Drehzahl- und Drehmomentmessung
An jeder rotierenden Welle gibt es zwei Größen, die fast immer interessieren: wie schnell sie sich dreht und mit welcher Kraft sie das tut. Die eine ist die Drehzahl, die andere das Drehmoment. Wer einen Antrieb in Betrieb nimmt, einen Motor auf dem Prüfstand vermisst oder eine Anlage überwacht, kommt an beiden nicht vorbei. Dieser Beitrag zeigt, mit welchen Verfahren und Geräten man Drehzahl und Drehmoment in der Praxis sauber misst, worauf man bei der Auswahl der Messmittel achtet und wie aus beiden Werten die mechanische Leistung wird.
Vorwissen
- Drehbewegung und Drehmoment
- Arbeit, Energie, Leistung
- Sensoren – Signalarten
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- die Größen Drehzahl, Winkelgeschwindigkeit und Drehmoment mit ihren Einheiten sicher unterscheiden
- berührende und berührungsloser Verfahren zur Drehzahlmessung benennen und das passende auswählen
- aus einer gemessenen Impulsfrequenz die Drehzahl berechnen
- die wichtigsten Prinzipien der Drehmomentmessung erklären und ein Reaktionsmoment auswerten
- aus Drehzahl und Drehmoment die mechanische Leistung und einen Wirkungsgrad bestimmen
- typische Messfehler erkennen und vermeiden
1. Drehzahl und Drehmoment – worum geht es?
Eine drehende Welle lässt sich auf zwei Arten beschreiben. Zum einen durch ihre Geschwindigkeit: Wie viele Umdrehungen schafft sie in einer bestimmten Zeit? Das ist die Drehzahl n. In der Praxis wird sie fast immer in Umdrehungen pro Minute angegeben, geschrieben als 1/min oder U/min. Ein Norm-Motor läuft etwa mit 1450 1/min, eine Werkzeugmaschinenspindel kann 20000 1/min und mehr erreichen.
Für viele Berechnungen braucht man statt der Drehzahl die Winkelgeschwindigkeit omega – das ist der überstrichene Winkel pro Zeit, gemessen in Radiant pro Sekunde (rad/s). Drehzahl und Winkelgeschwindigkeit beschreiben dasselbe, nur in anderen Einheiten. Der Umrechnungsfaktor ergibt sich daraus, dass eine volle Umdrehung 2·pi Radiant entspricht und eine Minute 60 Sekunden hat:
omega = 2 * pi * n / 60
- omega … Winkelgeschwindigkeit in rad/s
- n …… Drehzahl in 1/min
- pi ….. Kreiszahl, rund 3,14159
Die zweite Größe ist das Drehmoment M. Es beschreibt die Drehwirkung einer Kraft, also wie stark die Welle "anpackt". Das Drehmoment ist das Produkt aus einer Kraft und dem senkrechten Abstand ihrer Wirkungslinie zur Drehachse, dem Hebelarm. Die Einheit ist das Newtonmeter (Nm):
M = F * r
- M … Drehmoment in Nm
- F … Kraft in N
- r … Hebelarm in m
Warum will man beide Größen überhaupt messen? Bei der Inbetriebnahme eines Antriebs prüft man, ob die Solldrehzahl erreicht wird. Im laufenden Betrieb überwacht man Drehzahl und Moment, um Überlast oder Verschleiß früh zu erkennen. Und auf dem Prüfstand braucht man beide, um die Leistung und den Wirkungsgrad eines Motor zu bestimmen. Die physikalische Herleitung der Drehbewegung wird in einem eigenen Beitrag ausführlich behandelt; hier geht es um das Messen.
Eine Welle dreht mit n = 3000 1/min. Welche Winkelgeschwindigkeit ergibt sich daraus näherungsweise?
- a) etwa 314 rad/s
- b) etwa 50 rad/s
- c) etwa 3000 rad/s
- d) etwa 188000 rad/s
Richtig: a)
omega = 2·pi·n/60 = 2·3,14159·3000/60 = 314 rad/s. Antwort b) verwechselt Umdrehungen pro Sekunde (3000/60 = 50) mit der Winkelgeschwindigkeit, lässt also den Faktor 2·pi weg. c) übernimmt die Drehzahl unverändert. d) hat die 60 nicht durch-, sondern multipliziert.
Worin unterscheiden sich Drehzahl und Drehmoment grundsätzlich?
- a) Beide beschreiben dieselbe physikalische Größe in verschiedenen Einheiten
- b) Das Drehmoment ist die Drehzahl multipliziert mit der Zeit
- c) Die Drehzahl beschreibt die Drehgeschwindigkeit, das Drehmoment die Drehwirkung einer Kraft
- d) Die Drehzahl hat die Einheit Nm, das Drehmoment die Einheit 1/min
Richtig: c)
Drehzahl (1/min) ist ein Maß für die Geschwindigkeit, Drehmoment (Nm) ein Maß für die Drehwirkung einer Kraft am Hebelarm – zwei verschiedene Größen mit verschiedenen Einheiten. a) und b) vermischen die Begriffe, d) vertauscht die Einheiten.
