Netzwerk-Grundlagen: IP-Adresse, Subnetz, Switch
In einer modernen Anlage steht selten ein Gerät allein. Die SPS gibt Sollwerte an den Frequenzumrichter, das Bedienpanel zeigt Störmeldungen an, eine Kamera prüft Teile, und alles hängt am selben Netzwerk. Damit diese Geräte sich gegenseitig finden und Daten austauschen, brauchen sie Adressen und klare Regeln, wer mit wem reden darf.
Genau darum geht es hier. Du lernst, wie eine IP-Adresse aufgebaut ist, wofür die Subnetzmaske gut ist und warum sie oft über Erfolg oder Misserfolg einer Inbetriebnahme entscheidet. Und du verstehst, was ein Switch im Schaltschrank eigentlich macht. Das ist das Fundament, auf dem später Protokolle wie PROFINET oder EtherCAT aufsetzen.
Vorwissen
- Zahlensysteme: binär, hex, BCD
- Analoge und digitale Signale
- Elektrische Größen und Grundbegriffe
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- eine IPv4-Adresse in Dezimal- und Binärschreibweise lesen und zwischen beiden umrechnen
- aus IP-Adresse und Subnetzmaske die Netzadresse, die Broadcast-Adresse und die Anzahl möglicher Hosts berechnen
- entscheiden, ob zwei Geräte ohne Gateway direkt miteinander kommunizieren können
- die Aufgabe eines Switches erklären und ihn von Hub und Router abgrenzen
- ein einfaches IP-Konzept für eine kleine Anlage planen und typische Netzwerkfehler systematisch eingrenzen
1. Warum Netzwerke in der Automatisierung?
Früher war eine Steuerung eine Insel: Eingänge rein, Programm durchlaufen, Ausgänge raus. Heute ist die SPS nur ein Teilnehmer unter vielen. Das Bedienpanel (HMI) holt sich Werte aus der Steuerung, der Frequenzumrichter bekommt seine Drehzahl-Vorgabe über das Netz, und der Servicetechniker klemmt sein Notebook an, um online zu beobachten, was passiert. All diese Geräte tauschen Daten über ein gemeinsames Netzwerk aus.
Die physische Grundlage dafür ist fast immer Ethernet – dieselbe Technik wie im Büro, nur robuster ausgeführt. Verbunden wird mit Twisted-Pair-Leitungen und den bekannten RJ45-Steckern, im Industrieumfeld oft geschirmt und mit verriegelbaren Steckverbindern. Ethernet liefert die „Straße“, auf der die Daten fahren. Welche Verkehrsregeln auf dieser Straße gelten, legen darüber liegende Protokolle fest. Konkrete Industrieprotokolle wie PROFINET, EtherCAT oder Modbus TCP bauen alle auf den Grundlagen auf, die hier erklärt werden – sie sind aber jeweils eigene Themen.
Jedes netzwerkfähige Gerät hat zwei verschiedene Adressen, und der Unterschied ist wichtig:
Die MAC-Adresse (Media Access Control) ist fest im Gerät gespeichert, vom Hersteller vergeben und weltweit eindeutig. Sie ändert sich nie. Man kann sie sich wie die Seriennummer einer Netzwerkkarte vorstellen – fest verdrahtet, sechs Bytes lang, meist in der Form 00:1B:1C:2A:5F:08.
Die IP-Adresse dagegen wird konfiguriert. Sie sagt, in welchem Netz das Gerät steht und welche Nummer es dort hat. Dieselbe SPS bekommt im Werk A vielleicht die 192.168.0.10 und nach dem Umbau im Werk B die 10.0.5.10 – die MAC-Adresse bleibt dabei gleich, die IP-Adresse wird passend zum Netz gesetzt.
Diese Trennung ist kein Zufall. Die MAC-Adresse beantwortet die Frage „welches physische Gerät“, die IP-Adresse die Frage „wo im Netz“. Beide arbeiten zusammen, und im weiteren Verlauf wirst du sehen, dass der Switch sich um die MAC-Adressen kümmert, während die Subnetz-Regeln auf den IP-Adressen beruhen.
Eine SPS wird aus Werk A in Werk B umgesetzt, wo ein anderer Adressbereich verwendet wird. Was passiert mit ihren Adressen?
- a) MAC- und IP-Adresse müssen beide neu vergeben werden
- b) Die MAC-Adresse ändert sich automatisch, die IP-Adresse bleibt
- c) Beide Adressen bleiben unverändert, weil sie geräteabhängig sind
- d) Die IP-Adresse wird neu konfiguriert, die MAC-Adresse bleibt unverändert
Richtig: d)
Die MAC-Adresse ist vom Hersteller fest vergeben und ändert sich nie. Die IP-Adresse wird konfiguriert und muss zum jeweiligen Netz passen – also im neuen Werk angepasst werden. Antwort a ist falsch, weil die MAC nicht vergeben werden kann; b verwechselt die beiden; c ignoriert, dass die IP zum Netzpassen muss.
Warum braucht ein Gerät überhaupt sowohl eine MAC- als auch eine IP-Adresse?
- a) Die MAC-Adresse identifiziert das physische Gerät, die IP-Adresse seinen Ort im Netz
- b) Aus Redundanz, falls eine Adresse ausfällt
- c) Die MAC-Adresse ist für das Internet, die IP-Adresse für das lokale Netz
- d) Beide sind identisch, nur in unterschiedlicher Schreibweise
Richtig: a)
Die beiden Adressen beantworten unterschiedliche Fragen: MAC = welches Gerät (physisch, fest), IP = wo im Netz (logisch, konfigurierbar). b ist erfunden, c dreht die Zuständigkeit um, d ist schlicht falsch – die Adressen haben völlig verschiedene Formate und Aufgaben.
2. Die IP-Adresse (IPv4)
Eine IPv4-Adresse besteht aus vier Zahlen, getrennt durch Punkte, zum Beispiel 192.168.0.10. Jede dieser vier Zahlen heißt Oktett, weil sie im Hintergrund aus genau acht Bit besteht. Acht Bit ergeben Werte von 0 bis 255 – deshalb darf in keinem Oktett eine Zahl über 255 stehen. Eine Adresse wie 192.300.0.1 ist also schlicht ungültig.
