Sinus, Cosinus, Tangens – Einheitskreis
Am rechtwinkligen Dreieck funktionieren Sinus, Cosinus und Tangens gut – aber nur für Winkel zwischen 0° und 90°. Sobald sich etwas dreht, eine Welle durchläuft oder eine Wechselspannung ihren Verlauf nimmt, stößt diese Sichtweise an ihre Grenze. Genau hier setzt der Einheitskreis an. Er erweitert die Definition der drei Winkelfunktionen auf beliebige Winkel und liefert damit die Grundlage dafür, dass wir Schwingungen, Drehbewegungen und Wechselgrößen überhaupt sauber mit einer Sinus- oder Cosinusfunktion beschreiben können.
In diesem Beitrag bauen wir den Einheitskreis Schritt für Schritt auf, klären den Unterschied zwischen Grad- und Bogenmaß und enden bei der Schreibweise, die dir in der Antriebs- und Wechselstromtechnik ständig begegnet.
Vorwissen
- Trigonometrie am rechtwinkligen Dreieck
- Gleichungen umstellen
- Potenzen, Wurzeln, Logarithmen
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- den Einheitskreis aufbauen und Sinus, Cosinus und Tangens über die Koordinaten eines Punktes auf dem Kreis definieren
- Winkel zwischen Gradmaß und Bogenmaß umrechnen und erklären, warum das Bogenmaß in der Technik gebraucht wird
- die Vorzeichen der Winkelfunktionen in den vier Quadranten bestimmen und die Werte besonderer Winkel angeben
- den Zusammenhang zwischen Einheitskreis und Sinus- bzw. Cosinuskurve beschreiben
- Momentanwerte einer Wechselgröße mit der Formel y(t) = ŷ · sin(ω · t + φ) berechnen
1. Vom Dreieck zum Kreis – warum reicht das Dreieck nicht?
Am rechtwinkligen Dreieck sind die drei Winkelfunktionen über die Seitenverhältnisse definiert: Sinus als Gegenkathete durch Hypotenuse, Cosinus als Ankathete durch Hypotenuse, Tangens als Gegenkathete durch Ankathete. Das ist für viele Aufgaben völlig ausreichend – solange der Winkel zwischen 0° und 90° liegt. Mehr passt in ein rechtwinkliges Dreieck nicht hinein.
Das Problem zeigt sich, sobald etwas rotiert. Eine Motorwelle bleibt bei 90° nicht stehen, sie dreht weiter über 180°, 270° und 360° hinaus. Ein Generator erzeugt eine Spannung, die nicht nur ansteigt, sondern auch negativ wird. Solche Vorgänge lassen sich am Dreieck nicht abbilden – ein Winkel von 210° oder ein negativer Sinuswert haben dort keinen Platz.
Es braucht also eine Sichtweise, die den Winkel als etwas Fortlaufendes begreift und die auch negative Werte zulässt. Diese Sichtweise ist der Einheitskreis.
Warum lässt sich ein Winkel von 210° nicht mit der Dreiecksdefinition der Winkelfunktionen behandeln?
- a) Weil 210° kein gültiger Winkel ist
- b) Weil der Tangens bei 210° nicht existiert
- c) Weil ein rechtwinkliges Dreieck nur Winkel bis 90° aufnehmen kann
- d) Weil Sinus und Cosinus erst ab 360° definiert sind
Richtig: c)
In einem rechtwinkligen Dreieck ist ein Winkel 90°, die beiden anderen sind zwangsläufig kleiner. Ein Winkel von 210° passt geometrisch nicht hinein, daher versagt die reine Seitenverhältnis-Definition. 210° ist ein völlig gültiger Winkel (a falsch), der Tangens existiert bei 210° (b falsch), und Sinus/Cosinus sind nicht erst ab 360° definiert (d falsch).
Welche Eigenschaft einer Wechselspannung kann die Dreiecksdefinition der Winkelfunktionen grundsätzlich nicht erfassen?
- a) Dass die Spannung negative Werte annimmt
- b) Dass die Spannung einen Höchstwert hat
- c) Dass die Spannung in Volt gemessen wird
- d) Dass die Spannung von der Zeit abhängt
Richtig: a)
Seitenverhältnisse im Dreieck sind immer positiv, ein negativer Sinus- oder Cosinuswert lässt sich so nicht darstellen. Genau das tritt aber bei einer Wechselspannung auf, die periodisch ins Negative geht. Ein Höchstwert (b) ist unkritisch, die Einheit Volt (c) hat nichts mit der Definition zu tun, und die Zeitabhängigkeit (d) ist eine Frage der Anwendung, nicht der Funktionsdefinition selbst.
2. Der Einheitskreis – Aufbau und Definition
Der Einheitskreis ist ein Kreis mit dem Radius r = 1 um den Ursprung eines Koordinatensystems. Die Einheit ist dabei bewusst dimensionslos – es geht um das Verhältnis, nicht um Zentimeter oder Meter.
