Stahlbezeichnungen verstehen (ÖNORM EN 10027)
Auf einer Konstruktionszeichnung steht „S235JR“, auf dem Lieferschein „1.0038″, und im Materiallager liegt ein Coil mit der Aufschrift „C45″. Drei Codes, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben — und doch beschreiben sie jeweils einen ganz bestimmten Stahl mit klar festgelegten Eigenschaften. Wer diese Kurzbezeichnungen lesen kann, erkennt sofort, womit er es zu tun hat: ob ein Stahl tragend belastet werden darf, wie viel Kohlenstoff heulhält oder ob er rostfrei ist. Dieser Beitrag zeigt, wie das System dahinter aufgebaut ist und wie man jede Bezeichnung Stück für Stück entschlüsselt.
Vorwissen
- Eisen und Stahl – Grundlagen
- Werkstoffeigenschaften: Festigkeit, Härte, Zähigkeit
- SI-Einheiten und Einheitenumrechnung
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- die beiden Bezeichnungssysteme nach ÖNORM EN 10027 (Kurzname und Werkstoffnummer) unterscheiden und erklären, wofür jedes gedacht ist
- einen Kurznamen nach Verwendung wie S235JR vollständig in seine Bestandteile zerlegen und deuten
- aus einer Bezeichnung nach chemischer Zusammensetzung (z. B. C45 oder 42CrMo4) den tatsächlichen Gehalt der Legierungselemente berechnen
- hochlegierte Stähle am vorangestellten X erkennen und ihre Zusammensetzung ablesen
- den Aufbau einer Werkstoffnummer (1.XXXX) erklären
1. Warum Stahl überhaupt benannt wird
Es gibt nicht „den Stahl“. Allein in Europa sind mehrere tausend Stahlsorten genormt, und jede hat ihr eigenes Profil aus Festigkeit, Verformbarkeit, Schweißeignung und Korrosionsverhalten. Ein Stahl für eine geschweißte Hallenkonstruktion verhält sich völlig anders als einer für eine gehärtete Getriebewelle. Damit auf der Baustelle, im Konstruktionsbüro und im Stahlhandel alle vom selben Werkstoff sprechen, braucht es eine eindeutige, genormte Sprache.
Diese Sprache liefert die ÖNORM EN 10027. Sie ist in zwei Teile gegliedert, und beide beschreiben denselben Stahl — nur auf unterschiedliche Weise:
Teil 1 legt den Kurznamen fest. Das ist die sprechende Bezeichnung, die man auf Zeichnungen und im Gespräch verwendet. Sie ist so aufgebaut, dass man Eigenschaften direkt ablesen kann — S235JR sagt einem geübten Auge schon einiges über den Stahl.
Teil 2 legt die Werkstoffnummer fest. Das ist eine reine Zahlenkennung der Form 1.XXXX, gedacht für Datenbanken, Materialwirtschaft und EDV-Systeme. Sie ist nicht sprechend, dafür kurz, eindeutig und maschinenlesbar.
Beide Bezeichnungen existieren parallel für denselben Werkstoff. S235JR und 1.0038 meinen exakt denselben Stahl — die eine Form ist für Menschen gemacht, die andere für Computer.
Der Werkstoff selbst — also was Stahl überhaupt ist und wie er sich von Gusseisen abgrenzt — wird an anderer Stelle behandelt. Hier geht es ausschließlich darum, die Bezeichnungen zu lesen.
Welche Aussage zur ÖNORM EN 10027 trifft zu?
- a) Sie regelt zwei parallele Bezeichnungssysteme: Kurzname und Werkstoffnummer.
- b) Sie definiert ausschließlich die chemische Zusammensetzung von Stählen.
- c) Sie legt nur die zulässigen Festigkeitswerte fest.
- d) Sie ist eine reine DIN-Norm ohne europäische Gültigkeit.
Richtig: a)
Die Norm besteht aus zwei Teilen — Teil 1 (Kurzname) und Teil 2 (Werkstoffnummer). Sie regelt also die Bezeichnung, nicht die Festigkeitswerte oder die Zusammensetzung selbst. Antwort d ist falsch, weil es sich um eine europäische Norm (EN) handelt, die in Österreich als ÖNORM EN übernommen ist.
Warum existieren für denselben Stahl zwei verschiedene Bezeichnungen nebeneinander?
- a) Weil Kurzname und Werkstoffnummer unterschiedliche Stähle meinen.
- b) Weil die Werkstoffnummer veraltet ist und nur noch selten genutzt wird.
- c) Weil der Kurzname für Menschen sprechend ist, die Werkstoffnummer dagegen maschinenlesbar für EDV-Systeme.
- d) Weil eine der beiden Bezeichnungen nur in Österreich gilt.
