NE-Metalle: Aluminium, Kupfer, Messing

Sobald ein Werkstoff kein Eisen als Hauptbestandteil hat, fällt er in eine große Sammelgruppe: die NE-Metalle – kurz für Nichteisenmetalle. Aluminium am Kühlkörper, Kupfer in der Motorwicklung, Messing an der Armatur: Diese drei begegnen einem in der Mechatronik täglich. Wer versteht, warum Aluminium so leicht ist, Kupfer so gut leitet und Messing sich so sauber zerspanen lässt, trifft im Betrieb die richtige Werkstoffwahl – und genau darum geht es hier.

Vorwissen

  • Werkstoffeigenschaften: Festigkeit, Härte, Zähigkeit
  • Elektrischer Widerstand und spezifischer Widerstand
  • SI-Einheiten und Einheitenumrechnung

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • NE-Metalle von Eisenmetallen abgrenzen und in Leicht- und Schwermetalle einteilen
  • die typischen Eigenschaften von Aluminium, Kupfer und Messing benennen und begründen
  • aus Dichte und Geometrie die Masse eines Bauteils berechnen
  • den Leitungswiderstand eines Kupferleiters über den spezifischen Widerstand bestimmen
  • im Betrieb anhand einfacher Merkmale entscheiden, welches NE-Metall vorliegt

1. Was sind NE-Metalle?

Metalle teilt man zuerst grob in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen die Eisenmetalle (Ferrometalle) – Stahl und Gusseisen, also alles, dessen Hauptbestandteil Eisen ist. Alles andere zählt zu den NE-Metallen (Nichteisenmetalle): Aluminium, Kupfer, Zink, Zinn, Blei, aber auch Edelmetalle wie Silber oder Gold.

Innerhalb der NE-Metalle hilft eine zweite Einteilung nach der Dichte. Die Grenze liegt bei 5,0 kg/dm³:

  • Leichtmetalle: Dichte < 5,0 kg/dm³ (z. B. Aluminium 2,7)
  • Schwermetalle: Dichte > 5,0 kg/dm³ (z. B. Kupfer 8,9)

Aluminium ist mit rund 2,7 kg/dm³ ein klassisches Leichtmetall, Kupfer mit etwa 8,9 kg/dm³ ein Schwermetall – obwohl beide NE-Metalle sind. Diese Einteilung ist kein Selbstzweck: Wo es auf geringes Gewicht ankommt, fällt die Wahl fast zwangsläufig auf ein Leichtmetall.

Noch eine Unterscheidung ist wichtig. Ein Reinmetall besteht praktisch nur aus einem einzigen Element. Eine Legierung ist ein Metall, dem gezielt weitere Elemente zugemischt werden, um Eigenschaften zu verbessern – Festigkeit, Härte, Zerspanbarkeit. Reines Aluminium ist zum Beispiel weich; erst als Legierung wird es richtig tragfähig. Messing wiederum ist von vornherein eine Legierung aus Kupfer und Zink.

Eigenschaften wie Festigkeit, Härte oder das Korrosionsverhalten der NE-Metalle werden an anderer Stelle ausführlich behandelt (eigene Beiträge zu Werkstoffeigenschaften und zu Korrosion); hier bleibt es bei dem, was für die Werkstoffwahl direkt nötig ist.

Ein Werkstoff hat eine Dichte von 4,5 kg/dm³ und enthält kein Eisen. Wie ist er korrekt einzuordnen?

  • a) NE-Leichtmetall
  • b) NE-Schwermetall
  • c) Eisenmetall, weil die Dichte unter 5,0 liegt
  • d) Keine eindeutige Zuordnung möglich

Richtig: a)

Da kein Eisen enthalten ist, handelt es sich um ein NE-Metall. Mit 4,5 kg/dm³ liegt die Dichte unter der Grenze von 5,0 kg/dm³, also ein Leichtmetall. Für ein Schwermetall (b) müsste die Dichte über 5,0 liegen, und die Dichte allein macht ein Metall nie zum Eisenmetall (c).

Warum wird reinem Aluminium für tragende Bauteile meist ein anderes Element zulegiert?

  • a) Um die Dichte zu erhöhen
  • b) Um die Festigkeit zu steigern
  • c) Um es magnetisch zu machen
  • d) Um den Schmelzpunkt zu senken

Richtig: b)

Reines Aluminium ist weich und wenig belastbar. Durch Legieren steigt die Festigkeit deutlich. Die Dichte soll gerade niedrig bleiben (a), magnetisch wird Aluminium dadurch nicht (b), und der Schmelzpunkt ist hier nicht das Ziel (d).

