Operationsverstärker – Grundschaltungen

Der Operationsverstärker, kurz OPV oder OpAmp, ist einer der vielseitigsten Bausteine der Analogelektronik. Er steckt in Multimetern, Mess- und Regelungstechnik, Audioschaltungen und in fast jedem industriellen Sensor mit analogem Ausgang. Das Bemerkenswerte daran: Mit ein und demselben Bauteil lassen sich völlig unterschiedliche Aufgaben lösen. Was die Schaltung tatsächlich tut, hängt fast ausschließlich von einer Handvoll externer Widerstände ab.

Hier geht es um die wichtigsten Grundschaltungen — invertierender und nichtinvertierender Verstärker, Spannungsfolger, Summier- und Differenzverstärker, Komparator und Schmitt-Trigger. Mit zwei einfachen Regeln und etwas Übung lassen sich diese Schaltungen verstehen, berechnen und richtig dimensionieren.

Vorwissen

  • Das Ohmsche Gesetz
  • Spannungsteiler
  • Die Kirchhoffschen Gesetze (Knoten- und Maschenregel)

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • Aufbau, Anschlüsse und Versorgungsarten eines Operationsverstärkers benennen
  • die Wirkung von Mit- und Gegenkopplung erklären und die goldenen Regeln anwenden
  • Verstärkung und Ausgangsspannung der wichtigsten OPV-Grundschaltungen berechnen
  • die Aussteuergrenzen in deine Berechnungen einbeziehen und Sättigung erkennen
  • eine geeignete OPV-Schaltung für eine konkrete Praxisaufgabe auswählen

1. Was ist ein Operationsverstärker?

Stell dir einen Verstärker vor, dessen Verstärkung so absurd hoch ist, dass schon wenige Mikrovolt am Eingang genügen, um den Ausgang voll an die Versorgungsspannung zu treiben. Genau das ist ein Operationsverstärker. Der Name stammt aus den frühen Jahren der Analogrechner — die Schaltung wurde dort eingesetzt, um mathematische Operationen wie Addieren, Subtrahieren oder Integrieren elektrisch nachzubilden.

Ein OPV hat fünf Anschlüsse, die für jede Schaltung gebraucht werden:

  • Invertierender Eingang (mit „−“ gekennzeichnet)
  • Nichtinvertierender Eingang (mit „+“ gekennzeichnet)
  • Ausgang
  • Positive Versorgungsspannung (+U_B)
  • Negative Versorgungsspannung (−U_B oder GND)

Die Versorgungsspannung kann symmetrisch ausgeführt sein (z.B. ±15 V gegen Masse) oder als Single-Supply-Betrieb mit nur einer positiven Versorgung (z.B. +5 V und GND). Symmetrische Versorgung war lange Standard in der Mess- und Audiotechnik; Single Supply dominiert heute in batteriebetriebenen Geräten und Mikrocontroller-Anwendungen.

+ invert. Eingang nichtinvert. Eingang Ausgang U_aus +U_B −U_B

Im Inneren besteht ein OPV aus mehreren Stufen: einem Differenzverstärker am Eingang, einer Spannungsverstärkerstufe und einer Gegentakt-Endstufe für niederohmigen Ausgang. Aufgebaut ist das aus Transistoren — meist Bipolar- und MOSFET-Strukturen gemischt. Für die Anwendung in Grundschaltungen ist der konkrete Aufbau zweitrangig; der OPV wird als Black-Box mit drei wesentlichen Eigenschaften behandelt: sehr hohe Verstärkung, sehr hoher Eingangswiderstand, sehr niedriger Ausgangswiderstand.

Welche Anschlüsse hat ein Operationsverstärker in seiner Grundform mindestens?

  • a) Zwei Eingänge, einen Ausgang, zwei Versorgungsanschlüsse
  • b) Einen Eingang, einen Ausgang, einen Versorgungsanschluss
  • c) Zwei Eingänge, zwei Ausgänge, einen Versorgungsanschluss
  • d) Drei Eingänge, einen Ausgang, keine Versorgung

Richtig: a)

Ein OPV braucht beide Eingänge (invertierend und nichtinvertierend) für die Differenzbildung, einen Ausgang und beide Versorgungsanschlüsse (+U_B und −U_B bzw. GND). Ohne Versorgung kann ein OPV nicht arbeiten — er ist ein aktives Bauelement.

Was bedeutet „Single-Supply-Betrieb“ bei einem Operationsverstärker?

  • a) Der OPV wird nur einmal pro Schaltung verwendet
  • b) Der OPV verstärkt nur ein einziges Eingangssignal
  • c) Der OPV wird mit nur einer Versorgungsspannung gegen Masse betrieben
  • d) Der OPV hat nur einen einzigen Ausgang

Richtig: c)

Single Supply bezeichnet die Versorgung mit nur einer positiven Spannung gegen GND, etwa +5 V. Die Alternative ist die symmetrische Versorgung mit z.B. ±15 V, bei der Eingangs- und Ausgangsspannungen sowohl positiv als auch negativ sein können.

Woher stammt der Name „Operationsverstärker“?

  • a) Von chirurgischen Operationen, bei denen er erstmals eingesetzt wurde
  • b) Aus den frühen Analogrechnern, in denen er mathematische Operationen umsetzte
  • c) Vom Hersteller, der ihn als „Operation“ patentieren ließ
  • d) Von der mathematischen Bezeichnung der Verstärkungsoperation

Richtig: b)

In den frühen Analogrechnern wurde der OPV verwendet, um Rechenoperationen wie Addition, Subtraktion oder Integration elektrisch nachzubilden. Daher der Name. Die Bezeichnung hat sich gehalten, obwohl der OPV heute vor allem als universeller Verstärker eingesetzt wird.

2. Idealer und realer OPV

Wer Schaltungen berechnen will, möchte einfache Regeln. Die Annahmen des „idealen OPV“ sind so einfach gehalten, dass sich jede Grundschaltung in wenigen Zeilen herleiten lässt. Reale Bausteine weichen davon ab, aber für den Großteil der Anwendungen sind die Vereinfachungen ausreichend genau.

Eigenschaft Ideal Real (typische Beispiele)
Leerlaufverstärkung V_0 unendlich 10⁵ bis 10⁶
Eingangswiderstand unendlich 10⁶ bis 10¹² Ω
Ausgangswiderstand 0 10 bis 100 Ω
Aussteuergrenzen ± U_B etwa ± (U_B − 1 bis 2 V), bei Rail-to-Rail-Typen näher an U_B
Slew Rate unendlich 0,5 bis 100 V/μs
Verstärkungs-Bandbreiten-Produkt (GBP) unendlich 1 bis 100 MHz
Eingangsoffsetspannung 0 wenige mV

Die Leerlaufverstärkung V_0 ist die Verstärkung ohne jede Beschaltung. Sie ist so hoch, dass sich aus den Eingängen heraus nichts Sinnvolles berechnen lässt — schon eine winzige Differenz treibt den Ausgang in die Sättigung. Erst die Beschaltung mit Widerständen reduziert diese überhöhte Verstärkung auf einen handhabbaren Wert.

Die Aussteuergrenzen sind in der Praxis besonders wichtig: Der Ausgang kann die Versorgungsspannungen nicht überschreiten. Bei einem klassischen OPV bleibt sogar noch ein Spielraum von ein bis zwei Volt zur Versorgung übrig. Wenn die Berechnung einer Schaltung eine Ausgangsspannung über diesem Grenzwert ergibt, gerät der Ausgang in Sättigung und das berechnete Ergebnis stimmt nicht mehr. Das ist ein häufiger Fehler in der ersten Praxis: Die Formel sagt „30 V“, die Versorgung liefert nur ±15 V — der Ausgang bleibt bei ungefähr ±14 V hängen.

