Mechanische Endschalter und Reedkontakte
Eine Maschine muss wissen, wo sich ihre beweglichen Teile gerade befinden. Ist der Zylinder ausgefahren? Hat der Schlitten die Endlage erreicht? Steht die Schutztür offen? Für solche Ja-Nein-Fragen braucht es keinen aufwendigen Sensor mit Messelektronik — ein einfacher Kontakt, der schließt oder öffnet, reicht völlig aus. Genau das leisten mechanische Endschalter und Reedkontakte: Sie liefern ein binäres Signal, das einer Steuerung sagt, ob eine Position erreicht ist oder nicht.
Der Unterschied liegt im Prinzip. Der mechanische Endschalter wird berührt — etwas drückt auf einen Betätiger, und der Kontakt schaltet. Der Reedkontakt schaltet berührungslos, allein durch ein Magnetfeld. Beide sind robust, günstig und in nahezu jeder Anlage zu finden. Dieser Beitrag zeigt, wie sie aufgebaut sind, welche Kontaktlogik dahintersteckt und wie man sie in der Praxis richtig auswählt und anschließt.
Vorwissen
- Sensoren – Signalarten (binär, analog, digital)
- Schütze und Relais
- Das magnetische Feld
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- den Aufbau und die wichtigsten Betätigerarten eines mechanischen Endschalters beschreiben
- Schließer, Öffner und Wechsler unterscheiden und ihre Schaltsymbole nach IEC 60617 lesen
- den Unterschied zwischen Ruhestrom- und Arbeitsstromprinzip erklären und seine Bedeutung für die Drahtbruchsicherheit begründen
- die Funktionsweise eines Reedkontakts erklären und typische Einsatzfälle nennen
- einen passenden Schalter nach Betätigungsart, Last und Umgebung auswählen und ein RC-Glied zur Funkenlöschung grob dimensionieren
1. Positionserfassung mit Schaltkontakten — die Grundidee
Stell dir eine Hubsäule vor, die eine Last nach oben fährt. Irgendwann muss sie stoppen, sonst fährt sie auf Anschlag und beschädigt sich. Die Steuerung muss also erfahren: „Obere Endlage erreicht.“ Diese Information ist denkbar einfach — sie kennt nur zwei Zustände: erreicht oder nicht erreicht.
Ein Signal mit genau zwei möglichen Zuständen heißt binäres Signal. Es ist die einfachste Form der Sensorinformation: Strom fließt oder fließt nicht, der Eingang der Steuerung sieht eine „1″ oder eine „0″. Für Endlagen, Anwesenheitsabfragen und Stellungsmeldungen ist das völlig ausreichend. Man braucht keinen Messwert, sondern nur eine Entscheidung.
Solche binären Positionsmeldungen lassen sich auf zwei grundsätzlich verschiedene Arten gewinnen. Berührend arbeitet der mechanische Endschalter: Ein Maschinenteil läuft gegen einen Betätiger und drückt ihn ein. Berührungslos arbeiten Magnetfeld- und Feldsensoren — der Reedkontakt gehört dazu, ebenso die Näherungsschalter.
Induktive, kapazitive und optische Näherungsschalter erfassen Objekte ebenfalls berührungslos, nutzen dafür aber andere physikalische Effekte und sind jeweils eigene Themen. Hier genügt die Einordnung: Sie kommen ins Spiel, wo Verschleiß durch Berührung vermieden werden soll oder sehr hohe Schalthäufigkeiten gefragt sind. Der mechanische Endschalter und der Reedkontakt sind die beiden einfachsten Vertreter — und genau darum geht es im Folgenden.
Eine Förderanlage soll nur melden, ob ein Werkstück eine bestimmte Position erreicht hat — ein genauer Abstandswert wird nicht gebraucht. Welche Signalart ist dafür ausreichend und sinnvoll?
- a) Ein binäres Signal, weil nur zwei Zustände unterschieden werden müssen
- b) Ein analoges Signal, weil es genauer ist
- c) Ein digitales Bussignal mit mehreren Datenbits
- d) Ein frequenzmoduliertes Signal
Richtig: a)
Für eine reine Erreicht/Nicht-erreicht-Information reicht ein binäres Signal mit zwei Zuständen. Ein analoges Signal würde einen Messwert liefern, der hier gar nicht gebraucht wird, und die Auswertung unnötig verteuern. Bus- oder frequenzmodulierte Signale sind für eine einfache Endlagenabfrage völlig überdimensioniert.
Worin liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen einem mechanischen Endschalter und einem Reedkontakt?
- a) Der Endschalter schaltet schneller als jeder Reedkontakt
- b) Der Reedkontakt kann nur Wechselspannung schalten
- c) Der Endschalter schaltet durch Berührung, der Reedkontakt berührungslos über ein Magnetfeld
- d) Der Endschalter liefert ein analoges, der Reedkontakt ein binäres Signal
Richtig: c)
Der entscheidende Unterschied ist das Wirkprinzip: berührend gegenüber berührungslos. Beide liefern ein binäres Signal, beide können Gleich- und Wechselspannung schalten (im Rahmen ihrer Grenzwerte), und die Schaltgeschwindigkeit hängt von der Bauform ab, nicht pauschal vom Prinzip.
