Schrittkettenmethode (Taktstufen)
Eine Pneumatikanlage, die nur ein paar Zylinder hin- und herfährt, lässt sich mit ein paar Ventilen und etwas Verknüpfungslogik noch direkt aufbauen. Sobald der Ablauf aber mehrere Schritte hintereinander abarbeiten soll – ausfahren, klemmen, bohren, lösen, zurück – wird es schnell unübersichtlich. Signale, die einen Schritt auslösen sollen, liegen plötzlich noch an, wenn der nächste schon kommen müsste. Genau hier setzt die Schrittkette an: Sie zerlegt den Ablauf in einzelne Taktstufen, von denen immer nur eine aktiv ist und die ihren Nachfolger sauber freigibt, bevor sie sich selbst abschaltet.
Dieser Beitrag zeigt, warum man Schrittketten braucht, wie eine Taktstufe innen aufgebaut ist und wie man aus einer Bewegungsfolge Schritt für Schritt eine funktionierende Kette macht – inklusive des Punkts, an dem in der Praxis die meisten Ketten zuerst hängen bleiben: dem Anlaufen.
Vorwissen
- Wegeventile – Bezeichnung und Funktion
- Weg-Schritt- und Weg-Zeit-Diagramm
- Signalüberschneidung erkennen
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- erklären, welches konkrete Problem die Schrittkette gegenüber einer einfachen ventilgesteuerten Schaltung löst
- das Grundprinzip einer Taktstufe beschreiben: setzen, Nachfolger freigeben, Vorstufe löschen
- benennen, aus welchen Logik-Bausteinen eine pneumatische Taktstufe intern aufgebaut ist
- aus einer Bewegungsfolge wie A+ B+ A− B− eine Schrittkette mit den passenden Weiterschaltsignalen ableiten
- erklären, wie eine Kette über Start-Taster und Grundstellungsabfrage in Gang gesetzt wird und worin sich Einzel- und Dauerzyklus unterscheiden
1. Warum überhaupt Schrittketten?
Solange eine Pneumatiksteuerung nur wenige, voneinander unabhängige Bewegungen hat, kommt man mit direkter oder indirekter Ansteuerung und ein paar logischen Verknüpfungen gut aus. Das Problem beginnt, wenn mehrere Zylinder in einer festen Reihenfolge arbeiten und dabei dasselbe Signal in unterschiedlichen Phasen des Ablaufs etwas anderes bedeuten müsste.
Ein typischer Stolperpunkt ist die Signalüberschneidung: Zwei gegensätzliche Steuersignale liegen gleichzeitig am selben Wegeventil an, und das Ventil weiß nicht, ob es schalten soll oder nicht. Der Endschalter, der gerade einen Schritt ausgelöst hat, bleibt noch betätigt, während die Logik bereits den nächsten oder den rückwärtigen Schritt verlangt. Das Ventil wird blockiert oder schaltet gar nicht. Warum das im Detail passiert und wie man es im Weg-Schritt-Diagramm erkennt, ist ein Thema für sich – hier reicht der Befund: Bei längeren Abläufen treten Signalüberschneidungen früher oder später auf, und einfache Verknüpfungslogik kommt damit nicht zuverlässig zurecht.
Die Schrittkette löst das Problem mit einem einfachen Grundgedanken: Statt alle Signale gleichzeitig wirken zu lassen, gibt man dem Ablauf ein Gedächtnis. Der Ablauf wird in Taktstufen zerlegt – eine Taktstufe ist ein gespeicherter Zustand, der genau einem Schritt des Ablaufs entspricht. Zu jedem Zeitpunkt ist nur eine Stufe aktiv. Sie gibt den Befehl für die aktuelle Bewegung und sorgt zugleich dafür, dass nur das eine, gerade relevante Weiterschaltsignal überhaupt eine Wirkung hat. Ein Endschalter, der zu einem anderen Schritt gehört, läuft ins Leere, weil seine Stufe gar nicht aktiv ist. Damit sind Signalüberschneidungen konstruktiv ausgeschlossen, nicht bloß im Einzelfall umgangen.