Im Hintergrund ist jedes Oktett eine Binärzahl. Die 192 sieht im Binärsystem so aus:
192 dezimal = 1100 0000 binär
Jede Stelle einer Binärzahl hat einen festen Stellenwert – eine Zweierpotenz. Von rechts nach links: 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128. Um eine Binärzahl in eine Dezimalzahl umzurechnen, addiert man die Stellenwerte aller Stellen, an denen eine 1 steht:
N = b7·2^7 + b6·2^6 + b5·2^5 + b4·2^4 + b3·2^3 + b2·2^2 + b1·2^1 + b0·2^0
- N … Dezimalwert des Oktetts
- b7…b0 … die acht Bit, jeweils 0 oder 1
- 2^7…2^0 … Stellenwerte 128, 64, 32, 16, 8, 4, 2, 1
Für 1100 0000 sind nur die beiden höchsten Stellen gesetzt: 128 + 64 = 192. Andersherum zerlegt man eine Dezimalzahl, indem man von 128 abwärts prüft, welche Stellenwerte hineinpassen.
Warum überhaupt binär denken? Weil die Subnetzmaske im nächsten Kapitel nur in Binärschreibweise wirklich verständlich wird. Wer das Oktett im Kopf zerlegen kann, versteht sofort, was eine Maske mit einer Adresse macht.
Eine IP-Adresse besteht aus zwei Teilen: einem Netz-Anteil und einem Host-Anteil. Der Netz-Anteil sagt, zu welchem Netz das Gerät gehört, the Host-Anteil ist die individuelle Nummer innerhalb dieses Netzes. Wo genau die Grenze zwischen beiden liegt, bestimmt die Subnetzmaske – dazu kommen wir gleich. Wichtig vorab: Geräte im selben Netz haben denselben Netz-Anteil und unterscheiden sich nur im Host-Anteil.
In der Automatisierung arbeitet man fast ausschließlich mit privaten Adressbereichen. Das sind Bereiche, die für interne Netze reserviert sind und nicht im öffentlichen Internet auftauchen:
| Bereich | Von | Bis |
|---|---|---|
| 10er-Netz | 10.0.0.0 | 10.255.255.255 |
| 172er-Netz | 172.16.0.0 | 172.31.255.255 |
| 192er-Netz | 192.168.0.0 | 192.168.255.255 |
Der mit Abstand häufigste in kleinen Anlagen ist 192.168.x.x. Innerhalb eines solchen Netzes muss jede Adresse genau einmal vorkommen. Vergibt man dieselbe IP-Adresse zweimal, gibt es einen Adresskonflikt, und mindestens eines der beiden Geräte ist nicht mehr sauber erreichbar.
Gelöstes Beispiel
Rechne das Oktett 168 in eine Binärzahl um.
Gegeben: Dezimalwert: 168, Stellenwerte: 128, 64, 32, 16, 8, 4, 2, 1
Gesucht: 8-Bit-Binärdarstellung
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Größten passenden Stellenwert suchen: 168 − 128 = 40 → Bit für 128 ist 1
- Schritt 2 — Mit dem Rest weiter: 40 − 32 = 8 → Bit für 64 ist 0, Bit für 32 ist 1
- Schritt 3 — Rest zerlegen: 8 − 8 = 0 → Bits für 16 ist 0, Bit für 8 ist 1, der Rest 0. Zusammengesetzt von 128 bis 1: 1 0 1 0 1 0 0 0
Ergebnis: 168 dezimal = 1010 1000 binär
Übungen
Rechne das Oktett 192 in eine Binärzahl um.
128 + 64 = 192, also 1100 0000.
Rechne die Binärzahl 0000 0001 in eine Dezimalzahl um.
Nur das Bit mit Stellenwert 1 ist gesetzt, also 1.
Rechne das Oktett 10 in eine Binärzahl um.
8 + 2 = 10, also 0000 1010.
Rechne die Binärzahl 1111 1111 in eine Dezimalzahl um.
128+64+32+16+8+4+2+1 = 255. Das ist der größtmögliche Wert eines Oktetts.
Eine vollständige Adresse soll umgerechnet werden: Schreibe 192.168.0.255 Oktett für Oktett in Binärform.
192 = 1100 0000, 168 = 1010 1000, 0 = 0000 0000, 255 = 1111 1111. Gesamt: 11000000.10101000.00000000.11111111.
Welche der folgenden IPv4-Adressen ist ungültig?
- a) 10.0.0.1
- b) 192.168.255.254
- c) 172.20.0.300
- d) 192.168.0.0
Richtig: c)
Jedes Oktett darf höchstens 255 sein, weil es aus acht Bit besteht. Die 300 im letzten Oktett von c überschreitet diesen Bereich. a, b und d liegen alle im gültigen Bereich – auch wenn 192.168.0.0 als reine Netzadresse eine Sonderrolle hat, ist sie formal gültig aufgebaut.
Das Oktett 1100 1000 soll dezimal gelesen werden. Welcher Wert ergibt sich?
- a) 200
- b) 192
- c) 168
- d) 208
Richtig: a)
Gesetzt sind die Stellen 128, 64 und 8: 128 + 64 + 8 = 200. Wer nur 128 + 64 rechnet, landet bei 192 (b) und übersieht das gesetzte 8er-Bit. c und d ergeben sich aus anderen Bitkombinationen und passen nicht.
Warum nutzt man in Anlagennetzen private Adressbereiche wie 192.168.x.x?
- a) Weil sie schneller übertragen werden als andere Adressen
- b) Weil nur diese Adressen mit Switches funktionieren
- c) Weil sie automatisch jeden Adresskonflikt verhindern
- d) Weil sie für interne Netze reserviert sind und nicht im öffentlichen Internet auftauchen
Richtig: d)
Private Bereiche sind genau für interne, nicht-öffentliche Netze vorgesehen. Geschwindigkeit (a) hängt nicht vom Adressbereich ab; Switches arbeiten adressbereichsunabhängig (b); und Konflikte verhindert kein Bereich von selbst – doppelte Adressen muss man immer aktiv vermeiden (c).
3. Subnetzmaske und CIDR
Die IP-Adresse allein verrät noch nicht, wo der Netz-Anteil aufhört und der Host-Anteil beginnt. Diese Grenze zieht die Subnetzmaske. Sie ist genauso aufgebaut wie eine IP-Adresse – vier Oktette – und sieht typischerweise so aus: 255.255.255.0.
