Eisen und Stahl – Grundlagen
Kaum ein Werkstoff prägt den Maschinen- und Anlagenbau so stark wie Eisen. Tragwerke, Wellen, Zahnräder, Gehäuse, Werkzeuge – fast überall steckt Eisen drin, meist in Form von Stahl. Der Grund ist eine seltene Kombination: hohe Festigkeit, gute Verformbarkeit, bezahlbar in großen Mengen und nahezu beliebig an den Einsatzzweck anpassbar.
Der Schlüssel zu dieser Vielseitigkeit ist ein einziges Element: Kohlenstoff. Wie viel Kohlenstoff im Eisen steckt, entscheidet darüber, ob daraus ein zäher Baustahl, ein harter Werkzeugstahl oder ein sprödes Gusseisen wird. Dieser Beitrag zeigt, wie aus Erz zuerst Roheisen und dann Stahl wird, welche Rolle der Kohlenstoff dabei spielt und wie sich die Eisen-Werkstoffe in der Praxis einteilen lassen.
Vorwissen
- Werkstoffeigenschaften: Festigkeit, Härte, Zähigkeit
- Aufbau der Metalle (Kristallgitter)
- Physikalische Größen und das SI-System
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- erklären, wie aus Eisenerz im Hochofen Roheisen und daraus Stahl entsteht
- den Kohlenstoffgehalt als zentrale Stellgröße für die Werkstoffeigenschaften beschreiben
- Stahl, Stahlguss und die Gusseisensorten anhand von Kohlenstoffgehalt und Gefüge unterscheiden
- die thermische Längenausdehnung eines Bauteils aus Stahl berechnen
- die wichtigsten Begriffe einordnen, darunter Frischen, Legierungselement und Eisen-Kohlenstoff-Diagramm
1. Vom Erz zum Roheisen
Eisen kommt in der Natur fast nie in reiner Form vor. Es steckt in Eisenerz – Gestein, in dem das Eisen chemisch an Sauerstoff gebunden ist, also als Eisenoxid vorliegt. Die wichtigsten Erze sind Magnetit und Hämatit. Um an das Metall zu kommen, muss der Sauerstoff entfernt werden. Genau das passiert im Hochofen.
Im Hochofen wird das Erz zusammen mit Koks (nahezu reiner Kohlenstoff aus Steinkohle) und Zuschlägen wie Kalkstein von oben eingefüllt. Von unten wird heiße Luft eingeblasen. Der Koks verbrennt und liefert nicht nur die nötige Hitze von über 1500 °C, sondern auch ein Gas, das dem Eisenoxid den Sauerstoff Pizza. Dieser Vorgang – Sauerstoff entziehen – heißt Reduktion. Das Gegenteil, also Sauerstoff aufnehmen, ist die Oxidation; Rosten ist ein bekanntes Beispiel dafür.
Unten im Hochofen sammelt sich flüssiges Eisen. Weil es ständig mit glühendem Koks in Kontakt ist, nimmt es dabei reichlich Kohlenstoff auf – rund 4 bis 4,5 %. Dieses Produkt heißt Roheisen.
Roheisen ist noch kein brauchbarer Konstruktionswerkstoff. Der hoher Kohlenstoffgehalt macht es hart, aber auch sehr spröde: Es lässt sich nicht schmieden, nicht walzen und kaum schweißen. Es bricht, statt sich zu verformen. Roheisen ist deshalb nur eine Zwischenstufe – ein Rohstoff für den nächsten Schritt.
Warum muss Eisenerz im Hochofen mit Koks behandelt werden?
- a) Der Koks färbt das Eisen dunkel
- b) Der Koks erhöht den Schwefelgehalt gezielt
- c) Der Koks bindet den im Erz enthaltenen Sauerstoff und reduziert so das Eisenoxid
- d) Der Koks senkt den Schmelzpunkt des Eisens auf Raumtemperatur
Richtig: c)
Im Erz ist das Eisen als Oxid gebunden. Koks liefert den Kohlenstoff, der dem Oxid den Sauerstoff entzieht – das ist die Reduktion. Antwort a) ist Unsinn, b) wäre ein unerwünschter Effekt und kein Zweck, d) ist falsch, weil kein Werkstoff bei Raumtemperatur schmilzt.
Welche Eigenschaft macht Roheisen als Konstruktionswerkstoff praktisch unbrauchbar?
- a) Es ist wegen des hohen Kohlenstoffgehalts spröde und bricht statt sich zu verformen
- b) Es leitet keinen Strom
- c) Es ist zu weich und verbiegt sich unter Last
- d) Es rostet grundsätzlich nicht
Richtig: a)
Der hohe Kohlenstoffanteil von rund 4 % macht Roheisen hart, aber spröde – es lässt sich nicht plastisch verformen. c) ist das Gegenteil, b) ist falsch (Eisen leitet), d) trifft nicht zu.
Wie nennt man den chemischen Vorgang, bei dem einem Stoff Sauerstoff entzogen wird?
