Schaltschrankaufbau und Verdrahtung

Ein Schaltschrank ist die Zentrale fast jeder elektrischen Anlage. Hier laufen Energie, Steuerung und Signale zusammen, hier sitzen Schütze, Sicherungen, Klemmen und die Steuerung. Wie gut eine Anlage später funktioniert – und wie schnell man im Fehlerfall durchblickt – entscheidet sich oft schon beim Aufbau des Schranks.

Ein sauber aufgebauter Schrank ist nicht nur eine Frage der Optik. Ordnung in der Anordnung und in der Verdrahtung bedeutet weniger Fehlerquellen, bessere Wärmeabfuhr, einfachere Wartung und vor allem mehr Sicherheit. Dieser Beitrag zeigt, nach welcher Logik man Bauteile anordnet, sicher montiert und normgerecht verdrahtet.

Vorwissen

  • Kabel- und Leitungsarten
  • Schütze und Relais
  • Grundlagen der Elektrotechnik: Spannung, Strom, Widerstand

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • den grundsätzlichen Aufbau eines Schaltschranks und die Funktion seiner Hauptbestandteile beschreiben
  • Bauteile nach dem Zonen-Prinzip sinnvoll auf der Montageplatte anordnen
  • den Füllgrad eines Verdrahtungskanals berechnen und Bauteile normgerecht kennzeichnen
  • die Aderfarben für Leistungs- und Steuerstromkreise zuordnen und die Trennung von Leistungs-, Steuer- und Datenleitungen begründen
  • die Erwärmung im Schrank grob abschätzen und den nötigen Luftvolumenstrom für eine Filterlüftung bestimmen

1. Was ein Schaltschrank leistet und wie er aufgebaut ist

Ein Schaltschrank fasst die elektrischen Betriebsmittel einer Anlage geschützt an einem Ort zusammen. Er erfüllt drei Aufgaben gleichzeitig: Er schützt die Bauteile vor Staub, Feuchtigkeit und mechanischer Beschädigung, er schützt Personen vor dem Berühren spannungsführender Teile, und er bringt Ordnung in die Verteilung von Energie und Signalen.

In der Praxis trifft man auf mehrere Bauformen. Der Standschrank steht frei auf dem Boden und nimmt große Anlagen auf. Aufputz- und Kleingehäuse werden an die Wand montiert und reichen für überschaubare Steuerungen. Verteiler sind kompakte Gehäuse, oft für die Energieverteilung in Gebäuden. Allen gemeinsam ist der innere Aufbau.

Das Gehäuse bildet die Hülle und bestimmt die Schutzart. Im Inneren sitzt die Montageplatte – ein meist verzinktes Stahlblech, auf das alle Bauteile geschraubt werden. Die Tür trägt häufig Bedien- und Anzeigeelemente und schließt den Schrank dicht ab. Auf der Montageplatte sorgen Hutschienen (Tragschienen, auf die Bauteile aufgeschnappt werden) und Verdrahtungskanäle (Kunststoffkanäle mit Schlitzen, durch die die Adern geführt werden) für Halt und Ordnung.

Wie gut ein Gehäuse gegen Fremdkörper und Wasser schützt, beschreibt die Schutzart – ausgedrückt als IP-Code nach ÖNORM EN 60529. Die erste Kennziffer steht für den Schutz gegen feste Fremdkörper und Berührung, die zweite für den Schutz gegen Wasser. IP54 bedeutet zum Beispiel: staubgeschützt und gegen Spritzwasser geschützt – ein typischer Wert für Industrieschränke in normaler Umgebung.

Über dem einzelnen Bauteil steht ein Regelwerk, das den gesamten Schrank betrifft: die ÖNORM EN 61439 für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen. Sie legt fest, wie ein Schaltschrank nachgewiesen werden muss, bevor er in Betrieb geht – unter anderem durch einen Bauartnachweis und einen Erwärmungsnachweis. Für die berufliche Praxis in Österreich ist das die zentrale Grundlage: Ein Schrank ist kein loser Haufen Bauteile, sondern eine geprüfte Kombination, die definierte Anforderungen erfüllt.

Eine Anlage steht in einer staubigen Halle mit gelegentlichem Spritzwasser. Welche Aussage zur Schutzart-Auswahl ist korrekt?

  • a) Die zweite IP-Kennziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper
  • b) Die erste Kennziffer steht für Fremdkörper-/Berührungsschutz, die zweite für Wasserschutz
  • c) Eine höhere Schutzart erleichtert grundsätzlich die Wärmeabfuhr
  • d) Die Schutzart hat keinen Einfluss auf die Wahl der Lüftung

Richtig: b)

Im IP-Code beschreibt die erste Kennziffer den Schutz gegen feste Fremdkörper und Berührung, die zweite den Wasserschutz – b) ist richtig. a) vertauscht die Bedeutung. c) ist falsch, weil ein dichteres Gehäuse die Wärme schlechter abführt. d) ist falsch, weil eine dichte, geschlossene Bauform andere Lüftungslösungen erzwingt.

Warum ist die ÖNORM EN 61439 für den Schaltschrankbau in Österreich relevant?