Der Trick: In Binärschreibweise ist die Maske eine durchgehende Folge von Einsen, gefolgt von Nullen.
255.255.255.0 = 11111111.11111111.11111111.00000000
Überall, wo in der Maske eine 1 steht, gehört die entsprechende Stelle der IP-Adresse zum Netz-Anteil. Überall, wo eine 0 steht, gehört sie zum Host-Anteil. Bei 255.255.255.0 are also die ersten drei Oktette das Netz, das letzte Oktett der Host.
Weil die Maske immer aus zusammenhängenden Einsen besteht, kann man sie kurz schreiben, indem man einfach die Anzahl der Einsen angibt. Das ist die CIDR-Schreibweise (Classless Inter-Domain Routing). 255.255.255.0 hat 24 Einsen und wird deshalb als /24 geschrieben. Eine Adresse mit Maske notiert man dann kompakt als 192.168.0.10/24.
Um aus einer Adresse die zugehörige Netzadresse zu bestimmen, verknüpft man Adresse und Maske bitweise mit UND. Bei der UND-Verknüpfung kommt nur dort eine 1 heraus, wo in beiden Werten eine 1 steht:
IP-Adresse: 192.168.0.10 = 11000000.10101000.00000000.00001010
Maske /24: 11111111.11111111.11111111.00000000
UND-Ergebnis: 192.168.0.0 = 11000000.10101000.00000000.00000000
Das Ergebnis 192.168.0.0 ist die Netzadresse – die Adresse, die das Netz als Ganzes bezeichnet. Sie wird keinem Gerät zugewiesen.
Das Gegenstück ist die Broadcast-Adresse: Im Host-Anteil stehen hier alle Bit auf 1. Bei 192.168.0.0/24 ist das 192.168.0.255. Eine Nachricht an diese Adresse erreicht alle Geräte im Netz gleichzeitig. Auch die Broadcast-Adresse wird keinem einzelnen Gerät gegeben.
Damit liegt fest, wie viele Geräte in ein Netz passen. Der Host-Anteil hat eine bestimmte Anzahl Bit; jede Kombination ist eine mögliche Hostnummer. Zwei davon sind aber reserviert (Netzadresse und Broadcast), also:
Anzahl Hosts = 2^(32 − Präfix) − 2
- Präfix … Anzahl der Einsen in der Maske (CIDR-Zahl)
- 32 … Gesamtzahl der Bit einer IPv4-Adresse
- −2 … Abzug für Netzadresse und Broadcast-Adresse
Bei /24 sind das 32 − 24 = 8 Host-Bit, also 2^8 − 2 = 254 mögliche Geräte. Das reicht für die meisten Anlagen locker. Die folgende Tabelle zeigt die in der Praxis häufigsten Masken:
| CIDR | Maske | Host-Bit | Mögliche Hosts |
|---|---|---|---|
| /24 | 255.255.255.0 | 8 | 254 |
| /16 | 255.255.0.0 | 16 | 65.534 |
| /8 | 255.0.0.0 | 24 | 16.777.214 |
In kleinen und mittleren Anlagen ist /24 der Normalfall. Größere Netze mit vielen Teilnehmern nutzen /16.
Gelöstes Beispiel
Eine Anlage nutzt die Adresse 192.168.0.10 mit der Maske /24. Bestimme Netzadresse, Broadcast-Adresse und die Anzahl möglicher Geräte.
Gegeben: IP-Adresse: 192.168.0.10, Präfix: /24 (Maske 255.255.255.0)
Gesucht: Netzadresse, Broadcast-Adresse, Anzahl Hosts
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Netz- und Host-Anteil trennen: /24 bedeutet: die ersten drei Oktette sind Netz, das letzte ist Host.
- Schritt 2 — Netzadresse (Host-Anteil auf 0): Netzadresse = 192.168.0.0
- Schritt 3 — Broadcast-Adresse (Host-Anteil auf Maximum): Broadcast = 192.168.0.255
- Schritt 4 — Hostanzahl: 2^(32−24) − 2 = 2^8 − 2 = 256 − 2 = 254
Ergebnis: Netzadresse 192.168.0.0, Broadcast 192.168.0.255, 254 mögliche Geräte.
Übungen
Wie viele Host-Bit hat eine Maske /24?
32 − 24 = 8 Host-Bit.
Wie schreibt man die Maske 255.255.0.0 in CIDR-Schreibweise?
Sie hat 16 Einsen, also /16.
Wie viele Geräte passen maximal in ein /16-Netz?
2^(32−16) − 2 = 2^16 − 2 = 65.534.
Eine Anlage nutzt 10.0.5.0/24. Wie lautet die Broadcast-Adresse?
Host-Anteil auf Maximum: 10.0.5.255.
Ein Netz /26 hat die Maske 255.255.255.192. Wie viele Geräte passen hinein und warum ist diese Maske im letzten Oktett nicht 0 oder 255?
2^(32−26) − 2 = 2^6 − 2 = 62 Geräte. Das vierte Oktett der Maske ist 192 (= 1100 0000), weil von den acht Bit des letzten Oktetts zwei zum Netz und sechs zum Host gehören – die Trennung verläuft mitten durch das Oktett.
Ein Gerät hat die Adresse 192.168.5.40/24. Wie lautet die Netzadresse?
- a) 192.168.5.40
- b) 192.168.0.0
- c) 192.168.5.0
- d) 192.168.5.255
Richtig: c)
Bei /24 bilden die ersten drei Oktette das Netz, das letzte wird im Host-Anteil auf 0 gesetzt: 192.168.5.0. Antwort a ist die Geräteadresse selbst, d ist die Broadcast-Adresse, und b setzt fälschlich auch das dritte Oktett auf 0 (das wäre erst bei /16 korrekt).
Warum zieht man bei der Hostanzahl genau 2 ab?
- a) Für Netzadresse und Broadcast-Adresse
- b) Für Gateway und DNS-Server
- c) Für die Maske und das Gateway
- d) Weil zwei Adressen immer defekt sind
Richtig: a)
Die Netzadresse (Host-Anteil ganz 0) und die Broadcast-Adresse (Host-Anteil ganz 1) are reserviert und dürfen keinem Gerät zugewiesen werden. Ein Gateway (b) belegt zwar eine Adresse, ist aber ein normaler Host und nicht der Grund für den Abzug; c und d sind frei erfunden.