2. Aluminium und Aluminiumlegierungen

Aluminium ist das mit Abstand wichtigste Leichtmetall. Mit einer Dichte von etwa 2,7 kg/dm³ wiegt ein Aluminiumbauteil nur rund ein Drittel eines gleich großen Stahlteils. Das ist der Grund, warum man es überall dort findet, wo Gewicht zählt – im Maschinenbau, im Fahrzeugbau, in der Elektrotechnik.

Eine Besonderheit macht Aluminium robust gegen Korrosion: Es bildet an der Luft sofort eine dünne, dichte Oxidschicht (Passivierung). Diese Schicht ist fest mit dem Grundmaterial verbunden und schützt das darunterliegende Metall vor weiterem Angriff. Wird sie verletzt, bildet sie sich von selbst neu. Beim Eloxieren wird diese Schicht künstlich verstärkt. Die Details zum Korrosionsverhalten finden sich im eigenen Beitrag dazu; entscheidend ist hier: Aluminium ist im Normalfall wartungsarm korrosionsbeständig.

Elektrisch leitet Aluminium gut – nicht so gut wie Kupfer, aber bezogen auf das Gewicht sogar günstiger. Deshalb bestehen Freileitungen und viele große Stromschienen aus Aluminium. Magnetisch ist es nicht, was in der Sensorik und bei Gehäusen oft erwünscht ist.

Bei den Legierungen unterscheidet man zwei große Gruppen:

  • Knetlegierungen werden gewalzt, gepresst oder gezogen – daraus entstehen Bleche, Profile und Stangen.
  • Gusslegierungen werden in Formen gegossen – typisch für komplexe Gehäuse.

Quer dazu gibt es aushärtbare und nicht aushärtbare Legierungen. Aushärtbare Legierungen (etwa mit Kupfer, Magnesium oder Silizium) gewinnen durch eine gezielte Wärmebehandlung erheblich an Festigkeit. So wird aus dem weichen Reinmetall ein tragfähiger Konstruktionswerkstoff.

In der Bearbeitung ist Aluminium dankbar: leicht zerspanbar, gut umformbar. Beim Spanen neigt weiches Aluminium allerdings zum Schmieren und „Kleben“ an der Schneide – scharfe Werkzeuge und ausreichende Schnittgeschwindigkeit beugen dem vor.

Aluminium wird im Betrieb fast immer als Halbzeug mit genormten Abmessungen verbaut – als Platte, Rundstab oder Vierkantrohr. Wer das Gewicht eines Zuschnitts kennen will, rechnet es aus Geometrie und Dichte aus. Die Masse ergibt sich allgemein aus:

m = rho * V

  • m … Masse in kg
  • rho … Dichte in kg/dm³
  • V … Volumen in dm³

Das Volumen hängt von der Form ab. Für eine Platte (Quader) gilt:

V = l * b * h

  • V … Volumen in dm³
  • l … Länge in dm
  • b … Breite in dm
  • h … Dicke in dm

Für einen Rundstab:

V = (PI / 4) * d² * l

  • V … Volumen in dm³
  • d … Durchmesser in dm
  • l … Länge in dm

Gelöstes Beispiel

Eine Aluminiumplatte ist 1,0 m lang, 0,5 m breit und 8 mm dick. Wie schwer ist sie?

Gegeben: l = 1,0 m = 10 dm, b = 0,5 m = 5 dm, h = 8 mm = 0,08 dm, rho = 2,7 kg/dm³

Gesucht: m in kg

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Volumen: V = l * b * h = 10 * 5 * 0,08 = 4 dm³
  2. Schritt 2 — Masse: m = rho * V = 2,7 * 4 = 10,8 kg

Ergebnis: m = 10,8 kg

Übungen

Ein Aluminium-Vierkantstab hat 40 mm Kantenlänge und ist 600 mm lang. Berechne die Masse (rho = 2,7 kg/dm³).

V = 0,4 * 0,4 * 6 = 0,96 dm³; m = 2,7 * 0,96 = 2,592 kg

Eine Platte 300 mm × 200 mm × 10 mm soll gewogen werden (rho = 2,7 kg/dm³).

V = 3 * 2 * 0,1 = 0,6 dm³; m = 2,7 * 0,6 = 1,62 kg

Ein Rundstab hat 50 mm Durchmesser und 1,0 m Länge (rho = 2,7 kg/dm³). Wie schwer ist er?

