Arbeit, Energie, Leistung
Schieb einen schweren Schrank durch den Raum – du strengst dich an, der Schrank bewegt sich, am Ende bist du fertig. Genau das ist physikalische Arbeit: eine Kraft, die etwas über einen Weg bewegt. Was du dabei in den Schrank „hineinsteckst“, steckt danach als Energie im System. Und wie schnell du das schaffst, beschreibt die Leistung.
Diese drei Größen hängen eng zusammen und gehören zu den meistgebrauchten Werkzeugen in der Technik. Wer eine Pumpe auslegt, einen Motor auswählt oder ausrechnet, ob ein Antrieb eine Last in der geforderten Zeit hebt, rechnet mit Arbeit, Energie und Leistung. In diesem Beitrag bauen wir die drei Begriffe Schritt für Schritt auf – von der einfachen Kraft-mal-Weg-Rechnung bis zum Wirkungsgrad einer realen Maschine.
Vorwissen
- Kraft, Masse, Beschleunigung
- SI-Einheiten und Einheitenumrechnung
- Gleichungen umstellen
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- mechanische Arbeit als Produkt aus Kraft und Weg berechnen und den Einfluss des Kraftwinkels berücksichtigen
- die wichtigsten Arbeitsformen unterscheiden – Hub-, Reibungs-, Beschleunigungs- und Spannarbeit – und die passende Formel auswählen
- potentielle und kinetische Energie berechnen und den Zusammenhang zwischen Arbeit und Energieänderung erklären
- Leistung aus Arbeit und Zeit sowie aus Kraft und Geschwindigkeit bestimmen und zwischen Watt, Kilowatt und PS umrechnen
- den Wirkungsgrad einer Maschine berechnen und einordnen, warum er immer kleiner als eins ist
1. Mechanische Arbeit – Kraft mal Weg
Im Alltag nennen wir vieles „Arbeit“: Nachdenken, einen Brief schreiben, einen schweren Koffer halten. In der Physik ist der Begriff enger gefasst. Arbeit wird nur dann verrichtet, wenn eine Kraft einen Körper über einen Weg bewegt. Kein Weg, keine Arbeit – auch wenn die Muskeln brennen.
Die Grundformel ist einfach:
W = F · s
- W … Arbeit in Joule (J)
- F … Kraft in Newton (N)
- s … Weg in Meter (m)
Ein Joule ist die Arbeit, die eine Kraft von einem Newton über einen Meter verrichtet. Es gilt also: 1 J = 1 N · m. Das ist eine kleine Einheit – einen Apfel von rund 100 g um einen Meter anzuheben, kostet ungefähr ein Joule.
Wichtig ist die Richtung. Die Formel W = F · s gilt nur, wenn Kraft und Weg in dieselbe Richtung zeigen. Zieht man eine Last schräg – zum Beispiel einen Schlitten an einer Schnur, die nach oben weggeht – dann zählt nur der Teil der Kraft, der tatsächlich in Wegrichtung wirkt. Diesen Anteil bekommt man über den Kosinus des Winkels:
W = F · s · cos(alpha)
- W ….. Arbeit in Joule (J)
- F ….. Kraft in Newton (N)
- s ….. Weg in Meter (m)
- alpha . Winkel zwischen Kraft und Weg
Steht die Kraft genau in Wegrichtung, ist der Winkel 0°, der Kosinus 1 – die Formel wird wieder zu W = F · s. Steht die Kraft senkrecht zum Weg (90°), ist der Kosinus 0 und es wird keine Arbeit verrichtet. Genau deshalb verrichtet das Tragen eines Koffers in waagrechter Ebene keine Arbeit: Die Hubkraft zeigt nach oben, der Weg geht zur Seite.
Hubarbeit ist der erste konkrete Fall, der überall auftaucht. Wer eine Masse senkrecht anhebt, muss gegen die Gewichtskraft arbeiten. Dazu kommen wir gleich im nächsten Kapitel ausführlich.
Gelöstes Beispiel
Ein Wagen wird mit einer konstanten Kraft von 250 N über eine Strecke von 8 m gezogen. Die Zugkraft wirkt in Fahrtrichtung. Welche Arbeit wird verrichtet?
Gegeben: F = 250 N, s = 8 m
Gesucht: Arbeit W in J
Lösungsweg:
- Formel wählen: Kraft und Weg zeigen in dieselbe Richtung, also W = F · s
- Einsetzen: W = 250 N · 8 m = 2000 J = 2 kJ
Ergebnis: W = 2000 J
Übungen
Eine Kiste wird mit 80 N über 3 m in Kraftrichtung geschoben. Welche Arbeit wird verrichtet?
W = 80 N · 3 m = 240 J
Ein Motor zieht ein Werkstück mit 1200 N über 0,5 m. Wie groß ist die Arbeit?
W = 1200 N · 0,5 m = 600 J
Eine Last wird mit einer Zugkraft von 400 N über 6 m gezogen, die Kraft wirkt unter 25° zur Wegrichtung. Welche Arbeit wird verrichtet?
W = 400 N · 6 m · cos(25°) = 400 · 6 · 0,906 ≈ 2175 J
Eine Seilbahn zieht eine Gondel mit 5 kN über 200 m in Seilrichtung den Hang hinauf. Welche Arbeit wird dabei am Seil verrichtet?
W = 5000 N · 200 m = 1 000 000 J = 1000 kJ = 1 MJ
Ein Arbeiter schiebt einen Rollwagen mit 150 N über 12 m. Der Griff ist so geformt, dass die Kraft unter 40° nach unten in den Wagen drückt. Welcher Anteil der Arbeit kommt tatsächlich als Vortrieb an, und wie groß ist diese Arbeit?
