Netzteile: linear vs. getaktet

Praktisch jedes elektronische Gerät braucht eine stabile Gleichspannung. Aus der Steckdose kommt sie nicht — dort liegen 230 V Wechselspannung mit 50 Hz. Ein Netzteil wandelt diese Netzspannung in die geregelte Gleichspannung um, die Verstärker, Steuerungen oder Motorcontroller intern benötigen.

Es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Wege, das zu lösen: das Linearnetzteil mit klassischem 50-Hz-Trafo und Längsregler, und das Schaltnetzteil mit Hochfrequenz-Zerhacker und kleinem Ferritkern. Beide liefern am Ausgang dieselbe Gleichspannung — aber auf völlig verschiedene Weise und mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. In diesem Beitrag schauen wir beide Konzepte an, vergleichen sie und klären, welches in der Praxis wann sinnvoll ist.

Vorwissen

  • Gleichrichterschaltungen
  • Bipolartransistor und MOSFET als Schalter
  • Elektrische Leistung

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • den Aufbau eines linearen und eines getakteten Netzteils Stufe für Stufe beschreiben
  • die Verlustleistung am Längsregler berechnen und einschätzen
  • das Grundprinzip der Pulsweitenmodulation im Schaltnetzteil erklären
  • die beiden Bauformen anhand von Wirkungsgrad, Größe, Welligkeit und EMV gegenüberstellen
  • für einen konkreten Anwendungsfall begründet entscheiden, welche Bauform geeignet ist

1. Was ein Netzteil leisten muss

Bevor wir die zwei Bauformen anschauen, klären wir die Aufgabe. Ein Netzteil muss aus der Netzspannung eine Gleichspannung machen, die die nachgeschaltete Elektronik vertragen kann. Im Detail bedeutet das:

  • Spannungspegel anpassen. 230 V Wechselspannung sind für die meisten Schaltungen viel zu hoch. Typisch werden intern 3,3 V, 5 V, 12 V oder 24 V gebraucht.
  • Gleichspannung erzeugen. Aus Wechselspannung muss eine geglättete Gleichspannung werden.
  • Stabilisieren. Die Ausgangsspannung soll sich kaum ändern, egal ob das Netz schwankt oder die Last steigt.
  • Galvanische Trennung sicherstellen. Sekundärseitig darf keine direkte Verbindung zum Netz bestehen. Das schützt Anwender und nachgeschaltete Geräte.
  • Wirkungsgrad einhalten. Was im Netzteil verloren geht, wird zu Wärme. Bei größeren Leistungen ist das wirtschaftlich und thermisch ein massiver Punkt.

Diese Aufgaben lassen sich auf zwei sehr unterschiedlichen Wegen lösen. Das Linearnetzteil arbeitet mit klassischem 50-Hz-Trafo und einem Längsregler. Das Schaltnetzteil zerhackt die gleichgerichtete Netzspannung im Hochfrequenzbereich und überträgt die Energie portionsweise. Was das im Detail bedeutet, sehen wir uns jetzt an.

Welche Eigenschaft ist nicht primäre Aufgabe eines Netzteils?

  • a) Anpassung des Spannungspegels
  • b) Erzeugung einer Gleichspannung aus Wechselspannung
  • c) Vollständige Filterung sämtlicher Oberwellen aus dem Netz
  • d) Trennung der Sekundärseite vom Netz

Richtig: c)

Die vollständige Netzfilterung ist nicht primärer Auftrag des Netzteils — Hauptaufgaben sind Anpassen, Gleichrichten, Stabilisieren und galvanische Trennung. Eine begrenzte Filterwirkung tritt nebenbei auf, ist aber kein definierendes Merkmal.

Warum wird die galvanische Trennung zwischen Netz und Sekundärseite in der Praxis fast immer gefordert?

  • a) Um den Wirkungsgrad zu erhöhen
  • b) Um die Welligkeit zu reduzieren
  • c) Um die Baugröße zu verkleinern
  • d) Damit kein gefährliches Netzpotential an die Anwendungsschaltung gelangt

Richtig: d)

Galvanische Trennung schützt Anwender und nachgeschaltete Geräte vor Netzpotential. Wirkungsgrad, Welligkeit und Baugröße sind andere Themen.

2. Linearnetzteil — Aufbau und Funktionsweise

Das klassische Linearnetzteil besteht aus vier hintereinandergeschalteten Stufen:

Netztrafo (50 Hz): Setzt die 230 V auf eine niedrigere Wechselspannung herunter und sorgt zugleich für die galvanische Trennung zum Netz. Aufbau und Funktion siehe Beitrag „Transformator – Aufbau und Funktion“.

Gleichrichter: Macht aus der Wechselspannung eine pulsierende Gleichspannung — meist als Brückengleichrichter. Details im Beitrag „Gleichrichterschaltungen“.

Glättungs-Elko: Ein großer Elektrolytkondensator parallel zur Last glättet die pulsierende Spannung. Mehr dazu im Beitrag „Lade- und Entladevorgang des Kondensators“.