V = (PI/4) * 0,5² * 10 = 0,7854 * 0,25 * 10 = 1,9635 dm³; m = 2,7 * 1,9635 = 5,301 kg

Zwei gleich große Stäbe – einer aus Aluminium (rho = 2,7), einer aus Kupfer (rho = 8,9). Jeweils Volumen 0,8 dm³. Um wie viel kg ist der Kupferstab schwerer?

m_Al = 2,7 * 0,8 = 2,16 kg; m_Cu = 8,9 * 0,8 = 7,12 kg; Differenz = 4,96 kg

Ein Aluminiumprofil hat ein Volumen von 1,25 dm³. Eine Konstruktion verwendet 6 gleiche Profile. Wie hoch ist die Gesamtmasse bei rho = 2,7 kg/dm³, und wie schwer wäre dieselbe Konstruktion in Stahl (rho = 7,85)?

V_gesamt = 6 * 1,25 = 7,5 dm³; m_Al = 2,7 * 7,5 = 20,25 kg; m_Stahl = 7,85 * 7,5 = 58,875 kg

In welcher Umgebung ist Aluminium trotz selbstbildender Oxidschicht gefährdet?

  • a) In stark sauren oder alkalischen Medien wird die Schutzschicht angegriffen
  • b) Die Oxidschicht leitet keinen Strom
  • c) Aluminium rostet wie Stahl durch
  • d) Die Oxidschicht erhöht das Gewicht zu stark

Richtig: a)

Die Oxidschicht schützt im neutralen Bereich zuverlässig, wird aber von starken Säuren und Laugen aufgelöst – dann liegt das Metall ungeschützt frei. Aluminium bildet kein durchgängiges Rosten wie Eisen (c); Stromleitung (b) und Gewicht (d) sind hier nicht das Thema.

Ein Konstrukteur braucht ein leichtes, gut umformbares Blech. Welche Aluminium-Werkstoffgruppe passt?

  • a) Gusslegierung
  • b) Reines Eisen
  • c) Eine Schwermetalllegierung
  • d) Knetlegierung

Richtig: d)

Bleche entstehen durch Walzen und Umformen – das ist die Domäne der Knetlegierungen. Gusslegierungen (a) sind für gegossene Formteile gedacht, Eisen (b) ist kein NE-Metall, und ein Schwermetall (c) widerspricht der Forderung „leicht“.

Eine Aluminiumplatte 500 × 400 × 5 mm soll gewogen werden (rho = 2,7 kg/dm³). Welche Masse ergibt sich?

  • a) etwa 1,35 kg
  • b) etwa 5,40 kg
  • c) etwa 2,70 kg
  • d) etwa 0,27 kg

Richtig: c)

V = 5 * 4 * 0,05 = 1,0 dm³; m = 2,7 * 1,0 = 2,7 kg. Antwort a entspräche der halben Dicke, c der doppelten, d einem Rechenfehler um den Faktor 10.

3. Kupfer und Kupferlegierungen

Kupfer ist das wichtigste NE-Metall der Elektrotechnik. Der Grund ist seine herausragende elektrische Leitfähigkeit – unter den technischen Gebrauchsmetallen wird Kupfer nur von Silber übertroffen. Wo immer Strom mit möglichst wenig Verlust fließen soll, steht Kupfer an erster Stelle: Wicklungen von Motoren und Transformatoren, Leitungen, Schienen, Kontakte.

Die Kenngröße dahinter ist der spezifische Widerstand (ρ) – der Widerstand, den ein Leiter mit definiertem Querschnitt und definierter Länge dem Strom entgegensetzt. Für Kupfer beträgt er etwa 0,0178 Ω·mm²/m. Je kleiner dieser Wert, desto besser leitet das Material. Aluminium liegt bei rund 0,0278 Ω·mm²/m, leitet also schlechter – genau dieser Unterschied erklärt, warum für kompakte Wicklungen Kupfer und für gewichtskritische Freileitungen Aluminium gewählt wird.

Daneben leitet Kupfer auch Wärme sehr gut, ist weich und zäh, lässt sich hervorragend umformen und ist von Natur aus korrosionsbeständig. An feuchter Luft bildet sich mit der Zeit die bekannte grünliche Patina, die das Metall darunter schützt.

Kupfer ist außerdem die Basis vieler Legierungen. Die zwei großen Familien:

  • Bronze – Kupfer mit Zinn (Cu-Sn). Hart, verschleißfest, gut für Gleitlager und Schneckenräder.
  • Messing – Kupfer mit Zink (Cu-Zn). Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Den eigentlichen Nutzen des spezifischen Widerstands sieht man bei der Leiterauslegung. Der Widerstand eines Leiters berechnet sich aus:

R = rho * l / A

  • R … Widerstand in Ohm
  • rho … spezifischer Widerstand in Ω·mm²/m
  • l … Leiterlänge in m
  • A … Querschnitt in mm²

Ein langer, dünner Leiter hat einen hohen Widerstand; ein kurzer, dicker einen niedrigen. Deshalb werden große Ströme über große Querschnitte geführt.