Worin liegt der entscheidende Vorteil einer Schrittkette gegenüber einer einfachen Verknüpfungssteuerung bei einem mehrstufigen Ablauf?
- a) Sie kommt mit weniger Zylindern aus
- b) Sie benötigt keine Endschalter mehr
- c) Sie verhindert Signalüberschneidungen, weil nur die aktive Stufe ihr Signal wirken lässt
- d) Sie arbeitet ohne Druckluft
Richtig: c)
Erklärung: Richtig ist c. Der Kern der Schrittkette ist, dass zu jedem Zeitpunkt nur eine Stufe aktiv ist und nur deren Weiterschaltsignal Wirkung hat – dadurch können sich gegensätzliche Signale nicht überschneiden. a und d sind sachlich unsinnig, die Zahl der Zylinder und der Druckluftbedarf ändern sich durch die Steuerungsart nicht. b ist falsch: Endschalter werden gerade gebraucht, sie liefern die Weiterschaltsignale.
Was bedeutet es, dass eine Taktstufe ein „Gedächtnis“ hat?
- a) Sie zählt die Anzahl der Zyklen mit
- b) Sie speichert ihren Zustand, bis sie aktiv gelöscht wird
- c) Sie merkt sich den Luftdruck der letzten Stunde
- d) Sie speichert Fehlermeldungen für die Diagnose
Richtig: b)
Erklärung: Richtig ist b. Eine Taktstufe ist ein gespeicherter Zustand: Einmal gesetzt, bleibt sie aktiv, bis ein Löschsignal sie zurücksetzt – sonst wäre der Ablauf nicht eindeutig. a beschreibt einen Zähler, c ist technisch sinnlos, d vermischt die Stufe mit einer Diagnosefunktion, die sie nicht hat.
2. Das Prinzip der Taktstufen
Jede Taktstufe folgt derselben einfachen Regel. Ist eine Stufe aktiv, tut sie drei Dinge:
- Sie gibt den Stellbefehl für die Bewegung, die in diesem Schritt passieren soll (z. B. „Zylinder A ausfahren“).
- Sie hält ein Weiterschaltsignal bereit, das die nächste Stufe setzt – aber erst, wenn die Bedingung dafür erfüllt ist (meist: die aktuelle Bewegung ist fertig, der Endschalter meldet die erreichte Endlage).
- Sobald die nächste Stufe gesetzt ist, löscht diese die vorherige. Damit ist wieder nur eine Stufe aktiv.
Dieses Muster – setzen, weitergeben, Vorgänger löschen – wiederholt sich über die ganze Kette. Die Weiterschaltbedingung einer Stufe ist dabei immer eine UND-Verknüpfung: Die Stufe muss aktiv sein und das zugehörige Endlagensignal muss anliegen. Nur wenn beides zutrifft, geht es einen Takt weiter.
Damit eine Stufe ihren Zustand überhaupt behalten kann, braucht sie ein Speicherglied – ein Element, das gesetzt bleibt, bis es aktiv zurückgesetzt wird. In der Pneumatik übernimmt das ein bistabiles Wegeventil oder eine entsprechende Speicherschaltung. Der innere Aufbau einer einzelnen Taktstufe besteht damit aus drei logischen Funktionen:
- ein Speicherglied, das den Stufenzustand hält (gesetzt / gelöscht),
- eine UND-Verknüpfung, die das Weiterschaltsignal nur durchlässt, wenn die Stufe aktiv ist und die Endlage erreicht wurde,
- ein Löschsignal an die vorherige Stufe, das deren Speicher zurücksetzt, sobald die eigene Stufe gesetzt ist.
Praktisch wird das Speicherglied oft mit einem 3/2- oder 5/2-Wegeventil in Speicherfunktion realisiert, die UND-Bedingung mit einem Zweidruckventil, und das Setzen aus mehreren möglichen Quellen mit einem Wechselventil als ODER-Glied. Welche konkreten Bauteile zum Einsatz kommen, hängt vom verwendeten Bauteilsatz ab – das Logikmuster dahinter bleibt aber immer dasselbe.
