Potenzen, Wurzeln, Logarithmen
Drei Rechenarten, die zusammengehören wie die drei Seiten eines Dreiecks. Eine Potenz schreibt eine wiederholte Multiplikation kurz auf. Die Wurzel und der Logarithmus sind nichts anderes als zwei Wege, eine Potenz wieder rückwärts aufzulösen — je nachdem, welcher Wert in der Gleichung gesucht ist.
Wer das einmal durchschaut hat, stolpert später nicht mehr über Formeln, in denen ein Exponent isoliert werden muss, über die wissenschaftliche Schreibweise riesiger oder winziger Zahlen oder über die dB-Angaben auf einem Verstärker-Datenblatt.
Vorwissen
- Grundrechenarten und Rechenregeln (Vorrang, Klammern)
- Gleichungen umstellen
- Bruch- und Prozentrechnung
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- eine Potenz korrekt lesen, schreiben und ihre drei Bestandteile benennen
- mit den Potenz- und Wurzelgesetzen Ausdrücke vereinfachen und umformen
- große und kleine Zahlen in wissenschaftlicher Schreibweise darstellen
- einen Logarithmus als gesuchten Exponenten verstehen und mit den Logarithmengesetzen rechnen
- Pegel in Dezibel berechnen, auch mit den Bezugsgrößen dBm, dBu und dBV
1. Was ist eine Potenz?
Wenn dieselbe Zahl immer wieder mit sich selbst multipliziert wird, wird die Schreibweise schnell unhandlich. Statt 2 * 2 * 2 * 2 * 2 schreibt man kurz 2^5. Das ist eine Potenz — eine verkürzte Schreibweise für eine wiederholte Multiplikation.
Jede Potenz besteht aus drei Teilen:
a^n = c
- a … Basis (die Zahl, die multipliziert wird)
- n … Exponent (wie oft a als Faktor steht)
- c … Potenzwert (das Ergebnis)
2^5 heißt also: die Basis 2 wird fünfmal als Faktor genommen, das ergibt den Potenzwert 32. Gesprochen wird das „zwei hoch fünf“.
Zwei Exponenten haben eigene Namen, weil sie ständig vorkommen. a^2 heißt Quadrat (von der Fläche eines Quadrats mit Seitenlänge a), a^3 heißt Kubik oder dritte Potenz (vom Volumen eines Würfels). Eine Geschwindigkeit in m/s² oder ein Querschnitt in mm² steckt also schon voller Potenzen.
Sonderfälle, die man kennen muss
Zwei Exponenten verhalten sich auf den ersten Blick eigenartig:
a^1 = a
a^0 = 1
- (für jedes a außer 0)
Dass a^1 = a ist, leuchtet ein: die Basis steht genau einmal da. Dass a^0 = 1 ergibt, wird im nächsten Kapitel über die Potenzgesetze sauber begründet. Für die Praxis gilt daher die feste Regel: Jede Zahl außer null hoch null ergibt eins.
Vorzeichen bei negativer Basis
Ist die Basis negativ, entscheidet der Exponent über das Vorzeichen des Ergebnisses. Bei einem geraden Exponenten heben sich die Minuszeichen paarweise auf, das Ergebnis ist positiv. Bei einem ungeraden Exponenten bleibt ein Minus übrig:
(-2)^2 = (-2) * (-2) = +4
(-2)^3 = (-2) * (-2) * (-2) = -8
Wichtig ist die Klammer. -2^2 ohne Klammer bedeutet -(2^2) = -4, weil das Potenzieren vor dem Vorzeichen kommt. (-2)^2 bedeutet dagegen +4. Dieser kleine Unterschied führt in der Praxis regelmäßig zu Fehlern.
Gelöstes Beispiel
Berechne den Querschnitt eines quadratischen Kupferleiters mit 4 mm Kantenlänge.
Gegeben: Kantenlänge a = 4 mm
Gesucht: Querschnitt A in mm²
Lösungsweg:
- Formel ansetzen: Die Fläche eines Quadrats ist die Seitenlänge im Quadrat. A = a^2
- Werte einsetzen: A = 4^2 = 4 * 4 = 16
Ergebnis: A = 16 mm²
Übungen
Berechne 5^3.
5 * 5 * 5 = 125
Berechne (-3)^2 und -3^2.
(-3)^2 = 9, weil gerader Exponent. -3^2 = -9, weil hier zuerst quadriert und dann das Vorzeichen gesetzt wird.
Welchen Wet hat 7^0?
1, denn jede Zahl außer null hoch null ergibt eins.
Ein Würfel hat 3 cm Kantenlänge. Berechne sein Volumen über a^3.
3^3 = 27 cm³
Berechne (-2)^5 und begründe das Vorzeichen.
(-2)^5 = -32. Der Exponent 5 ist ungerade, deshalb bleibt nach dem paarweisen Aufheben ein Minuszeichen übrig.
Was bedeutet der Exponent in der Potenz a^n?
- a) Wie oft die Basis als Faktor auftritt
- b) Eine zweite Zahl, mit der die Basis multipliziert wird
- c) Das Ergebnis der Rechnung
- d) Den Kehrwert der Basis
Richtig: a)
Der Exponent gibt an, wie oft die Basis mit sich selbst multipliziert wird. Antwort b) ist der typische Verwechslungsfehler (a^n ist nicht a * n), c) verwechselt Exponent mit Potenzwert, d) trifft erst bei negativen Exponenten zu, und auch dann nur teilweise.
Welche Aussage zu (-4)^2 und -4^2 ist korrekt?
