Sensoren – Signalarten (binär, analog, digital)

Jede Maschine, die selbstständig auf ihre Umgebung reagiert, braucht ein Gespür für das, was um sie herum passiert. Eine Position, eine Temperatur, ein Druck, ein Füllstand – all das sind physikalische Größen, die eine Steuerung nicht direkt „sehen“ kann. Genau hier setzen Sensoren an. Sie übersetzen die physikalische Welt in elektrische Signale, die eine Steuerung verarbeiten kann.

Entscheidend für die tägliche Arbeit ist dabei weniger, welche Größe ein Sensor erfasst, sondern in welcher Signalart er das Ergebnis ausgibt. Ob ein Sensor nur „ein“ oder „aus“ meldet, einen stufenlosen Wert liefert oder eine codierte Zahlenfolge überträgt, bestimmt direkt, wie er verdrahtet und ausgewertet wird. Dieser Beitrag zeigt die drei grundlegenden Signalarten – binär, analog und digital – und worauf es bei jeder in der Praxis ankommt.

Vorwissen

  • Elektrische Spannung und Strom – Grundgrößen
  • Gleichungen umstellen
  • Zahlensysteme: Binärsystem

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, was ein Sensor ist und warum die Signalart seine wichtigste Anschluss-Eigenschaft ist
  • binäre, analoge und digitale Signale sicher voneinander unterscheiden
  • analoge Normsignale (0–10 V, 4–20 mA) einordnen und begründen, warum in der Praxis oft das Stromsignal bevorzugt wird
  • einen analogen Signalwert in eine Messgröße umrechnen und umgekehrt
  • die Auflösung eines digitalen Signals aus der Bitzahl bestimmen
  • für eine konkrete Anwendung die passende Signalart auswählen

1. Was ist ein Sensor und was ist ein Signal?

Ein Sensor ist ein Bauteil, das eine physikalische Größe erfasst und in ein elektrisches Signal umwandelt. Die erfasste Größe – etwa Temperatur, Weg oder Druck – heißt Messgröße. Der konkrete Zahlenwert, den der Sensor zu einem Zeitpunkt liefert, ist der Messwert.

Damit ist ein Sensor im CORE ein Wandler: Auf der einen Seite steht die physikalische Welt, auf der anderen ein elektrisches Ausgangssignal. Dieses Signal ist der Informationsträger – die Spannung, der Strom oder die Bitfolge, mit der die Information zur Steuerung transportiert wird.

In der Werkstattsprache werden ein paar Begriffe gern durcheinandergeworfen. Ein Schalter liefert nur zwei Zustände und wird oft von Hand betätigt. Ein Geber (engl. Encoder) ist ein Sensor, der meist Position oder Drehwinkel als Zählwert oder codierte Folge ausgibt. Allgemein bleibt „Sensor“ der Oberbegriff für jedes signalgebende Erfassungselement.

Warum steht die Signalart so im Mittelpunkt? Weil sie bestimmt, an welchen Eingang einer Steuerung der Sensor gehört und wie sein Signal interpretiert wird. Ein Sensor mit Schaltsignal kommt an einen Digitaleingang, ein stufenloser Sensor an einen Analogeingang. Verwechselt man das, funktioniert die Anlage nicht – unabhängig davon, wie gut der Sensor die physikalische Größe erfasst.

Ein Sensor liefert an seinem Ausgang eine stufenlos veränderliche Spannung, die proportional zur Behältertemperatur ist. Welche Aussage trifft zu?

  • a) Die Temperatur ist die Messgröße, die Spannung das Signal
  • b) Die Temperatur ist das Signal, die Spannung die Messgröße
  • c) Der Sensor wandelt ein elektrisches Signal in eine physikalische Größe um
  • d) Sensor und Schalter sind hier dasselbe Bauteil

Richtig: a)

Die physikalische Größe (Temperatur) ist die Messgröße, das elektrische Ausgangssignal (Spannung) ist deren Abbild. b) verdreht Messgröße und Signal. c) beschreibt einen Aktor, nicht einen Sensor. d) stimmt nicht, weil ein Schalter nur zwei Zustände liefert.

Warum ist die Signalart eines Sensors für die Inbetriebnahme einer Anlage besonders wichtig?

  • a) Sie bestimmt die Farbe des Sensorgehäuses
  • b) Sie hat keinen Einfluss auf die Verdrahtung
  • c) Sie ist nur für die Materialwahl des Sensors relevant
  • d) Sie legt fest, an welchen Steuerungseingang der Sensor gehört und wie das Signal ausgewertet wird

Richtig: d)

Die Signalart entscheidet über Eingangstyp (digital/analog) und Auswertung. a) und c) sind sachfremd. b) ist falsch, denn die Signalart bestimmt die Verdrahtung maßgeblich mit.