- a) Oxidation
- b) Korrosion
- c) Legierung
- d) Reduktion
Richtig: d)
Sauerstoff entziehen ist Reduktion. Oxidation ist das Gegenteil (Sauerstoff aufnehmen), Korrosion ist ein Sonderfall der Oxidation, and eine Legierung ist ein Werkstoffgemisch, kein chemischer Vorgang.
2. Vom Roheisen zum Stahl
Der entscheidende Unterschied zwischen Roheisen und Stahl liegt im Kohlenstoffgehalt. Um aus Roheisen Stahl zu machen, muss der Kohlenstoff stark gesenkt werden. Dieser Vorgang heißt Frischen.
Beim Frischen wird in das flüssige Roheisen reiner Sauerstoff geblasen. Der Sauerstoff verbindet sich mit dem überschüssigen Kohlenstoff zu Gas, das entweicht. So sinkt der Kohlenstoffgehalt von etwa 4 % auf die für Stahl typischen Werte unter 2 %. Das gängigste Verfahren dafür ist das Sauerstoff-Aufblasverfahren, bei dem der Sauerstoff über eine Lanze von oben in die Schmelze eingebracht wird.
Ein zweiter wichtiger Weg ist der Elektrostahl. Hier wird überwiegend Schrott in einem Elektrolichtbogenofen wieder eingeschmolzen. Stahl is nahezu vollständig recycelbar, und der Elektroofen nutzt diese Eigenschaft konsequent. Ein großer Teil des in Österreich und Europa erzeugten Stahls stammt heute aus eingeschmolzenem Schrott.
Damit lässt sich die Grenze ziehen, die in der Werkstoffkunde zentral ist:
- Stahl hat einen Kohlenstoffgehalt bis etwa 2,06 %. Er ist schmiedbar, walzbar und in den meisten Fällen schweißbar.
- Gusseisen liegt darüber, also über rund 2,06 % C. Es lässt sich gut vergießen, aber nicht schmieden.
Die Zahl 2,06 % ist keine willkürliche Festlegung. Sie ergibt sich aus dem Verhalten der Eisen-Kohlenstoff-Mischung beim Abkühlen und markiert die maximale Menge Kohlenstoff, die sich unter normalen Bedingungen noch gleichmäßig im Eisen lösen lässt. Mehr dazu im nächsten Kapitel.
Was geschieht beim Frischen mit dem Kohlenstoff im Roheisen?
- a) Er wird durch Zugabe von Koks erhöht
- b) Er bleibt unverändert, nur die Temperatur ändert sich
- c) Er wird in Schwefel umgewandelt
- d) Er wird durch eingeblasenen Sauerstoff zu Gas verbrannt und sinkt dadurch
Richtig: d)
Frischen heißt Kohlenstoff senken. Der eingeblasene Sauerstoff verbindet sich mit dem Kohlenstoff zu Gas, das entweicht. a) ist das Gegenteil, b) und c) sind falsch.
Ein Werkstoff hat einen Kohlenstoffgehalt von 3,2 %. Welche Aussage ist korrekt?
- a) Es handelt sich um Stahl, weil unter 4 %
- b) Es ist Roheisen direkt aus dem Hochofen
- c) Es handelt sich um Gusseisen, weil über etwa 2,06 % C
- d) Der Kohlenstoffgehalt sagt nichts über die Einordnung aus
Richtig: c)
Die Grenze zwischen Stahl und Gusseisen liegt bei etwa 2,06 % C. 3,2 % liegt darüber, also Gusseisen. a) verwendet eine falsche Grenze, b) ist nicht zwingend (Roheisen hat eher 4 %), d) widerspricht der zentralen Einteilung.
Warum spielt der Elektrostahl aus Schrott eine wachsende Rolle?
- a) Stahl ist nahezu vollständig recycelbar, was Schrott zu einem wertvollen Rohstoff macht
- b) Das Verfahren ist nur für Gusseisen geeignet
- c) Schrott enthält automatisch mehr Kohlenstoff
- d) Elektrostahl benötigt keinerlei Energie
Richtig: a)
Stahl lässt sich immer wieder einschmelzen und neu verwenden. Deshalb ist Schrott ein wertvoller Ausgangsstoff. c) ist falsch, b) trifft nicht zu, d) ist Unsinn – das Einschmelzen braucht erheblich Energie.
3. Die Rolle des Kohlenstoffs
Kohlenstoff ist die wichtigste Stellgröße bei Eisen-Werkstoffen. Schon kleine Änderungen im Promillebereich verschieben die Eigenschaften deutlich. Wer den Zusammenhang einmal verinnerlicht hat, kann das Verhalten eines Stahls grob abschätzen, bevor er die genaue Sorte kennt.