- a) Beide ergeben +16
- b) Beide ergeben -16
- c) (-4)^2 = 16, -4^2 = -16
- d) (-4)^2 = -16, -4^2 = 16
Richtig: c)
In (-4)^2 wird die ganze negative Zahl quadriert, das ergibt +16. In -4^2 wird erst quadriert (16) und dann das Vorzeichen davorgesetzt, also -16. Das Potenzieren hat Vorrang vor dem Vorzeichen.
Warum ergibt (-2)^4 ein positives Ergebnis, (-2)^3 aber ein negatives?
- a) Weil 4 größer als 3 is
- b) Weil negative Zahlen nicht potenziert werden dürfen
- c) Das ist Zufall und hängt von der Basis ab
- d) Weil bei geradem Exponent sich die Minuszeichen paarweise aufheben, bei ungeradem eines übrig bleibt
Richtig: d)
Jedes Paar negativer Faktoren ergibt ein positives Produkt. Bei geradem Exponent geht die Rechnung paarweise auf (Ergebnis positiv), bei ungeradem bleibt ein einzelner negativer Faktor übrig (Ergebnis negativ).
2. Die Potenzgesetze
Die eigentliche Stärke der Potenzschreibweise zeigt sich, wenn man mit Potenzen rechnet, statt sie jedes Mal auszumultiplizieren. Dafür gibt es eine kleine Sammlung von Regeln — die Potenzgesetze. Alle lassen sich aus der Grundidee „Potenz heißt wiederholtes Multiplizieren“ herleiten.
Gleiche Basis multiplizieren — Exponenten addieren:
a^m * a^n = a^(m+n)
Das ist sofort einsichtig: 2^3 * 2^2 ist (2*2*2) * (2*2), also fünfmal die 2, das heißt 2^5.
Gleiche Basis dividieren — Exponenten subtrahieren:
a^m / a^n = a^(m-n)
Hier steckt auch die Begründung für a^0 = 1: Teilt man a^3 / a^3, ergibt das nach der Regel a^0. Da aber jede Zahl durch sich selbst geteilt 1 ergibt, muss a^0 = 1 sein.
Potenz einer Potenz — Exponenten multiplizieren:
(a^m)^n = a^(m*n)
Produkt potenzieren — jeder Faktor einzeln:
(a * b)^n = a^n * b^n
Daraus folgt etwa (2 * 5)^2 = 2^2 * 5^2 = 4 * 25 = 100, was exakt 10^2 entspricht. Ob man also zuerst multipliziert und dann potenziert oder umgekehrt, spielt für das Ergebnis keine Rolle.
Quotient potenzieren — Zähler und Nenner einzeln:
(a / b)^n = a^n / b^n
Ein Zahlenbeispiel: (6 / 2)^3 = 6^3 / 2^3 = 216 / 8 = 27, und das ist dasselbe wie 3^3. Der Exponent verteilt sich also sauber auf Zähler und Nenner.
Negative Exponenten
Setzt man die Divisionsregel fort, landet man bei negativen Exponenten. a^2 / a^5 = a^(2-5) = a^(-3). Da im Nenner mehr Faktoren stehen, ist das Ergebnis ein Kehrwert:
a^(-n) = 1 / a^n
Ein negativer Exponent bedeutet also schlicht „eins durch die Potenz“. 10^(-3) ist 1 / 1000 = 0,001. Diese Regel ist die Grundlage für die kleinen Vorsätze wie Milli und Mikro im nächsten Kapitel.
Gebrochene Exponenten — die Brücke zur Wurzel
Ein Exponent muss keine ganze Zahl sein. Ein gebrochener Exponent ist die Verbindung zwischen Potenz und Wurzel — darauf bauen wir in Kapitel 4 auf:
a^(1/2) = √a
a^(1/n) = n-te Wurzel aus a
Vorerst genügt es zu wissen: ein Exponent von 1/2 ist dasselbe wie eine Quadratwurzel. Warum das so sein muss, ergibt sich aus der Regel „Potenz einer Potenz“: (a^(1/2))^2 = a^1 = a, und genau das tut die Wurzel — sie wird durch Quadrieren rückgängig gemacht.
Gelöstes Beispiel
Vereinfache den Ausdruck (x^3 * x^4) / x^2.
Gegeben: Ausdruck (x^3 * x^4) / x^2
Gesucht: vereinfachte Potenz
Lösungsweg:
- Zähler zusammenfassen (gleiche Basis, Exponenten addieren): x^3 * x^4 = x^(3+4) = x^7
- durch den Nenner teilen (Exponenten subtrahieren): x^7 / x^2 = x^(7-2) = x^5
Ergebnis: x^5
Übungen
Vereinfache 10^4 * 10^3.
10^(4+3) = 10^7
Schreibe 5^(-2) als Bruch und berechne den Wert.
5^(-2) = 1 / 5^2 = 1/25 = 0,04
Vereinfache (2^3)^2.
2^(3*2) = 2^6 = 64
Fasse (a^5 * b^2) / (a^2 * b^2) zusammen.
a^(5-2) * b^(2-2) = a^3 * b^0 = a^3
Zeige mit den Potenzgesetzen, warum 7^3 / 7^3 = 1 ist.
Nach der Divisionsregel ist 7^3 / 7^3 = 7^(3-3) = 7^0. Da eine Zahl durch sich selbst geteilt 1 ergibt, folgt 7^0 = 1.
Was ergibt a^4 * a^3?
- a) a^12
- b) a^7
- c) a^1
- d) 2a^7
Richtig: b)
Bei gleicher Basis werden die Exponenten addiert: 4 + 3 = 7, also a^7. Antwort a) multipliziert die Exponenten fälschlich, c) subtrahiert sie, d) verdoppelt die Basis ohne Grund.
Welcher Ausdruck ist gleichbedeutend mit a^(-3)?