2. Binäre Signale – nur zwei Zustände

Das einfachste Signal kennt nur zwei Zustände. Entweder ist Spannung da oder nicht. Entweder ist ein Objekt vorhanden oder nicht. Ein binäres Signal trägt damit genau eine Ja/Nein-Information, oft beschrieben als 0 und 1, als „aus“ und „ein“ oder als LOW und HIGH.

Im industriellen Umfeld werden diese Zustände meist über feste Spannungspegel dargestellt. Verbreitet ist das 24-V-Gleichspannungsniveau: rund 0 V bedeuten den Zustand 0 (LOW), rund 24 V den Zustand 1 (HIGH). Zwischen beiden Pegeln liegt ein Bereich, der nicht eindeutig zugeordnet ist – deshalb arbeiten binäre Sensoren mit einem klaren Umschaltpunkt.

Damit das Umschalten nicht bei jeder kleinen Schwankung hin- und herspringt, nutzt man eine Hysterese: Der Einschaltpunkt liegt etwas höher als der Ausschaltpunkt. Nähert sich zum Beispiel ein Metallteil einem Sensor, schaltet dieser bei einem bestimmten Abstand ein und erst bei einem etwas größeren Abstand wieder aus. So entsteht ein stabiles, sauber definiertes Schaltverhalten ohne Flattern im Grenzbereich.

Binäre Sensoren gibt es als Schließer (Ausgang wird im aktiven Zustand leitend, Signal geht auf HIGH) und als Öffner (Ausgang ist im Ruhezustand leitend und wird beim Auslösen abgeschaltet). Welche Variante man wählt, hängt von der Sicherheitslogik der Anwendung ab.

Typische Vertreter dieser Gruppe sind mechanische Endschalter, induktive und kapazitive Näherungsschalter sowie einfache Lichtschranken. Sie alle melden lediglich „Zustand erreicht – ja oder nein“. Die genaue Funktionsweise dieser Sensortypen ist jeweils ein Thema für sich.

24 V 0 V Zeit t HIGH = 1 (ein) LOW = 0 (aus)
Das Signal kennt nur die beiden Höhenniveaus 0 V und 24 V und springt sprunghaft zwischen ihnen – Zwischenwerte gibt es nicht.

Ein induktiver Näherungsschalter wechselt erst bei 4 mm Abstand auf HIGH und fällt erst bei 5 mm Abstand wieder auf LOW zurück. Wie nennt man diese Eigenschaft und wozu dient sie?

  • a) Hysterese – sie verhindert ständiges Hin- und Herschalten im Grenzbereich
  • b) Auflösung – sie erhöht die Genauigkeit
  • c) Abtastrate – sie bestimmt die Schaltgeschwindigkeit
  • d) Bürde – sie begrenzt den Strom

Richtig: a)

Unterschiedliche Ein- und Ausschaltpunkte sind die Hysterese; sie stabilisiert das Schaltverhalten. b), c) und d) gehören zu anderen Signalarten bzw. Kenngrößen und passen hier nicht.

Welche Aussage über ein binäres Signal ist korrekt?

  • a) Es kennt nur zwei eindeutig definierte Zustände
  • b) Es trägt eine codierte Zahl mit mehreren Bit
  • c) Es kann beliebig viele Zwischenwerte annehmen
  • d) Es ist immer ein 4–20-mA-Signal

Richtig: a)

Ein binäres Signal hat genau zwei Zustände. c) beschreibt analog, b) digital, d) ist ein analoges Normsignal.

3. Analoge Signale – stufenlos veränderlich

Viele Größen lassen sich nicht in „ja oder nein“ pressen. Eine Temperatur steigt langsam an, ein Druck schwankt, ein Füllstand wandert kontinuierlich. Für solche Größen braucht es ein analoges Signal: Es kann jeden Wert innerhalb seines Bereichs annehmen und folgt der Messgröße stufenlos.

Damit Sensoren verschiedener Hersteller zusammenpassen, haben sich genormte Signalbereiche durchgesetzt. Am häufigsten sind die Spannungssignale 0–10 V und die Stromsignale 4–20 mA. Der untere und obere Wert des Signals stehen dabei für den unteren und oberen Wert des Messbereichs.

Beim Stromsignal fällt auf, dass es nicht bei 0 mA, sondern bei 4 mA beginnt. Dieser Versatz heißt Lebend-Null (Live Zero). Er hat einen handfesten Nutzen: Misst die Steuerung 0 mA, ist das kein gültiger Messwert, sondern ein Hinweis auf einen Leitungsbruch oder einen Sensorausfall. Bei einem 0–10-V-Signal lässt sich ein Drahtbruch dagegen nicht so leicht von einem echten Minimalwert unterscheiden.