Richtig: c)
Beide Bezeichnungen beschreiben exakt denselben Werkstoff. Der Kurzname lässt Eigenschaften direkt ablesen, die Werkstoffnummer ist eine kurze, eindeutige Kennung für Datenbanken und Materialwirtschaft. Beide sind gleichermaßen gültig und gebräuchlich.
2. Die zwei Hauptgruppen: nach Verwendung oder nach Zusammensetzung
Innerhalb des Kurznamen-Systems aus Teil 1 gibt es eine grundlegende Weiche. Ein Stahl wird entweder nach seiner Verwendung und seinen mechanischen Eigenschaften bezeichnet oder nach seiner chemischen Zusammensetzung. Welcher Weg gewählt wird, hängt vom Einsatzzweck des Stahls ab — und genau diese Weiche muss man zuerst erkennen, um eine Bezeichnung richtig zu lesen.
Gruppe 1 – Bezeichnung nach Verwendung und mechanischen Eigenschaften. Hier beginnt der Name mit einem Kennbuchstaben für das Anwendungsgebiet, gefolgt von einer Zahl, die meist die garantierte Mindeststreckgrenze angibt. Das ist typisch für Stähle, bei denen es vor allem auf die Belastbarkeit ankommt und weniger auf die genaue chemische Rezeptur — etwa Baustähle für Tragwerke.
Gruppe 2 – Bezeichnung nach chemischer Zusammensetzung. Hier verrät der Name direkt, welche Elemente in welcher Menge enthalten sind. Das ist typisch für Stähle, deren Verhalten man über die Legierung gezielt einstellt — etwa Vergütungsstähle oder rostfreie Stähle.
Die wichtigsten Kennbuchstaben der Gruppe 1:
| Kennbuchstabe | Stahlgruppe |
|---|---|
| S | Stähle für den Stahlbau (Baustahl) |
| E | Maschinenbaustähle |
| P | Stähle für den Druckbehälterbau |
| L | Stähle für den Rohrleitungsbau |
| B | Betonstähle |
| H | kaltgewalzte Flacherzeugnisse mit höherer Streckgrenze |
| D | Flacherzeugnisse zum Kaltumformen |
Die Gruppe 2 hat keinen solchen Anwendungs-Buchstaben am Anfang. Stattdessen beginnt sie entweder direkt mit einem C (für unlegierte Stähle), mit einer Zahl (für niedriglegierte Stähle) oder mit einem X (für hochlegierte Stähle). Wie diese Schreibweisen genau funktionieren, ist Thema von Kapitel 4.
Die erste Frage beim Lesen einer Bezeichnung lautet also immer: Steht am Anfang ein Anwendungs-Kennbuchstabe wie S, E oder P? Dann handelt es sich um Gruppe 1. Beginnt der Name mit C, X oder einer Zahl, ist es Gruppe 2.
Ein Stahl trägt die Bezeichnung E295. Zu welcher Hauptgruppe gehört er und was sagt der Anfang aus?
- a) Gruppe 2, das E steht für ein Legierungselement.
- b) Gruppe 1, das E kennzeichnet einen Maschinenbaustahl.
- c) Gruppe 2, das E steht für „Edelstahl“.
- d) Gruppe 1, das E steht für die Prüftemperatur.
Richtig: b)
E ist un Anwendungs-Kennbuchstabe und steht für Maschinenbaustähle — damit gehört E295 zur Gruppe 1 (Bezeichnung nach Verwendung). Die Zahl 295 gibt die Mindeststreckgrenze an. „Edelstahl“ oder „Prüftemperatur“ sind frei erfunden, und un Legierungselement wäre Gruppe 2.
Woran erkennt man auf einen Blick, dass eine Bezeichnung zur Gruppe „chemische Zusammensetzung“ gehört?
- a) Sie beginnt mit C, mit einer Zahl oder mit einem X statt mit einem Anwendungs-Kennbuchstaben.
- b) Sie beginnt immer mit dem Buchstaben S.
- c) Sie enthält ausschließlich Buchstaben, keine Zahlen.
- d) Sie ist immer länger als acht Zeichen.
Richtig: a)
Gruppe 2 hat keinen Anwendungs-Kennbuchstaben am Anfang. Unlegierte Stähle starten mit C, niedriglegierte mit einer Zahl, hochlegierte mit X. Ein S am Anfang wäre dagegen un Baustahl und damit Gruppe 1. Die Länge sagt über die Gruppe nichts aus.
Welcher der folgenden Kennbuchstaben steht für Stähle des Druckbehälterbaus?
- a) S
- b) E
- c) B
- d) P
Richtig: d)
P kennzeichnet Stähle für den Druckbehälterbau (engl. „pressure“). S steht für Stahlbau, E für Maschinenbau, B für Betonstähle. Die Buchstaben sind bewusst an die englischen Anwendungsbegriffe angelehnt, was das Merken erleichtert.