- a) -a^3
- b) -3a
- c) a^3 – 1
- d) 1 / a^3
Richtig: d)
Ein negativer Exponent steht für den Kehrwert der Potenz. a^(-3) = 1 / a^3. Das Minus bezieht sich nicht auf das Vorzeichen des Ergebnisses, sondern dreht die Potenz in den Nenner.
Mit welchem Potenzgesetz lässt sich a^0 = 1 begründen?
- a) Mit der Divisionsregel a^m / a^n = a^(m-n)
- b) Mit der Multiplikationsregel a^m * a^n = a^(m+n)
- c) Mit der Produktregel (a*b)^n = a^n * b^n
- d) Gar nicht, es ist eine reine Festlegung
Richtig: a)
Teilt man a^m / a^m, ergibt das nach der Divisionsregel a^0. Da jede Zahl durch sich selbst geteilt 1 ist, muss a^0 = 1 gelten. Die Regel folgt also zwingend aus der Divisionsregel.
Was ergibt (3^2)^3?
- a) 3^5
- b) 9^3
- c) 3^6
- d) 3^8
Richtig: c)
Bei der Potenz einer Potenz werden die Exponenten multipliziert: 2 * 3 = 6, also 3^6 = 729. Antwort a) addiert sie fälschlich. Antwort b) ist zwar rechnerisch gleich groß, aber nicht in der Form 3^x und damit nicht die gesuchte Vereinfachung.
3. Zehnerpotenzen und wissenschaftliche Schreibweise
In der Technik tauchen ständig sehr große und sehr kleine Zahlen auf — die Lichtgeschwindigkeit, ein Isolationswiderstand im Gigaohm-Bereich, eine Kapazität von wenigen Pikofarad. Solche Zahlen mit allen Nullen auszuschreiben ist fehleranfällig. Die wissenschaftliche Schreibweise löst das mit Zehnerpotenzen.
Die idée: Jede Zahl wird als Produkt aus einer Zahl zwischen 1 und 10 und einer Zehnerpotenz dargestellt.
300000 = 3 * 10^5
0,0007 = 7 * 10^(-4)
Das Komma wird hierbei um vier Stellen nach rechts verschoben, was durch den negativen Exponenten -4 ausgedrückt wird. Allgemein zählt der Exponent einfach die Stellen, um die das Komma verschoben wird. Positive Exponenten stehen für große Zahlen, negative für kleine — der negative Exponent ist nach Kapitel 2 ja nichts anderes als ein Kehrwert.
Bezug zu den SI-Vorsätzen
Die gebräuchlichen Vorsätze sind direkt bestimmte Zehnerpotenzen. Auf der Ebene der Schreibweise sieht das so aus:
| Vorsatz | Zeichen | Zehnerpotenz |
|---|---|---|
| Giga | G | 10^9 |
| Mega | M | 10^6 |
| Kilo | k | 10^3 |
| Milli | m | 10^(-3) |
| Mikro | µ | 10^(-6) |
| Nano | n | 10^(-9) |
| Piko | p | 10^(-12) |
Mehr braucht es an dieser Stelle nicht. Wie man mit diesen Vorsätzen sauber zwischen Einheiten umrechnet, also etwa kΩ in Ω oder mA in A, ist ein eigenes Thema und wird im Beitrag zu den SI-Einheiten und der Einheitenumrechnung ausführlich behandelt. Hier geht es nur um den Zusammenhang Zehnerpotenz–Vorsatz als Schreibweise.
Gelöstes Beispiel
Schreibe 0,000 047 in wissenschaftlicher Schreibweise.
Gegeben: Zahl 0,000047
Gesucht: Darstellung als a * 10^n mit 1 ≤ a < 10
Lösungsweg:
- Komma so verschieben, dass eine Zahl zwischen 1 und 10 entsteht: Aus 0,000047 wird 4,7 — das Komma wandert um 5 Stellen nach rechts.
- Exponent festlegen: Verschiebung nach rechts bei einer kleinen Zahl ergibt einen negativen Exponenten in Höhe der Stellenzahl. 0,000047 = 4,7 * 10^(-5)
Ergebnis: 4,7 * 10^(-5)
Übungen
Schreibe 5 200 000 in wissenschaftlicher Schreibweise.
5,2 * 10^6
Schreibe 2,5 * 10^(-3) als gewöhnliche Dezimalzahl.
0,0025
Welcher Vorsatz entspricht 10^6?
Mega (M)
Drücke 10^(-9) durch den passenden Vorsatz aus.
Nano (n)
Schreibe die Zahl 47 000 als Produkt aus einer Zahl zwischen 1 und 10 und einer Zehnerpotenz.
4,7 * 10^4
Wie lautet 0,00031 in wissenschaftlicher Schreibweise?
- a) 31 * 10^(-5)
- b) 3,1 * 10^4
- c) 3,1 * 10^(-4)
- d) 0,31 * 10^(-3)
Richtig: c)
Der erste Faktor muss zwischen 1 und 10 liegen, das ist 3,1. Das Komma wandert um vier Stellen, bei einer kleinen Zahl mit negativem Exponenten: 3,1 * 10^(-4). Antwort a) hat einen Faktor außerhalb des Bereichs 1–10, b) hat das falsche Vorzeichen, d) ebenfalls einen unzulässigen ersten Faktor.
Welche Zehnerpotenz steht hinter dem Vorsatz Mikro (µ)?
- a) 10^(-6)
- b) 10^(-3)
- c) 10^6
- d) 10^(-9)
Richtig: a)
Mikro steht für ein Millionstel, also 10^(-6). Antwort b) ist Milli, d) ist Nano, c) wäre Mega.
Eine Kapazität ist mit 4,7 * 10^(-12) Farad angegeben. Welcher Vorsatz passt?