Eine Maske ist als /25 angegeben. Wie lautet das vierte Oktett der Maske dezimal?
- a) 255
- b) 0
- c) 192
- d) 128
Richtig: d)
/25 bedeutet 25 Einsen: die ersten drei Oktette voll (24 Einsen) plus eine weitere im vierten Oktett. Ein einzelnes gesetztes höchstes Bit ergibt 1000 0000 = 128. Antwort c (192) entspräche /26 mit zwei Bit, a wäre ein volles Oktett (/32-Anteil), b gar kein gesetztes Bit.
4. Gleiches Subnetz – wer darf mit wem reden?
Jetzt kommt die Regel, an der in der Praxis die meisten Inbetriebnahmen scheitern. Sie ist einfache, aber folgenreich:
Zwei Geräte können nur dann direkt miteinander kommunizieren, wenn sie im selben Subnetz liegen. Im selben Subnetz heißt: Sie haben dieselbe Netzadresse. Und ob das so ist, prüft man, indem man bei beiden Geräten die IP-Adresse mit der Maske UND-verknüpft und schaut, ob dieselbe Netzadresse herauskommt.
Ein Beispiel mit zwei Geräten an /24:
SPS: 192.168.0.10/24 → Netzadresse 192.168.0.0
HMI: 192.168.0.20/24 → Netzadresse 192.168.0.0
Beide landen bei 192.168.0.0. Gleiches Subnetz – die beiden finden sich und tauschen Daten direkt aus. Jetzt das Gegenbeispiel:
SPS: 192.168.0.10/24 → Netzadresse 192.168.0.0
HMI: 192.168.1.20/24 → Netzadresse 192.168.1.0
Das dritte Oktett ist verschieden, also unterschiedliche Netzadressen. Diese beiden Geräte können sich nicht direkt erreichen, obwohl sie am selben Switch hängen und die Verkabelung tadellos ist. Für das Netzwerk liegen sie in zwei verschiedenen Welten.
Genau hier passiert der Klassiker bei der Inbetriebnahme: Die Verkabelung stimmt, die Link-LEDs leuchten, trotzdem kommt keine Verbindung zustande. Sehr oft liegt es daran, dass eine falsche Subnetzmaske eingestellt ist oder ein Gerät versehentlich in einem anderen Adressbereich steht. Wer die UND-Regel im Kopf hat, prüft als Erstes: Liegen beide Geräte wirklich im selben Subnetz?
Was aber, wenn Geräte aus verschiedenen Subnetzen doch miteinander reden sollen? Dann braucht es einen Vermittler – das Default-Gateway. Das Gateway ist die Adresse, an die ein Gerät alle Pakete schickt, deren Ziel außerhalb des eigenen Subnetzes liegt. Es leitet sie ins richtige Netz weiter. In kleinen Anlagen ist das oft ein Router oder eine Steuerung mit zwei Netzwerkkarten. Die eigentliche Wegfindung zwischen Netzen – das Routing – ist ein Thema für sich; hier reicht das Prinzip: Innerhalb des Subnetzes geht es direkt, über die Subnetzgrenze hinweg nur über das Gateway.
Gelöstes Beispiel
Können 192.168.10.5/24 and 192.168.10.200/24 direkt kommunizieren?
Gegeben: Gerät A: 192.168.10.5/24, Gerät B: 192.168.10.200/24
Gesucht: gleiche Netzadresse ja/nein
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Netzadresse Gerät A (/24, letztes Oktett auf 0): 192.168.10.0
- Schritt 2 — Netzadresse Gerät B: 192.168.10.0
- Schritt 3 — Vergleich: Beide Netzadressen sind gleich.
Ergebnis: Ja, gleiches Subnetz – direkte Kommunikation möglich.
Übungen
Liegen 192.168.0.50/24 und 192.168.0.51/24 im selben Subnetz?
Beide haben Netzadresse 192.168.0.0 – ja, gleiches Subnetz.
Liegen 10.0.1.10/24 und 10.0.2.10/24 im selben Subnetz?
Netzadressen 10.0.1.0 und 10.0.2.0 – verschieden, also nein.
Ein FU hat 192.168.0.30/24, die SPS 192.168.0.31 aber mit Maske /25. Liegen sie im selben Subnetz?
Bei /25 ist das vierte Oktett mit Stellenwert 128 geteilt. .30 und .31 liegen beide unter 128, also im selben unteren Halb-Netz (Netzadresse 192.168.0.0). Da auch die ersten drei Oktette gleich sind: ja. Vorsicht aber – die beiden Geräte haben unterschiedliche Masken, was bei anderen Hostnummern zu Problemen führen kann.
Welche Adresse trägt ein Gerät ein, um ein anderes Subnetz erreichen zu können?
Die Adresse des Default-Gateways.
Zwei Geräte hängen am selben Switch, Link-LEDs leuchten, aber kein Ping kommt durch. Geräte: 192.168.4.10/24 und 192.168.40.10/24. Wo liegt der Fehler?
Das dritte Oktett unterscheidet sich (4 gegen 40), die Netzadressen sind 192.168.4.0 und 192.168.40.0. Unterschiedliche Subnetze – ohne Gateway keine direkte Kommunikation. Die Verkabelung ist nicht das Problem.
Eine SPS (192.168.1.10/24) erreicht ein HMI (192.168.2.10/24) nicht, obwohl beide am selben Switch hängen und alle LEDs leuchten. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?
- a) Der Switch ist defekt
- b) Die MAC-Adressen kollidieren
- c) Die beiden Geräte liegen in unterschiedlichen Subnetzen
- d) Das Netzwerkkabel ist zu lang
Richtig: c)
Die Netzadressen sind 192.168.1.0 und 192.168.2.0 – verschieden, also kein direkter Kontakt ohne Gateway. Ein defekter Switch (a) würde meist die LEDs betreffen; MAC-Adressen kollidieren praktisch nie (b); Kabellänge (d) würde sich anders äußern und ist hier nicht das Thema.
Wofür ist das Default-Gateway zuständig?