Längsregler: Das eigentliche Herz des Linearnetzteils. Der Längsregler sits in Reihe (längs) zwischen Glättungs-Elko und Last und arbeitet wie ein elektronisch geregelter, variabler Widerstand. Steigt die Eingangsspannung oder sinkt die Last, regelt er stärker — die überschüssige Spannung fällt am Längstransistor ab. Am Ausgang liegt dadurch eine konstante Gleichspannung.

Typische Bauformen sind die 78xx-Reihe für positive Festspannungen (7805 = 5 V, 7812 = 12 V, …) und einstellbare Regler wie der LM317. Intern besitzen sie eine Referenzspannungsquelle, einen Vergleicher und einen Leistungstransistor.

Verlustleistung am Längsregler

Hier liegt der Pferdefuß. Der Längsregler vernichtet die Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung als Wärme:

P_v = (U_ein – U_aus) * I_aus

  • P_v … Verlustleistung am Längsregler in W
  • U_ein … Eingangsspannung am Regler in V
  • U_aus … Ausgangsspannung am Regler in V
  • I_aus … Laststrom in A

Ein Zahlenbeispiel zeigt es: 1 A Strom, 12 V Eingang, 5 V Ausgang — 7 V × 1 A = 7 W gehen am Längsregler in Wärme. Die Last bekommt 5 V × 1 A = 5 W. Vom Glättungs-Elko kommen 12 W herein, davon werden 7 W verheizt — der Wirkungsgrad liegt knapp über 40 %.

230 V~ 50 Hz Netztrafo 50 Hz Gleich- richter Glättungs- Elko Längs- regler U_DC Galvanische Trennung im Trafo

Gelöstes Beispiel

Ein Linearnetzteil hat am Eingang des 7812-Reglers eine geglättete Spannung von 18 V. Der Verbraucher zieht 0,5 A. Wie groß ist die Verlustleistung am Längsregler?

Gegeben: U_ein = 18 V, U_aus = 12 V, I_aus = 0,5 A

Gesucht: P_v in W

Lösungweg:

  1. Schritt 1 — Spannungsdifferenz: ΔU = 18 V − 12 V = 6 V
  2. Schritt 2 — Verlustleistung: P_v = ΔU × I_aus = 6 V × 0,5 A = 3 W

Ergebnis: P_v = 3 W

Übungen

Ein 7805 wird aus 9 V gespeist und liefert 0,2 A. Wie groß ist die Verlustleistung?

P_v = (9 − 5) V × 0,2 A = 0,8 W

Ein LM317 ist auf 3,3 V eingestellt. Eingangsspannung 12 V, Strom 1 A. Berechne Verlust- und Nutzleistung.

P_v = 8,7 V × 1 A = 8,7 W; P_nutz = 3,3 W

Ein 7812 versorgt eine Schaltung mit 800 mA. Die Verlustleistung am Regler soll 4 W nicht überschreiten. Welche Eingangsspannung ist maximal zulässig?

ΔU_max = 4 W / 0,8 A = 5 V → U_ein,max = 12 V + 5 V = 17 V

Ein Linearnetzteil liefert 5 V bei 2 A, Eingangsspannung am Regler 9 V. Verlust- und Nutzleistung sowie Wirkungsgrad des Reglerblocks?

P_v = 4 V × 2 A = 8 W; P_nutz = 10 W; η = 10 / 18 ≈ 55,6 %

Ein einstellbarer Regler arbeitet zwischen 1,5 V und 15 V Ausgangsspannung. Eingangsspannung konstant 20 V, Strom konstant 1,2 A. Bei welcher Ausgangsspannung ist die Verlustleistung am Regler maximal, und wie groß ist sie?

Die Verlustleistung ist maximal bei minimaler Ausgangsspannung, also U_aus = 1,5 V. P_v = (20 − 1,5) V × 1,2 A = 22,2 W. Hinweis: 18,5 V Differenz belasten den Regler thermisch extrem und überschreiten bei vielen Standardreglern die zulässige Eingangs-Ausgangs-Differenz. In der Praxis ist bei solchen Werten ein leistungsfähiger Kühlkörper oder ein anderer Regler-Typ Pflicht.

Warum ist der 50-Hz-Trafo eines Linearnetzteils so groß und schwer?

  • a) Weil die niedrige Netzfrequenz große Eisenquerschnitte erfordert
  • b) Weil die Wicklungen aus Aluminium statt Kupfer bestehen
  • c) Weil die Glättung große Trafos braucht
  • d) Weil der Längsregler das Trafogewicht erhöht

Richtig: a)

Die Größe eines Trafos hängt im Wesentlichen von der Arbeitsfrequenz ab — je niedriger die Frequenz, desto größer muss der Eisenkern dimensioniert sein, um nicht in Sättigung zu kommen. 50 Hz erzwingen damit relativ massive Bauformen.

Bei einem 7805 with 12 V Eingang und 1 A Laststrom — wie groß ist die Verlustleistung?

  • a) 5 W
  • b) 12 W
  • c) 7 W
  • d) 17 W

Richtig: c)

P_v = (U_ein − U_aus) · I_aus = (12 − 5) V × 1 A = 7 W. 5 W ist die Nutzleistung, 12 W die Eingangsleistung, 17 W eine unsinnige Summe.

Welche Aussage zum Längsregler ist korrekt?