  • a) Sie regelt ausschließlich die Farbe der Steueradern
  • b) Sie beschreibt nur den IP-Schutz des Gehäuses
  • c) Sie fordert Nachweise wie Bauart- und Erwärmungsnachweis für die Schaltgerätekombination
  • d) Sie gilt nur für Schränke über 1000 V

Richtig: c)

Die EN 61439 verlangt für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen definierte Nachweise, darunter Bauart- und Erwärmungsnachweis – c) ist richtig. a) und b) beschreiben andere Normen bzw. Teilaspekte. d) ist falsch, weil sich die Reihe gerade auf den Niederspannungsbereich bezieht.

2. Anordnung der Bauteile auf der Montageplatte

Bevor das erste Bauteil verschraubt wird, steht die Frage: Was kommt wohin? Eine durchdachte Anordnung spart später Verdrahtungsaufwand, verbessert die Wärmeabfuhr und macht den Schrank im Fehlerfall lesbar. Die Grundidee ist das Zonen-Prinzip: Bauteile mit gleicher Funktion liegen zusammen, und der Aufbau folgt dem Energiefluss von oben nach unten.

Üblich ist eine Gliederung in vier Zonen. Ganz oben sitzt die Einspeisung mit Hauptschalter und Hauptsicherung – gut zugänglich und sicher erreichbar. Darunter folgt die Leistungsebene mit Schützen, Motorschutzschaltern und Leistungssicherungen. Es folgt die Steuerungsebene mit Steuerspannungsversorgung, Relais, Kleinsteuerung oder SPS. Den Abschluss bilden die Reihenklemmen, über die alle Leitungen zur Anlage hinausgeführt werden.

Diese Reihenfolge ist aber keine starre Regel, sondern richtet sich nach der Kabeleinführung. Wird der Schrank von unten gespeist – der häufigste Fall im Maschinenbau –, liegen die Reihenklemmen für die Feldleitungen sinnvollerweise unten, direkt bei den Einführungen. Kommen die Kabel von oben durch das Dach, wandern die Anschlussklemmen entsprechend nach oben. Die Bauteilanordnung folgt also dem Weg der Leitungen: kurze Wege, wenig Kreuzungen, gute Zugänglichkeit beim Anschließen der Feldkabel.

Drei weitere Punkte bestimmen die Anordnung:

  • Wärme. Bauteile, die im Betrieb warm werden – Frequenzumrichter, Netzteile, Bremswiderstände –, gehören nach oben, wo die warme Luft ohnehin steht, und brauchen Abstand zu temperaturempfindlichen Bauteilen.
  • Trennung von Leistung und Steuerung. Leistungsbauteile erzeugen elektromagnetische Störungen, die empfindliche Steuer- und Datensignale beeinflussen können. Eine räumliche Trennung beider Bereiche reduziert diese Beeinflussung von Anfang an.
  • Erreichbarkeit und Reserve. Sicherungen und Klemmen müssen gut erreichbar bleiben. Mindestabstände nach Herstellerangabe sichern die Wärmeabfuhr und den Berührungsschutz. Und etwas Reserveplatz spart bei der nächsten Erweiterung viel Arbeit.

Das folgende Schema zeigt die typische Zonenaufteilung auf der Montageplatte:

Montageplatte (Frontansicht) Einspeisung Hauptschalter, Hauptsicherung Leistung Schütze, Motorschutz, Sicherungen Steuerung Steuerspannung, Relais, SPS Reihenklemmen Feldanschluss zur Anlage Kabeleinführung (hier: unten) Energiefluss

Ein Schaltschrank wird von unten über eine Kabelpritsche gespeist. Wo werden die Reihenklemmen für die Feldleitungen sinnvoll platziert?

  • a) Unten, direkt im Bereich der Kabeleinführung
  • b) Möglichst weit oben, getrennt von der Einführung
  • c) In der Tür, neben den Bedienelementen
  • d) Mittig zwischen Leistungs- und Steuerebene

Richtig: a)

Die Klemmenposition folgt der Kabeleinführung – bei Einspeisung von unten liegen die Feldklemmen unten, direkt bei den Einführungen, das ergibt kurze Wege und einfaches Anschließen. a) ist richtig. b) erzwingt unnötig lange Adern. c) ist für Feldklemmen unüblich. d) ignoriert den Weg der Leitungen.

Warum werden Frequenzumrichter und Netzteile bevorzugt im oberen Schrankbereich angeordnet?

  • a) Weil dort die niedrigste Temperatur herrscht
  • b) Weil die Tür dort mehr Platz bietet
  • c) Weil die Einspeisung immer unten liegt
  • d) Weil warme Luft nach oben steigt und diese Bauteile selbst die meiste Wärme abgeben

Richtig: d)

Warme Luft sammelt sich oben; Bauteile mit hoher Verlustleistung gehören dorthin, damit sie temperaturempfindliche Komponenten nicht aufheizen – d) ist richtig. a) ist falsch, oben ist es wärmer. b) ist kein thermischer Grund. c) ist falsch, die Einspeisung sitzt meist oben.

Welche Maßnahme reduziert die Beeinflussung von Steuersignalen durch Leistungsbauteile bereits beim Aufbau?

  • a) Alle Bauteile möglichst dicht zusammensetzen
  • b) Leistungs- und Steuerbereich räumlich trennen
  • c) Auf Reserveplatz vollständig verzichten
  • d) Steuerung und Leistung auf dieselbe Hutschiene setzen

Richtig: b)

Eine räumliche Trennung von Leistung und Steuerung verringert die elektromagnetische Beeinflussung von Anfang an – b) ist richtig. a) und d) verstärken die Kopplung. c) hat mit Störungen nichts zu tun.