2. Mechanische Endschalter — Aufbau und Betätigung
Ein mechanische Endschalter besteht aus vier Baugruppen, die zusammenspielen. Der Betätiger ist das Teil, das vom Maschinenteil berührt wird. Über ein Schaltglied überträgt er die Bewegung auf das Kontaktsystem, das den Stromkreis öffnet oder schließt. Das Gehäuse schützt alles vor Staub, Spritzwasser und mechanischer Beschädigung.
Der folgende Schnitt zeigt diesen Aufbau:
Drückt das Maschinenteil den Stößel ein, bewegt sich das Schaltglied nach unten und betätigt das Kontaktsystem. Lässt der Druck nach, schiebt eine Rückstellfeder den Betätiger wieder in die Ausgangslage zurück, und der Kontakt geht in seine Ruhestellung.
Betätigerarten
Welcher Betätiger sinnvoll ist, hängt davon ab, wie das Maschinenteil ankommt — frontal, seitlich, schräg oder aus wechselnder Richtung. Gängige Bauformen:
| Betätigerart | Anwendung |
|---|---|
| Stößel | frontale Betätigung, kurze Wege, hohe Präzision |
| Rollenstößel | frontale Betätigung mit reduzierter Reibung |
| Rollenhebel | seitlich anlaufende Nocken oder Kurven |
| Schwenkhebel | große Betätigungswinkel, Türen und Klappen |
| Federstab (Whisker) | leichte Betätigung aus beliebiger Richtung, z. B. dünne Werkstücke |
Schleichschaltung und Sprungschaltung
Wie der Kontakt schaltet, ist mindestens so wichtig wie der Betätiger. Bei der Schleichschaltung folgt das Kontaktsystem direkt der Betätigerbewegung. Geht der Stößel langsam, trennt sich auch der Kontakt langsam — und genau das ist das Problem: Bei kleinen Betätigungsgeschwindigkeiten verweilt der Kontakt lange in einer Zwischenstellung mit kleinem Abstand. Es kann zu Lichtbögen, Prellen und Kontaktabbrand kommen.
Die Sprungschaltung löst das mit einem Schnappmechanismus. Eine vorgespannte Feder hält den Kontakt fest, bis ein Auslösepunkt überschritten wird — dann springt der Kontakt schlagartig in die andere Stellung, unabhängig davon, wie langsam der Betätiger bewegt wird. Das ergibt definierte Schaltpunkte und schont die Kontakte. Für die meisten industriellen Anwendungen ist die Sprungschaltung Standard.
Schutzart
Endschalter sitzen oft dort, wo es schmutzig oder feucht ist. Die Schutzart (IP-Code nach ÖNORM EN 60529) gibt an, wie gut das Gehäuse gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer steht für den Berührungs- und Fremdkörperschutz, die zweite für den Wasserschutz. Ein Schalter mit IP67 ist staubdicht und übersteht zeitweiliges Untertauchen — sinnvoll an Waschanlagen oder im Außenbereich. In einer trockenen Schaltschrankumgebung genügt oft eine niedrigere Schutzart.
Ein Endschalter wird sehr langsam betätigt, weil die Maschinenachse beim Anfahren der Endlage stark abbremst. Welche Schaltungsart ist hier klar im Vorteil und warum?
- a) Schleichschaltung, weil der Kontakt langsam und schonend trennt
- b) Beide sind gleichwertig, die Geschwindigkeit spielt keine Rolle
- c) Schleichschaltung, weil sie keinen Schnappmechanismus benötigt
- d) Sprungschaltung, weil der Kontakt unabhängig von der Betätigungsgeschwindigkeit schlagartig umschaltet
Richtig: d)
Gerade bei langsamer Betätigung zeigt die Schleichschaltung ihre Schwäche: Der Kontakt verweilt lange mit kleinem Abstand, was Lichtbögen und Abbrand begünstigt. Die Sprungschaltung schaltet über einen Schnappmechanismus schlagartig um, unabhängig von der Betätigungsgeschwindigkeit — das ist hier eindeutig die bessere Wahl.
Was bedeutet die zweite Ziffer in einer IP-Schutzart wie IP67?
- a) Den Schutz gegen Berührung mit dem Finger
- b) Die maximale Betriebsspannung des Schalters
- c) Den Schutz gegen Wasser
- d) Die mechanische Lebensdauer in Millionen Schaltspielen
Richtig: c)
Im IP-Code beschreibt die erste Ziffer den Berührungs- und Fremdkörperschutz, die zweite den Wasserschutz. Betriebsspannung und Lebensdauer sind eigene Kenngrößen und nicht Teil des IP-Codes.
Wofür ist ein Federstab-Betätiger (Whisker) besonders geeignet?
- a) Für leichte Betätigung aus nahezu beliebiger Richtung
- b) Für sehr hohe Betätigungskräfte
- c) Für die frontale Betätigung mit hoher Wiederholgenauigkeit
- d) Für das Schalten großer Ströme
Richtig: a)
Der Federstab biegt sich bei Berührung aus praktisch jeder Richtung und löst dabei mit geringer Kraft aus — ideal für dünne oder leichte Werkstücke. Für präzise, richtungsdefinierte Schaltpunkte nimmt man eher einen Stößel; die Schaltleistung hängt vom Kontaktsystem ab, nicht vom Betätiger.