2. Drehzahl mechanisch messen
Die ältesten Drehzahlmesser arbeiten rein mechanisch und berühren die Welle direkt. Beim Reibrad-Tachometer wird ein kleines Rad gegen das Wellenende oder einen umlaufenden Teil gedrückt. Das Rad läuft mit, und ein Zählwerk oder eine Skala zeigt die Drehzahl an. Bei Handgeräten setzt man dafür eine Messspitze oder einen aufgesteckten Gummikegel mittig auf das Wellenende.
Solche Geräte sind robust, brauchen keine Stromversorgung am Messpunkt und liefern sofort einen Wert. Der Nachteil liegt im Kontakt selbst: Das Reibrad kann durchrutschen, vor allem bei hohen Drehzahlen oder öligen Flächen. Jeder Schlupf verfälscht den Messwert nach unten. Außerdem muss man an die rotierende Welle herankommen, was nicht immer möglich oder sicher ist.
In der heutigen Praxis sind mechanische Tachometer weitgehend von berührungslosen Geräten verdrängt worden. Sie haben aber dort ihre Berechtigung, wo es keine Reflexmarke gibt und ein schneller Kontrollwert genügt.
Ein Reibrad-Tachometer zeigt an einer schnell laufenden, leicht öligen Welle einen Wert an, der deutlich unter dem erwarteten liegt. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?
- a) Das Reibrad rutscht durch, der angezeigte Wert ist zu niedrig
- b) Die Welle dreht tatsächlich langsamer als geplant
- c) Mechanische Tachometer zeigen grundsätzlich zu hohe Werte
- d) Der Ölfilm beschleunigt das Reibrad
Richtig: a)
Ein Ölfilm verringert die Haftung zwischen Reibrad und Welle. Das Rad dreht langsamer als die Welle (Schlupf), der angezeigte Wert ist zu niedrig. d) kehrt die Wirkung falsch um, c) ist eine unzulässige Pauschalaussage, b) ignoriert die klar genannte Fehlerquelle.
Welcher Vorteil spricht in einer Werkstatt ohne vorbereitete Messmarke für ein mechanisches Reibrad-Tachometer?
- a) Es misst völlig rückwirkungsfrei ohne Kontakt zur Welle
- b) Es ist bei sehr hohen Drehzahlen besonders genau
- c) Es liefert auch ohne Reflexmarke oder Stromversorgung am Messpunkt sofort einen Wert
- d) Es benötigt zwingend ein Stroboskop als Lichtquelle
Richtig: c)
Der praktische Vorteil ist die Unabhängigkeit von Vorbereitung und Energieversorgung am Messpunkt. a) ist falsch, weil das Verfahren berührend arbeitet; b) ist falsch, weil gerade hohe Drehzahlen Schlupf begünstigen; d) verwechselt es mit dem Stroboskop-Verfahren.
3. Drehzahl berührungslos messen
Berührungslose Verfahren haben den mechanischen weitgehend den Rang abgelaufen. Sie tasten die Welle ohne Kontakt ab und vermeiden damit Schlupf und Verschleiß.
Am verbreitetsten ist der optische Drehzahlmesser. Auf die Welle wird ein kleines reflektierendes Klebeband, die Reflexmarke, aufgebracht. Das Handgerät sendet einen Lichtstrahl aus und registriert jedes Mal einen Impuls, wenn die Marke vorbeiläuft. Aus der Häufigkeit dieser Impulse berechnet das Gerät die Drehzahl. Daneben gibt es magnetische und induktive Verfahren, die einen Zahnkranz, eine Bohrung oder einen Magneten auf der Welle abtasten – das ist dasselbe Grundprinzip, nur mit einem anderen Aufnehmer. Die genauen Geberprinzipien werden im eigenen Beitrag zu Inkremental- und Absolutwertgebern behandelt.
Allen diesen Verfahren ist gemeinsam, dass sie pro Umdrehung eine bestimmte Zahl von Impulsen liefern. Diese Impulse pro Sekunde sind nichts anderes als eine Frequenz f, gemessen in Hertz (Hz). Ein Hertz bedeutet einen Impuls pro Sekunde. Das Messgerät zählt also eine Impulsfrequenz und muss daraus die Drehzahl bestimmen.
Der Zusammenhang ist einfach. Liefert die Welle z Impulse pro Umdrehung, dann entspricht eine Frequenz von f Impulsen pro Sekunde einer Umdrehungszahl pro Sekunde von f/z. Pro Minute also das 60-fache:
n = f * 60 / z
- n … Drehzahl in 1/min
- f … Impulsfrequenz in Hz (Impulse pro Sekunde)
- z … Impulse pro Umdrehung
Bei einer einzigen Reflexmarke ist z = 1, dann gilt schlicht n = f · 60. Tastet man dagegen einen Zahnkranz mit 60 Zähnen ab, ist z = 60, und die gemessene Frequenz in Hz entspricht direkt der Drehzahl in 1/min. Wichtig ist, dass man die tatsächliche Markenzahl kennt – wer z falsch einsetzt, bekommt einen entsprechend falschen Wert.