3. Montagetechnik: Hutschiene, Kanäle, Befestigung

Wenn die Anordnung steht, geht es an die mechanische Montage. Drei Elemente bestimmen den Aufbau auf der Montageplatte: die Hutschiene, die Verdrahtungskanäle und die Beschriftung.

Die Hutschiene – auch Tragschiene, in der gängigen Bauform TS35 mit 35 mm Breite – ist die Standardbefestigung für die meisten Bauteile. Schütze, Klemmen, Sicherungsautomaten und Relais werden einfach aufgeschnappt und sitzen fest. Die Schiene selbst wird auf die Montageplatte geschraubt. Der Vorteil: Bauteile lassen sich schnell setzen, verschieben und im Servicefall tauschen.

Zwischen den Hutschienen verlaufen die Verdrahtungskanäle. Das sind Kunststoffkanäle mit geschlitzten Seitenwänden, durch die die Adern aus dem Kanal heraus zum jeweiligen Bauteil geführt werden. Ein Deckel verschließt den Kanal und hält die Verdrahtung ordentlich verborgen.

Wichtig ist der Füllgrad des Kanals. Ist er zu voll gestopft, lassen sich später keine Adern mehr nachziehen, die Wärme staut sich, und der Deckel schließt nicht mehr sauber. Als Faustregel sollte ein Kanal nicht über etwa 60 bis 70 % gefüllt werden. Der Füllgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der Querschnittsflächen aller Adern zur Kanalquerschnittsfläche:

f = (A_adern / A_kanal) * 100

  • f …….. Füllgrad in %
  • A_adern .. Summe der Aderquerschnitte in mm²
  • A_kanal .. innere Querschnittsfläche des Kanals in mm²

A = (d / 2)² * π

  • A .. Querschnittsfläche in mm²
  • d .. Durchmesser in mm
  • π .. Kreiszahl, rund 3,1416

Bei rechteckigen Kanälen ist die innere Fläche einfach Breite mal Höhe.

Jedes Bauteil und jede Ader braucht außerdem eine eindeutige Kennzeichnung. Im Schaltplan und im Schrank trägt jedes Betriebsmittel ein Betriebsmittelkennzeichen – etwa „Q1″ für den Hauptschalter, „K1″ für ein Schütz oder „F1″ für eine Sicherung. So findet man jedes Bauteil eindeutig wieder und kann Schaltplan und realen Schrank Punkt für Punkt abgleichen.

Gelöstes Beispiel

Ein rechteckiger Verdrahtungskanal hat eine Innenbreite von 60 mm und eine Innenhöhe von 80 mm. Die Summe der Aderquerschnitte beträgt 1800 mm². Wie hoch ist der Füllgrad, und ist er zulässig?

Gegeben: b_kanal = 60 mm, h_kanal = 80 mm, A_adern = 1800 mm²

Gesucht: Füllgrad f in %

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Kanalquerschnitt: A_kanal = 60 mm * 80 mm = 4800 mm²
  2. Schritt 2 — Füllgrad: f = 1800 / 4800 * 100 = 37,5 %

Ergebnis: Der Füllgrad beträgt 37,5 % und liegt damit deutlich unter der Faustgrenze von rund 60 %. Es ist genug Reserve für spätere Erweiterungen vorhanden.

Übungen

Ein Kanal hat innen 40 mm × 40 mm. Die Adern summieren sich auf 700 mm². Wie hoch ist der Füllgrad?

A_kanal = 40 · 40 = 1600 mm²; f = 700/1600 · 100 = 43,8 %.

Wie groß ist die Querschnittsfläche einer runden Ader mit 3 mm Durchmesser?

A = (3/2)² · π = 2,25 · 3,1416 ≈ 7,07 mm².

Ein Kanal mit Innenfläche 3000 mm² soll höchstens zu 60 % gefüllt werden. Welche Aderquerschnitts-Summe ist maximal zulässig?

A_adern = 0,60 · 3000 = 1800 mm².

In einem Kanal 60 mm × 100 mm liegen Adern mit zusammen 2700 mm². Liegt der Füllgrad noch im empfohlenen Bereich?

A_kanal = 6000 mm²; f = 2700/6000 · 100 = 45 % – im empfohlenen Bereich (unter 60 %).

Ein Kanal 50 mm × 60 mm ist aktuell zu 30 % gefüllt. Wie viele zusätzliche Adern à 2,5 mm² (Querschnitt rund 4 mm² inklusive Isolierung) passen, bis 60 % erreicht sind?

A_kanal = 3000 mm²; aktuell belegt 0,30 · 3000 = 900 mm²; bei 60 % erlaubt 1800 mm²; frei 900 mm²; 900 / 4 ≈ 225 zusätzliche Adern.

Ein Verdrahtungskanal mit 2400 mm² Innenfläche contains Adern mit zusammen 1680 mm². Welche Aussage ist korrekt?

  • a) Der Füllgrad liegt bei 50 % und ist unkritisch
  • b) Der Füllgrad liegt bei 30 %
  • c) Der Füllgrad lässt sich ohne Aderlänge nicht bestimmen
  • d) Der Füllgrad liegt bei 70 % und ist die obere Faustgrenze

Richtig: d)

f = 1680/2400 · 100 = 70 %. Das ist die obere Faustgrenze, bei der gerade noch nachgezogen werden kann – d) ist richtig. a) und b) rechnen falsch. c) ist falsch, der Füllgrad braucht nur die Querschnitte, nicht die Länge.