3. Kontaktlogik — Öffner, Schließer, Wechsler und Zwangsöffnung
Ein Kontakt kann auf zwei Arten auf eine Betätigung reagieren: Er kann einen Stromkreis schließen oder ihn öffnen. Daraus ergeben sich drei Grundtypen.
Ein Schließer (englisch normally open, NO) ist im Ruhezustand offen und schließt erst bei Betätigung. Ein Öffner (normally closed, NC) ist im Ruhezustand geschlossen und öffnet bei Betätigung. Ein Wechsler (change-over, CO) vereint beides: Er besitzt einen gemeinsamen Anschluss und schaltet bei Betätigung von einem Kontakt auf den anderen um.
Die Schaltsymbole nach IEC 60617 — in Österreich verbindlich — sehen so aus:
Ruhestrom- oder Arbeitsstromprinzip
Welchen Kontakttyp man wählt, ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Sicherheitsentscheidung. Beim Arbeitsstromprinzip wird ein Schließer verwendet: Strom fließt nur, wenn der Schalter betätigt ist. Reißt die Leitung oder fällt eine Klemme ab, bleibt das Signal aus — die Steuerung „sieht“ denselben Zustand wie bei einem nicht betätigten Schalter und merkt den Fehler nicht.
Beim Ruhestromprinzip nutzt man einen Öffner: Im normalen Betrieb fließt ständig Strom, erst die Betätigung unterbricht ihn. Ein Drahtbruch unterbricht den Strom ebenfalls — und löst damit dieselbe Reaktion aus wie eine echte Betätigung. Der Fehler führt also in den sicheren Zustand. Genau deshalb werden sicherheitsrelevante Endlagen und Schutzeinrichtungen nach dem Ruhestromprinzip mit Öffnern verdrahtet.
Zwangsöffnende Kontakte
Ein normaler Öffner verlässt sich darauf, dass eine Feder den Kontakt öffnet. Verschweißt der Kontakt durch einen Lichtbogen, kann diese Feder ihn unter Umständen nicht mehr trennen — der Öffner meldet fälschlich „offen“. Ein zwangsöffnender Kontakt verhindert das: Hier drückt der Betätiger den Kontakt über ein starres Bauteil zwangsweise auf, ohne sich auf eine Feder zu verlassen. Selbst verschweißte Kontakte werden so mechanisch aufgerissen. Solche Kontakte sind in Schutztürschaltern und Not-Halt-Kreisen vorgeschrieben — die Details dazu gehören in die Maschinensicherheit und werden dort behandelt.
Eine Schutztürüberwachung soll so verdrahtet werden, dass auch ein Kabelbruch sicher erkannt wird. Welcher Kontakttyp und welches Prinzip sind zu wählen?
- a) Schließer im Arbeitsstromprinzip
- b) Wechsler, beliebig verdrahtet
- c) Schließer im Ruhestromprinzip
- d) Öffner im Ruhestromprinzip
Richtig: d)
Nur das Ruhestromprinzip mit einem Öffner ist drahtbruchsicher: Im Normalbetrieb fließt ständig Strom, und sowohl die Türöffnung als auch ein Kabelbruch unterbrechen ihn — beides führt zum sicheren Stillstand. Ein Schließer im Arbeitsstromprinzip würde einen Drahtbruch nicht von einem unbetätigten Zustand unterscheiden können.
Warum bei einer sicherheitsgerichteten Anwendung ein gewöhnlicher Öffner oft nicht genügt?
- a) Weil ein gewöhnlicher Öffner keine Wechselspannung schalten kann
- b) Weil seine Kontakte bei Betätigung prellen
- c) Weil ein verschweißter Kontakt durch die Rückstellfeder eventuell nicht mehr getrennt wird
- d) Weil er grundsätzlich nicht drahtbruchsicher ist
Richtig: c)
Beim gewöhnlichen Öffner trennt eine Feder den Kontakt. Ist der Kontakt durch einen Lichtbogen verschweißt, kann diese Feder versagen, und der Öffner meldet fälschlich „offen“. Der zwangsöffnende Kontakt reißt den Kontakt über ein starres Bauteil mechanisch auf. Drahtbruchsicherheit ist eine Frage der Verdrahtung (Ruhestromprinzip), nicht des Problems hier.
Was kennzeichnet einen Wechsler (CO)?
- a) Er besitzt einen gemeinsamen Anschluss und schaltet zwischen Öffner- und Schließerkontakt um
- b) Er hat zwei voneinander unabhängige Schließer
- c) Er kann nur im Ruhestromprinzip betrieben werden
- d) Er schließt und öffnet denselben kontakt gleichzeitig
Richtig: a)
Der Wechsler vereint Öffner und Schließer an einem gemeinsamen Anschluss und legt diesen bei Betätigung vom einen auf den anderen Kontakt um. So lassen sich mit einem Schaltglied zwei Stromkreise gegensinnig schalten.
4. Reedkontakte — berührungsloses Schalten mit Magnetfeld
Der Reedkontakt geht einen anderen weg: Er braucht keinen Stößel und keine Berührung, sondern ein Magnetfeld. Im Inneren sitzen zwei dünne, federnde Schaltzungen aus ferromagnetischem Material, eingeschmolzen in ein hermetisch verschlossenes Glasröhrchen. Das Röhrchen ist mit Schutzgas gefüllt, damit die Kontakte nicht oxidieren.