Gelöstes Beispiel

Eine Kupferleitung ist 80 m lang und hat einen Querschnitt von 2,5 mm². Wie groß ist ihr Widerstand?

Gegeben: l = 80 m, A = 2,5 mm², rho = 0,0178 Ω·mm²/m

Gesucht: R in Ohm

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Formel einsetzen: R = rho * l / A = 0,0178 * 80 / 2,5
  2. Schritt 2 — ausrechnen: R = 1,424 / 2,5 = 0,5696 Ohm

Ergebnis: R ≈ 0,5696 Ohm

Übungen

Ein Kupferleiter ist 25 m lang und hat 1,5 mm² Querschnitt. Berechne R (rho = 0,0178).

R = 0,0178 * 25 / 1,5 = 0,445 / 1,5 ≈ 0,2967 Ohm

Welchen Widerstand hat eine 100 m lange Kupferleitung mit 4 mm² Querschnitt (rho = 0,0178)?

R = 0,0178 * 100 / 4 = 1,78 / 4 = 0,445 Ohm

Ein Leiter mit 50 m Länge soll höchstens 0,2 Ohm haben. Welcher Mindestquerschnitt ist nötig (rho = 0,0178)?

A = rho * l / R = 0,0178 * 50 / 0,2 = 0,89 / 0,2 = 4,45 mm² → mindestens 4,45 mm²

Zwei Leiter gleicher Länge (60 m) und gleichen Querschnitts (2,5 mm²): einer aus Kupfer (rho = 0,0178), einer aus Aluminium (rho = 0,0278). Wie groß ist die Widerstandsdifferenz?

R_Cu = 0,0178 * 60 / 2,5 = 0,4272 Ohm; R_Al = 0,0278 * 60 / 2,5 = 0,6672 Ohm; Differenz = 0,24 Ohm

Ein Kupferleiter hat R = 0,5 Ohm, l = 70 m, A = 2,5 mm². Stimmt das mit rho = 0,0178 überein, und wenn nein, welcher spezifische Widerstand würde sich rechnerisch ergeben?

erwartet R = 0,0178 * 70 / 2,5 = 0,4984 Ohm ≈ 0,5 Ohm → passt nahezu; rückgerechnet rho = R * A / l = 0,5 * 2,5 / 70 ≈ 0,01786 Ω·mm²/m

Warum verwendet man für eng gewickelte Motorwicklungen Kupfer statt des leichteren Aluminiums?

  • a) Kupfer hat den kleineren spezifischen Widerstand und bringt bei gleichem Querschnitt weniger Verluste
  • b) Kupfer ist billiger
  • c) Aluminium ist magnetisch
  • d) Kupfer lässt sich nicht legieren

Richtig: a)

Bei begrenztem Bauraum zählt die Leitfähigkeit pro Querschnitt – und da ist Kupfer mit ρ ≈ 0,0178 Ω·mm²/m dem Aluminium (≈ 0,0278) überlegen. Kupfer ist nicht billiger (b), Aluminium ist nicht magnetisch (c), und legieren lässt sich Kupfer sehr wohl (d).

Eine Kupferleitung wird bei gleichem Querschnitt doppelt so lang verlegt. Was passiert mit ihrem Widerstand?

  • a) Er halbiert sich
  • b) Er bleibt gleich
  • c) Er vervierfacht sich
  • d) Er verdoppelt sich

Richtig: d)

Im Zusammenhang R = rho * l / A geht die Länge linear ein. Doppelte Länge bedeutet doppelter Widerstand. Eine Halbierung (a) träte bei doppeltem Querschnitt ein, eine Vervierfachung (c) hat hier keine Grundlage.

Was unterscheidet Bronze von Messing?

  • a) Bronze ist Kupfer mit Zink, Messing Kupfer mit Zinn
  • b) Bronze ist Kupfer mit Zinn, Messing Kupfer mit Zink
  • c) Beide sind reines Kupfer
  • d) Bronze enthält Eisen, Messing nicht

Richtig: b)

Bronze ist die Kupfer-Zinn-Legierung, Messing die Kupfer-Zink-Legierung – Antwort b dreht die in a vertauschten Begriffe richtig herum. Reines Kupfer (c) ist keine Legierung, und Eisen (d) gehört in keine der beiden.