Hinter der Bevorzugung des Stromsignals in der Industrie steckt vor allem die Verkabelung. Jede Leitung hat einen Leitungswiderstand, der mit der Länge wächst. Bei einem Spannungssignal entsteht an diesem Widerstand ein Spannungsabfall – je länger die Leitung, desto stärker weicht die am Eingang ankommende Spannung vom Sendewert ab, und der Messwert wird verfälscht. Ein eingeprägter Strom dagegen bleibt entlang der gesamten Schleife konstant, unabhängig von der Leitungslänge. Voraussetzung ist nur, dass der Eingangswiderstand der Auswertung, die Bürde, innerhalb des zulässigen Bereichs liegt. Deshalb setzt man bei langen Wegen praktisch immer auf 4–20 mA, obwohl ein Spannungssignal messtechnisch oft einfacher zu handhaben wäre.

Der Zusammenhang zwischen Signal und Messgröße ist in aller Regel linear. Kennt man die beiden Eckpunkte – das Signal bei kleinster und größter Messgröße – lässt sich aus jedem Signalwert die zugehörige Messgröße berechnen:

Messwert = Messwert_min + (Signal – Signal_min) * (Messwert_max – Messwert_min) / (Signal_max – Signal_min)

  • Messwert … gesuchter physikalischer Wert in der Einheit der Messgröße
  • Signal … aktueller Signalwert in mA oder V
  • Signal_min, Signal_max … untere und obere Signalgrenze in mA oder V
  • Messwert_min, Messwert_max … untere und obere Grenze des Messbereichs

Umgekehrt kann man zu einem gewünschten Messwert das nötige Signal bestimmen – das ist wichtig, wenn man einen Analogausgang für einen Aktor vorgeben muss:

Signal = Signal_min + (Messwert – Messwert_min) * (Signal_max – Signal_min) / (Messwert_max – Messwert_min)

  • Signal … gesuchter Signalwert in mA oder V
  • Messwert … vorgegebener physikalischer Wert
  • Signal_min, Signal_max … untere und obere Signalgrenze
  • Messwert_min, Messwert_max … untere und obere Grenze des Messbereichs

Wie fein ein analoges Signal tatsächlich verwertet werden kann, hängt von der Auflösung der nachgeschalteten Erfassung ab. Das Signal selbst ist stufenlos – sobald es aber in einer Steuerung verarbeitet wird, wird es in Stufen zerlegt. Dieser Schritt führt direkt zum nächsten Kapitel.

Signal Messgröße max min linearer Zusammenhang 0–10 V startet bei 0 4–20 mA startet bei 4 (Lebend-Null)
Beide Normsignale steigen linear mit der Messgröße. Das Stromsignal beginnt jedoch nicht bei null, sondern beim Lebend-Null-Wert von 4 mA.

Gelöstes Beispiel

Ein Drucksensor liefert ein 4–20-mA-Signal und misst einen Druckbereich von 0 bis 16 bar. Die SPS liest aktuell 13 mA ein. Welcher Druck liegt an?

Gegeben: Signal_min = 4 mA, Signal_max = 20 mA, Messwert_min = 0 bar, Messwert_max = 16 bar, Signal = 13 mA

Gesucht: Messwert in bar

Lösungsweg:

  1. Signalspanne und Messspanne bestimmen:
    Signalspanne = 20 mA − 4 mA = 16 mA
    Messspanne = 16 bar − 0 bar = 16 bar
  2. Anteil des aktuellen Signals über dem Anfangswert:
    Signal − Signal_min = 13 mA − 4 mA = 9 mA
  3. lineare Umrechnung:
    Messwert = 0 + 9 mA × (16 bar / 16 mA) = 9 bar

Ergebnis: 9 bar

Übungen

Ein Temperatursensor gibt 0–10 V aus und deckt 0 bis 100 °C ab. Gemessen werden 6 V. Welche Temperatur liegt an?

Messwert = 0 + (6 − 0) × (100 − 0)/(10 − 0) = 60 °C.

Ein 4–20-mA-Füllstandssensor erfasst 0 bis 5 m. Die Steuerung soll einen Füllstand von 2 m anzeigen. Welcher Signalstrom entspricht dem?

Signal = 4 + (2 − 0) × (20 − 4)/(5 − 0) = 4 + 2 × 3,2 = 10,4 mA.