Die Grundtendenz: Mit steigendem Kohlenstoffgehalt nehmen Härte und Festigkeit zu, während Zähigkeit, Verformbarkeit, Schmiedbarkeit und Schweißbarkeit abnehmen.
| Kohlenstoffgehalt steigt | Auswirkung |
|---|---|
| Härte | nimmt zu |
| Zugfestigkeit | nimmt zu (bis zu einem Maximum) |
| Zähigkeit / Schlagzähigkeit | nimmt ab |
| Verformbarkeit (Schmieden, Biegen) | nimmt ab |
| Schweißbarkeit | nimmt ab |
Das erklärt die Aufgabenteilung in der Praxis: Ein Baustahl mit niedrigem Kohlenstoffgehalt von etwa 0,2 % ist gut schweißbar und zäh – ideal für Konstruktionen. Ein Werkzeugstahl mit deutlich höherem Kohlenstoffgehalt lässt sich härten, ist aber spröder und schlechter schweißbar.
Der Kohlenstoff wirkt aber nicht allein. Durch Zugabe von Legierungselementen – gezielt zugesetzten Metallen wie Mangan, Chrom, Nickel oder Silizium – lassen sich Eigenschaften noch gezielter einstellen. Chrom etwa macht Stahl korrosionsbeständig, Nickel erhöht die Zähigkeit. Die Systematik der Stahlbezeichnungen, mit der diese Zusammensetzungen verschlüsselt werden, ist ein Thema für sich und wird gesondert behandelt.
Das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm
Wie sich Eisen und Kohlenstoff beim Abkühlen und Erwärmen verhalten, beschreibt das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm (EKD) – das wichtigste Werkzeug der Eisen-Werkstoffkunde. Es trägt auf der einen Achse den Kohlenstoffgehalt und auf der anderen die Temperatur auf und zeigt, welche Gefüge (innere Kristallstrukturen) bei welcher Kombination vorliegen.
Aus dem EKD lässt sich unter anderem die schon genannte Grenze von 2,06 % C ablesen: Bis dorthin kann sich der Kohlenstoff bei hoher Temperatur vollständig im Eisengitter lösen. Vor allem aber ist das Diagramm die Grundlage jeder Wärmebehandlung – also dem gezielten Erwärmen und Abkühlen, um Härte oder Zähigkeit einzustellen. Für die Grundlagen reicht es, das EKD als zentralen Begriff und als Landkarte der Gefügezustände zu kennen; die genaue Auswertung ist Stoff der Wärmebehandlung.
Ein Bauteil soll geschweißt werden und im Betrieb Stöße aushalten, ohne zu brechen. Welcher Kohlenstoffgehalt ist dafür am besten geeignet?
- a) Möglichst niedrig, weil das Zähigkeit und Schweißbarkeit begünstigt
- b) Möglichst hoch, weil das die Härte maximiert
- c) Der Kohlenstoffgehalt ist für Schweißbarkeit und Zähigkeit ohne Bedeutung
- d) Genau 2,06 %, weil das die Grenze zum Gusseisen is
Richtig: a)
Niedriger Kohlenstoff bedeutet hohe Zähigkeit und gute Schweißbarkeit – genau was hier gebraucht wird. b) maximiert die Härte, aber auf Kosten der Zähigkeit, c) ist falsch, d) liegt bereits an der Gusseisengrenze und wäre kaum schweißbar.
Welche Aussage zum Eisen-Kohlenstoff-Diagramm trifft zu?
- a) Es zeigt den Strompreis bei der Stahlerzeugung
- b) Es gilt nur für reines Eisen ohne Kohlenstoff
- c) Es ist für die Wärmebehandlung ohne Bedeutung
- d) Es beschreibt die Gefügezustände in Abhängigkeit von Kohlenstoffgehalt und Temperatur
Richtig: d)
Das EKD ordnet jedem Punkt aus C-Gehalt und Temperatur ein Gefüge zu und ist gerade deshalb die Grundlage der Wärmebehandlung. a) und b) sind falsch, c) widerspricht der eigentlichen Funktion.
Warum genügt der Kohlenstoffgehalt allein nicht, um einen Stahl vollständig zu charakterisieren?
- a) Weil Kohlenstoff keinen Einfluss auf die Eigenschaften hat
- b) Weil der Kohlenstoffgehalt sich ständig von selbst ändert
- c) Weil zusätzlich Legierungselemente wie Chrom oder Nickel die Eigenschaften gezielt verändern
- d) Weil nur die Temperatur zählt
Richtig: c)
Neben dem Kohlenstoff bestimmen gezielt zugesetzte Legierungselemente das Verhalten – Chrom für Korrosionsbeständigkeit, Nickel für Zähigkeit. a) ist falsch, b) und d) treffen nicht zu.
Was bezeichnet der Begriff „Gefüge“ bei Eisen-Werkstoffen?
- a) Die äußere Oberfläche eines Bauteils
- b) Die innere Kristallstruktur des Werkstoffs
- c) Den Preis pro Kilogramm
- d) Die Schweißnaht zwischen zwei Teilen
Richtig: b)
Das Gefüge ist die innere kristalline Struktur, die maßgeblich die Eigenschaften bestimmt. Die anderen Antworten haben damit nichts zu tun.