W = 150 N · 12 m · cos(40°) = 1800 · 0,766 ≈ 1379 J. Nur dieser Anteil treibt den Wagen voran; der Rest drückt nutzlos nach unten.
Ein Kran hält eine Last regungslos in 4 m Höhe über mehrere Minuten. Welche Aussage zur verrichteten Arbeit ist korrekt?
- a) Der Kran verrichtet keine Arbeit, weil kein Weg zurückgelegt wird
- b) Der Kran verrichtet ständig Arbeit, weil er die Last hält
- c) Die Arbeit steigt mit der Haltezeit
- d) Die Arbeit hängt nur von der Masse der Last ab
Richtig: a)
Ohne zurückgelegten Weg ist W = F · s = F · 0 = 0. Halten allein verrichtet physikalisch keine Arbeit, egal wie lange oder wie schwer. Dass ein realer Kran dabei Energie verbraucht, liegt an inneren Verlusten und der Haltebremse, nicht an verrichteter Hubarbeit. Antworten b, c und d verwechseln Anstrengung mit physikalischer Arbeit.
Eine Kraft von 300 N zieht einen Schlitten unter einem Winkel von 60° zur Bewegungsrichtung über 10 m. Welche Arbeit wird verrichtet?
- a) 3000 J
- b) 2598 J
- c) 1500 J
- d) 0 J
Richtig: c)
W = F · s · cos(60°) = 300 · 10 · 0,5 = 1500 J. Der Kosinus von 60° ist genau 0,5, daher kommt nur die Hälfte an. Antwort a vergisst den Winkel, b verwendet fälschlich den Sinus, d nimmt 90° an.
Warum verrichtet das waagrechte Tragen eines Koffers physikalisch keine Arbeit?
- a) Weil der Koffer zu leicht ist
- b) Weil keine Kraft wirkt
- c) Weil die Reibung die Arbeit aufhebt
- d) Weil die Hubkraft senkrecht zum waagrechten Weg steht
Richtig: d)
Die Tragkraft wirkt nach oben, der Weg verläuft waagrecht – Kraft und Weg stehen senkrecht zueinander, cos(90°) = 0. Eine Kraft wirkt sehr wohl (d ist richtig, b falsch). Mit der Masse (a) oder Reibung (c) hat das nichts zu tun.
2. Arbeitsformen – Hub, Reibung, Beschleunigung, Spannung
Die Grundformel W = F · s bleibt immer gleich. Was sich ändert, ist die Frage: Gegen welche Kraft arbeite ich? Daraus ergeben sich vier typische Arbeitsformen, die in der Technik ständig vorkommen.
Hubarbeit leistet man gegen die Gewichtskraft, wenn man eine Masse anhebt. Die Gewichtskraft ist Masse mal Erdbeschleunigung – der Beschleunigung, mit der alle Körper im Schwerefeld der Erde fallen. In Österreich rechnet man in Ausbildung und Praxis standardmäßig mit g = 9,81 m/s².
W_Hub = m · g · h
- W_Hub . Hubarbeit in Joule (J)
- m ….. Masse in Kilogramm (kg)
- g ….. Erdbeschleunigung = 9,81 m/s²
- h ….. Höhe in Meter (m)
Reibungsarbeit entsteht, wenn man einen Körper gegen die Reibungskraft über eine Strecke schiebt oder zieht. Diese Arbeit ist „verloren“ – sie wird vollständig in Wärme umgewandelt.
W_R = F_R · s
- W_R … Reibungsarbeit in Joule (J)
- F_R … Reibungskraft in Newton (N)
- s ….. Weg in Meter (m)
Beschleunigungsarbeit wird verrichtet, wenn ein Körper aus der Ruhe oder von einer niedrigeren auf eine höhere Geschwindigkeit gebracht wird. Man arbeitet hier gegen die Trägheit der Masse. Die nötige Kraft ist Masse mal Beschleunigung (zweites newtonsches Gesetz), und über den Beschleunigungsweg ergibt sich:
W_B = m · a · s
- W_B … Beschleunigungsarbeit in Joule (J)
- m ….. Masse in Kilogramm (kg)
- a ….. Beschleunigung in m/s²
- s ….. Beschleunigungsweg in Meter (m)
Diese Beschleunigungsarbeit steckt danach als Bewegungsenergie im Körper – darauf kommen wir im nächsten Kapitel zurück.
Spannarbeit leistet man beim Zusammendrücken oder Auseinanderziehen einer Feder. Anders als bei den vorigen Formen ist die Kraft hier nicht konstant: Je weiter die Feder gespannt ist, desto stärker drückt sie zurück. Deshalb steht in der Formel ein Faktor ein halb und der Weg im Quadrat.
W_S = 0,5 · D · s²
- W_S … Spannarbeit in Joule (J)
- D ….. Federsteifigkeit in N/m
- s ….. Spannweg in Meter (m)
Die Federsteifigkeit D (auch Federrate genannt) gibt an, welche Kraft nötig ist, um die Feder um einen Meter zu spannen.
Gelöstes Beispiel
Eine Kiste mit 40 kg wird 3 m hoch auf ein Regal gehoben. Welche Hubarbeit ist nötig?