3. Bezeichnung nach Verwendung — den Code lesen
Stähle der Gruppe 1 lassen sich wie ein Steckbrief lesen. Jeder Teil der Bezeichnung steht für eine bestimmte Eigenschaft. Am besten zeigt sich das am häufigsten verbauten Baustahl überhaupt: S235JR.
Zerlegt man die Bezeichnung von links nach rechts:
S — der Kennbuchstabe für Baustahl (Stahlbau).
235 — die garantierte Mindeststreckgrenze in N/mm². Die Mindeststreckgrenze ist jene Spannung, bis zu der sich der Stahl bei Belastung wieder vollständig zurückverformt; darüber beginnt die bleibende Verformung. Ein S235 hält mindestens 235 N/mm² aus, bevor er dauerhaft nachgibt. Die Streckgrenze darf dabei nicht mit der höheren Zugfestigkeit verwechselt werden — das ist die maximale Spannung, die der Stahl überhaupt erträgt, kurz bevor er bricht. Die Streckgrenze liegt immer unter der Zugfestigkeit. Die Streckgrenze als Werkstoffeigenschaft wird an anderer Stelle ausführlich behandelt — hier genügt: je höher die Zahl, desto belastbarer der Stahl.
JR — diese Zusatzangabe beschreibt die Kerbschlagarbeit, also die Zähigkeit bei schlagartiger Beanspruchung, und die Temperatur, bei der sie geprüft wird. Der Buchstabe gibt die Höhe der garantierten Kerbschlagarbeit an, das nachfolgende Zeichen die Prüftemperatur.
Die Systematik des Zusatzes:
| Symbol | Kerbschlagarbeit | Prüftemperatur |
|---|---|---|
| JR | 27 Joule | bei +20 °C |
| J0 | 27 Joule | bei 0 °C |
| J2 | 27 Joule | bei −20 °C |
| K2 | 40 Joule | bei −20 °C |
Ein S235JR wird also bei Raumtemperatur (+20 °C) auf eine Kerbschlagarbeit von 27 Joule geprüft, ein S235J2 dagegen bei −20 °C. Letzterer ist damit besser für tiefe Temperaturen geeignet — wichtig etwa bei Stahlbauten im Freien.
An den Grundnamen können weitere Zusatzsymbole angehängt werden, die Lieferzustand oder besondere Eigenschaften kennzeichnen. Gebräuchlich sind unter anderem:
| Zusatz | Bedeutung |
|---|---|
| +N | normalgeglüht geliefert |
| +AR | im Walzzustand geliefert (ohne Nachbehandlung) |
| +C | kaltverfestigt |
| G | Stahlguss (vorangestellt, z. B. GS-…) |
Einige gängige Baustähle und ihre Mindeststreckgrenze im Überblick:
| Bezeichnung | Mindeststreckgrenze | typischer Einsatz |
|---|---|---|
| S235 | 235 N/mm² | allgemeiner Stahlbau, unkritische Tragteile |
| S275 | 275 N/mm² | höher belastete Konstruktionen |
| S355 | 355 N/mm² | Brücken, Kranbau, tragende Stahlbauten |
Was bedeutet die Zahl 275 in der Bezeichnung S275J0?
- a) Die Zugfestigkeit beträgt 275 N/mm².
- b) Die Mindeststreckgrenze beträgt 275 N/mm².
- c) Der Stahl enthält 2,75 % Kohlenstoff.
- d) Die Prüftemperatur liegt bei 275 °C.
Richtig: b)
Bei Baustählen der Gruppe 1 gibt die Zahl nach dem Kennbuchstaben die garantierte Mindeststreckgrenze in N/mm² an, nicht die Zugfestigkeit (die höher liegt). Ein Kohlenstoffgehalt von 2,75 % wäre zudem technisch unmöglich für einen Stahl, und eine Prüftemperatur steckt im Zusatz J0 (hier 0 °C).
Zwei Stähle S235JR und S235J2 sollen für eine geschweißte Außenkonstruktion in einer kalten Region verglichen werden. Welche Aussage ist korrekt?
- a) Beide sind gleichwertig, weil die Streckgrenze identisch ist.
- b) S235JR ist besser geeignet, weil JR für „robust“ steht.
- c) S235J2 is besser geeignet, weil seine Kerbschlagarbeit bei −20 °C garantiert ist.
- d) S235J2 ist schwächer, weil J2 eine niedrigere Streckgrenze bedeutet.
Richtig: c)
Beide haben dieselbe Mindeststreckgrenze von 235 N/mm². Der Unterschied liegt in der Prüftemperatur der Kerbschlagarbeit: JR wird bei +20 °C, J2 bei −20 °C geprüft. Für tiefe Temperaturen ist J2 die sichere Wahl, weil seine Zähigkeit auch in der Kälte garantiert ist. „JR“ steht nicht für „robust“.
Was sagt der Zusatz +N in der Bezeichnung S355J2+N aus?
- a) Der Stahl enthält Stickstoff als Hauptlegierungselement.