So sieht das im Signalverlauf aus, wenn ein Sinussignal mit ±20 V theoretischer Amplitude über die Aussteuergrenze von ±14 V hinausgeht — die Spitzen werden glatt abgeschnitten:

+14 V −14 V 0 V U t theoretisch (±20 V) real, geklippt

Die Slew Rate beschreibt, wie schnell sich die Ausgangsspannung ändern kann. Bei hohen Frequenzen begrenzt sie die maximal mögliche Signalamplitude. Das Verstärkungs-Bandbreiten-Produkt (GBP) gibt an, bei welcher Frequenz die Verstärkung auf 1 abgefallen ist — daraus lässt sich die nutzbare Bandbreite für eine gewünschte Verstärkung abschätzen.

Die Eingangsoffsetspannung ist die kleine Restspannung, die am Eingang anliegen müsste, damit der Ausgang exakt 0 V wird. Bei Präzisionsanwendungen wichtig, bei einfachen Verstärkern meist vernachlässigbar.

Welche der folgenden Aussagen zum idealen OPV ist FALSCH?

  • a) Der Eingangswiderstand ist unendlich groß
  • b) Der Ausgangswiderstand ist null
  • c) Die Leerlaufverstärkung ist unendlich groß
  • d) Die Ausgangsspannung kann beliebig hoch werden

Richtig: d)

Auch beim idealen OPV ist die Ausgangsspannung durch die Versorgungsspannung begrenzt — der Ausgang kann maximal ±U_B erreichen. Eingangswiderstand unendlich, Ausgangswiderstand null und Leerlaufverstärkung unendlich sind die typischen Idealisierungen, die das Rechnen vereinfachen.

Was beschreibt die Slew Rate eines Operationsverstärkers?

  • a) Die maximale Änderungsgeschwindigkeit der Ausgangsspannung in V/μs
  • b) Die maximale Eingangsspannung in Volt
  • c) Den maximalen Strom am Ausgang in mA
  • d) Die Verstärkung bei niedrigen Frequenzen

Richtig: a)

Die Slew Rate gibt an, wie schnell sich U_aus ändern kann (z.B. 0,5 V/μs beim LM741). Sie begrenzt die mögliche Signalamplitude bei hohen Frequenzen. Ein Signal, dessen Anstiegsflanke steiler wäre als die Slew Rate, wird vom OPV verzerrt wiedergegeben.

Ein OPV ist mit ±15 V versorgt. Die Berechnung der Schaltung ergibt eine Ausgangsspannung von 22 V. Was passiert real?

  • a) Die Schaltung wird zerstört
  • b) Der Ausgang geht in Sättigung und bleibt bei etwa +14 V
  • c) Die Versorgungsspannung wird automatisch erhöht
  • d) Der OPV gibt exakt 22 V aus

Richtig: b)

Die Ausgangsspannung kann die Versorgung nicht überschreiten. Bei einem klassischen OPV bleibt der Ausgang bei etwa U_B minus 1 V hängen — also rund +14 V. Die Schaltung arbeitet dann außerhalb des linearen Bereichs und die Formel ergibt einen falschen Wert für das reale Verhalten.

3. Mitkopplung, Gegenkopplung und die goldenen Regeln

Ohne jede äußere Beschaltung ist ein OPV praktisch unbrauchbar. Schon die kleinste Spannungsdifferenz zwischen den Eingängen — Bruchteile eines Millivolts genügen — treibt den Ausgang voll in die Sättigung. Der OPV wirkt dann wie ein Schalter zwischen +U_B und −U_B, nicht wie ein Verstärker. Damit eine definierte Verstärkung herauskommt, muss der Ausgang gezielt auf einen der beiden Eingänge zurückgeführt werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten dafür, und der Unterschied ist fundamental:

  • Gegenkopplung (Rückführung auf den invertierenden Eingang): Der OPV regelt sich selbst in einen stabilen Arbeitspunkt ein. Die Verstärkung wird durch die externen Widerstände festgelegt, nicht mehr durch die hohe Leerlaufverstärkung des OPV. Diese Art der Rückkopplung steckt in jedem linearen Verstärker.
  • Mitkopplung (Rückführung auf den nichtinvertierenden Eingang): Der OPV verstärkt jede Auslenkung weiter und kippt schlagartig in eine der Sättigungslagen. Genutzt wird das bei Komparatoren mit Hysterese (Schmitt-Trigger), aber nicht für lineare Verstärkung.
+ Gegenkopplung stabil, lineare Verstärkung + Mitkopplung kippt, Schwellverhalten

Wenn der OPV gegengekoppelt arbeitet und sich im linearen Bereich befindet, gelten zwei Aussagen, mit denen sich praktisch jede Grundschaltung durchrechnen lässt — die goldenen Regeln:

Goldene Regel 1: Die Differenzspannung zwischen den beiden Eingängen ist null. U_+ ≈ U_− . Der OPV stellt seinen Ausgang so ein, dass diese Bedingung erfüllt ist.

Goldene Regel 2: In die Eingänge des OPV fließt kein Strom. I_+ ≈ I_− ≈ 0. Der hohe Eingangswiderstand sorgt dafür, dass die Eingänge die äußere Schaltung praktisch nicht belasten.

Diese beiden Regeln gelten unter der Annahme eines idealen OPV im linearen Betrieb. Beim invertierenden Verstärker führt Regel 1 zum Begriff der virtuellen Masse: Wenn der nichtinvertierende Eingang an Masse liegt, dann liegt auch der invertierende Eingang praktisch auf Massepotenzial — obwohl er gar nicht direkt mit Masse verbunden ist.

Was bewirkt eine Gegenkopplung beim Operationsverstärker?

  • a) Sie erhöht die Verstärkung über den Regel der Leerlaufverstärkung hinaus
  • b) Sie bewirkt ein Kippen des Ausgangs zwischen zwei Zuständen
  • c) Sie stabilisiert den Arbeitspunkt und ermöglicht eine definierte, durch die Beschaltung festgelegte Verstärkung
  • d) Sie reduziert die Versorgungsspannung der Schaltung

Richtig: c)

Gegenkopplung führt einen Teil des Ausgangssignals auf den invertierenden Eingang zurück. Dadurch regelt sich der OPV in einen Arbeitspunkt ein, in dem die Differenz an den Eingängen praktisch null ist. Die resultierende Verstärkung wird nur noch durch die externen Widerstände bestimmt.

Welche Aussage trifft auf die goldenen Regeln im linearen Betrieb zu?

  • a) Die Differenzspannung ist gleich der halben Versorgungsspannung
  • b) Der Strom in die Eingänge ist gleich der Ausgangsstrom
  • c) Beide Eingänge führen den gleichen Strom wie der Ausgang
  • d) Die Differenzspannung ist null und in die Eingänge fließt kein Strom

Richtig: d)

Die zwei goldenen Regeln lauten: U_+ ≈ U_− (Differenzspannung null) und I_+ ≈ I_− ≈ 0 (kein Eingangsstrom). Sie gelten beim idealen OPV im linearen Bereich und bilden die Grundlage für die Berechnung aller Grundschaltungen.

Was bezeichnet der Begriff „virtuelle Masse“ beim invertierenden Verstärker?

  • a) Der invertierende Eingang liegt praktisch auf Massepotenzial, obwohl er nicht direkt mit Masse verbunden ist
  • b) Eine fiktive Masseleitung zwischen Ausgang und Versorgung
  • c) Die GND-Verbindung der Versorgung
  • d) Die Erdung des Gehäuses

Richtig: a)

Beim invertierenden Verstärker liegt der nichtinvertierende Eingang an Masse. Nach Regel 1 muss dann auch der invertierende Eingang praktisch auf Massepotenzial liegen, obwohl er nur über die Widerstände mit dem restlichen Schaltkreis verbunden ist. Diese „scheinbare“ Masse ist die virtuelle Masse — am Knoten kann man rechnen, als läge er auf 0 V.

4. Invertierender Verstärker

Die wahrscheinlich am häufigsten verwendete OPV-Grundschaltung. Das Eingangssignal kommt über einen Widerstand R_1 an den invertierenden Eingang, ein Rückkopplungswiderstand R_F läuft vom Ausgang zurück zum invertierenden Eingang. Der nichtinvertierende Eingang liegt an Masse.