Wir setzen einen Punkt P auf den Kreis und ziehen vom Ursprung eine Linie zu diesem Punkt. Der Winkel zwischen dieser Linie und der positiven x-Achse ist unser Winkel, üblicherweise mit alpha bezeichnet. Gezählt wird gegen den Uhrzeigersinn – das ist die mathematisch positive Drehrichtung.
Jetzt kommt der entscheidende Schritt. Der Punkt P hat eine x-Koordinate und eine y-Koordinate. Und genau diese beiden Koordinaten sind Cosinus und Sinus des Winkels:
x = cos(alpha)
y = sin(alpha)
- x … x-Koordinate des Punktes auf dem Einheitskreis
- y … y-Koordinate des Punktes auf dem Einheitskreis
- alpha … Winkel zur positiven x-Achse
Das passt nahtlos zur Dreiecksdefinition: Verbindet man P senkrecht mit der x-Achse, entsteht ein rechtwinkliges Dreieck mit der Hypotenuse r = 1. Die Gegenkathete (die y-Strecke) ist dann sin(alpha), die Ankathete (die x-Strecke) ist cos(alpha) – denn beim Teilen durch die Hypotenuse 1 ändert sich nichts. Der Einheitskreis ist also keine neue Definition, sondern eine Erweiterung der alten.
Der Tangens ergibt sich als Verhältnis der beiden Koordinaten:
tan(alpha) = y / x = sin(alpha) / cos(alpha)
- tan(alpha) … Tangens des Winkels
Geometrisch lässt er sich als Strecke auf der senkrechten Tangente am rechten Kreisrand (bei x = 1) deuten. Daher der Name. An dieser Deutung erkennt man auch sofort, warum der Tangens bei 90° und 270° nicht existiert: Dort ist x = cos(alpha) = 0, und durch null kann man nicht teilen.
Die folgende Darstellung zeigt den Einheitskreis mit einem eingezeichneten Winkel und den zugehörigen Strecken für Sinus und Cosinus.
Ein Punkt liegt auf dem Einheitskreis bei einem Winkel, für den cos(alpha) = 0 gilt. Was folgt daraus für den Tangens?
- a) Der Tangens ist ebenfalls null
- b) Der Tangens ist gleich dem Sinus
- c) Der Tangens ist gleich 1
- d) Der Tangens ist nicht definiert
Richtig: d)
Der Tangens ist als sin/cos definiert. Wird der Cosinus null, müsste man durch null teilen – das ist nicht definiert. Das tritt bei 90° und 270° auf. Bei cos = 0 ist der Sinus betragsmäßig 1, also nicht null (a falsch); tan ist nicht generell gleich dem Sinus (b falsch) und auch nicht 1 (c falsch).
Auf dem Einheitskreis liegt ein Punkt P im zweiten Quadranten. Welche Aussage über seine Koordinaten ist korrekt?
- a) Beide Koordinaten sind positiv
- b) Die x-Koordinate ist positiv, die y-Koordinate negativ
- c) Die x-Koordinate ist negativ, die y-Koordinate positiv
- d) Beide Koordinaten sind negativ
Richtig: c)
Im zweiten Quadranten (Winkel zwischen 90° und 180°) liegt der Punkt links oben. Links heißt negatives x (also cos negativ), oben heißt positives y (also sin positiv). Antwort a beschreibt den ersten Quadranten, b den vierten, d den dritten.
Warum ändert sich der Sinuswert nicht, wenn man beim Einheitskreis die Gegenkathete durch die Hypotenuse teilt?
- a) Weil die Gegenkathete immer gleich der Hypotenuse ist
- b) Weil die Hypotenuse den Wert 1 hat und die Division durch 1 nichts ändert
- c) Weil der Sinus von der Hypotenuse unabhängig definiert ist
- d) Weil die Gegenkathete im Einheitskreis immer 1 istt
Richtig: b)
Im Einheitskreis ist die Hypotenuse der Radius r = 1. Sinus = Gegenkathete/Hypotenuse = Gegenkathete/1 = Gegenkathete. Deshalb ist die y-Strecke direkt der Sinuswert. Die Gegenkathete ist nicht gleich der Hypotenuse (a falsch) und nicht konstant 1 (d falsch); der Sinus ist sehr wohl als Verhältnis mit der Hypotenuse definiert (c falsch).
3. Bogenmaß und Gradmaß
Bisher haben wir Winkel in Grad angegeben – ein Vollkreis hat 360°. Diese Einteilung ist historisch gewachsen und für die Anschauung praktisch. Für die technische Rechnung mit Schwingungen und Drehbewegungen ist sie aber unhandlich. Dort verwendet man das Bogenmaß.
Die Idee ist einfach und ergibt sich direkt aus dem Einheitskreis: Statt den Winkel in Grad zu zählen, misst man die Länge des Kreisbogens, den der Winkel am Einheitskreis abschneidet. Diese Bogenlänge ist das Bogenmaß, die Einheit heißt Radiant (rad).