  • a) Er arbeitet als gesteuerter Schalter mit kurzen Ein- und Auszeiten
  • b) Er reduziert die Eingangsspannung verlustfrei
  • c) Er verhält sich wie ein elektronisch geregelter, variabler Widerstand
  • d) Er ersetzt die galvanische Trennung des Trafos

Richtig: c)

Der Längsregler regelt seinen Spannungsabfall stetig — er ist kein Schalter, sondern ein analog gesteuertes Widerstandselement. Die Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung fällt an ihm ab und wird zu Wärme. Verlustfrei kann er nicht arbeiten, die galvanische Trennung leistet ausschließlich der Trafo.

3. Schaltnetzteil — Aufbau und Funktionsweise

Das getaktete Netzteil verfolgt einen radikal anderen Ansatz: Statt Spannung kontinuierlich abzuregeln, wird sie hochfrequent geschaltet — typisch zwischen 50 kHz und 500 kHz. Die einzelnen Stufen:

EMV-Filter am Eingang. Eine Drossel mit X- und Y-Kondensatoren am Netzanschluss. Das EMV-Filter verhindert, dass die hochfrequenten Schaltimpulse aus dem Netzteil zurück ins Stromnetz gelangen und dort andere Geräte stören. Ohne dieses Filter bestünde keine Chance auf CE-Konformität nach den geltenden EMV-Vorschriften.

Netzgleichrichter mit Zwischenkreis-Elko. Die 230 V Wechselspannung werden direkt — ohne 50-Hz-Trafo — gleichgerichtet und an einem Elko geglättet. Im Zwischenkreis liegen etwa 325 V Gleichspannung (Spitzenwert von 230 V × √2).

Schalttransistor. Ein schneller MOSFET oder IGBT zerhackt diese Gleichspannung im Kilohertz-Bereich. Er kennt nur zwei Zustände: voll durchgeschaltet (Spannungsabfall fast null) oder voll gesperrt (Strom fast null). In beiden Zuständen ist die Verlustleistung im Transistor klein — das ist der Grund für den hohen Wirkungsgrad.

HF-Trafo mit Ferritkern. Der HF-Trafo überträgt die hochfrequenten Impulse auf die Sekundärseite und sorgt gleichzeitig für die galvanische Trennung. Weil die Frequenz hoch ist, kann der Kern winzig sein — ein Schaltnetzteil-Trafo für 100 W passt bequem in eine Streichholzschachtel.

Sekundärgleichrichter und Glättung. Schnelle Dioden richten die HF-Impulse gleich, ein Elko und meist eine kleine LC-Glättung erzeugen am Ende eine saubere Gleichspannung.

Regelung über Optokoppler. Eine Schaltung auf der Sekundärseite misst die Ausgangsspannung und meldet Abweichungen über einen Optokoppler an den Schaltregler auf der Primärseite. Die Lichtstrecke bewahrt dabei die galvanische Trennung.

Pulsweitenmodulation als Stellgröße

Wie regelt das Netzteil seine Ausgangsspannung? Indem es das Tastverhältnis des Schalttransistors anpasst.

D = t_ein / T

  • D … Tastverhältnis (dimensionslos, 0…1)
  • t_ein … Einschaltdauer pro Schaltperiode in s
  • T … Schaltperiodendauer in s

Bei höherer Last oder sinkender Eingangsspannung wird die Einschaltdauer pro Schaltperiode verlängert (Tastverhältnis steigt) — pro Zeit fließt mehr Energie zur Sekundärseite. Bei niedrigerer Last sinkt das Tastverhältnis. Die Schaltfrequenz selbst bleibt dabei meist konstant. Dieses Verfahren — Schalter ist immer ganz auf oder ganz zu, geregelt wird über die Pulsweite — heißt Pulsweitenmodulation (PWM) und ist das Stellprinzip jedes klassischen Schaltnetzteils.

230 V~ EMV-Filter Netzeingang Netzgleich- richter + Zwischenkreis Schalt- transistor HF-Trafo (Ferrit) Sekundär- gleichrichter + Glättung U_DC Optokoppler Rückführung (galvanisch getrennt) Galvanische Trennung im HF-Trafo

Gelöstes Beispiel

Ein Schaltnetzteil arbeitet mit 100 kHz Schaltfrequenz. In einer Periode ist der Schalttransistor 4 µs eingeschaltet. Wie groß ist das Tastverhältnis?

Gegeben: f = 100 kHz, t_ein = 4 µs

Gesucht: D

Lösungweg:

  1. Schritt 1 — Periodendauer: T = 1 / f = 1 / 100 000 Hz = 10 µs
  2. Schritt 2 — Tastverhältnis: D = t_ein / T = 4 µs / 10 µs = 0,4

Ergebnis: D = 0,4 = 40 %

Übungen

Ein Schaltnetzteil läuft mit 200 kHz. Der Schalter ist pro Periode 2 µs ein. Wie groß ist das Tastverhältnis?

T = 1/200 000 Hz = 5 µs; D = 2/5 = 0,4 = 40 %

Bei einem Tastverhältnis von 0,3 and einer Schaltperiode von 20 µs — wie lange ist der Transistor pro Periode eingeschaltet, wie lange gesperrt?

t_ein = 6 µs; t_aus = 14 µs

Ein Wandler bei 50 kHz mit Tastverhältnis 0,6 — Einschalt- und Ausschaltzeit pro Periode?