Wozu dient das Betriebsmittelkennzeichen wie „K1″ oder „F1″?

  • a) Es ordnet jedes Bauteil eindeutig zwischen Schaltplan und Schrank zu
  • b) Es gibt den Leiterquerschnitt an
  • c) Es legt die Schutzart fest
  • d) Es bestimmt die Hutschienenbreite

Richtig: a)

Betriebsmittelkennzeichen verbinden Schaltplan und realen Schrank eindeutig – a) ist richtig. b), c) und d) haben mit der Kennzeichnung nichts zu tun.

Warum darf ein Verdrahtungskanal nicht randvoll gefüllt werden?

  • a) Weil sonst die Hutschiene bricht
  • b) Weil sich Wärme staut, der Deckel nicht schließt und keine Adern nachgezogen werden können
  • c) Weil der Füllgrad dann nicht mehr berechenbar ist
  • d) Weil die Aderfarben sonst verblassen

Richtig: b)

Ein überfüllter Kanal staut Wärme, lässt sich nicht mehr sauber schließen und erlaubt kein Nachziehen von Adern – b) ist richtig. a), c) und d) sind sachlich falsch.

4. Verdrahtung im Schrank

Mit montierten Bauteilen beginnt die eigentliche Verdrahtung. Hier zählt nicht nur, dass alles funktioniert, sondern dass die Verdrahtung lesbar, sicher und im Fehlerfall nachvollziehbar ist. Den Schlüssel dazu liefern die Aderfarben: Sie sagen auf einen Blick, welche Funktion eine Ader hat.

Im Leistungs- und Energieteil gelten klare Zuordnungen. Der Schutzleiter (PE) is immer grün-gelb und nur dafür reserviert. Der Neutralleiter (N) ist blau. Die Außenleiter L1, L2 und L3 werden meist in Brauntönen bzw. schwarz/grau geführt. Diese Farben sind eindeutig belegt und dürfen nicht für andere Zwecke verwendet werden.

Für die Steuerstromkreise hat sich nach ÖNORM EN 60204-1 eine eigene Farblogik etabliert, die die Fehlersuche erheblich erleichtert. Üblich sind:

Aderfarbe Bedeutung im Steuerkreis
Rot Steuerstromkreis mit Wechselspannung (AC)
Dunkelblau Steuerstromkreis mit Gleichspannung (DC)
Orange fremdeingespeiste Stromkreise, die auch bei ausgeschaltetem Hauptschalter Spannung führen können

Gerade die orange Ader ist sicherheitsrelevant: Sie warnt davor, dass an dieser Stelle Spannung anliegen kann, obwohl der Hauptschalter aus ist. Wer diese Farblogik konsequent einhält, baut eine Anlage, die andere Techniker schnell und sicher durchschauen.

Bei den Adern selbst gilt: Feindrähtige Leitungen bekommen Aderendhülsen, bevor sie in eine Klemme kommen. Die Hülse fasst die Einzeldrähte zusammen, sorgt für sicheren Kontakt und verhindert, dass einzelne Drähtchen abstehen oder einen Kurzschluss verursachen.

Für das Verlegen im Schrank haben sich einige Grundregeln bewährt:

  • Adern laufen geordnet im Verdrahtungskanal, nicht kreuz und quer über die Platte.
  • Leistungs-, Steuer- und Datenleitungen werden getrennt geführt, um Störeinkopplung zu vermeiden.
  • Verbindungen mehrerer benachbarter Klemmen oder Schützanschlüsse löst man mit Kammbrücken statt mit vielen Einzeladern – das spart Platz und Fehlerquellen.
  • Adern werden nicht stramm gespannt, sondern mit etwas Reserve verlegt, damit man Bauteile bei Bedarf bewegen kann.

Das folgende Schema ordnet die wichtigsten Aderfunktionen ihren Farben zu:

Aderfarben nach Funktion L1 / L2 / L3 — Außenleiter (braun/schwarz/grau) N — Neutralleiter (blau) PE — Schutzleiter (grün-gelb) Steuerkreis AC (rot) Steuerkreis DC (dunkelblau) Fremdspannung (orange) — Spannung trotz Haupt-Aus Steuerstromkreise nach ÖNORM EN 60204-1

In einem Schrank findet sich eine orange Ader. Was bedeutet das für die Arbeitssicherheit?

  • a) Die Ader kann Spannung führen, auch wenn der Hauptschalter aus ist
  • b) Die Ader führt nur Gleichspannung im Steuerkreis
  • c) Die Ader ist der Schutzleiter
  • d) Die Ader darf beliebig umgeklemmt werden

Richtig: a)

Orange kennzeichnet fremdeingespeiste Stromkreise, die auch bei ausgeschaltetem Hauptschalter Spannung führen können – a) ist richtig und sicherheitskritisch. b) beschreibt dunkelblau. c) ist falsch, PE ist grün-gelb. d) ist gefährlich falsch.

Eine feindrähtige Steuerleitung soll in eine Schraubklemme. Welche Vorbereitung ist fachlich korrekt?

  • a) Die Einzeldrähte verzinnen und einklemmen
  • b) Die Drähte verdrillen und ohne Hülse einklemmen
  • c) Den Leiter abisolieren und einfach umbiegen
  • d) Eine Aderendhülse aufpressen

Richtig: d)

Feindrähtige Leiter bekommen eine Aderendhülse – sie bündelt die Drähte und sichert den Kontakt – d) ist richtig. Verzinnen führt zu kaltem Fluss und losen Klemmstellen, b) und c) lassen Drähtchen abstehen.