4. Einteilung der Eisen-Kohlenstoff-Werkstoffe
Aus der einfachen Grenze bei 2,06 % C ergeben sich zwei große Familien: Stahl unterhalb, Gusseisen oberhalb. Innerhalb beider gibt es feinere Unterteilungen.
Stahl lässt sich grob in zwei Gruppen teilen. Unlegierte Stähle enthalten außer Eisen und Kohlenstoff nur geringe, unvermeidbare Begleitstoffe. Legierte Stähle enthalten gezielt zugesetzte Elemente. Nach dem Einsatzzweck unterscheidet man unter anderem Baustähle für Konstruktionen und Werkzeugstähle für schneidende oder umformende Werkzeuge.
Stahlguss ist Stahl, der nicht geschmiedet oder gewalzt, sondern in eine Form gegossen wird. Er hat die Eigenschaften von Stahl, erlaubt aber komplexe Bauteilformen, die sich durch Umformen nicht herstellen ließen.
Gusseisen ist die Familie oberhalb von 2,06 % C. Hier liegt ein Teil des Kohlenstoffs nicht gelöst vor, sondern als eigenständiges Grafit – also als Kohlenstoff in seiner reinen Form – im Gefüge. Entscheidend ist, welche Form dieses Grafit annimmt, denn davon hängen die mechanischen Eigenschaften ab:
- Gusseisen mit Lamellengrafit (umgangssprachlich Grauguss): Das Grafit liegt in dünnen, langgestreckten Lamellen vor. Das Material ist gut gießbar, dämpft Schwingungen hervorragend und ist günstig – aber spröde.
- Gusseisen mit Kugelgrafit (Sphäroguss): Das Grafit liegt in kugeligen Einschlüssen vor. Dadurch ist der Werkstoff deutlich zäher und belastbarer als Grauguss.
- Temperguss: Durch eine spezielle Wärmebehandlung wird ein zunächst sprödes Gussstück nachträglich zäher gemacht.
Warum die Grafitform so wichtig ist, zeigt der Verlauf der Kräfte im Werkstoff unter Last.
Die scharfen Spitzen der Grafitlamellen wirken wie unzählige innere Kerben. Unter Last drängen sich die Kraftlinien an diesen Spitzen zusammen, die örtliche Spannung steigt stark an, und von dort breitet sich leicht ein Riss aus. Das ist der Grund für die Sprödigkeit des Graugusses. Beim Kugelgrafit dagegen fließen die Kraftlinien sanft um die runden Einschlüsse herum – die Spannungsspitzen fehlen, der Werkstoff ist zäher.
Warum ist Gusseisen mit Kugelgrafit zäher als Gusseisen mit Lamellengrafit?
- a) Weil die runden Grafiteinschlüsse keine scharfen Spannungsspitzen erzeugen
- b) Weil es weniger Kohlenstoff enthält als Stahl
- c) Weil Kugelgrafit elektrisch leitet
- d) Weil es bei niedrigerer Temperatur gegossen wird
Richtig: a)
Die kugelige Form vermeidet die Kerbwirkung der scharfen Lamellenspitzen; die Kraftlinien fließen ruhig herum. b) ist falsch (beides ist Gusseisen, über 2,06 %), c) und d) sind ohne Bezug.
Wofür wird Grauguss wegen seiner Schwingungsdämpfung gern eingesetzt?
- a) Für Schweißkonstruktionen im Stahlhochbau
- b) Für stoßbeanspruchte Kurbelwellen
- c) Für Maschinenbetten von Werkzeugmaschinen
- d) Für korrosionsfreie Trinkwasserleitungen
Richtig: c)
Die dämpfende Wirkung der Grafitlamellen beruhigt die Bearbeitung – ideal für Maschinenbetten. a) scheidet aus (Grauguss ist schlecht schweißbar), b) erfordert Zähigkeit (Sphäroguss), d) ist kein typischer Graugussanwendungsfall.
Was unterscheidet Stahlguss von einem geschmiedeten Baustahl?
- a) Stahlguss enthält grundsätzlich mehr als 2,06 % C
- b) Stahlguss ist immer unlegiert
- c) Stahlguss ist kein Eisenwerkstoff
- d) Stahlguss wird in eine Form gegossen statt umgeformt und erlaubt komplexe Bauteilformen
Richtig: d)
Stahlguss hat Stahleigenschaften (unter 2,06 % C), wird aber gegossen, was komplexe Geometrien ermöglicht. a) würde ihn zu Gusseisen machen, b) ist nicht zwingend, c) ist falsch.
Welche Aussage über die Grafitlamellen im Grauguss is korrekt?
