Optische Sensoren: Lichtschranke und Reflexlichttaster

Wer eine Förderanlage, eine Verpackungsmaschine oder eine einfache Schiebetür automatisiert, braucht eine Antwort auf eine simple Frage: Ist gerade ein Objekt da oder nicht? Optische Sensoren geben diese Antwort berührungslos – mit Licht. Sie zählen zu den am weitesten verbreiteten Sensoren im Maschinen- und Anlagenbau, weil sie schnell sind, über große Distanzen funktionieren und kein Bauteil mechanisch berühren.

In diesem Beitrag geht es um die drei Grundbauarten, die in der Praxis ständig auftauchen: die Einweg-Lichtschranke, die Reflexions-Lichtschranke und den Reflexlichttaster. Sie nutzen alle dasselbe physikalische Prinzip, unterscheiden sich aber deutlich in Reichweite, Montageaufwand und Zuverlässigkeit. Wer die Unterschiede versteht, wählt im Projekt den richtigen Sensor – und ärgert sich später nicht über sporadische Fehlschaltungen.

Vorwissen

  • Diode und Leuchtdiode (LED)
  • Sensoren – Signalarten (binär, analog, digital)

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • den grundsätzlichen Aufbau eines optischen Sensors aus Sender und Empfänger erklären
  • die drei Bauarten Einweg-Lichtschranke, Reflexions-Lichtschranke und Reflexlichttaster im Aufbau und in der Funktion unterscheiden
  • Reichweite, Montageaufwand und Objektabhängigkeit der drei Prinzipien gegeneinander abwägen
  • für eine gegebene Aufgabe die passende Bauart begründet auswählen
  • den Unterschied zwischen Hell- und Dunkelschaltung benennen und typische Störquellen einordnen

1. Grundidee optischer Sensoren

Ein optischer Sensor besteht im Kern aus zwei Bauteilen: einem Sender, der Licht aussendet, und einem Empfänger, der dieses Licht aufnimmt. Der Sender ist fast immer eine Leuchtdiode, meist eine Infrarot-LED, deren Licht für das menschliche Auge unsichtbar ist. Der Empfänger ist ein lichtempfindliches Halbleiterbauelement – eine Fotodiode oder ein Fototransistor –, das auf das eintreffende Licht mit einem messbaren elektrischen Signal reagiert.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Trifft Licht auf den Empfänger, liefert er ein Signal. Wird der Lichtweg gestört – durch ein Objekt, das den Strahl unterbricht, oder im Gegenteil durch ein Objekt, das den Strahl erst zurückwirft –, ändert sich dieses Signal. Eine Auswerteschaltung im Sensor macht daraus ein sauberes Schaltsignal: Objekt erkannt oder nicht erkannt.

Der große Vorteil gegenüber einem mechanischen Schalter, der das Objekt körperlich berühren muss: Es gibt keinen Verschleiß durch Kontakt, die Erkennung erfolgt extrem schnell, und sie funktioniert über Distanzen von wenigen Millimetern bis zu mehreren Dutzend Metern. Genau diese Spannbreite erklärt, warum es nicht den einen optischen Sensor gibt, sondern mehrere Bauarten für unterschiedliche Aufgaben.

Neben den optischen Sensoren gibt es weitere berührungslose Prinzipien – induktive Näherungsschalter für Metall, kapazitive für nahezu beliebige Materialien, Ultraschallsensoren für Distanzen unabhängig von der Oberflächenfarbe. Sie werden jeweils gesondert behandelt. Optische Sensoren punkten dort, wo große Reichweiten, hohe Geschwindigkeit und die Erkennung beliebiger Materialien gefragt sind.

Welche Kombination aus Bauelementen beschreibt den typischen Aufbau eines optischen Sensors am besten?

  • a) Infrarot-LED als Sender, Fotodiode oder Fototransistor als Empfänger
  • b) Spule als Sender, Kondensator als Empfänger
  • c) Glühlampe als Sender, Bimetall als Empfänger
  • d) Permanentmagnet als Sender, Reedkontakt als Empfänger

Richtig: a)

Der Sender ist nahezu immer eine LED, häufig im Infrarotbereich, der Empfänger ein lichtempfindlicher Halbleiter (Fotodiode oder Fototransistor). Antwort b beschreibt einen Schwingkreis, c eine veraltete und träge Kombination, d gehört zum magnetischen Reedkontakt – alle drei sind keine optischen Sensoren.

Warum wird für die meisten optischen Sensoren Infrarotlicht statt sichtbarem Licht verwendet?