4. Messing – die Kupfer-Zink-Legierung

Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink. Genau dieses Zink macht aus dem weichen, teuren Kupfer einen Werkstoff, der sich hervorragend bearbeiten lässt und dabei eine ansprechende goldgelbe Farbe behält.

Der Zinkanteil steuert die Eigenschaften. Mit steigendem Zinkgehalt verändert sich die Farbe von rötlich (kupfernah) über goldgelb bis blassgelb. Auch Festigkeit und Bearbeitbarkeit hängen davon ab: Messing mit höherem Zinkanteil ist fester und besonders gut zerspanbar. Sorten mit einem kleinen Bleizusatz – sogenanntes Automatenmessing – zerspanen so sauber, dass sie für Drehautomaten der Standard sind.

Die Stärken von Messing in Kürze: gut spanbar, gut umformbar, korrosionsbeständig, gut lötbar und dekorativ. Das macht es zum Lieblingsmaterial für alles, was präzise gefertigt und dauerhaft dicht sein muss.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Bronze: Messing ist Kupfer + Zink, Bronze ist Kupfer + Zinn. Beide sehen sich ähnlich, haben aber unterschiedliche Stärken – Bronze punktet bei Verschleißfestigkeit (Lager), Messing bei Zerspanbarkeit und Optik.

Welches Element wird Kupfer zugesetzt, um Messing zu erhalten?

  • a) Zinn
  • b) Aluminium
  • c) Zink
  • d) Blei

Richtig: c)

Messing ist die Kupfer-Zink-Legierung. Zinn (a) ergäbe Bronze, Aluminium (c) führt zu anderen Legierungen, und Blei (d) wird nur in kleinen Mengen als Zerspanungshilfe zugesetzt, ist aber nicht der Hauptlegierungspartner.

Warum ist Automatenmessing in der Serienfertigung so beliebt?

  • a) Es ist magnetisch und lässt sich gut spannen
  • b) Es ist das leichteste NE-Metall
  • c) Ein kleiner Bleizusatz sorgt für hervorragende Zerspanbarkeit
  • d) Es leitet besser als reines Kupfer

Richtig: c)

Der geringe Bleianteil bricht die Späne kurz und ermöglicht hohe Schnittgeschwindigkeiten auf Drehautomaten. Messing ist nicht magnetisch (a), nicht besonders leicht (c) und leitet schlechter als reines Kupfer, weil das Zink die Leitfähigkeit senkt (d).

Ein Bauteil soll als verschleißfestes Gleitlager dienen. Welche Kupferlegierung ist die naheliegende Wahl?

  • a) Messing
  • b) Reines Zink
  • c) Bronze
  • d) Aluminium-Knetlegierung

Richtig: c)

Bronze (Cu-Sn) ist hart und verschleißfest und damit der klassische Lagerwerkstoff. Messing (a) ist eher für Zerspanung und Optik gedacht, reines Zink (b) ist zu weich, und eine Aluminiumlegierung (d) ist kein typischer Gleitlagerwerkstoff für diese Anwendung.

5. NE-Metalle auswählen und erkennen

In der Praxis steht selten die Frage „Welches Metall ist das schönste?“, sondern „Welches passt zur Aufgabe?“. Die wichtigsten Auswahlkriterien:

Kriterium Aluminium Kupfer Messing
Gewicht sehr leicht schwer schwer
Elektrische Leitfähigkeit gut sehr gut mäßig
Korrosionsbeständigkeit gut (Oxidschicht) gut (Patina) gut
Zerspanbarkeit gut mäßig (schmiert) sehr gut
Typischer Einsatz Profile, Gehäuse, Kühlkörper Leitungen, Wicklungen Armaturen, Steckverbinder

Oft entscheidet eine einzige dominierende Anforderung: Bei einer Stromschiene zählt die Leitfähigkeit, bei einem tragbaren Gehäuse das Gewicht, bei einem Drehteil in Serie die Zerspanbarkeit. Der Preis spielt mit – Kupfer ist deutlich teurer als Aluminium, weshalb man Aluminium bevorzugt, wo seine Leitfähigkeit ausreicht.

Auch ohne Analysegerät lassen sich die drei im Betrieb meist auseinanderhalten:

  • Farbe: Kupfer rötlich, Messing goldgelb, Aluminium silbrig-grau.
  • Gewicht: Ein Aluminiumteil fühlt sich auffällig leicht an, Kupfer und Messing schwer.
  • Magnetprobe: Keines der drei ist magnetisch – haftet ein Magnet, liegt ein Eisenwerkstoff vor, kein NE-Metall.