- b) Die Streckgrenze ist negativ toleriert.
- c) Der Stahl ist nicht schweißbar.
- d) Der Stahl wurde normalgeglüht geliefert.
Richtig: d)
+N kennzeichnet den Lieferzustand „normalgeglüht“. Es bezieht sich auf die Wärmebehandlung, nicht auf ein Legierungselement und auch nicht auf eine Toleranz oder die Schweißbarkeit. Der Lieferzustand ist für die mechanischen Eigenschaften des fertigen Bauteils mitentscheidend.
4. Bezeichnung nach chemischer Zusammensetzung
Bei Gruppe 2 verrät der Name direkt die chemische Rezeptur. Hier unterscheidet man drei Fälle, die sich an der Höhe des Legierungsanteils orientieren: unlegierte, niedriglegierte und hochlegierte Stähle. Jeder Fall hat seine eigene Schreibweise — und genau diese unterschiedlichen Logiken machen das Lesen anfangs etwas knifflig.
Unlegierte Stähle
Unlegierte Stähle (mit Ausnahme der Automatenstähle) beginnen mit dem Buchstaben C für Kohlenstoff, gefolgt von einer Zahl. Diese Zahl ist der 100-fache Kohlenstoffgehalt in Prozent. Um den echten Gehalt zu bekommen, teilt man die Zahl durch 100:
%C = Zahl nach dem C / 100
- %C … Kohlenstoffgehalt in Prozent
- Zahl … die im Namen genannte Kennzahl
Beispiel C45:
%C = 45 / 100 = 0,45
Ein C45 enthält also rund 0,45 % Kohlenstoff. Der Faktor 100 ist nötig, weil man im Namen ganze Zahlen haben möchte — 0,45 wäre als „C0,45″ unhandlich, 45 ist sauberer. Üblich sind Kohlenstoffgehalte bis etwa 1 %; ein C100 mit genau 1,0 % Kohlenstoff markiert in der Praxis schon den oberen Rand der gebräuchlichen Werte.
Niedriglegierte Stähle
Niedriglegierte Stähle (Legierungsanteil je Element unter 5 %) beginnen mit dem 100-fachen Kohlenstoffgehalt, gefolgt von den chemischen Symbolen der Legierungselemente und schließlich deren Gehaltskennzahlen. Damit auch hier ganze Zahlen herauskommen, werden die Gehalte der Legierungselemente mit element-abhängigen Multiplikatoren versehen. Um vom Namen auf den echten Gehalt zu kommen, dividiert man durch den passenden Multiplikator:
Echtgehalt = Kennzahl / Multiplikator
- Echtgehalt … tatsächlicher Anteil des Elements in Prozent
- Kennzahl … die im Namen genannte Zahl zum Element
- Multiplikator … element-abhängiger Faktor
Die gebräuchlichsten Multiplikatoren:
| Faktor | Legierungselemente |
|---|---|
| 4 | Cr, Co, Mn, Ni, Si, W |
| 10 | Al, Cu, Mo, Nb, Pb, Ta, Ti, V, Zr |
| 100 | C, Ce, N, P, S |
| 1000 | B |
Beispiel 42CrMo4:
Die erste Zahl, 42, ist der 100-fache Kohlenstoffgehalt:
%C = 42 / 100 = 0,42
Dann folgen die Legierungselemente Cr (Chrom) und Mo (Molybdän). Die Zahl 4 am Ende gehört zum erstgenannten Element Chrom und muss durch dessen Multiplikator (4) geteilt werden:
%Cr = 4 / 4 = 1,0
Für Molybdän ist keine Zahl angegeben — das bedeutet, der Gehalt ist zwar legierungswirksam, aber zu gering für eine eigene Kennzahl. Ein 42CrMo4 hat also rund 0,42 % Kohlenstoff und etwa 1 % Chrom, dazu einen kleinen Molybdän-Anteil.
Hochlegierte Stähle
Hochlegierte Stähle (mindestens ein Element mit 5 % oder mehr) erkennt man am vorangestellten X. Bei ihnen entfallen die Multiplikatoren: Die Zahlen nach den Elementsymbolen sind die direkten Prozentwerte. Lediglich der Kohlenstoffgehalt am Anfang bleibt wieder der 100-fache Wert.
Beispiel X5CrNi18-10:
%C = 5 / 100 = 0,05
Danach: Cr 18 % und Ni 10 % — diese Zahlen werden direkt gelesen, ohne Division. Ein X5CrNi18-10 ist also der klassische rostfreie austenitische Stahl mit rund 0,05 % Kohlenstoff, 18 % Chrom und 10 % Nickel.
Gelöstes Beispiel
Bestimme den Kohlenstoff- und Chromgehalt des Stahls 34Cr4.
