LED – Leuchtdiode
Ohne die LED wäre die moderne Elektronik blind. In jedem Schaltschrank, jeder Anzeigetafel, jedem Smartphone — überall blinkt, leuchtet oder strahlt eine Leuchtdiode. Sie ist klein, langlebig und effizient. Aber sie ist auch empfindlich: wer ihr zu viel Strom gibt, hat in Sekunden eine teure Lektion erlebt. Dieser Beitrag zeigt, wie eine LED funktioniert, wie man sie richtig polt, wie man den Vorwiderstand berechnet und worauf man beim Zusammenschalten mehrerer LEDs achten muss.
Vorwissen
- Diode: Funktion und Kennlinie
- Ohmsches Gesetz
- Elektrische Leistung und Arbeit
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- erklären, warum eine LED leuchtet und warum nicht jede Diode das tut
- die Polung einer LED an Bauform und Schaltsymbol erkennen
- den passenden Vorwiderstand für eine LED berechnen und die Verlustleistungen bestimmen
- mehrere LEDs korrekt in Reihe schalten und die typischen Fehler bei der Parallelschaltung vermeiden
- die Notwendigkeit einer Stromregelung statt einer reinen Spannungsversorgung begründen
1. Was die LED zur LED macht
Die LED ist eine Leuchtdiode — englisch Light Emitting Diode. Sie ist eine Halbleiterdiode wie jede andere, mit einem entscheidenden Unterschied: Sie wandelt elektrische Energie nicht in Wärme um, sondern in Licht.
Das Geheimnis sitzt im pn-Übergang. Wenn ein Elektron aus der n-Schicht in die p-Schicht wandert und dort mit einem Defektelektron rekombiniert, wird Energie frei. Bei einer Silizium-Diode geht diese Energie als Wärme verloren — bei einer LED entsteht stattdessen ein Lichtquant. Diesen Vorgang nennt man strahlende Rekombination.
Damit das funktioniert, braucht es einen sogenannten direkten Halbleiter. Silizium ist ein indirekter Halbleiter und scheidet aus. Verwendet werden Verbindungen wie Galliumarsenid (GaAs), Galliumphosphid (GaP), Galliumnitrid (GaN) oder Mischkristalle daraus. Welche Farbe die LED am Ende abstrahlt, hängt von der Bandlücke des Materials ab — das ist the Energieabstand zwischen den beiden Bändern, in denen sich die Elektronen bewegen. Eine große Bandlücke bedeutet kurze Wellenlänge, also blaues oder ultraviolettes Licht. Eine kleine Bandlücke bedeutet langwelliges Licht, also Rot oder Infrarot.
Weiße LEDs gibt es übrigens nicht direkt: meistens steckt eine blaue LED dahinter, deren Licht über einen gelben Leuchtstoff (Phosphor) im Gehäuse in Weißlicht umgewandelt wird.
Die elektrische Kennlinie ähnelt der einer normalen Diode, allerdings liegt die Schwellenspannung deutlich höher: statt 0,7 V bei Silizium sind es je nach Farbe 1,8 bis 3,4 V.
Warum kann eine gewöhnliche Silizium-Diode kein Licht abstrahlen, obwohl auch in ihr Elektronen und Defektelektronen rekombinieren?
- a) Silizium ist nicht dotierbar
- b) Silizium ist ein indirekter Halbleiter — die Rekombinationsenergie wird als Wärme abgegeben
- c) Die Schwellenspannung von Silizium ist zu niedrig
- d) Silizium ist nicht transparent genug für Licht
Richtig: b)
In einem direkten Halbleiter wie GaAs oder GaN findet der Übergang der Elektronen energetisch passend statt, sodass ein Photon entstehen kann. In Silizium passt der Übergang aufgrund der Bandstruktur nicht — die Energie wird in Gitterschwingungen, also Wärme, abgegeben. Silizium ist sehr wohl dotierbar (a falsch), die Schwellenspannung hat damit nichts zu tun (c falsch), und Transparenz spielt für die Rekombination selbst keine Rolle (d falsch).
Eine weiße LED enthält in der Regel:
- a) drei einzelne Chips in Rot, Grün und Blau, die optisch gemischt werden
- b) einen LED-Chip aus weißem Halbleitermaterial
- c) eine UV-LED mit drei verschiedenen Leuchtstoffen
- d) eine blaue LED mit einem gelben Leuchtstoff im Gehäuse
Richtig: d)
Der gängige Aufbau ist eine blaue InGaN-LED mit einer Leuchtstoffschicht (meist Yttrium-Aluminium-Granat, YAG), die einen Teil des blauen Lichts in Gelb umwandelt. Blau plus Gelb ergibt für das Auge Weiß. RGB-Mischung in einem Gehäuse (a) gibt es zwar, ist aber teurer und wird seltener für reines Weiß eingesetzt. Einen weißen Halbleiter gibt es nicht (b falsch). UV-LEDs mit Leuchtstoffen (c) sind möglich, aber kein Massenprodukt.
2. Bauformen, Schaltsymbol und Polung
Eine LED hat eine eindeutige Polung: Strom fließt nur in Durchlassrichtung. Beim Einbau die Polung zu verwechseln ist der häufigste Anfängerfehler. Drei Merkmale helfen, Anode und Kathode zu unterscheiden.