Ein Sonderfall ist das Stroboskop. Es beleuchtet die Welle mit kurzen, schnellen Lichtblitzen. Stimmt die Blitzfrequenz mit der Drehzahl überein, scheint eine Markierung auf der Welle stillzustehen. Man verstellt die Blitzfrequenz so lange, bis das Bild steht, und liest die Drehzahl an der eingestellten Frequenz ab. Vorsicht ist geboten, weil ein scheinbar stehendes Bild auch bei der halben oder einem Drittel der wahren Drehzahl entsteht – man nähert sich deshalb immer von hoher Frequenz herab, bis das erste stehende Bild erscheint.
Gelöstes Beispiel
Ein optischer Drehzahlmesser tastet eine Welle mit zwei Reflexmarken ab und zählt 80 Impulse pro Sekunde. Wie groß ist die Drehzahl?
Gegeben: f = 80 Hz; z = 2 Impulse pro Umdrehung
Gesucht: n in 1/min
Lösungsweg:
- Formel ansetzen: n = f · 60 / z
- Werte einsetzen: n = 80 · 60 / 2 = 4800 / 2
Ergebnis: n = 2400 1/min
Übungen
Eine Welle trägt eine einzige Reflexmarke. Das Gerät zählt 25 Impulse pro Sekunde. Wie groß ist die Drehzahl?
n = 25 · 60 / 1 = 1500 1/min
Ein Zahnkranz mit 60 Zähnen wird induktiv abgetastet, die gemessene Frequenz beträgt 1500 Hz. Wie hoch ist die Drehzahl?
n = 1500 · 60 / 60 = 1500 1/min
Eine Welle mit vier Markierungen pro Umdrehung läuft mit 1800 1/min. Welche Impulsfrequenz misst das Gerät?
Aus n = f·60/z folgt f = n·z/60 = 1800·4/60 = 120 Hz
Ein Stroboskop zeigt das erste stehende Bild bei einer Blitzfrequenz von 24 Hz. Welche Drehzahl hat die Welle (eine Markierung)?
n = 24 · 60 / 1 = 1440 1/min
Ein Geber delivers 1024 Impulse pro Umdrehung. Bei einer Drehzahl von 2950 1/min – welche Impulsfrequenz ergibt sich, und warum ist hier eine schnelle Zählelektronik nötig?
f = n·z/60 = 2950·1024/60 ≈ 50346 Hz, also rund 50 kHz. Bei so hoher Frequenz muss die Auswerteelektronik die Impulse sicher und ohne Verlust zählen können, sonst wird die Drehzahl zu niedrig angezeigt.
Ein induktiver Aufnehmer tastet einen Zahnkranz mit 30 Zähnen ab und meldet 900 Hz. Welche Drehzahl liegt vor?
- a) 1800 1/min
- b) 900 1/min
- c) 27000 1/min
- d) 30 1/min
Richtig: a)
n = f·60/z = 900·60/30 = 1800 1/min. b) verwechselt Hz direkt mit 1/min und ignoriert die Zähnezahl, c) lässt die Division durch z weg, d) setzt sinnlos die Zähnezahl als Ergebnis ein.
Warum nähert man sich beim Stroboskop der gesuchten Drehzahl immer von einer hohen Blitzfrequenz aus nach unten?
- a) Weil das Gerät bei niedriger Frequenz beschädigt wird
- b) Weil die Lichtblitze sonst zu schwach sind
- c) Weil ein stehendes Bild auch bei ganzzahligen Teilern der wahren Drehzahl entsteht und man so den ersten echten Treffer findet
- d) Weil die Drehzahl mit steigender Frequenz immer kleiner wird
Richtig: c)
Bei der halben, einem Drittel usw. der wahren Drehzahl steht das Bild ebenfalls scheinbar still. Das erste stehende Bild beim Herabtasten von oben entspricht der echten Drehzahl. Die übrigen Antworten beschreiben keine reale Eigenschaft des Verfahrens.
Eine Welle hat zwei Reflexmarken statt einer, das Gerät ist aber auf eine Marke eingestellt. Wie wirkt sich das auf den angezeigten Wert aus?
- a) Die Anzeige ist halb so groß wie die wahre Drehzahl
- b) Die Anzeige stimmt, weil das Gerät automatisch korrigiert
- c) Die Anzeige bleibt auf null
- d) Die Anzeige ist doppelt so groß wie die wahre Drehzahl
Richtig: d)
Das Gerät zählt doppelt so viele Impulse pro Umdrehung wie angenommen und rechnet daraus die doppelte Drehzahl. Das ist der klassische Fehler bei falsch eingestellter Markenzahl. b) gibt es nicht, a) kehrt den Fehler um, c) ist unsinnig.
4. Drehmoment messen
Beim Drehmoment unterscheidet man zunächst, ob statisch oder dynamisch gemessen wird. Statisch heißt: an der stehenden oder langsam bewegten Welle, etwa beim kontrollierten Anziehen einer Schraubverbindung. Dynamisch heißt: an der drehenden Welle im Betrieb, etwa auf einem Prüfstand.