  • a) Infrarotlicht durchdringt Metall problemlos
  • b) Infrarot-LEDs sind die einzigen verfügbaren Lichtsender
  • c) Infrarotlicht ist für den Menschen unsichtbar und stört den Arbeitsplatz optisch nicht
  • d) Infrarotlicht wird von keiner Oberfläche reflektiert

Richtig: c)

Infrarotlicht ist für das Auge unsichtbar und damit am Arbeitsplatz unauffällig; zudem sind Infrarot-LEDs effizient und kostengünstig. Metall wird von Licht nicht durchdrungen (a falsch), es gibt auch LEDs für sichtbares Licht (b falsch), und reflektiert wird Infrarot sehr wohl – darauf beruhen zwei der drei Bauarten (d falsch).

Worin liegt der zentrale Vorteil der berührungslosen optischen Erkennung gegenüber einem mechanischen Endschalter?

  • a) Sie funktioniert ausschließlich bei metallischen Objekten
  • b) Sie benötigt grundsätzlich keine Spannungsversorgung
  • c) Sie liefert immer ein analoges Abstandssignal
  • d) Sie arbeitet verschleißfrei am Objekt und über deutlich größere Distanzen

Richtig: d)

Ohne körperlichen Kontakt entsteht kein Verschleiß am Taspunkt, und es lassen sich Distanzen bis in den Meterbereich überbrücken. Optische Sensoren erkennen nahezu beliebige Materialien (a falsch), brauchen eine Versorgungsspannung (b falsch) und liefern als Schaltsensor ein binäres Signal, kein analoges Abstandssignal (c falsch).

2. Einweg-Lichtschranke

Die Einweg-Lichtschranke ist das ursprünglichste der drei Prinzipien. Sender und Empfänger sitzen in zwei getrennten Gehäusen, die sich gegenüberstehen. Der Sender schickt seinen Lichtstrahl direkt zum Empfänger. Solange der Strahl ungehindert ankommt, meldet der Empfänger „freie Bahn“. Schiebt sich ein Objekt zwischen die beiden, wird der Strahl unterbrochen – und genau das erkennt der Sensor.

Weil das Licht nur einen einzigen Weg vom Sender zum Empfänger zurücklegt und nicht reflektiert werden muss, erreicht die Einweg-Lichtschranke die mit Abstand größte Reichweite aller drei Bauarten – je nach Gerät mehrere Dutzend Meter. Der Strahl ist außerdem kräftig und unempfindlich gegen Verschmutzung und Fremdlicht, weil die volle Sendeleistung beim Empfänger ankommt. Das macht sie zum zuverlässigsten Prinzip, was auch der Grund ist, dass dieses Verfahren bei Sicherheitsanwendungen eine zentrale Rolle spielt.

Der Preis dafür: Man braucht zwei Geräte und muss beide mit Strom versorgen und verdrahten – Sender und Empfänger liegen an entgegengesetzten Stellen der Maschine. Außerdem müssen sie sauber zueinander ausgerichtet sein, sonst trifft der Strahl daneben.

Sender Emp- fänger Lichtstrahl Objekt unterbricht den Strahl

Wodurch löst eine Einweg-Lichtschranke ein Schaltsignal aus?

  • a) Das Objekt unterbricht den direkten Strahl zwischen Sender und Empfänger
  • b) Das Objekt reflektiert den Strahl zum Empfänger zurück
  • c) Das Objekt verändert das Magnetfeld zwischen den Geräten
  • d) Das Objekt erwärmt den Empfänger

Richtig: a)

Bei der Einweg-Lichtschranke meldet der Sensor, wenn der durchgehende Strahl unterbrochen wird. Reflexion am Objekt ist das Prinzip des Reflexlichttasters (b), Magnetfeldänderung gehört zum induktiven Sensor (c), Erwärmung spielt keine Rolle (d).

Warum erreicht die Einweg-Lichtschranke die größte Reichweite der drei Bauarten?

  • a) Weil sie mit zwei Empfängern gleichzeitig arbeitet
  • b) Weil das Licht den Weg zweimal zurücklegen muss und dadurch verstärkt wird
  • c) Weil das Licht nur einen einzigen, direkten Weg zum Empfänger zurücklegt
  • d) Weil sie ausschließlich sichtbares Licht verwendet

Richtig: c)

Der Strahl muss nicht reflektiert werden und verliert daher kaum Leistung – die volle Sendeenergie erreicht den Empfänger über einen einfachen, direkten Weg. Genau das ermöglicht große Distanzen. Eine zweimalige Wegstrecke (b) gilt für die Reflexionsbauarten und verkürzt die Reichweite, nicht umgekehrt.

Eine Einweg-Lichtschranke soll über 30 m eine zuverlässige, störungsarme Erkennung in einer staubigen Halle liefern. Welche Aussage trifft zu?