T = 20 µs; t_ein = 12 µs; t_aus = 8 µs

Steigt die Last, wird das Tastverhältnis von 0,3 auf 0,5 erhöht. Wie hat sich die Einschaltzeit relativ verändert?

Bei konstanter Schaltfrequenz ist die Einschaltzeit proportional zum Tastverhältnis. Damit gilt t_ein,2 / t_ein,1 = D_2 / D_1 = 0,5 / 0,3 ≈ 1,67 — die Einschaltzeit pro Periode ist also um etwa 67 % länger.

Ein PWM-Schaltregler arbeitet mit fester Frequenz 250 kHz. Bei welchem Tastverhältnis ist die Einschaltzeit pro Periode exakt 1 µs?

T = 4 µs; D = 1/4 = 0,25 = 25 %

Warum kann der HF-Trafo im Schaltnetzteil deutlich kleiner gebaut werden als der 50-Hz-Trafo im Linearnetzteil?

  • a) Weil er aus Aluminium statt Eisen besteht
  • b) Weil bei höherer Frequenz weniger Eisenquerschnitt für die gleiche übertragene Leistung nötig ist
  • c) Weil die Wicklungen weniger Strom führen
  • d) Weil er keine galvanische Trennung leisten muss

Richtig: b)

Die übertragbare Leistung eines Trafos steigt mit der Arbeitsfrequenz — bei 100 kHz reicht ein viel kleinerer Kern als bei 50 Hz. Daher die kompakten Ferritbauteile im Schaltnetzteil. Galvanische Trennung muss er sehr wohl leisten.

Welche Aufgabe hat der Optokoppler im typischen Schaltnetzteil?

  • a) Er erzeugt die galvanische Trennung
  • b) Er gleichrichtet die Sekundärspannung
  • c) Er filtert hochfrequente Störungen am Ausgang
  • d) Er überträgt das Regelsignal von der Sekundär- auf die Primärseite, ohne die galvanische Trennung aufzuheben

Richtig: d)

Der Optokoppler überträgt das Rückführungssignal lichtgekoppelt — Sekundär- und Primärseite bleiben getrennt. Die eigentliche galvanische Trennung leistet der HF-Trafo, die Gleichrichtung die Sekundärdioden, EMV-Filter sitzen am Netzeingang.

Was passiert mit dem Tastverhältnis, wenn bei konstanter Last die Eingangsspannung sinkt?

  • a) Es steigt, damit pro Periode mehr Energie zur Last übertragen werden kann
  • b) Es bleibt unverändert, weil es nur von der Last abhängt
  • c) Es sinkt, weil weniger Eingangsspannung weniger Schaltzeit braucht
  • d) Es springt zwischen 0 und 1, je nach Netzwelligkeit

Richtig: a)

Sinkt die Eingangsspannung, muss der Regler länger durchschalten, um pro Periode dieselbe Energie zu transportieren — das Tastverhältnis steigt. Bei steigender Eingangsspannung ist es umgekehrt.

4. Vergleich der beiden Konzepte

Jetzt haben wir beide Konzepte. Auf den Punkt gebracht unterscheiden sie sich in fünf Bereichen:

Kriterium Linearnetzteil Schaltnetzteil
Wirkungsgrad typ. 30–60 % typ. 85–95 %
Baugröße / Gewicht groß und schwer (50-Hz-Trafo) kompakt und leicht
Welligkeit / Rauschen sehr gering, sauber HF-Anteile vorhanden
EMV-Aufwand gering hoch, Filter zwingend
Komplexität / Stückkosten einfach, robust, günstig bei kleinen Leistungen mehr Bauteile, günstiger bei höheren Leistungen

Wirkungsgrad als zentrales Unterscheidungsmerkmal

Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis von abgegebener zu aufgenommener Leistung:

eta = P_aus / P_ein

  • eta … Wirkungsgrad (dimensionslos, 0…1 bzw. 0…100 %)
  • P_aus … abgegebene Leistung an die Last in W
  • P_ein … aus dem Netz aufgenommene Leistung in W

Die Differenz P_ein − P_aus ist Verlustleistung — und die wird als Wärme abgeführt. Bei einem Linearnetzteil mit 40 % Wirkungsgrad, das 50 W an die Last liefert, beträgt die Eingangsleistung P_ein = 50 / 0,4 = 125 W. Davon werden 75 W als Wärme abgegeben — also mehr als die nutzbare Leistung selbst. Ein Schaltnetzteil mit 90 % Wirkungsgrad zieht für dieselbe Aufgabe nur 55,6 W und produziert lediglich 5,6 W Wärme.

Welligkeit, EMV, Baugröße

Hier dreht sich der Vorteil zum Teil um. Linearnetzteile liefern eine sehr saubere Gleichspannung — die Welligkeit liegt oft im Millivolt-Bereich, kaum Hochfrequenzanteile. Schaltnetzteile bringen prinzipbedingt einen HF-Ripple mit, der nur durch sorgfältige Filterung in den Griff zu bekommen ist. Wer empfindliche Audio- oder Messelektronik versorgen will, schätzt das Linearnetzteil deshalb noch heute.