- a) Es vergibt automatisch IP-Adressen an alle Geräte
- b) Es verbindet Geräte innerhalb desselben Subnetzes
- c) Es leitet Pakete weiter, deren Ziel außerhalb des eigenen Subnetzes liegt
- d) Es speichert die MAC-Adressen aller Geräte
Richtig: c)
Das Gateway ist der Übergang in andere Netze – Pakete mit Ziel außerhalb des Subnetzes gehen dorthin. IP-Vergabe (a) macht ein DHCP-Server; innerhalb des Subnetzes braucht es kein Gateway (b); MAC-Adressen lernt der Switch, nicht das Gateway (d).
Zwei Geräte haben dieselbe IP-Adresse im selben Netz. Was passiert?
- a) Beide arbeiten doppelt so schnell
- b) Das Gateway verteilt die Last automatisch
- c) Der Switch trennt eines der Geräte dauerhaft ab
- d) Es entsteht ein Adresskonflikt, mindestens ein Gerät ist nicht sauber erreichbar
Richtig: d)
Eine IP-Adresse muss im Netz eindeutig sein. Doppelte Adressen führen zum Konflikt; Pakete werden nicht zuverlässig zugestellt. a und b sind erfunden, und der Switch löst das Problem nicht eigenständig (c) – er kennt nur MAC-Adressen, nicht die IP-Logik.
5. Der Switch
Wenn mehrere Geräte vernetzt werden sollen, braucht es ein Bauteil, das sie zusammenführt. Das ist der Switch. Er ist das zentrale Verteilelement im Schaltschrank: Jedes Gerät bekommt eine Leitung zu einem Switch-Port, und der Switch sorgt dafür, dass die Daten zum richtigen Empfänger gelangen. Diese Verkabelung – alle Geräte sternförmig auf ein zentrales Element – nennt man Stern-Topologie.
Das Besondere am Switch: Er arbeitet auf Ebene der MAC-Adressen, nicht der IP-Adressen. Sobald ein Gerät die erste Nachricht sendet, merkt sich der Switch, an welchem Port die MAC-Adresse dieses Geräts hängt. Diese Zuordnung speichert er in einer internen Tabelle, der MAC-Tabelle. Kommt später eine Nachricht für genau diese MAC-Adresse herein, schickt der Switch sie gezielt nur an den richtigen Port – nicht an alle anderen.
Genau das unterscheidet ihn vom älteren Hub. Ein Hub kennt keine Adressen; er schickt jede empfangene Nachricht stumpf an alle Ports gleichzeitig. Das überflutet das Netz, und wenn zwei Geräte zugleich senden, kommt es zu Kollisionen. In der Automatisierung sind Hubs deshalb längst verschwunden. Der Switch dagegen leitet gezielt weiter, vermeidet Kollisionen und hält das Netz schlank – ein klarer Vorteil, wenn deterministisches Verhalten gefragt ist.
Vom Router unterscheidet sich der Switch ebenfalls deutlich. Der Switch verbindet Geräte innerhalb desselben Subnetzes. Der Router dagegen steht an der Grenze zwischen verschiedenen Netzen und übernimmt genau die Vermittlung, die wir im vorigen Kapitel dem Gateway zugeordnet haben. Kurz gesagt: Switch = innerhalb eines Netzes, Router = zwischen Netzen.
In der Praxis trifft man auf zwei Arten. Ein Unmanaged Switch funktioniert ohne Konfiguration: einstecken, läuft. Ein Managed Switch lässt sich konfigurieren und bietet Diagnose, Priorisierung von Datenverkehr und weitere Funktionen, die in größeren Automatisierungsnetzen oft gebraucht werden. Für eine einfache Maschine reicht meist der Unmanaged Switch, für eine größere vernetzte Anlage greift man zum Managed Switch.
Hier siehst du eine typische Stern-Topologie im Schaltschrank: SPS, HMI und Frequenzumrichter hängen alle an einem zentralen Switch.
Worin unterscheidet sich ein Switch grundlegend von einem Hub?
- a) Der Switch leitet Daten gezielt an den richtigen Port, der Hub an alle Ports
- b) Der Switch ist schneller, arbeitet aber sonst gleich
- c) Der Hub kennt IP-Adressen, der Switch nur MAC-Adressen
- d) Der Switch verbindet Netze, der Hub verbindet Geräte
Richtig: a)
Der entscheidende Unterschied ist die gezielte Weiterleitung: Der Switch nutzt seine MAC-Tabelle und schickt nur an den richtigen Port, der Hub flutet alle Ports. b verkennt den eigentlichen Unterschied; c ist falsch, kein Hub kennt IP-Adressen; d beschreibt eher den Router.
Auf welcher Adressebene arbeitet ein Switch beim Weiterleiten?
- a) IP-Adresse
- b) MAC-Adresse
- c) Gateway-Adresse
- d) Broadcast-Adresse
Richtig: b)
Der Switch lernt und nutzt MAC-Adressen, um Pakete dem richtigen Port zuzuordnen. Die IP-Ebene (a) ist Sache von Router und Gateway; eine Gateway-Adresse (c) ist nur eine bestimmte IP; Broadcast (d) ist ein Sonderfall des Versands, keine Arbeitsebene des Switches.
Wann ist in einer Anlage ein Managed Switch sinnvoll?
- a) Nie, Unmanaged Switches sind immer ausreichend
- b) Nur wenn keine SPS im Netz ist
- c) Ausschließlich für die Verbindung ins Internet
- d) Wenn Diagnose, Priorisierung von Datenverkehr oder gezielte Konfiguration gebraucht werden
Richtig: d)
Managed Switches lohnen sich, sobald man Diagnose, Verkehrspriorisierung oder Konfiguration braucht – typisch in größeren Automatisierungsnetzen. a verallgemeinert falsch; b stellt einen erfundenen Zusammenhang her; c schränkt unzulässig auf Internetzugang ein.
6. Praxis: Anlagennetz aufbauen und prüfen
Ein sauberes Anlagennetz beginnt nicht mit dem Kabel, sondern mit einem IP-Konzept. Bevor das erste Gerät angeklemmt wird, legt man fest, welcher Adressbereich verwendet wird und welche Adresse welches Gerät bekommt. In der Automatisierung vergibt man dafür feste IP-Adressen statt automatischer Vergabe per DHCP. Der Grund ist einfach: Eine SPS muss immer unter derselben Adresse erreichbar sein, sonst findet das HMI sie nach einem Neustart nicht mehr. Eine zufällig wechselnde Adresse wäre in einer Maschine ein Albtraum.
