRAFCET starten nach einer doppelten Linie zwei Stränge. Zweig A ist nach 1 s fertig, Zweig B nach 4 s. Die zusammenführende Doppellinie ist korrekt gezeichnet. Wann kann die Transition nach der Zusammenführung frühestens auslösen?

  • a) Nach 1 s, sobald Zweig A fertig ist
  • b) Nach 2,5 s im Mittel
  • c) Sofort, weil parallele Zweige keine Synchronisation brauchen
  • d) Nach 4 s, wenn beide Endschritte aktiv sind und die Bedingung stimmt

Richtig: d)

Erklärung: Die zusammenführende Transition ist erst freigegeben, wenn alle parallelen Zweige ihren Endschritt erreicht haben — der schnellere Zweig wartet auf den langsameren. Erst nach 4 s sind beide Endschritte aktiv; zusammen mit erfüllter Bedingung löst die Transition aus (d). Ein Auslösen nach dem schnellsten Zweig (a) oder „im Mittel“ (b) widerspricht der Synchronisationsregel, und ohne Synchronisation (c) wäre der Ablauf fehlerhaft.

Woran unterscheidet man im GRAFCET eine Alternativverzweigung von einer Parallelverzweigung?

  • a) Alternativ = einfache Linie, parallel = Doppellinie
  • b) An der Schrittnummer
  • c) An der Farbe der Linie
  • d) Alternativ = senkrecht, parallel = waagrecht

Richtig: a)

Erklärung: Die Darstellung ist das Unterscheidungsmerkmal: einfache waagrechte Linie für die Alternativverzweigung (nur ein Weg), Doppellinie für die Parallelverzweigung (alle Wege gleichzeitig) — Antwort a. Schrittnummern (b), Farben (c) oder Orientierung (d) spielen dabei keine Rolle.

Warum müssen sich bei einer Alternativverzweigung die Transitionsbedingungen der Zweige gegenseitig ausschließen?

  • a) Damit der Ablauf schneller läuft
  • b) Damit nicht versehentlich mehrere Zweige gleichzeitig ausgelöst werden
  • c) Weil die Norm Doppellinien verbietet
  • d) Damit man Timer einsparen kann

Richtig: b)

Erklärung: Bei der Alternativverzweigung darf nur ein Zweig genommen werden. Würden zwei Bedingungen gleichzeitig wahr, wären zwei Wege auf einmal aktiv — der Ablauf wäre nicht mehr eindeutig (b). Geschwindigkeit (a), Timer (d) oder ein Doppellinien-Verbot (c) haben damit nichts zu tun.

Was bewirkt eine Schleife in einem GRAFCET?

  • a) Sie startet mehrere Zweige gleichzeitig
  • b) Sie beendet den Ablauf endgültig
  • c) Sie führt zu einem früheren Schritt zurück, z. B. zum Wiederholen
  • d) Sie ersetzt den Anfangsschritt

Richtig: c)

Erklärung: Eine Schleife verzweigt zurück zu einem bereits durchlaufenen Schritt, typischerweise um einen Vorgang zu wiederholen, bis eine Stückzahl erreicht ist (c). Das gleichzeitige Starten mehrerer Zweige (a) ist die Parallelverzweigung; ein endgültiges Beenden (b) oder ein Ersetzen des Anfangsschritts (d) ist damit nicht gemeint.

5. Von GRAFCET zur SPS — Umsetzung in der Praxis

Ein GRAFCET ist sprachneutral. Es sagt, was in welcher Reihenfolge passieren soll, aber nicht, mit welcher Steuerung. Genau das ist seine Stärke: Dasselbe Diagramm lässt sich in jede SPS übertragen.

Der gängigste Weg ist die Umsetzung als Schrittkette: Jeder Schritt bekommt ein eigenes Bit (einen Merker). Genau ein Schritt-Bit ist zu jedem Zeitpunkt gesetzt — das ist der aktive Schritt. Das Weiterschalten folgt direkt der Freigabe-Regel aus Kapitel 2: Wenn das Bit des aktuellen Schrittes gesetzt ist (Transition freigegeben) und die Transitionsbedingung wahr ist, dann wird das Bit des Folgeschrittes gesetzt und das Bit des aktuellen Schrittes zurückgesetzt. Das ist nichts anderes als ein Setzen/Rücksetzen-Paar pro Übergang.