- a) Nano
- b) Mikro
- c) Femto
- d) Piko
Richtig: d)
10^(-12) entspricht dem Vorsatz Piko. Es handelt sich also um 4,7 pF. Nano wäre 10^(-9), Mikro 10^(-6).
4. Wurzeln
Bisher ging es vorwärts: Basis und Exponent sind bekannt, gesucht ist der Potenzwert. Beim Wurzelziehen wird die Frage umgedreht. Bekannt sind Ergebnis und Exponent, gesucht ist die Basis. „Welche Zahl ergibt, mit sich selbst multipliziert, 49?“ — das ist die Frage nach der Quadratwurzel.
√c = a
- bedeutet a^2 = c
Die Bestandteile heißen: Radikand die Zahl unter der Wurzel, Wurzelexponent die kleine Zahl in der Kerbe (bei der Quadratwurzel meist weggelassen, sie ist dann 2).
Höhere Wurzeln drehen entsprechend höhere Potenzen um. Die dritte Wurzel (Kubikwurzel) fragt: „Welche Zahl ergibt, dreimal mit sich selbst multipliziert, den Radikanden?“
n-te Wurzel aus c = a
- bedeutet a^n = c
Wurzel als gebrochener Exponent
Hier schließt sich der Kreis zu Kapitel 2. Eine Wurzel ist nur eine andere Schreibweise für eine Potenz mit gebrochenem Exponenten:
√a = a^(1/2)
n-te Wurzel aus a = a^(1/n)
Das ist mehr als eine Spielerei: In dieser Form gelten für Wurzeln automatisch alle Potenzgesetze. Eine Wurzel rechnet sich damit genauso wie eine Potenz, man muss sich keine getrennten Regeln merken.
Wurzelgesetze
Aus den Potenzgesetzen folgen direkt die Regeln für Wurzeln:
√a * √b = √(a*b)
√a / √b = √(a/b)
Produkte und Quotienten lassen sich also unter einer gemeinsamen Wurzel zusammenfassen oder aufteilen. Praktisch beim Überschlagen: √200 lässt sich als √(100*2) = √100 * √2 = 10 * √2 schreiben, und √2 kennt man als ungefähr 1,41.
Interaktiv: Potenz-Wurzel-Logarithmus-Rechner
Das ganze Thema dreht sich um einen einzigen Zusammenhang: a^b = c. Sind zwei der drei Werte bekannt, ist der dritte eindeutig bestimmt — über Potenz, Wurzel oder Logarithmus. Dieser Rechner bildet alle drei Richtungen ab. Man gibt Basis und Exponent ein und erhält das Ergebnis (Potenz), zieht aus Ergebnis und Exponent die Basis (Wurzel) oder bestimmt aus Basis und Ergebnis den Exponenten (Logarithmus). Den Logarithmus dazu vertieft das nächste Kapitel.
Gelöstes Beispiel
Eine quadratische Montageplatte hat eine Fläche von 0,64 m². Welche Kantenlänge hat sie?
Gegeben: Fläche A = 0,64 m²
Gesucht: Kantenlänge a in m
Lösungsweg:
- Zusammenhang aufstellen: Die Fläche ist die Kantenlänge im Quadrat: A = a^2. Gesucht ist die Umkehrung. a = √A
- Wurzel ziehen: a = √0,64 = 0,8
Ergebnis: a = 0,8 m
Übungen
Berechne √81.
9, denn 9^2 = 81
Berechne die dritte Wurzel aus 27.
3, denn 3^3 = 27
Schreibe √a als Potenz mit gebrochenem Exponenten.
a^(1/2)
Vereinfache √8 * √2 mit dem Wurzelgesetz.
√(8*2) = √16 = 4
Eine quadratische Fläche misst 1,44 m². Bestimme die Kantenlänge und überschlage zuerst grob.
Überschlag: zwischen 1 (1²=1) und 1,5 (1,5²=2,25), also etwas über 1,2. Genau: √1,44 = 1,2 m.
Welche Gleichung beschreibt die Bedeutung von √c = a korrekt?
- a) a / 2 = c
- b) a^2 = c
- c) 2a = c
- d) c^2 = a
Richtig: b)
Die Quadratwurzel ist die Umkehrung des Quadrierens. √c = a heißt genau, dass a^2 = c. Antwort d) dreht den Zusammenhang um, a) und c) verwechseln das Wurzelziehen mit Halbieren bzw. Verdoppeln.
Wie lässt sich die dritte Wurzel aus a als Potenz schreiben?
- a) a^3
- b) a^(-3)
- c) a^(1/3)
- d) 3a
Richtig: c)
Die n-te Wurzel entspricht dem Exponenten 1/n. Für die dritte Wurzel ist das a^(1/3). Antwort a) ist die dritte Potenz, also das Gegenteil, b) wäre ihr Kehrwert.
Wie lässt sich √50 mit dem Wurzelgesetz für eine Überschlagsrechnung zerlegen?
- a) √10 * √5 = 50
- b) √50 = 25
- c) √25 * √2 = 5 * √2
- d) √50 = √5 * 10
Richtig: c)
50 lässt sich als 25 * 2 schreiben, und 25 ist eine Quadratzahl. Damit ist √50 = √25 * √2 = 5 * √2 ≈ 7,07. Antwort b) verwechselt Wurzel mit Halbieren, a) und d) wenden das Gesetz fehlerhaft an.
Warum gelten für Wurzeln dieselben Rechenregeln wie für Potenzen?
- a) Weil eine Wurzel als Potenz mit gebrochenem Exponenten geschrieben werden kann
- b) Weil Wurzeln und Potenzen zufällig ähnlich aussehen
- c) Weil beide immer positive Ergebnisse liefern
- d) Das stimmt nicht, Wurzeln haben eigene Regeln
Richtig: a)
Da n-te Wurzel aus a = a^(1/n) ist, ist eine Wurzel nur ein Spezialfall einer Potenz. Deshalb übertragen sich alle Potenzgesetze unmittelbar auf Wurzeln.