Warum werden Datenleitungen getrennt von Leistungsleitungen geführt?

  • a) Weil Leistungsleitungen Störungen in die Datensignale einkoppeln können
  • b) Weil Datenleitungen dicker sind
  • c) Weil sie eine andere Schutzart brauchen
  • d) Weil sie nicht in Kanäle dürfen

Richtig: a)

Leistungsleitungen erzeugen elektromagnetische Störungen, die in benachbarte Datensignale einkoppeln – die Trennung schützt die Signalqualität – a) ist richtig. b), c) und d) sind sachlich falsch.

Welche Aussage zu PE und N ist korrekt?

  • a) PE darf bei Platzmangel auch blau ausgeführt werden
  • b) N ist grün-gelb, PE ist blau
  • c) PE ist grün-gelb und ausschließlich dafür reserviert, N ist blau
  • d) PE und N dürfen dieselbe Ader teilen

Richtig: c)

Grün-gelb ist ausschließlich dem Schutzleiter vorbehalten, blau dem Neutralleiter – c) ist richtig. a) und d) sind unzulässig und gefährlich. b) vertauscht die Farben.

5. Wärme, Schutz und Kennzeichnung im Schrank

Ein geschlossener Schrank hat ein Problem: Jedes Bauteil gibt im Betrieb Wärme ab, und diese Wärme muss irgendwo hin. Bleibt sie im Schrank, steigt die Innentemperatur – und mit ihr das Ausfallrisiko empfindlicher Bauteile. Frequenzumrichter, Netzteile und Schütze geben dabei am meisten ab. Die Summe all dieser Anteile ist die Verlustleistung des Schranks.

Wie stark sich der Schrank erwärmt, hängt von zwei Größen ab: der Verlustleistung im Inneren und der Oberfläche, über die das Gehäuse Wärme an die Umgebung abgibt. Vereinfacht lässt sich die Übertemperatur – also der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur – über einen Wärmeübergangswert abschätzen:

ΔT = P_v / (k * A)

  • ΔT .. Übertemperatur (innen gegenüber außen) in K
  • P_v .. Gesamtverlustleistung im Schrank in W
  • k …. Wärmedurchgangskoeffizient des Gehäuses in W/(m²·K)
  • A …. wärmeabgebende Oberfläche in m²

Für ein lackiertes Stahlblechgehäuse rechnet man überschlägig mit einem k-Wert um 5,5 W/(m²·K). Wird die zulässige Innentemperatur überschritten, hilft eine Filterlüftung: Ein Lüfter bläst kühlere Außenluft ein, ein Austrittsgitter lässt die warme Luft ab. Der nötig Luftvolumenstrom hängt von der abzuführenden Verlustleistung und der erlaubten Temperaturdifferenz ab:

V = P_v / (cL * ΔT_zul)

  • V ……. erforderlicher Luftvolumenstrom in m³/h
  • P_v ….. abzuführende Verlustleistung in W
  • cL …… Luftkennwert, rund 0,34 Wh/(m³·K)
  • ΔT_zul .. zulässige Temperaturdifferenz innen/außen in K

Reicht eine Lüftung nicht aus – etwa weil die Umgebung zu warm oder zu schmutzig ist –, kommt ein Klimagerät zum Einsatz, das aktiv kühlt. Für die meisten Standardschränke genügt aber eine gut dimensionierte Filterlüftung.

Neben der Wärme spielt der Schutzpotentialausgleich eine zentrale Rolle. Tür, Montageplatte und alle leitfähigen Gehäuseteile werden mit dem Schutzleitersystem verbunden. So liegen alle berührbaren Metallteile auf demselben Potential, und im Fehlerfall kann keine gefährliche Spannung an der Tür stehen bleiben. Bewegliche Teile wie die Tür bekommen dafür eine eigene flexible Schutzleiterverbindung.

Zum Schluss zählt die Kennzeichnung und Dokumentation. Jedes Bauteil ist beschriftet, jede Klemme nummeriert, und der Schaltplan bildet den realen Aufbau ab. Eine geschlossene Tür stellt zudem erst die volle Schutzart her – ein offener oder unvollständig montierter Schrank bietet weder den vorgesehenen Berührungs- noch den vollen Fremdkörperschutz.

Gelöstes Beispiel

Ein Stahlblechschrank hat eine wärmeabgebende Oberfläche von 4 m² und enthält Bauteile mit zusammen 440 W Verlustleistung. Wie groß ist die Übertemperatur ohne Lüftung, und welcher Luftvolumenstrom ist nötig, wenn höchstens 20 K Temperaturdifferenz erlaubt sind?

Gegeben: A = 4 m², P_v = 440 W, k = 5,5 W/(m²·K), ΔT_zul = 20 K, cL = 0,34 Wh/(m³·K)

Gesucht: Übertemperatur ΔT in K und Luftvolumenstrom V in m³/h

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Übertemperatur ohne Lüftung: ΔT = 440 / (5,5 · 4) = 440 / 22 = 20 K
  2. Schritt 2 — Bewertung: Die Übertemperatur erreicht genau die erlaubten 20 K. Bei wärmerer Umgebung wird die Grenze überschritten – eine Lüftung ist sinnvoll.
  3. Schritt 3 — Luftvolumenstrom: V = 440 / (0,34 · 20) = 440 / 6,8 ≈ 64,7 m³/h

Ergebnis: Ohne Lüftung liegt die Übertemperatur bei rund 20 K; eine Filterlüftung müsste etwa 65 m³/h liefern.