  • a) Das ist unmöglich, optische Sensoren schaffen maximal wenige Meter
  • b) Bei dieser Distanz ist zwingend ein Reflektor erforderlich
  • c) Staub hat auf optische Sensoren grundsätzlich keinen Einfluss
  • d) Die hohe verfügbare Lichtleistung und die Strahlreserve machen sie für große Distanzen und raue Umgebungen gut geeignet

Richtig: d)

Gerade die Einweg-Bauart eignet sich für große Distanzen und bietet durch die kräftige Strahlleistung Reserve gegen Verschmutzung. Reichweiten von mehreren Dutzend Metern sind möglich (a falsch), ein Reflektor gehört zur Reflexions-Lichtschranke und reduziert die Reichweite (b falsch), und Staub schwächt jeden optischen Strahl, weshalb Reserve wichtig ist (c falsch).

3. Reflexions-Lichtschranke

Die Reflexions-Lichtschranke vereint Sender und Empfänger in einem einzigen Gehäuse. Damit der Empfänger trotzdem Licht bekommt, wird gegenüber ein Reflektor montiert – eine spezielle Reflexfolie oder ein Tripelreflektor. Ein Tripelreflektor besteht aus vielen winzigen Zellen mit jeweils drei rechtwinklig zueinander stehenden Spiegelflächen, ähnlich der Ecke eines Würfels. Diese Geometrie wirft jeden auftreffenden Strahl exakt in die Richtung zurück, aus der er gekommen ist – unabhängig davon, wie genau der Reflektor ausgerichtet ist. Im Normalzustand läuft der Strahl also vom Sensor zum Reflektor und wieder zurück zum Empfänger. Schiebt sich ein Objekt in den Weg, bricht dieser Rückweg ab, und der Sensor schaltet.

Der Vorteil liegt in der Montage: Es gibt nur ein aktives Gerät, das verdrahtet werden muss. Auf der Gegenseite sitzt nur der passive Reflektor, der weder Strom noch Kabel braucht. Die Reichweite liegt zwischen der Einweg-Lichtschranke und dem Reflexlichttaster – typischerweise einige Meter –, weil das Licht den Weg zweimal zurücklegt und dabei Leistung verliert.

Ein bekanntes Problem entsteht bei glänzenden oder spiegelnden Objekten: Eine blanke Dose oder eine Folie kann das Licht selbst zum Empfänger zurückwerfen und so vortäuschen, der Reflektor sei noch sichtbar – obwohl das Objekt eigentlich erkannt werden müsste. Gegen diesen Effekt arbeiten polarisierende Ausführungen. Der Sender schickt dabei Licht mit einer bestimmten Schwingungsebene aus, und vor dem Empfänger sitzt ein Polarisationsfilter, der nur um 90° gedrehtes Licht durchlässt. Genau diese 90°-Drehung leistet der Tripelreflektor durch seine dreifache Spiegelung: Das vom Reflektor zurückgeworfene Licht ist gedreht und passiert den Filter. Eine glänzende Oberfläche dagegen dreht die Schwingungsebene nicht – ihr Rückwurf bleibt ungedreht und wird vom Filter blockiert. So unterscheidet der Sensor den echten Reflektor von einem spiegelnden Objekt und erkennt das Objekt korrekt als Unterbrechung.

Sender + Empfänger im Gehäuse Reflektor Hinweg Rückweg Objekt unterbricht Hin- und Rückweg

Was unterscheidet die Reflexions-Lichtschranke baulich von der Einweg-Lichtschranke?

  • a) Sender und Empfänger sitzen in einem Gehäuse, gegenüber steht ein passiver Reflektor
  • b) Sie hat zwei aktive Geräte statt einem
  • c) Sie verzichtet vollständig auf einen Empfänger
  • d) Sie arbeitet ohne Lichtsender

Richtig: a)

Bei der Reflexions-Lichtschranke sind Sender und Empfänger in einem Gehäuse vereint, und nur ein Reflektor steht gegenüber. Zwei aktive Geräte hat die Einweg-Bauart (b), ein Empfänger und ein Sender sind in jedem optischen Sensor nötig (c, d falsch).

Eine polarisierende Reflexions-Lichtschranke soll glänzende Aluminiumteile sicher erkennen. Wie verhindert die Polarisation eine Fehlschaltung?

  • a) Der Filter verstärkt das vom Aluminium zurückgeworfene Licht
  • b) Der Tripelreflektor dreht die Schwingungsebene des Lichts; nur dieses gedrehte Licht passiert den Empfangsfilter, der Rückwurf des glänzenden Teils wird blockiert
  • c) Die Polarisation erhöht die Reichweite, sodass das Teil außerhalb des Strahls liegt
  • d) Der Filter schaltet den Sender bei glänzenden Teilen ab

Richtig: b)

Der Tripelreflektor dreht die Polarisationsebene gezielt; the Empfänger akzeptiert nur dieses gedrehte Licht. Eine glänzende Oberfläche dreht die Ebene nicht, ihr Rückwurf wird daher vom Filter ausgesperrt und das Teil korrekt erkannt. Verstärkung (a), Reichweitenerhöhung (c) und Senderabschaltung (d) beschreiben den Mechanismus falsch.