5. Logarithmen
Jetzt fehlt nur noch die dritte Ecke des Dreiecks. Bei der Potenz ist der Potenzwert gesucht, bei der Wurzel die Basis. Beim Logarithmus ist der Exponent die Unbekannte: „Mit welchem Exponenten muss ich die Basis potenzieren, um das Ergebnis zu bekommen?“
log_a(c) = b
- bedeutet a^b = c
In Worten: Der Logarithmus von c zur Basis a ist der Exponent b, mit dem man a potenzieren muss, um c zu erhalten. log_2(8) = 3, weil 2^3 = 8. Der Logarithmus ist also die Antwort auf die Frage „der wievielte Schritt der Verdopplung ist das?“.
Die drei gebräuchlichen Basen
Drei Basen kommen in der Technik immer wieder vor und haben eigene Kurzschreibweisen:
lg c = log_10(c)
- Zehnerlogarithmus, Basis 10
ln c = log_e(c)
- natürlicher Logarithmus, Basis e ≈ 2,718
ld c = log_2(c)
- Logarithmus zur Basis 2
Der Zehnerlogarithmus steckt hinter den Dezibel im nächsten Kapitel. Der natürliche Logarithmus mit der Basis e taucht bei Lade- und Entladevorgängen, Abklingkurven und überall dort auf, wo etwas exponentiell wächst oder fällt. Der Logarithmus zur Basis 2 spielt in der Digitaltechnik eine Rolle, etwa beim Zusammenhang zwischen Bitanzahl und Zustandszahl.
Die Logarithmengesetze
Die Logarithmengesetze sind das Spiegelbild der Potenzgesetze. Weil ein Logarithmus ein Exponent ist und beim Multiplizieren von Potenzen die Exponenten addiert werden, wird beim Logarithmus aus einem Produkt eine Summe:
log(x * y) = log(x) + log(y)
log(x / y) = log(x) – log(y)
log(x^n) = n * log(x)
Das dritte Gesetz ist in der Praxis besonders nützlich: Eine Potenz im Argument wird zu einem einfachen Faktor vor dem Logarithmus. Genau das macht die dB-Rechnung handlich.
Für den Wechsel zwischen Basen gibt es eine Umrechnung, die auch der Rechner aus Kapitel 4 nutzt:
log_a(c) = ln(c) / ln(a)
Damit lässt sich jeder Logarithmus auf den natürlichen oder den Zehnerlogarithmus zurückführen — praktisch, weil Taschenrechner meist nur lg und ln direkt anbieten.
Gelöstes Beispiel
Bestimme log_2(32) ohne Taschenrechner.
Gegeben: Basis a = 2, Ergebnis c = 32
Gesucht: Exponent b mit 2^b = 32
Lösungsweg:
- Frage formulieren: Gesucht ist der Exponent, mit dem 2 potenziert 32 ergibt.
- Zweierpotenzen durchgehen: 2^1 = 2, 2^2 = 4, 2^3 = 8, 2^4 = 16, 2^5 = 32
Ergebnis: log_2(32) = 5
Übungen
Berechne lg 1000.
3, denn 10^3 = 1000
Berechne log_2(16).
4, denn 2^4 = 16
Fasse lg 4 + lg 25 mit dem Logarithmengesetz zusammen und berechne.
lg(4 * 25) = lg 100 = 2
Vereinfache lg(10^5) mit dem Potenzgesetz für Logarithmen.
5 * lg 10 = 5 * 1 = 5
Berechne log_5(125) und gib den Lösungsweg an.
Gesucht ist der Exponent mit 5^b = 125. Wegen 5^3 = 125 ist log_5(125) = 3.
Was bedeutet log_3(81) = 4?
- a) 3 * 4 = 81
- b) 4^3 = 81
- c) 81 / 3 = 4
- d) 3^4 = 81
Richtig: d)
Der Logarithmus ist der gesuchte Exponent. log_3(81) = 4 heißt, dass 3^4 = 81. Antwort b) vertauscht Basis und Exponent, a) und c) verwechseln das Potenzieren mit Multiplizieren bzw. Dividieren.
Welche Umformung von lg(x * y) ist korrekt?
- a) lg x + lg y
- b) lg x * lg y
- c) lg x – lg y
- d) (lg x) / (lg y)
Richtig: a)
Aus einem Produkt im Argument wird beim Logarithmus eine Summe der einzelnen Logarithmen. Das spiegelt die Potenzregel, nach der beim Multiplizieren von Potenzen die Exponenten addiert werden.
Ein Wert ist mit ln angegeben. Welche Basis hat dieser Logarithmus?
- a) 10
- b) 2
- c) e ≈ 2,718
- d) 1
Richtig: c)
ln ist der natürliche Logarithmus zur Basis e. Die Basis 10 schreibt man lg, die Basis 2 ld. Die Basis 1 gibt es nicht, weil 1 hoch jeder Exponent immer 1 ergibt.
Wie lässt sich log_2(c) mit einem Taschenrechner bestimmen, der nur ln und lg kann?
- a) ln(c) * ln(2)
- b) ln(c) – ln(2)
- c) ln(2) / ln(c)
- d) ln(c) / ln(2)
Richtig: d)
Der Basiswechsel lautet log_a(c) = ln(c) / ln(a). Für die Basis 2 also ln(c) / ln(2). Antwort c) dreht Zähler und Nenner, die anderen verwenden die falsche Rechenart.
Warum wird aus lg(x^n) der Ausdruck n * lg x?