Aus welchen logischen Funktionen besteht eine einzelne Taktstufe?
- a) Aus einem Zähler, einem Zeitglied und einem Druckregler
- b) Aus zwei Zylindern und einem Endschalter
- c) Aus einer Drossel und einem Rückschlagventil
- d) Aus Speicherglied, UND-Verknüpfung und Löschsignal an die Vorstufe
Richtig: d)
Erklärung: Richtig ist d. Die Stufe muss ihren Zustand halten (Speicherglied), darf nur unter der richtigen Bedingung weiterschalten (UND aus Stufe und Endlage) und muss die Vorstufe abschalten (Löschsignal). a, b und c benennen Bauteile, die mit der Stufenlogik nichts zu tun haben.
Warum darf das Weiterschaltsignal nicht direkt aus dem Endlagensignal allein gebildet werden?
- a) Weil Endschalter zu langsam reagieren
- b) Weil der Endschalter dann in jedem Schritt weiterschalten würde und Überschneidungen entstehen
- c) Weil dann zu viel Druckluft verbraucht wird
- d) Weil Endschalter keine pneumatischen Signale liefern
Richtig: b)
Erklärung: Richtig ist b. Das Endlagensignal allein „weiß“ nicht, in welchem Schritt die Anlage ist – nur die UND-Verknüpfung mit der aktiven Stufe macht das Weiterschalten eindeutig. a und d sind sachlich falsch, c hat mit der Logik nichts zu tun.
Welche Bedingung muss erfüllt sein, damit eine Stufe ihre Folgestufe setzt?
- a) Die Stufe muss aktiv sein und das Endlagensignal muss anliegen
- b) Nur das Endlagensignal muss anliegen
- c) Nur die Stufe selbst muss aktiv sein
- d) Die Folgestufe muss bereits aktiv sein
Richtig: a)
Erklärung: Richtig ist a – genau diese UND-Bedingung ist der Kern. b und c greifen jeweils nur die halbe Bedingung heraus und würden zu Fehlschaltungen führen. d ist widersprüchlich: Die Folgestufe wird ja erst gesetzt, sie kann nicht Voraussetzung für ihr eigenes Setzen sein.
3. Aufbau einer Schrittkette Schritt für Schritt
Der Ausgangspunkt jeder Schrittkette ist die Bewegungsfolge – die Reihenfolge, in der die Zylinder fahren sollen. Man notiert sie kompakt mit Plus für Ausfahren und Minus für Einfahren. Ein klassisches Beispiel mit zwei Zylindern A und B:
A+ B+ A− B−
Gelesen: A fährt aus, dann B aus, dann A ein, dann B ein – und von vorne. Vier Bewegungen ergeben vier Schritte und damit vier Taktstufen.
Jeder Schritt wird genau einer Stufe zugeordnet:
| Stufe | Bewegung | Weiterschaltsignal (Endlage) |
|---|---|---|
| 1 | A+ | A ausgefahren (Endschalter a1) |
| 2 | B+ | B ausgefahren (Endschalter b1) |
| 3 | A− | A eingefahren (Endschalter a0) |
| 4 | B− | B eingefahren (Endschalter b0) |
Die Logik liest sich dann reihum: Stufe 1 fährt A aus; meldet der Endschalter a1 „A ausgefahren“, setzt Stufe 1 die Stufe 2 und wird selbst gelöscht. Stufe 2 fährt B aus; b1 setzt Stufe 3, löscht Stufe 2. Und so weiter. Nach Stufe 4 (B eingefahren, b0) springt die Kette zurück auf Stufe 1 – die Anlage ist wieder in Grundstellung und der Zyklus kann erneut beginnen.
Inbetriebnahme und Startbedingung
Hier steckt der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Ketten zuerst stehen bleiben. Wenn alle Stufen gelöscht sind – und das ist nach dem Einschalten oder nach einem Not-Halt der Fall – liegt nirgends ein Signal an, das die Kette in Gang setzen könnte. Sie blockiert sich selbst im Nullzustand.