Nähert sich ein Permanentmagnet, durchsetzt sein Feld die beiden Zungen. Sie werden magnetisiert, ziehen einander an und berühren sich — der Kontakt schließt. Entfernt sich der Magnet, lässt die Anziehung nach, und die Eigenfederung der Zungen trennt sie wieder.
Ein Reedkontakt lässt sich ebenfalls als Schließer, Öffner oder Wechsler bauen, wobei der Schließer mit Abstand am häufigsten ist. Weil im Glasröhrchen kein Verschleiß durch Reibung auftritt und die Kontakte im Schutzgas sauber bleiben, erreichen Reedkontakte sehr hohe Schaltzahlen bei kleinen Lasten.
Typische Anwendung: Zylinderschalter
Die wohl häufigste Anwendung sitzt am Pneumatikzylinder. Im Kolben steckt ein Ringmagnet. Außen auf dem Zylinderrohr sitzt ein Reedkontakt in einer Nut — ein solcher Zylinderschalter erfasst die Kolbenstellung berührungslos. Fährt der Kolben an die Position des Schalters, schließt der Magnet den Reedkontakt — die Steuerung erhält die Endlagenmeldung, ohne dass irgendein Teil in den Druckraum eingreift. So lässt sich die Kolbenstellung berührungslos durch die nichtmagnetische Zylinderwand hindurch abfragen.
Vor- und Nachteile gegenüber dem mechanischen Endschalter
| Eigenschaft | Mechanischer Endschalter | Reedkontakt |
|---|---|---|
| Wirkprinzip | berührend | berührungslos (Magnetfeld) |
| Verschleiß der Betätigung | mechanischer Abrieb | praktisch keiner |
| Schaltbare Last | hoch | gering bis mittel |
| Schalthäufigkeit | begrenzt | sehr hoch |
| Empfindlichkeit | unempfindlich gegen Fremdfelder | kann durch Fremdmagnetfelder gestört werden |
| Kontaktprellen | je nach Bauart | ausgeprägt, Zungen schwingen nach |
Reedkontakte prellen beim Schließen, weil die federnden Zungen nachschwingen. Bei der Auswertung in schnellen Zählanwendungen muss man das berücksichtigen — sonst zählt die Steuerung ein einzelnes Schaltereignis mehrfach. Außerdem sind die Glasröhrchen mechanisch empfindlich; harte Stöße können sie beschädigen.
Warum ist das Glasröhrchen eines Reedkontakts mit Schutzgas gefüllt?
- a) Um den Magneten im Inneren zu kühlen
- b) Damit die Schaltzungen nicht oxidieren und die Kontaktflächen sauber bleiben
- c) Um die Schaltzungen elektrisch zu isolieren
- d) Um das Magnetfeld zu verstärken
Richtig: b)
Das Schutzgas verhindert Oxidation und Korrosion der Kontaktflächen, sodass der Übergangswiderstand klein und konstant bleibt. Der Magnet sitzt außen, eine Kühlung ist nicht nötig, und die Isolation übernimmt das Glas selbst.
Ein Reed-Zylinderschalter soll an einem Pneumatikzylinder die ausgefahrene Endlage melden. Was ist Voraussetzung dafür, dass das funktioniert?
- a) Der Zylinder muss aus ferromagnetischem Stahl bestehen
- b) Der Schalter muss im Inneren des Druckraums montiert sein
- c) Der Zylinder muss elektrisch geerdet sein
- d) Im Kolben muss ein Permanentmagnet sitzen und die Zylinderwand darf nicht magnetisch abschirmen
Richtig: d)
Der Reedkontakt reagiert auf das Feld des Kolbenmagneten, das durch die nichtmagnetische Zylinderwand hindurchtreten muss. Eine ferromagnetische Wand würde das Feld abschirmen. Der Schalter sitzt außen auf dem Rohr, nicht im Druckraum.
Welcher Nachteil ist bei Reedkontakte in schnellen Zählanwendungen besonders zu beachten?
- a) Sie schalten zu langsam
- b) Sie benötigen eine externe Spannungsversorgung
- c) Die Zungen prellen beim Schließen und können ein einzelnes Ereignis mehrfach erscheinen lassen
- d) Sie können nur Gleichstrom schalten
Richtig: c)
Beim Schließen schwingen die federnden Zungen nach — derskontakt prellt. Eine schnelle Zählauswertung kann ein einziges Schaltereignis dadurch als mehrere zählen, wenn das Prellen nicht entstört wird. Reedkontakte schalten schnell und können Gleich- wie Wechselstrom führen.
5. Auswahl und Anschluss in der Praxis
Ob mechanischer Endschalter oder Reedkontakt — die richtige Auswahl entscheidet über Funktion und Lebensdauer. Wichtige Kriterien:
- Betätigungsart: Kommt das Maschinenteil berührend an (Endschalter) oder trägt es einen Magneten bzw. ist eine berührungslose Erfassung gefragt (Reed)?
- Schaltstrom und Schaltspannung: Die geschaltete Last muss innerhalb der Kontaktgrenzwerte liegen. Reedkontakte vertragen deutlich weniger als mechanische Kontakte.
- Schalthäufigkeit: Bei sehr vielen Schaltspielen punktet der verschleißarme Reedkontakt — sofern die Last klein bleibt.
- Umgebung und IP-Schutzart: Schmutz, Feuchte, Temperatur und Schwingungen bestimmen die nötige Robustheit.