Warum ist die Reichweite einer Reflexions-Lichtschranke geringer als die einer Einweg-Lichtschranke gleicher Bauklasse?

  • a) Weil der Reflektor das Licht vollständig verschluckt
  • b) Weil sie kein Infrarotlicht verwenden darf
  • c) Weil der Empfänger schwächer ausgelegt ist als bei der Einweg-Bauart
  • d) Weil das Licht den Weg zweimal zurücklegen muss und dabei Leistung verliert

Richtig: d)

Der Strahl läuft zum Reflektor und wieder zurück; auf dem doppelten Weg und durch die Reflexion geht Leistung verloren, was die nutzbare Distanz verkürzt. Der Reflektor wirft das Licht zurück, statt es zu schlucken (a), das Verfahren nutzt ebenfalls Infrarot (b), und die geringere Reichweite ergibt sich aus dem Lichtweg, nicht aus einem schwächeren Empfänger (c).

4. Reflexlichttaster

Beim Reflexlichttaster – oft auch nur „Taster“ genannt – sitzen Sender und Empfänger wie bei der Reflexions-Lichtschranke in einem Gehäuse. Der entscheidende Unterschied: Es gibt keinen Reflektor. Das Licht wird vom zu erkennenden Objekt selbst zurückgeworfen. Im Grundzustand ist der Strahlweg frei und es kommt kein oder nur wenig Licht zurück; sobald ein Objekt in den Tastbereich gelangt, reflektiert dessen Oberfläche einen Teil des Lichts zum Empfänger, und der Sensor schaltet.

Das kehrt die Logik der Lichtschranken um: Dort meldet das Objekt sich durch Unterbrechung, hier durch Rückwurf. Der praktische Gewinn ist groß – man braucht nur eine Seite zur Montage, weder ein zweites Gerät noch einen Reflektor gegenüber. Das ist oft der einzige Weg, wenn auf der Gegenseite schlicht kein Platz ist.

Der Preis dieser Bequemlichkeit ist die Abhängigkeit vom Objekt. Wie viel Licht zurückkommt, hängt von Farbe, Oberfläche und Ausrichtung des Objekts ab. Eine weiße, matte Fläche reflektiert kräftig, eine schwarze, glänzende oder schräg stehende Fläche kaum. Entsprechend ist die Reichweite die geringste der drei Bauarten und für jedes Objekt unterschiedlich. Heikel wird es, wenn der Hintergrund heller reflektiert als das Objekt – dann „sieht“ der Taster den Hintergrund und schaltet, ohne dass ein Objekt da ist.

Gegen dieses Problem arbeitet die Hintergrundausblendung. Solche Taster werten nicht nur die Lichtmenge aus, sondern auch den Winkel, unter dem das Licht zurückkommt. Über die Geometrie des Empfangswegs lässt sich eine feste Tastweite einstellen: Alles, was näher als diese Grenze liegt, wird erkannt; alles dahinter – der Hintergrund – wird ignoriert, egal wie hell es reflektiert. Damit wird der Reflexlichttaster auch dort brauchbar, wo dunkle Objekte vor hellem Hintergrund erkannt werden müssen.

Sender + Empfänger im Gehäuse Objekt reflektiert diffus zurück Hinweg diffuser Rückweg

Was wirft beim Reflexlichttaster das Licht zum Empfänger zurück?

  • a) Das zu erkennende Objekt selbst
  • b) Ein gegenüberliegender Tripelreflektor
  • c) Ein zweites Sensorgehäuse
  • d) Ein Polarisationsfilter

Richtig: a)

Der Reflexlichttaster hat keinen Reflektor; das Objekt selbst reflektiert das Licht diffus zurück. Ein Tripelreflektor (b) gehört zur Reflexions-Lichtschranke, ein zweites Gehäuse (c) zur Einweg-Bauart, und ein Polarisationsfilter (d) ist ein Zusatz, kein reflektierendes Element.

Ein Reflexlichttaster soll ein mattschwarzes Werkstück vor einer hellen, weißen Maschinenwand erkennen. Welche Maßnahme ist am sinnvollsten?