Schaltsymbol: Das Symbol entspricht der normalen Diode — ein Dreieck, das auf eine Linie zeigt. Zusätzlich gehen zwei kleine Pfeile vom pn-Übergang nach außen weg. Diese Pfeile symbolisieren das abgegebene Licht. Die Spitze des Dreiecks zeigt zur Kathode, die Basis zur Anode. Strom fließt in Durchlassrichtung von der Anode zur Kathode — also entgegen der Dreieckspitze gedacht, in technischer Stromrichtung mit ihr.
Polung am Bauteil erkennen: Bei der klassischen bedrahteten LED gelten zwei zuverlässige Merkmale. Erstens das längere Anschlussbein — das ist die Anode. Zweitens die seitliche Abflachung am runden Kunststoffgehäuse — sie markiert die Kathode. Sind die Beine bereits abgeschnitten oder die Abflachung beschädigt, hilft ein Blick ins durchsichtige Gehäuse: Der Halbleiterchip sits in einem kleinen Reflektorbecher — und dieser Becher ist die Kathode. Das ist ein zusätzliches Erkennungsmerkmal, das in der Praxis bei sauber gefertigten Standard-LEDs verlässlich ist. Als primäre Merkmale gelten aber Beinlänge und Abflachung.
Bauformen: Die klassische 5-mm-Through-Hole-LED ist heute fast nur noch in Anzeigen und Hobby-Projekten zu finden. In Geräten dominieren SMD-LEDs in den Bauformen 0603, 0805 oder 1206 — sie werden direkt auf die Leiterplatte gelötet. Die Kathode trägt bei SMD-LEDs meist eine kleine Markierung (Punkt, Strich oder abgeschrägte Ecke); im Datenblatt steht, was beim verwendeten Typ gilt. Power-LEDs für Beleuchtungszwecke werden auf Metallkern-Platinen oder Sternplatinen verbaut, weil sie ohne Kühlung in wenigen Sekunden ausfallen würden. RGB-LEDs vereinen drei Chips in einem Gehäuse — je nach Bauart mit gemeinsamer Anode oder gemeinsamer Kathode.
Du bekommst eine LED ohne sichtbare Beine — beide wurden bündig abgeschnitten. Wie erkennst du am sichersten die Kathode?
- a) An der Abflachung am Gehäuserand und am größeren Reflektorbecher im Inneren
- b) Am Lichtaustritt — die hellere Seite ist immer die Kathode
- c) Mit einem Voltmeter im Spannungsmessbereich
- d) An der Farbe des Bonddrahts
Richtig: a)
Beide übrig gebliebenen Merkmale sind verlässlich: die Abflachung am Gehäuse und der Reflektorbecher, der die Kathode bildet. Lichtaustritt (b) ist symmetrisch nach oben gerichtet und sagt nichts über die Polung aus. Ein Voltmeter (c) hilft nur, wenn die LED bereits in einer Schaltung verbaut ist — eine ausgebaute LED gibt im Voltmeter-Modus keine Auskunft. Der Bonddraht (d) ist farblich nicht eindeutig codiert.
Beim Schaltsymbol einer Leuchtdiode zeigt die Spitze des Dreiecks:
- a) immer nach unten
- b) in Richtung des Lichtaustritts
- c) in Richtung der Kathode
- d) in Richtung der Anode
Richtig: c)
Wie bei jeder Diode zeigt die Dreieckspitze in Durchlassrichtung des konventionellen Stroms — also von der Anode zur Kathode. Die Pfeile, die das Licht symbolisieren, gehen seitlich nach außen, unabhängig von der Orientierung im Schaltplan. Antwort (d) wäre genau falsch herum.
3. Durchlassspannung und Durchlassstrom
Wie jede Diode beginnt eine LED erst dann nennenswert zu leiten, wenn die angelegte Spannung eine bestimmte Schwelle überschreitet. Diese Schwelle nennt man Durchlassspannung U_F (F für forward). Unterhalb von U_F fließt fast kein Strom — und die LED bleibt dunkel. Oberhalb steigt der Strom sehr steil an. Schon kleine Spannungsänderungen führen zu großen Stromänderungen. Genau dieses Verhalten ist der Grund, warum eine LED ohne Strombegrenzung nicht funktioniert.
Die Durchlassspannung hängt vom Halbleitermaterial ab und damit von der Farbe. Eine Faustregel: je kurzwelliger das Licht (Blau, UV), desto höher U_F.
| Farbe | Wellenlänge ca. | Durchlassspannung U_F |
|---|---|---|
| Infrarot | 850–940 nm | 1,2–1,5 V |
| Rot | 620–660 nm | 1,8–2,2 V |
| Gelb / Orange | 585–610 nm | 2,0–2,3 V |
| Grün | 525–570 nm | 2,1–3,0 V |
| Blau | 460–475 nm | 3,0–3,4 V |
| Weiß | – | 3,0–3,4 V |
| UV | 380–420 nm | 3,3–3,8 V |
Die Werte sind typische Bereiche für Standard-LEDs bei Nennstrom. Im Datenblatt der konkreten LED steht der genaue Wert.
Der Durchlassstrom I_F bestimmt die Helligkeit. Standard-LEDs werden meist mit 10 bis 20 mA betrieben. Helle Signalanzeigen liegen bei 20 bis 30 mA. Power-LEDs für Beleuchtung arbeiten mit 100 mA, 350 mA, 700 mA oder noch deutlich mehr — abhängig von der Bauform und ausschließlich mit aktiver Kühlung.