Da der Einheitskreis den Radius 1 hat, beträgt sein Umfang 2π. Ein Vollkreis entspricht also dem Bogenmaß 2π. Daraus folgt direkt die Umrechnung:
alpha_rad = alpha_grad * (Pi / 180)
- alpha_rad … Winkel im Bogenmaß in rad
- alpha_grad … Winkel im Gradmaß in Grad
- Pi … Kreiszahl, rund 3,1416
Ein paar Werte sollte man im Kopf haben:
| Gradmaß | Bogenmaß |
|---|---|
| 0° | 0 |
| 90° | π/2 |
| 180° | π |
| 270° | 3π/2 |
| 360° | 2π |
Der eigentliche Grund, warum das Bogenmaß in der Technik unverzichtbar ist, liegt in der Kreisfrequenz omega. Dreht sich etwas mit der Frequenz f (Umdrehungen pro Sekunde), so durchläuft es pro Sekunde den Winkel 2π·f im Bogenmaß. Diese Größe ist die Kreisfrequenz:
omega = 2 * Pi * f
- omega … Kreisfrequenz in rad/s
- f … Frequenz in Hz
Die Periodendauer – also die Zeit für einen vollen Umlauf – ist der Kehrwert der Frequenz:
T = 1 / f
- T … Periodendauer in s
- f … Frequenz in Hz
Mit der Kreisfrequenz lässt sich der Winkel direkt als Funktion der Zeit ausdrücken, und genau das brauchen wir, um eine Wechselgröße zu beschreiben. Darauf kommen wir in Kapitel 6 zurück.
Gelöstes Beispiel
Ein Drehstrommotor läuft am 50-Hz-Netz. Wie groß sind Kreisfrequenz und Periodendauer, und welchem Bogenmaß entspricht ein Winkel von 120°?
Gegeben: f = 50 Hz, alpha = 120°
Gesucht: omega in rad/s, T in s, alpha in rad
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Kreisfrequenz:
omega = 2 · π · f = 2 · π · 50 = 314,16 rad/s - Schritt 2 — Periodendauer:
T = 1 / f = 1 / 50 = 0,02 s = 20 ms - Schritt 3 — Bogenmaß:
alpha_rad = 120 · (π / 180) = 2π/3 = 2,094 rad
Ergebnis: omega = 314,16 rad/s, T = 0,02 s, alpha = 2,094 rad
Übungen
Rechne 45° ins Bogenmaß um.
45 · π/180 = π/4 ≈ 0,785 rad
Eine Maschine dreht mit f = 25 Hz. Berechne die Kreisfrequenz.
omega = 2 · π · 25 ≈ 157,08 rad/s
Welcher Gradzahl entspricht ein Bogenmaß von 3,665 rad?
3,665 · 180/π ≈ 210°
Ein Signal hat die Periodendauer T = 4 ms. Bestimme Frequenz und Kreisfrequenz.
f = 1/T = 1/0,004 = 250 Hz; omega = 2 · π · 250 ≈ 1570,8 rad/s
Ein Servoantrieb dreht mit 1500 Umdrehungen pro Minute. Berechne die Kreisfrequenz in rad/s.
f = 1500/60 = 25 Hz; omega = 2 · π · 25 ≈ 157,08 rad/s
Warum entspricht ein Vollkreis im Bogenmaß genau dem Wert 2π?
- a) Weil 360 durch π geteilt 2π ergibt
- b) Weil π definitionsgemäß ein halber Vollkreis in Grad ist
- c) Weil das Bogenmaß immer das Doppelte des Gradmaßes ist
- d) Weil der Umfang des Einheitskreises mit Radius 1 gleich 2π
Richtig: d)
Das Bogenmaß ist die Bogenlänge am Einheitskreis. Der volle Umfang eines Kreises ist 2πr, mit r = 1 also 2π. Antwort a ist eine falsche Rechnung, b verwechselt Grad- und Bogenmaß, und c ist schlicht falsch – das Verhältnis ist nicht konstant 2.
Eine Maschine läuft mit f = 60 Hz. Welche Aussage zur Kreisfrequenz ist korrekt?
- a) omega ist kleiner als f, da durch 2π geteilt wird
- b) omega ist gleich f, nur in einer anderen Einheit
- c) omega ist rund 377 rad/s, da omega = 2π·f gilt
- d) omega lässt sich ohne die Periodendauer nicht bestimmen
Richtig: c)
omega = 2π · 60 ≈ 377 rad/s. Die Kreisfrequenz ist also deutlich größer als die Frequenz, nicht kleiner (a falsch) und nicht gleich (b falsch). Sie hängt nur von f ab, die Periodendauer wird dazu nicht gebraucht (d falsch).
Welcher Zusammenhang zwischen Periodendauer T und Kreisfrequenz omega ist richtig?
- a) omega = 2π/T
- b) omega = T/2π
- c) omega = T·2π
- d) omega = π/T
Richtig: a)
Aus omega = 2π·f und f = 1/T folgt omega = 2π/T. In einer Periode T wird genau der Winkel 2π durchlaufen, geteilt durch die Zeit T ergibt das die Kreisfrequenz. Die übrigen Varianten ergeben sich aus falschem Umstellen.
4. Vorzeichen in den vier Quadranten
Der Einheitskreis teilt sich durch die beiden Achsen in vier Quadranten. Welches Vorzeichen Sinus und Cosinus haben, hängt allein davon ab, in welchem Quadranten der Punkt liegt – und das wiederum folgt direkt aus den Koordinaten. Rechts ist x positiv, links negativ; oben ist y positiv, unten negativ.