- a) Weil Logarithmen immer multipliziert werden
- b) Weil ein Logarithmus ein Exponent ist und die Potenz im Argument als Faktor vorgezogen werden darf
- c) Weil n und x vertauschbar sind
- d) Das ist nur eine Näherung
Richtig: b)
Das Potenzgesetz für Logarithmen erlaubt es, den Exponenten n des Arguments als Faktor vor den Logarithmus zu ziehen. Es ist exakt, keine Näherung, und ergibt sich direkt aus der Produktregel der Logarithmen.
6. Anwendung: Dezibel und Pegelrechnung
Logarithmen wirken zunächst abstrakt, sind aber in der Praxis allgegenwärtig — am deutlichsten beim Dezibel (dB). Verstärker, Dämpfungsglieder, Antennen, Audiotechnik: überall werden Verhältnisse in dB angegeben. Der Grund ist der Logarithmus.
Verhältnisse in der Technik überspannen oft viele Größenordnungen, vom Tausendstel bis zum Millionenfachen. Trägt man sie linear auf, wird die Darstellung unbrauchbar. Der Logarithmus staucht diesen riesigen Bereich auf handliche Zahlen zusammen. Ein Faktor 10 wird zu 10 dB, ein Faktor 100 zu 20 dB — aus Multiplizieren wird Addieren.
dB als Verhältnis
Für ein Leistungsverhältnis gilt:
L = 10 * lg(P2 / P1)
- L … Pegel in dB
- P2, P1 … die beiden Leistungen in W
Für ein Spannungsverhältnis steht eine 20 statt der 10 vor dem Logarithmus, weil Leistung quadratisch von der Spannung abhängt (P ~ U^2) und das Quadrat nach dem Logarithmengesetz als Faktor 2 vorgezogen wird:
L = 20 * lg(U2 / U1)
- L … Pegel in dB
- U2, U1 … die beiden Spannungen in V
Ein paar Werte, die man im Kopf haben sollte: ein Spannungsverhältnis von 2 sind rund 6 dB, ein Faktor 10 sind genau 20 dB. Bei Leistung sind 10 dB ein Faktor 10 und 3 dB eine Verdopplung.
Absolute Pegel mit Bezugsgröße
In der Praxis stehen auf Datenblättern selten nackte Verhältnisse, sondern feste Pegelangaben. Dafür wird das Verhältnis auf eine genormte Bezugsgröße bezogen. Das macht der kleine Buchstabe hinter dem dB deutlich:
- dBm — Bezug auf 1 mW. 0 dBm sind also genau 1 mW. Standard in der Hochfrequenz- und Netzwerktechnik.
- dBu — Bezug auf 0,775 V (die Spannung, die an 600 Ω genau 1 mW erzeugt). Üblich in der professionellen Audio- und Studiotechnik.
- dBV — Bezug auf 1 V. 0 dBV sind genau 1 V.
Der Rechentrick bleibt derselbe, nur ist eine der beiden Größen jetzt fest. Für dBm zum Beispiel:
L = 10 * lg(P / P0)
- L … Pegel in dBm
- P … gemessene Leistung in mW
- P0 … Bezugsleistung 1 mW
Gelöstes Beispiel
Ein Verstärker hebt eine Leistung von 0,5 W auf 50 W. Wie groß ist die Verstärkung in dB?
Gegeben: Eingangsleistung P1 = 0,5 W, Ausgangsleistung P2 = 50 W
Gesucht: Verstärkung L in dB
Lösungsweg:
- Leistungsformel ansetzen: L = 10 * lg(P2 / P1)
- Verhältnis bilden: P2 / P1 = 50 / 0,5 = 100
- Logarithmus berechnen: L = 10 * lg(100) = 10 * 2 = 20
Ergebnis: L = 20 dB
Übungen
Ein Spannungsverhältnis beträgt 10. Wie viele dB sind das?
L = 20 * lg(10) = 20 * 1 = 20 dB
Eine Leistung verdoppelt sich. Wie viele dB entspricht das?
L = 10 * lg(2) ≈ 10 * 0,301 = 3 dB
Ein Funkmodul sendet mit 100 mW. Gib die Sendeleistung in dBm an.
L = 10 * lg(100 / 1) = 10 * 2 = 20 dBm
Ein Dämpfungsglied schwächt eine Leistung von 4 W auf 0,4 W. Welcher Pegel in dB ergibt sich?
L = 10 * lg(0,4 / 4) = 10 * lg(0,1) = 10 * (-1) = -10 dB
Ein Audiosignal hat einen Pegel von 0 dBu. Welcher Spannung entspricht das, und warum ist die Bezugsgröße gerade dieser Wert?
0 dBu entspricht der Bezugsspannung 0,775 V. Dieser Wert ist die Spannung, die an einem Widerstand von 600 Ω eine Leistung von 1 mW erzeugt — historisch die Standardlast in der Tontechnik.
Warum steht bei Spannungsverhältnissen eine 20 statt einer 10 vor dem Logarithmus?
- a) Weil Spannungen doppelt so groß sind wie Leistungen
- b) Weil die Leistung quadratisch von der Spannung abhängt und das Quadrat als Faktor 2 vorgezogen wird
- c) Weil Spannungen genauer gemessen werden müssen
- d) Das ist eine willkürliche Festlegung
Richtig: b)
Leistung hängt quadratisch von der Spannung ab (P ~ U^2). Nach dem Logarithmengesetz wird der Exponent 2 als Faktor vor den Logarithmus gezogen: 10 * 2 = 20. Der Faktor folgt also direkt aus dem Potenzgesetz für Logarithmen.
Eine Leistung steigt um den Faktor 1000. Wie viele dB sind das?