Wichtig: Die LED verträgt nur eine sehr geringe Sperrspannung — bei Standard-LEDs typisch 5 V. Wird sie verpolt an eine höhere Spannung gelegt, bricht der pn-Übergang durch und der Chip ist zerstört. In Wechselspannungs-Anwendungen schaltet man deshalb eine antiparallele Schutzdiode dazu.
Du misst an einer leuchtenden roten LED 2,0 V Durchlassspannung. Wie hoch ist mit guter Näherung die Spannung an einer baugleichen blauen LED unter gleichem Strom?
- a) ebenfalls 2,0 V
- b) etwa 1,2 V, weil Blau weniger Energie hat
- c) etwa 3,2 V, weil Blau eine größere Bandlücke benötigt
- d) etwa 5 V
Richtig: c)
Die Wellenlänge des Lichts hängt direkt mit der Bandlücke des Halbleiters zusammen. Kurzwelliges (blaues) Licht entsteht in Halbleitern mit großer Bandlücke — und je größer die Bandlücke, desto höher die nötige Durchlassspannung. Antwort (b) verwechselt die Energierichtung: blaues Licht hat MEHR Photonenenergie als rotes. (a) und (d) sind zahlenmäßig falsch.
Warum darf man eine LED nicht direkt an eine ideale Spannungsquelle mit U > U_F anschließen?
- a) Weil die Kennlinie sehr steil ist und der Strom sofort über den zulässigen Wert klettert
- b) Weil die LED dann zwar leuchtet, aber zu dunkel
- c) Weil die LED sonst keinen Rückwärtsschutz hat
- d) Weil eine LED grundsätzlich nur an Wechselspannung arbeitet
Richtig: a)
Oberhalb von U_F steigt der Strom in der LED nahezu exponentiell mit der Spannung. Eine ideale Spannungsquelle erzwingt eine feste Spannung — und damit fließt sofort ein viel zu hoher Strom. Die LED wird heiß, U_F sinkt, der Strom steigt weiter, und der Chip stirbt in Sekunden. (b) ist sachlich falsch. (c) verwechselt zwei Themen. (d) ist falsch — LEDs arbeiten mit Gleichstrom.
Welche der folgenden Aussagen zur Sperrspannung einer LED stimmt?
- a) Sie liegt bei der gleichen Höhe wie die Durchlassspannung
- b) Sie ist beliebig hoch — wie bei jeder Halbleiterdiode
- c) Sie spielt für die LED keine Rolle, weil im Sperrbetrieb kein Licht emittiert wird
- d) Sie ist gering — typisch etwa 5 V — und höhere Verpolungsspannung zerstört die LED
Richtig: d)
LEDs sind auf hohe Lichtausbeute optimiert, nicht auf hohe Sperrfestigkeit. Die zulässige Sperrspannung liegt typisch bei 5 V und steht im Datenblatt. Wer eine LED an 12 V verpolt anschließt, kann sich eine neue holen. (a) ist falsch — Sperrspannung und Durchlassspannung sind unabhängig. (b) gilt selbst bei normalen Dioden nicht. (c) ist gefährlich naiv.
4. Vorwiderstand berechnen
Eine LED braucht eine Strombegrenzung. Das ist die zentrale praktische Konsequenz aus der steilen Kennlinie. Die einfachste, billigste und für die meisten Anwendungen ausreichende Lösung ist ein Vorwiderstand in Reihe zur LED.
Der Vorwiderstand nimmt genau jene Spannung auf, die zwischen Betriebsspannung U_B und Durchlassspannung U_F der LED übrig bleibt. Der Strom wird dadurch begrenzt — fließt zu viel, fällt mehr Spannung am Widerstand ab und am Knotenpunkt LED bleibt weniger; das stabilisiert den Arbeitspunkt.
Die Berechnung folgt direkt aus dem Maschensatz: Die Betriebsspannung verteilt sich auf den Widerstand und die LED.
R = (U_B – U_F) / I_F
- R … Vorwiderstand in Ohm (Ω)
- U_B … Betriebsspannung in Volt (V)
- U_F … Durchlassspannung der LED in Volt (V)
- I_F … gewuenschter Durchlassstrom in Ampere (A)
Achtung beim Rechnen: I_F wird im Datenblatt fast immer in Milliampere angegeben. Vor dem Einsetzen in die Formel auf Ampere umrechnen — oder konsequent mit mA arbeiten und das Ergebnis in kΩ ablesen.
Aus der Schaltung lassen sich auch die Verlustleistungen bestimmen — die Leistung am Widerstand und die Leistung an der LED.
P_R = (U_B – U_F) * I_F
- P_R … Verlustleistung am Vorwiderstand in Watt (W)
P_LED = U_F * I_F
- P_LED … Leistung an der LED in Watt (W)
Die Gesamtleistung der Schaltung ist P_ges = U_B · I_F. Das Verhältnis P_LED / P_ges zeigt, wie viel der Eingangsleistung tatsächlich an der LED ankommt. Bei einer roten LED an 12 V sind das nur etwa 17 % — der Rest geht als Wärme am Vorwiderstand verloren. Genau das ist der Grund, warum bei Power-LEDs Konstantstromquellen statt Widerständen verwendet werden.