Daraus ergibt sich folgendes Bild:
| Quadrant | Winkelbereich | cos (x) | sin (y) | tan |
|---|---|---|---|---|
| I | 0°–90° | + | + | + |
| II | 90°–180° | − | + | − |
| III | 180°–270° | − | − | + |
| IV | 270°–360° | + | − | − |
Der Tangens ist positiv, wenn Sinus und Cosinus dasselbe Vorzeichen haben (Quadranten I und III), und negativ, wenn die Vorzeichen verschieden sind (Quadranten II und IV). Das ist keine Regel zum Auswendiglernen, sondern folgt zwingend aus tan = sin/cos.
Neben den Vorzeichen lohnt es sich, die Funktionswerte einiger besonderer Winkel parat zu haben:
| Winkel | sin | cos | tan |
|---|---|---|---|
| 0° | 0 | 1 | 0 |
| 30° | 0,5 | 0,866 | 0,577 |
| 45° | 0,707 | 0,707 | 1 |
| 60° | 0,866 | 0,5 | 1,732 |
| 90° | 1 | 0 | nicht definiert |
| 180° | 0 | −1 | 0 |
| 270° | −1 | 0 | nicht definiert |
| 360° | 0 | 1 | 0 |
Bei 90° und 270° ist der Cosinus null, deshalb existiert der Tangens dort nicht.
Gelöstes Beispiel
Bestimme das Vorzeichen von sin, cos und tan für einen Winkel von 225° und ordne den Quadranten zu.
Gegeben: alpha = 225°
Gesucht: Quadrant sowie Vorzeichen von sin, cos, tan
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Quadrant bestimmen:
225° liegt zwischen 180° und 270°, also im III. Quadranten. - Schritt 2 — Koordinatenvorzeichen:
Im III. Quadranten ist der Punkt links unten: x negativ, y negativ.
Also cos < 0 und sin < 0. - Schritt 3 — Tangens:
tan = sin/cos = (negativ)/(negativ) = positiv.
Ergebnis: III. Quadrant, sin < 0, cos < 0, tan > 0
Übungen
In welchem Quadranten liegt ein Winkel von 160°?
Zwischen 90° und 180°, also II. Quadrant.
Welches Vorzeichen hat cos(300°)?
300° liegt im IV. Quadranten, dort ist x positiv, also cos > 0.
Gib sin(30°) und cos(60°) an und vergleiche.
sin(30°) = 0,5 und cos(60°) = 0,5 – beide gleich.
Für welche Winkel zwischen 0° und 360° ist der Tangens nicht definiert?
Bei 90° and 270°, da dort der Cosinus null ist.
In welchen Quadranten ist der Tangens positiv?
In I und III, weil dort sin und cos dasselbe Vorzeichen haben.
Für einen Winkel gilt sin(alpha) > 0 und cos(alpha) < 0. In welchem Quadranten liegt der Winkel?
- a) I. Quadrant
- b) II. Quadrant
- c) III. Quadrant
- d) IV. Quadrant
Richtig: b)
Positiver Sinus bedeutet y > 0 (obere Hälfte), negativer Cosinus bedeutet x < 0 (linke Hälfte). Links oben ist der II. Quadrant. Im I. sind beide positiv, im III. beide negativ, im IV. ist cos positiv und sin negativ.
Warum hat der Tangens im III. Quadranten ein positives Vorzeichen, obwohl sowohl Sinus als auch Cosinus negativ sind?
- a) Weil der Tangens immer positiv ist
- b) Weil das Verhältnis zweier negativer Werte positiv ist
- c) Weil der Tangens im III. Quadranten nicht definiert ist
- d) Weil der Sinus im III. Quadranten positiv ist
Richtig: b)
tan = sin/cos. Sind beide negativ, hebt sich das Minus auf und das Ergebnis ist positiv. Der Tangens ist nicht immer positiv (a falsch), er ist im III. Quadranten sehr wohl definiert (c falsch), und der Sinus ist dort negativ (d falsch).
Welche Aussage zu den Funktionswerten von 45° trifft zu?
- a) sin und cos sind gleich groß
- b) sin ist doppelt so groß wie cos
- c) tan ist null
- d) cos ist größer als sin
Richtig: a)
Bei 45° gilt sin = cos = 0,707, der Tangens ist daher genau 1. Die Werte sind gleich, nicht im Verhältnis 2:1 (b falsch), tan ist 1 und nicht 0 (c falsch), und cos ist nicht größer als sin (d falsch).
5. Die Funktionsgraphen – Sinus- und Cosinuskurve
Bisher haben wir den Punkt auf dem Kreis betrachtet. Was passiert, wenn wir den Winkel kontinuierlich wachsen lassen und dabei nur die y-Koordinate – also den Sinuswert – über dem Winkel auftragen?