  • a) Den Taster so empfindlich wie möglich einstellen
  • b) Einen Taster mit Hintergrundausblendung wählen, der über den Empfangswinkel eine feste Tastweite vor der Wand setzt
  • c) Den Reflektor näher an das Werkstück montieren
  • d) Auf sichtbares statt infrarotes Licht umstellen

Richtig: b)

Das matte schwarze Teil reflektiert schwach, die weiße Wand stark – maximale Empfindlichkeit würde erst recht die Wand erkennen (a falsch). Hintergrundausblendung wertet den Winkel aus und ignoriert alles hinter der eingestellten Tastweite, sodass nur das Werkstück zählt. Einen Reflektor gibt es beim Taster nicht (c), und die Lichtfarbe löst das Hintergrundproblem nicht (d).

Warum hat der Reflexlichttaster von allen drei Bauarten die geringste und am stärksten schwankende Reichweite?

  • a) Weil er mit der schwächsten LED arbeitet
  • b) Weil er grundsätzlich ohne Empfänger auskommt
  • c) Weil nur ein kleiner, von Farbe und Oberfläche des Objekts abhängiger Teil des Lichts diffus zurückgeworfen wird
  • d) Weil er nur bei metallischen Objekten funktioniert

Richtig: c)

Ein diffus streuendes Objekt wirft nur einen Bruchteil des Lichts zurück, und dieser Anteil hängt von Farbe, Oberfläche und Winkel ab – daher die kurze, objektabhängige Reichweite. Die LED-Leistung ist nicht prinzipiell schwächer (a), ein Empfänger ist vorhanden (b), und das Verfahren funktioniert mit nahezu beliebigen Materialien, nicht nur Metall (d).

5. Auswahl, Verschaltung und Praxis

In der Projektpraxis läuft die Wahl des optischen Sensors fast immer auf drei Fragen hinaus: Wie weit muss er sehen, wie viel Platz ist für die Montage, und wie konstant sind die Objekte? Die folgende Tabelle stellt die drei Bauarten gegenüber.

Eigenschaft Einweg-Lichtschranke Reflexions-Lichtschranke Reflexlichttaster
Aufbau Sender + Empfänger getrennt Sensor + Reflektor nur Sensor
Reichweite groß (mehrere Dutzend Meter) mittel (einige Meter) gering, objektabhängig
Verdrahtung zwei Geräte ein Gerät ein Gerät
Montage beidseitig beidseitig (Reflektor passiv) einseitig
Objektabhängigkeit gering gering hoch
Zuverlässigkeit am höchsten hoch mittel, ohne Ausblendung kritisch
Typischer Einsatz große Distanzen, Sicherheitsbereich mittlere Distanzen, Förderstrecken enger Bauraum, kurze Distanz

Als Faustregel: Wo es auf Reichweite und Sicherheit ankommt und Platz für zwei Geräte ist, führt kein Weg an der Einweg-Lichtschranke vorbei. Wo nur eine Seite verdrahtet werden soll, aber ein Reflektor gegenüber montierbar ist, ist die Reflexions-Lichtschranke der gute Kompromiss. Wenn gegenüber gar kein Platz ist, bleibt der Reflexlichttaster – dann aber mit wachem Blick auf die Objektoberflächen und, wo nötig, mit Hintergrundausblendung.

Hell- und Dunkelschaltung: Jede dieser Bauarten lässt sich in der Regel so einstellen, dass das Schaltsignal entweder bei freiem Lichtweg oder bei unterbrochenem Lichtweg ansteht. Bei Hellschaltung schaltet der Ausgang, wenn der Empfänger Licht bekommt; bei Dunkelschaltung schaltet er, wenn kein Licht ankommt. Welche Variante richtig ist, hängt von der Steuerungslogik ab – etwa ob „Objekt vorhanden“ oder „Bahn frei“ das aktive Signal sein soll.

Wie das Schaltsignal elektrisch ankommt – als schaltender PNP- oder NPN-Ausgang, in 3-Leiter-Technik, und ob das Signal binär oder analog ausgewertet wird –, ist nicht spezifisch für optische Sensoren und wird bei den Anschlussarten und Signalarten gesondert behandelt.

Was die drei Bauarten gemeinsam haben, sind ihre Störquellen. Fremdlicht – Sonne, Hallenbeleuchtung, ein benachbarter Sensor – kann den Empfänger irritieren; moderne Geräte arbeiten deshalb mit moduliertem Licht, das sie von Gleichlicht unterscheiden. Verschmutzung der Optik schwächt den Strahl; eine ausreichende Funktionsreserve bei der Auslegung sorgt dafür, dass der Sensor auch mit leicht verschmutzter Linse noch sicher schaltet. Und glänzende oder spiegelnde Objekte bleiben bei den Reflexionsbauarten ein Thema, dem man mit Polarisation oder Hintergrundausblendung begegnet.