Gegeben: m = 40 kg, h = 3 m, g = 9,81 m/s²
Gesucht: Hubarbeit W_Hub in J
Lösungsweg:
- Formel wählen: W_Hub = m · g · h
- Einsetzen: W_Hub = 40 kg · 9,81 m/s² · 3 m
- Ausrechnen: W_Hub = 1177,2 J ≈ 1,18 kJ
Ergebnis: W_Hub ≈ 1177 J
Übungen
Welche Hubarbeit ist nötig, um 25 kg um 1,5 m anzuheben?
W = 25 · 9,81 · 1,5 = 367,9 J
Ein Werkstück wird mit einer Reibungskraft von 200 N über 4 m geschoben. Wie groß ist die Reibungsarbeit?
W_R = 200 N · 4 m = 800 J
Ein Wagen mit 60 kg wird auf 10 m Weg gleichmäßig auf 3 m/s² beschleunigt. Wie groß ist die Beschleunigungsarbeit?
W_B = m · a · s = 60 · 3 · 10 = 1800 J
Eine Feder mit der Federsteifigkeit D = 800 N/m wird um 0,05 m zusammengedrückt. Welche Spannarbeit steckt darin?
W_S = 0,5 · 800 · 0,05² = 0,5 · 800 · 0,0025 = 1 J
Ein Aufzug hebt eine Last von 300 kg um 12 m an. Gleichzeitig wirkt in den Führungsschienen eine konstante Reibungskraft von 150 N über denselben Weg. Welche gesamte Arbeit muss der Antrieb aufbringen?
Hubarbeit W_Hub = 300 · 9,81 · 12 = 35 316 J. Reibungsarbeit W_R = 150 · 12 = 1800 J. Gesamt: 35 316 + 1800 = 37 116 J ≈ 37,1 kJ
Eine Feder wird zuerst um 2 cm, dann um insgesamt 4 cm gespannt. Wie verhält sich die Spannarbeit bei doppeltem Weg?
- a) Sie verdoppelt sich
- b) Sie bleibt gleich
- c) Sie halbiert sich
- d) Sie vervierfacht sich
Richtig: d)
In W_S = 0,5 · D · s² steht der Weg im Quadrat. Verdoppelt man s, wird s² viermal so groß – die Spannarbeit vervierfacht sich. Antwort a unterstellt einen linearen Zusammenhang, der hier nicht gilt.
Warum gilt die Reibungsarbeit als „verlorene“ Arbeit?
- a) Weil sie vollständig in Wärme umgewandelt wird und nicht zurückgewonnen werden kann
- b) Weil sie negativ ist
- c) Weil sie keine echte Arbeit ist
- d) Weil sie nur bei hohen Geschwindigkeiten auftritt
Richtig: a)
Reibungsarbeit wird in Wärme umgesetzt, die sich in der Umgebung verteilt und nicht ohne Weiteres wieder als mechanische Arbeit nutzbar ist. Sie ist eine reale Arbeit (c falsch), tritt bei jeder Bewegung auf (d falsch) und ist im Betrag positiv (b falsch).
Ein Körper mit 20 kg wird über 5 m mit einer Beschleunigung von 2 m/s² beschleunigt. Wie groß ist die Beschleunigungsarbeit?
- a) 100 J
- b) 40 J
- c) 200 J
- d) 400 J
Richtig: c)
W_B = m · a · s = 20 · 2 · 5 = 200 J. Antwort a vergisst einen Faktor, b rechnet nur m · a, d verdoppelt fälschlich.
Welche Arbeitsform tritt auf, wenn ein Stapler eine Palette mit konstanter Geschwindigkeit waagrecht über einen rauen Boden zieht?
- a) Hubarbeit
- b) Reibungsarbeit
- c) Spannarbeit
- d) Beschleunigungsarbeit
Richtig: b)
Bei konstanter Geschwindigkeit wird nicht beschleunigt (d falsch), waagrecht wird nichts angehoben (a falsch), und es ist keine Feder im Spiel (c falsch). Es bleibt allein die Arbeit gegen die Reibung.
3. Energie und ihre Formen
Wer Arbeit in einen Körper steckt, gibt sie nicht ins Nichts ab. Sie bleibt als Energie erhalten – als die Fähigkeit, später selbst wieder Arbeit zu verrichten. Energie und Arbeit haben deshalb dieselbe Einheit: das Joule. Vereinfacht gilt: Verrichtete Arbeit verändert die Energie eines Körpers genau um den verrichteten Betrag.
Die beiden grundlegenden mechanischen Energieformen sind die Lageenergie und die Bewegungsenergie.
Potentielle Energie (Lageenergie) steckt in einem Körper, der sich auf einer bestimmten Höhe befindet. Hebt man eine Masse an, verrichtet man Hubarbeit – und genau diese Arbeit steckt danach als potentielle Energie im Körper:
E_pot = m · g · h
- E_pot . potentielle Energie in Joule (J)
- m ….. Masse in Kilogramm (kg)
- g ….. Erdbeschleunigung = 9,81 m/s²
- h ….. Höhe in Meter (m)
Kinetische Energie (Bewegungsenergie) steckt in einem bewegten Körper. Sie hängt von der Masse und – stark – von der Geschwindigkeit ab, denn die Geschwindigkeit geht im Quadrat ein:
E_kin = 0,5 · m · v²
- E_kin . kinetische Energie in Joule (J)
- m ….. Masse in Kilogramm (kg)
- v ….. Geschwindigkeit in m/s
Dass v im Quadrat steht, hat eine handfeste Folge: Verdoppelt sich die Geschwindigkeit, vervierfacht sich die Bewegungsenergie. Deshalb ist der Bremsweg bei doppeltem Tempo viermal so lang.