Das einfachste Werkzeug ist der Drehmomentschlüssel. Er zeigt das aufgebrachte Anziehmoment an oder löst bei einem eingestellten Wert mit einem Klick aus. Damit ein solches Werkzeug verlässliche Werte liefert, muss es regelmäßig geprüft und kalibriert werden. Für handbetätigte Drehmomentwerkzeuge regelt das in Österreich und Europa die ÖNORM EN ISO 6789. Im industriellen Qualitätsmanagement ist die regelmäßige Prüfung nach dieser Norm Pflicht – ein nicht kalibrierter Schlüssel ist im Sinne der Rückführbarkeit wertlos.
Für die Messung an drehenden Wellen nutzt man Drehmomentaufnehmer. Ihr Messprinzip beruht fast immer auf einer winzigen Verformung. Ein Drehmoment verdreht die Welle elastisch um einen kleinen Torsionswinkel – je größer das Moment, desto stärker die Verdrehung. Misst man diesen Winkel oder die zugehörige Materialdehnung, kann man auf das Drehmoment zurückrechnen. Die Dehnung wird meist mit aufgeklebten Dehnungsmessstreifen erfasst, die in einem eigenen Beitrag behandelt werden.
Bei einem Drehstab-Aufnehmer ist die Beziehung zwischen Torsionswinkel und Moment im interessierenden Bereich linear. Über eine gerätespezifische Steifigkeit, die Drehfederkonstante c_t, lässt sich aus dem gemessenen Winkel das Moment bestimmen:
M = c_t * phi
- M ….. Drehmoment in Nm
- c_t … Drehfederkonstante in Nm/rad
- phi … Torsionswinkel in rad
Ein problem bei rotierenden Aufnehmern ist die Signalübertragung von der drehenden Welle zur stehenden Auswertung. Früher übernahmen das Schleifringe, heute meist eine berührungslose Telemetrie, die das Signal per Funk oder induktiv überträgt.
Eine elegante Alternative ist die Reaktionsmoment-Messung. Statt an der drehenden Welle misst man am abgestützten Gehäuse, zum Beispiel an einer pendelnd gelagerten Bremse oder einem Motor. Das Moment versucht, das Gehäuse mitzudrehen; diese Drehwirkung wird über einen Hebelarm von einer Kraftmesszelle abgefangen. Das gemessene Reaktionsmoment ist betragsgleich mit dem Wellenmoment und ergibt sich aus Kraft mal Hebelarm:
M = F * r
- M … Drehmoment in Nm
- F … gemessene Kraft an der Stütze in N
- r … Hebelarm in m
Gelöstes Beispiel
An einer pendelnd gelagerten Bremse wird das Reaktionsmoment über einen Hebelarm von 0,5 m gemessen. Die Kraftmesszelle zeigt 600 N. Wie groß ist das Drehmoment?
Gegeben: F = 600 N; r = 0,5 m
Gesucht: M in Nm
Lösungsweg:
- Formel ansetzen: M = F · r
- Werte einsetzen: M = 600 · 0,5
Ergebnis: M = 300 Nm
Übungen
Eine Kraftmesszelle misst 150 N an einem Hebelarm von 0,3 m. Welches Drehmoment liegt vor?
M = 150 · 0,3 = 45 Nm
Ein Drehstab-Aufnehmer mit c_t = 2000 Nm/rad verdreht sich um 0,05 rad. Welches Moment wirkt?
M = c_t · phi = 2000 · 0,05 = 100 Nm
Ein Reaktionsmoment von 80 Nm soll mit einem Hebelarm von 0,25 m abgestützt werden. Welche Kraft misst die Zelle?
Aus M = F·r folgt F = M/r = 80/0,25 = 320 N
Ein Drehmomentaufnehmer verdreht sich bei 240 Nm um 0,12 rad. Wie groß ist seine Drehfederkonstante?
c_t = M/phi = 240/0,12 = 2000 Nm/rad
An einem Motorprüfstand wird das Reaktionsmoment über einen Hebel von 0,35 m abgegriffen. Bei Volllast zeigt die Messzelle 1140 N. Welches Moment gibt der Motor ab, und warum ist die genaue Kenntnis des Hebelarms entscheidend?
M = 1140 · 0,35 = 399 Nm. Ein Fehler im Hebelarm geht direkt und voll in das Ergebnis ein – ein um 5 % falsch angenommener Hebel führt zu einem um 5 % falschen Moment.
Warum muss ein Drehmomentschlüssel regelmäßig nach ÖNORM EN ISO 6789 geprüft werden?
- a) Weil ohne Kalibrierung und Rückführbarkeit die angezeigten Werte im Qualitätsmanagement nicht verwertbar sind
- b) Weil er sonst mechanisch blockiert
- c) Weil sich sonst der Hebelarm verändert
- d) Weil die Norm das Anziehmoment vorschreibt
Richtig: a)
Die Norm sichert Prüfung und Kalibrierung handbetätigter Drehmomentwerkzeuge. Ohne dokumentierte Rückführbarkeit ist ein angezeigter Wert für die Qualitätssicherung nicht belastbar. b) und c) beschreiben keine realen Folgen, d) verwechselt die Prüfnorm mit einer Anziehvorschrift.