Deshalb braucht die erste Stufe einen zusätzlichen Setz-Eingang, über den sie auch dann gesetzt werden kann, wenn keine Vorstufe aktiv ist. Dieser Startimpuls wird über ein ODER-Glied eingespeist: Stufe 1 wird entweder regulär von der letzten Stufe gesetzt (im laufenden Zyklus) oder durch den Startimpuls (beim Anlaufen). Der Startimpuls selbst ist üblicherweise wieder eine UND-Bedingung: Taster „Start“ betätigt und Anlage in Grundstellung (alle Zylinder eingefahren, also a0 und b0 melden).
Über dieselbe Logik unterscheidet man Einzel- und Dauerzyklus:
- Einzelzyklus: Die Kette läuft genau einmal durch und bleibt nach Stufe 4 stehen, bis der Start-Taster erneut betätigt wird. Der Rücksprung auf Stufe 1 wird dabei nur freigegeben, wenn der Startbefehl wieder anliegt.
- Dauerzyklus: Der Rücksprung auf Stufe 1 erfolgt automatisch, solange ein Dauerlauf-Schalter aktiv ist. Die Anlage zyklt durch, bis dieser Schalter ausgeschaltet wird.
Die Grundstellungsabfrage ist dabei kein bloßes Komfortmerkmal: Sie stellt sicher, dass die Kette nur aus einem definierten, sicheren Ausgangszustand startet – nicht mitten in einer halbfertigen Bewegung.
Eine Anlage mit der Bewegungsfolge A+ B+ B− A− soll als Schrittkette aufgebaut werden. Wie viele Taktstufen sind nötig?
- a) 2
- b) 3
- c) 4
- d) 8
Richtig: c)
Erklärung: Richtig ist c. Jede einzelne Bewegung entspricht einer Stufe – A+, B+, B−, A− sind vier Bewegungen, also vier Stufen. a und b unterschätzen, d (Verdopplung wegen zweier Zylinder) ist ein typischer Denkfehler: Es zählen die Bewegungen, nicht die Zylinder mal Endlagen.
Warum konnte eine Schrittkette nach dem Einschalten ohne besondere Maßnahme nicht anlaufen?
- a) Weil die Druckluft erst aufgebaut werden muss
- b) Weil die Endschalter erst kalibriert werden müssen
- c) Weil das ODER-Glied defekt ist
- d) Weil alle Stufen gelöscht sind und kein Signal eine Stufe setzen kann
Richtig: d)
Erklärung: Richtig ist d. Im Nullzustand ist keine Stufe aktiv, also kann auch keine Stufe eine andere setzen – die Kette beißt sich in den Schwanz. Genau deshalb braucht Stufe 1 einen externen Startimpuls. a beschreibt ein anderes Phänomen, b ist bei pneumatischen Endschaltern unsinnig, c unterstellt grundlos einen Defekt.
Welche Funktion hat die Grundstellungsabfrage beim Start einer Schrittkette?
- a) Sie stellt sicher, dass die Kette nur aus einem definierten Ausgangszustand startet
- b) Sie misst den Betriebsdruck
- c) Sie zählt die durchlaufenen Zyklen
- d) Sie ersetzt die Endschalter im laufenden Betrieb
Richtig: a)
Erklärung: Richtig ist a. Der Start wird mit der Bedingung „alle Zylinder in Grundstellung“ verknüpft, damit die Anlage nicht aus einer halbfertigen Bewegung heraus losläuft. b und c benennen Funktionen, die die Abfrage nicht hat; d ist falsch, im laufenden Betrieb liefern die Endschalter weiterhin die Weiterschaltsignale.
Worin unterscheiden sich Einzel- und Dauerzyklus in der Schrittkette?