Nach der Berechnung wird der nächste verfügbare Widerstandswert aus der Normreihe gewählt — meist E12 oder E24. Im Zweifel den nächsthöheren Wert nehmen, lieber etwas Strom unter dem Nennwert als darüber. Der gewählte Widerstand muss zudem die berechnete Verlustleistung dauerhaft aushalten — typische bedrahtete Widerstände gibt es mit 0,25 W, 0,5 W, 1 W oder mehr.
Gelöstes Beispiel
Eine blaue LED mit U_F = 3,2 V und I_F = 20 mA soll an 5 V Versorgungsspannung betrieben werden. Berechne den nötigen Vorwiderstand und die Verlustleistung am Widerstand. Wähle aus der E24-Reihe und prüfe, ob ein 0,25-W-Widerstand reicht.
Gegeben: U_B = 5 V; U_F = 3,2 V; I_F = 20 mA = 0,02 A
Gesucht: R in Ω und P_R in mW
Lösungweg:
- Schritt 1 — Vorwiderstand berechnen: R = (U_B − U_F) / I_F = (5 − 3,2) / 0,02 = 1,8 / 0,02 = 90 Ω
- Schritt 2 — Wahl aus E24: 90 Ω liegt nicht direkt in E24. Nächster Wert: 91 Ω (kaum lieferbar) oder sicherer 100 Ω. Mit 100 Ω stellt sich ein Strom von (5 − 3,2) / 100 = 18 mA ein — knapp unter Nennstrom, die LED ist nur unmerklich dunkler.
- Schritt 3 — Verlustleistung am Widerstand: P_R = (U_B − U_F) · I_F = 1,8 · 0,02 = 0,036 W = 36 mW
Ergebnis: R = 100 Ω (E24), P_R = 36 mW — ein 0,25-W-Widerstand reicht mit großer Reserve.
Übungen
Eine rote LED mit U_F = 2,0 V und I_F = 20 mA soll an 5 V betrieben werden. Berechne den Vorwiderstand.
R = (5 − 2,0) / 0,02 = 150 Ω. Wert in E24 direkt verfügbar.
Eine grüne LED mit U_F = 2,2 V und I_F = 15 mA wird an 12 V betrieben. Bestimme R und wähle den nächsten E24-Wert.
R = (12 − 2,2) / 0,015 = 653 Ω. Nächster E24-Wert: 680 Ω.
Berechne für eine weiße LED (U_F = 3,2 V, I_F = 25 mA) an 9 V den Vorwiderstand und die Verlustleistung am Widerstand. Wähle E24 und prüfe einen 0,25-W-Typ.
R = (9 − 3,2) / 0,025 = 232 Ω. E24-Wert: 240 Ω. P_R = (9 − 3,2) · 0,025 = 145 mW. Ein 0,25-W-Widerstand reicht — mit guter Reserve.
Eine rote Statusanzeige-LED (U_F = 2,0 V, I_F = 20 mA) wird an einer 24-V-Steuerspannung betrieben. Wie groß ist die Verlustleistung am Vorwiderstand, und welche Nennlast solltest du wählen?
P_R = (24 − 2,0) · 0,02 = 440 mW. Ein 0,5-W-Widerstand reicht knapp, mit Reserve besser 1 W.
Eine LED mit U_F = 2,1 V soll mit I_F = 18 mA an 12 V betrieben werden. Berechne R, wähle aus E24, bestimme P_R und prüfe, ob ein 0,25-W-Widerstand reicht. Welcher Wirkungsgrad (P_LED / P_ges) ergibt sich?
R = (12 − 2,1) / 0,018 ≈ 550 Ω → E24-Wert 560 Ω. P_R = 9,9 · 0,018 = 178 mW — ein 0,25-W-Widerstand reicht knapp. P_LED = 2,1 · 0,018 = 37,8 mW. P_ges = 12 · 0,018 = 216 mW. Wirkungsgrad η = 37,8 / 216 ≈ 17,5 %.
Eine rote LED (U_F = 2 V, I_F = 20 mA) wird über einen Vorwiderstand an 12 V betrieben. Wie groß ist der Widerstand?
- a) 60 Ω
- b) 500 Ω
- c) 600 Ω
- d) 240 Ω
Richtig: b)
R = (12 − 2) / 0,02 = 500 Ω. Wer auf 60 (a) kommt, hat U_B / I_F gerechnet — die LED-Spannung vergessen abzuziehen. 600 Ω (c) entspräche 12 V / 0,02 A, also auch keine Berücksichtigung von U_F. 240 Ω (d) ergibt sich, wenn man R = U_F / I_F · einen Fehlfaktor rechnet.
Welche Aussage zur Verlustleistung am Vorwiderstand stimmt?
- a) Sie ist immer kleiner als die Leistung an der LED
- b) Sie hängt nur vom Widerstandswert ab, nicht von der Versorgungsspannung
- c) Sie wächst mit dem Abstand zwischen U_B und U_F
- d) Sie ist bei jeder LED gleich, weil der Strom gleich ist
Richtig: c)
P_R = (U_B − U_F) · I_F. Je größer der Spannungsabfall am Widerstand, desto höher die Verlustleistung. (a) gilt nur bei kleinen U_B; bei 12 V und einer 2-V-LED fällt mehr Leistung am Widerstand ab als an der LED. (b) ist falsch — auch die Versorgungsspannung steckt drin. (d) ignoriert, dass U_F je nach LED unterschiedlich ist.