Ein Drehstab-Aufnehmer hat c_t = 1500 Nm/rad und verdreht sich um 0,08 rad. Welches Moment wirkt?
- a) 60 Nm
- b) 120 Nm
- c) 18750 Nm
- d) 1500 Nm
Richtig: b)
M = c_t · phi = 1500 · 0,08 = 120 Nm. a) halbiert ohne Grund, c) dividiert statt zu multiplizieren, d) ignoriert den Winkel.
Wozu dient die Telemetrie bei einem rotierenden Drehmomentaufnehmer?
- a) Sie erhöht das messbare Drehmoment
- b) Sie ersetzt die Dehnungsmessstreifen
- c) Sie überträgt das Messsignal berührungslos von der drehenden Welle zur stehenden Auswertung
- d) Sie misst zusätzlich die Drehzahl
Richtig: c)
Die Telemetrie löst das Problem der Signalübertragung von einem rotierenden Teil, ohne Schleifringe und deren Verschleiß. Sie verändert weder das Moment (a) noch ersetzt sie den eigentlichen Aufnehmer (b); eine Drehzahlmessung (d) ist nicht ihre Aufgabe.
5. Aus Drehzahl und Drehmoment die Leistung bestimmen
Der eigentliche Grund, warum man Drehzahl und Drehmoment oft gemeinsam misst, ist die mechanische Leistung. An einer rotierenden Welle ist sie das Produkt aus Drehmoment und Winkelgeschwindigkeit:
P_mech = M * omega
- P_mech … mechanische Leistung in W
- M …….. Drehmoment in Nm
- omega …. Winkelgeschwindigkeit in rad/s
Da man die Drehzahl meist in 1/min misst und nicht omega in rad/s, setzt man die Umrechnung aus Kapitel 1 direkt ein und erhält die in der Praxis gebräuchliche Form:
P_mech = M * 2 * pi * n / 60
- P_mech … mechanische Leistung in W
- M …….. Drehmoment in Nm
- n …….. Drehzahl in 1/min
- pi ……. Kreiszahl, rund 3,14159
Genau das passiert auf einem Motorenprüfstand: Eine Bremse belastet den Motor, gleichzeitig werden Drehmoment und Drehzahl gemessen, und daraus ergibt sich die abgegebene mechanische Leistung. Vergleicht man diese mit der zugeführten elektrischen Leistung, erhält man den Wirkungsgrad eta – das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand:
eta = P_mech / P_el
- eta …… Wirkungsgrad (Verhältnis, dimensionslos)
- P_mech … mechanische Leistung in W
- P_el ….. elektrische Leistung in W
Der Wirkungsgrad ist immer kleiner als eins, weil im Motor Verluste durch Reibung, Wärme und Ummagnetisierung entstehen. Multipliziert mit 100 ergibt sich der Prozentwert. Die Kennlinien, die ein Motor dabei durchläuft, behandelt der eigene Beitrag zu den Motorkenngrößen und zur M-n-Kennlinie.
Gelöstes Beispiel
Ein Motor gibt an seiner Welle 50 Nm bei 1450 1/min ab. Welche mechanische Leistung liefert er?
Gegeben: M = 50 Nm; n = 1450 1/min
Gesucht: P_mech in W
Lösungsweg:
- Formel ansetzen: P_mech = M · 2 · pi · n / 60
- Werte einsetzen: P_mech = 50 · 2 · 3,14159 · 1450 / 60
- Ausrechnen: P_mech = 50 · 151,84 ≈ 7592 W
Ergebnis: P_mech ≈ 7592 W, also rund 7,6 kW
Übungen
Eine Welle dreht mit 3000 1/min bei einem Moment von 20 Nm. Wie groß ist die mechanische Leistung?
P_mech = 20 · 2 · 3,14159 · 3000 / 60 ≈ 6283 W ≈ 6,3 kW
Ein Motor liefert 4,0 kW mechanisch bei 1400 1/min. Welches Drehmoment gibt er ab?
Aus P = M·2·pi·n/60 folgt M = P·60/(2·pi·n) = 4000·60/(2·3,14159·1400) ≈ 27,3 Nm
Ein Antrieb nimmt 11,0 kW elektrisch auf und gibt 9,9 kW mechanisch ab. Wie groß ist der Wirkungsgrad in Prozent?
eta = 9900/11000 = 0,9 = 90 %
Eine Welle gibt 150 Nm bei 980 1/min ab. Berechne die mechanische Leistung.
P_mech = 150 · 2 · 3,14159 · 980 / 60 ≈ 15394 W ≈ 15,4 kW
Auf dem Prüfstand zeigt ein Motor 95 Nm bei 2900 1/min bei einer elektrischen Aufnahme von 32,5 kW. Wie groß sind mechanische Leistung und Wirkungsgrad?
P_mech = 95 · 2 · 3,14159 · 2900 / 60 ≈ 28850 W ≈ 28,85 kW; eta = 28850/32500 ≈ 0,888 = 88,8 %
Ein Motor gibt 100 Nm bei 1500 1/min ab. Welche mechanische Leistung liefert er näherungsweise?