Dazu kommt die elektromagnetische Verträglichkeit. Ein Schaltnetzteil ohne EMV-Filter strahlt seine Schaltflanken in die Umgebung und ins Netz ab — beides ist nach den geltenden Normen unzulässig.

Bei Baugröße und Gewicht ist die Sache klar: Ein 100-W-Linearnetzteil mit 50-Hz-Trafo wiegt schnell mehrere Kilogramm. Ein modernes Schaltnetzteil derselben Leistung passt in eine Hosentasche und wiegt unter 200 Gramm. Genau diese Eigenschaft hat Schaltnetzteile in allen mobilen Geräten zum Standard gemacht.

Gelöstes Beispiel

Ein 60-W-Verbraucher wird einmal aus einem Linearnetzteil mit 45 % Wirkungsgrad und einmal aus einem Schaltnetzteil mit 88 % Wirkungsgrad versorgt. Welche Eingangsleistungen und Verlustleistungen ergeben sich jeweils?

Gegeben: P_aus = 60 W, η_linear = 0,45, η_getaktet = 0,88

Gesucht: P_ein und P_v für beide Bauformen

Lösungweg:

  1. Schritt 1 — Linearnetzteil: P_ein,lin = 60 / 0,45 = 133,3 W; P_v,lin = 133,3 − 60 = 73,3 W
  2. Schritt 2 — Schaltnetzteil: P_ein,sch = 60 / 0,88 = 68,2 W; P_v,sch = 68,2 − 60 = 8,2 W

Ergebnis: Linear braucht 133,3 W Eingangsleistung und erzeugt 73,3 W Wärme. Das Schaltnetzteil braucht 68,2 W und produziert 8,2 W Wärme.

Übungen

Ein Schaltnetzteil mit 92 % Wirkungsgrad liefert 24 V × 5 A. Wie groß ist die Eingangsleistung?

P_aus = 120 W; P_ein = 120 / 0,92 = 130,4 W

Ein Linearnetzteil mit 35 % Wirkungsgrad versorgt 5 V × 0,5 A. Welche Verlustleistung tritt auf?

P_aus = 2,5 W; P_ein = 2,5 / 0,35 ≈ 7,14 W; P_v ≈ 4,64 W

Bei 200 W Ausgangsleistung: Wie viel mehr Eingangsleistung zieht ein Linearnetzteil (η = 40 %) gegenüber einem Schaltnetzteil (η = 90 %)?

P_ein,lin = 500 W; P_ein,sch ≈ 222,2 W; Differenz ≈ 277,8 W

Ein Schaltnetzteil zieht 75 W aus dem Netz und gibt 65 W ab. Welcher Wirkungsgrad?

η = 65 / 75 ≈ 86,7 %

Bei einem 1-kW-Verbraucher: Verlustleistung zwischen einem Schaltnetzteil mit 85 % und einem mit 95 % Wirkungsgrad?

P_ein,85 ≈ 1176 W → P_v ≈ 176 W; P_ein,95 ≈ 1053 W → P_v ≈ 53 W; Ersparnis ≈ 123 W weniger Wärme

Ein Verbraucher zieht 100 W. Linearnetzteil 50 %, Schaltnetzteil 90 %. Wie viel mehr Wärme produziert das Linearnetzteil?

  • a) 40 W mehr
  • b) 50 W mehr
  • c) 89 W mehr
  • d) 100 W mehr

Richtig: c)

Linear: P_ein = 200 W → P_v = 100 W. Schaltnetzteil: P_ein ≈ 111,1 W → P_v ≈ 11,1 W. Differenz der Verluste ≈ 88,9 W ≈ 89 W.

Welcher Punkt spricht im Vergleich klar für ein Linearnetzteil?

  • a) Hoher Wirkungsgrad
  • b) Kompakte Bauform
  • c) Geringes Gewicht
  • d) Sehr saubere Ausgangsspannung mit minimalem HF-Anteil

Richtig: d)

Die rauscharme Ausgangsspannung ist die klassische Stärke des Linearnetzteils. Wirkungsgrad, Bauform und Gewicht sind dagegen seine Schwachstellen.

Warum spielt EMV bei Schaltnetzteilen eine große Rolle, bei Linearnetzteilen kaum?

  • a) Weil das Schaltnetzteil keine galvanische Trennung hat
  • b) Weil bei 50 Hz keine nennenswerten Funkstörungen entstehen, bei Hochfrequenztaktung schon
  • c) Weil das Schaltnetzteil heißer wird
  • d) Weil das Linearnetzteil keinen Trafo hat

Richtig: b)

50 Hz erzeugt praktisch keine HF-Störungen — das Linearnetzteil braucht daher keine ausgefeilten EMV-Filter. Schaltnetzteile mit 50–500 kHz strahlen prinzipbedingt und müssen normgerecht gefiltert werden. Galvanische Trennung und Wärme sind andere Themen.