Eine Schaltung mit einer roten LED (U_F = 2 V, I_F = 20 mA) an 24 V hat einen Vorwiderstand von 1100 Ω. Welche Nennlast sollte der Widerstand haben?
- a) Mindestens 0,5 W
- b) 0,1 W reicht
- c) Mindestens 2 W
- d) 0,25 W reicht aus
Richtig: a)
P_R = (24 − 2) · 0,02 = 0,44 W = 440 mW. Ein 0,25-W-Widerstand (d) ist überlastet. 2 W (c) wäre möglich, aber unnötig groß. 0,1 W (b) brennt sofort durch. 0,5 W ist die naheliegende, sichere Wahl.
Warum sinkt der elektrische Wirkungsgrad einer LED-Schaltung mit Vorwiderstand, wenn man die Betriebsspannung erhöht und den Widerstand entsprechend neu auslegt?
- a) Weil U_F mit der Spannung wächst
- b) Weil der Strom durch die LED steigt
- c) Weil bei höherer Spannung mehr Leistung am Vorwiderstand abfällt — die LED-Leistung bleibt nahezu gleich
- d) Weil der Wirkungsgrad nur vom Widerstandswert abhängt
Richtig: c)
Solange der Vorwiderstand auf den Nennstrom nachgeführt wird, bleibt I_F konstant — und damit auch P_LED = U_F · I_F. Aber die Differenz U_B − U_F wächst, und genau diese Differenzleistung verbrennt der Widerstand. (a) ist falsch — U_F hängt vom Halbleiter ab, nicht von U_B. (b) trifft nicht zu, wenn der Widerstand korrekt nachgeführt wird. (d) ignoriert, dass auch U_B in der Bilanz steckt.
5. Mehrere LEDs zusammenschalten
Selten kommt eine einzelne LED zum Einsatz — meist sollen mehrere Dioden gleichzeitig leuchten. Hier scheiden sich die guten Schaltungen von den schlechten.
Reihenschaltung: Mehrere LEDs in Serie haben einen gemeinsamen Strom. Ihre Durchlassspannungen addieren sich. Ein einziger Vorwiderstand reicht für die ganze Kette:
R = (U_B – Σ U_F) / I_F
- Σ U_F … Summe der Durchlassspannungen aller LEDs in der Kette
Die Betriebsspannung muss größer sein als die Summe der U_F — mit Reserve, weil die Werte streuen. Drei rote LEDs (je 2 V) brauchen also mindestens 6 V, sinnvoll sind 7,5 V oder mehr. Bei vier blauen LEDs (je 3,2 V) reichen 12 V nicht aus, hier braucht es schon 15 V oder einen Step-up-Wandler.
Der Vorteil der Reihenschaltung: nur ein Widerstand, gleicher Strom durch alle LEDs, gleiche Helligkeit.
Parallelschaltung — der klassische Fehler: Auf den ersten Blick scheint es bequem, mehrere LEDs einfach parallel an einen gemeinsamen Vorwiderstand zu hängen. Das funktioniert in der Praxis nicht zuverlässig. Selbst LEDs derselben Charge haben leicht unterschiedliche U_F-Werte. Die LED mit der niedrigsten Durchlassspannung „greift“ zuerst an den Strom — sie zieht mehr Strom, wird wärmer, ihre U_F sinkt mit der Temperatur, sie zieht noch mehr Strom. Die anderen LEDs bekommen weniger und leuchten dunkler oder gar nicht.
Die korrekte Lösung: jede LED bekommt ihren eigenen Vorwiderstand. Damit ist jede Parallel-LED einzeln auf ihren Strom geregelt — Schwankungen in U_F beeinflussen die anderen LEDs nicht mehr.
Konstantstromquelle als bessere Lösung: Bei Power-LEDs oder anspruchsvollen Beleuchtungsanwendungen wird der Strom nicht über einen Widerstand begrenzt, sondern über eine Konstantstromquelle. Ein Treiber-IC oder eine elektronische Schaltung hält den Strom unabhängig von Schwankungen der Betriebsspannung oder der U_F konstant. Das spart Verlustleistung, schützt die LED zuverlässig auch bei Temperaturänderungen und ermöglicht den Betrieb mehrerer LEDs in Reihe ohne die Probleme der Parallelschaltung. In LED-Treibern für Wohnraumbeleuchtung und in Kfz-Tagfahrlichtern arbeiten Konstantstromquellen als Standard.
Gelöstes Beispiel
Vier rote LEDs (U_F = 2 V, I_F = 20 mA) sollen in Reihe an 12 V betrieben werden. Berechne den Vorwiderstand, die Verlustleistung am Widerstand und die Leistung an einer LED.
Gegeben: 4 LEDs in Reihe, je U_F = 2 V; I_F = 20 mA = 0,02 A; U_B = 12 V
Gesucht: R, P_R, P_pro_LED
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Summe der Durchlassspannungen: Σ U_F = 4 · 2 V = 8 V
- Schritt 2 — Vorwiderstand: R = (U_B − Σ U_F) / I_F = (12 − 8) / 0,02 = 200 Ω. Nächster E24-Wert: 220 Ω, damit etwas Reserve und I_F bleibt knapp unter 20 mA.