Die Aktionen hängen man dann an die Schritt-Bits: „Solange Schritt-Bit 2 gesetzt ist, setze den Ausgang Bohrer-abwärts“ entspricht genau der kontinuierlichen Aktion. Gespeicherte und zeitabhängige Aktionen werden über Setz-/Rücksetz-Befehle und Timer-Bausteine abgebildet.

GRAFCET S2 b1 (Endlage) S3 wird zu SPS-Schrittkette Bedingung: S2 = 1 UND b1 = 1 → S3 setzen (S) → S2 rücksetzen (R) Aktion an S2: S2 = 1 → Ausgang Bohrer-ab = 1 Jeder Schritt = ein Merker-Bit. Transition = Setzen/Rücksetzen-Paar.

In der Norm ÖNORM EN 61131-3 gibt es mit der Ablaufsprache (AS) sogar eine SPS-Programmiersprache, die GRAFCET-ähnliche Strukturen direkt abbildet — das ist aber ein eigens Thema (siehe den Beitrag zu den Programmiersprachen nach IEC 61131-3 mit KOP, FUP, AWL, ST und AS). Ebenso werden die einzelnen Logik-Bausteine wie Selbsthaltung und Verriegelung in der SPS dort vertieft, wo sie eigens behandelt sind; hier genügt es zu wissen, dass das Schrittketten-Prinzip auf genau diesen Bausteinen aufsetzt.

Der praktischer Gewinn dieser Umsetzung ist enorm: Weil jeder Schritt ein eigenes Bit hat, sieht man im laufenden Betrieb sofort, wo der Ablauf gerade steht. Hängt eine Anlage, zeigt das gesetzte Schritt-Bit direkt, in welchem Schritt sie klemmt — ideal für die Diagnose und Wartung. Auch Erweiterungen sind sauber möglich: Einen zusätzlichen Schritt fügt man ein, ohne die übrige Logik umzubauen. Für Hand- und Tippbetrieb ergänzt man üblicherweise einen separaten Betriebsarten-Teil, und beim Anlagenstart sorgt eine Initialisierung dafür, dass nur der Anfangsschritt gesetzt ist und alle anderen Schritt-Bits zurückgesetzt sind.

Bei der Umsetzung eines GRAFCET als Schrittkette in der SPS — was repräsentiert ein einzelnes Schritt-Merker-Bit?

  • a) Eine Transitionsbedingung
  • b) Den Wert eines Analogeingangs
  • c) Den Zustand „dieser Schritt ist gerade aktiv“
  • d) Die Zykluszeit der SPS

Richtig: c)

Erklärung: Jeder Schritt wird auf ein eigenes Bit abgebildet; ist das Bit gesetzt, ist der Schritt aktiv (c). Die Transitionsbedingung (a) ist die Verknüpfung, die das Weiterschalten auslöst, nicht der Schritt selbst. Analogwerte (b) und Zykluszeit (d) haben mit der Schrittkodierung nichts zu tun.

Wie wird ein einzelner Übergang von Schritt 2 auf Schritt 3 in der SPS typischerweise realisiert?

  • a) Nur durch Setzen von Schritt 3
  • b) Durch einen Timer, der Schritt 2 löscht
  • c) Durch Umschalten eines Analogausgangs
  • d) Durch Setzen von Schritt 3 und Rücksetzen von Schritt 2, wenn Schritt 2 aktiv und die Bedingung erfüllt ist

Richtig: d)

Erklärung: Der Übergang folgt der Freigabe-Regel: Ist Schritt-Bit 2 gesetzt (freigegeben) und die Transitionsbedingung erfüllt, wird Bit 3 gesetzt und Bit 2 zurückgesetzt — ein Setzen/Rücksetzen-Paar (d). Nur zu setzen (a) ließe Schritt 2 fälschlich aktiv. Ein Timer (b) gehört nur zu zeitabhängigen Aktionen, und Analogausgänge (c) sind hier nicht im Spiel.

Worin liegt der praktische Hauptvorteil der Schrittketten-Umsetzung für die Wartung?