5. Auswahl in der Praxis

Welches Konzept wann? In den meisten realen Anwendungen liegt die Antwort klar auf der Hand:

Wenn das Linearnetzteil noch passt:

  • Kleine Leistungen unter etwa 10 W
  • Rauscharme Anwendungen — Audio-Vorstufen, Mikrofonverstärker, präzise Messgeräte
  • Labornetzgeräte mit feinster Spannungseinstellung und sauberer Charakteristik
  • Eingangsspannung schon nahe der Ausgangsspannung (Low-Dropout-Regler statt 78xx)
  • Reparaturen alter Geräte, wo Ersatzteilkompatibilität zählt

Wenn das Schaltnetzteil die bessere Wahl ist:

  • Leistungen ab etwa 20 W aufwärts — alles darüber wäre linear nicht mehr wirtschaftlich
  • Mobile, batteriebetriebene oder kompakte Geräte
  • Anwendungen mit weitem Eingangsspannungsbereich (etwa 90–264 V Universalnetzteile)
  • Wenn Bauraum oder Gewicht eine Rolle spielen
  • Wo Wärmeentwicklung im Schaltschrank vermieden werden muss

Für einen Hutschienen-Schaltschrank mit 5 A bei 24 V — welche Bauform ist sinnvoll?

  • a) Linearnetzteil, weil rauscharm
  • b) Linearnetzteil, weil einfacher gebaut
  • c) Egal — beide verhalten sich bei 120 W gleich
  • d) Schaltnetzteil, weil bei 120 W ein linearer Aufbau zu viel Wärme produziert

Richtig: d)

Bei 120 W würde ein lineares Konzept dutzendfach mehr Wärme produzieren als ein Schaltnetzteil und die Schaltschrankerwärmung unbeherrschbar machen. Hier ist das Schaltnetzteil Standard.

Eine empfindliche Audio-Vorstufe braucht ±15 V mit sehr geringer Welligkeit. Was bietet sich an?

  • a) Schaltnetzteil ohne Filter, das ist universell
  • b) Schaltnetzteil mit nachgeschaltetem Linearregler, der den HF-Ripple wegfiltert
  • c) Reines Schaltnetzteil mit erhöhter Schaltfrequenz
  • d) PC-Netzteil, das hat genug Reserven

Richtig: b)

Die Kombination Schaltnetzteil plus Linearregler verbindet Wirkungsgrad und saubere Spannung. Reine Schaltnetzteile bringen HF-Ripple mit, der sich in Audio-Signalen hörbar bemerkbar macht. Ein PC-Netzteil ist für so eine Anwendung viel zu unsauber.

Welche Aussage zum Universal-Eingangsbereich (90–264 V) ist korrekt?

  • a) Auch ein Linearnetzteil kann einen so weiten Bereich abdecken
  • b) Ein Schaltnetzteil kann diesen Bereich ohne Umschaltung verarbeiten, ein Linearnetzteil grundsätzlich nicht
  • c) Schaltnetzteile haben generell einen engeren Eingangsbereich als Linearnetzteile
  • d) Der Bereich gilt nur für Drehstromnetzteile

Richtig: b)

Das Schaltnetzteil mit PWM-Regelung kann seinen Arbeitspunkt anpassen — daher ist ein weiter Eingangsspannungsbereich realisierbar. Ein Linearnetzteil mit 50-Hz-Trafo hat einen festen Übersetzungsfaktor und kann das ohne Umschalter nicht.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein 7812-Linearregler wird aus 20 V gespeist und versorgt eine Last mit 0,8 A. Wie groß sind Verlustleistung und Nutzleistung am Regler, und welcher Wirkungsgrad ergibt sich für diesen Reglerblock?

Gegeben: U_ein = 20 V, U_aus = 12 V, I_aus = 0,8 A

Gesucht: P_v, P_nutz, η

Lösungweg:

  1. P_v = (20 − 12) V × 0,8 A = 6,4 W
  2. P_nutz = 12 V × 0,8 A = 9,6 W
  3. η = 9,6 / 16 = 0,6

Ergebnis: P_v = 6,4 W, P_nutz = 9,6 W, η = 60 %

Aufgabe 2: Ein einstellbarer Linearregler arbeitet bei konstanter Eingangsspannung von 25 V und einem Laststrom von 1 A. Bei welcher Ausgangsspannung U_aus beträgt die Verlustleistung am Regler genau 10 W?

Gegeben: U_ein = 25 V, I_aus = 1 A, P_v = 10 W

Gesucht: U_aus

Lösungweg:

  1. ΔU = P_v / I_aus = 10 V
  2. U_aus = U_ein − ΔU = 25 − 10 = 15 V

Ergebnis: U_aus = 15 V

Aufgabe 3: Ein Schaltnetzteil arbeitet mit 150 kHz. Das Tastverhältnis beträgt 0,35. Wie lange ist der Schalttransistor pro Periode eingeschaltet, wie lange gesperrt?

Gegeben: f = 150 kHz, D = 0,35

Gesucht: t_ein, t_aus

Lösungweg:

  1. T = 1 / 150 000 Hz ≈ 6,67 µs
  2. t_ein = 0,35 × 6,67 µs ≈ 2,33 µs
  3. t_aus = T − t_ein ≈ 4,33 µs

Ergebnis: t_ein ≈ 2,33 µs, t_aus ≈ 4,33 µs

Aufgabe 4: Ein Hutschienen-Schaltnetzteil liefert 24 V bei 4 A. Sein Wirkungsgrad beträgt laut Datenblatt 91 %. Wie viel Leistung nimmt es aus dem Netz auf, wie viel wird als Wärme an die Umgebung abgegeben?