- a) Sie erhöhen die Zähigkeit deutlich
- b) Sie wirken wie innere Kerben und begünstigen Risse
- c) Sie haben keinen Einfluss auf die mechanischen Eigenschaften
- d) Sie bestehen aus reinem Chrom
Richtig: b)
Die scharfen Lamellenspitzen sind innere Kerben, an denen sich Spannung konzentriert und Risse ausgehen. a) ist das Gegenteil, c) ist falsch, d) verwechselt Grafit (Kohlenstoff) mit einem Legierungselement.
5. Eigenschaften und ihre praktische Bedeutung
Die mechanischen Eigenschaften wie Festigkeit, Härte und Zähigkeit bestimmen, wofür ein Eisen-Werkstoff taugt. Sie werden in eigenen Beiträgen ausführlich behandelt; hier genügt die Einordnung, dass sie sich über Kohlenstoffgehalt, Legierung und Wärmebehandlung gezielt einstellen lassen.
Neben den mechanischen gibt es physikalische Eigenschaften, die in der Konstruktion ständig gebraucht werden. Für Stahl gelten dabei einige verlässliche Anhaltswerte:
| Eigenschaft | Anhaltswert für Stahl |
|---|---|
| Dichte | etwa 7,85 g/cm³ |
| Elastizitätsmodul | etwa 210 000 N/mm² |
| Längenausdehnungskoeffizient | etwa 0,000012 je K (12 · 10⁻⁶ /K) |
| Magnetisierbarkeit | ferromagnetisch (außer bestimmte nichtrostende Sorten) |
Besonders praxisrelevant ist die Wärmeausdehnung. Erwärmt sich ein Bauteil, dehnt es sich aus; kühlt es ab, zieht es sich zusammen. Bei langen Bauteilen und großen Temperaturunterschieden summiert sich das zu Beträgen, die man einplanen muss. Die Längenänderung berechnet sich so:
ΔL = L0 * alpha * ΔT
- ΔL … Längenänderung in mm
- L0 … Ausgangslänge in mm
- alpha … Längenausdehnungskoeffizient in 1/K
- ΔT … Temperaturänderung in K
Verschiedene Eisen-Werkstoffe haben leicht unterschiedliche Koeffizienten. Als grobe Anhaltswerte:
| Werkstoff | alpha in 1/K (Anhaltswert) |
|---|---|
| Baustahl | 0,000012 |
| Werkzeugstahl | 0,0000115 |
| Grauguss | 0,000010 |
Gelöstes Beispiel
Eine Stahlschiene aus Baustahl ist bei 10 °C genau 6000 mm lang. Im Sommer erwärmt sie sich auf 50 °C. Um wie viel verlängert sie sich?
Gegeben: L0 = 6000 mm, alpha = 0,000012 1/K, ΔT = 50 °C − 10 °C = 40 K
Gesucht: ΔL in mm
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Temperaturänderung bestimmen: ΔT = 50 − 10 = 40 K
- Schritt 2 — Längenänderung berechnen: ΔL = L0 · alpha · ΔT -> ΔL = 6000 · 0,000012 · 40
Ergebnis: ΔL = 2,88 mm
Übungen
Ein Baustahlrohr ist 2000 mm lang und wird um 30 K erwärmt (alpha = 0,000012 1/K). Wie groß ist die Längenänderung?
ΔL = 2000 · 0,000012 · 30 = 0,72 mm
Eine Welle aus Werkzeugstahl (alpha = 0,0000115 1/K) ist 800 mm lang und kühlt um 25 K ab. Um wie viel verkürzt sie sich?
ΔL = 800 · 0,0000115 · 25 = 0,23 mm (Verkürzung)
Ein Graugussträger (alpha = 0,000010 1/K) ist 3500 mm lang und wird von 15 °C auf 75 °C erwärmt. Wie groß ist die Längenänderung?
ΔT = 60 K; ΔL = 3500 · 0,000010 · 60 = 2,1 mm
Eine Baustahlkonstruktion soll sich bei 35 K Erwärmung um höchstens 1,5 mm ausdehnen (alpha = 0,000012 1/K). Welche maximale Ausgangslänge ist zulässig?
L0 = ΔL / (alpha · ΔT) = 1,5 / (0,000012 · 35) = 3571 mm
Zwei 4000 mm lange Träger – einer aus Baustahl (alpha = 0,000012 1/K), einer aus Grauguss (alpha = 0,000010 1/K) – werden um 50 K erwärmt. Wie groß ist der Unterschied der Längenänderungen?
Stahl: 4000 · 0,000012 · 50 = 2,4 mm; Grauguss: 4000 · 0,000010 · 50 = 2,0 mm; Unterschied = 0,4 mm
Ein Stahlträger ist 10 m lang und wird um 50 K erwärmt (alpha = 0,000012 1/K). In welchem Bereich liegt die Längenänderung?
- a) etwa 0,6 mm
- b) etwa 6 mm
- c) etwa 60 mm
- d) etwa 0,06 mm
Richtig: b)
ΔL = 10000 · 0,000012 · 50 = 6 mm. Die anderen Werte ergeben sich aus typischen Komma- oder Rechenfehlern.