Man kann sich das als Abrollen des Einheitskreises vorstellen. Während der Punkt einmal herumläuft, zeichnet seine Höhe eine wellenförmige Kurve: die Sinuskurve. Sie startet bei 0, steigt bis zum Höchstwert 1 bei 90°, fällt zurück auf 0 bei 180°, weiter zum Tiefstwert −1 bei 270° und ist bei 360° wieder bei 0. Danach wiederholt sich alles – die Kurve ist periodisch mit der Periode 360° beziehungsweise 2π.
Trägt man stattdessen die x-Koordinate auf, erhält man die Cosinuskurve. Sie hat dieselbe Form, ist aber um 90° nach links verschoben: Der Cosinus startet bei seinem Höchstwert 1. Diese feste Verschiebung von 90° zwischen Sinus und Cosinus ist der erste Berührungspunkt mit dem Thema Phasenverschiebung, das in der Wechselstromtechnik eine zentrale Rolle spielt und dort eigenständig behandelt wird.
Drei Begriffe beschreiben jede solche Kurve vollständig. Die Amplitude ist der Höchstwert, hier 1. Die Periode ist die Länge, nach der sich der Verlauf wiederholt, hier 360° bzw. 2π. Und die Nullstellen sind die Punkte, an denen die Kurve die Achse schneidet – beim Sinus bei 0°, 180°, 360° und so weiter.
Um welchen Winkel ist die Cosinuskurve gegenüber der Sinuskurve verschoben?
- a) 90°
- b) 45°
- c) 180°
- d) 360°
Richtig: a)
Der Cosinus erreicht seinen Höchstwert bei 0°, der Sinus erst bei 90°. Der Cosinus läuft dem Sinus also um 90° voraus. Eine Verschiebung um 180° würde die Kurve spiegeln, 360° entspräche einer vollen Periode (also keiner sichtbaren Verschiebung), 45° trifft nicht zu.
Was bedeutet es für eine Sinuskurve, dass ihre Periode 2π beträgt?
- a) Ihr Höchstwert ist 2π
- b) Sie hat genau zwei Nullstellen
- c) Ihre Amplitude ist π
- d) Nach einem Winkel von 2π wiederholt sich der Verlauf
Richtig: d)
Die Periode is die Strecke, nach der sich die Kurve identisch wiederholt – beim Sinus ist das ein voller Umlauf des Einheitskreises, also 2π. Der Höchstwert (Amplitude) ist davon unabhängig und beträgt beim reinen Sinus 1, nicht 2π oder π (a, c falsch). Über eine Periode hat der Sinus drei Nullstellen einschließlich Start und Ende, nicht zwei (b falsch).
Eine Sinuskurve hat ihre erste positive Nullstelle nach dem Maximum bei welchem Winkel?
- a) 90°
- b) 180°
- c) 270°
- d) 360°
Richtig: b)
Der Sinus startet bei 0, erreicht das Maximum bei 90° und kehrt bei 180° zur Nulllinie zurück. Bei 90° liegt das Maximum selbst (a falsch), bei 270° das Minimum (c falsch), bei 360° die nächste Nullstelle nach dem Minimum (d falsch).
6. Anwendung: y(t) = ŷ · sin(ω · t + φ) – die technische Schreibweise
Jetzt fügen wir alle Bausteine zusammen. Bisher war das Argument der Sinusfunktion ein Winkel. In der Technik ändert sich dieser Winkel aber mit der Zeit – die Welle dreht, die Spannung läuft durch. Wir ersetzen den festen Winkel deshalb durch den zeitabhängigen Term omega · t.
Da der Winkel pro Sekunde um omega = 2π·f wächst, ist nach der Zeit t der durchlaufene Winkel genau omega · t. Setzt man das in die Sinusfunktion ein und multipliziert mit dem Höchstwert, erhält man den Momentanwert einer Wechselgröße. Vollständig lautet die Formel:
y(t) = y_dach * sin(omega * t + phi)
- y(t) … Momentanwert zum Zeitpunkt t
- y_dach … Scheitelwert (Amplitude)
- omega … Kreisfrequenz in rad/s
- t … Zeit in s
- phi … Nullphasenwinkel in rad
Der Scheitelwert ŷ (gesprochen „y-Dach“) ist der Höchstwert, den die Größe erreicht – bei einer Spannung also der Spitzenwert. Der Term omega · t liefert den momentan durchlaufenen Winkel. Und der Nullphasenwinkel phi gibt an, wo die Schwingung zum Zeitpunkt t = 0 startet. Ist phi = 0, beginnt die Sinusschwingung im Nulldurchgang. Ein von null verschiedenes phi verschiebt die gesamte Kurve entlang der Zeitachse.
Dieser Nullphasenwinkel ist in der Praxis der Normalfall, nicht die Ausnahme. In einem realen Wechselstromsystem sind Strom und Spannung fast immer gegeneinander verschoben – etwa wenn eine Spule oder ein Kondensator im Spiel ist. Genau diese Verschiebung wird über phi beschrieben. Wie man mehrere solcher Größen mit unterschiedlichem phi zueinander in Beziehung setzt, ist Thema der Phasenverschiebung und der Zeigerdiagramme und wird dort eigenständig behandelt. Wichtig ist hier nur: Der Nullphasenwinkel gehört von Anfang an zur vollständigen Formel dazu.