Gegeben: U_aus = 24 V, I_aus = 4 A, η = 0,91

Gesucht: P_ein, P_v

Lösungweg:

  1. P_aus = 24 V × 4 A = 96 W
  2. P_ein = 96 / 0,91 ≈ 105,5 W
  3. P_v = 105,5 − 96 = 9,5 W

Ergebnis: P_ein ≈ 105,5 W, P_v ≈ 9,5 W

Aufgabe 5: Ein 200-W-Verbraucher soll einmal aus einem Linearnetzteil (η = 40 %) und einmal aus einem Schaltnetzteil (η = 92 %) versorgt werden. Wie viel mehr Eingangsleistung und wie viel mehr Verlustleistung produziert das Linearnetzteil?

Gegeben: P_aus = 200 W, η_lin = 0,4, η_sch = 0,92

Gesucht: ΔP_ein, ΔP_v

Lösungweg:

  1. P_ein,lin = 200 / 0,4 = 500 W, P_v,lin = 300 W
  2. P_ein,sch = 200 / 0,92 ≈ 217,4 W, P_v,sch ≈ 17,4 W
  3. ΔP_ein = 500 − 217,4 = 282,6 W
  4. ΔP_v = 300 − 17,4 = 282,6 W

Ergebnis: ΔP_ein ≈ 282,6 W mehr; ΔP_v ≈ 282,6 W mehr Wärme

Welche Aussage zur galvanischen Trennung in beiden Netzteiltypen trifft zu?

  • a) Sowohl Linear- als auch Schaltnetzteil leisten die galvanische Trennung durch einen Trafo — beim Linearnetzteil 50 Hz, beim Schaltnetzteil HF
  • b) Nur das Linearnetzteil hat eine galvanische Trennung
  • c) Nur das Schaltnetzteil hat eine galvanische Trennung
  • d) Die galvanische Trennung leistet immer der Längsregler oder Schalttransistor

Richtig: a)

In beiden Bauformen ist es der Trafo, der die galvanische Trennung herstellt. Beim Linearnetzteil ein massiver 50-Hz-Trafo, beim Schaltnetzteil ein kompakter HF-Ferritkern. Längsregler oder Schalttransistor haben damit nichts zu tun.

Bei welchem Aspekt liegt das Linearnetzteil im direkten Vergleich klar vor dem Schaltnetzteil?

  • a) Höherer Wirkungsgrad
  • b) Niedriges Eigenrauschen am Ausgang
  • c) Geringere Baugröße bei gleicher Leistung
  • d) Geringeres Gewicht

Richtig: b)

Die saubere, rauscharme Ausgangsspannung ist die klassische Stärke des Linearnetzteils. Wirkungsgrad, Baugröße und Gewicht sprechen alle deutlich für das Schaltnetzteil.

Ein Linearnetzteil liefert 12 V bei 1,5 A. Der Längsregler wird mit 18 V versorgt. Wie hoch ist die Verlustleistung am Regler?

  • a) 9 W
  • b) 18 W
  • c) 27 W
  • d) 6 W

Richtig: a)

P_v = (18 − 12) V × 1,5 A = 9 W. 18 W ist die Nutzleistung, 27 W die Eingangsleistung, 6 V allein nicht in Watt.

Was beschreibt das Tastverhältnis D in einem Schaltnetzteil korrekt?

  • a) Verhältnis von Einschaltzeit zur gesamten Schaltperiode
  • b) Verhältnis von Eingangs- zu Ausgangsspannung
  • c) Verhältnis von Last zu Leerlauf
  • d) Verhältnis von Schaltverlusten zu Gesamtverlusten

Richtig: a)

D = t_ein / T. Die anderen Verhältnisse beziehen sich auf Spannungen, Lastzustand oder Verluste — nicht auf das definierende Tastverhältnis.

Bei einer Schaltfrequenz von 250 kHz und einem Tastverhältnis von 0,4 — welche Einschaltzeit pro Periode ergibt sich?

  • a) 4 µs
  • b) 2,5 µs
  • c) 1,6 µs
  • d) 0,4 µs

Richtig: c)

T = 1 / 250 000 Hz = 4 µs; t_ein = 0,4 × 4 µs = 1,6 µs. 4 µs ist die ganze Periode, 2,5 µs entspräche D = 0,625, 0,4 µs ist eine Zehnerpotenz daneben.

Welche der folgenden Aussagen zur EMV bei Schaltnetzteilen ist falsch?

  • a) Ein EMV-Filter am Eingang ist nötig, weil sonst hochfrequente Rückspeisungen ins Netz gelangen
  • b) Ohne Filter ist eine CE-Konformität in der Regel nicht erreichbar
  • c) Schaltflanken erzeugen ein breites Frequenzspektrum, das gefiltert werden muss
  • d) Die galvanische Trennung im HF-Trafo ersetzt das EMV-Filter

Richtig: d)

Galvanische Trennung und EMV-Filter sind zwei verschiedene Funktionen. Die Trennung schützt vor Netzpotential, das Filter unterdrückt HF-Störungen. Das eine kann das andere nicht ersetzen.