Gegeben: Kennzahl Kohlenstoff: 34, Kennzahl Chrom: 4, Multiplikator Chrom: 4
Gesucht: %C und %Cr in Prozent
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Kohlenstoffgehalt:
%C = 34 / 100 = 0,34 % - Schritt 2 — Chromgehalt:
%Cr = 4 / 4 = 1,0 %
Ergebnis: Der Stahl 34Cr4 enthält rund 0,34 % Kohlenstoff und 1,0 % Chrom.
Übungen
Wie viel Kohlenstoff enthält ein C35?
%C = 35 / 100 = 0,35 %.
Bestimme den Kohlenstoffgehalt eines hochlegierten Stahls X8Cr17.
%C = 8 / 100 = 0,08 %. (Der Chromgehalt von 17 % wird bei hochlegierten Stählen direkt gelesen.)
Berechne für 25CrMo4 den Kohlenstoff- und den Chromgehalt.
%C = 25 / 100 = 0,25 %; %Cr = 4 / 4 = 1,0 %. Molybdän ohne Kennzahl, daher geringer Anteil.
Ein niedriglegierter Stahl trägt die Bezeichnung 51CrV4. Bestimme Kohlenstoff- und Chromgehalt und erkläre, warum für Vanadium kein Wert berechnet werden kann.
%C = 51 / 100 = 0,51 %; %Cr = 4 / 4 = 1,0 %. Für Vanadium (V) ist keine Kennzahl angegeben, daher ist sein Anteil zwar wirksam, aber zu klein für eine eigene Zahl — eine Berechnung ist ohne Kennzahl nicht möglich.
Der Stahl 16MnCr5 soll vollständig ausgewertet werden. Bestimme den Kohlenstoffgehalt sowie den Gehalt des erstgenannten Legierungselements und begründe, welcher Multiplikator zu verwenden ist.
%C = 16 / 100 = 0,16 %. Das erstgenannte Legierungselement mit Kennzahl ist Mangan (Mn), zugehörige Kennzahl 5. Mangan wird durch 4 geteilt: %Mn = 5 / 4 = 1,25 %. Chrom steht ohne eigene Kennzahl und hat daher einen geringen Anteil.
Ein Stahl trägt die Bezeichnung 42CrMo4. Welcher Chromgehalt ergibt sich?
- a) 0,42 %
- b) 0,40 %
- c) 1,0 %
- d) 4,0 %
Richtig: c)
Die Kennzahl 4 gehört zum Chrom, das mit dem Faktor 4 zu teilen ist: 4/4 = 1,0 %. 0,42 % wäre der Kohlenstoffgehalt (42/100), 0,40 % entstünde durch fälschliches Teilen durch 10, und 4,0 % entstünde, wenn man gar nicht dividiert.
Woran erkennt man einen hochlegierten Stahl und wie liest man bei ihm die Element-Zahlen?
- a) Am vorangestellten X; die Zahlen nach den Elementen sind direkte Prozentwerte.
- b) Am Anfangsbuchstaben C; die Zahlen werden durch 4 geteilt.
- c) An der fehlenden Zahl am Anfang; alle Zahlen werden durch 100 geteilt.
- d) Am Anfangsbuchstaben S; die Zahl ist die Streckgrenze.
Richtig: a)
Hochlegierte Stähle (mindestens ein Element ≥ 5 %) tragen ein vorangestelltes X. Bei ihnen entfallen die Multiplikatoren für die Legierungselemente — die Zahlen sind direkte Prozentwerte. Nur der Kohlenstoffgehalt am Anfang bleibt der 100-fache Wert.
Warum braucht man bei niedriglegierten Stählen überhaupt unterschiedliche Multiplikatoren für verschiedene Elemente?
- a) Damit die Namen möglichst lang werden.
- b) Weil verschiedene Elemente in stark unterschiedlichen typischen Mengen vorkommen und so mit ganzen Zahlen handhabbar bleiben.
- c) Weil die Multiplikatoren die Festigkeit des Stahls angeben.
- d) Weil hochlegierte und niedriglegierte Stähle sonst gleich hießen.
Richtig: b)
Die element-spezifischen Faktoren sorgen dafür, dass aus typischen, oft krummen Prozentwerten saubere ganze Zahlen im Namen werden. Elemente wie Chrom kommen in größeren Mengen vor (Faktor 4), Molybdän in kleineren (Faktor 10). Mit die Festigkeit haben die Faktoren nichts zu tun.
Ein Werkstattzettel nennt einen Stahl „X2CrNiMo17-12-2″. Wie hoch ist der Kohlenstoffgehalt?
- a) 2 %
- b) 0,2 %
- c) 0,17 %
- d) 0,02 %
Richtig: d)
Auch bei hochlegierten Stählen gilt für Kohlenstoff der Faktor 100: 2/100 = 0,02 %. Die nachfolgenden Zahlen 17-12-2 sind die direkten Prozentwerte für Chrom, Nickel und Molybdän. Der niedrige Kohlenstoffgehalt ist typisch für gut schweißbare rostfreie Stähle.