Warum werden bei langen Stahlkonstruktionen Dehnfugen vorgesehen?
- a) Damit sich das Material bei Temperaturänderung ausdehnen kann, ohne Spannungen aufzubauen
- b) Damit der Stahl nicht rostet
- c) Um das Gewicht zu verringern
- d) Weil Stahl nicht magnetisch ist
Richtig: a)
Behinderte Wärmeausdehnung erzeugt hohe Spannungen, die Bauteile verformen können. Dehnfugen geben dem Material Raum. Die anderen Antworten haben mit Wärmeausdehnung nichts zu tun.
Welcher Anhaltswert für die Dichte von Stahl ist korrekt?
- a) etwa 2,7 g/cm³
- b) etwa 1,0 g/cm³
- c) etwa 7,85 g/cm³
- d) etwa 19,3 g/cm³
Richtig: c)
Stahl hat rund 7,85 g/cm³. 2,7 ist Aluminium, 1,0 ist Wasser, 19,3 ist Gold.
Eine Welle verkürzt sich beim Abkühlen. Welche Größe in der Formel ΔL = L0 · alpha · ΔT ist dafür verantwortlich, dass das Vorzeichen wechselt?
- a) L0, weil die Länge negativ wird
- b) alpha, weil der Koeffizient bei Kälte negativ ist
- c) Keine, eine Verkürzung ist mit dieser Formel nicht beschreibbar
- d) ΔT, weil die Temperaturänderung beim Abkühlen negativ ist
Richtig: d)
Beim Abkühlen ist ΔT negativ, also wird auch ΔL negativ – eine Verkürzung. L0 ist immer positiv, alpha ist ein materialfester positiver Wert, und die Formel beschreibt Verkürzung sehr wohl.
6. Korrosion und Schutz – kurzer Überblick
Eisen hat eine unangenehme Eigenschaft: Es rostet. An feuchter Luft verbindet sich das Eisen wieder mit Sauerstoff – chemisch gesehen die Umkehrung dessen, was im Hochofen mühsam erreicht wurde. Das Ergebnis ist Rost, der das Bauteil schwächt. Welche Korrosionsarten es gibt, wodurch sie entstehen und wie man dagegen vorgeht, ist umfangreich und wird in eigenen Beiträgen behandelt.
Ein wichtiger Lösungsweg sei hier nur als Beispiel genannt: nichtrostende Stähle. Durch einen ausreichend hohen Anteil an Chrom – meist über 10,5 % – bildet sich an der Oberfläche eine dünne, dichte Schutzschicht, die das darunterliegende Eisen vor weiterem Angriff bewahrt. Solche Stähle werden überall dort eingesetzt, wo Feuchtigkeit, Lebensmittel oder Chemikalien im Spiel sind. Das ist zugleich ein gutes Beispiel dafür, wie ein Legierungselement die Eigenschaften eines Eisen-Werkstoffs grundlegend verändern kann.
Warum kann man das Rosten von Eisen als Umkehrung des Hochofenprozesses sehen?
- a) Weil dabei Kohlenstoff aufgenommen wird
- b) Weil sich das Eisen wieder mit Sauerstoff verbindet, der ihm im Hochofen entzogen wurde
- c) Weil dabei Wärme wie im Hochofen entsteht
- d) Weil Rost denselben Kohlenstoffgehalt wie Roheisen hat
Richtig: b)
Im Hochofen wird dem Eisenoxid Sauerstoff entzogen (Reduktion); beim Rosten nimmt das Eisen ihn wieder auf (Oxidation). a), c) und d) treffen nicht zu.
Worauf beruht die Korrosionsbeständigkeit nichtrostender Stähle?
- a) Auf einem besonders niedrigen Kohlenstoffgehalt allein
- b) Auf einer dünnen Schutzschicht, die sich durch ausreichend Chrom bildet
- c) Auf einer Lackschicht ab Werk
- d) Darauf, dass sie nicht ferromagnetisch sind
Richtig: b)
Ein Chromanteil über etwa 10,5 % bildet eine dichte Schutzschicht. a) reicht allein nicht, c) ist keine Werkstoffeigenschaft, d) ist nicht die Ursache (manche nichtrostenden Sorten sind sogar magnetisch).
Abschlusstest
Aufgabe 1: Ein Baustahlrohr ist bei 20 °C genau 4500 mm lang. Es wird auf 90 °C erwärmt.
Gegeben: L0 = 4500 mm; alpha = 0,000012 1/K; T1 = 20 °C, T2 = 90 °C
Gesucht: ΔL in mm
Lösungsweg:
- ΔT = 90 − 20 = 70 K
- ΔL = 4500 · 0,000012 · 70
Ergebnis: ΔL = 3,78 mm
Aufgabe 2: Eine Welle aus Werkzeugstahl (alpha = 0,0000115 1/K) ist 1200 mm lang und wird von 60 °C auf 20 °C abgekühlt.