Auch eine gespannte Feder speichert Energie – die Spannenergie, die genau der hineingesteckten Spannarbeit entspricht (W_S = 0,5 · D · s²). Sie wird frei, sobald die Feder sich entspannt.
Hebt man einen Körper an und lässt ihn fallen, wandelt sich die potentielle Energie in kinetische um. Beim Aufprall ist die gesamte Lageenergie zu Bewegungsenergie geworden. Dieser Austausch zwischen den Energieformen folgt einem eigenen Grundgesetz, dem Energieerhaltungssatz, der die Umwandlung im Detail beschreibt und in einem eigenen Beitrag behandelt wird.
Gelöstes Beispiel
Ein Werkstück mit 8 kg bewegt sich mit 4 m/s auf einem Förderband. Welche kinetische Energie steckt darin?
Gegeben: m = 8 kg, v = 4 m/s
Gesucht: kinetische Energie E_kin in J
Lösungsweg:
- Formel wählen: E_kin = 0,5 · m · v²
- Einsetzen: E_kin = 0,5 · 8 kg · (4 m/s)²
- Ausrechnen: E_kin = 0,5 · 8 · 16 = 64 J
Ergebnis: E_kin = 64 J
Übungen
Welche potentielle Energie hat eine Masse von 15 kg in 6 m Höhe?
E_pot = 15 · 9,81 · 6 = 882,9 J
Ein Auto mit 1000 kg fährt 20 m/s. Wie groß ist seine kinetische Energie?
E_kin = 0,5 · 1000 · 20² = 0,5 · 1000 · 400 = 200 000 J = 200 kJ
Eine Feder mit D = 500 N/m wird um 0,08 m gespannt. Welche Spannenergie speichert sie?
E_S = 0,5 · 500 · 0,08² = 0,5 · 500 · 0,0064 = 1,6 J
Um wie viel ändert sich die kinetische Energie eines Körpers, wenn seine Geschwindigkeit von 5 m/s auf 10 m/s steigt (m = 4 kg)?
E_kin (5 m/s) = 0,5 · 4 · 25 = 50 J; E_kin (10 m/s) = 0,5 · 4 · 100 = 200 J. Sie steigt um 150 J, also auf das Vierfache.
Eine Last von 50 kg wird auf 8 m angehoben und dort losgelassen. Welche Geschwindigkeit hätte sie theoretisch unmittelbar vor dem Aufprall, wenn die gesamte Lageenergie in Bewegungsenergie übergeht?
E_pot = 50 · 9,81 · 8 = 3924 J. Gleichsetzen: 0,5 · 50 · v² = 3924 → v² = 156,96 → v ≈ 12,5 m/s
Die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs verdreifacht sich. Wie ändert sich seine kinetische Energie?
- a) Sie verdreifacht sich
- b) Sie versechsfacht sich
- c) Sie verneunfacht sich
- d) Sie bleibt gleich
Richtig: c)
In E_kin = 0,5 · m · v² steht v im Quadrat. Bei dreifacher Geschwindigkeit wird v² neunmal so groß. Antwort a unterstellt einen linearen Zusammenhang.
Zwei Körper befinden sich auf gleicher Höhe, der eine wiegt doppelt so viel wie der andere. Was gilt für ihre potentielle Energie?
- a) Der schwerere hat doppelt so viel
- b) Beide haben gleich viel
- c) Der schwerere hat viermal so viel
- d) Die Höhe ist egal
Richtig: a)
E_pot = m · g · h ist proportional zur Masse. Bei doppelter Masse und gleicher Höhe verdoppelt sich die potentielle Energie. Die Masse geht – anders als die Geschwindigkeit bei E_kin – nur linear ein.
Ein Körper fällt aus der Ruhe von einer Höhe herab. Welche Aussage über die Energie unmittelbar vor dem Aufprall trifft zu (Reibung vernachlässigt)?
- a) Die potentielle Energie ist gleich geblieben
- b) Die Energie ist verschwunden
- c) Die kinetische Energie ist null
- d) Die kinetische Energie entspricht der ursprünglichen potentiellen Energie
Richtig: d)
Beim Fall wandelt sich Lageenergie in Bewegungsenergie um. Ohne Reibung ist die kinetische Energie kurz vor dem Aufprall genau so groß wie die anfängliche potentielle Energie. Energie verschwindet nicht (b falsch), die Höhe sinkt auf null (a falsch), und der Körper bewegt sich (c falsch).
Warum hat eine gespannte Feder Energie gespeichert?
- a) Weil sie warm geworden ist
- b) Weil die hineingesteckte Spannarbeit als Spannenergie erhalten bleibt
- c) Weil sie sich bewegt
- d) Weil sie schwerer geworden ist
Richtig: b)
Die beim Spannen verrichtete Arbeit bleibt als potentielle Energie in der verformten Feder erhalten und wird beim Entspannen wieder frei. Die Feder bewegt sich im gespannten Zustand nicht (c falsch) und ändert ihre Masse nicht (d falsch).
4. Leistung – Arbeit pro Zeit
Zwei Kräne heben dieselbe Last auf dieselbe Höhe. Beide verrichten exakt die gleiche Arbeit. Trotzdem würde man den schnelleren als „stärker“ bezeichnen. Diesen Unterschied beschreibt die Leistung: Sie sagt, wie viel Arbeit pro Zeiteinheit umgesetzt wird.
P = W / t
- P … Leistung in Watt (W)
- W … Arbeit in Joule (J)
- t … Zeit in Sekunden (s)
Die Einheit der Leistung ist das Watt: 1 W = 1 J/s. Wer in einer Sekunde ein Joule umsetzt, leistet ein Watt. In der Technik rechnet man meist in Kilowatt (1 kW = 1000 W).