Ein letzten praktischer Punkt: NE-Metalle sind wertvolle Rohstoffe. Sauber getrennt – Aluminium, Kupfer und Messing jeweils für sich – erzielen sie beim Recycling deutlich höhere Erlöse als ein gemischter Schrott. Im Betrieb lohnt sich die getrennte Sammlung daher doppelt: ökologisch und wirtschaftlich.

Ein silbrig-graues, auffällig leichtes Metallteil haftet nicht am Magneten. Welcher Werkstoff ist am wahrscheinlichsten?

  • a) Stahl
  • b) Kupfer
  • c) Messing
  • d) Aluminium

Richtig: d)

Geringes Gewicht plus silbrig-graue Farbe plus keine Magnethaftung deuten klar auf Aluminium. Stahl (a) wäre magnetisch, Kupfer (b) wäre rötlich und schwer, Messing (c) goldgelb und schwer.

Für eine lange Freileitung mit Fokus auf geringes Gewicht bei akzeptabler Leitfähigkeit – welches NE-Metall ist die wirtschaftliche Wahl?

  • a) Kupfer
  • b) Aluminium
  • c) Messing
  • d) Bronze

Richtig: b)

Aluminium leitet bezogen auf das Gewicht günstig und ist deutlich billiger als Kupfer – ideal für lange Freileitungen. Kupfer (a) wäre schwerer und teurer, Messing (c) und Bronze (d) leiten zu schlecht und sind als Leitermaterial unüblich.

Warum lohnt sich die sortenreine Trennung von NE-Metallschrott?

  • a) Gemischter Schrott ist gesetzlich verboten
  • b) Sortenrein getrennte NE-Metalle erzielen höhere Recyclingerlöse
  • c) NE-Metalle lassen sich nicht recyceln
  • d) Nur Aluminium ist recycelbar

Richtig: b)

Sauber getrennte Metalle sind als Sekundärrohstoff wertvoller als ein Gemisch, das aufwendig nachsortiert werden müsste. Ein generelles Verbot (a) gibt es nicht, NE-Metalle sind sehr gut recycelbar (c), und das gilt für alle drei, nicht nur Aluminium (d).

Abschlusstest

Aufgabe 1: Eine Aluminiumplatte misst 800 × 400 × 6 mm. Berechne ihre Masse.

Gegeben: l = 8 dm, b = 4 dm, h = 0,06 dm, rho = 2,7 kg/dm³

Gesucht: m in kg

Lösungsweg:

  1. V = 8 * 4 * 0,06 = 1,92 dm³
  2. m = 2,7 * 1,92 = 5,184 kg

Ergebnis: m = 5,184 kg

Aufgabe 2: Ein Aluminium-Rundstab hat 60 mm Durchmesser und 750 mm Länge. Wie schwer ist er?

Gegeben: d = 0,6 dm, l = 7,5 dm, rho = 2,7 kg/dm³

Gesucht: m in kg

Lösungsweg:

  1. V = (PI/4) * 0,6² * 7,5 = 0,7854 * 0,36 * 7,5 = 2,1206 dm³
  2. m = 2,7 * 2,1206 = 5,726 kg

Ergebnis: m ≈ 5,726 kg

Aufgabe 3: Eine Kupferleitung ist 120 m lang und hat 6 mm² Querschnitt. Berechne den Widerstand.

Gegeben: l = 120 m, A = 6 mm², rho = 0,0178 Ω·mm²/m

Gesucht: R in Ohm

Lösungsweg:

  1. R = 0,0178 * 120 / 6 = 2,136 / 6 = 0,356 Ohm

Ergebnis: R = 0,356 Ohm

Aufgabe 4: Eine Kupferleitung soll bei 90 m Länge maximal 0,3 Ohm haben. Welcher Mindestquerschnitt ist nötig?

Gegeben: l = 90 m, R = 0,3 Ohm, rho = 0,0178 Ω·mm²/m

Gesucht: A in mm²

Lösungsweg:

  1. A = rho * l / R = 0,0178 * 90 / 0,3 = 1,602 / 0,3 = 5,34 mm²

Ergebnis: A = 5,34 mm² (nächstgrößerer Normquerschnitt wählen)

Welche Aussage zur Einteilung der NE-Metalle ist korrekt?

  • a) Alle NE-Metalle sind Leichtmetalle
  • b) Kupfer ist ein Leichtmetall
  • c) Die Grenze zwischen Leicht- und Schwermetall liegt bei 5,0 kg/dm³
  • d) Eisen ist ein NE-Metall

Richtig: c)

Die Dichtegrenze liegt bei 5,0 kg/dm³. NE-Metalle umfassen sowohl Leicht- als auch Schwermetalle (a falsch), Kupfer ist mit 8,9 kg/dm³ ein Schwermetall (c falsch), und Eisen ist per Definition kein NE-Metall (d falsch).