  • a) Das aktive Schritt-Bit zeigt sofort, wo der Ablauf steht
  • b) Die SPS braucht keinen Zyklus mehr
  • c) Sensoren werden überflüssig
  • d) Der Anfangsschritt entfällt

Richtig: a)

Erklärung: Weil jeder Schritt ein eigenes Bit hat, lässt sich im Störfall direkt ablesen, in welchem Schritt die Anlage hängt — ein großer Vorteil für die Diagnose (a). Die SPS arbeitet weiterhin zyklisch (b), Sensoren bleiben nötig (c), und der Anfangsschritt bleibt für die Initialisierung wichtig (d).

Welche Aussage zur Beziehung zwischen GRAFCET und der SPS ist korrekt?

  • a) GRAFCET ist an eine bestimmte SPS-Marke gebunden
  • b) GRAFCET kann nur in der Ablaufsprache AS umgesetzt werden
  • c) GRAFCET ersetzt die Verdrahtung der Anlage
  • d) GRAFCET ist sprachneutral und in jede SPS übertragbar

Richtig: d)

Erklärung: GRAFCET beschreibt den Ablauf unabhängig von Hersteller und Programmiersprache und lässt sich in jede SPS übertragen, z. B. als Schrittkette in KOP/FUP (d). Es ist nicht an eine Marke (a) oder ausschließlich an die Ablaufsprache AS (b) gebunden und hat mit der elektrischen Verdrahtung (c) nichts zu tun.

Abschlusstest

Frage 1: Eine Maschine reagiert auf denselben Tastendruck je nach Fortschritt unterschiedlich. Welche Steuerungsart liegt vor und warum?

  • a) Ablaufsteuerung, da das Verhalten vom aktiven Schritt abhängt
  • b) Verknüpfungssteuerung, da ein Taster einen Ausgang schaltet
  • c) Regelung, da ein Istwert nachgeführt wird
  • d) Verknüpfungssteuerung mit Speicher, aber ohne inneren Zustand

Richtig: a)

Erklärung: Unterschiedliche Reaktionen auf gleiche Eingänge sind das Kennzeichen einer Ablaufsteuerung mit innerem Zustand, dem aktiven Schritt (a). Eine Verknüpfungssteuerung reagiert immer gleich (b, d), und eine Regelung führt eine Größe nach (c).

Frage 2: In welcher Norm ist die GRAFCET-Darstellung festgelegt?

  • a) IEC 60617 für Schaltsymbole
  • b) ÖNORM EN ISO 12100
  • c) ISO 1219 für Fluidpläne
  • d) ÖNORM EN 60848

Richtig: d)

Erklärung: GRAFCET ist in der ÖNORM EN 60848 normiert (d). IEC 60617 (a) regelt elektrische Schaltsymbole, EN ISO 12100 (b) die Risikobeurteilung von Maschinen und ISO 1219 (c) Schaltpläne der Fluidtechnik.

Frage 3: Eine Transitionsbedingung wird wahr, aber der unmittelbar vorangehende Schritt ist nicht aktiv. Was folgt daraus?

  • a) Die Transition löst trotzdem aus
  • b) Der Folgeschritt wird aktiviert
  • c) Der Ablauf springt zum Anfangsschritt
  • d) Die Transition ist nicht freigegeben und löst nicht aus

Richtig: d)

Erklärung: Eine Transition braucht beides: Freigabe (Vorgängerschritt aktiv) und erfüllte Bedingung. Fehlt die Freigabe, passiert nichts (d). Ein Auslösen (a, b) oder ein Rücksprung (c) findet nicht statt.

Frage 4: Was kennzeichnet den Anfangsschritt und sein Verhalten beim Anlagenstart?

  • a) Größter Rahmen, beim Start inaktiv
  • b) Einfacher Rahmen, immer mit Timer
  • c) Doppelter Rahmen, beim Start als einziger aktiv
  • d) Doppelter Rahmen, beim Start inaktiv

Richtig: c)

Erklärung: Der Anfangsschritt hat einen doppelten Rahmen und ist beim Start der Anlage als einziger aktiv (c). Inaktiv beim Start (a, d) widerspricht seiner Funktion, und ein Timer (b) ist nicht Teil seiner Definition.

Frage 5: Eine kontinuierliche Aktion „Förderband ein“ ist Schritt 4 zugeordnet. Der Ablauf schaltet zu Schritt 5 weiter. Was geschieht mit dem Förderband, wenn keine weitere Aktion es ansteuert?