Eine Anwendung verlangt zuverlässige Erkennung über 25 m in einem Sicherheitsbereich, Platz für Geräte ist auf beiden Seiten vorhanden. Welche Bauart passt am besten?

  • a) Reflexlichttaster
  • b) Reflexions-Lichtschranke
  • c) Kapazitiver Näherungsschalter
  • d) Einweg-Lichtschranke

Richtig: d)

Große Reichweite plus hohe Zuverlässigkeit bei vorhandenem Platz auf beiden Seiten ist die klassische Domäne der Einweg-Lichtschranke. Der Taster (a) hat zu geringe Reichweite, die Reflexions-Bauart (b) bietet weniger Reserve über große Distanz, und ein kapazitiver Sensor (c) arbeitet nur über sehr kurze Distanz.

Bei einer Dunkelschaltung steht das Schaltsignal an, wenn …

  • a) der Empfänger Licht bekommt
  • b) kein Licht am Empfänger ankommt
  • c) der Sensor verschmutzt ist
  • d) die Versorgungsspannung ausfällt

Richtig: b)

Dunkelschaltung bedeutet: Ausgang aktiv bei fehlendem Licht, also bei unterbrochenem oder nicht zurückgeworfenem Strahl. Bei Licht am Empfänger schaltet die Hellschaltung (a), Verschmutzung (c) und Spannungsausfall (d) sind Störungen, keine logische Schaltvariante.

Warum verwenden moderne optische Sensoren moduliertes statt konstantes Licht?

  • a) Um die Reichweite zu halbieren
  • b) Um auf einen Empfänger verzichten zu können
  • c) Um ausschließlich metallische Objekte zu erkennen
  • d) Um sich von konstantem Fremdlicht wie Sonne oder Hallenbeleuchtung unterscheiden zu können

Richtig: d)

Moduliertes Licht trägt ein bekanntes Taktmuster; der Empfänger reagiert nur auf dieses Muster und ignoriert konstantes Fremdlicht. So werden Fehlschaltungen durch Sonne oder Beleuchtung vermieden. Die Reichweite wird dadurch nicht halbiert (a), ein Empfänger bleibt nötig (b), und mit der Materialart hat die Modulation nichts zu tun (c).

Was bezeichnet die „Funktionsreserve“ eines optischen Sensors?

  • a) Eine eingebaute Notstrombatterie
  • b) Die maximale zulässige Versorgungsspannung
  • c) Den Lichtüberschuss, der eine sichere Erkennung auch bei verschmutzter Optik oder Reflektor erlaubt
  • d) Die Zeit bis zum Ausfall der LED

Richtig: c)

Funktionsreserve ist der Faktor, um den mehr Licht ankommt als zum Schalten nötig – diese Reserve fängt Verschmutzung und Alterung ab, bevor der Sensor aussetzt. Eine Batterie (a), eine Spannungsgrenze (b) oder eine Lebensdauerangabe (d) sind etwas anderes.

Abschlusstest

Welche Bauart erreicht die größte Reichweite und warum?

  • a) Einweg-Lichtschranke, weil der Strahl auf direktem Weg ohne Reflexion zum Empfänger gelangt
  • b) Reflexlichttaster, weil das Objekt das Licht verstärkt
  • c) Reflexions-Lichtschranke, weil der Reflektor das Licht bündelt
  • d) Alle drei sind gleich weitreichend

Richtig: a)

Ohne Reflexionsverlust und über einen direkten Weg erreicht die Einweg-Lichtschranke die größte Distanz. Der Taster hat die geringste Reichweite (b), der Reflektor verstärkt nichts, sondern wirft nur zurück (c), und die Reichweiten unterscheiden sich deutlich (d).

Ein Sensor sitzt in einem einzigen Gehäuse, gegenüber steht eine spezielle Reflexfolie. Um welche Bauart handelt es sich?

  • a) Einweg-Lichtschranke
  • b) Reflexlichttaster
  • c) Induktiver Näherungsschalter
  • d) Reflexions-Lichtschranke

Richtig: d)

Ein Gehäuse plus passiver Reflektor gegenüber ist genau die Reflexions-Lichtschranke. Die Einweg-Bauart hat zwei aktive Gehäuse (a), der Taster gar keinen Reflektor (b), und ein induktiver Sensor arbeitet ohne Licht (c).

Welcher Effekt kann bei einer nicht polarisierenden Reflexions-Lichtschranke zu einer Fehlschaltung führen?