Ein 4–20-mA-Sensor misst −20 bis +80 °C. Aktuell liegen 8 mA an. Welche Temperatur ist das?

Messwert = −20 + (8 − 4) × (80 − (−20))/(20 − 4) = −20 + 4 × 100/16 = −20 + 25 = 5 °C.

Ein Drucksensor 0–10 V misst 0 bis 250 bar. Für einen Sollwert von 175 bar soll ein analoger Stellwert berechnet werden. Welche Spannung entspricht 175 bar?

Signal = 0 + (175 − 0) × (10 − 0)/(250 − 0) = 7 V.

Ein 4–20-mA-Sensor misst einen Durchfluss von 10 bis 250 l/min. Die SPS liest 17,2 mA. Wie groß ist der Durchfluss?

Messwert = 10 + (17,2 − 4) × (250 − 10)/(20 − 4) = 10 + 13,2 × 240/16 = 10 + 198 = 208 l/min.

Warum wird in der Industrie bei langen Signalleitungen das 4–20-mA-Signal dem 0–10-V-Signal vorgezogen?

  • a) Weil Strom billiger zu erzeugen ist als Spannung
  • b) Weil 0–10 V grundsätzlich verboten sind
  • c) Weil ein Stromsignal keine Bürde benötigt
  • d) Weil der eingeprägte Strom entlang der Schleife konstant bleibt, während am Leitungswiderstand ein Spannungssignal abfällt

Richtig: d)

Der Leitungswiderstand verursacht beim Spannungssignal einen längenabhängigen Spannungsabfall; der eingeprägte Strom bleibt dagegen konstant. a) ist sachfremd, b) ist falsch, c) ist falsch – die Bürde muss gerade beim Stromsignal beachtet werden.

Eine SPS liest an einem 4–20-mA-Eingang einen wert von 0 mA. Was bedeutet das am ehesten?

  • a) Der Messbereich ist exakt am unteren Anschlag
  • b) Der Sensor liefert seinen Maximalwert
  • c) Das Signal ist ein gültiger Mittelwert
  • d) Es liegt vermutlich ein Leitungsbruch oder Sensorausfall vor

Richtig: d)

Durch das Lebend-Null entspricht der gültige Minimalwert 4 mA; 0 mA liegt außerhalb und deutet auf einen Fehler. a) wäre 4 mA, b) wäre 20 mA, c) ist falsch.

Ein 0–10-V-Sensor misst 0 bis 200 °C. Bei welcher Spannung liegen 50 °C an?

  • a) 1,5 V
  • b) 2,5 V
  • c) 5,0 V
  • d) 4,0 V

Richtig: b)

Signal = 0 + (50 − 0) × (10 − 0)/(200 − 0) = 2,5 V. Die übrigen Werte ergeben sich aus falschen Verhältnissen.

4. Digitale Signale – codierte Information

Auf den ersten Blick wirken „binär“ und „digital“ wie Synonyme – beide arbeiten schließlich mit 0 und 1. Der Unterschied liegt in der Menge der Information. Ein binäres Signal trägt genau ein Bit, also eine einzige Ja/Nein-Aussage. Ein digitales Signal setzt mehrere Bit zu einer codierten Zahl zusammen und kann damit viele verschiedene Werte darstellen. Das binäre Signal ist also der Sonderfall des digitalen Signals mit nur einem Bit.

Mehrere Bit zusammengefasst ergeben ein Wort. Mit jedem zusätzlichen Bit verdoppelt sich die Anzahl der unterscheidbaren Werte. Die Anzahl der Stufen, die ein digitales Signal mit n Bit darstellen kann, ist:

Stufen = 2 ^ n

  • Stufen … Anzahl der unterscheidbaren Werte
  • n … Anzahl der Bit

Mit 8 Bit lassen sich also 256 Stufen unterscheiden, mit 12 Bit bereits 4096. Diese Stufenzahl ist die Auflösung des Signals: Je mehr Bit, desto feiner kann ein Wertebereich abgebildet werden. Anders als das stufenlose Analogsignal ist ein digitales Signal damit immer wertdiskret – es kann nur die vorhandenen Stufen annehmen, keine Werte dazwischen.

Ein digitales Signal ist zudem zeitdiskret. Der wert wird nicht ununterbrochen geliefert, sondern in festen Zeitabständen erfasst. Wie oft das geschieht, wird über die zeitliche Abtastung festgelegt – je schneller sich eine Größe ändert, desto häufiger muss abgetastet werden, damit der Verlauf richtig wiedergegeben wird. Die genauen Regeln dieser Umsetzung von analog nach digital sind ein eigenes Thema; für die Signalart genügt: Ein Digitalsignal ist sowohl in seinen werten als auch in der Zeit gestuft.