Häufig kennt man nicht die Arbeit, sondern Kraft und Geschwindigkeit. Dann hilft eine zweite, gleichwertige Form. Setzt man W = F · s ein und beachtet, dass s/t die Geschwindigkeit ist, ergibt sich:
P = F · v
- P … Leistung in Watt (W)
- F … Kraft in Newton (N)
- v … Geschwindigkeit in m/s
Diese Form ist in der Antriebstechnik besonders praktisch: Die Vortriebsleistung eines Fahrzeugs ist Zugkraft mal Fahrgeschwindigkeit.
In der Praxis trifft man neben dem Watt noch die alte Einheit PS (Pferdestärke). Es gilt rund: 1 PS ≈ 0,736 kW, umgekehrt 1 kW ≈ 1,36 PS. Auf Motortypenschildern und in Datenblättern steht die Leistung heute in Kilowatt, in Verkaufsprospekten oft noch zusätzlich in PS.
Übrigens taucht der Leistungsbegriff in der Elektrotechnik genauso auf – dort berechnet sich die elektrische Leistung als Spannung mal Strom (P = U · I). Mechanische und elektrische Leistung haben dieselbe Einheit, das Watt, und lassen sich direkt miteinander vergleichen. Auch bei Drehbewegungen gibt es eine eigene Form (Drehmoment mal Winkelgeschwindigkeit), die in einem eigenen Beitrag behandelt wird.
Gelöstes Beispiel
Ein Motor hebt eine Last und verrichtet dabei 9000 J Hubarbeit in 6 Sekunden. Welche Leistung gibt er ab?
Gegeben: W = 9000 J, t = 6 s
Gesucht: Leistung P in W
Lösungsweg:
- Formel wählen: P = W / t
- Einsetzen: P = 9000 J / 6 s = 1500 W = 1,5 kW
Ergebnis: P = 1500 W
Übungen
Welche Leistung entspricht einer Arbeit von 2400 J, die in 3 s verrichtet wird?
P = 2400 / 3 = 800 W
Ein Fahrzeug fährt mit konstant 15 m/s und überwindet dabei einen Fahrwiderstand von 600 N. Welche Vortriebsleistung ist nötig?
P = F · v = 600 · 15 = 9000 W = 9 kW
Ein Motor leistet 4 kW. Wie viel PS sind das?
4 kW · 1,36 ≈ 5,44 PS
Eine Pumpe hebt 200 kg Wasser in 10 s um 8 m. Welche Leistung erbringt sie (Reibung vernachlässigt)?
W = m · g · h = 200 · 9,81 · 8 = 15 696 J; P = 15 696 / 10 = 1569,6 W ≈ 1,57 kW
Ein Aufzug soll eine Last von 400 kg in 5 s um 6 m heben. Welche Mindestleistung muss der Antrieb abgeben, wenn keine Verluste berücksichtigt werden?
W = 400 · 9,81 · 6 = 23 544 J; P = 23 544 / 5 = 4708,8 W ≈ 4,71 kW
Zwei Motoren heben dieselbe Last auf dieselbe Höhe, Motor A in 2 s, Motor B in 8 s. Welche Aussage ist korrekt?
- a) Motor A verrichtet mehr Arbeit
- b) Beide haben gleiche Leistung
- c) Motor A hat die vierfache Leistung von Motor B
- d) Motor B hat höhere Leistung
Richtig: c)
Die Arbeit ist bei beiden gleich (gleiche Last, gleiche Höhe), also ist a falsch. Bei P = W / t bedeutet ein Viertel der Zeit die vierfache Leistung. Motor A ist viermal so stark, nicht Motor B.
Ein Fahrzeug fährt mit konstanter Geschwindigkeit von 20 m/s, der gesamte Fahrwiderstand beträgt 800 N. Welche Vortriebsleistung wird benötigt?
- a) 16 000 W
- b) 40 W
- c) 800 W
- d) 4000 W
Richtig: a)
P = F · v = 800 · 20 = 16 000 W = 16 kW. Antwort b teilt fälschlich statt zu multiplizieren, c und d ignorieren einen der Faktoren.
Ein Motor ist mit 7,5 kW angegeben. Wie viel PS sind das näherungsweise?
- a) etwa 5,5 PS
- b) etwa 7,5 PS
- c) etwa 100 PS
- d) etwa 10 PS
Richtig: d)
7,5 kW · 1,36 ≈ 10,2 PS. Antwort a verwechselt die Rechenrichtung (PS in kW), b setzt PS und kW gleich.
Warum ist die Form P = F · v in der Antriebstechnik so nützlich?
- a) Weil sie ohne Kraft auskommt
- b) Weil man oft Kraft und Geschwindigkeit kennt, aber nicht direkt Arbeit und Zeit
- c) Weil sie genauer ist als P = W / t
- d) Weil sie nur für Elektromotoren gilt
Richtig: b)
Bei Fahr- und Förderantrieben sind Widerstandskraft und Geschwindigkeit die bekannten Größen, woraus sich die Leistung direkt ergibt. Beide Formeln are gleichwertig (c falsch), P = F · v braucht sehr wohl die Kraft (a falsch) und gilt allgemein (d falsch).