5. Die Werkstoffnummer (EN 10027-2)
Neben dem sprechenden Kurznamen besitzt jeder Stahl eine Werkstoffnummer nach Teil 2 der Norm. Sie ist rein numerisch aufgebaut und hat die Form:
1.XXXX
- 1 … Werkstoffhauptgruppe (1 = Stahl)
- XX … Stahlgruppennummer
- XX … Zählnummer innerhalb der Gruppe
Die führende 1 vor dem Punkt steht für die Werkstoffhauptgruppe Stahl. Danach folgen vier Ziffern: Die ersten beiden bilden die Stahlgruppennummer (sie ordnen den Stahl einer Sorten-Familie zu, etwa Baustähle oder nichtrostende Stähle), die letzten beiden sind eine reine Zählnummer, die den einzelnen Stahl innerhalb seiner Gruppe eindeutig macht.
Anders als der Kurzname ist die Werkstoffnummer nicht sprechend — man kann aus ihr keine Eigenschaften direkt ablesen. Ihr Vorteil liegt woanders: Sie ist kurz, eindeutig und maschinenlesbar. In Materialwirtschaftssystemen, Prüfprotokollen und Datenbanken lässt sich mit einer reinen Zahlenfolge zuverlässiger arbeiten als mit einem Kurznamen, der Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen mischt.
Beide Bezeichnungen gehören zusammen. Dieselben Stähle, die wir oben über den Kurznamen kennengelernt haben, tragen jeweils eine feste Werkstoffnummer:
| Kurzname | Werkstoffnummer |
|---|---|
| S235JR | 1.0038 |
| S355J2 | 1.0577 |
| C45 | 1.0503 |
| 42CrMo4 | 1.7225 |
| X5CrNi18-10 | 1.4301 |
Man erkennt an den Stahlgruppennummern bereits eine grobe Ordnung: Die unlegierten Bau- und Kohlenstoffstähle liegen im Bereich 1.00xx bis 1.05xx, die nichtrostenden Stähle im Bereich 1.40xx bis 1.4xxx. Der bekannte „V2A“-Stahl X5CrNi18-10 etwa trägt die in der Praxis vielzitierte Nummer 1.4301.
Wofür steht die führende Ziffer 1 in einer Werkstoffnummer wie 1.4301?
- a) Für die Werkstoffhauptgruppe Stahl.
- b) Für die Anzahl der Legierungselemente.
- c) Für den Kohlenstoffgehalt in Prozent.
- d) Für die Festigkeitsklasse.
Richtig: a)
Die Ziffer vor dem Punkt kennzeichnet die Werkstoffhauptgruppe; die 1 steht dabei für Stahl. Sie hat nichts mit der Zahl der Legierungselemente, dem Kohlenstoffgehalt oder einer Festigkeitsklasse zu tun.
Ein Kollege fragt, warum im Lagersystem „1.0038″ statt „S235JR“ geführt wird. Welche Begründung ist fachlich richtig?
- a) Weil die Werkstoffnummer mehr über die Eigenschaften verrät als der Kurzname.
- b) Weil der Kurzname in Österreich nicht zulässig ist.
- c) Weil die rein numerische Werkstoffnummer eindeutig und maschinenlesbar ist und Verwechslungen vermeidet.
- d) Weil S235JR und 1.0038 zwei verschiedene Stähle sind.
Richtig: c)
Beide bezeichnen denselben Stahl. Der Kurzname ist sprechender, aber die Werkstoffnummer ist als reine Zahlenfolge für EDV-Systeme eindeutiger und weniger fehleranfällig. Der Kurzname ist selbstverständlich zulässig — er steht ja auf der Zeichnung.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Bestimme den Kohlenstoffgehalt des unlegierten Stahls C60.
Gegeben: Kennzahl 60, unlegierter Stahl
Gesucht: %C in Prozent
Lösungsweg:
- %C = 60 / 100
Ergebnis: 0,60 % Kohlenstoff.
Aufgabe 2: Bestimme für 41Cr4 den Kohlenstoff- und den Chromgehalt.
Gegeben: Kennzahl C = 41; Kennzahl Cr = 4; Multiplikator Cr = 4
Gesucht: %C und %Cr
Lösungsweg:
- %C = 41 / 100 = 0,41 %
- %Cr = 4 / 4 = 1,0 %
Ergebnis: 0,41 % Kohlenstoff und 1,0 % Chrom.
Aufgabe 3: Ein niedriglegierter Stahl 36CrNiMo4 soll für Kohlenstoff und Chrom ausgewertet werden.
Gegeben: Kennzahl C = 36; Kennzahl Cr = 4; Multiplikator Cr = 4
Gesucht: %C und %Cr
Lösungsweg:
- %C = 36 / 100 = 0,36 %
- %Cr = 4 / 4 = 1,0 %
Ergebnis: 0,36 % Kohlenstoff und 1,0 % Chrom; Nickel und Molybdän ohne Kennzahl, daher geringer Anteil.