Übungen

Ein Schrank mit 2,5 m² Oberfläche gibt 200 W ab. Wie groß ist die Übertemperatur (k = 5,5)?

ΔT = 200 / (5,5 · 2,5) = 200 / 13,75 ≈ 14,5 K.

Welche Verlustleistung führt bei 3 m² Oberfläche zu genau 15 K Übertemperatur (k = 5,5)?

P_v = 15 · 5,5 · 3 = 247,5 W.

Für 350 W abzuführende Leistung bei 18 K zulässiger Differenz: Welcher Luftvolumenstrom ist nötig (cL = 0,34)?

V = 350 / (0,34 · 18) = 350 / 6,12 ≈ 57,2 m³/h.

Ein Schrank hat 5 m² Oberfläche und 600 W Verlustleistung. Reicht passive Kühlung, wenn maximal 18 K Übertemperatur erlaubt sind (k = 5,5)?

ΔT = 600 / (5,5 · 5) = 600 / 27,5 ≈ 21,8 K – das überschreitet 18 K, eine Lüftung ist erforderlich.

Eine Filterlüftung liefert 80 m³/h. Welche Verlustleistung kann sie bei 20 K zulässiger Differenz abführen (cL = 0,34)?

P_v = 80 · 0,34 · 20 = 544 W.

Ein Schrank mit 4 m² Oberfläche gibt 660 W ab (k = 5,5). Welche Übertemperatur stellt sich ohne Lüftung ein?

  • a) etwa 30 K
  • b) etwa 15 K
  • c) etwa 45 K
  • d) etwa 22 K

Richtig: a)

ΔT = 660 / (5,5 · 4) = 660 / 22 = 30 K – a) ist richtig. Die anderen Werte ergeben sich aus falschen Zwischenschritten.

Warum wird die Schranktür über eine flexible Leitung in den Schutzpotentialausgleich einbezogen?

  • a) Damit sie sich leichter öffnen lässt
  • b) Damit im Fehlerfall keine gefährliche Spannung an der berührbaren Tür stehen bleibt
  • c) Um den Füllgrad der Kanäle zu senken
  • d) Um die Schutzart zu erhöhen

Richtig: b)

Die Tür ist ein berührbares Metallteil; über den Schutzpotentialausgleich liegt sie auf Schutzleiterpotential, sodass im Fehlerfall keine gefährliche Berührungsspannung ansteht – b) ist richtig. a), c) und d) treffen den Zweck nicht.

Eine Filterlüftung soll 480 W bei 16 K zulässiger Differenz abführen (cL = 0,34). Welcher Luftvolumenstrom ist nötig?

  • a) etwa 60 m³/h
  • b) etwa 120 m³/h
  • c) etwa 30 m³/h
  • d) etwa 88 m³/h

Richtig: d)

V = 480 / (0,34 · 16) = 480 / 5,44 ≈ 88 m³/h – d) ist richtig.

Welche Aussage zur Schutzart eines Schranks ist korrekt?

  • a) Die Schutzart gilt unabhängig davon, ob die Tür offen oder geschlossen ist
  • b) Die volle Schutzart wird erst mit geschlossener, vollständig montierter Tür erreicht
  • c) Ein open Schrank hat die höchste Schutzart
  • d) Die Schutzart wird allein durch die Montageplatte bestimmt

Richtig: b)

Erst die geschlossene und vollständig montierte Tür stellt den vorgesehenen Berührungs- und Fremdkörperschutz her – b) ist richtig. a), c) und d) widersprechen dem Prinzip der Schutzart.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein rechteckiger Verdrahtungskanal hat innen 50 mm × 70 mm. Die Aderquerschnitte summieren sich auf 2100 mm². Bestimme den Füllgrad und beurteile ihn.

Gegeben: b = 50 mm, h = 70 mm, A_adern = 2100 mm²

Gesucht: Füllgrad f in %

Lösungsweg:

  1. A_kanal = 50 · 70 = 3500 mm²
  2. f = 2100/3500 · 100 = 60 %

Ergebnis: 60 % – an der oberen Faustgrenze, Reserve ist knapp.

Aufgabe 2: Wie viele Adern à 6 mm² (Querschnitt mit Isolierung rund 12 mm²) passen in einen Kanal mit 4000 mm² Innenfläche, wenn höchstens 60 % gefüllt werden sollen?

Gegeben: A_kanal = 4000 mm², Füllgrenze 60 %, Aderfläche 12 mm²

Gesucht: Anzahl Adern

Lösungsweg:

  1. zulässige Fläche = 0,60 · 4000 = 2400 mm²
  2. n = 2400 / 12 = 200

Ergebnis: 200 Adern.

Aufgabe 3: Ein Schrank hat 3,5 m² wärmeabgebende Oberfläche und 385 W Verlustleistung. Wie groß ist die Übertemperatur ohne Lüftung (k = 5,5)?

Gegeben: A = 3,5 m², P_v = 385 W, k = 5,5 W/(m²·K)

Gesucht: ΔT in K

Lösungsweg:

  1. ΔT = 385 / (5,5 · 3,5) = 385 / 19,25 = 20 K

Ergebnis: 20 K Übertemperatur.