Ein typisches Konzept für ein kleines /24-Netz könnte so aussehen:
| Gerät | IP-Adresse |
|---|---|
| Gateway / Router | 192.168.0.1 |
| SPS | 192.168.0.10 |
| HMI | 192.168.0.20 |
| Frequenzumrichter | 192.168.0.30 |
| Programmiergerät (Service) | 192.168.0.100 |
Mit etwas Abstand zwischen den Nummern bleibt Platz für spätere Erweiterungen. Wichtig ist nur, dass jede Adresse genau einmal vergeben wird – ein Adresskonflikt durch eine doppelt genutzte IP ist einer der häufigsten und ärgerlichsten Fehler überhaupt.
Wenn das Netz steht und ein Gerät sich nicht meldet, hilft systematisches Vorgehen. Das einfachste Prüfmittel ist der Befehl ping. Man öffnet auf dem Programmiergerät die Eingabeaufforderung und tippt zum Beispiel ping 192.168.0.10. Antwortet das Gerät, steht die Verbindung auf IP-Ebene. Kommt keine Antwort, arbeitet man eine kurze Liste ab:
Stimmt die Subnetzmaske auf beiden Geräten? Liegen beide im selben Adressbereich (gleiche ersten drei Oktette bei /24)? Ist die Verkabelung in Ordnung, leuchten die Link-LEDs am Switch-Port? Gibt es vielleicht einen Adresskonflikt, weil zwei Geräte dieselbe IP tragen?
Ein zweites, oft unterschätztes Werkzeug ist der Befehl arp -a. Er zeigt die ARP-Tabelle des eigenen Geräts – also die Zuordnung von IP-Adressen zu MAC-Adressen, die der Rechner zuletzt gesehen hat. Das ist deshalb wertvoll, weil ein Gerät manchmal auf ping nicht antwortet, obwohl es physisch sauber im Netz hängt – etwa weil eine Firewall die ping-Antworten blockt. In der ARP-Tabelle taucht es dann trotzdem auf, sobald überhaupt Datenverkehr stattgefunden hat. Sieht man die MAC-Adresse des Geräts bei arp -a, weiß man: Die physische Verbindung und die Adressierung stimmen, der Fehler liegt woanders. Fehlt der Eintrag komplett, deutet das eher auf ein Problem mit Verkabelung, Port oder Adressbereich hin.
Geht es um konkrete Industrieprotokolle, kommen weitere Mechanismen dazu. Bei PROFINET etwa werden Geräte zusätzlich über einen Gerätenamen angesprochen, nicht nur über die IP-Adresse. Das ist ein eigenes, größeres Thema und baut direkt auf den hier erklärten Grundlagen auf.
Warum vergibt man in Anlagen meist feste IP-Adressen statt DHCP?
- a) Weil Geräte dauerhaft unter derselben Adresse erreichbar sein müssen
- b) Weil DHCP in der Automatisierung technisch nicht funktioniert
- c) Weil feste Adressen schneller übertragen
- d) Weil DHCP keine privaten Adressbereiche unterstützt
Richtig: a)
Eine SPS oder ein FU muss immer unter derselben Adresse ansprechbar sein, sonst geht die Kommunikation nach einem Neustart verloren. DHCP funktioniert technisch durchaus (b), die Übertragungsgeschwindigkeit hängt nicht an der Vergabeart (c), und DHCP kann private Bereiche sehr wohl vergeben (d).
Ein Antrieb antwortet nicht auf ping, taucht aber bei arp -a mit seiner MAC-Adresse auf. Was schließt man daraus?
- a) Der Antrieb ist defekt und muss getauscht werden
- b) Die MAC-Adresse ist falsch konfiguriert
- c) Die physische Verbindung und Adressierung stehen, der Fehler liegt woanders
- d) Der Switch hat den Port abgeschaltet
Richtig: c)
Erscheint die MAC-Adresse in der ARP-Tabelle, hat das Gerät bereits am Netzverkehr teilgenommen – Leitung und Adressierung sind in Ordnung. Dass ping ausbleibt, deutet eher auf eine geblockte Antwort oder Konfiguration hin. Ein defektes Gerät (a) oder ein abgeschalteter Port (d) würde meist gar keinen ARP-Eintrag liefern; MAC-Adressen sind fest und nicht „falsch konfiguriert“ (b).
Welche Prüfung gehört NICHT auf die Liste, wenn ein Gerät per ping nicht erreichbar ist?
- a) Stimmt die Subnetzmaske auf beiden Geräten?
- b) Liegen beide Geräte im selben Adressbereich?
- c) Hat das Programmiergerät die richtige Wirkungsgradklasse?
- d) Gibt es einen Adresskonflikt durch eine doppelte IP?
Richtig: c)
Eine Wirkungsgradklasse beschreibt die Energieeffizienz von Motoren und hat mit Netzwerkfehlern nichts zu tun – die Antwort gehört nicht in diese Prüfliste. Maske, Adressbereich und Adresskonflikt (a, b, d) sind dagegen alle echte und sinnvolle Prüfschritte.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Rechne das Oktett 172 in eine 8-Bit-Binärzahl um.
Gegeben: Dezimalwert 172, Stellenwerte 128 bis 1
Gesucht: Binärdarstellung
Lösungsweg:
- 172 − 128 = 44 → 128-Bit gesetzt.
- 44 − 32 = 12 → 32-Bit gesetzt.
- 12 − 8 = 4 → 8-Bit gesetzt.
- 4 − 4 = 0 → 4-Bit gesetzt. Gesetzt sind 128, 32, 8, 4.
Ergebnis: 172 = 1010 1100 binär
Aufgabe 2: Rechne die Binärzahl 1101 0001 in eine Dezimalzahl um.
Gegeben: Binärzahl 1101 0001
Gesucht: Dezimalwert
Lösungsweg:
- Gesetzte Stellen: 128, 64, 16, 1.
- Summe: 128 + 64 + 16 + 1.