+ R_1 U_in R_F U_aus

Mit den goldenen Regeln lässt sich die Verstärkung in wenigen Schritten herleiten. Der nichtinvertierende Eingang liegt an Masse, also U_+ = 0. Damit ist nach Regel 1 auch der invertierende Eingang auf virtueller Masse: U_− = 0. Nach Regel 2 fließt in den OPV-Eingang selbst kein Strom — der Strom durch R_1 muss daher vollständig durch R_F weiterfließen. Mit dem Knotenpunktsatz am invertierenden Eingang ergibt sich:

I_1 = I_F
(U_in − 0) / R_1 = (0 − U_aus) / R_F

Umgestellt:

U_aus = -(R_F / R_1) · U_in

V = -R_F / R_1

  • V … Verstärkung (Faktor, dimensionslos)
  • R_F … Rückkopplungswiderstand in Ohm
  • R_1 … Eingangswiderstand in Ohm
  • U_in … Eingangsspannung in Volt
  • U_aus … Ausgangsspannung in Volt

Das negative Vorzeichen bedeutet: Das Ausgangssignal ist gegenüber dem Eingang invertiert. Bei sinusförmigem Eingangssignal ist der Ausgang um 180° phasenverschoben.

Der Eingangswiderstand der Gesamtschaltung ist gleich R_1, weil die virtuelle Masse den invertierenden Eingang wie GND wirken lässt. Das ist ein Nachteil dieser Schaltung — bei hochohmigen Signalquellen kann die Schaltung das Signal belasten.

Aussteuergrenzen beachten: Bei jeder Berechnung mit der Verstärkungsformel ist zu prüfen, ob das Ergebnis innerhalb der Aussteuergrenzen liegt. Wenn die berechnete Ausgangsspannung |U_aus| die Grenze U_aus,max überschreitet, geht der Ausgang in Sättigung und bleibt dort hängen.

Gelöstes Beispiel

Ein invertierender Verstärker hat R_1 = 4,7 kΩ and R_F = 47 kΩ. Die Versorgung beträgt ±15 V, die Aussteuergrenze liegt bei ±14 V. Welche Ausgangsspannung ergibt sich bei U_in = 0,8 V? Tritt Sättigung ein?

Gegeben: R_1 = 4,7 kΩ, R_F = 47 kΩ, U_in = 0,8 V, U_aus,max = ±14 V

Gesucht: U_aus in V, Prüfung auf Sättigung

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Verstärkung berechnen: V = −R_F / R_1 = −47 / 4,7 = −10
  2. Schritt 2 — Theoretische Ausgangsspannung: U_aus = V · U_in = −10 · 0,8 V = −8 V
  3. Schritt 3 — Sättigungsprüfung: |−8 V| = 8 V < 14 V → keine Sättigung, die Schaltung arbeitet im linearen Bereich.

Ergebnis: U_aus = −8 V, keine Sättigung.

Übungen

R_1 = 10 kΩ, R_F = 100 kΩ, U_in = 0,2 V, Versorgung ±15 V, U_aus,max = ±14 V. Berechne U_aus und prüfe auf Sättigung.

V = −10, U_aus = −2 V, keine Sättigung.

R_1 = 1 kΩ, R_F = 47 kΩ, U_in = 50 mV, Versorgung ±12 V, U_aus,max = ±11 V. Berechne V und U_aus.

V = −47, U_aus = −2,35 V, keine Sättigung.

R_1 = 2,2 kΩ, R_F = 220 kΩ, U_in = 0,15 V, Versorgung ±15 V, U_aus,max = ±14 V. Bestimme U_aus und prüfe, ob Sättigung eintritt.

V = −100, U_aus = −15 V (theoretisch), |U_aus| > 14 V → Sättigung, Ausgang bleibt bei etwa −14 V.

Ein invertierender Verstärker soll eine Verstärkung von V = −22 haben. R_1 = 4,7 kΩ wird gewählt. Welchen Wert muss R_F annehmen?

R_F = |V| · R_1 = 22 · 4,7 kΩ ≈ 103,4 kΩ (Normreihenwert: 100 kΩ).

Eine Signalquelle liefert 0,4 V. Sie soll auf −6 V verstärkt werden. R_1 = 2,2 kΩ. Berechne den nötigen R_F und prüfe bei Versorgung ±15 V auf Sättigung.

V = U_aus / U_in = −6 / 0,4 = −15. R_F = 15 · 2,2 kΩ = 33 kΩ. |−6 V| < 14 V → keine Sättigung.

Wie wird die Verstärkung beim invertierenden Verstärker berechnet?

  • a) V = R_F · R_1
  • b) V = −R_F / R_1
  • c) V = R_1 / R_F
  • d) V = 1 + R_F / R_1

Richtig: b)

Die Verstärkungsformel des invertierenden Verstärkers lautet V = −R_F / R_1. Das negative Vorzeichen kennzeichnet die Phasendrehung um 180°. Antwort d gehört zum nichtinvertierenden Verstärker.

Welchen Wert hat der Eingangswiderstand eines invertierenden Verstärkers mit R_1 = 10 kΩ und R_F = 100 kΩ?

  • a) Praktisch unendlich
  • b) 110 kΩ
  • c) 10 kΩ
  • d) 100 kΩ

Richtig: c)

Durch die virtuelle Masse am invertierenden Eingang ist der Eingangswiderstand der Schaltung gleich R_1, hier 10 kΩ. Das ist auch der größte Nachteil dieser Topologie gegenüber dem nichtinvertierenden Verstärker.

Ein invertierender Verstärker mit V = −20 wird mit U_in = +1,2 V betrieben. Versorgung ±15 V, Aussteuergrenze ±14 V. Was misst man am Ausgang?

  • a) +14 V (positive Sättigung)
  • b) +24 V
  • c) −24 V
  • d) −14 V (negative Sättigung)

Richtig: d)

Theoretisch wäre U_aus = −20 · 1,2 V = −24 V. Das liegt außerhalb der Aussteuergrenze von ±14 V, also geht der Ausgang in die negative Sättigung und bleibt bei rund −14 V hängen. Vorzeichen beachten: positives U_in ergibt negatives U_aus.

5. Nichtinvertierender Verstärker und Spannungsfolger

Wenn der Phasensprung des invertierenden Verstärkers stört oder wenn ein hochohmiger Sensor angeschlossen werden soll, ist der nichtinvertierende Verstärker die richtige Wahl. Das Eingangssignal wird hier direkt auf den nichtinvertierenden Eingang gegeben. Die Rückkopplung läuft über einen Spannungsteiler aus R_1 (gegen Masse) und R_F (vom Ausgang) zum invertierenden Eingang.

+ U_in R_1 R_F U_aus

Mit den goldenen Regeln folgt die herleitung wieder direkt: U_+ = U_in, also nach Regel 1 auch U_− = U_in. Der Spannungsteiler aus R_1 and R_F teilt die Ausgangsspannung U_aus auf U_− herunter:

U_− = U_aus · R_1 / (R_1 + R_F)

Mit U_− = U_in ergibt sich nach Umstellen:

U_aus = U_in · (1 + R_F / R_1)

V = 1 + R_F / R_1

  • V … Verstärkung
  • R_F … Rückkopplungswiderstand in Ohm
  • R_1 … Widerstand gegen Masse in Ohm
  • U_in … Eingangsspannung in Volt
  • U_aus … Ausgangsspannung in Volt

Wichtig: Die Verstärkung ist immer größer oder gleich 1 und positiv. Das Ausgangssignal ist in Phase mit dem Eingang. Der Eingangswiderstand der Schaltung ist praktisch der Eingangswiderstand des OPV selbst — also sehr hochohmig (typisch im MΩ- bis GΩ-Bereich). Das macht den nichtinvertierenden Verstärker zur ersten Wahl bei hochohmigen Signalquellen.

Sonderfall Spannungsfolger: Wenn R_F = 0 und R_1 = ∞ (bzw. einfach weggelassen) gewählt wird, ergibt sich V = 1 + 0 = 1. Der Ausgang folgt der Eingangsspannung exakt — daher der Name Spannungsfolger. Auch genannt: Impedanzwandler, weil die hochohmige Eingangsseite an eine niederohmige Ausgangsseite gekoppelt wird, ohne die Spannung zu verändern.