- a) Der Dauerzyklus verwendet andere Zylinder
- b) Beim Einzelzyklus stoppt die Kette nach einem Durchlauf, beim Dauerzyklus springt sie automatisch zurück auf Stufe 1
- c) Der Einzelzyklus kommt ohne Endschalter aus
- d) Der Dauerzyklus benötigt kein Speicherglied
Richtig: b)
Erklärung: Richtig ist b. Der Unterschied liegt allein darin, ob der Rücksprung von Stufe 4 auf Stufe 1 einen neuen Startbefehl braucht (Einzelzyklus) oder automatisch erfolgt (Dauerzyklus). a, c und d behaupten bauliche Unterschiede, die es nicht gibt – die Steuerstruktur bleibt dieselbe.
4. Einordnung: Diagnose, Erweiterung und der Weg zur SPS
Die Schrittkette ist nicht die einzige Methode gegen Signalüberschneidungen. Eine verbreitete Alternative ist die Kaskadenschaltung, die den Ablauf in Druckgruppen aufteilt, von denen jeweils nur eine mit Luft versorgt wird. Sie löst dasselbe Grundproblem auf anderem Weg und ist ein Thema für sich.
Der practical Vorteil der Schrittkette zeigt sich im laufenden Betrieb. Weil jede Stufe einen eindeutigen, gespeicherten Zustand hat, lässt sich an einer stehenden Anlage direkt ablesen, in welchem Schritt sie hängt: Man sieht, welche Stufe gesetzt ist und welches Weiterschaltsignal fehlt. Die Fehlersuche wird damit erheblich systematischer als bei einer verschachtelten Verknüpfungssteuerung, bei der man die Signalwege mühsam zurückverfolgen muss.
Auch das Erweitern ist sauber: Kommt ein zusätzlicher Schritt in den Ablauf, fügt man eine weitere Stufe an der richtigen Stelle ein – die übrige Kette bleibt unberührt, weil jede Stufe nur ihren direkten Nachfolger kennt. Diese Modularität ist der eigentliche Grund, warum sich das Denken in Taktstufen bis heute hält.
Genau dieses Prinzip findet sich in moderner Form in der SPS wieder. Die Ablaufsteuerung mit Schritten und Transitionen – etwa in GRAFCET oder in der Ablaufsprache nach EN 61131-3 – ist die direkte digitale Entsprechung der pneumatischen Schrittkette: ein Schritt ist aktiv, eine erfüllte Transition schaltet zum nächsten weiter, der vorige wird deaktiviert. Wer die pneumatische Taktstufe verstanden hat, hat das Denkmodell für die SPS-Schrittkette bereits im Kopf. Wie das in der Steuerung konkret umgesetzt und programmiert wird, ist ein eigenes Thema.
Warum ist die Fehlersuche an einer Schrittkette vergleichsweise einfach?
- a) Weil sie keine Endschalter hat
- b) Weil an der gesetzten Stufe direkt ablesbar ist, in welchem Schritt die Anlage steht
- c) Weil sie automatisch Fehlerprotokolle ausdruckt
- d) Weil sie nur aus einem einzigen Bauteil besteht
Richtig: b)
Erklärung: Richtig ist b. Der gespeicherte Stufenzustand zeigt unmittelbar, wo der Ablauf hängt und welches Signal fehlt. a is falsch (Endschalter sind vorhanden und nötig), c und d sind sachlich unsinnig.
Was ist die direkte digitale Entsprechung der pneumatischen Taktstufe in der SPS?
- a) Ein analoger Messumformer
- b) Ein Frequenzumrichter
- c) Ein Bussystem zur Datenübertragung
- d) Ein Schritt in einer Ablaufsteuerung, der über eine Transition weiterschaltet
Richtig: d)
Erklärung: Richtig ist d. Schritt und Transition in der Ablaufsteuerung entsprechen genau dem Muster „aktive Stufe – erfüllte Bedingung – Weiterschalten“. a, b und c sind völlig andere Funktionsbereiche der Automatisierung.
Abschlusstest
Welches Problem löst die Schrittkette bei mehrstufigen pneumatischen Abläufen?