Ergebnis: 209
Aufgabe 3: Eine Anlage nutzt 192.168.5.0/24. Bestimme Broadcast-Adresse und Anzahl möglicher Geräte.
Gegeben: Netz 192.168.5.0, Präfix /24
Gesucht: Broadcast-Adresse, Hostanzahl
Lösungsweg:
- Host-Anteil auf Maximum → Broadcast 192.168.5.255.
- Hostanzahl 2^(32−24) − 2 = 256 − 2 = 254.
Ergebnis: Broadcast 192.168.5.255, 254 mögliche Geräte
Aufgabe 4: Wie viele Geräte passen maximal in ein Netz mit Präfix /22?
Gegeben: Präfix /22
Gesucht: maximale Hostanzahl
Lösungsweg:
- Host-Bit = 32 − 22 = 10.
- Hostanzahl = 2^10 − 2 = 1024 − 2.
Ergebnis: 1022 mögliche Geräte
Aufgabe 5: Prüfe rechnerisch, ob 10.20.30.40/24 und 10.20.31.40/24 im selben Subnetz liegen.
Gegeben: Gerät A 10.20.30.40/24, Gerät B 10.20.31.40/24
Gesucht: gleiche Netzadresse ja/nein
Lösungsweg:
- Netzadresse A = 10.20.30.0, Netzadresse B = 10.20.31.0.
- Drittes Oktett unterschiedlich.
Ergebnis: Nein, unterschiedliche Subnetze – direkte Kommunikation nur über Gateway
Aufgabe 6: Eine Maske ist /27. Bestimme die Anzahl der Host-Bit und die maximale Gerätezahl.
Gegeben: Präfix /27
Gesucht: Host-Bit, Hostanzahl
Lösungsweg:
- Host-Bit = 32 − 27 = 5.
- Hostanzahl = 2^5 − 2 = 32 − 2.
Ergebnis: 5 Host-Bit, 30 mögliche Geräte
Welche Aussage zur MAC-Adresse ist richtig?
- a) Sie wird bei jeder Inbetriebnahme neu vergeben
- b) Sie ist vom Hersteller fest vergeben und weltweit eindeutig
- c) Sie ändert sich, wenn das Gerät das Subnetz wechselt
- d) Sie ist mit der IP-Adresse identisch
Richtig: b)
Die MAC-Adresse ist fest im Gerät hinterlegt und weltweit eindeutig. Sie wird nicht vergeben (a), ändert sich nicht beim Netzwechsel (c) und unterscheidet sich grundlegend von der IP-Adresse (d), die konfiguriert wird.
Eine Adresse lautet 192.168.0.130/25. In welcher Hälfte des Netzes liegt sie?
- a) In der unteren Hälfte (Netzadresse 192.168.0.0)
- b) In der oberen Hälfte (Netzadresse 192.168.0.128)
- c) Genau auf der Grenze, daher ungültig
- d) Das lässt sich ohne Gateway nicht bestimmen
Richtig: b)
/25 teilt das letzte Oktett am Stellenwert 128. Werte ab 128 liegen in der oberen Hälfte mit Netzadresse 192.168.0.128; .130 gehört also dorthin. a wäre für Werte unter 128 richtig; c und d sind falsch, die Zuordnung ist eindeutig berechenbar.
Was ergibt die UND-Verknüpfung von IP-Adresse und Subnetzmaske?
- a) Die Broadcast-Adresse
- b) Die Netzadresse
- c) Die Gateway-Adresse
- d) Die MAC-Adresse
Richtig: b)
Adresse UND Maske blendet den Host-Anteil aus und liefert die Netzadresse. Die Broadcast-Adresse (a) entsteht durch Setzen aller Host-Bit auf 1; das Gateway (c) ist eine frei festgelegte Hostadresse; die MAC-Adresse (d) hat mit dieser Rechnung nichts zu tun.
Zwei Geräte am selben Switch erreichen sich nicht. Beide haben /24, Gerät A 192.168.0.5, Gerät B 192.168.10.5. Was ist die Ursache?
- a) Defekter Switch
- b) Identische IP-Adressen
- c) Falsche MAC-Adressen
- d) Unterschiedliche Subnetze (192.168.0.0 vs. 192.168.10.0)
Richtig: d)
Das dritte Oktett unterscheidet sich, die Netzadressen sind verschieden – ohne Gateway kein direkter Kontakt. Der Switch ist nicht das Problem (a), die IPs sind nicht identisch (b), und MAC-Adressen sind hier irrelevant (c).
Worin unterscheiden sich Switch und Router?
- a) Der Switch verbindet Netze, der Router Geräte im selben Netz
- b) Der Switch arbeitet innerhalb eines Subnetzes, der Router vermittelt zwischen Netzen
- c) Beide machen dasselbe, nur in unterschiedlicher Bauform
- d) Der Router arbeitet mit MAC-Adressen, the Switch mit IP-Adressen
Richtig: b)
Switch = innerhalb eines Subnetzes (MAC-Ebene), Router = zwischen Netzen (IP-Ebene). a dreht die Rollen um, c verkennt den grundlegenden Unterschied, und d vertauscht die Adressebenen der beiden Geräte.
Eine Anlage soll maximal 60 Geräte aufnehmen. Welche Maske ist die kleinste passende?
- a) /24
- b) /25
- c) /26
- d) /27
Richtig: c)
/26 bietet 2^6 − 2 = 62 Hosts – gerade genug für 60 Geräte und am sparsamsten. /27 (30 Hosts) ist zu klein, /25 (126) und /24 (254) wären unnötig groß. „Kleinste passende“ heißt: so eng wie möglich, aber noch ausreichend.
Wofür wird der Befehl arp -a bei der Fehlersuche genutzt?
- a) Um die Subnetzmaske eines Geräts zu ändern
- b) Um die Zuordnung von IP- zu MAC-Adressen auf dem eigenen Gerät zu prüfen
- c) Um ein Gerät dauerhaft aus dem Netz zu entfernen
- d) Um die Geschwindigkeit der Leitung zu messen
Richtig: b)
arp -a zeigt die ARP-Tabelle, also welche MAC-Adresse zu welcher IP gehört. Das hilft zu erkennen, ob ein Gerät physisch erreichbar ist, selbst wenn ping blockiert wird. Masken ändern (a), Geräte entfernen (c) oder Geschwindigkeit messen (d) gehören nicht dazu.