Aufgabe 4: Welcher Luftvolumenstrom ist nötig, um 510 W bei 15 K zulässiger Temperaturdifferenz abzuführen (cL = 0,34)?

Gegeben: P_v = 510 W, ΔT_zul = 15 K, cL = 0,34 Wh/(m³·K)

Gesucht: V in m³/h

Lösungsweg:

  1. V = 510 / (0,34 · 15) = 510 / 5,1 = 100 m³/h

Ergebnis: 100 m³/h.

Aufgabe 5: Ein freistehender Standschrank hat die Außenmaße Höhe 2,0 m, Breite 0,8 m, Tiefe 0,6 m. Er steht frei im Raum, sodass alle Flächen außer der Bodenfläche Wärme abgeben. Bestimme zuerst die wärmeabgebende Oberfläche und dann die Übertemperatur bei 700 W Verlustleistung (k = 5,5).

Gegeben: H = 2,0 m, B = 0,8 m, T = 0,6 m, P_v = 700 W, k = 5,5 W/(m²·K)

Gesucht: wärmeabgebende Oberfläche A und Übertemperatur ΔT

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Flächen (Boden zählt nicht): Dach: B · T = 0,8 · 0,6 = 0,48 m²; zwei Seiten: 2 · (H · T) = 2 · (2,0 · 0,6) = 2,40 m²; Front + Rück: 2 · (H · B) = 2 · (2,0 · 0,8) = 3,20 m²
  2. A = 0,48 + 2,40 + 3,20 = 6,08 m²
  3. Schritt 2 — Übertemperatur: ΔT = 700 / (5,5 · 6,08) = 700 / 33,44 ≈ 20,9 K

Ergebnis: A ≈ 6,08 m², Übertemperatur ≈ 20,9 K.

Aufgabe 6: In einem Verdrahtungskanal mit Innenmaßen 60 mm × 80 mm liegen 30 runde Leitungen mit je 5 mm Außendurchmesser. Bestimme den Füllgrad und beurteile, ob noch Reserve vorhanden ist.

Gegeben: b = 60 mm, h = 80 mm, n = 30 Leitungen, d = 5 mm

Gesucht: Füllgrad f in %

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Querschnitt einer Leitung: A_1 = (5/2)² · π = 6,25 · 3,1416 ≈ 19,63 mm²
  2. Schritt 2 — Summe der Leitungsquerschnitte: A_adern = 30 · 19,63 ≈ 589 mm²
  3. Schritt 3 — Kanalquerschnitt und Füllgrad: A_kanal = 60 · 80 = 4800 mm²; f = 589 / 4800 · 100 ≈ 12,3 %

Ergebnis: Füllgrad rund 12 % – reichlich Reserve vorhanden.

Welche Reihenfolge entspricht dem typischen Zonen-Aufbau einer Montageplatte von oben nach unten?

  • a) Einspeisung – Leistung – Steuerung – Reihenklemmen
  • b) Steuerung – Einspeisung – Klemmen – Leistung
  • c) Klemmen – Leistung – Einspeisung – Steuerung
  • d) Leistung – Steuerung – Einspeisung – Klemmen

Richtig: a)

Der Aufbau folgt dem Energiefluss: Einspeisung oben, dann Leistung, dann Steuerung, schließlich die Reihenklemmen – a) ist richtig. Die übrigen Reihenfolgen widersprechen dem Energiefluss.

Eine Ader führt einen Gleichspannungs-Steuerstromkreis. Welche Farbe ist nach ÖNORM EN 60204-1 üblich?

  • a) Rot
  • b) Grün-gelb
  • c) Orange
  • d) Dunkelblau

Richtig: d)

Dunkelblau kennzeichnet DC-Steuerstromkreise; rot steht für AC, orange für Fremdspannung, grün-gelb ausschließlich für PE – d) ist richtig.

Ein Bauteil ist mit „F2″ gekennzeichnet. Worum handelt es sich am ehesten?

  • a) Um ein Schütz
  • b) Um den Hauptschalter
  • c) Um eine Sicherung bzw. ein Schutzorgan
  • d) Um eine Reihenklemme

Richtig: c)

Das Kennzeichen „F“ steht für Schutzorgane wie Sicherungen; „K“ wäre ein Schütz, „Q“ der Hauptschalter – c) ist richtig.

Warum gehört die Montageplatte in den Schutzpotentialausgleich?

  • a) Damit alle berührbaren Metallteile auf gleichem Potential liegen und im Fehlerfall keine gefährliche Spannung ansteht
  • b) Damit sie sich nicht verzieht
  • c) Damit die Hutschiene besser hält
  • d) Damit die Schutzart steigt

Richtig: a)

Der Schutzpotentialausgleich bringt alle leitfähigen Teile auf dasselbe Potential, sodass im Fehlerfall keine gefährliche Berührungsspannung entsteht – a) ist richtig.

Ein Schrank ist innen randvoll verdrahtet, der Kanaldeckel lässt sich kaum schließen. Welches Problem ist am wahrscheinlichsten?

  • a) Die Schutzart sinkt automatisch auf IP00
  • b) Wärmestau und keine Möglichkeit, Adern nachzuziehen
  • c) Die Aderfarben verlieren ihre Bedeutung
  • d) Der Schutzleiter wird wirkungslos

Richtig: b)

Ein überfüllter Kanal staut Wärme und macht Nacharbeiten unmöglich – b) ist richtig. Die anderen Aussagen treffen nicht zu.