- Schritt 3 — Verlustleistung am Widerstand: P_R = (U_B − Σ U_F) · I_F = 4 · 0,02 = 0,08 W = 80 mW
- Schritt 4 — Leistung an einer LED: P_pro_LED = U_F · I_F = 2 · 0,02 = 0,04 W = 40 mW
Ergebnis: R = 220 Ω (E24), P_R = 80 mW, P pro LED = 40 mW.
Übungen
Zwei grüne LEDs (U_F = 2,2 V, I_F = 15 mA) sollen in Reihe an 9 V geschaltet werden. Berechne den Vorwiderstand.
Σ U_F = 4,4 V; R = (9 − 4,4) / 0,015 = 307 Ω → E24-Wert 330 Ω.
Drei blaue LEDs (U_F = 3,2 V, I_F = 20 mA) sollen in Reihe an 12 V betrieben werden. Geht das?
Σ U_F = 9,6 V; an R bleiben nur 2,4 V → R = 120 Ω. Funktioniert grundsätzlich, aber die Reserve ist klein. Bei Streuung kann eine LED dunkler bleiben. Besser an 15 V oder mit weniger LEDs in Reihe.
Zwei rote LEDs (U_F = 2 V, I_F = 20 mA) sollen parallel betrieben werden — korrekt mit eigenen Vorwiderständen — an 5 V. Berechne die Einzelwiderstände und den Gesamtstrom aus der Quelle.
R pro Zweig = (5 − 2) / 0,02 = 150 Ω. Gesamtstrom = 2 · 20 mA = 40 mA.
In einem LED-Streifen sind drei warmweiße LEDs (U_F = 3,0 V, I_F = 60 mA) in Reihe geschaltet. Der Streifen läuft an 12 V. Berechne den Vorwiderstand pro Segment und seine Verlustleistung.
Σ U_F = 9 V; R = (12 − 9) / 0,06 = 50 Ω. P_R = 3 · 0,06 = 0,18 W → 0,25-W-Bauform reicht knapp.
Eine RGB-LED mit gemeinsamer Anode soll an 5 V betrieben werden. Die roten Chips haben U_F = 2,0 V (20 mA), die grünen und blauen je U_F = 3,2 V (20 mA). Berechne die drei Vorwiderstände für gleiche Stromstärke in allen Farben.
R_rot = (5 − 2,0) / 0,02 = 150 Ω. R_grün = R_blau = (5 − 3,2) / 0,02 = 90 Ω → E24-Wert 100 Ω.
Drei rote LEDs mit U_F = 2 V werden in Reihe an 12 V betrieben. Wie hoch ist die Spannung, die am Vorwiderstand abfällt?
- a) 12 V
- b) 6 V
- c) 4 V
- d) 2 V
Richtig: b)
Σ U_F = 3 · 2 V = 6 V. Damit bleiben für den Widerstand 12 − 6 = 6 V übrig. (a) wäre die volle Betriebsspannung — würde nur stimmen, wenn keine LED in der Schaltung wäre. (c) und (d) sind zahlenmäßig falsch.
Welche Aussage zur Parallelschaltung mehrerer LEDs ist korrekt?
- a) Sie funktioniert immer zuverlässig, wenn die LEDs aus derselben Charge stammen
- b) Ein gemeinsamer Vorwiderstand reicht, weil sich der Strom automatisch aufteilt
- c) Sie ist verboten — LEDs dürfen niemals parallel betrieben werden
- d) Jede LED braucht einen eigenen Vorwiderstand, weil die Durchlassspannungen streuen
Richtig: d)
Schon kleinste Unterschiede in U_F führen dazu, dass eine LED den Großteil des Stroms übernimmt. Eigene Vorwiderstände sorgen für eine saubere Stromaufteilung — unabhängig von U_F-Streuung. (a) ist trügerisch: auch Chargengleichheit garantiert keinen identischen U_F. (b) ist der klassische Fehler. (c) ist zu absolut formuliert — mit eigenen Widerständen ist Parallelbetrieb völlig in Ordnung.
Vier weiße LEDs (U_F = 3,2 V) sollen in Reihe geschaltet werden. Welche Mindest-Betriebsspannung ist dafür sinnvoll?
- a) Deutlich mehr als 12,8 V — mit Reserve, weil U_F streut und auch der Widerstand etwas abbekommen muss
- b) Genau 12,8 V
- c) 5 V reichen aus
- d) 9 V
Richtig: a)
Σ U_F = 4 · 3,2 V = 12,8 V — das ist die reine Summe der LED-Spannungen. Damit der Vorwiderstand überhaupt etwas abbekommt (und Streuung ausgeglichen wird), braucht es deutlich mehr — 15 V oder 18 V wären typisch. Genau 12,8 V (b) lässt keine Reserve für den Widerstand. (c) und (d) reichen für eine einzelne weiße LED, nicht für vier in Reihe.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Eine rote LED (U_F = 2,1 V, I_F = 20 mA) wird über einen Vorwiderstand an 15 V betrieben. Berechne R. Wähle den nächsten E24-Wert. Berechne P_R und schlage eine geeignete Nennlast vor.