  • a) Ein mattes, dunkles Objekt absorbiert zu viel Licht
  • b) Ein glänzendes Objekt wirft selbst Licht zum Empfänger zurück und täuscht freie Bahn vor
  • c) Der Reflektor wird zu hell beleuchtet
  • d) Die LED sendet zu langsam

Richtig: b)

Eine spiegelnde Oberfläche kann das Licht direkt zurückwerfen und so vortäuschen, der Reflektor sei noch sichtbar – das Objekt wird übersehen. Polarisation behebt das. Ein dunkles Objekt würde eher korrekt als Unterbrechung wirken (a), und die anderen Punkte beschreiben keine Fehlschaltung dieser Art (c, d).

Worauf beruht die Hintergrundausblendung beim Reflexlichttaster?

  • a) Auf der Auswertung der Lichtfarbe
  • b) Auf der Messung der Versorgungsspannung
  • c) Auf der Auswertung des Empfangswinkels zur Einstellung einer festen Tastweite
  • d) Auf einem zusätzlichen Reflektor hinter dem Objekt

Richtig: c)

Über die Geometrie des Empfangswegs erkennt der Taster, aus welcher Entfernung das Licht zurückkommt, und ignoriert alles hinter der eingestellten Grenze. Lichtfarbe (a) und Versorgungsspannung (b) spielen keine Rolle, und ein zusätzlicher Reflektor (d) widerspricht dem Tasterprinzip.

Für welche Anwendung ist ein Reflexlichttaster die naheliegendste Wahl?

  • a) Erkennung über 40 m in einer Lagerhalle
  • b) Sichere Erkennung im Schutzbereich einer Presse
  • c) Objekterkennung bei sehr engem Bauraum, wo gegenüber kein Gerät und kein Reflektor montierbar ist
  • d) Erkennung durch eine undurchsichtige Wand hindurch

Richtig: c)

Der größte Vorteil des Tasters ist die einseitige Montage – ideal, wenn gegenüber kein Platz ist. Große Distanzen (a) und Sicherheitsbereiche (b) verlangen die Einweg-Bauart, und durch eine undurchsichtige Wand sieht kein optischer Sensor (d).

Eine Einweg-Lichtschranke schaltet sporadisch, obwohl kein Objekt vorhanden ist. Welche Ursache ist am plausibelsten?

  • a) Der Reflektor ist verschmutzt
  • b) Sender und Empfänger sind nicht mehr exakt zueinander ausgerichtet, sodass der Strahl zeitweise danebentrifft
  • c) Das Objekt ist zu hell
  • d) Die Hintergrundausblendung ist falsch eingestellt

Richtig: b)

Eine Einweg-Lichtschranke verlangt saubere Ausrichtung beider Geräte; verrutscht eines, trifft der Strahl zeitweise daneben und der Empfänger meldet fälschlich eine Unterbrechung. Einen Reflektor (a) und eine Hintergrundausblendung (d) gibt es bei dieser Bauart nicht, ein Objekt ist laut Aufgabe nicht vorhanden (c).

Welche Aussage zur Objektabhängigkeit der drei Bauarten ist korrekt?

  • a) Nur der Reflexlichttaster ist stark von Farbe und Oberfläche des Objekts abhängig
  • b) Alle drei sind gleichermaßen von der Objektfarbe abhängig
  • c) Nur die Einweg-Lichtschranke ist objektabhängig
  • d) Keine Bauart wird von der Objektoberfläche beeinflusst

Richtig: a)

Bei den beiden Lichtschranken zählt nur, ob der Strahl unterbrochen wird – die Objektfarbe ist nahezu egal. Beim Taster dagegen entscheidet die zurückgeworfene Lichtmenge, die stark von Farbe und Oberfläche abhängt. Damit sind b, c und d falsch.

Warum arbeiten optische Sensoren mit moduliertem Licht?

  • a) Um Energie zu sparen
  • b) Um die Schaltzeit zu verlängern
  • c) Um auf eine Auswerteschaltung verzichten zu können
  • d) Um konstantes Fremdlicht auszublenden und Fehlschaltungen zu vermeiden

Richtig: d)

Das getaktete Sendelicht lässt sich vom konstanten Umgebungslicht unterscheiden, sodass Sonne oder Hallenlampen den Sensor nicht stören. Energieersparnis (a), längere Schaltzeit (b) und Verzicht auf Auswertung (c) sind nicht der Zweck.

Bei welcher Bauart muss nur ein einziges Gerät verdrahtet werden, die Gegenseite kommt aber trotzdem nicht ohne ein montiertes Bauteil aus?

  • a) Einweg-Lichtschranke
  • b) Reflexions-Lichtschranke
  • c) Reflexlichttaster
  • d) Mechanischer Endschalter

Richtig: b)

Bei der Reflexions-Lichtschranke wird nur der Sensor verdrahtet, gegenüber muss aber ein passiver Reflektor montiert werden. Die Einweg-Bauart verlangt zwei verdrahtete Geräte (a), der Taster braucht gegenüber gar nichts (c), und ein Endschalter ist kein optischer Sensor (d).