- a) 10 dB
- b) 20 dB
- c) 30 dB
- d) 1000 dB
Richtig: c)
L = 10 * lg(1000) = 10 * 3 = 30 dB. Jeder Faktor 10 bringt 10 dB, ein Faktor 1000 ist 10^3, also 30 dB. Antwort d) verwechselt das Verhältnis selbst mit dem Pegel.
Was bedeutet die Angabe 0 dBm?
- a) Eine Leistung von genau 1 mW
- b) Es fließt keine Leistung
- c) Eine Spannung von 1 V
- d) Eine undefinierte Größe
Richtig: a)
dBm bezieht sich auf 1 mW. 0 dB bedeutet ein Verhältnis von 1, also genau die Bezugsleistung: 1 mW. Antwort b) ist falsch, weil 0 dB nicht „keine Leistung“ heißt, sondern „gleich der Bezugsgröße“. Antwort c) verwechselt dBm mit dBV.
Ein Dämpfungsglied ergibt einen Pegel von -3 dB bei einer Leistung. Was passiert mit der Leistung?
- a) Sie verdoppelt sich
- b) Sie halbiert sich
- c) Sie bleibt gleich
- d) Sie sinkt auf ein Zehntel
Richtig: b)
+3 dB entsprechen einer Verdopplung der Leistung, also bedeuten -3 dB eine Halbierung. Ein negativer Pegel steht immer für eine Abschwächung. Ein Zehntel wären -10 dB.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Vereinfache (x^4 * x^3) / x^5 mit den Potenzgesetzen.
Gegeben: Ausdruck (x^4 * x^3) / x^5
Gesucht: vereinfachte Potenz
Lösungsweg:
- Zähler: x^(4+3) = x^7
- Division: x^(7-5) = x^2
Ergebnis: x^2
Aufgabe 2: Schreibe 3^(-2) als Bruch und gib den Dezimalwert an.
Gegeben: Potenz 3^(-2)
Gesucht: Bruch und Dezimalwert
Lösungsweg:
- 3^(-2) = 1 / 3^2 = 1/9
Ergebnis: 1/9 ≈ 0,111
Aufgabe 3: Stelle 0,000 0082 in wissenschaftlicher Schreibweise dar.
Gegeben: Zahl 0,0000082
Gesucht: a * 10^n mit 1 ≤ a < 10
Lösungsweg:
- Komma um 6 Stellen nach rechts verschieben: 8,2
- Kleine Zahl bedeutet negativen Exponenten
Ergebnis: 8,2 * 10^(-6)
Aufgabe 4: Drücke 6,8 * 10^6 durch den passenden SI-Vorsatz aus, wenn die Einheit Ohm ist.
Gegeben: Zahl 6,8 * 10^6
Gesucht: Darstellung mit Vorsatz
Lösungsweg:
- 10^6 entspricht Mega (M)
Ergebnis: 6,8 MΩ
Aufgabe 5: Eine quadratische Fläche misst 2,25 m². Berechne die Kantenlänge.
Gegeben: A = 2,25 m²
Gesucht: a in m
Lösungsweg:
- a = √A = √2,25
Ergebnis: a = 1,5 m
Aufgabe 6: Vereinfache √18 * √2 mit dem Wurzelgesetz.
Gegeben: Ausdruck √18 * √2
Gesucht: vereinfachter Wert
Lösungsweg:
- √(18*2) = √36 = 6
Ergebnis: 6
Aufgabe 7: Bestimme log_2(64) ohne Taschenrechner.
Gegeben: Basis 2, Ergebnis 64
Gesucht: Exponent b mit 2^b = 64
Lösungsweg:
- 2^6 = 64
Ergebnis: 6
Aufgabe 8: Fasse lg 5 + lg 20 zusammen und berechne.
Gegeben: lg 5 + lg 20
Gesucht: Wert
Lösungsweg:
- lg(5 * 20) = lg 100 = 2
Ergebnis: 2
Aufgabe 9: Ein Verstärker hebt 2 W auf 200 W. Berechne die Verstärkung in dB.
Gegeben: P1 = 2 W, P2 = 200 W
Gesucht: L in dB
Lösungsweg:
- Verhältnis 200/2 = 100
- L = 10 * lg(100) = 10 * 2 = 20
Ergebnis: 20 dB
Aufgabe 10: Ein Spannungsverhältnis beträgt 100. Berechne den Pegel in dB.
Gegeben: U2/U1 = 100
Gesucht: L in dB
Lösungsweg:
- L = 20 * lg(100) = 20 * 2 = 40
Ergebnis: 40 dB
Was ergibt a^5 / a^2?
- a) a^3
- b) a^7
- c) a^10
- d) a^2,5
Richtig: a)
Bei Division gleicher Basen werden die Exponenten subtrahiert: 5 – 2 = 3. Antwort b) addiert, c) multipliziert, d) dividiert die Exponenten fälschlich.
Welcher Ausdruck ist gleich 1 / a^4?
- a) a^4
- b) a^(-4)
- c) -a^4
- d) 4 / a
Richtig: b)
Ein Kehrwert einer Potenz entspricht einem negativen Exponenten: 1 / a^4 = a^(-4). Das Minus betrifft den Exponenten, nicht das Vorzeichen des Ergebnisses.
5,6 * 10^(-3) als Dezimalzahl lautet:
- a) 5600
- b) 560
- c) 0,0056
- d) 0,056
Richtig: c)
Der Exponent -3 verschiebt das Komma um drei Stellen nach links: 0,0056. Antwort d) verschiebt nur um zwei Stellen, a) und b) haben das falsche Vorzeichen.
Welche Quadratzahl hilft, √72 zu zerlegen?