- a) 15700 W
- b) 150000 W
- c) 1500 W
- d) 2500 W
Richtig: a)
P = 100·2·3,14159·1500/60 ≈ 15708 W. b) lässt die Division durch 60 weg, c) verwechselt mit M·n ohne weitere Faktoren, d) ist M·n/60 ohne den Faktor 2·pi.
Warum ist der Wirkungsgrad eines realen Motors immer kleiner als eins?
- a) Weil die mechanische Leistung größer ist als die elektrische
- b) Weil im Motor Verluste durch Reibung, Wärme und Ummagnetisierung auftreten
- c) Weil die Drehzahl in 1/min und nicht in rad/s angegeben wird
- d) Weil das Drehmoment immer kleiner als 1 Nm ist
Richtig: b)
Ein Teil der zugeführten elektrischen Leistung wird in Verluste umgesetzt und steht nicht als mechanische Leistung zur Verfügung. a) widerspricht dem Energieerhaltungssatz, c) und d) haben mit dem Wirkungsgrad nichts zu tun.
Auf einem Prüfstand misst man 80 Nm bei 2000 1/min, die elektrische Aufnahme beträgt 18,5 kW. Welcher Wirkungsgrad ergibt sich näherungsweise?
- a) 0,73
- b) 1,12
- c) 0,45
- d) 0,91
Richtig: d)
P_mech = 80·2·3,14159·2000/60 ≈ 16755 W; eta = 16755/18500 ≈ 0,91. b) wäre größer als eins und damit physikalisch unmöglich, a) und c) ergeben sich aus Rechenfehlern bei P_mech.
6. Messmittel auswählen und Fehler vermeiden
Welches Verfahren das richtige ist, hängt von der Aufgabe ab. Ein paar Leitfragen helfen bei der Auswahl: In welchem Bereich liegen die zu erwartenden Werte? Wie genau muss gemessen werden? Darf das Messmittel die Welle berühren oder nicht? Geht es um eine einmalige Kontrolle mit einem Handgerät oder um eine dauerhafte Überwachung im eingebauten Zustand?
Für eine schnelle Kontrolle in der Werkstatt genügt oft ein optisches Handgerät mit Reflexmarke. Auf einem Prüfstand oder in einer überwachten Anlage setzt man fest eingebaute Aufnehmer und Geber ein, die ihr Signal dauerhaft an die Steuerung liefern.
Bei der Messung selbst lauern einige typische Fehler. Beim Reibrad-Tachometer verfälscht Schlupf den Wert nach unten. Bei optischen und induktiven Verfahren ist die falsche Annahme der Impulszahl pro Umdrehung der häufigste Fehler – eine übersehene zweite Marke halbiert oder verdoppelt das Ergebnis. Beim Drehmoment über Kraft und Hebelarm geht ein Fehler im Hebelarm direkt und voll in das Ergebnis ein, weshalb der wirksame Hebelarm genau bekannt sein muss. Und schließlich beeinflusst die Temperatur dehnungsbasierte Aufnehmer, weil sich Material und Messstreifen mit der Wärme ausdehnen; gute Aufnehmer kompensieren das, billige nicht.
Wie genau eine Messung am Ende ist, lässt sich nur mit Blick auf die Messunsicherheit beurteilen – ein Thema, das in einem eigenen Beitrag behandelt wird. Als Faustregel gilt: Das Messmittel sollte deutlich genauer sein als die Toleranz, die man damit prüfen will.
Für die dauerhafte Drehzahlüberwachung eines fest eingebauten Antriebs in einer Anlage – welches Messmittel ist am sinnvollsten?
- a) Ein mechanisches Reibrad-Tachometer als Handgerät
- b) Ein fest eingebauter Geber oder induktiver Aufnehmer, der sein Signal dauerhaft lieeft
- c) Ein Stroboskop, das ständig blitzt
- d) Ein Drehmomentschlüssel
Richtig: b)
Für die dauerhafte Überwachung braucht es ein fest installiertes, signallieferndes Messmittel. Ein Handgerät (a) oder ein Stroboskop (c) eignet sich nur für punktuelle Kontrollen, ein Drehmomentschlüssel (d) misst gar keine Drehzahl.
Ein Drehmoment wird über M = F·r aus gemessener Kraft und Hebelarm bestimmt. Der Hebelarm wurde um 4 % zu groß angenommen. Wie wirkt sich das auf das berechnete Moment aus?
- a) Das Moment wird um 4 % zu klein berechnet
- b) Das Moment wird um 4 % zu groß berechnet
- c) Der Fehler hebt sich von selbst auf
- d) Der Hebelarm hat keinen Einfluss auf das Moment
Richtig: b)
Da der Hebelarm direkt proportional in das Drehmoment eingeht (M = F·r), führt ein um 4 % zu groß angenommener Hebelarm bei gegebener Kraft zu einem um genau 4 % zu hoch berechneten Drehmoment. a) kehrt die Proportionalität falsch um, c) und d) widersprechen der Formel.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Ein optischer Drehzahlmesser tastet eine Welle mit drei Reflexmarken ab und zählt 90 Impulse pro Sekunde.