Eine 80-W-Last soll alternativ mit einem Linearnetzteil (η = 40 %) oder einem Schaltnetzteil (η = 90 %) versorgt werden. Welche Eingangsleistungen ergeben sich?

  • a) 200 W bzw. 88,9 W
  • b) 32 W bzw. 72 W
  • c) 120 W bzw. 71,1 W
  • d) 200 W bzw. 72 W

Richtig: a)

P_ein = P_aus / η. Linear: 80 / 0,4 = 200 W. Schalt: 80 / 0,9 ≈ 88,9 W. Die anderen Werte ergeben sich aus falscher Rechenrichtung.

Warum wird beim Schaltnetzteil eine hohe Schaltfrequenz gewählt und nicht beispielsweise 50 Hz?

  • a) Weil der Schalttransistor bei 50 Hz nicht funktioniert
  • b) Damit der HF-Trafo bei gleicher Leistung deutlich kleiner und leichter gebaut werden kann
  • c) Damit die Verlustleistung am Schalttransistor sinkt
  • d) Damit kein EMV-Filter mehr nötig ist

Richtig: b)

Die übertragbare Leistung eines Trafos steigt mit der Frequenz — höhere Frequenz erlaubt deutlich kleinere Kerne. Die anderen Aussagen sind sachlich falsch oder kehren die Wirkung um.

Welche Aussage zu Linearnetzteilen in der heutigen Praxis trifft zu?

  • a) Sie sind in allen Mobilgeräten Standard
  • b) Sie dominieren in Schaltschränken auf der Hutschiene als 24-V-Versorgung
  • c) Sie bleiben bei kleinen, rauscharmen Anwendungen sinnvoll, etwa in Audio- oder Messelektronik
  • d) Sie haben Schaltnetzteile vollständig verdrängt

Richtig: c)

Bei rauscharmen Anwendungen und kleinen Leistungen sind Linearnetzteile weiterhin eine sinnvolle Wahl. Mobilgeräte und Schaltschrankversorgung gehören klar dem Schaltnetzteil — verdrängt hat es das Linearnetzteil aber nicht.

Ein Schaltnetzteil mit 95 % Wirkungsgrad liefert 250 W an die Last. Wie viel Verlustleistung wird als Wärme abgegeben?

  • a) 250 W
  • b) 263 W
  • c) 25 W
  • d) 13,2 W

Richtig: d)

P_ein = 250 / 0,95 ≈ 263,2 W. P_v = 263,2 − 250 = 13,2 W. 250 W wäre die Nutzleistung, 263 W die Eingangsleistung, 25 W eine falsche Schätzung.

Glossar

Netzteil
Gerät, das aus der Netzwechselspannung eine stabilisierte Gleichspannung erzeugt und üblicherweise galvanisch vom Netz trennt.
Linearnetzteil
Netzteil-Bauform mit 50-Hz-Trafo, Gleichrichter, Glättungs-Elko und Längsregler. Liefert eine saubere Ausgangsspannung, hat aber niedrigen Wirkungsgrad und große Bauform.
Schaltnetzteil
Netzteil-Bauform, die die gleichgerichtete Netzspannung im Hochfrequenzbereich zerhackt und die Energie über einen kleinen Ferrit-HF-Trafo überträgt. Hoher Wirkungsgrad, kompakt, mit prinzipbedingten HF-Anteilen am Ausgang.
Längsregler
Linearer Spannungsregler, der in Reihe zwischen Eingang und Last liegt und die Spannungsdifferenz als Wärme abgibt. Typische Bauteile sind die 78xx-Reihe und einstellbare Regler wie der LM317.
Tastverhältnis
Verhältnis von Einschaltdauer zur Schaltperiode (D = t_ein / T). Stellgröße der PWM-Regelung im Schaltnetzteil.
Pulsweitenmodulation (PWM)
Regelverfahren, bei dem ein Schalter mit konstanter Frequenz arbeitet, aber das Verhältnis von Ein- zu Auszeit verändert wird, um die übertragene Energie zu steuern.
EMV-Filter
Eingangsfilter aus Drosseln und Kondensatoren am Netzanschluss eines Schaltnetzteils. Unterdrückt hochfrequente Rückwirkungen ins Netz und ist Voraussetzung für CE-Konformität.
HF-Trafo
Hochfrequenz-Übertrager mit Ferritkern. Trennt im Schaltnetzteil Primär- und Sekundärseite galvanisch und kann durch die hohe Arbeitsfrequenz sehr klein gebaut werden.
Optokoppler
Bauelement aus LED und Fototransistor in einem Gehäuse. Überträgt im Schaltnetzteil das Regelsignal lichtgekoppelt von der Sekundär- zur Primärseite, ohne die galvanische Trennung aufzuheben.
Galvanische Trennung
Zustand, in dem zwei Schaltungsteile keine direkte elektrisch leitende Verbindung haben. Wird über einen Trafo oder Optokoppler hergestellt und schützt vor Netzpotential.
Welligkeit
Restliche Wechselspannungsanteile auf einer Gleichspannung. Bei Linearnetzteilen sehr gering, bei Schaltnetzteilen prinzipbedingt mit HF-Anteilen behaftet.
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