5. Wirkungsgrad – wieviel kommt an?
Keine Maschine setzt die zugeführte Energie vollständig in nutzbare Arbeit um. Ein Teil geht durch Reibung, Wärme oder andere Verluste verloren. Der Wirkungsgrad sagt, welcher Anteil der zugeführten Leistung tatsächlich als Nutzleistung herauskommt.
eta = P_ab / P_zu
- eta … Wirkungsgrad (ohne Einheit)
- P_ab .. abgegebene Nutzleistung in Watt (W)
- P_zu .. zugeführte Leistung in Watt (W)
Der Wirkungsgrad ist immer kleiner als eins, weil ein Teil der zugeführten Leistung verloren geht. Oft wird er in Prozent angegeben: Ein Motor mit η = 0,9 setzt 90 % der aufgenommenen Leistung in mechanische Leistung um, 10 % gehen als Verlustwärme verloren. Statt mit Leistungen kann man den Wirkungsgrad gleichwertig mit den Energien bzw. Arbeiten bilden. Wie sich Wirkungsgrade mehrerer hintereinandergeschalteter Stufen verhalten und welche typischen Werte einzelne Bauteile haben, wird in einem eigenen Beitrag vertieft.
Gelöstes Beispiel
Ein Motor nimmt 4000 W auf und gibt 3400 W mechanische Leistung ab. Wie groß ist sein Wirkungsgrad?
Gegeben: P_zu = 4000 W, P_ab = 3400 W
Gesucht: Wirkungsgrad eta
Lösungsweg:
- Formel wählen: eta = P_ab / P_zu
- Einsetzen: eta = 3400 W / 4000 W = 0,85
- In Prozent: eta = 85 %
Ergebnis: eta = 0,85 bzw. 85 %
Übungen
Eine Maschine nimmt 2000 W auf und gibt 1600 W ab. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
eta = 1600 / 2000 = 0,8 = 80 %
Ein Getriebe hat einen Wirkungsgrad von 0,95 und überträgt eine Antriebsleistung von 12 kW. Welche Leistung kommt am Abtrieb an?
P_ab = eta · P_zu = 0,95 · 12 = 11,4 kW
Ein Antrieb soll 3 kW Nutzleistung abgeben und hat einen Wirkungsgrad von 0,75. Welche Leistung muss zugeführt werden?
P_zu = P_ab / eta = 3 / 0,75 = 4 kW
Eine Pumpe nimmt 5,5 kW auf und liefert 4,1 kW hydraulische Leistung. Wie groß ist der Wirkungsgrad in Prozent?
eta = 4,1 / 5,5 = 0,745 ≈ 74,5 %
Ein Motor mit Wirkungsgrad 0,9 hebt über ein Getriebe (Wirkungsgrad 0,95) eine Last. Welcher Gesamtwirkungsgrad ergibt sich aus beiden Stufen?
eta_gesamt = 0,9 · 0,95 = 0,855 ≈ 85,5 %
Ein Antrieb soll 6 kW Nutzleistung liefern und hat einen Wirkungsgrad von 0,8. Welche Leistung muss zugeführt werden?
- a) 7,5 kW
- b) 4,8 kW
- c) 6 kW
- d) 0,75 kW
Richtig: a)
Aus eta = P_ab / P_zu folgt P_zu = P_ab / eta = 6 / 0,8 = 7,5 kW. Die zugeführte Leistung muss größer sein als die Nutzleistung. Antwort b multipliziert statt zu dividieren.
Warum kann der Wirkungsgrad einer realen Maschine nie genau 1 betragen?
- a) Weil die Formel das verbietet
- b) Weil die zugeführte Leistung immer null ist
- c) Weil immer ein Teil der Energie durch Reibung und Wärme verloren geht
- d) Weil der Wirkungsgrad eine Einheit hat
Richtig: c)
In jeder realen Maschine entstehen Verluste, vor allem durch Reibung und Wärme, sodass die Nutzleistung stets kleiner als die zugeführte Leistung bleibt. Der Wirkungsgrad ist eine reine Verhältniszahl ohne Einheit (d falsch).
Zwei Stufen mit Wirkungsgrad 0,9 und 0,8 sind hintereinandergeschaltet. Wie groß ist der Gesamtwirkungsgrad?
- a) 0,85
- b) 1,7
- c) 0,1
- d) 0,72
Richtig: d)
Bei Reihenschaltung multiplizieren sich die Wirkungsgrade: 0,9 · 0,8 = 0,72. Der Gesamtwirkungsgrad ist immer kleiner als der kleinste Einzelwert. Antwort a mittelt fälschlich, b addiert.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Eine Kraft von 320 N zieht einen Wagen unter 35° zur Wegrichtung über 9 m.
Gegeben: F = 320 N, s = 9 m, alpha = 35°
Gesucht: Arbeit W in J
Lösungsweg:
W = F · s · cos(alpha) = 320 · 9 · cos(35°) = 2880 · 0,819
Ergebnis: W ≈ 2359 J
Aufgabe 2: Welche Hubarbeit ist nötig, um eine Masse von 75 kg um 4,5 m anzuheben?
Gegeben: m = 75 kg, h = 4,5 m, g = 9,81 m/s²
Gesucht: Hubarbeit W in J
Lösungsweg:
W = m · g · h = 75 · 9,81 · 4,5
Ergebnis: W = 3310,9 J ≈ 3,31 kJ
Aufgabe 3: Ein Körper mit 30 kg wird über 6 m mit 2,5 m/s² beschleunigt. Welche Beschleunigungsarbeit wird verrichtet?
Gegeben: m = 30 kg, a = 2,5 m/s², s = 6 m
Gesucht: Beschleunigungsarbeit W in J
Lösungsweg:
W = m · a · s = 30 · 2,5 · 6
Ergebnis: W = 450 J
Aufgabe 4: Eine Feder mit D = 1200 N/m wird um 0,06 m gespannt. Welche Spannarbeit steckt darin?