Übertragen wird die codierte Zahl als Bitfolge. Manche Sensoren geben die Bits nacheinander über eine Leitung aus, andere über mehrere parallele Leitungen gleichzeitig. Wie die Bits konkret über Bussysteme oder Schnittstellen laufen, gehört in den Bereich der Datenübertragung und wird hier nicht weiter vertieft.

Wert Zeit t analog (stufenlos) digital (gestuft, wert- und zeitdiskret)
Die analoge Kurve verläuft glatt, das digitale Signal nähert sie in festen Stufen an – sowohl in der Höhe (Wert) als auch in der Breite (Zeit).

Gelöstes Beispiel

Ein digitaler Sensor arbeitet mit 10 Bit Auflösung über einen Messbereich von 0 bis 50 bar. Wie viele Stufen gibt es und wie groß ist die kleinste auflösbare Druckänderung?

Gegeben: n = 10 Bit, Bereich = 50 bar

Gesucht: Anzahl der Stufen und kleinste Stufe in bar

Lösungsweg:

  1. Anzahl der Stufen:
    Stufen = 2 ^ 10 = 1024
  2. kleinste auflösbare Änderung:
    Kleinste Stufe = 50 bar / (1024 − 1) = 50 / 1023 ≈ 0,0489 bar

Ergebnis: 1024 Stufen, kleinste auflösbare Änderung rund 0,049 bar

Übungen

Wie viele Stufen kann ein 8-Bit-Signal darstellen?

2^8 = 256 Stufen.

Ein 12-Bit-Sensor deckt 0 bis 10 V ab. Wie groß ist die kleinste auflösbare Spannungsänderung?

10 V / (2^12 − 1) = 10 / 4095 ≈ 0,00244 V ≈ 2,44 mV.

Ein Sensor soll einen Bereich in mindestens 1000 Stufen auflösen. Wie viele Bit sind dafür nötig?

2^9 = 512 (zu wenig), 2^10 = 1024 (ausreichend) → 10 Bit.

Ein 14-Bit-Sensor misst 0 bis 200 °C. Welche Temperatur entspricht einer einzelnen Stufe?

200 °C / (2^14 − 1) = 200 / 16383 ≈ 0,0122 °C.

Ein digitaler Drehgeber liefert 4096 unterscheidbare Positionen pro Umdrehung. Mit wie vielen Bit arbeitet er, und welcher Winkelschritt entspricht einer Stufe?

4096 = 2^12 → 12 Bit; Winkelschritt = 360° / 4096 ≈ 0,0879° pro Stufe.

Worin unterscheidet sich ein digitales von einem binären Signal grundsätzlich?

  • a) Ein digitales Signal codiert mit mehreren Bit viele werte, ein binäres trägt nur ein Bit
  • b) Ein digitales Signal arbeitet ohne Spannung
  • c) Ein binäres Signal ist immer schneller
  • d) Ein digitales Signal ist stufenlos

Richtig: a)

Der Unterschied liegt in der Informationsmenge: ein Bit gegenüber mehreren Bit. b) und c) sind sachfremd, d) beschreibt das analoge Signal.

Ein Sensor soll einen Messbereich in mindestens 2000 unterscheidbare Stufen zerlegen. Welche Bitzahl ist mindestens nötig?

  • a) 10 Bit
  • b) 11 Bit
  • c) 8 Bit
  • d) 9 Bit

Richtig: b)

2^10 = 1024 (zu wenig), 2^11 = 2048 (reicht). Daher 11 Bit. Die anderen Werte liegen darunter.

Warum bezeichnet man ein digitales Signal als wert- und zeitdiskret?

  • a) Weil es nur bei Tageslicht funktioniert
  • b) Weil es weder Stufen noch Zeitbezug kennt
  • c) Weil es identisch mit einem analogen Signal ist
  • d) Weil es nur feste wertstufen annimmt und nur in festen Zeitabständen erfasst wird

Richtig: d)

Wertdiskret = nur bestimmte Stufen, zeitdiskret = Erfassung in festen Intervallen. a) ist sachfremd, b) und c) widersprechen der Definition.

5. Signalarten im Vergleich und in der Praxis

Wer die drei Signalarten kennt, kann eine Anlage gezielt aufbauen. In der Praxis fällt die Wahl meist anhand von drei Fragen: Wie viel Information wird gebraucht? Wie lang sind die Leitungen? Wie stark ist die Umgebung gestört?