Ein Reflexlichttaster ohne Hintergrundausblendung soll dunkle Teile vor einer hellen Wand erkennen und schaltet ständig durch. Was ist die wahrscheinlichste Erklärung?

  • a) Die Wand reflektiert stärker als die dunklen Teile, sodass der Taster die Wand erkennt
  • b) Die Versorgungsspannung ist zu hoch
  • c) Die Teile sind zu nah am Sensor
  • d) Der Reflektor ist falsch ausgerichtet

Richtig: a)

Ohne Hintergrundausblendung zählt nur die zurückgeworfene Lichtmenge; die helle Wand reflektiert mehr als die dunklen Teile, also schaltet der Taster auf die Wand statt auf das Objekt. Die Spannung (b) und die Objektnähe (c) erklären das nicht, und einen Reflektor (d) hat der Taster nicht.

Welche Maßnahme erhöht die Betriebssicherheit aller drei Bauarten bei langsam verschmutzender Optik?

  • a) Eine möglichst knapp bemessene Funktionsreserve
  • b) Verzicht auf modulierte Lichtsignale
  • c) Reduktion der Sendeleistung
  • d) Eine ausreichend große Funktionsreserve bei der Auslegung

Richtig: d)

Eine großzügige Funktionsreserve sorgt dafür, dass auch bei geschwächtem Strahl noch genug Licht zum sicheren Schalten ankommt. Eine knappe Reserve (a) und reduzierte Sendeleistung (c) verschlechtern die Lage, und auf Modulation zu verzichten (b) erhöht die Fremdlichtanfälligkeit.

Welche Reihenfolge der Reichweiten – von groß nach klein – stimmt?

  • a) Reflexlichttaster, Reflexions-Lichtschranke, Einweg-Lichtschranke
  • b) Reflexions-Lichtschranke, Einweg-Lichtschranke, Reflexlichttaster
  • c) Einweg-Lichtschranke, Reflexions-Lichtschranke, Reflexlichttaster
  • d) Alle gleich

Richtig: c)

Die Einweg-Lichtschranke reicht am weitesten, die Reflexions-Lichtschranke liegt durch den doppelten Lichtweg darunter, und der Taster mit diffuser Objektreflexion hat die kürzeste Reichweite. Damit ist nur c korrekt.

Glossar

Optischer Sensor
Sensor, der Objekte berührungslos mithilfe von Licht erkennt, bestehend aus einem lichtaussendenden Sender und einem lichtempfindlichen Empfänger.
Sender
Lichtquelle eines optischen Sensors, meist eine Infrarot-LED.
Empfänger
Lichtempfindliches Bauelement (Fotodiode oder Fototransistor), das auftreffendes Licht in ein elektrisches Signal umsetzt.
Einweg-Lichtschranke
Bauart mit getrenntem Sender und Empfänger; ein Objekt wird durch Unterbrechung des direkten Strahls erkannt. Größte Reichweite, höchste Zuverlässigkeit.
Reflexions-Lichtschranke
Bauart mit Sender und Empfänger in einem Gehäuse und einem Reflektor gegenüber; das Objekt unterbricht den über den Reflektor laufenden Strahl.
Reflektor
Passives Bauteil, das Licht in die Einfallsrichtung zurückwirft. Beim Tripelreflektor erzeugen drei rechtwinklige Spiegelflächen den exakten Rückwurf und drehen zugleich die Polarisationsebene des Lichts um 90°.
Reflexlichttaster
Bauart mit Sender und Empfänger in einem Gehäuse ohne Reflektor; das zu erkennende Objekt wirft das Licht selbst zurück. Einseitige Montage, objektabhängige Reichweite.
Polarisationsfilter
Filter, der nur Licht einer bestimmten Schwingungsebene durchlässt; verhindert bei Reflexions-Lichtschranken Fehlschaltungen durch glänzende Objekte.
Hintergrundausblendung
Verfahren beim Reflexlichttaster, das über den Empfangswinkel eine feste Tastweite einstellt und alles dahinter ignoriert.
Hellschaltung
Schaltverhalten, bei dem das Ausgangssignal ansteht, wenn der Empfänger Licht erhält.
Dunkelschaltung
Schaltverhalten, bei dem das Ausgangssignal ansteht, wenn am Empfänger kein Licht ankommt.
Funktionsreserve
Verhältnis des tatsächlich empfangenen Lichts zum gerade noch zum Schalten nötigen Licht; eine hohe Reserve sichert den Betrieb auch bei verschmutzter Optik.
Moduliertes Licht
Getaktetes Sendelicht, das der Empfänger von konstantem Fremdlicht unterscheiden kann, um Fehlschaltungen zu vermeiden.
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