- Mechanische und elektrische Lebensdauer: Die mechanische Lebensdauer beschreibt den Verschleiß der Bewegungsteile, die elektrische den Kontaktabbrand durch die geschaltete Last. Die elektrische ist bei größeren Lasten meist die kürzere von beiden.
Kontaktbelastung und Funkenlöschung
Der mit Abstand häufigste Grund für vorzeitigen Kontaktausfall ist eine falsch beschaltete induktive Last — etwa eine Schütz- oder Relaisspule. Beim Abschalten will der Strom in der Induktivität weiterfließen und erzeugt eine hohe Spannungsspitze. Diese Spitze zündet einen Lichtbogen über die sich öffnenden Kontakte und brennt sie nach und nach ab.
Bei Gleichspannung hilft eine Freilaufdiode parallel zur Spule, die den Strom nach dem Abschalten weiterleitet. Bei Wechselspannung — wo eine Diode nicht funktioniert — verwendet man ein RC-Glied (Widerstand und Kondensator in Reihe) parallel zum Kontakt oder zur Last. Der Kondensator nimmt die Energie der Spannungsspitze auf, der Widerstand begrenzt den Lade- und Entladestrom.
Eine bewährte Faustformel für die grobe Dimensionierung eines RC-Glieds zur Kontaktentstörung:
C = I / 10
- C … Kapazität in µF
- I … abzuschaltender Laststrom in A
R = U / (10 * I)
- R … Widerstand in Ω
- U … Schaltspannung in V
- I … abzuschaltender Laststrom in A
Diese Werte sind Richtwerte für eine erste Auslegung. Es handelt sich um Zahlenwertgleichungen: Der Strom I wird in Ampere, die Spannung U in Volt eingesetzt, dann ergibt sich C in Mikrofarad und R in Ohm. Der Widerstand begrenzt den Entladestrom beim Schließen des Kontakts, der Kondensator dämpft die Abschaltspitze. Für die endgültige Auslegung sind die konkreten Lastdaten und gegebenenfalls Herstellerangaben heranzuziehen.
Anschluss an die Steuerung
Wie ein Schalter angeschlossen wird, hängt von der Steuerungsart ab. An einer Schützsteuerung liegt der Kontakt direkt im Steuerstromkreis und schaltet zum Beispiel eine Schützspule — hier ist die Funkenlöschung bei induktiver Last besonders wichtig. An einer SPS führt der Kontakt das Signal auf einen hochohmigen digitalen Eingang. Der Eingangsstrom ist klein, die Kontaktbelastung damit gering — ideal auch für Reedkontakte.
Soll ein lastschwacher Reedkontakt dennoch eine kräftige Last schalten, schaltet man ein Koppelrelais dazwischen: Der Reedkontakt steuert nur die kleine Relaisspule, das Relais schaltet die eigentliche Last. So bleibt der empfindliche Reedkontakt geschützt.
Wann was?
Für robuste, laststarke Endlagenabfragen mit überschaubarer Schalthäufigkeit ist der mechanische Endschalter erste Wahl. Wo berührungslos und sehr oft geschaltet werden soll und die Last klein ist — typischerweise am Pneumatikzylinder — passt der Reedkontakt. Wird hohe Schalthäufigkeit bei völliger Verschleißfreiheit und gegen elektrisch leitende oder beliebige Objekte gefordert, kommen induktive oder kapazitive Näherungsschalter ins Spiel, die jeweils eigenständig behandelt werden.
Gelöstes Beispiel
Ein mechanischer Endschalter schaltet im Steuerstromkreis einer Schützsteuerung eine Schützspule. Der abzuschaltende Strom beträgt 0,4 A bei 230 V Wechselspannung. Dimensioniere ein RC-Glied zur Funkenlöschung nach der Faustformel.
Gegeben: I = 0,4 A, U = 230 V
Gesucht: C in µF und R in Ω
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Kondensator: C = I / 10 = 0,4 / 10 = 0,04 µF
- Schritt 2 — Widerstand: R = U / (10 · I) = 230 / (10 · 0,4) = 230 / 4 = 57,5 Ω
Ergebnis: C ≈ 0,04 µF, R ≈ 57,5 Ω. Gewählt würde der nächstliegende Normwert, also etwa 0,047 µF und 56 Ω.
Übungen
Ein Reedkontakt schaltet eine kleine Last mit 0,1 A bei 24 V Gleichspannung. Welcher Kondensatorwert ergibt sich nach der Faustformel C = I / 10?
Lösung: C = 0,1 / 10 = 0,01 µF.
Berechne den Widerstand eines RC-Glieds für einen Laststrom von 0,2 A bei 230 V.
Lösung: R = 230 / (10 · 0,2) = 230 / 2 = 115 Ω.
Ein Endschalter schaltet 0,8 A bei 400 V. Bestimme C und R nach den Faustformeln.
Lösung: C = 0,8 / 10 = 0,08 µF; R = 400 / (10 · 0,8) = 400 / 8 = 50 Ω.
Für eine Anwendung mit 0,5 A und 230 V wurde ein RC-Glied berechnet. Begründe, warum bei Gleichspannung stattdessen eine Freilaufdiode sinnvoller wäre, und nenne den berechneten C-Wert für den Wechselspannungsfall.