Ein binäres Signal genügt überall dort, wo nur ein Zustand interessiert – Tür offen oder zu, Werkstück da oder nicht. Es ist robust und einfach zu verdrahten. Ein analoges Signal braucht man, sobald ein stufenloser wert gefragt ist, etwa bei Druck, Temperatur oder Füllstand. Ein digitales Signal spielt seine Stärke aus, wenn viele werte präzise und störsicher übertragen werden sollen.

Bei der Störfestigkeit gibt es klare Unterschiede. Analoge Signale sind empfindlich: Jede eingekoppelte Störung verfälscht den wert direkt, weil jeder Spannungs- oder Strompegel als gültiger Messwert definiert wird. Binäre und digitale Signale sind unempfindlicher, weil sie nur zwischen festen Pegeln unterscheiden – kleine Störungen werden ausgeblendet, solange die Schwellen nicht überschritten werden.

Eigenschaft Binär Analog Digital
Wertebereich zwei Zustände stufenlos gestufte, codierte Werte
Information 1 Bit ein stufenloser wert mehrere Bit
Typische Träger 0 V / 24 V 0–10 V, 4–20 mA Bitfolge
Störfestigkeit hoch gering hoch
Typische Anwendung Endlage, Anwesenheit Druck, Temperatur, Füllstand Position, präzise Messwerte

Eine Anlage hat eine 80 m lange Signalleitung in einer Umgebung mit starken elektrischen Störungen. Übertragen werden soll ein stufenloser Druckmesswert. Welche Lösung ist am sinnvollsten?

  • a) 0–10-V-Signal, weil Spannung störsicher ist
  • b) Binäres 24-V-Signal, weil es robust ist
  • c) Gar kein Sensor, der wert wird geschätzt
  • d) 4–20-mA-Signal, weil der eingeprägte Strom über die lange Leitung konstant und störärmer bleibt

Richtig: d)

Für einen stufenlosen wert über lange, gestörte Leitungen ist das eingeprägte Stromsignal die beste Wahl. a) ist über lange Leitungen problematisch, b) liefert keinen stufenlosen wert, c) ist keine technische Lösung.

Warum ist ein analoges Signal störempfindlicher als ein binäres?

  • a) Weil es mehr Leitungen braucht
  • b) Weil jede eingekoppelte Störung den wert direkt verfälscht, da jeder Pegel als gültig gilt
  • c) Weil es nur zwei Zustände kennt
  • d) Weil es keine Spannung verwendet

Richtig: b)

Beim Analogsignal ist jeder Pegel ein gültiger Messwert, deshalb wirkt sich jede Störung unmittelbar aus. c) beschreibt das binäre Signal, a) und d) sind falsch.

In einer Maschine werden gleichzeitig ein Endschalter, ein Temperaturfühler und ein Absolutwertgeber eingesetzt. Welche Zuordnung der Signalarten stimmt?

  • a) Endschalter analog, Temperaturfühler digital, Geber binär
  • b) Endschalter binär, Temperaturfühler analog, Geber digital
  • c) alle drei binär
  • d) Endschalter digital, Temperaturfühler binär, Geber analog

Richtig: b)

Ein Endschalter meldet einen Zustand (binär), ein Temperaturfühler liefert einen stufenlosen wert (analog), ein Absolutwertgeber gibt eine codierte Position aus (digital). Die anderen Zuordnungen passen nicht zur Funktion der Sensoren.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein 4–20-mA-Drucksensor misst 0 bis 25 bar. Die SPS liest 11,2 mA. Welcher Druck liegt an?

Gegeben: Signal_min = 4 mA, Signal_max = 20 mA, Messwert_min = 0 bar, Messwert_max = 25 bar, Signal = 11,2 mA

Gesucht: Druck in bar

Lösungsweg:

Messwert = 0 + (11,2 − 4) × (25 − 0)/(20 − 4) = 7,2 × 25/16 = 7,2 × 1,5625 = 11,25 bar

Ergebnis: 11,25 bar

Aufgabe 2: Ein 0–10-V-Temperatursensor misst −10 bis +90 °C. Welche Spannung entspricht 40 °C?

Gegeben: Signal_min = 0 V, Signal_max = 10 V, Messwert_min = −10 °C, Messwert_max = 90 °C, Messwert = 40 °C

Gesucht: Signalspannung in V

Lösungsweg:

Signal = 0 + (40 − (−10)) × (10 − 0)/(90 − (−10)) = 50 × 10/100 = 5 V

Ergebnis: 5 V

Aufgabe 3: Ein digitaler Sensor arbeitet mit 12 Bit über einen Bereich von 0 bis 16 bar. Wie viele Stufen gibt es und wie groß ist die kleinste auflösbare Druckänderung?