  • a) Es läuft weiter, weil die Aktion gespeichert ist
  • b) Es bleibt stehen, weil die kontinuierliche Aktion mit Schritt 4 endet
  • c) Es läuft 2 Sekunden nach und stoppt dann
  • d) Es startet einen verzögerten Wiederanlauf

Richtig: b)

Erklärung: Kontinuierliche Aktionen sind nicht gespeichert und enden mit dem Verlassen des Schrittes; das Förderband bleibt stehen (b). Ein Weiterlaufen (a) entspräche einer gespeicherten Aktion, ein Nachlauf (c) einer zeitbegrenzten und ein verzögerter Anlauf (d) einer verzögerten Aktion.

Frage 6: Ein Vorgang soll erst 3 Sekunden nach Eintritt in einen Schritt starten. Welcher Aktionstyp ist das?

  • a) Verzögerte Aktion
  • b) Zeitbegrenzte Aktion
  • c) Kontinuierliche Aktion ohne Bedingung
  • d) Gespeicherte Aktion bei Schrittdeaktivierung

Richtig: a)

Erklärung: Eine Aktion, die erst nach einer Wartezeit ab Schrittaktivierung wirksam wird, ist eine verzögerte Aktion (a). Die zeitbegrenzte Aktion (b) würde sofort starten und nach einer Zeit enden; eine kontinuierliche Aktion (c) wirkt ohne Verzögerung; eine gespeicherte Aktion bei Deaktivierung (d) löst erst beim Verlassen aus.

Frage 7: Bei einer Parallelverzweigung mit korrekter Synchronisation — wann schaltet der Ablauf hinter der zusammenführenden Doppellinie weiter?

  • a) Sobald der erste Zweig fertig ist
  • b) Wenn alle Zweige ihren Endschritt erreicht haben und die Bedingung erfüllt ist
  • c) Nach einer festen Wartezeit
  • d) Sobald ein beliebiger Zweig die Bedingung erfüllt

Richtig: b)

Erklärung: Die zusammenführende Transition ist erst freigegeben, wenn alle parallelen Zweige fertig sind; zusammen mit erfüllter Bedingung wird weitergeschaltet (b). Ein Weiterschalten nach dem ersten oder einem beliebigen Zweig (a, d) würde die Synchronisation verletzen; eine feste Wartezeit (c) ist nicht das Kriterium.

Frage 8: Wodurch unterscheiden sich Alternativ- und Parallelverzweigung in der Zeichnung und in der Wirkung?

  • a) Beide nutzen Doppellinien, Wirkung gleich
  • b) Alternativ: Doppellinie, parallel: einfache Linie
  • c) Alternativ: einfache Linie, ein Weg; parallel: Doppellinie, alle Wege gleichzeitig
  • d) Der Unterschied liegt nur in der Schrittnummerierung

Richtig: c)

Erklärung: Die Alternativverzweigung wird mit einfacher Linie gezeichnet und nimmt nur einen Weg; die Parallelverzweigung nutzt die Doppellinie und startet alle Zweige gleichzeitig (c). Die Zuordnung in (b) ist vertauscht, gleiche Wirkung (a) ist falsch, und die Nummerierung (d) ist kein Unterscheidungsmerkmal.

Frage 9: Warum müssen sich bei einer Alternativverzweigung die Transitionsbedingungen gegenseitig ausschließen?

  • a) Sonst läuft die SPS langsamer
  • b) Sonst könnten mehrere Zweige gleichzeitig aktiv werden und der Ablauf wäre uneindeutig
  • c) Weil die Norm Bedingungen generell verbietet
  • d) Damit der Anfangsschritt aktiv bleibt

Richtig: b)

Erklärung: Bei der Alternativverzweigung darf nur ein Zweig genommen werden; überlappende Bedingungen würden mehrere Wege gleichzeitig aktivieren und den Ablauf mehrdeutig machen (b). Geschwindigkeit (a), ein Bedingungsverbot (c) oder der Anfangsschritt (d) sind nicht der Grund.

Frage 10: Bei der Umsetzung als Schrittkette in der SPS entspricht eine einzelne Transition typischerweise welcher Logik?

  • a) Einem Analogvergleich
  • b) Einem Setzen des Folgeschritt-Bits und Rücksetzen des Vorgänger-Bits unter der Bedingung „Vorgänger aktiv und Transitionsbedingung wahr“
  • c) Einem reinen Timer-Aufruf
  • d) Dem Löschen aller Schritt-Bits

Richtig: b)

Erklärung: Der Übergang setzt den Folgeschritt und setzt den Vorgänger zurück, sobald der Vorgänger aktiv (Freigabe) und die Bedingung erfüllt ist (b). Ein Analogvergleich (a) oder reiner Timer (c) ist das nicht, und das Löschen aller Bits (d) wäre eine Initialisierung, kein einzelner Übergang.