Lösung: C = 0,5 / 10 = 0,05 µF. Bei Gleichspannung kann eine Diode in Sperrrichtung parallel zur Spule den Abschaltstrom verlustarm weiterführen; sie ist einfacher und wirksamer als ein RC-Glied, das bei Gleichspannung dauernd Verluste hätte. Bei Wechselspannung scheidet die Diode aus, weil sie eine Halbwelle kurzschließen würde.
Ein Reedkontakt soll eine Schützspule mit 1,2 A Einschaltstrom schalten, sein zulässiger Schaltstrom liegt aber bei 0,5 A. Welche Maßnahme löst das Problem, und warum reicht ein RC-Glied allein nicht aus?
Lösung: Ein Koppelrelais zwischenschalten: Der Reedkontakt steuert nur die kleine Relaisspule, das Relais schaltet die Schützspule. Ein RC-Glied verringert zwar die Abschaltspitze, ändert aber nichts daran, dass der Einschaltstrom von 1,2 A den zulässigen Kontaktstrom von 0,5 A weit überschreitet — derskontakt wäre überlastet.
Ein mechanischer Endschalter schaltet in einer Schützsteuerung eine Schützspule und fällt nach kurzer Zeit durch Kontaktabbrand aus. Was ist die wahrscheinlichste Ursache und die richtige Gegenmaßnahme?
- a) Zu hohe IP-Schutzart; niedrigere wählen
- b) Zu geringer Betätigungsweg; Betätiger tauschen
- c) Kontaktprellen; Sprungschaltung verwenden
- d) Abschaltspannungsspitze der induktiven Last; RC-Glied bzw. Freilaufdiode ergänzen
Richtig: d)
Eine Schützspule ist eine induktive Last, die beim Abschalten eine hohe Spannungsspitze erzeugt und einen Lichtbogen über den Kontakt zündet. Eine Freilaufdiode (bei DC) oder ein RC-Glied (bei AC) baut die Energie ab und schützt den Kontakt. IP-Schutzart, Betätigungsweg und Prellen erklären den lastabhängigen Abbrand nicht.
Ein Reedkontakt mit 0,5 A zulässigem Schaltstrom soll eine Last mit 2 A Einschaltstrom schalten. Welche Lösung ist fachlich korrekt?
- a) Den Reedkontakt direkt anschließen und ein RC-Glied parallelschalten
- b) Zwei Reedkontakte parallelschalten
- c) Ein Koppelrelais zwischenschalten, das die eigentliche Last übernimmt
- d) Die Schaltspannung erhöhen
Richtig: c)
Der Einschaltstrom übersteigt den zulässigen Kontaktstrom um das Vierfache — der Reedkontakt würde überlastet. Ein Koppelrelais entkoppelt ihn von der Last: Er steuert nur die kleine Relaisspule. Ein RC-Glied dämpft nur die Abschaltspitze, das Parallelschalten zweier Reedkontakte ist unzuverlässig, und eine höhere Spannung verschärft das Problem.
Warum verwendet man bei einer mit Wechselspannung betriebenen induktiven Last zur Kontaktentstörung ein RC-Glied statt einer Freilaufdiode?
- a) Weil die Diode zu teuer ist
- b) Weil eine Diode bei Wechselspannung eine Halbwelle kurzschließen würde
- c) Weil das RC-Glied die Last verstärkt
- d) Weil Dioden grundsätzlich keine Spannungsspitzen abbauen
Richtig: b)
Eine Diode leitet nur in einer Richtung. Bei Wechselspannung würde sie jede zweite Halbwelle kurzschließen und wäre unbrauchbar. Das RC-Glied wirkt in beiden Halbwellen und ist daher die richtige Wahl bei Wechselspannung; bei Gleichspannung ist umgekehrt die Diode sinnvoll.
Worin unterscheidet sich die Kontaktbelastung beim Anschluss an eine SPS gegenüber einer Schützsteuerung?
- a) An der SPS ist die Belastung gering, weil der digitale Eingang hochohmig ist
- b) An der SPS ist die Belastung höher, weil dort mehr Strom fließt
- c) Es gibt keinen Unterschied
- d) An der Schützsteuerung fließt kein Strom durch den Kontakt
Richtig: a)
Ein digitaler SPS-Eingang ist hochohmig und zieht nur einen kleinen Strom — die Kontaktbelastung ist gering, was auch empfindliche Reedkontakte schont. An der Schützsteuerung schaltet der Kontakt dagegen die Spule direkt, also eine deutlich größere, induktive Last.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Ein Endschalter schaltet eine induktive Last von 0,6 A bei 230 V Wechselspannung. Dimensioniere das RC-Glied zur Funkenlöschung nach den Faustformeln.
Gegeben: I = 0,6 A; U = 230 V
Gesucht: C in µF, R in Ω
Lösungsweg:
- C = I / 10 = 0,6 / 10 = 0,06 µF
- R = U / (10 · I) = 230 / (10 · 0,6) = 230 / 6 ≈ 38,3 Ω
Ergebnis: C ≈ 0,06 µF, R ≈ 38,3 Ω.
Aufgabe 2: Ein Reedkontakt schaltet 0,15 A bei 24 V Gleichspannung in einem Steuerkreis. Berechne nach den Faustformeln C und R, falls trotzdem ein RC-Glied vorgesehen werden soll, und gib an, welche Schutzmaßnahme bei Gleichspannung sonst vorzuziehen wäre.