Welche Maßnahme ist beim Anschluss einer feindrähtigen Leitung an eine Schraubklemme fachgerecht?

  • a) Drahtenden verzinnen
  • b) Einzeldrähte fächern und einklemmen
  • c) Leiter doppelt legen ohne Hülse
  • d) Aderendhülse aufpressen

Richtig: d)

Feindrähtige Leiter werden mit Aderendhülse versehen; Verzinnen führt zu losen Klemmstellen – d) ist richtig.

Ein Schrank wird von oben über das Dach eingeführt. Wo liegen die Feldklemmen sinnvoll?

  • a) Ganz unten, fern der Einführung
  • b) In der Tür
  • c) Oben, im Bereich der Kabeleinführung
  • d) Position ist beliebig

Richtig: c)

Die Klemmenposition folgt der Kabeleinführung – bei Einführung von oben liegen die Feldklemmen oben – c) ist richtig.

Welche Aussage zur ÖNORM EN 61439 ist korrekt?

  • a) Sie regelt nur die Aderfarben im Steuerkreis
  • b) Sie verlangt für Schaltgerätekombinationen Nachweise wie Bauart- und Erwärmungsnachweis
  • c) Sie betrifft ausschließlich Hausinstallationen
  • d) Sie ist in Österreich ohne Bedeutung

Richtig: b)

Die EN 61439 fordert definierte Nachweise für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – b) ist richtig.

Warum werden warme Bauteile wie Frequenzumrichter oben im Schrank angeordnet?

  • a) Weil warme Luft nach oben steigt und sie temperaturempfindliche Bauteile nicht aufheizen sollen
  • b) Weil oben die kühlste Stelle ist
  • c) Weil sie leichter sind
  • d) Weil sie näher an der Tür sein müssen

Richtig: a)

Warme Luft sammelt sich oben; Bauteile mit hoher Verlustleistung gehören dorthin, um andere Komponenten nicht zu erwärmen – a) ist richtig.

Eine orange Ader ist im Schrank verlegt. Was muss man vor Arbeiten beachten?

  • a) Sie ist garantiert spannungsfrei bei Haupt-Aus
  • b) Sie ist der Schutzleiter
  • c) Sie darf ohne Messung berührt werden
  • d) Sie kann auch bei ausgeschaltetem Hauptschalter Spannung führen

Richtig: d)

Orange kennzeichnet fremdeingespeiste Stromkreise, die trotz Haupt-Aus Spannung führen können – d) ist richtig und sicherheitskritisch.

Welche zwei Größen bestimmen die Übertemperatur eines geschlossenen Schranks maßgeblich?

  • a) Aderfarbe und Kanalfüllgrad
  • b) Schutzart und Türfarbe
  • c) Verlustleistung und wärmeabgebende Oberfläche
  • d) Hutschienenlänge und Anzahl der Schütze

Richtig: c)

Die Übertemperatur hängt von der inneren Verlustleistung und der wärmeabgebende Gehäuseoberfläche ab – c) ist richtig.

Wozu dienen Kammbrücken in der Schrankverdrahtung?

  • a) Zum platzsparenden Verbinden mehrerer benachbarter Klemmen oder Anschlüsse
  • b) Zum Erhöhen der Schutzart
  • c) Zum Kühlen der Bauteile
  • d) Zum Beschriften der Adern

Richtig: a)

Kammbrücken verbinden mehrere nebeneinanderliegende Anschlüsse ohne viele Einzeladern – das spart Platz und Fehlerquellen – a) ist richtig.

Glossar

Schaltschrank
Geschütztes Gehäuse, das die elektrischen Betriebsmittel einer Anlage geordnet aufnimmt und Energie sowie Signale verteilt.
Montageplatte
Verzinktes Stahlblech im Schrankinneren, auf das Hutschienen, Kanäle und Bauteile geschraubt werden.
Schutzart (IP-Code)
Nach ÖNORM EN 60529 festgelegtes Maß für den Schutz eines Gehäuses gegen feste Fremdkörper/Berührung (erste Kennziffer) und Wasser (zweite Kennziffer).
Hutschiene
Genormte Tragschiene (gängig TS35, 35 mm breit), auf die Bauteile aufgeschnappt werden.
Verdrahtungskanal
Kunststoffkanal mit geschlitzten Wänden und Deckel, der die Adern geordnet führt.
Füllgrad
Verhältnis der Summe aller Aderquerschnitte zur inneren Kanalquerschnittsfläche, üblicherweise auf etwa 60 bis 70 % begrenzt.
Betriebsmittelkennzeichen
Eindeutige Kennung eines Bauteils (z. B. Q1, K1, F1), die Schaltplan und realen Schrank verbindet.
Aderendhülse
Metallhülse, die feindrähtige Leiterenden bündelt und einen sicheren Klemmkontakt herstellt.
Kammbrücke
Schienenförmiges Verbindungelement, das mehrere benachbarte Klemmen oder Schützanschlüsse ohne Einzeladern verbindet.
Verlustleistung
Anteil der elektrischen Leistung, der in einem Bauteil als Wärme abgegeben wird und im Schrank abgeführt werden muss.
Übertemperatur
Temperaturunterschied zwischen Schrankinnenraum und Umgebung, der sich durch die Verlustleistung einstellt.
Schutzpotentialausgleich
Leitende Verbindung aller berührbaren Metallteile mit dem Schutzleitersystem, damit im Fehlerfall keine gefährliche Berührungsspannung entsteht.
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