Gegeben: D = 1200 N/m, s = 0,06 m
Gesucht: Spannarbeit W in J
Lösungsweg:
W = 0,5 · D · s² = 0,5 · 1200 · 0,06² = 0,5 · 1200 · 0,0036
Ergebnis: W = 2,16 J
Aufgabe 5: Ein Förderwagen mit 120 kg bewegt sich mit 5 m/s. Welche kinetische Energie steckt darin?
Gegeben: m = 120 kg, v = 5 m/s
Gesucht: kinetische Energie E_kin in J
Lösungsweg:
E_kin = 0,5 · m · v² = 0,5 · 120 · 25
Ergebnis: E_kin = 1500 J
Aufgabe 6: Welche potentielle Energie hat eine Last von 200 kg in 12 m Höhe?
Gegeben: m = 200 kg, h = 12 m, g = 9,81 m/s²
Gesucht: potentielle Energie E_pot in J
Lösungsweg:
E_pot = m · g · h = 200 · 9,81 · 12
Ergebnis: E_pot = 23 544 J ≈ 23,5 kJ
Aufgabe 7: Ein Motor verrichtet 12 000 J Arbeit in 8 s. Welche Leistung gibt er ab?
Gegeben: W = 12 000 J, t = 8 s
Gesucht: Leistung P in W
Lösungsweg:
P = W / t = 12 000 / 8
Ergebnis: P = 1500 W = 1,5 kW
Aufgabe 8: Ein Fahrzeug fährt mit 25 m/s und überwindet einen Fahrwiderstand von 700 N. Welche Vortriebsleistung ist nötig?
Gegeben: F = 700 N, v = 25 m/s
Gesucht: Leistung P in W
Lösungsweg:
P = F · v = 700 · 25
Ergebnis: P = 17 500 W = 17,5 kW
Aufgabe 9: Ein Antrieb nimmt 6 kW auf und gibt 5,1 kW mechanische Leistung ab. Wie groß ist der Wirkungsgrad in Prozent?
Gegeben: P_zu = 6 kW, P_ab = 5,1 kW
Gesucht: Wirkungsgrad eta
Lösungsweg:
eta = P_ab / P_zu = 5,1 / 6 = 0,85
Ergebnis: eta = 0,85 = 85 %
Aufgabe 10: Ein Kran hebt eine Last von 250 kg in 4 s um 5 m. Welche Mindestleistung muss der Antrieb abgeben (Verluste vernachlässigt)?
Gegeben: m = 250 kg, h = 5 m, t = 4 s, g = 9,81 m/s²
Gesucht: Leistung P in W
Lösungsweg:
W = m · g · h = 250 · 9,81 · 5 = 12 262,5 J; P = W / t = 12 262,5 / 4
Ergebnis: P = 3065,6 W ≈ 3,07 kW
Frage 1: Ein Arbeiter hält eine Kiste 5 Minuten lang regungslos in der Hand. Welche physikalische Arbeit verrichtet er an der Kiste?
- a) Eine große Arbeit, weil es anstrengend ist
- b) Keine Arbeit, weil kein Weg zurückgelegt wird
- c) Eine Arbeit, die mit der Zeit wächst
- d) Eine Arbeit, die nur von der Masse abhängt
Richtig: b)
Ohne Weg ist W = F · s = 0. Die Anstrengung entsteht durch die Muskelarbeit im Körper, nicht durch verrichtete Arbeit an der Kiste. Zeit (c) und Masse allein (d) ändern daran nichts.
Frage 2: Eine Zugkraft wirkt unter 90° zur Bewegungsrichtung. Wie groß ist die verrichtete Arbeit?
- a) Maximal
- b) Halb so groß wie bei 0°
- c) Hängt von der Masse ab
- d) Null
Richtig: d)
cos(90°) = 0, daher W = F · s · 0 = 0. Eine Kraft senkrecht zum Weg verrichtet keine Arbeit – unabhängig von der Masse.
Frage 3: Die Geschwindigkeit eines Körpers verdoppelt sich. Was passiert mit seiner kinetischen Energie?
- a) Sie vervierfacht sich
- b) Sie verdoppelt sich
- c) Sie bleibt gleich
- d) Sie halbiert sich
Richtig: a)
In E_kin = 0,5 · m · v² steht v im Quadrat, daher führt doppelte Geschwindigkeit zur vierfachen Energie. Das erklärt auch den überproportional langen Bremsweg bei hohem Tempo.
Frage 4: Welche Arbeitsform wird vollständig in Wärme umgewandelt?
- a) Hubarbeit
- b) Spannarbeit
- c) Reibungsarbeit
- d) Beschleunigungsarbeit
Richtig: c)
Reibungsarbeit geht als Wärme verloren und ist nicht rückgewinnbar. Hubarbeit steckt danach als Lageenergie, Spannarbeit als Spannenergie, Beschleunigungsarbeit als Bewegungsenergie im System.
Frage 5: Zwei Motoren heben dieselbe Last auf dieselbe Höhe, der eine doppelt so schnell. Wie verhalten sich Arbeit und Leistung?
- a) Gleiche Arbeit, gleiche Leistung
- b) Doppelte Arbeit beim schnelleren, gleiche Leistung
- c) Beides doppelt beim schnelleren
- d) Gleiche Arbeit, doppelte Leistung beim schnelleren
Richtig: d)
Die Arbeit hängt nur von Last und Höhe ab, ist also gleich. Bei halber Zeit ergibt sich aus P = W / t die doppelte Leistung beim schnelleren Motor.