Gegeben: I = 0,15 A; U = 24 V
Gesucht: C in µF, R in Ω, alternative Maßnahme
Lösungsweg:
- C = 0,15 / 10 = 0,015 µF
- R = 24 / (10 · 0,15) = 24 / 1,5 = 16 Ω
Ergebnis: C ≈ 0,015 µF, R = 16 Ω. Bei Gleichspannung ist eine Freilaufdiode parallel zur Spule vorzuziehen.
Ein Maschinenteil läuft seitlich an einer Kurvenscheibe entlang und soll dabei einen Endschalter betätigen. Welche Betätigerart ist dafür am besten geeignet?
- a) Stößel
- b) Federstab (Whisker)
- c) Frontaler Druckstößel ohne Rolle
- d) Rollenhebel
Richtig: d)
Ein Rollenhebel läuft mit seiner Rolle reibungsarm an seitlichen Nocken und Kurven entlang und folgt deren Kontur. Ein frontaler Stößel ist für seitliche Anlaufbewegungen ungeeignet, und der Federstab dient leichten Berührungen aus beliebiger Richtung, nicht definierten Kurvenabläufen.
Welche Aussage zum Ruhestromprinzip ist korrekt?
- a) Es verwendet einen Schließer, der nur bei Betätigung Strom führt
- b) Es ist nicht drahtbruchsicher
- c) Es verwendet einen Öffner, sodass ein Drahtbruch denselben sicheren Zustand wie eine Betätigung auslöst
- d) Es funktioniert nur mit Reedkontakten
Richtig: c)
Beim Ruhestromprinzip fließt im Normalbetrieb über einen Öffner ständig Strom. Sowohl Betätigung als auch Drahtbruch unterbrechen ihn und führen in den sicheren Zustand — das macht es drahtbruchsicher. Ein Schließer, der nur bei Betätigung Strom führt, beschreibt das Arbeitsstromprinzip.
Was unterscheidet einen zwangsöffnenden Kontakt von einem gewöhnlichen Öffner?
- a) Er schaltet schneller
- b) Er trennt den Kontakt über ein starres Bauteil auch dann, wenn er verschweißt ist
- c) Er kann höhere Spannungen schalten
- d) Er benötigt keinen Betätiger
Richtig: b)
Der zwangsöffnende Kontakt verlässt sich nicht auf eine Feder, sondern reißt den Kontakt mechanisch über ein starres Bauteil auf — selbst ein verschweißter Kontakt wird so getrennt. Schaltgeschwindigkeit und Spannungsfestigkeit sind davon unabhängig.
Warum kann ein Reedkontakt durch ein fremdes Magnetfeld gestört werden, ein mechanischer Endschalter aber nicht?
- a) Weil der Endschalter aus Kunststoff besteht
- b) Weil der Reedkontakt auf ein Magnetfeld reagiert, während der Endschalter rein mechanisch betätigt wird
- c) Weil der Endschalter ein analoges Signal liefert
- d) Weil der Reedkontakt keine Schutzgasfüllung hat
Richtig: b)
Der Reedkontakt schaltet durch das Magnetfeld eines Magneten — ein fremdes Feld kann ihn ungewollt schließen. Der mechanische Endschalter wird ausschließlich durch Berührung betätigt und ist daher gegen Fremdfelder unempfindlich. Beide liefern ein binäres Signal, und das Schutzgas hat mit der Störempfindlichkeit nichts zu tun.
An einem Pneumatikzylinder wird die Endlage über einen Reed-Zylinderschalter erfasst. Welche Bauteilvoraussetzung muss erfüllt sein?
- a) Der Kolben muss einen Permanentmagneten tragen
- b) Die Zylinderwand muss aus ferromagnetischem Stahl bestehen
- c) Der Schalter muss im Druckraum liegen
- d) Der Zylinder muss elektrisch beheizt sein
Richtig: a)
Der Reedkontakt reagiert auf das Feld eines Magneten im Kolben. Dieses Feld muss durch die nichtmagnetische Zylinderwand hindurchtreten können — eine ferromagnetische Wand würde es abschirmen. Der Schalter sitzt außen am Rohr, nicht im Druckraum.
Welche Schaltungsart liefert unabhängig von der Betätigungsgeschwindigkeit einen definierten Schaltpunkt?
- a) Schleichschaltung
- b) Sprungschaltung
- c) Ruhestromschaltung
- d) Wechslerschaltung
Richtig: b)
Die Sprungschaltung nutzt einen Schnappmechanismus, der bei Überschreiten des Auslösepunkts schlagartig umschaltet — unabhängig davon, wie langsam betätigt wird. Die Schleichschaltung folgt dagegen direkt der Betätigerbewegung. Ruhestrom und Wechsler beschreiben Verdrahtung bzw. Kontakttyp, nicht den Schaltmechanismus.
Ein digitaler SPS-Eingang gilt als günstig für empfindliche Reedkontakte. Warum?
- a) Weil er hochohmig ist und nur einen kleinen Strom zieht
- b) Weil er die Spannung erhöht
- c) Weil er das Kontaktprellen automatisch beseitigt
- d) Weil er induktiv wirkt
Richtig: a)
Ein hochohmiger Eingang zieht nur einen kleinen Strom, sodass die Kontaktbelastung gering bleibt — das schont gerade lastschwache Reedkontakte. Das Prellen muss meist trotzdem softwareseitig entstört werden, und induktiv wirkt der Eingang nicht.