Ein Bauteil muss möglichst leicht sein und an Luft ohne Lackierung korrosionsbeständig bleiben. Welcher Werkstoff passt?

  • a) Aluminium
  • b) Kupfer
  • c) Bronze
  • d) Baustahl

Richtig: a)

Aluminium ist leicht und schützt sich durch seine Oxidschicht selbst. Kupfer (b) und Bronze (c) sind schwer, Baustahl (d) müsste gegen Rost geschützt werden.

Zwei Leiter gleicher Länge und gleichen Querschnitts bestehen einmal aus Kupfer, einmal aus Aluminium. Was gilt?

  • a) Der Aluminiumleiter hat den kleineren Widerstand
  • b) Beide haben denselben Widerstand
  • c) Aluminium leitet gar keinen Strom
  • d) Der Kupferleiter hat den kleineren Widerstand

Richtig: d)

Kupfer hat den kleineren spezifischen Widerstand (0,0178 gegenüber 0,0278 Ω·mm²/m), also bei gleicher Geometrie den kleineren Widerstand. Aluminium leitet durchaus (c falsch), nur eben etwas schlechter.

Warum bevorzugt man bei langen Freileitungen trotz schlechterer Leitfähigkeit oft Aluminium?

  • a) Aluminium ist magnetisch
  • b) Aluminium ist leichter und billiger, was bei großen Leitungslängen überwiegt
  • c) Aluminium hat den kleineren spezifischen Widerstand
  • d) Kupfer leitet keinen Wechselstrom

Richtig: b)

Über große Distanzen sparen geringeres Gewicht (weniger Maststützlast) und niedrigerer Preis mehr ein, als der etwas höhere Widerstand kostet. Aluminium ist nicht magnetisch (a), hat den größeren spez. Widerstand (c), und Kupfer leitet selbstverständlich auch Wechselstrom (d).

Ein goldgelbes, schweres Drehteil aus einer Serienfertigung soll bestimmt werden. Welcher Werkstoff ist am wahrscheinlichsten?

  • a) Messing
  • b) Aluminium
  • c) Reines Kupfer
  • d) Stahl

Richtig: a)

Goldgelbe Farbe, hohes Gewicht und Serienzerspanung sprechen für Messing (gut spanbares Automatenmessing). Aluminium (b) wäre leicht und silbrig, reines Kupfer (c) rötlich, Stahl (d) wäre magnetisch und nicht goldgelb.

Welche Aussage zur Einteilung der NE-Metalle ist korrekt?

  • a) Messing = Cu + Sn, Bronze = Cu + Zn
  • b) Messing = Al + Zn, Bronze = Cu + Zn
  • c) Messing = Cu + Zn, Bronze = Cu + Sn
  • d) Messing = Cu + Fe, Bronze = Cu + Sn

Richtig: c)

Messing ist Kupfer-Zink, Bronze ist Kupfer-Zinn. Antwort a vertauscht beide, c setzt fälschlich Aluminium ein, d führt Eisen ein, das in keiner der beiden Legierungen Hauptpartner ist.

Eine Kupferwicklung wird durch eine Aluminiumwicklung gleichen Querschnitts ersetzt. Was muss bei gleichem zulässigem Widerstand beachtet werden?

  • a) Die Wicklung kann kürzer ausgeführt werden
  • b) Der Querschnitt muss vergrößert werden, um den höheren spezifischen Widerstand auszugleichen
  • c) Es ändert sich nichts
  • d) Die Wicklung leitet gar nicht mehr

Richtig: b)

Aluminium hat den größeren spezifischen Widerstand; um denselben Widerstand zu erreichen, braucht es mehr Querschnitt. Kürzer (a) würde den Widerstand zusätzlich senken, ändert aber nichts am Materialnachteil; „nichts“ (c) ignoriert den ρ-Unterschied, und leiten tut Aluminium weiterhin (d).

Beim Zerspanen von weichem Reinaluminium tritt häufig welches Problem auf?

  • a) Das Material schmiert und klebt an der Schneide
  • b) Das Material ist zu hart für die Schneide
  • c) Es entstehen sofort Funken wie bei Stahl
  • d) Das Werkstück wird magnetisch

Richtig: a)

Weiches Aluminium neigt zum Schmieren und Aufbau an der Schneide; scharfe Werkzeuge und hohe Schnittgeschwindigkeit helfen. Zu hart ist es gerade nicht (b), Funken wie bei Stahl entstehen nicht (c), und magnetisch wird es nicht (d).