Gegeben: f = 90 Hz; z = 3
Gesucht: Drehzahl n in 1/min
Lösungsweg:
- n = f·60/z = 90·60/3 = 5400/3
Ergebnis: n = 1800 1/min
Aufgabe 2: Ein Geber liefert 500 Impulse pro Umdrehung. Die Welle dreht mit 1200 1/min.
Gegeben: z = 500; n = 1200 1/min
Gesucht: Impulsfrequenz f in Hz
Lösungsweg:
- f = n·z/60 = 1200·500/60 = 600000/60
Ergebnis: f = 10000 Hz = 10 kHz
Aufgabe 3: An einer pendelnd gelagerten Bremse misst die Kraftmesszelle 480 N an einem Hebelarm von 0,35 m.
Gegeben: F = 480 N; r = 0,35 m
Gesucht: Drehmoment M in Nm
Lösungsweg:
- M = F·r = 480·0,35
Ergebnis: M = 168 Nm
Aufgabe 4: Ein Drehstab-Aufnehmer mit c_t = 2500 Nm/rad verdreht sich um 0,06 rad.
Gegeben: c_t = 2500 Nm/rad; phi = 0,06 rad
Gesucht: Drehmoment M in Nm
Lösungsweg:
- M = c_t·phi = 2500·0,06
Ergebnis: M = 150 Nm
Aufgabe 5: Ein Motor gibt 120 Nm bei 1750 1/min ab.
Gegeben: M = 120 Nm; n = 1750 1/min
Gesucht: mechanische Leistung P_mech in W
Lösungsweg:
- P_mech = M·2·pi·n/60 = 120·2·3,14159·1750/60
Ergebnis: P_mech ≈ 21991 W ≈ 22,0 kW
Aufgabe 6: Ein Antrieb nimmt 25,0 kW elektrisch auf und gibt an der Welle 110 Nm bei 1980 1/min ab.
Gegeben: P_el = 25000 W; M = 110 Nm; n = 1980 1/min
Gesucht: Wirkungsgrad eta in Prozent
Lösungsweg:
- P_mech = 110·2·3,14159·1980/60 ≈ 22808 W; eta = 22808/25000 ≈ 0,912
Ergebnis: eta ≈ 91,2 %
Eine Welle mit einer Reflexmarke liefert eine Impulsfrequenz von 40 Hz. Wie groß ist die Drehzahl?
- a) 2400 1/min
- b) 40 1/min
- c) 666 1/min
- d) 24000 1/min
Richtig: a)
n = f·60/z = 40·60/1 = 2400 1/min. b) verwechselt Hz mit 1/min, c) dividiert statt zu multiplizieren, d) hängt eine Null zu viel an.
Welches Verfahren misst die Drehzahl berührungslos, indem es eine Markierung mit kurzen Lichtblitzen scheinbar zum Stillstand bringt?
- a) Reibrad-Tachometer
- b) Drehstab-Aufnehmer
- c) Schleifring-Telemetrie
- d) Stroboskop
Richtig: d)
Das Stroboskop nutzt Lichtblitze, deren Frequenz so eingestellt wird, dass eine Markierung stillzustehen scheint. Das Reibrad (a) ist berührend, der Drehstab-Aufnehmer (b) misst Moment, die Telemetrie (c) überträgt nur Signale.
Ein Zahnkranz mit 24 Zähnen wird abgetastet, die Frequenz beträgt 480 Hz. Welche Drehzahl liegt vor?
- a) 480 1/min
- b) 11520 1/min
- c) 1200 1/min
- d) 20 1/min
Richtig: c)
n = 480·60/24 = 1200 1/min. a) ignoriert die Zähnezahl, b) multipliziert mit statt zu dividieren durch z, d) setzt nur die Zähnezahl ein.
Worauf beruht das Messprinzip der meisten rotierenden Drehmomentaufnehmer?
- a) Auf der Messung der Drehzahl
- b) Auf einer kleinen elastischen Verformung der Welle, etwa dem Torsionswinkel oder der Dehnung
- c) Auf dem Schlupf eines Reibrades
- d) Auf der Blitzfrequenz eines Stroboskops
Richtig: b)
Das Drehmoment verdreht die Welle elastisch; aus Torsionswinkel oder Materialdehnung wird auf das Moment geschlossen. Die übrigen Antworten betreffen die Drehzahlmessung oder gar kein Messprinzip für Moment.
Welche Norm regelt in Österreich und Europa die Prüfung und Kalibrierung handbetätigter Drehmomentschlüssel?
- a) ÖNORM EN ISO 12100
- b) ÖNORM EN 10027
- c) ÖNORM EN ISO 6789
- d) IEC 61131-3
Richtig: c)
Die ÖNORM EN ISO 6789 betrifft handbetätigte Drehmomentwerkzeuge. ISO 12100 ist die Risikobeurteilung von Maschinen, EN 10027 betrifft Stahlbezeichnungen, IEC 61131-3 die SPS-Programmiersprachen.