+ U_in U_aus = U_in

Gelöstes Beispiel

Ein nichtinvertierender Verstärker hat R_1 = 1 kΩ und R_F = 9 kΩ. Die Versorgung beträgt 0 V und +12 V (Single Supply), die positive Aussteuergrenze liegt bei +11 V. Welche Ausgangsspannung ergibt sich bei U_in = 0,9 V? Tritt Sättigung ein?

Gegeben: R_1 = 1 kΩ, R_F = 9 kΩ, U_in = 0,9 V, U_aus,max = +11 V

Gesucht: U_aus, Sättigungsprüfung

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Verstärkung berechnen: V = 1 + R_F / R_1 = 1 + 9 / 1 = 10
  2. Schritt 2 — Theoretische Ausgangsspannung: U_aus = V · U_in = 10 · 0,9 V = 9 V
  3. Schritt 3 — Sättigungsprüfung: 9 V < 11 V → keine Sättigung.

Ergebnis: U_aus = +9 V, linearer Betrieb.

Übungen

R_1 = 10 kΩ, R_F = 30 kΩ, U_in = 1,5 V, Versorgung ±15 V, U_aus,max = ±14 V. Berechne V und U_aus.

V = 4, U_aus = +6 V, keine Sättigung.

R_1 = 4,7 kΩ, R_F = 47 kΩ, U_in = 0,3 V. Bestimme die Ausgangsspannung.

V = 11, U_aus = +3,3 V.

Welche Werte muss man für R_1 = 1 kΩ und R_F wählen, damit V = 51 wird?

V = 1 + R_F / R_1 = 51 → R_F = 50 · 1 kΩ = 50 kΩ.

Ein Spannungsfolger erhält U_in = 2,4 V. Was misst man am Ausgang?

V = 1, U_aus = +2,4 V (Ausgang folgt dem Eingang exakt).

R_1 = 1 kΩ, R_F = 100 kΩ, U_in = 0,2 V, Versorgung ±5 V, U_aus,max = ±3,5 V. Tritt Sättigung ein?

V = 101, U_aus,theoretisch = 20,2 V. Das überschreitet die Grenze, der Ausgang geht in positive Sättigung bei etwa +3,5 V.

Welche Verstärkungsformel gilt für den nichtinvertierenden Verstärker?

  • a) V = 1 + R_F / R_1
  • b) V = −R_F / R_1
  • c) V = R_1 / R_F
  • d) V = R_F · R_1

Richtig: a)

Beim nichtinvertierenden Verstärker ergibt sich aus der Spannungsteilerregel und den goldenen Regeln V = 1 + R_F / R_1. Der minimale Wert ist V = 1 (Spannungsfolger), eine Verstärkung kleiner 1 ist mit dieser Topologie nicht möglich.

Welche Aufgabe erfüllt ein Spannungsfolger?

  • a) Er verstärkt das Signal um den Faktor 10
  • b) Er dreht die Phase des Signals um 180°
  • c) Er entkoppelt eine hochohmige Signalquelle von einer niederohmigen Last, ohne die Spannung zu verändern
  • d) Er filtert hochfrequente Signalanteile heraus

Richtig: c)

Der Spannungsfolger hat V = 1, sein Ausgangswert entspricht exakt dem Eingangswert. Seine Aufgabe ist die Impedanzwandlung: hochohmige Quelle (z.B. Sensor) wird ohne Belastung an eine niederohmige Last (z.B. A/D-Wandler) gekoppelt.

Warum eignet sich der nichtinvertierende Verstärker besonders gut für hochohmige Signalquellen?

  • a) Er kann auch negative Eingangsspannungen verarbeiten
  • b) Sein Eingangswiderstand ist sehr hochohmig und belastet die Quelle praktisch nicht
  • c) Er liefert eine höhere Ausgangsspannung als der invertierende Verstärker
  • d) Er hat eine geringere Verzerrung

Richtig: b)

Beim nichtinvertierenden Verstärker geht das Signal direkt auf den +Eingang des OPV. Dessen Eingangswiderstand ist sehr hoch (typisch MΩ bis GΩ), die Schaltung belastet die Quelle dadurch praktisch nicht. Beim invertierenden Verstärker dagegen wirkt R_1 als Eingangswiderstand — das kann bei hochohmigen Quellen zu Signalverlust führen.

6. Summierverstärker

Mehrere analoge Signale auf einen einzigen Ausgang addieren — das ist die Aufgabe des Summierverstärkers. Die Schaltung basiert auf dem invertierenden Verstärker, mit dem Unterschied, dass mehrere Eingänge über getrennte Widerstände auf den invertierenden Eingang geführt werden. Der nichtinvertierende Eingang bleibt an Masse.

+ R_1 U_1 R_2 U_2 R_F U_aus

Die Herleitung folgt der gleichen Logik wie beim invertierenden Verstärker. Am invertierenden Eingang liegt die virtuelle Masse, in den OPV-Eingang fließt kein Strom. Die Summe aller Eingangsströme muss gleich dem Strom durch R_F sein:

U_1 / R_1 + U_2 / R_2 + … = -U_aus / R_F

U_aus = -R_F · (U_1 / R_1 + U_2 / R_2 + …)

Im Sonderfall, dass alle Eingangswiderstände gleich sind (R_1 = R_2 = R), vereinfacht sich das zu:

U_aus = -(R_F / R) · (U_1 + U_2 + …)

  • U_aus … Ausgangsspannung in Volt
  • R_F … Rückkopplungswiderstand in Ohm
  • R_1, R_2 … Eingangswiderstände in Ohm
  • U_1, U_2 … Eingangsspannungen in Volt

Mit R_F = R wird daraus eine reine Summenbildung (mit Vorzeichenumkehr). Werden die Eingangswiderstände unterschiedlich gewählt, lassen sich die einzelnen Eingangssignale unterschiedlich gewichten — der Summierverstärker wird zum gewichteten Mischer.

Gelöstes Beispiel

Ein Summierverstärker hat R_1 = R_2 = R_3 = 10 kΩ und R_F = 10 kΩ. An den Eingängen liegen U_1 = 0,5 V, U_2 = 1,2 V, U_3 = −0,3 V. Versorgung ±15 V, Aussteuergrenze ±14 V. Welche Ausgangsspannung stellt sich ein?

Gegeben: R_1 = R_2 = R_3 = R = 10 kΩ, R_F = 10 kΩ, U_1 = 0,5 V, U_2 = 1,2 V, U_3 = −0,3 V, U_aus,max = ±14 V

Gesucht: U_aus, Sättigungsprüfung

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Faktor R_F / R bestimmen: R_F / R = 10 / 10 = 1
  2. Schritt 2 — Eingangsspannungen summieren: U_1 + U_2 + U_3 = 0,5 + 1,2 + (−0,3) = 1,4 V
  3. Schritt 3 — Ausgangsspannung: U_aus = −1 · 1,4 V = −1,4 V
  4. Schritt 4 — Sättigungsprüfung: |−1,4| < 14 → keine Sättigung.

Ergebnis: U_aus = −1,4 V.

Übungen

R_1 = R_2 = 10 kΩ, R_F = 100 kΩ, U_1 = 0,1 V, U_2 = 0,2 V. Berechne U_aus.

U_aus = −100/10 · (0,1 + 0,2) = −3 V.

R_1 = 10 kΩ, R_2 = 5 kΩ, R_F = 50 kΩ, U_1 = 0,4 V, U_2 = 0,6 V. Berechne U_aus.

U_aus = −50 · (0,4/10 + 0,6/5) = −50 · (0,04 + 0,12) = −8 V.

Drei Eingänge: R_1 = R_2 = R_3 = 22 kΩ, R_F = 22 kΩ, U_1 = 1 V, U_2 = 1 V, U_3 = 1 V. Welche U_aus ergibt sich?

U_aus = −(22/22) · (1+1+1) = −3 V.

R_1 = 1 kΩ, R_2 = 4 kΩ, R_F = 10 kΩ, U_1 = 0,2 V, U_2 = 0,8 V. Berechne U_aus.