- a) 36
- b) 9
- c) 4
- d) 49
Richtig: a)
72 = 36 * 2, und 36 ist eine Quadratzahl. Damit ist √72 = √36 * √2 = 6 * √2. 4 und 9 teilen 72 zwar, hinterlassen aber keinen so glatten Restfaktor; 49 teilt 72 gar nicht.
Was bedeutet lg 10000 = 4?
- a) 10 * 4 = 10000
- b) 4^10 = 10000
- c) 10000 / 4 = 2500
- d) 10^4 = 10000
Richtig: d)
Der Zehnerlogarithmus von 10000 ist der Exponent, mit dem 10 potenziert 10000 ergibt. Da 10^4 = 10000, ist lg 10000 = 4.
Wie wird aus lg(x / y) nach dem Logarithmengesetz?
- a) lg x * lg y
- b) lg x – lg y
- c) lg x + lg y
- d) lg x / lg y
Richtig: b)
Aus einem Quotienten im Argument wird beim Logarithmus eine Differenz. Das spiegelt die Potenzregel, nach der bei Division von Potenzen die Exponenten subtrahiert werden.
Ein Pegel von 10 dB entspricht bei einer Leistung welchem Faktor?
- a) Faktor 2
- b) Faktor 100
- c) Faktor 1000
- d) Faktor 10
Richtig: d)
10 = 10 * lg(x) führt auf lg(x) = 1, also x = 10. Bei Leistung entspricht jeder Faktor 10 genau 10 dB. Faktor 100 wären 20 dB, Faktor 1000 wären 30 dB.
Eine Sendeleistung ist mit 30 dBm angegeben. Welcher Leistung entspricht das?
- a) 1000 mW
- b) 100 mW
- c) 30 mW
- d) 1 mW
Richtig: a)
30 = 10 * lg(P / 1mW) führt auf lg(P/1mW) = 3, also P = 10^3 mW = 1000 mW = 1 W. Antwort b) wären 20 dBm, d) wären 0 dBm.
Welche Aussage über a^(1/3) ist richtig?
- a) Es ist die dritte Potenz von a
- b) Es ist ein Drittel von a
- c) Es ist die dritte Wurzel aus a
- d) Es ist 1 / a^3
Richtig: c)
Ein Exponent von 1/n entspricht der n-ten Wurzel. a^(1/3) ist also die dritte Wurzel aus a. Antwort a) wäre a^3, d) wäre a^(-3), b) verwechselt Potenzieren mit Multiplizieren.
Warum verwendet man in der Technik überhaupt die logarithmische dB-Skala?
- a) Weil sie genauer ist als die lineare Darstellung
- b) Weil sie große Wertebereiche staucht und Multiplizieren in Addieren verwandelt
- c) Weil sie ohne Taschenrechner auskommt
- d) Weil sie international vorgeschrieben ist
Richtig: b)
Verhältnisse in der Technik überspannen oft viele Größenordnungen. Der Logarithmus komprimiert diesen Bereich auf handliche Zahlen, und durch die Logarithmengesetze wird das Verketten von Faktoren (Verstärkung mal Dämpfung) zu einer einfachen Addition von Pegeln.
Was ergibt (2 * 3)^2?
- a) 2 * 3^2 = 18
- b) 2^2 + 3^2 = 13
- c) 6 + 2 = 8
- d) 2^2 * 3^2 = 36
Richtig: d)
Nach der Regel zum Potenzieren eines Produkts wird jeder Faktor einzeln potenziert: 2^2 * 3^2 = 4 * 9 = 36. Das ist auch direkt nachprüfbar: (2*3)^2 = 6^2 = 36. Antwort a) potenziert nur einen Faktor.
Ein natürlicher Logarithmus ln bezieht sich auf welche Basis?
- a) 10
- b) 2
- c) 100
- d) e ≈ 2,718
Richtig: d)
ln ist der Logarithmus zur Basis e. Er tritt überall dort auf, wo etwas exponentiell wächst oder abklingt, etwa beim Lade- und Entladevorgang eines Kondensators.
Glossar
- Potenz
- Verkürzte Schreibweise für eine wiederholte Multiplikation in der Form a^n, mit Basis, Exponent und Potenzwert.
- Basis
- Die Zahl, die in einer Potenz wiederholt mit sich selbst multipliziert wird.
- Exponent
- Die hochgestellte Zahl einer Potenz; sie gibt an, wie oft die Basis als Faktor auftritt.
- Potenzwert
- Das Ergebnis einer Potenzrechnung.
- Kehrwert
- Der Wert, der durch 1 geteilt durch eine Zahl entsteht; ein negativer Exponent drückt den Kehrwert einer Potenz aus.
- Wissenschaftliche Schreibweise
- Darstellung einer Zahl als Produkt aus einer Zahl zwischen 1 und 10 und einer Zehnerpotenz.
- Wurzel
- Umkehrung des Potenzierens, bei der die Basis gesucht ist; n-te Wurzel aus a = a^(1/n).
- Radikand
- Die Zahl, die unter dem Wurzelzeichen steht.
- Wurzelexponent
- Die Zahl in der Kerbe des Wurzelzeichens; sie gibt an, um welche Wurzel es sich handelt.
- Logarithmus
- Umkehrung des Potenzierens, bei der der Exponent gesucht ist; log_a(c) = b bedeutet a^b = c.
- Zehnerlogarithmus (lg)
- Logarithmus zur Basis 10.
- Natürlicher Logarithmus (ln)
- Logarithmus zur Basis e ≈ 2,718.
- Dezibel (dB)
- Logarithmisches Maß für ein Verhältnis zweier Leistungen oder Spannungen.
- dBm
- Absoluter Leistungspegel mit Bezug auf 1 mW.
- dBu
- Absoluter Spannungspegel mit Bezug auf 0,775 V.
- dBV
- Absoluter Spannungspegel mit Bezug auf 1 V.