- a) Zu hohen Luftverbrauch
- b) Zu geringe Zylinderkraft
- c) Undichtigkeiten in den Leitungen
- d) Signalüberschneidungen, bei denen gegensätzliche Signale gleichzeitig anliegen
Richtig: d)
Erklärung: Richtig ist d. Die Schrittkette sorgt dafür, dass nur das Signal der aktiven Stufe wirkt, sodass sich gegensätzliche Steuersignale nicht überschneiden. a, b und c sind reale Pneumatikthemen, aber keine, die durch die Steuerungsstruktur gelöst werden.
Wie viele Taktstufen benötigt der Ablauf A+ A− B+ B−?
- a) 2
- b) 3
- c) 4
- d) 6
Richtig: c)
Erklärung: Richtig ist c. Vier Einzelbewegungen ergeben vier Stufen. Die Zahl der Zylinder spielt für die Stufenzahl keine Rolle, nur die Zahl der Bewegungen zählt.
Welche logische Verknüpfung bildet das Weiterschaltsignal einer Stufe?
- a) UND aus aktiver Stufe und erreichter Endlage
- b) ODER aus zwei Endschaltern
- c) NICHT des Stellbefehls
- d) ODER aus Start-Taster und Endschalter
Richtig: a)
Erklärung: Richtig ist a. Nur wenn die Stufe aktiv ist und die Bewegung abgeschlossen wurde, darf weitergeschaltet werden. b und c sind sachlich falsch; d beschreibt die Setzlogik der ersten Stufe beim Anlauf, nicht das reguläre Weiterschalten.
Wozu dient das ODER-Glied an der ersten Taktstufe?
- a) Es verbindet zwei Zylinder
- b) Es drosselt die Geschwindigkeit
- c) Es ermöglicht das Setzen der Stufe entweder durch Startimpuls oder durch Rücksprung der letzten Stufe
- d) Es schaltet bei Überdruck ab
Richtig: c)
Erklärung: Richtig ist c. Die erste Stufe muss aus zwei Quellen gesetzt werden können: beim Anlaufen durch den Start, im Zyklus durch den Rücksprung. a, b und d benennen Funktionen, die das ODER-Glied hier nicht hat.
Eine Schrittkette läuft nach dem Einschalten nicht an, obwohl Druck anliegt und alle Ventile in Ordnung sind. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?
- a) Ein Zylinder ist defekt
- b) Es fehlt der Startimpuls, der die erste Stufe aus dem Nullzustand setzt
- c) Der Kompressor ist zu klein
- d) Die Endschalter sind vertauscht
Richtig: b)
Erklärung: Richtig ist b. Im Nullzustand kann sich die Kette ohne externen Startimpuls nicht selbst setzen. a und c sind Hardwareprobleme, die hier ausgeschlossen wurden; vertauschte Endschalter (d) würden einen falschen Ablauf, aber nicht zwingend ein vollständiges Stillstehen verursachen.
Warum darf der Startimpuls mit einer Grundstellungsabfrage verknüpft werden?
- a) Um Energie zu sparen
- b) Um die Zykluszeit zu messen
- c) Um den Druck zu regeln
- d) Damit die Kette nur aus einem definierten, sicheren Ausgangszustand startet
Richtig: d)
Erklärung: Richtig ist d. Die Abfrage „alle Zylinder in Grundstellung“ verhindert, dass die Anlage aus einer halbfertigen Bewegung heraus losläuft. Die anderen Optionen beschreiben unbeteiligte Funktionen.
Was passiert mit einer Taktstufe, sobald ihre Folgestufe gesetzt wird?
- a) Sie wird gelöscht, sodass wieder nur eine Stufe aktiv ist
- b) Sie bleibt zusätzlich aktiv
- c) Sie übernimmt die Endlagenabfrage der Folgestufe
- d) Sie verdoppelt ihren Stellbefehl
Richtig: a)
Erklärung: Richtig ist a. Das Löschen der Vorstufe ist zwingend, damit zu jedem Zeitpunkt genau eine Stufe aktiv ist. b würde mehrere gleichzeitig aktive Stufen bedeuten und das ganze Prinzip aushebeln; c und d sind sachlich unsinnig.