U_aus = −10 · (0,2/1 + 0,8/4) = −10 · (0,2 + 0,2) = −4 V.

R_1 = R_2 = 10 kΩ, R_F = 100 kΩ, U_1 = 0,8 V, U_2 = 0,9 V, Versorgung ±15 V, U_aus,max = ±14 V. Tritt Sättigung ein?

U_aus,theoretisch = −10 · (0,8 + 0,9) = −17 V. |−17| > 14 → Sättigung, Ausgang bei etwa −14 V.

Welche Schaltung dient dem Summierverstärker als Grundlage?

  • a) Spannungsfolger
  • b) Nichtinvertierender Verstärker
  • c) Komparator
  • d) Invertierender Verstärker

Richtig: d)

Der Summierverstärker ist ein invertierender Verstärker mit mehreren Eingängen am invertierenden Eingang. Die virtuelle Masse und der Knotenpunktsatz führen direkt zur Summenformel.

Wie lautet die Ausgangsspannung eines Summierverstärkers mit gleichen Eingangswiderständen R_1 = R_2 = R und Rückkopplungswiderstand R_F?

  • a) U_aus = −(R_F / R) · (U_1 + U_2)
  • b) U_aus = (R_F / R) · (U_1 − U_2)
  • c) U_aus = R_F · (U_1 / R + U_2 / R)
  • d) U_aus = U_1 + U_2

Richtig: a)

Wenn alle Eingangswiderstände gleich sind, ergibt sich aus der allgemeinen Formel U_aus = −R_F · (U_1/R + U_2/R) durch Ausklammern: U_aus = −(R_F/R) · (U_1 + U_2). Das negative Vorzeichen kommt vom invertierenden Grundprinzip.

Ein Summierverstärker hat R_1 = R_2 = 5 kΩ, R_F = 50 kΩ und die Eingänge U_1 = 0,1 V und U_2 = 0,2 V. Welche U_aus ergibt sich?

  • a) +3 V
  • b) −1,5 V
  • c) −3 V
  • d) +1,5 V

Richtig: c)

U_aus = −50 · (0,1/5 + 0,2/5) = −50 · (0,02 + 0,04) = −50 · 0,06 = −3 V. Vorzeichen und Verstärkungsfaktor 10 (=R_F/R) beachten.

7. Differenzverstärker

Bei manchen Messaufgaben ist nicht die absolute Spannung an einem point interessant, sondern die Differenz zwischen zwei Punkten. Klassisches Beispiel: eine Brückenschaltung mit Dehnungsmessstreifen, deren Ausgangssignal eine Differenzspannung von wenigen Millivolt ist, während beide Anschlüsse gegen Masse aber ein paar Volt führen. Der Differenzverstärker verstärkt genau diese Differenz und unterdrückt die gemeinsame Gleichtaktspannung.

+ R_1 U_1 R_F R_2 U_2 R_3 U_aus

Die Schaltung wird üblicherweise symmetrisch ausgelegt: R_1 = R_2 und R_F = R_3. Mit dieser Dimensionierung — und nur mit dieser — ergibt sich aus der Anwendung der goldenen Regeln auf beide Eingänge die einfache Formel:

U_aus = (R_F / R_1) · (U_2 − U_1)

  • U_aus … Ausgangsspannung in Volt
  • R_F … Rückkopplungswiderstand in Ohm
  • R_1 … Eingangswiderstand in Ohm (R_2 = R_1, R_3 = R_F)
  • U_1 … Eingangsspannung am invertierenden Pfad in Volt
  • U_2 … Eingangsspannung am nichtinvertierenden Pfad in Volt

Die Verstärkung ist V = R_F / R_1. Sind U_1 und U_2 gleich groß (reines Gleichtaktsignal), wird die Differenz null und damit auch U_aus = 0. So unterdrückt der Differenzverstärker im Idealfall den Gleichtaktanteil vollständig — ein wichtiger Vorteil bei der Messung kleiner Signale in störbehafteter Umgebung.

Gelöstes Beispiel

Ein Differenzverstärker hat R_1 = R_2 = 1 kΩ und R_F = R_3 = 100 kΩ. An den Eingängen liegen U_1 = 2,495 V und U_2 = 2,500 V. Versorgung ±15 V, Aussteuergrenze ±14 V. Berechne die Ausgangsspannung und prüfe die Sättigung.

Gegeben: R_1 = R_2 = 1 kΩ, R_F = R_3 = 100 kΩ, U_1 = 2,495 V, U_2 = 2,500 V, U_aus,max = ±14 V

Gesucht: U_aus, Sättigungsprüfung

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Differenz bestimmen: U_2 − U_1 = 2,500 − 2,495 = 0,005 V = 5 mV
  2. Schritt 2 — Verstärkung: V = R_F / R_1 = 100 / 1 = 100
  3. Schritt 3 — Ausgangsspannung: U_aus = 100 · 0,005 V = 0,5 V
  4. Schritt 4 — Sättigungsprüfung: 0,5 V < 14 V → kein Problem.

Ergebnis: U_aus = +0,5 V. Die 5 mV Differenz erscheinen am Ausgang als 500 mV — ein gut weiterverarbeitbares Signal.

Übungen

R_1 = R_2 = 10 kΩ, R_F = R_3 = 100 kΩ, U_1 = 1 V, U_2 = 1,3 V. Berechne U_aus.

V = 10, U_aus = 10 · (1,3 − 1) = +3 V.

R_1 = R_2 = 4,7 kΩ, R_F = R_3 = 47 kΩ, U_1 = 0,2 V, U_2 = 0,5 V. Berechne U_aus.

V = 10, U_aus = 10 · 0,3 = +3 V.

R_1 = R_2 = 1 kΩ, R_F = R_3 = 22 kΩ, U_1 = 0,1 V, U_2 = 0,1 V. Welche U_aus ergibt sich?

U_2 − U_1 = 0 → U_aus = 0 V (reines Gleichtaktsignal, ideal unterdrückt).

Eine DMS-Brücke liefert U_1 = 2,498 V, U_2 = 2,503 V. Welche Verstärkung muss ein Differenzverstärker mit R_1 = R_2 = 1 kΩ haben, damit am Ausgang +1 V steht? Welcher R_F ist nötig?

U_2 − U_1 = 5 mV. V = 1 V / 0,005 V = 200. R_F = 200 · 1 kΩ = 200 kΩ.

R_1 = R_2 = 10 kΩ, R_F = R_3 = 1 MΩ, U_1 = 0 V, U_2 = 0,2 V, Versorgung ±15 V, U_aus,max = ±14 V. Tritt Sättigung ein?

V = 100, U_aus,theoretisch = 100 · 0,2 = +20 V. Das überschreitet +14 V → positive Sättigung bei etwa +14 V.

Welche Aufgabe erfüllt ein Differenzverstärker?

  • a) Er addiert zwei Eingangsspannungen
  • b) Er verstärkt die Differenz zweier Eingangsspannungen und unterdrückt den Gleichtaktanteil
  • c) Er invertiert das Vorzeichen einer Eingangsspannung
  • d) Er filtert Wechselspannungsanteile heraus

Richtig: b)

Der Differenzverstärker bildet U_aus = (R_F/R_1) · (U_2 − U_1) und reagiert damit nur auf die Differenz der Eingangsspannungen. Liegen U_1 und U_2 gleich (Gleichtakt), wird U_aus null — der gemeinsame Anteil wird unterdrückt.

Welche Bedingung muss bei einem Differenzverstärker für die übliche Vereinfachung der Formel erfüllt sein?

  • a) R_F muss gleich R_1 sein
  • b) Alle Widerstände müssen 10 kΩ haben
  • c) R_1 muss gleich R_2 und R_F muss gleich R_3 sein (symmetrische Auslegung)
  • d) Der OPV muss eine Verstärkung größer 1000 haben

Richtig: c)

Nur bei symmetrischer Auslegung (R_1 = R_2, R_F = R_3) reduziert sich die allgemeine Formel auf U_aus = (R_F/R_1) · (U_2 − U_1). Bei asymmetrischer Auslegung ist die Formel komplexer und der Gleichtakt wird nicht mehr vollständig unterdrückt.