Gegeben: U_B = 15 V, U_F = 2,1 V, I_F = 0,02 A
Gesucht: R, P_R, Nennlast
Lösungsweg:
- R = (U_B − U_F) / I_F = (15 − 2,1) / 0,02 = 645 Ω → E24: 680 Ω
- P_R = (U_B − U_F) · I_F = 12,9 · 0,02 = 0,258 W = 258 mW
- Nennlast: 0,25 W ist überschritten — 0,5 W wählen.
Ergebnis: R = 680 Ω (E24), P_R = 258 mW, 0,5-W-Widerstand verwenden.
Aufgabe 2: Drei grüne LEDs (U_F = 2,2 V, I_F = 15 mA) werden in Reihe an 12 V betrieben. Berechne Σ U_F, R und P_R. Welche LED-Leistung ergibt sich insgesamt? Wie hoch ist der Wirkungsgrad (Σ P_LED / P_ges)?
Gegeben: 3 LEDs in Reihe, je U_F = 2,2 V, I_F = 0,015 A, U_B = 12 V
Gesucht: Σ U_F, R, P_R, Σ P_LED, η
Lösungsweg:
- Σ U_F = 3 · 2,2 V = 6,6 V
- R = (12 − 6,6) / 0,015 = 360 Ω (E24-Wert direkt verfügbar)
- P_R = 5,4 · 0,015 = 0,081 W = 81 mW
- P pro LED = 2,2 · 0,015 = 33 mW → Σ P_LED = 99 mW
- P_ges = U_B · I_F = 12 · 0,015 = 180 mW
- η = 99 / 180 = 0,55 = 55 %
Ergebnis: R = 360 Ω, P_R = 81 mW, Σ P_LED = 99 mW, η = 55 %.
Wodurch unterscheidet sich eine LED grundsätzlich von einer Silizium-Diode?
- a) Sie hat eine niedrigere Durchlassspannung
- b) Sie verträgt höhere Sperrspannungen
- c) Sie besteht aus einem direkten Halbleiter und gibt Rekombinationsenergie als Licht ab
- d) Sie kommt ohne pn-Übergang aus
Richtig: c)
Der direkte Halbleiter ermöglicht die strahlende Rekombination. Si ist indirekt und gibt die Energie als Wärme ab. (a) ist falsch — die LED hat eine HÖHERE U_F. (b) ist falsch — die Sperrspannung ist deutlich GERINGER. (d) ist falsch — auch eine LED hat einen pn-Übergang.
Eine LED leuchtet schwächer als erwartet, obwohl die Schaltung formell richtig aufgebaut ist. Welche Ursache ist am wahrscheinlichsten?
- a) Die LED ist defekt
- b) Der Vorwiderstand ist zu groß gewählt — der Strom liegt deutlich unter dem Nennwert
- c) Die Versorgungsspannung ist zu hoch
- d) Es fehlt eine Schutzdiode
Richtig: b)
Ein zu groß gewählter Vorwiderstand begrenzt den Strom stärker als nötig — die LED leuchtet schwächer. Bei einer defekten LED (a) wäre meist gar kein Licht zu sehen. Höhere Versorgung (c) würde — bei richtigem R — eher zu hellerem Licht oder Defekt führen. Eine Schutzdiode (d) hat mit der Helligkeit nichts zu tun.
Eine blaue LED hat U_F = 3,2 V, eine rote U_F = 2,0 V. Bei gleichem Strom benötigt die blaue LED mehr Leistung. Warum?
- a) Weil P = U · I und die blaue LED eine größere Bandlücke und damit höhere U_F hat
- b) Weil blaue LEDs grundsätzlich heller sind
- c) Weil die blaue LED ineffizienter ist
- d) Weil der Vorwiderstand bei blauen LEDs immer größer ist
Richtig: a)
Bei gleichem Strom ergibt sich die Leistung direkt aus P = U · I, und die höhere Durchlassspannung der blauen LED kommt aus der größeren Bandlücke. Höhere Bandlücke = kurzwelligeres Licht. (b) und (c) sind Geschmackssachen ohne physikalischen Bezug. (d) verwechselt Ursache und Wirkung.
Welche Schaltungsvariante hält den Strom durch eine LED auch bei Temperaturänderungen und Spannungsschwankungen am zuverlässigsten konstant?
- a) Vorwiderstand allein
- b) Vorwiderstand mit zusätzlichem Kondensator
- c) Direkter Anschluss ohne Strombegrenzung
- d) Konstantstromquelle (Treiber-IC)
Richtig: d)
Eine Konstantstromquelle regelt aktiv und unabhängig von Schwankungen der Versorgungsspannung oder der LED-Eigenschaften. Vorwiderstand allein (a) ist temperaturabhängig — sinkt U_F, steigt der Strom. (b) hat mit Gleichstrom-Stabilisierung nichts zu tun. (c) ist der schnellste Weg zur Zerstörung.
Du misst an einer eingeschalteten LED mit dem Multimeter 0 V. Welche Schlussfolgerung ist am plausibelsten?
- a) Die Versorgungsspannung ist zu hoch
- b) Die LED ist fachgerecht eingebaut, aber das Multimeter falsch eingestellt
- c) Die LED ist kurzgeschlossen (intern defekt) — der gesamte Spannungsabfall liegt am Vorwiderstand
- d) Das ist normal — die LED selbst hat keine Spannung
Richtig: c)
Eine intakte, leuchtende LED zeigt ihre Durchlassspannung — 1,8 bis 3,4 V je nach Farbe. Misst man dort 0 V (und der Strom fließt trotzdem), ist die LED intern überbrückt und der Strom geht ohne Lichtabgabe nur durch den Vorwiderstand. (a) erklärt das nicht. (b) wäre möglich, aber bei einer DC-Spannungsmessung sollte ein Multimeter standardmäßig funktionieren. (d) widerspricht der Physik.