Worin liegt der Vorteil der Schrittkette beim Erweitern eines Ablaufs?
- a) Man muss die gesamte Kette neu aufbauen
- b) Erweiterungen sind grundsätzlich nicht möglich
- c) Ein zusätzlicher Schritt lässt sich modular einfügen, ohne die übrige Kette zu ändern
- d) Jede Erweiterung halbiert die Zykluszeit
Richtig: c)
Erklärung: Richtig ist c. Weil jede Stufe nur ihren direkten Nachfolger kennt, bleibt der Rest der Kette beim Einfügen unberührt. a widerspricht genau diesem Vorteil, b ist falsch, d ist frei erfunden.
Welche Aussage zur Beziehung zwischen pneumatischer Schrittkette und SPS-Ablaufsteuerung ist korrekt?
- a) Die SPS-Ablaufsteuerung mit Schritten und Transitionen ist die digitale Entsprechung der Taktstufenkette
- b) Beide haben nichts miteinander zu tun
- c) Die SPS ersetzt die Schrittkette durch reine Zeitsteuerung
- d) Die Schrittkette ist eine Weiterentwicklung der SPS
Richtig: a)
Erklärung: Richtig ist a. Schritt und Transition entsprechen dem Muster aktive Stufe – erfüllte Bedingung – Weiterschalten. b ist falsch, c unterstellt eine reine Zeitsteuerung, die nicht zutrifft, d kehrt die historische und logische Reihenfolge um.
Eine Stufe gibt ihr Weiterschaltsignal, obwohl die Anlage erkennbar im falschen Schritt steht. Welcher Aufbaufehler ist am wahrscheinlichsten?
- a) Das Speicherglied ist zu groß dimensioniert
- b) Das Weiterschaltsignal wurde direkt aus dem Endschalter ohne UND-Verknüpfung mit der Stufe gebildet
- c) Der Startimpuls fehlt
- d) Die Grundstellungsabfrage ist doppelt vorhanden
Richtig: b)
Erklärung: Richtig ist b. Fehlt die UND-Verknüpfung mit der aktiven Stufe, schaltet der Endschalter in jedem Schritt weiter – genau das erzeugt das beschriebene Fehlverhalten. a ist technisch bedeutungslos, c würde ein Nichtanlaufen, nicht ein Fehlschalten verursachen, d hätte keine solche Wirkung.
Glossar
- Taktstufe
- Ein gespeicherter Zustand innerhalb einer Schrittkette, der genau einem Schritt des Ablaufs entspricht; zu jedem Zeitpunkt ist nur eine Taktstufe aktiv.
- Schrittkette
- Steuerungsmethode, die einen mehrstufigen Ablauf in einzelne, nacheinander aktive Taktstufen zerlegt und so Signalüberschneidungen konstruktiv vermeidet.
- Weiterschaltsignal
- Das Signal, das die nächste Taktstufe setzt; es entsteht aus der UND-Verknüpfung von aktiver Stufe und erreichter Endlage.
- Löschsignal
- Das Signal, mit dem eine neu gesetzte Stufe ihre Vorstufe zurücksetzt, damit immer nur eine Stufe aktiv bleibt.
- Speicherglied
- Element, das einen Schaltzustand hält, bis es aktiv zurückgesetzt wird; in der Pneumatik meist als bistabiles Wegeventil oder Speicherschaltung ausgeführt.
- Startimpuls
- Setzsignal for die erste Stufe beim Anlaufen der Kette, üblicherweise aus Start-Taster und Grundstellungsabfrage gebildet und über ein ODER-Glied eingespeist.
- Grundstellung
- Definierter Ausgangszustand der Anlage, in dem alle Zylinder ihre Ruhelage einnehmen; Voraussetzung für einen sicheren Start der Kette.
- Einzelzyklus / Dauerzyklus
- Betriebsarten der Kette: Beim Einzelzyklus läuft der Ablauf einmal durch und stoppt, beim Dauerzyklus springt die Kette automatisch zurück und wiederholt sich.