Frage 6: Ein Motor mit 11 kW soll in PS angegeben werden. Welcher Wert stimmt näherungsweise?
- a) etwa 15 PS
- b) etwa 8 PS
- c) etwa 11 PS
- d) etwa 110 PS
Richtig: a)
11 kW · 1,36 ≈ 15 PS. Antwort b verwechselt die Umrechnungsrichtung, c setzt kW und PS gleich.
Frage 7: Eine Feder wird statt um 2 cm nun um 6 cm gespannt. Wie ändert sich die Spannenergie?
- a) Sie verdreifacht sich
- b) Sie verneunfacht sich
- c) Sie versechsfacht sich
- d) Sie bleibt gleich
Richtig: b)
In E_S = 0,5 · D · s² geht der Weg im Quadrat ein. Dreifacher Weg bedeutet das Neunfache der Energie. Antwort a unterstellt einen linearen Zusammenhang.
Frage 8: Ein Antrieb soll 4 kW Nutzleistung abgeben und hat einen Wirkungsgrad von 0,8. Welche Leistung muss zugeführt werden?
- a) 3,2 kW
- b) 4 kW
- c) 5 kW
- d) 0,8 kW
Richtig: c)
P_zu = P_ab / eta = 4 / 0,8 = 5 kW. Die zugeführte Leistung ist größer als die Nutzleistung, weil Verluste gedeckt werden müssen. Antwort a multipliziert fälschlich.
Frage 9: Welche Formel beschreibt die Leistung aus Kraft und Geschwindigkeit?
- a) P = W · t
- b) P = F / v
- c) P = m · g · h
- d) P = F · v
Richtig: d)
Aus P = W / t und W = F · s folgt mit v = s/t direkt P = F · v. Antwort c ist die Hubarbeit, nicht die Leistung.
Frage 10: Eine gespannte Feder und eine angehobene Masse haben beide etwas gemeinsam. Was?
- a) Beide speichern potentielle Energie
- b) Beide bewegen sich
- c) Beide verrichten Reibungsarbeit
- d) Beide haben kinetische Energie
Richtig: a)
Sowohl die Lageenergie der angehobenen Masse als auch die Spannenergie der Feder sind Formen potentieller (gespeicherter) Energie. Beide ruhen (b, d falsch) und sind nicht mit Reibung verbunden (c falsch).
Frage 11: Ein Getriebe mit Wirkungsgrad 0,9 und eine Kupplung mit Wirkungsgrad 0,95 sind in Reihe geschaltet. Wie groß ist der Gesamtwirkungsgrad?
- a) 0,925
- b) 1,85
- c) 0,855
- d) 0,05
Richtig: c)
Wirkungsgrade in Reihe werden multipliziert: 0,9 · 0,95 = 0,855. Der Gesamtwert liegt immer unter dem kleinsten Einzelwirkungsgrad. Antwort a mittelt, b addiert.
Frage 12: Ein Wagen wird mit konstanter Geschwindigkeit waagrecht über einen rauen Boden gezogen. Welche Arbeitsform überwiegt?
- a) Hubarbeit
- b) Beschleunigungsarbeit
- c) Spannarbeit
- d) Reibungsarbeit
Richtig: d)
Konstante Geschwindigkeit bedeutet keine Beschleunigung (b falsch), waagrecht wird nichts gehoben (a falsch), und es ist keine Feder beteiligt (c falsch). Die Arbeit dient allein der Überwindung der Reibung.
Glossar
- Arbeit
- Produkt aus Kraft und Weg in Kraftrichtung; Maß für die Energie, die beim Bewegen eines Körpers umgesetzt wird. Einheit: Joule (J).
- Joule
- Einheit der Arbeit und Energie. Ein Joule ist die Arbeit, die eine Kraft von einem Newton über einen Meter verrichtet: 1 J = 1 N · m.
- Hubarbeit
- Arbeit, die gegen die Gewichtskraft verrichtet wird, um eine Masse anzuheben: W = m · g · h.
- Reibungsarbeit
- Arbeit gegen die Reibungskraft; wird vollständig in Wärme umgewandelt und ist nicht zurückgewinnbar.
- Beschleunigungsarbeit
- Arbeit, die nötig ist, um einen Körper gegen seine Trägheit zu beschleunigen: W = m · a · s.
- Spannarbeit
- Arbeit beim Verformen einer Feder; sie steigt mit dem Quadrat des Spannwegs: W = 0,5 · D · s².
- Federsteifigkeit
- Auch Federrate; gibt an, welche Kraft eine Feder um einen Meter spannt. Einheit: N/m.
- Erdbeschleunigung
- Beschleunigung, mit der Körper im Schwerefeld der Erde fallen; in der österreichischen Praxis g = 9,81 m/s².
- Energie
- Gespeicherte Fähigkeit, Arbeit zu verrichten; gleiche Einheit wie Arbeit (Joule).
- Potentielle Energie
- Lageenergie eines Körpers aufgrund seiner Höhe: E_pot = m · g · h.
- Kinetische Energie
- Bewegungsenergie eines Körpers; steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit: E_kin = 0,5 · m · v².
- Leistung
- Pro Zeit umgesetzte Arbeit: P = W / t bzw. P = F · v. Einheit: Watt (W).
- Watt
- Einheit der Leistung. Ein Watt entspricht einem Joule pro Sekunde: 1 W = 1 J/s.
- Wirkungsgrad
- Verhältnis von abgegebener Nutzleistung zu zugeführter Leistung; stets kleiner als eins, weil Verluste auftreten.