Gegeben: n = 12 Bit, Bereich = 16 bar

Gesucht: Stufenanzahl, kleinste Stufe in bar

Lösungsweg:

Stufen = 2^12 = 4096; kleinste Stufe = 16 / (4096 − 1) = 16/4095 ≈ 0,00391 bar

Ergebnis: 4096 Stufen, rund 0,0039 bar je Stufe

Aufgabe 4: Ein 4–20-mA-Füllstandssensor erfasst 0 bis 8 m. Für eine Sollvorgabe von 3 m soll der theoretische Signalstrom berechnet werden.

Gegeben: Signal_min = 4 mA, Signal_max = 20 mA, Messwert_min = 0 m, Messwert_max = 8 m, Messwert = 3 m

Gesucht: Signalstrom in mA

Lösungsweg:

Signal = 4 + (3 − 0) × (20 − 4)/(8 − 0) = 4 + 3 × 16/8 = 4 + 6 = 10 mA

Ergebnis: 10 mA

Aufgabe 5: Wie viele Bit braucht ein Sensor mindestens, um einen Bereich in mindestens 5000 Stufen aufzulösen?

Gegeben: gewünschte Stufen ≥ 5000

Gesucht: minimale Bitzahl n

Lösungsweg:

2^12 = 4096 (zu wenig), 2^13 = 8192 (ausreichend)

Ergebnis: 13 Bit

Aufgabe 6: Ein 14-Bit-Absolutwertgeber liefert pro Umdrehung Positionen über 360°. Welcher Winkel entspricht einer Stufe?

Gegeben: n = 14 Bit, Vollkreis = 360°

Gesucht: Winkelschritt pro Stufe

Lösungsweg:

Stufen = 2^14 = 16384; Winkelschritt = 360° / 16384 ≈ 0,02197°

Ergebnis: rund 0,022° pro Stufe

Welche Eigenschaft ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal für den Anschluss eines Sensors an eine Steuerung?

  • a) die Signalart
  • b) die Gehäusefarbe
  • c) das Gewicht
  • d) der Hersteller

Richtig: a)

Die Signalart entscheidet über Eingangstyp und Auswertung. Die übrigen Punkte sind für den Anschluss unerheblich.

Ein binäres Signal entspricht im digitalen Sinn welcher Bitzahl?

  • a) 8 Bit
  • b) 4 Bit
  • c) 1 Bit
  • d) 12 Bit

Richtig: c)

Ein binäres Signal trägt genau eine Ja/Nein-Information, also 1 Bit. Es ist der Sonderfall des Digitalsignals.

Welchen praktischen Vorteil bietet das Lebend-Null beim 4–20-mA-Signal?

  • a) Es spart Strom
  • b) Es erhöht die Auflösung
  • c) Es macht den Sensor schneller
  • d) Es erlaubt das Erkennen von Leitungsbruch und Sensorausfall

Richtig: d)

0 mA liegt unterhalb des gültigen Bereichs und signalisiert dadurch einen Fehler. Die übrigen Punkte sind sachfremd.

Über eine 100 m lange Leitung soll ein stufenloser Messwert möglichst unverfälscht übertragen werden. Was spricht gegen ein 0–10-V-Signal?

  • a) Spannung lässt sich nicht messen
  • b) Der Spannungsabfall am Leitungswiderstand verfälscht den wert
  • c) 0–10 V ist nicht genormt
  • d) Spannung ist immer digital

Richtig: b)

Der längenabhängige Spannungsabfall am Leitungswiderstand verfälscht das Spannungssignal. a), c) und d) sind falsch.

Welche Aussage über die Auflösung eines digitalen Signals ist korrekt?

  • a) Mit jedem zusätzlichen Bit halbiert sich die Stufenzahl
  • b) Die Bitzahl hat keinen Einfluss auf die Auflösung
  • c) Mit jedem zusätzlichen Bit verdoppelt sich die Stufenzahl
  • d) Die Auflösung hängt nur von der Leitungslänge ab

Richtig: c)

Stufen = 2^n; jedes zusätzliche Bit verdoppelt die Stufenzahl. a) kehrt das um, b) und d) sind falsch.

Ein Sensor liefert über drei parallele Leitungen gleichzeitig eine codierte Zahl. Um welche Signalart handelt es sich am ehesten?

  • a) binär
  • b) analog
  • c) digital
  • d) keine Signalart

Richtig: c)

Eine codierte Zahl aus mehreren Bit ist ein digitales Signal. Ein binäres Signal trägt nur ein Bit, ein analoges einen stufenlosen wert.

Warum kann ein binäres Signal als Sonderfall des digitalen Signals gesehen werden?