Welche Eigenschaft macht Aluminium für Kühlkörper besonders geeignet?

  • a) Hohe Dichte
  • b) Magnetische Eigenschaften
  • c) Gute Wärmeleitfähigkeit bei geringem Gewicht
  • d) Schlechte Korrosionsbeständigkeit

Richtig: c)

Kühlkörper sollen Wärme gut ableiten und leicht sein – beides erfüllt Aluminium. Hohe Dichte (a) wäre nachteilig, magnetisch ist es nicht (c), und seine Korrosionsbeständigkeit ist gut, nicht schlecht (d).

Ein Magnet haftet nicht an einem unbekannten Metallteil. Was lässt sich daraus schließen?

  • a) Es ist sicher Aluminium
  • b) Es ist sicher Stahl
  • c) Es ist kein ferromagnetischer Eisenwerkstoff – ein NE-Metall ist wahrscheinlich
  • d) Das Teil besteht aus Gusseisen

Richtig: c)

Fehlende Magnethaftung schließt die üblichen ferromagnetischen Eisenwerkstoffe aus und macht ein NE-Metall wahrscheinlich – welches genau, klären Farbe und Gewicht. Auf Aluminium allein (a) lässt sich noch nicht schließen, Stahl (b) und Gusseisen (d) wären meist magnetisch.

Welcher Zusammenhang beschreibt den Leiterwiderstand korrekt?

  • a) Widerstand steigt mit dem Querschnitt
  • b) Widerstand ist von der Länge unabhängig
  • c) Widerstand sinkt mit der Länge
  • d) Widerstand steigt mit der Länge und sinkt mit dem Querschnitt

Richtig: d)

Im Zusammenhang R = rho * l / A geht die Länge im Zähler, der Querschnitt im Nenner ein. Mehr Querschnitt senkt den Widerstand (a falsch), die Länge hat sehr wohl Einfluss (b, c falsch).

Warum ist sortenreine Sammlung von NE-Metallschrott wirtschaftlich sinnvoll?

  • a) Gemischter Schrott ist nicht recycelbar
  • b) Sortenreine Metalle erzielen höhere Erlöse, weil keine aufwendige Nachsortierung nötig ist
  • c) NE-Metalle verlieren beim Recycling ihre Eigenschaften
  • d) Nur sortenreines Kupfer ist überhaupt recycelbar

Richtig: b)

Saubere Trennung spart Aufbereitungsaufwand und bringt höhere Preise. Gemischter Schrott ist recycelbar, nur weniger wert (a falsch), die Eigenschaften bleiben weitgehend erhalten (c falsch), und recycelbar sind alle drei (d falsch).

Glossar

NE-Metalle
Sammelbegriff für alle Metalle, deren Hauptbestandteil nicht Eisen ist, z. B. Aluminium, Kupfer, Zink.
Leichtmetall
NE-Metall mit einer Dichte unter 5,0 kg/dm³, etwa Aluminium.
Schwermetall
Metall mit einer Dichte über 5,0 kg/dm³, etwa Kupfer.
Reinmetall
Metall, das praktisch nur aus einem einzigen Element besteht.
Legierung
Metall aus mehreren gezielt gemischten Elementen, um Eigenschaften wie Festigkeit oder Zerspanbarkeit zu verbessern.
Oxidschicht (Passivierung)
dünne, dichte Schutzschicht, die sich an der Aluminiumoberfläche selbst bildet und das Metall vor Korrosion schützt.
Knetlegierung
Aluminiumlegierung, die durch Walzen, Pressen oder Ziehen zu Blechen, Profilen und Stangen verarbeitet wird.
Gusslegierung
Aluminiumlegierung, die in Formen gegossen wird, typisch für komplexe Gehäuse.
Aushärten
Wärmebehandlung, die die Festigkeit bestimmter Aluminiumlegierungen deutlich erhöht.
Spezifischer Widerstand (ρ)
Materialkennwert, der angibt, welchen Widerstand ein Leiter mit definiertem Querschnitt und definierter Länge dem Strom entgegensetzt; für Kupfer etwa 0,0178 Ω·mm²/m.
Bronze
Kupferlegierung mit Zinn (Cu-Sn), hart und verschleißfest, typisch für Gleitlager.
Messing
Kupferlegierung mit Zink (Cu-Zn), gut zerspanbar und korrosionsbeständig, typisch für Armaturen.
Automatenmessing
Messing mit kleinem Bleizusatz für besonders gute Zerspanbarkeit auf Drehautomaten.
Patina
schützende grünliche Schicht, die sich mit der Zeit auf Kupferoberflächen bildet.
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