Warum darf eine IP-Adresse in einem Netz nur einmal vergeben werden?
- a) Damit der Switch nicht überlastet wird
- b) Weil doppelte Adressen die Übertragung verlangsamen
- c) Weil die MAC-Adresse dann auch doppelt wäre
- d) Weil sonst ein Adresskonflikt entsteht und die Erreichbarkeit gestört ist
Richtig: d)
Eine IP-Adresse muss eindeutig sein, sonst weiß das Netz nicht, welches Gerät gemeint ist – ein Adresskonflikt entsteht. Der Switch wird davon nicht überlastet (a), die Geschwindigkeit ist nicht der Kernpunkt (b), und die MAC-Adressen bleiben unabhängig davon eindeutig (c).
Ein Gerät hat die Maske 255.255.0.0. Wie lautet die CIDR-Schreibweise und wie viele Host-Bit hat es?
- a) /16 mit 16 Host-Bit
- b) /24 mit 8 Host-Bit
- c) /16 mit 8 Host-Bit
- d) /8 mit 24 Host-Bit
Richtig: a)
255.255.0.0 hat zwei volle Oktette an Einsen, also 16 Bit → /16. Damit bleiben 32 − 16 = 16 Host-Bit. b und c nennen falsche Werte, d entspräche der Maske 255.0.0.0.
Welche Funktion übernimmt das Default-Gateway?
- a) Es speichert die MAC-Tabelle der Anlage
- b) Es vergibt feste IP-Adressen an die Geräte
- c) Es leitet Pakete in andere Subnetze weiter
- d) Es prüft die Verkabelung der Switch-Ports
Richtig: c)
Das Gateway ist der Übergang in andere Netze und leitet Pakete weiter, deren Ziel außerhalb des eigenen Subnetzes liegt. Die MAC-Tabelle führt der Switch (a), IP-Vergabe wäre Sache eines DHCP-Servers (b), und Verkabelungsprüfung ist keine Gateway-Aufgabe (d).
Ein /24-Netz hat die Netzadresse 192.168.7.0. Welche Adresse ist die höchste, die einem Gerät zugewiesen werden darf?
- a) 192.168.7.254
- b) 192.168.7.255
- c) 192.168.7.256
- d) 192.168.8.0
Richtig: a)
.255 ist die Broadcast-Adresse und für Geräte gesperrt, also ist .254 die höchste nutzbare Hostadresse. .256 existiert nicht (über 255), und .8.0 gehört bereits zu einem anderen Netz.
Was bedeutet es, wenn der Switch eine MAC-Adresse „gelernt“ hat?
- a) Er hat ihr eine IP-Adresse zugewiesen
- b) Er weiß, an welchem Port das Gerät mit dieser MAC-Adresse hängt
- c) Er hat das Gateway für dieses Gerät gesetzt
- d) Er blockiert künftig den Datenverkehr dieses Geräts
Richtig: b)
Der Switch merkt sich die Zuordnung MAC-Adresse zu Port und kann dadurch gezielt weiterleiten. Er vergibt keine IP-Adressen (a), setzt kein Gateway (c) und blockiert nichts (d) – im Gegenteil, das Lernen ermöglicht gerade die effiziente Zustellung.
Glossar
- IP-Adresse (IPv4)
- Logische, konfigurierbare Adresse eines Geräts im Netz, bestehend aus vier Oktetten zu je 0 bis 255. Sie gibt an, in welchem Netz und unter welcher Nummer ein Gerät erreichbar ist.
- MAC-Adresse
- Vom Hersteller fest vergebene, weltweit eindeutige Adresse einer Netzwerkschnittstelle. Sie identifiziert das physische Gerät und ändert sich nicht.
- Oktett
- Eines der vier Zahlenfelder einer IPv4-Adresse, im Hintergrund acht Bit lang, mit Werten von 0 bis 255.
- Netz-Anteil / Host-Anteil
- Teile einer IP-Adresse: Der Netz-Anteil bezeichnet das Netz, der Host-Anteil die individuelle Gerätenummer darin. Die Grenze legt die Subnetzmaske fest.
- Subnetzmaske
- Eine vierteilige Angabe, die festlegt, welcher Teil der IP-Adresse Netz- und welcher Host-Anteil ist. In Binärschreibweise eine Folge von Einsen (Netz), gefolgt von Nullen (Host).
- CIDR
- Kurzschreibweise der Subnetzmaske als Anzahl der gesetzten 1-Bit, etwa /24 für 255.255.255.0.
- Netzadresse
- Adresse, die ein Netz als Ganzes bezeichnet (Host-Anteil komplett 0). Sie wird keinem Gerät zugewiesen.
- Broadcast-Adresse
- Adresse, mit der alle Geräte eines Netzes gleichzeitig angesprochen werden (Host-Anteil komplett 1). Sie wird keinem einzelnen Gerät zugewiesen.
- Default-Gateway
- Adresse, an die ein Gerät alle Pakete sendet, deren Ziel außerhalb des eigenen Subnetzes liegt; der Übergang in andere Netze.
- Switch
- Zentrales Verteilelement, das Geräte sternförmig verbindet und Datenpakete anhand gelernter MAC-Adressen gezielt an den richtigen Port weiterleitet.
- MAC-Tabelle
- Interne Tabelle des Switches, die festhält, welche MAC-Adresse an welchem Port erreichbar ist.
- Hub
- Älteres Verteilelement, das jede Nachricht stumpf an alle Ports schickt und dadurch Kollisionen verursacht; heute durch den Switch ersetzt.
- Router
- Gerät an der Grenze zwischen verschiedenen Netzen, das Pakete zwischen Subnetzen vermittelt (Routing).
- Stern-Topologie
- Verkabelungsform, bei der alle Geräte einzeln auf ein zentrales Element (Switch) geführt werden.
- ARP-Tabelle
- Liste auf einem Gerät, die zuletzt gesehene Zuordnungen von IP- zu MAC-Adressen speichert; abrufbar mit dem Befehl arp -a und nützlich bei der Fehlersuche.
- ping
- Befehl, mit dem die Erreichbarkeit eines Geräts auf IP-Ebene geprüft wird.