Achtung bei der Einheit: omega · t ergibt einen Winkel im Bogenmaß, also muss auch phi im Bogenmaß eingesetzt werden, wenn man beides addiert. Wird phi in Grad angegeben, ist vorher umzurechnen.
Gelöstes Beispiel
Eine Wechselspannung hat den Scheitelwert 325 V und die Frequenz 50 Hz. Der Nullphasenwinkel ist null. Welcher Momentanwert liegt nach 5 ms an?
Gegeben: ŷ = 325 V, f = 50 Hz, t = 0,005 s, phi = 0
Gesucht: y(t) in V
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Kreisfrequenz:
omega = 2 · π · 50 = 314,16 rad/s - Schritt 2 — Argument der Sinusfunktion:
omega · t + phi = 314,16 · 0,005 + 0 = 1,5708 rad (entspricht 90°) - Schritt 3 — Momentanwert:
y = 325 · sin(1,5708) = 325 · 1 = 325 V
Ergebnis: y(5 ms) = 325 V – die Spannung ist gerade am Scheitelwert.
Übungen
Berechne die Kreisfrequenz für f = 50 Hz.
omega = 2 · π · 50 ≈ 314,16 rad/s
Eine Spannung hat ŷ = 100 V, f = 50 Hz, phi = 0. Berechne den Momentanwert bei t = 10 ms.
omega·t = 314,16 · 0,01 = 3,1416 rad = 180°; y = 100 · sin(π) = 0 V
Welchen Nullphasenwinkel in rad entspricht phi = 30°?
30 · π/180 = π/6 ≈ 0,524 rad
Berechne den Momentanwert für ŷ = 325 V, f = 50 Hz, phi = 90° (= π/2) bei t = 0.
y = 325 · sin(0 + π/2) = 325 · 1 = 325 V
Eine Größe lautet y(t) = 50 · sin(314,16·t + π/6). Bestimme Scheitelwert, Frequenz und Nullphasenwinkel in Grad.
ŷ = 50; omega = 314,16 → f = omega/2π = 50 Hz; phi = π/6 = 30°
In der Formel y(t) = ŷ · sin(ω·t + φ) wird der Nullphasenwinkel φ in Grad angegeben, während ω·t im Bogenmaß vorliegt. Was ist zu tun?
- a) φ muss vor der Addition ins Bogenmaß umgerechnet werden
- b) Nichts, beide Maße lassen sich direkt addieren
- c) ω·t muss ins Gradmaß umgerechnet werden, dann passt φ
- d) φ kann weggelassen werden, da es keinen Einfluss hat
Richtig: a)
Addiert werden dürfen nur Winkel im selben Maß. Da ω·t zwingend im Bogenmaß entsteht, muss φ ebenfalls ins Bogenmaß gebracht werden (Grad · π/180). Beide Maße direkt zu addieren ist falsch (b). Eine Umrechnung von ω·t nach Grad wäre umständlich und führt beim Sinus-Argument zu Fehlern, wenn der Rechner im Bogenmaß arbeitet (c unpraktisch/fehleranfällig). φ wegzulassen ändert das Ergebnis (d falsch).
Eine Spannung lautet y(t) = ŷ · sin(ω·t + φ) mit φ = π/2. Wie groß ist der Momentanwert zum Zeitpunkt t = 0?
- a) ŷ
- b) 0
- c) −ŷ
- d) ŷ/2
Richtig: a)
Bei t = 0 ist das Argument 0 + π/2 = π/2. Der Sinus von π/2 ist 1, also y = ŷ · 1 = ŷ. Die Schwingung startet damit am Scheitelwert – das entspricht einem Cosinusverlauf. Ein Startwert 0 würde φ = 0 erfordern (b falsch), −ŷ ergäbe sich bei φ = −π/2 oder 3π/2 (c falsch).
Welche physikalische Bedeutung hat der Term ω·t in der Formel der Wechselgröße?
- a) Den Scheitelwert der Größe
- b) Den momentan durchlaufenen Winkel im Bogenmaß
- c) Die Periodendauer der Schwingung
- d) Die Frequenz in Hz
Richtig: b)
ω ist der pro Sekunde durchlaufene Winkel (rad/s), multipliziert mit der Zeit t ergibt das den bis dahin durchlaufenen Winkel im Bogenmaß. Der Scheitelwert ist ŷ (a falsch), die Periodendauer ist T = 1/f (c falsch), und die Frequenz steckt in ω = 2π·f, ist aber nicht ω·t selbst (d falsch).
Abschlusstest
Aufgabe 1: Rechne einen Winkel von 135° ins Bogenmaß um.
Gegeben: alpha = 135°
Gesucht: alpha in rad
Lösungsweg:
alpha_rad = 135 · π/180 = 3π/4
Ergebnis: 2,356 rad
Aufgabe 2: Ein Bogenmaß von 5,236 rad ist in Grad umzurechnen.
Gegeben: alpha = 5,236 rad
Gesucht: alpha in Grad
Lösungsweg:
alpha_grad = 5,236 · 180/π
Ergebnis: 300°
Aufgabe 3: Eine Maschine läuft mit f = 60 Hz. Berechne die Kreisfrequenz.