Ein Motor liefert 30 Nm bei 2900 1/min. Welche mechanische Leistung gibt er näherungsweise ab?
- a) 87000 W
- b) 9111 W
- c) 1450 W
- d) 145 W
Richtig: b)
P = 30·2·3,14159·2900/60 ≈ 9111 W. a) lässt die Division durch 60 weg, c) und d) lassen den Faktor 2·pi weg bzw. rechnen falsch.
Warum ist die Reaktionsmoment-Messung am abgestützten Gehäuse praktisch, verglichen mit einem rotierenden Aufnehmer?
- a) Sie misst gleichzeitig die Drehzahl
- b) Sie braucht keinen Hebelarm
- c) Sie ist grundsätzlich genauer als jede andere Methode
- d) Sie kommt ohne Signalübertragung von einem rotierenden Teil aus, weil am stehenden Gehäuse gemessen wird
Richtig: d)
Da am stehenden Gehäuse gemessen wird, entfällt die aufwendige Übertragung des Signals von der drehenden Welle. Einen Hebelarm braucht sie sehr wohl (b), eine Drehzahl misst sie nicht (a), und pauschal genauer ist sie nicht (c).
Wie wirkt es sich aus, wenn eine Welle zwei Reflexmarken trägt, das Messgerät aber auf eine Marke eingestellt ist?
- a) Korrekt
- b) Halb so groß wie die wahre Drehzahl
- c) Doppelt so groß wie die wahre Drehzahl
- d) Null
Richtig: c)
Das Gerät zählt doppelt so viele Impulse wie angenommen und errechnet die doppelte Drehzahl. Das ist der klassische Markenzahl-Fehler.
Ein Antrieb nimmt 15 kW auf und gibt 13,5 kW mechanisch ab. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
- a) 1,11
- b) 0,81
- c) 0,45
- d) 0,90
Richtig: d)
eta = 13500/15000 = 0,9. a) wäre größer als eins und unmöglich, b) und c) ergeben sich aus falschen Rechenwegen.
Welcher Einfluss verfälscht einen dehnungsbasierten Drehmomentaufnehmer, wenn er nicht kompensiert wird?
- a) Die Drehzahl
- b) Die Temperatur, weil sich Material und Messstreifen mit der Wärme ausdehnen
- c) Die Farbe der Welle
- d) Der Luftdruck
Richtig: b)
Temperaturänderungen verändern die Dehnung von Material und Messstreifen und damit den Messwert, wenn keine Kompensation erfolgt. Drehzahl, Farbe und Luftdruck spielen hier keine relevante Rolle.
Welche Größe braucht man zusätzlich zum Drehmoment, um die mechanische Leistung einer Welle zu bestimmen?
- a) Die Masse der Welle
- b) Den Durchmesser der Welle
- c) Die Umgebungstemperatur
- d) Die Drehzahl bzw. Winkelgeschwindigkeit
Richtig: d)
P_mech = M·omega – neben dem Moment ist die Winkelgeschwindigkeit (aus der Drehzahl) nötig. Masse, Durchmesser und Temperatur gehen in diese Berechnung nicht ein.
Glossar
- Drehzahl
- Anzahl der Umdrehungen einer Welle pro Zeiteinheit, meist in 1/min angegeben.
- Winkelgeschwindigkeit
- überstrichener Winkel pro Zeit, in rad/s; hängt über omega = 2·pi·n/60 mit der Drehzahl zusammen.
- Drehmoment
- Drehwirkung einer Kraft um eine Achse, Produkt aus Kraft und Hebelarm, in Nm.
- Reflexmarke
- reflektierendes Klebeband auf der Welle, das bei optischer Drehzahlmessung pro Umdrehung einen Lichtimpuls auslöst.
- Impulsfrequenz
- Anzahl der vom Messgerät erfassten Impulse pro Sekunde, in Hz; Grundlage der berührungslosen Drehzahlbestimmung.
- Stroboskop
- Drehzahlmessgerät, das mit kurzen Lichtblitzen eine Markierung scheinbar zum Stillstand bringt; die eingestellte Blitzfrequenz entspricht dann der Drehzahl.
- Schlupf
- Geschwindigkeitsunterschied durch Durchrutschen, etwa zwischen Reibrad und Welle; verfälscht den Messwert nach unten.
- Torsionswinkel
- elastische Verdrehung einer Welle unter Drehmoment; Messgröße vieler Drehmomentaufnehmer.
- Drehfederkonstante
- gerätespezifische Steifigkeit eines Drehstab-Aufnehmers, verknüpft Torsionswinkel und Moment über M = c_t·phi, in Nm/rad.
- Reaktionsmoment-Messung
- Drehmomentbestimmung am abgestützten, nicht rotierenden Gehäuse über Kraft mal Hebelarm.
- Telemetrie
- berührungslose Übertragung des Messsignals von einer rotierenden Welle zur stehenden Auswertung.
- Wirkungsgrad
- Verhältnis von abgegebener mechanischer zu zugeführter elektrischer Leistung, stets kleiner als eins.