Eine DMS-Brücke liefert U_1 = 2,5 V und U_2 = 2,503 V (Differenz 3 mV). Der Differenzverstärker hat V = 500. Welche Ausgangsspannung ergibt sich?

  • a) +1,5 V
  • b) +1500 V
  • c) +2502 V
  • d) +6 V

Richtig: a)

U_aus = V · (U_2 − U_1) = 500 · 0,003 V = 1,5 V. Der große Gleichtaktanteil (rund 2,5 V) wird vom Differenzverstärker unterdrückt und erscheint nicht am Ausgang.

8. Komparator und Schmitt-Trigger

Wird der OPV ganz ohne Gegenkopplung betrieben, verstärkt er jede minimale Eingangsdifferenz bis zur Sättigung. Das Ergebnis: Der Ausgang kennt nur noch zwei Zustände — voll positiv oder voll negativ. Diese Funktion nennt sich Komparator (von engl. to compare, vergleichen): Liegt U_in über einer Referenzspannung U_ref, schaltet der Ausgang auf High; liegt U_in darunter, geht er auf Low.

+ U_in U_ref U_aus Komparator + U_in R_1 R_2 Schmitt-Trigger

Der reine Komparator hat ein Problem: Bei verrauschten Eingangssignalen kann der Ausgang im Bereich um die Schaltschwelle wild hin und her springen — vor allem dann, wenn das Signal langsam durch den Schwellbereich kriecht. In einer Schalt- oder Steuerungsanwendung führt das zu unsauberen Übergängen, in der Praxis auch zu Schaltkontakt-Klappern oder Fehlauslösungen.

Die Lösung ist der Schmitt-Trigger: ein Komparator mit Mitkopplung. Ein Teil der Ausgangsspannung wird über einen Spannungsteiler aus R_1 und R_2 auf den nichtinvertierenden Eingang zurückgeführt. Dadurch ergeben sich zwei verschiedene Schaltschwellen — eine obere und eine untere. Der Abstand zwischen beiden nennt sich Hysterese:

U_S = ± (R_1 / (R_1 + R_2)) · U_aus,max

  • U_S … Schaltschwelle in Volt
  • R_1 … Widerstand zum Bezugspunkt in Ohm
  • R_2 … Mitkopplungswiderstand vom Ausgang in Ohm
  • U_aus,max … Aussteuergrenze in Volt

Solange der Ausgang High ist, gilt die obere Schaltschwelle (positiv). Sobald U_in diese überschreitet, kippt der Ausgang nach Low und ab da gilt die untere Schaltschwelle (negativ). U_in muss erst wieder unter die untere Schwelle fallen, bevor der Ausgang zurück nach High kippt. Diese Hysterese sorgt für sauberes Schalten und macht die Schaltung unempfindlich gegen kleines Rauschen.

Gelöstes Beispiel

Ein Schmitt-Trigger arbeitet mit symmetrischer Versorgung ±15 V, U_aus,max = ±14 V. Die Mitkopplung erfolgt über R_1 = 10 kΩ und R_2 = 90 kΩ. Berechne die obere und untere Schaltschwelle sowie die Hysterese.

Gegeben: U_aus,max = ±14 V, R_1 = 10 kΩ, R_2 = 90 kΩ

Gesucht: U_S,oben, U_S,unten, Hysterese

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Teilerverhältnis: R_1 / (R_1 + R_2) = 10 / (10 + 90) = 0,1
  2. Schritt 2 — Obere Schaltschwelle: U_S,oben = 0,1 · (+14 V) = +1,4 V
  3. Schritt 3 — Untere Schaltschwelle: U_S,unten = 0,1 · (−14 V) = −1,4 V
  4. Schritt 4 — Hysterese: ΔU = U_S,oben − U_S,unten = 1,4 − (−1,4) = 2,8 V

Ergebnis: Obere Schwelle +1,4 V, untere Schwelle −1,4 V, Hysterese 2,8 V.

Übungen

R_1 = 1 kΩ, R_2 = 9 kΩ, U_aus,max = ±12 V. Berechne die Schaltschwellen.

Teiler 0,1. U_S,oben = +1,2 V, U_S,unten = −1,2 V.

R_1 = 5 kΩ, R_2 = 95 kΩ, U_aus,max = ±10 V. Berechne die Schaltschwellen und die Hysterese.

Teiler 0,05. U_S,oben = +0,5 V, U_S,unten = −0,5 V, Hysterese 1 V.

Wie groß muss R_2 gewählt werden, damit bei R_1 = 10 kΩ und U_aus,max = ±14 V die obere Schaltschwelle bei +0,7 V liegt?

Aus 0,7 = (10 / (10 + R_2)) · 14 folgt R_1/(R_1+R_2) = 0,05. R_1 + R_2 = R_1 / 0,05 = 200 kΩ. R_2 = 200 − 10 = 190 kΩ.

Ein Schmitt-Trigger soll eine Hysterese von 1 V haben bei symmetrischer Aussteuerung ±14 V. R_1 = 10 kΩ. Welcher R_2 wird benötigt?

Hysterese = 2 · (R_1/(R_1+R_2)) · U_aus,max = 1 V. R_1/(R_1+R_2) = 1/(2·14) = 0,0357. R_1+R_2 = 10/0,0357 ≈ 280 kΩ. R_2 ≈ 270 kΩ.

R_1 = 22 kΩ, R_2 = 100 kΩ, U_aus,max = ±15 V. Berechne die Schaltschwellen.

Teiler 22/122 ≈ 0,180. U_S,oben ≈ +2,7 V, U_S,unten ≈ −2,7 V.

Welche Funktion hat ein Komparator?

  • a) Er verstärkt das Eingangssignal um einen festen Faktor
  • b) Er filtert hochfrequente Anteile aus dem Signal
  • c) Er vergleicht eine Eingangsspannung mit einer Referenz und gibt einen H- oder L-Pegel aus
  • d) Er addiert mehrere Eingangsspannungen

Richtig: c)

Der Komparator ist ein OPV ohne Gegenkopplung. Sein Ausgang ist immer in einer der beiden Sättigungslagen, abhängig davon, ob U_in über oder unter U_ref liegt. Dadurch entsteht ein binäres (H/L) Schaltsignal.

Warum wird in der Praxis statt eines reinen Komparators oft ein Schmitt-Trigger eingesetzt?

  • a) Er hat eine niedrigere Stromaufnahme
  • b) Er bietet durch die Hysterese eine störungssichere Umschaltung auch bei verrauschten Signalen
  • c) Er verbraucht weniger Bauteile
  • d) Er hat eine höhere Verstärkung

Richtig: b)

Der reine Komparator schaltet im Bereich der Schwellspannung sehr empfindlich — bei Rauschen kann der Ausgang oszillieren. Der Schmitt-Trigger hat dagegen zwei unterschiedliche Schaltschwellen; zwischen ihnen bleibt der Ausgang stabil. Diese Hysterese ist der entscheidende Praxisvorteil.

Ein Schmitt-Trigger mit U_aus,max = ±12 V, R_1 = 2 kΩ und R_2 = 18 kΩ hat welche Schaltschwellen?

  • a) ±0,6 V
  • b) ±2 V
  • c) ±12 V
  • d) ±1,2 V

Richtig: d)

Teilerverhältnis R_1/(R_1+R_2) = 2/20 = 0,1. Schaltschwellen = ±0,1 · 12 V = ±1,2 V. Die Hysterese beträgt 2,4 V.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein invertierender Verstärker hat R_1 = 2,2 kΩ und R_F = 110 kΩ. U_in = 0,12 V. Versorgung ±15 V, U_aus,max = ±14 V. Berechne V, U_aus und prüfe auf Sättigung.