Gegeben: L0 = 1200 mm; alpha = 0,0000115 1/K; ΔT = 20 − 60 = −40 K
Gesucht: ΔL in mm
Lösungsweg:
- ΔL = 1200 · 0,0000115 · (−40)
Ergebnis: ΔL = −0,552 mm (Verkürzung um 0,552 mm)
Aufgabe 3: Ein Graugussträger (alpha = 0,000010 1/K) darf sich bei einer Erwärmung um 60 K höchstens um 2,4 mm ausdehnen. Welche maximale Ausgangslänge ist zulässig?
Gegeben: ΔL = 2,4 mm; alpha = 0,000010 1/K; ΔT = 60 K
Gesucht: L0 in mm
Lösungsweg:
- L0 = ΔL / (alpha · ΔT) = 2,4 / (0,000010 · 60)
Ergebnis: L0 = 4000 mm
Aufgabe 4: Zwei gleich lange Träger von je 5000 mm – einer aus Baustahl (alpha = 0,000012 1/K), einer aus Grauguss (alpha = 0,000010 1/K) – werden um 45 K erwärmt. Wie groß ist der Unterschied der Längenänderungen?
Gegeben: L0 = 5000 mm; alpha_Stahl = 0,000012 1/K; alpha_Guss = 0,000010 1/K; ΔT = 45 K
Gesucht: Differenz der Längenänderungen
Lösungsweg:
- Stahl: 5000 · 0,000012 · 45 = 2,7 mm
- Grauguss: 5000 · 0,000010 · 45 = 2,25 mm
Ergebnis: Unterschied = 0,45 mm
In welcher Form liegt das Eisen im Eisenerz vor?
- a) Als reines metallisches Eisen
- b) Als Eisenkarbid
- c) Als flüssiges Roheisen
- d) Als Eisenoxid, also chemisch an Sauerstoff gebunden
Richtig: d)
Im Erz ist Eisen an Sauerstoff gebunden (Oxid) und muss erst durch Reduktion freigesetzt werden. a), b) und c) treffen nicht zu.
Welche Reihenfolge der Kohlenstoffgehalte ist korrekt?
- a) Roheisen ≈ 4 % > Gusseisen > 2,06 % > Stahl
- b) Stahl > Roheisen > Gusseisen
- c) Gusseisen > Stahl > Roheisen
- d) Alle drei haben denselben Kohlenstoffgehalt
Richtig: a)
Roheisen liegt bei rund 4 %, Gusseisen über 2,06 %, Stahl darunter. Damit ist a) korrekt; die anderen Reihenfolgen widersprechen den Grenzwerten.
Ein Bauteil muss gut schweißbar und zäh sein. Welcher Werkstoff passt am besten?
- a) Hochkohlenstoffhaltiger Werkzeugstahl
- b) Grauguss mit Lamellengrafit
- c) Niedrig gekohlter Baustahl
- d) Roheisen direkt aus dem Hochofen
Richtig: c)
Niedriger Kohlenstoffgehalt bedeutet gute Schweißbarkeit und Zähigkeit. a) ist schlecht schweißbar, b) ist spröde und kaum schweißbar, d) ist überhaupt nicht verarbeitbar.
Was beschreibt das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm?
- a) Die Marktpreise von Stahl über die Jahre
- b) Welche Gefüge bei welcher Kombination aus Kohlenstoffgehalt und Temperatur auftreten
- c) Den Stromverbrauch eines Elektroofens
- d) Die Abmessungen genormter Walzprofile
Richtig: b)
Das EKD ordnet jedem Punkt aus C-Gehalt und Temperatur ein Gefüge zu. Die anderen Antworten haben damit nichts zu tun.
Warum ist Sphäroguss belastbarer als Grauguss?
- a) Weil der kugelige Grafit keine scharfen Spannungsspitzen erzeugt
- b) Weil er weniger als 2,06 % C enthält
- c) Weil er aus Aluminium besteht
- d) Weil er nicht magnetisch ist
Richtig: a)
Runde Grafiteinschlüsse vermeiden die Kerbwirkung der Lamellenspitzen. b) ist falsch (beides ist Gusseisen), c) und d) treffen nicht zu.
Welche Eigenschaft nimmt mit steigendem Kohlenstoffgehalt ab?
- a) Härte
- b) Zugfestigkeit
- c) Zähigkeit
- d) Dichte
Richtig: c)
Mehr Kohlenstoff bedeutet mehr Härte und Festigkeit, aber weniger Zähigkeit. Die Dichte bleibt dabei nahezu unverändert.
Was passiert chemisch beim Frischen?
- a) Dem Roheisen wird Kohlenstoff zugesetzt
- b) Dem Roheisen wird durch eingeblasenen Sauerstoff Kohlenstoff entzogen
- c) Das Roheisen wird mit Chrom legiert
- d) Das Roheisen wird lediglich umgeschmolzen, ohne Änderung der Zusammensetzung
Richtig: b)
Frischen senkt den Kohlenstoffgehalt durch Oxidation mit eingeblasenem Sauerstoff. a) ist das Gegenteil, c) ist ein anderer Vorgang, d) trifft nicht zu.