Aufgabe 4: Bestimme den Mangangehalt des Stahls 28Mn6.
Gegeben: Kennzahl Mn = 6; Multiplikator Mn = 4
Gesucht: %Mn
Lösungsweg:
- %Mn = 6 / 4 = 1,5 %
Ergebnis: 1,5 % Mangan (Kohlenstoffgehalt nebenbei: 28/100 = 0,28 %).
Welche Bezeichnung gehört zu einem hochlegierten Stahl?
- a) C45
- b) S275JR
- c) X6Cr17
- d) 42CrMo4
Richtig: c)
Das vorangestellte X kennzeichnet hochlegierte Stähle (mindestens ein Element ≥ 5 %). C45 ist unlegiert, S275JR ein Baustahl (Gruppe 1), 42CrMo4 ein niedriglegierter Stahl.
Ein Stahl heißt S355J2+N. Welche Kombination von Aussagen ist vollständig richtig?
- a) Mindeststreckgrenze 355 N/mm², Kerbschlagprüfung bei −20 °C, normalgeglüht geliefert.
- b) Kohlenstoffgehalt 3,55 %, Kerbschlagprüfung bei +20 °C, walzhart.
- c) Mindeststreckgrenze 355 N/mm², kein Kältenachweis, kaltverfestigt.
- d) Zugfestigkeit 355 N/mm², Prüftemperatur 0 °C, normalgeglüht.
Richtig: a)
S steht für Baustahl, 355 für die Mindeststreckgrenze in N/mm², J2 für 27 Joule Kerbschlagarbeit bei −20 °C und +N für den normalgeglühten Lieferzustand. Ein Kohlenstoffgehalt von 3,55 % wäre absurd hoch, und 355 ist die Streck-, nicht die Zugfestigkeit.
Bei welchem der folgenden Stähle wird die Zahl nach dem Elementsymbol NICHT durch einen Multiplikator geteilt?
- a) X5CrNi18-10
- b) 42CrMo4
- c) 34Cr4
- d) 16MnCr5
Richtig: a)
Bei hochlegierten Stählen (vorangestelltes X) sind die Element-Zahlen direkte Prozentwerte ohne Multiplikator. Bei den niedriglegierten Stählen 42CrMo4, 34Cr4 und 16MnCr5 müssen die Kennzahlen dagegen durch den element-spezifischen Faktor geteilt werden.
Welcher Faktor gilt für Molybdän bei der Auswertung niedriglegierter Stähle?
- a) 4
- b) 100
- c) 1000
- d) 10
Richtig: d)
Molybdän gehört zur Gruppe mit dem Multiplikator 10 (ebenso Aluminium, Kupfer, Vanadium, Titan u. a.). Der Faktor 4 gilt für Chrom, Mangan, Silizium, Nickel; 100 für Kohlenstoff, Phosphor, Schwefel; 1000 für Bor.
Eine Konstruktionszeichnung nennt „E335″. Welche Aussage trifft zu?
- a) Maschinenbaustahl mit Mindeststreckgrenze 335 N/mm².
- b) Hochlegierter Stahl mit 33,5 % Chrom.
- c) Unlegierter Stahl mit 3,35 % Kohlenstoff.
- d) Druckbehälterstahl mit 335 °C Prüftemperatur.
Richtig: a)
E ist der Kennbuchstabe für Maschinenbaustähle (Gruppe 1), 335 die Mindeststreckgrenze in N/mm². Ein hochlegierter Stahl trüge ein X, ein unlegierter ein C, ein Druckbehälterstahl ein P.
Was unterscheidet die Werkstoffnummer grundsätzlich vom Kurznamen?
- a) Die Werkstoffnummer gilt nur für legierte Stähle.
- b) Die Werkstoffnummer ist rein numerisch und nicht sprechend, der Kurzname lässt Eigenschaften ablesen.
- c) Der Kurzname ist eindeutiger als die Werkstoffnummer.
- d) Die Werkstoffnummer enthält immer den Kohlenstoffgehalt.
Richtig: b)
Die Werkstoffnummer (1.XXXX) ist eine reine Zahlenkennung für EDV und Datenbanken, aus der sich keine Eigenschaften ablesen lassen. Der Kurzname dagegen ist sprechend. Beide sind eindeutig und gelten für alle Stähle.
Ein Stahl 100Cr6 ist ein klassischer Wälzlagerstahl. Wie hoch ist sein Kohlenstoffgehalt?
- a) 100 %
- b) 6 %
- c) 0,06 %
- d) 1,0 %
Richtig: d)
Bei unlegierten und niedriglegierten Stählen ist die führende Zahl der 100-fache Kohlenstoffgehalt: 100/100 = 1,0 %. Dieser hohe Wert liegt am oberen Rand der gebräuchlichen Kohlenstoffgehalte und ist typisch für hochharte Wälzlagerstähle. Die 6 gehört zum Chrom (6/4 = 1,5 %).