Vier rote LEDs (U_F = 2 V) in Reihe an 9 V — wie viel Volt bekommt der Vorwiderstand?
- a) 1 V
- b) 9 V
- c) 8 V
- d) 2 V
Richtig: a)
Σ U_F = 8 V → am Widerstand bleiben 9 − 8 = 1 V. Das ist sehr wenig Reserve — bei U_F-Streuung kann eine LED bereits dunkel bleiben. In der Praxis ist hier die Versorgung zu knapp gewählt.
Bei einer LED-Statusanzeige im Schaltschrank an 24 V mit roter LED (U_F = 2 V, I_F = 10 mA) ergibt sich für den Vorwiderstand eine Verlustleistung von …
- a) 22 mW
- b) 220 mW
- c) 24 mW
- d) 240 mW
Richtig: b)
P_R = (24 − 2) · 0,01 = 22 · 0,01 = 0,22 W = 220 mW. (a) hat sich um den Faktor 10 vertan. (c) verwechselt die Spannung. (d) ist ebenfalls falsch — meist Rechnung mit U_B statt (U_B − U_F).
Eine LED in einer Wechselspannungsschaltung wird bei jeder negativen Halbwelle in Sperrrichtung belastet. Wie schützt man sie?
- a) Mit einem zweiten Vorwiderstand parallel
- b) Mit einem Kondensator parallel zur LED
- c) Gar nicht — eine LED verträgt jede Sperrspannung
- d) Mit einer antiparallel geschalteten Schutzdiode
Richtig: d)
Eine antiparallel geschaltete normale Diode übernimmt den negativen Strom und schützt die LED vor zu hoher Sperrspannung. Zweiter Widerstand (a) bringt nichts. Kondensator parallel (b) glättet, schützt aber nicht. (c) ist gefährlich falsch — die typische Sperrspannung liegt bei nur 5 V.
Welcher Effekt führt ohne Strombegrenzung sehr schnell zur Zerstörung einer LED?
- a) Elektrostatische Aufladung
- b) Magnetfeld der Versorgungsleitung
- c) Thermal Runaway — Temperaturanstieg senkt U_F, der Strom steigt weiter
- d) Magnetische Sättigung des pn-Übergangs
Richtig: c)
Steigender Strom erwärmt die LED, die wärmere LED hat geringere U_F, dadurch fließt noch mehr Strom — eine Mitkopplung, die in wenigen Sekunden den Chip zerstört. (a) ist ein anderes Problem (ESD beim Handling). (b) und (d) sind frei erfunden.
Du baust einen LED-Streifen mit drei warmweißen LEDs in Reihe und einem Vorwiderstand. Plötzlich bleibt eine LED dunkel, die anderen leuchten normal. Was ist passiert?
- a) Es ist Kurzschluss in einer LED — Strom fließt, die defekte LED leuchtet nur nicht
- b) Die Versorgungsspannung ist zu niedrig
- c) Der Vorwiderstand ist defekt — alle LEDs sollten dann dunkel sein
- d) Die LED-Farbe hat sich geändert
Richtig: a)
In einer Reihenschaltung fließt durch alle LEDs der gleiche Strom. Wenn eine LED intern kurzgeschlossen ist, bleibt der Stromkreis intakt — Strom fließt, die defekte LED leuchtet aber nicht mehr. Die anderen bleiben unverändert. (b) würde alle gleichzeitig schwächen. (c) würde alle ausfallen lassen. (d) ist kein realer Defektmodus.
Glossar
- LED
- Light Emitting Diode, deutsch: Leuchtdiode. Halbleiterdiode aus einem direkten Halbleitermaterial, die in Durchlassrichtung Licht abgibt.
- Strahlende Rekombination
- Vorgang am pn-Übergang, bei dem Elektron und Defektelektron unter Aussendung eines Lichtquants rekombinieren.
- Bandlücke
- Energiedifferenz zwischen Valenz- und Leitungsband eines Halbleiters. Bestimmt bei der LED die Wellenlänge und damit die Farbe des emittierten Lichts.
- Durchlassspannung U_F
- Spannung, die in Durchlassrichtung an der LED anliegt, wenn sie mit Nennstrom betrieben wird. Hängt vom Halbleitermaterial ab.
- Durchlassstrom I_F
- Strom in Durchlassrichtung, der die Helligkeit bestimmt. Standardwerte liegen bei 10 bis 20 mA, Power-LEDs deutlich darüber.
- Vorwiderstand
- Widerstand in Reihe zur LED. Begrenzt den Strom und stabilisiert den Arbeitspunkt; nimmt den Spannungsabfall zwischen U_B und U_F auf.
- Thermal Runaway
- Selbstverstärkender Effekt: höherer Strom erhitzt die LED, die wärmere LED hat geringere U_F, das treibt den Strom weiter hoch — bis zur Zerstörung.
- Konstantstromquelle
- Elektronische Schaltung, die einen festen Strom liefert, unabhängig von Lastspannung und Eingangsspannung. Bei Power-LEDs Standard.