Frage 11: Ein Schritt-Bit zeigt im laufenden Betrieb, dass die Anlage in Schritt 6 „wartet auf Endlage Greifer“ hängt. Welchen Vorteil der Schrittketten-Umsetzung nutzt der Techniker hier?

  • a) Die Anlage braucht keine Sensoren mehr
  • b) Den Wegfall der Zykluszeit
  • c) Die automatische Reparatur durch die SPS
  • d) Die schnelle Diagnose über den sichtbaren aktiven Schritt

Richtig: d)

Erklärung: Weil der aktive Schritt sichtbar ist, erkennt der Techniker sofort, wo es klemmt, und kann gezielt prüfen — der Diagnosevorteil (d). Sensoren bleiben nötig (a), die SPS arbeitet weiter zyklisch (b), und reparieren muss nach wie vor der Mensch (c).

Frage 12: Welche Aussage über GRAFCET im Verhältnis zur konkreten Steuerung trifft zu?

  • a) GRAFCET legt die Verdrahtung fest
  • b) GRAFCET ist herstellerunabhängig und in verschiedene SPS-Sprachen übersetzbar
  • c) GRAFCET funktioniert nur mit pneumatischen Anlagen
  • d) GRAFCET ersetzt die Risikobeurteilung

Richtig: b)

Erklärung: GRAFCET beschreibt den Ablauf neutral und lässt sich in unterschiedliche SPS-Programmiersprachen umsetzen (b). Es legt keine Verdrahtung fest (a), ist nicht auf Pneumatik beschränkt (c) und hat mit der Risikobeurteilung (d) nichts zu tun.

Glossar

GRAFCET
Genormte grafische Darstellung von Ablaufsteuerungen nach ÖNORM EN 60848, bestehend aus Schritten, Transitionen und Aktionen.
Ablaufsteuerung
Steuerung, die einen Vorgang schrittweise in festgelegter Reihenfolge abarbeitet; ihr innerer Zustand ist der jeweils aktive Schritt.
Verknüpfungssteuerung
Steuerung, deren Ausgänge nur vom momentanen Zustand der Eingänge abhängen, ohne Reihenfolge.
Schritt
Zustand eines Ablaufs, dargestellt als Quadrat; entweder aktiv oder inaktiv.
Anfangsschritt
Besonderer Schritt mit doppeltem Rahmen, der beim Start der Anlage als einziger aktiv ist.
Transition
Übergang zwischen zwei Schritten, gezeichnet als Querstrich, mit zugehöriger Transitionsbedingung.
Transitionsbedingung
Logische Bedingung neben einer Transition, die für das Weiterschalten erfüllt sein muss.
Freigabe einer Transition
Eine Transition ist freigegeben, wenn alle unmittelbar vorangehenden Schritte aktiv sind; erst dann kann sie bei erfüllter Bedingung auslösen.
Kontinuierliche Aktion
Nicht gespeicherte Aktion, die nur wirkt, solange ihr Schritt aktiv ist.
Gespeicherte Aktion
Aktion, die zu einem Zeitpunkt (Schrittaktivierung, -deaktivierung oder Ereignis) ausgelöst wird und danach bestehen bleibt.
Zeitabhängige Aktion
Aktion mit Zeitbezug: verzögerte Aktion (wirkt nach Zeitablauf) oder zeitbegrenzte Aktion (endet nach Zeitablauf von selbst).
Alternativverzweigung
ODER-Verzweigung mit einfacher Linie, bei der nur einer von mehreren Zweigen genommen wird.
Parallelverzweigung
UND-Verzweigung mit Doppellinie, bei der alle Zweige gleichzeitig ablaufen.
Synchronisation
Zusammenführen paralleler Zweige über eine Doppellinie; die folgende Transition ist erst freigegeben, wenn alle Zweige ihren Endschritt erreicht haben.
Schrittkette
Umsetzung eines Ablaufs in der SPS, bei der jeder Schritt einem Merker-Bit entspricht und genau ein Bit aktiv ist.

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