Gegeben: f = 60 Hz
Gesucht: omega in rad/s
Lösungsweg:
omega = 2 · π · 60
Ergebnis: 376,99 rad/s
Aufgabe 4: Ein Signal hat die Kreisfrequenz omega = 314,16 rad/s. Bestimme Frequenz und Periodendauer.
Gegeben: omega = 314,16 rad/s
Gesucht: f in Hz, T in s
Lösungsweg:
f = omega/(2π) = 314,16/6,2832 = 50 Hz; T = 1/f = 0,02 s
Ergebnis: f = 50 Hz, T = 0,02 s
Aufgabe 5: Eine Wechselspannung hat ŷ = 325 V, f = 50 Hz, phi = 0. Berechne den Momentanwert bei t = 2,5 ms.
Gegeben: ŷ = 325 V, f = 50 Hz, t = 0,0025 s, phi = 0
Gesucht: y(t) in V
Lösungsweg:
omega = 2π·50 = 314,16 rad/s; Argument = 314,16 · 0,0025 = 0,7854 rad (45°); y = 325 · sin(0,7854) = 325 · 0,707
Ergebnis: 229,8 V
Aufgabe 6: Eine Wechselgröße lautet y(t) = 100 · sin(ω·t + π/2) mit f = 50 Hz. Berechne den Momentanwert bei t = 0.
Gegeben: ŷ = 100 V, f = 50 Hz, phi = π/2, t = 0
Gesucht: y(0) in V
Lösungsweg:
Argument = 0 + π/2; y = 100 · sin(π/2) = 100 · 1
Ergebnis: 100 V
Aufgem dem Einheitskreis liegt ein Punkt bei einem Winkel von 270°. Welche Koordinaten hat er?
- a) (1; 0)
- b) (0; 1)
- c) (−1; 0)
- d) (0; −1)
Richtig: d)
Bei 270° zeigt der Radius senkrecht nach unten. Die x-Koordinate (cos) ist 0, die y-Koordinate (sin) ist −1. Antwort a entspricht 0°, b entspricht 90°, c entspricht 180°.
Warum existiert der Tangens bei 90° nicht?
- a) Weil der Sinus dort null ist
- b) Weil der Cosinus dort null ist und durch null nicht geteilt werden kann
- c) Weil der Winkel 90° außerhalb des Einheitskreises liegt
- d) Weil der Tangens nur für Winkel unter 90° definiert ist
Richtig: b)
tan = sin/cos. Bei 90° ist cos = 0, die division ist nicht definiert. Der Sinus ist dort 1, nicht null (a falsch); 90° liegt sehr wohl auf dem Einheitskreis (c falsch); der Tangens ist auch für größere Winkel definiert, nur nicht dort, wo cos = 0 ist (d falsch).
Ein Winkel erfüllt sin(alpha) < 0 und tan(alpha) > 0. In welchem Quadranten liegt er?
- a) I
- b) II
- c) III
- d) IV
Richtig: c)
Negativer Sinus bedeutet untere Halbebene (Quadrant III oder IV). Positiver Tangens tritt dort auf, wo sin und cos dasselbe Vorzeichen haben – bei negativem Sinus also auch negativer Cosinus, das ist der III. Quadrant. Im IV. wäre tan negativ.
Welcher Zusammenhang gilt zwischen Frequenz f und Kreisfrequenz ω?
- a) ω = f/(2π)
- b) ω = 2π·f
- c) ω = π·f
- d) ω = f²
Richtig: b)
Pro Umlauf wird der Winkel 2π durchlaufen, bei f Umläufen pro Sekunde also 2π·f pro Sekunde. Das ist die Kreisfrequenz. Die anderen Beziehungen ergeben sich aus falschem Umstellen.
Die Cosinuskurve erreicht ihren ersten Höchstwert bei welchem Winkel?
- a) 0°
- b) 90°
- c) 180°
- d) 270°
Richtig: a)
Der Cosinus startet bei seinem Maximalwert 1, also bei 0°. Bei 90° hat er eine Nullstelle, bei 180° das Minimum, bei 270° wieder eine Nullstelle. Die Sinuskurve hätte ihr Maximum bei 90°.
Eine Wechselgröße y(t) = ŷ · sin(ω·t + φ) hat φ = 0. Was bedeutet das für den Verlauf?
- a) Die Größe ist konstant
- b) Die Größe erreicht bei t = 0 ihren Scheitelwert
- c) Die Frequenz ist null
- d) Die Schwingung startet bei t = 0 im Nulldurchgang
Richtig: d)
Bei φ = 0 ist das Argument bei t = 0 gleich null, sin(0) = 0, die Schwingung beginnt im Nulldurchgang und steigt an. Konstant ist sie nicht (a falsch), den Scheitelwert bei t = 0 erreicht sie nur bei φ = π/2 (b falsch), und über die Frequenz sagt φ nichts aus (c falsch).
Welche Periode hat die Sinusfunktion im Bogenmaß?