Gegeben: R_1 = 2,2 kΩ, R_F = 110 kΩ, U_in = 0,12 V, U_aus,max = ±14 V

Gesucht: V, U_aus, Sättigungsprüfung

Lösungsweg:

  1. V = −110/2,2 = −50.
  2. U_aus = −50 · 0,12 V = −6 V.
  3. |−6 V| < 14 V → keine Sättigung.

Ergebnis: V = −50, U_aus = −6 V, linearer Betrieb.

Aufgabe 2: Bestimme R_F eines invertierenden Verstärkers, der bei R_1 = 1 kΩ eine Verstärkung von −68 liefern soll.

Gegeben: R_1 = 1 kΩ, V = −68

Gesucht: R_F

Lösungsweg:

  1. |V| = R_F / R_1 → R_F = 68 · 1 kΩ = 68 kΩ.

Ergebnis: R_F = 68 kΩ.

Aufgabe 3: Ein nichtinvertierender Verstärker mit R_1 = 1 kΩ und R_F = 99 kΩ wird mit U_in = 0,08 V betrieben. Was misst man am Ausgang?

Gegeben: R_1 = 1 kΩ, R_F = 99 kΩ, U_in = 0,08 V

Gesucht: U_aus

Lösungsweg:

  1. V = 1 + 99 = 100.
  2. U_aus = 100 · 0,08 V = 8 V.

Ergebnis: U_aus = +8 V.

Aufgabe 4: Welche Verstärkung hat ein Spannungsfolger und welchen Wert ergibt sich am Ausgang bei U_in = 3,7 V?

Gegeben: V_Spannungsfolger, U_in = 3,7 V

Gesucht: V, U_aus

Lösungsweg:

  1. Spannungsfolger hat V = 1.
  2. U_aus = V · U_in = 1 · 3,7 V = 3,7 V.

Ergebnis: V = 1, U_aus = +3,7 V.

Aufgabe 5: Ein Summierverstärker hat R_1 = R_2 = R_3 = 4,7 kΩ und R_F = 47 kΩ. U_1 = 0,1 V, U_2 = −0,2 V, U_3 = 0,4 V. Berechne U_aus.

Gegeben: R_1 = R_2 = R_3 = 4,7 kΩ, R_F = 47 kΩ, U_1 = 0,1 V, U_2 = −0,2 V, U_3 = 0,4 V

Gesucht: U_aus

Lösungsweg:

  1. R_F / R = 47/4,7 = 10.
  2. Σ U_i = 0,1 − 0,2 + 0,4 = 0,3 V.
  3. U_aus = −10 · 0,3 = −3 V.

Ergebnis: U_aus = −3 V.

Aufgabe 6: Ein Summierverstärker hat R_1 = 10 kΩ, R_2 = 20 kΩ, R_F = 40 kΩ, U_1 = 0,5 V, U_2 = 1,0 V. Berechne U_aus.

Gegeben: R_1 = 10 kΩ, R_2 = 20 kΩ, R_F = 40 kΩ, U_1 = 0,5 V, U_2 = 1,0 V

Gesucht: U_aus

Lösungsweg:

  1. U_aus = −40 · (0,5/10 + 1,0/20) = −40 · (0,05 + 0,05) = −4 V.

Ergebnis: U_aus = −4 V.

Aufgabe 7: Ein symmetrischer Differenzverstärker hat R_1 = R_2 = 1 kΩ und R_F = R_3 = 50 kΩ. U_1 = 1,000 V, U_2 = 1,020 V. Berechne U_aus.

Gegeben: R_1 = R_2 = 1 kΩ, R_F = R_3 = 50 kΩ, U_1 = 1,000 V, U_2 = 1,020 V

Gesucht: U_aus

Lösungsweg:

  1. V = 50.
  2. U_2 − U_1 = 0,020 V.
  3. U_aus = 50 · 0,020 = 1,0 V.

Ergebnis: U_aus = +1,0 V.

Aufgabe 8: Ein Schmitt-Trigger arbeitet mit U_aus,max = ±10 V, R_1 = 4,7 kΩ, R_2 = 43 kΩ. Berechne die Schaltschwellen und die Hysterese.

Gegeben: U_aus,max = ±10 V, R_1 = 4,7 kΩ, R_2 = 43 kΩ

Gesucht: U_S,oben, U_S,unten, Hysterese

Lösungsweg:

  1. Teiler = 4,7 / (4,7 + 43) = 4,7 / 47,7 ≈ 0,0985.
  2. U_S,oben ≈ +0,985 V, U_S,unten ≈ −0,985 V.
  3. Hysterese ≈ 1,97 V.

Ergebnis: ±0,99 V, Hysterese ≈ 1,97 V.

Aufgabe 9: Ein invertierender Verstärker hat R_1 = 1 kΩ und R_F = 220 kΩ. U_in = 0,1 V, Versorgung ±15 V, U_aus,max = ±14 V. Was passiert am Ausgang?

Gegeben: R_1 = 1 kΩ, R_F = 220 kΩ, U_in = 0,1 V, U_aus,max = ±14 V

Gesucht: U_aus, Sättigungszustand

Lösungsweg:

  1. V = −220.
  2. U_aus,theoretisch = −220 · 0,1 = −22 V.
  3. |−22| > 14 → negative Sättigung.

Ergebnis: Ausgang in negativer Sättigung, U_aus ≈ −14 V.

Aufgabe 10: Ein Differenzverstärker mit V = 100 wird mit U_1 = 2,510 V und U_2 = 2,505 V betrieben. Berechne U_aus.

Gegeben: V = 100, U_1 = 2,510 V, U_2 = 2,505 V

Gesucht: U_aus

Lösungsweg:

  1. U_aus = V · (U_2 − U_1) = 100 · (2,505 − 2,510) = 100 · (−0,005) = −0,5 V.

Ergebnis: U_aus = −0,5 V.

Welche Annahmen gelten beim idealen Operationsverstärker?

  • a) Leerlaufverstärkung unendlich, Eingangswiderstand unendlich, Ausgangswiderstand null
  • b) Leerlaufverstärkung null, Eingangswiderstand null, Ausgangswiderstand unendlich
  • c) Alle Eigenschaften haben einen Wert von genau 1
  • d) Eingangs- und Ausgangswiderstand sind gleich

Richtig: a)

Die Idealisierung des OPV besteht aus genau diesen drei Annahmen: V_0 → ∞, R_e → ∞, R_a → 0. Damit werden die Berechnungen der Grundschaltungen drastisch vereinfacht. Reale OPVs nähern sich diesen Idealwerten gut an.

Bei welcher Schaltung ist der Eingangswiderstand der Gesamtschaltung gleich R_1?

  • a) Spannungsfolger
  • b) Invertierender Verstärker
  • c) Nichtinvertierender Verstärker
  • d) Differenzverstärker mit beiden Eingängen offen

Richtig: b)

Beim invertierenden Verstärker liegt R_1 zwischen Signalquelle und der virtuellen Masse am −Eingang. Aus Sicht der Quelle ist R_1 daher der Eingangswiderstand. Beim nichtinvertierenden Verstärker und beim Spannungsfolger ist der Eingangswiderstand dagegen praktisch der hohe OPV-Eingangswiderstand.

Welche der folgenden Aussagen über die Mitkopplung trifft zu?

  • a) Sie wirkt stabilisierend wie die Gegenkopplung
  • b) Sie reduziert die Verstärkung
  • c) Sie wird in Komparatorschaltungen zur Erzeugung einer Hysterese genutzt
  • d) Sie sorgt für minimalen Klirrfaktor

Richtig: c)

Mitkopplung führt zu instabilem Verhalten — der OPV kippt zwischen den Aussteuergrenzen. In Schmitt-Triggern wird dieses Verhalten gezielt genutzt, um zwei Schaltschwellen und damit Hysterese zu erzeugen.

Was bedeutet die Aussage „der invertierende Eingang liegt auf virtueller Masse“?

  • a) Der Eingang ist direkt mit GND verbunden
  • b) Der Eingang hat eine Versorgungsspannung von 0 V
  • c) Der Eingang wird durch das Gehäuse geerdet
  • d) Der Eingang liegt zwar nicht direkt an Masse, befindet sich aber praktisch auf Massepotenzial

Richtig: d)

Wenn der nichtinvertierende Eingang an Masse liegt, sorgt die Gegenkopplung (Regel 1) dafür, dass auch der invertierende Eingang praktisch auf 0 V steht — ohne direkte Verbindung. Diese Eigenschaft ist Schlüssel für die Berechnung des invertierenden Verstärkers und des Summierverstärkers.