Wodurch erreichen nichtrostende Stähle ihre Korrosionsbeständigkeit?
- a) Durch einen hohen Kohlenstoffgehalt
- b) Durch Magnetisierung
- c) Durch besonders langsames Abkühlen
- d) Durch eine Schutzschicht, die ein ausreichend hoher Chromanteil bildet
Richtig: d)
Ein Chromanteil über etwa 10,5 % bildet eine dichte Schutzschicht. Die anderen Antworten sind nicht die Ursache.
Eine Welle aus Baustahl (alpha = 0,000012 1/K) ist 1500 mm lang und wird um 60 K erwärmt. Wie groß ist die Längenänderung?
- a) etwa 1,08 mm
- b) etwa 0,108 mm
- c) etwa 10,8 mm
- d) etwa 0,0108 mm
Richtig: a)
ΔL = 1500 · 0,000012 · 60 = 1,08 mm. Die anderen Werte stammen aus Kommafehlern.
Warum ist Roheisen kein direkt verwendbarer Konstruktionswerkstoff?
- a) Es ist zu teuer
- b) Es enthält zu wenig Kohlenstoff
- c) Sein hoher Kohlenstoffgehalt macht es spröde und nicht umformbar
- d) Es ist nicht magnetisch
Richtig: c)
Mit rund 4 % C ist Roheisen hart, aber spröde – nicht schmiedbar, nicht schweißbar. b) ist das Gegenteil, a) und d) treffen nicht zu.
Welche Aussage zu Stahlguss ist korrekt?
- a) Er hat über 2,06 % C und gehört damit zum Gusseisen
- b) Er hat Stahleigenschaften, wird aber in eine Form gegossen
- c) Er kann grundsätzlich nicht legiert werden
- d) Er ist kein Eisenwerkstoff
Richtig: b)
Stahlguss liegt unter 2,06 % C (Stahl) und wird gegossen, um komplexe Formen zu erzeugen. a) würde ihn zu Gusseisen machen, c) und d) sind falsch.
Was bewirkt das Legierungselement Chrom in ausreichender Menge?
- a) Es senkt den Schmelzpunkt drastisch
- b) Es erhöht ausschließlich die Dichte
- c) Es entfernt den gesamten Kohlenstoff
- d) Es macht den Stahl korrosionsbeständig
Richtig: d)
Chrom bildet die Schutzschicht nichtrostender Stähle. Die anderen Wirkungen treffen nicht zu.
Glossar
- Eisenerz
- Gestein, in dem Eisen chemisch an Sauerstoff gebunden (als Oxid) vorliegt; Ausgangsstoff der Eisengewinnung.
- Reduktion
- Chemischer Vorgang, bei dem einem Stoff Sauerstoff entzogen wird; Gegenteil der Oxidation.
- Hochofen
- Großanlage, in der Eisenerz mithilfe von Koks zu flüssigem Roheisen reduziert wird.
- Roheisen
- Produkt des Hochofens mit etwa 4 bis 4,5 % Kohlenstoff; hart, aber spröde und nicht direkt verwendbar.
- Frischen
- Senken des Kohlenstoffgehalts im Roheisen durch eingeblasenen Sauerstoff; Weg vom Roheisen zum Stahl.
- Stahl
- Eisen-Kohlenstoff-Werkstoff mit bis zu etwa 2,06 % Kohlenstoff; schmiedbar, walzbar, meist schweißbar.
- Gusseisen
- Eisen-Kohlenstoff-Werkstoff mit mehr als etwa 2,06 % Kohlenstoff; gut gießbar, aber nicht schmiedbar.
- Legierungselement
- Gezielt zugesetztes Element wie Chrom, Nickel, Mangan oder Silizium, das die Eigenschaften eines Stahls verändert.
- Eisen-Kohlenstoff-Diagramm (EKD)
- Diagramm, das die Gefügezustände von Eisen-Kohlenstoff-Werkstoffen in Abhängigkeit von Kohlenstoffgehalt und Temperatur darstellt; Grundlage der Wärmebehandlung.
- Gefüge
- Innere Kristallstruktur eines Werkstoffs, die maßgeblich seine Eigenschaften bestimmt.
- Grafit
- Reine, weiche Form des Kohlenstoffs; liegt im Gusseisen als Lamellen oder Kugeln im Gefüge vor.
- Lamellengrafit (Grauguss)
- Gusseisen, in dem das Grafit in dünnen Lamellen vorliegt; gut dämpfend und gießbar, aber spröde.
- Kugelgrafit (Sphäroguss)
- Gusseisen mit kugeligen Grafiteinschlüssen; deutlich zäher als Grauguss.
- Längenausdehnungskoeffizient
- Materialkennwert, der angibt, wie stark sich ein Werkstoff je Kelvin Temperaturänderung ausdehnt.