Warum ist bei der Stahlbestellung die Angabe nur der Streckgrenze, etwa „S355″, oft nicht ausreichend?
- a) Weil die Streckgrenze keine genormte Größe ist.
- b) Weil S355 zwei völlig verschiedene Stähle bezeichnen kann.
- c) Weil die Streckgrenze sich im Betrieb laufend ändert.
- d) Weil ohne Zusatzsymbole Kerbschlagverhalten und Lieferzustand offen bleiben.
Richtig: d)
Erst die Zusätze wie J2 oder +N legen Kerbschlagarbeit, Prüftemperatur und Lieferzustand fest. Diese sind für das Bauteilverhalten — etwa Sprödbruchsicherheit bei Kälte — mitentscheidend. Die Streckgrenze allein beschreibt den Stahl nicht vollständig.
Bei 13CrMo4-5 stehen zwei Zahlen am Ende. Was bedeutet das?
- a) Es handelt sich um zwei verschiedene Werkstoffnummern.
- b) Die Zahlen 4 und 5 sind Kennzahlen für die beiden Legierungselemente Chrom und Molybdän.
- c) Die Zahlen geben Mindest- und Höchststreckgrenze an.
- d) Die zweite Zahl ist die Prüftemperatur.
Richtig: b)
Bei niedriglegierten Stählen mit mehreren legierungswirksamen Elementen werden deren Kennzahlen in der Reihenfolge der Elementsymbole angehängt, getrennt durch einen Bindestrich. Die 4 gehört zu Chrom (4/4 = 1,0 %), die 5 zu Molybdän (5/10 = 0,5 %).
Welche der folgenden Zuordnungen von Kurzname und Werkstoffnummer ist korrekt?
- a) C45 entspricht 1.4301.
- b) S235JR entspricht 1.7225.
- c) X5CrNi18-10 entspricht 1.4301.
- d) 42CrMo4 entspricht 1.0038.
Richtig: c)
X5CrNi18-10 ist der nichtrostende Stahl mit der bekannten Werkstoffnummer 1.4301. C45 trägt 1.0503, S235JR die 1.0038 und 42CrMo4 die 1.7225. Die nichtrostenden Stähle liegen im Bereich 1.4xxx.
Ein hochlegierter Stahl trägt die Bezeichnung X2CrNiMo17-12-2. Welcher Nickelgehalt ergibt sich?
- a) 1,2 %
- b) 3,0 %
- c) 0,12 %
- d) 12 %
Richtig: d)
Bei hochlegierten Stählen werden die Element-Zahlen direkt als Prozentwerte gelesen. Die Reihenfolge der Zahlen 17-12-2 entspricht der Reihenfolge der Symbole Cr-Ni-Mo, also 17 % Chrom, 12 % Nickel und 2 % Molybdän. Eine Division entfällt.
Glossar
- ÖNORM EN 10027
- Norm, die die Bezeichnung von Stählen regelt; Teil 1 legt den Kurznamen fest, Teil 2 die Werkstoffnummer.
- Kurzname
- sprechende Stahlbezeichnung, aus der sich Eigenschaften oder Zusammensetzung direkt ablesen lassen (z. B. S235JR).
- Werkstoffnummer
- rein numerische Stahlkennung der Form 1.XXXX, gedacht für EDV, Datenbanken und Materialwirtschaft.
- Kennbuchstabe
- Anfangsbuchstabe bei Stählen der Gruppe 1, der das Anwendungsgebiet angibt (S = Stahlbau, E = Maschinenbau, P = Druckbehälter usw.).
- Mindeststreckgrenze
- bei Baustählen die im Namen genannte Zahl in N/mm²; die garantierte Spannung, bis zu der sich der Stahl wieder vollständig zurückverformt.
- Zugfestigkeit
- die höchste Spannung, die ein Werkstoff vor dem Bruch erträgt; liegt stets über der Streckgrenze.
- Kerbschlagarbeit
- Maß für die Zähigkeit eines Stahls bei schlagartiger Beanspruchung; im Kurznamen über Symbole wie JR, J0, J2 angegeben.
- Multiplikator
- element-abhängiger Faktor (4, 10, 100, 1000), durch den die Kennzahl eines Legierungselements geteilt wird, um den tatsächlichen Gehalt zu erhalten.
- unlegierter Stahl
- Stahl ohne nennenswerte Legierungszusätze; im Kurznamen mit vorangestelltem C bezeichnet.
- niedriglegierter Stahl
- Stahl mit einem Legierungsanteil je Element unter 5 %; Kennzahlen werden über Multiplikatoren umgerechnet.
- hochlegierter Stahl
- Stahl mit mindestens einem Legierungselement ab 5 %; am vorangestellten X erkennbar, Element-Zahlen werden direkt gelesen.