Welche Grundschaltung wird typischerweise als Impedanzwandler eingesetzt?

  • a) Spannungsfolger
  • b) Summierverstärker
  • c) Differenzverstärker
  • d) Komparator

Richtig: a)

Der Spannungsfolger (V = 1) hat einen sehr hohen Eingangswiderstand und einen sehr niedrigen Ausgangswiderstand. Damit eignet er sich hervorragend, um eine hochohmige Signalquelle ohne Belastung an eine niederohmige Last zu koppeln.

Welche Beziehung gilt zwischen Verstärkung V, Bandbreite f und Verstärkungs-Bandbreiten-Produkt GBP eines OPV?

  • a) GBP = V + f
  • b) GBP = V · f
  • c) GBP = V − f
  • d) GBP = V / f

Richtig: b)

Das Verstärkungs-Bandbreiten-Produkt ist eine Konstante des Bauteils und entspricht dem Produkt aus Verstärkung und Bandbreite. Hohe Verstärkung bedeutet daher geringere nutzbare Bandbreite und umgekehrt — eine wichtige Designgrenze bei der Auslegung von Verstärkerstufen.

Ein Summierverstärker mit gleichen Eingangswiderständen R_1 = R_2 = R und R_F. Welche Wirkung hat eine Verdopplung von R_F?

  • a) Die Ausgangsspannung halbiert sich
  • b) Die Ausgangsspannung bleibt gleich
  • c) Die Ausgangsspannung verdoppelt sich (in ihrem Betrag)
  • d) Die Eingangsspannungen werden ignoriert

Richtig: c)

U_aus = −(R_F/R)·(U_1+U_2+…). Doppelter R_F bedeutet doppelter Verstärkungsfaktor und damit doppelte Ausgangsspannung. Die einzelnen Eingangssignale werden also stärker gewichtet.

Eine ideale Gleichtaktunterdrückung beim Differenzverstärker erfordert:

  • a) Eine hohe Slew Rate
  • b) Eine niedrige Versorgungsspannung
  • c) Eingang U_2 muss immer null sein
  • d) Exakt symmetrische Widerstände (R_1 = R_2, R_F = R_3)

Richtig: d)

Nur bei symmetrischer Auslegung der Widerstandspaare wird das Gleichtaktsignal vollständig unterdrückt. Asymmetrie führt dazu, dass Gleichtaktanteile als Differenzsignal interpretiert werden und am Ausgang erscheinen — die Gleichtaktunterdrückung verschlechtert sich.

Welche der folgenden Schaltungen verwendet bewusst eine Mitkopplung?

  • a) Schmitt-Trigger
  • b) Invertierender Verstärker
  • c) Spannungsfolger
  • d) Nichtinvertierender Verstärker

Richtig: a)

Nur der Schmitt-Trigger nutzt die Mitkopplung über den Spannungsteiler R_1/R_2 — daraus entsteht die Hysterese mit zwei Schaltschwellen. Alle anderen Grundschaltungen arbeiten mit Gegenkopplung.

Welche Aussage zur Aussteuergrenze in der Praxis ist korrekt?

  • a) Sie spielt nur bei sehr alten OPVs eine Rolle
  • b) Bei Überschreitung bleibt der Ausgang in der Sättigung und liefert nicht den berechneten Wert
  • c) Sie ist nur bei symmetrischer Versorgung relevant
  • d) Bei Überschreitung wird der OPV zerstört

Richtig: b)

Wenn die berechnete Ausgangsspannung die Aussteuergrenze überschreitet, geht der Ausgang in die Sättigung und bleibt an der Grenze hängen — die Schaltung arbeitet außerhalb des linearen Bereichs, das berechnete Ergebnis stimmt dann nicht mehr. Zerstört wird der OPV dadurch in der Regel nicht, das passiert erst bei Überschreitung der maximalen Versorgungsspannung oder bei Kurzschluss am Ausgang.

Ein nichtinvertierender Verstärker hat R_1 = 1 kΩ und R_F = 4 kΩ. Welche Verstärkung ergibt sich?

  • a) −4
  • b) −0,2
  • c) 5
  • d) 0,25

Richtig: c)

V = 1 + R_F / R_1 = 1 + 4/1 = 5. Beim nichtinvertierenden Verstärker ist die Verstärkung immer positiv und größer oder gleich 1.

Welche Anwendung passt typischerweise zu welchem Grundschaltungstyp?

  • a) Audio-Mischpult ← Komparator
  • b) DMS-Brückenverstärkung ← Spannungsfolger
  • c) Hochohmige Sensorabkopplung ← Summierverstärker
  • d) Dämmerungsschalter ← Schmitt-Trigger

Richtig: d)

Der Dämmerungsschalter mit LDR profitiert von der Hysterese des Schmitt-Triggers, die ein Klappern in der Dämmerungsphase verhindert. Audio-Mischpult → Summierverstärker; DMS-Brücke → Differenzverstärker; hochohmige Sensoren → Spannungsfolger.

Glossar

Operationsverstärker (OPV)
Universeller Verstärkerbaustein mit zwei Eingängen und einem Ausgang, gekennzeichnet durch sehr hohe Spannungsverstärkung und sehr hohen Eingangswiderstand.
Leerlaufverstärkung V_0
Verstärkung des OPV ohne äußere Beschaltung. Beim realen OPV typisch 10⁵ bis 10⁶, beim idealen OPV unendlich.
Aussteuergrenze (Sättigung)
Maximale Ausgangsspannung, die der OPV erreichen kann. Liegt knapp unter der jeweiligen Versorgungsspannung. Wird das berechnete Ausgangssignal größer, bleibt der Ausgang an der Grenze „hängen“.
Gegenkopplung
Rückführung eines Teils der Ausgangsspannung auf den invertierenden Eingang. Führt zu stabilem Verhalten und definierter Verstärkung durch die externen Widerstände.
Mitkopplung
Rückführung auf den nichtinvertierenden Eingang. Erzeugt Schwellverhalten mit Hysterese, wird im Schmitt-Trigger genutzt.
Goldene Regeln
Vereinfachende Grundannahmen für den linearen Betrieb eines OPV: (1) Differenzspannung zwischen den Eingängen ist null; (2) in die Eingänge fließt kein Strom.
Virtuelle Masse
Der invertierende Eingang eines gegengekoppelten OPV mit nichtinvertierendem Eingang an Masse liegt selbst auf Massepotenzial, ohne direkt mit Masse verbunden zu sein.
Spannungsfolger (Impedanzwandler)
Sonderfall des nichtinvertierenden Verstärkers mit V = 1. Wandelt eine hochohmige Quelle in eine niederohmige Quelle um, ohne die Spannung zu verändern.
Slew Rate
Maximale Änderungsgeschwindigkeit der Ausgangsspannung in V/μs. Begrenzt die nutzbare Bandbreite bei großen Signalamplituden.
Verstärkungs-Bandbreiten-Produkt (GBP)
Konstante des OPV, gleich dem Produkt aus Verstärkung und Bandbreite. Höhere Verstärkung bedeutet kleinere verfügbare Bandbreite.
Eingangsoffsetspannung
Kleine Restspannung am Eingang, die nötig wäre, damit der Ausgang exakt 0 V wird. Praxisproblem bei Präzisionsanwendungen.
Komparator
OPV ohne Gegenkopplung, vergleicht Eingangsspannung mit Referenz und gibt ein binäres H/L-Signal aus.
Schmitt-Trigger
Komparator mit Mitkopplung. Hat zwei verschiedene Schaltschwellen und dadurch eine Hysterese, die gegen Rauschen unempfindlich macht.
Hysterese
Abstand zwischen oberer und unterer Schaltschwelle eines Schmitt-Triggers. Verhindert Klappereffekte am Schaltpunkt.

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