Welche Maßnahme schützt einen Kontakt beim Abschalten einer induktiven Gleichstromlast am wirkungsvollsten?
- a) Ein RC-Glied parallel zur Last
- b) Ein zweiter Kontakt in Reihe
- c) Eine höhere IP-Schutzart
- d) Eine Freilaufdiode parallel zur Spule
Richtig: d)
Bei Gleichstrom führt eine in Sperrrichtung parallel zur Spule geschaltete Freilaufdiode den Abschaltstrom verlustarm weiter und baut die Spannungsspitze ab. Ein RC-Glied wäre möglich, ist bei Gleichspannung aber weniger wirksam und verlustbehaftet. Reihenkontakt und IP-Schutzart helfen nicht gegen die Abschaltspitze.
Welcher der genannten Vorteile spricht klar für den Reedkontakt gegenüber dem mechanischen Endschalter?
- a) Er kann deutlich größere Lasten schalten
- b) Er ist unempfindlich gegen Fremdmagnetfelder
- c) Er arbeitet berührungslos und nahezu verschleißfrei bei hoher Schalthäufigkeit
- d) Er prellt grundsätzlich nicht
Richtig: c)
Der Reedkontakt schaltet berührungslos über ein Magnetfeld und unterliegt im Glasröhrchen keinem mechanischen Abrieb — daher hohe Schaltzahlen. Größere Lasten verträgt er gerade nicht, gegen Fremdfelder ist er empfindlich, und beim Schließen prellt er ausgeprägt.
Eine Schutztür wird mit einem Endschalter überwacht. Welche Kombination aus Kontakttyp, Verdrahtungsprinzip und Bauform ist sicherheitstechnisch geboten?
- a) Schließer, Arbeitsstromprinzip, gewöhnlicher Kontakt
- b) Wechsler, Arbeitsstromprinzip, gewöhnlicher Kontakt
- c) Schließer, Ruhestromprinzip, zwangsöffnender Kontakt
- d) Öffner, Ruhestromprinzip, zwangsöffnender Kontakt
Richtig: d)
Ein Öffner im Ruhestromprinzip macht die Überwachung drahtbruchsicher, und ein zwangsöffnender Kontakt stellt sicher, dass selbst ein verschweißter Kontakt mechanisch getrennt wird. Ein Schließer im Arbeitsstromprinzip würde weder Drahtbruch noch Verschweißen sicher beherrschen.
Glossar
- Binäres Signal
- Signal mit genau zwei Zuständen (EIN/AUS, 1/0); einfachste Form der Sensorinformation.
- Betätiger
- das Bauteil eines Endschalters, das vom Maschinenteil berührt wird und die Bewegung auf das Schaltglied überträgt (z. B. Stößel, Rolle, Hebel, Federstab).
- Schleichschaltung
- Schaltungsart, bei der der Kontakt direkt der Betätigerbewegung folgt; bei langsamer Betätigung anfällig für Lichtbögen und Abbrand.
- Sprungschaltung
- Schaltungsart mit Schnappmechanismus, die unabhängig von der Betätigungsgeschwindigkeit einen definierten Schaltpunkt liefert.
- Schutzart (IP-Code)
- Kennzeichnung des Gehäuseschutzes gegen Fremdkörper (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer).
- Schließer (NO)
- Kontakt, der in Ruhe offen ist und bei Betätigung schließt.
- Öffner (NC)
- Kontakt, der in Ruhe geschlossen ist und bei Betätigung öffnet.
- Wechsler (CO)
- Kontakt mit gemeinsamem Anschluss, der bei Betätigung von Öffner- auf Schließerkontakt umschaltet.
- Ruhestromprinzip
- Verdrahtung mit Öffner, bei der ständig Strom fließt; ein Drahtbruch führt wie eine Betätigung in den sicheren Zustand (drahtbruchsicher).
- Arbeitsstromprinzip
- Verdrahtung mit Schließer, bei der nur bei Betätigung Strom fließt; ein Drahtbruch bleibt unbemerkt.
- Zwangsöffnender Kontakt
- Öffner, dessen Kontakt über ein starres Bauteil zwangsweise getrennt wird, auch wenn er verschweißt ist; für Sicherheitsfunktionen vorgeschrieben.
- Reedkontakt
- berührungslos schaltender Kontakt aus zwei ferromagnetischen Schaltzungen in einem schutzgasgefüllten Glasröhrchen, der unter dem Einfluss eines Magnetfelds schließt.
- Schaltzunge
- federnde, ferromagnetische Lamelle im Reedkontakt, die durch ein Magnetfeld angezogen wird.
- Zylinderschalter
- Reedkontakt am Pneumatikzylinder, der die Endlage über den Permanentmagneten im Kolben berührungslos erfasst.
- Freilaufdiode
- Diode parallel zu einer induktiven Last, die bei Gleichstrom den Abschaltstrom weiterführt und die Spannungsspitze abbaut.
- RC-Glied
- Reihenschaltung aus Widerstand und Kondensator zur Funkenlöschung an Kontakten, vor allem bei induktiven Wechselstromlasten.
- Koppelrelais
- Relais, das einen lastschwachen Kontakt (z. B. Reedkontakt) von einer größeren Last entkoppelt.