- a) π/2
- b) π
- c) 2π
- d) 4π
Richtig: c)
Nach einem vollen Umlauf des Einheitskreises – also 2π im Bogenmaß – wiederholt sich der Sinusverlauf identisch. π entspräche nur einer halben Periode.
Für welchen der folgenden Winkel sind Sinus und Cosinus betragsmäßig gleich groß?
- a) 30°
- b) 45°
- c) 60°
- d) 90°
Richtig: b)
Bei 45° gilt sin = cos = 0,707. Bei 30° ist sin = 0,5 und cos = 0,866, bei 60° umgekehrt, bei 90° ist sin = 1 und cos = 0 – in keinem dieser Fälle sind die Beträge gleich.
Eine Spannung hat einen Effektivwert von 230 V. Welcher Scheitelwert gehört näherungsweise dazu?
- a) 162 V
- b) 230 V
- c) 325 V
- d) 460 V
Richtig: c)
Bei sinusförmigem Verlauf ist der Scheitelwert das √2-Fache des Effektivwerts: 230 · 1,414 ≈ 325 V. 162 V wäre der Effektivwert geteilt durch √2 (a falsch), 230 V ist der Effektivwert selbst (b falsch), 460 V wäre das Doppelte (d falsch).
Ein Punkt auf dem Einheitskreis hat die Koordinaten (0,5; 0,866). Welchem Winkel entspricht das?
- a) 30°
- b) 45°
- c) 60°
- d) 90°
Richtig: c)
x = cos = 0,5 und y = sin = 0,866. Diese Werte gehören zu 60° (cos 60° = 0,5, sin 60° = 0,866). Bei 30° wären die Werte vertauscht, bei 45° beide 0,707, bei 90° wäre x = 0.
Warum lässt sich eine Drehbewegung mit dem Einheitskreis beschreiben, mit der Dreiecksdefinition aber nicht?
- a) Weil der Einheitskreis größere Winkel als 90° und negative Funktionswerte zulässt
- b) Weil das Dreieck keine Frequenz kennt
- c) Weil der Einheitskreis ohne Cosinus auskommt
- d) Weil im Dreieck der Tangens fehlt
Richtig: a)
Eine Drehung durchläuft alle Winkel von 0° bis 360° und darüber hinaus, mit positiven und negativen sin/cos-Werten. Genau das bildet der Einheitskreis ab, das rechtwinklige Dreieck nicht. Der Einheitskreis nutzt den Cosinus sehr wohl (c falsch), der Tangens ist auch am Dreieck definiert (d falsch), und die Frequenz ist hier nicht der Punkt (b falsch).
Ein Signal hat T = 1 ms. Wie groß ist seine Kreisfrequenz?
- a) 1000 rad/s
- b) 3142 rad/s
- c) 6283 rad/s
- d) 159 rad/s
Richtig: c)
f = 1/T = 1/0,001 = 1000 Hz; omega = 2π·1000 ≈ 6283 rad/s. 1000 wäre die Frequenz in Hz, nicht omega (a falsch); 3142 entspräche 500 Hz (b falsch); 159 wäre f, nicht omega, bei rund 25 Hz (d falsch).
Glossar
- Einheitskreis
- Kreis mit dem Radius 1 um den Koordinatenursprung; die x- und y-Koordinate eines Punktes auf ihm liefern Cosinus und Sinus des zugehörigen Winkels.
- Bogenmaß
- Angabe eines Winkels als Länge des zugehörigen Bogens am Einheitskreis; Einheit Radiant (rad), ein Vollkreis entspricht 2π.
- Radiant
- Einheit des Bogenmaßes; 1 rad ist der Winkel, der am Einheitskreis einen Bogen der Länge 1 abschneidet.
- Quadrant
- einer der vier durch die Koordinatenachsen begrenzten Bereiche des Einheitskreises; bestimmt die Vorzeichen von Sinus, Cosinus und Tangens.
- Amplitude
- Höchstwert einer Sinus- oder Cosinuskurve, gemessen von der Nulllinie bis zum Scheitel.
- Periode
- Winkel- oder Zeitspanne, nach der sich ein periodischer Verlauf identisch wiederholt; beim Sinus 360° bzw. 2π.
- Kreisfrequenz
- pro Sekunde durchlaufener Winkel im Bogenmaß, omega = 2π·f, Einheit rad/s.
- Scheitelwert
- Höchstwert einer Wechselgröße, in der Formel mit ŷ bezeichnet; bei einer Spannung der Spitzenwert.
- Effektivwert
- Wert einer Wechselgröße, der an einem Widerstand dieselbe Wirkung (Heizleistung) erzielt wie eine gleich große Gleichgröße; bei sinusförmigem Verlauf um den Faktor √2 kleiner als der Scheitelwert.
- Nullphasenwinkel
- Winkel φ in der Formel y(t) = ŷ · sin(ω·t + φ), der angibt, an welcher Stelle die Schwingung zum Zeitpunkt t = 0 beginnt.
- Momentanwert
- Wert einer Wechselgröße zu einem bestimmten Zeitpunkt, berechnet aus y(t) = ŷ · sin(ω·t + φ).