  • a) weil es genau ein Bit codiert
  • b) weil es stufenlos ist
  • c) weil es immer 4–20 mA verwendet
  • d) weil es keine zwei Zustände hat

Richtig: a)

Digital bedeutet mit Bit codiert; ein einziges Bit ergibt das binäre Signal. b), c) und d) widersprechen der Definition.

Eine analoge Druckmessung zeigt sprunghafte, unplausible Schwankungen, obwohl der Druck konstant ist. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?

  • a) zu hohe Auflösung
  • b) ein zu kurzes Kabel
  • c) eingekoppelte elektrische Störungen, auf die das Analogsignal empfindlich reagiert
  • d) das Lebend-Null

Richtig: c)

Analoge Signale sind störempfindlich, weil jeder Pegel als gültiger wert gilt. a), b) und d) erklären die Schwankungen nicht.

Welche Signalart ist für die Abfrage „Schutztür geschlossen ja/nein“ die naheliegende Wahl?

  • a) analog
  • b) digital mit 12 Bit
  • c) binär
  • d) 4–20 mA

Richtig: c)

Eine reine Ja/Nein-Information ist ein binäres Signal. Die anderen Arten liefern mehr Information als nötig.

Ein 4–20-mA-Stromsignal wird über eine Leitung mit zunehmendem Widerstand geführt. Was passiert mit dem übertragenen Messwert, solange die Bürde im zulässigen Bereich bleibt?

  • a) Er wird kleiner
  • b) Er bleibt konstant, weil der eingeprägte Strom unabhängig vom Leitungswiderstand ist
  • c) Er wird größer
  • d) Er springt auf 0 mA

Richtig: b)

Der eingeprägte Strom bleibt entlang der Schleife konstant, solange die Bürde eingehalten wird – das ist der zentrale Vorteil gegenüber dem Spannungssignal.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Messgröße und Signal bei einem typischen analogen Sensor?

  • a) ein quadratischer Zusammenhang
  • b) gar kein Zusammenhang
  • c) ein zufälliger Zusammenhang
  • d) ein linearer Zusammenhang

Richtig: d)

In der Regel ist der Zusammenhang linear, weshalb sich werte mit der einfachen Skalierungsformel umrechnen lassen.

Was beschreibt der Begriff „zeitdiskret“ bei einem digitalen Signal?

  • a) das Signal kennt nur zwei Pegel
  • b) der wert wird in festen Zeitabständen erfasst, nicht ununterbrochen
  • c) das Signal ist stufenlos in der Zeit
  • d) das Signal hat keinen Zeitbezug

Richtig: b)

Zeitdiskret bedeutet Erfassung in festen Intervallen. a) betrifft binär, c) und d) widersprechen der Definition.

Glossar

Sensor
Bauteil, das eine physikalische Messgröße erfasst und in ein elektrisches Signal umwandelt.
Messgröße
die physikalische Größe, die ein Sensor erfasst, etwa Temperatur, Druck oder Weg.
Signal
der elektrische Informationsträger (Spannung, Strom oder Bitfolge), mit dem der Messwert übertragen wird.
Binäres Signal
Signal mit genau zwei definierten Zuständen (0/1, aus/ein, LOW/HIGH).
Hysterese
Abstand zwischen Ein- und Ausschaltpunkt eines Sensors, der ein stabiles Schalten ohne Flattern sichert.
Analoges Signal
stufenlos veränderliches Signal, das jeden wert innerhalb seines Bereichs annehmen kann.
Lebend-Null
der von null verschiedene Anfangswert eines Stromsignals (4 mA), der das Erkennen von Leitungsbruch und Sensorausfall ermöglicht.
Leitungswiderstand
der mit der Leitungslänge wachsende elektrische Widerstand einer Signalleitung; verursacht bei Spannungssignalen einen Spannungsabfall.
Bürde
der Eingangs- bzw. Lastwiderstand in einer Stromschleife, der für einen korrekten Betrieb des 4–20-mA-Signals im zulässigen Bereich liegen muss.
Digitales Signal
mit mehreren Bit codiertes Signal, das viele werte darstellen kann; wert- und zeitdiskret.
Bit
kleinste Informationseinheit mit zwei möglichen Zuständen (0 oder 1).
Auflösung
Feinheit, mit der ein Wertebereich abgebildet wird; bei digitalen Signalen durch die Bitzahl bestimmt (Stufen = 2^n).
Wertdiskret
Eigenschaft eines Signals, nur bestimmte Wertstufen annehmen zu können.
Zeitdiskret
Eigenschaft eines Signals, dessen wert nur in festen Zeitabständen erfasst wird.
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