Grundlagen industrieller Kommunikation

In einer modernen Anlage hängt selten noch jeder Sensor mit einem eigenen Kabel an der Steuerung. Stattdessen teilen sich viele Teilnehmer eine gemeinsame Datenleitung und tauschen ihre Informationen geordnet aus. Damit das funktioniert, braucht es Regeln: Wer darf wann senden, wie ist eine Nachricht aufgebaut, und wie erkennt man Übertragungsfehler? Genau darum geht es in diesem Beitrag — nicht um ein bestimmtes Bussystem, sondern um das gemeinsame Fundament, auf dem alle aufbauen.

Vorwissen

  • Analoge und digitale Signale
  • Was ist eine SPS? Aufbau und Funktion
  • Sensoren – Signalarten

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, warum sich in der Industrie die Bus-Verdrahtung gegenüber der Punkt-zu-Punkt-Verkabelung durchgesetzt hat
  • die Begriffe Bit, Byte, Wort und Datenrate sicher verwenden und eine Übertragungszeit berechnen
  • die gängigen Topologien unterscheiden und ihre Vor- und Nachteile benennen
  • die wichtigsten Buszugriffsverfahren dem richtigen Grundprinzip zuordnen
  • den Aufbau eines Telegramms beschreiben und zyklische von azyklischer Kommunikation unterscheiden

1. Warum industrielle Kommunikation?

Stell dir eine Maschine mit fünfzig Sensoren und dreißig Aktoren vor. In der klassischen Verdrahtung bekommt jeder einzelne Sensor und jeder Aktor sein eigenes Kabel, das bis zur Steuerung im Schaltschrank zurückgeführt wird. Das ergibt schnell dicke Kabelbäume, volle Klemmleisten und einen Schaltschrank, in dem kaum noch Platz ist. Kommt ein Bauteil dazu, muss ein neues Kabel gezogen werden. Und wenn irgendwo ein Draht bricht, ist die Fehlersuche mühsam.

Hier setzt die industrielle Kommunikation an. Statt vieler einzelner Leitungen gibt es einen gemeinsamen Übertragungsweg, an den alle Teilnehmer angeschlossen werden. Dieser gemeinsame Weg heißt Bus — ein Übertragungsmedium, das sich mehrere Teilnehmer teilen und über das sie nacheinander ihre Daten austauschen. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Rechentechnik; im mechatronischen Umfeld meint er meist eine Leitung (oder ein Leitungspaar), an der Steuerung, Sensoren, Antriebe und weitere Geräte parallel hängen.

Damit ändert sich die ganze Logik. Es fließen nicht mehr einzelne Signale über einzelne Drähte, sondern Daten über eine gemeinsame Leitung. Jede Information wird zu einer Nachricht, die eine Adresse trägt, damit klar ist, für wen sie bestimmt ist. Drei Begriffe genügen, um den Vorgang zu beschreiben: ein Sender schickt eine Nachricht über das Übertragungsmedium an einen Empfänger.

Der Gewinn ist handfest. Weniger Kabel, kleinere Schaltschränke, einfachere Erweiterung — ein neues Gerät wird an den Bus angeklemmt und bekommt eine Adresse, fertig. Dazu kommt die Diagnose: Über denselben Bus lassen sich nicht nur Prozesswerte, sondern auch Statusmeldungen und Fehlerinformationen abfragen. Ein moderner Sensor meldet so nicht nur „Teil erkannt“, sondern bei Bedarf auch „Verschmutzung erkannt, bitte reinigen“.

Eine bestehende Maschine soll um zehn zusätzliche Sensoren erweitert werden. Warum ist das bei einer Busverdrahtung in der Regel einfacher als bei klassischer Einzelverdrahtung?

  • a) Weil jeder neue Sensor nur angeklemmt und adressiert wird, statt ein eigenes Kabel zur Steuerung zu ziehen
  • b) Weil Bussysteme grundsätzlich ohne Stromversorgung auskommen
  • c) Weil bei einem Bus keine Adressen vergeben werden müssen
  • d) Weil ein Bus die Sensoren automatisch programmiert

Richtig: a)

Erklärung: Bei der Busverdrahtung teilen sich alle Teilnehmer eine Leitung. Ein neues Gerät wird an den vorhandenen Bus angeschlossen und bekommt eine Adresse — kein neues Kabel bis zum Schaltschrank. b) ist falsch, denn Versorgungsspannung wird weiterhin benötigt. c) ist falsch, gerade die Adresse macht den Teilnehmer ja unterscheidbar. d) ist Unsinn, die Programmierung bleibt Sache der Steuerung.

Was beschreibt der Begriff „Bus“ im mechatronischen Kontext am treffendsten?

  • a) Ein gemeinsamer Übertragungsweg, den sich mehrere Teilnehmer teilen
  • b) Ein Verstärker für schwache Sensorsignale
  • c) Eine Steuerung mit besonders vielen Eingängen
  • d) Ein spezielles Kabel mit besonders hoher Stromtragfähigkeit

Richtig: a)

Erklärung: Ein Bus ist definiert durch das gemeinsame Medium für mehrere Teilnehmer. Verstärkung (b), Eingangszahl einer Steuerung (c) und Stromtragfähigkeit (d) haben mit dem Buskonzept nichts zu tun.

2. Daten und ihre Darstellung

Über einen Bus laufen keine Spannungspegel im klassischen Sinn, sondern Daten — also Informationen in einer für die Übertragung passenden Form. Die kleinste Einheit ist das Bit, ein einzelner Zustand, der nur zwei Werte annehmen kann: 0 oder 1. Aus acht Bit wird ein Byte, und mehrere Bytes fasst man je nach System zu einem Wort zusammen (oft 16 oder 32 Bit).

Warum diese Stückelung? Weil sich jeder Zustand und jeder Zahlenwert in eine Folge solcher Bits übersetzen lässt. Ein einfacher Näherungsschalter liefert genau ein Bit: Teil da oder nicht. Ein Temperaturwert dagegen braucht mehrere Bit, um den ganzen Messbereich fein genug abzubilden. Die Übersetzung von analogen Messwerten in digitale Bitfolgen erfolgt über Analog-Digital-Umsetzer (ADU) im Sensor. Ein Temperaturwert wird dabei in eine mehrstellige Binärzahl umgewandelt, etwa in einen 16-Bit-Wert für hochgenaue Auflösungen.

Entscheidend für die Praxis ist, wie schnell diese Bits übertragen werden. Das beschreibt die Datenrate, gemessen in Bit pro Sekunde (Bit/s) und ihren Vielfachen Kilobit pro Sekunde (kBit/s) und Megabit pro Sekunde (MBit/s). Aus Datenmenge und Datenrate lässt sich die reine Übertragungszeit abschätzen:

t = D / v

  • t … Übertragungszeit in s
  • D … Datenmenge in Bit
  • v … Datenrate in Bit/s

Das ist eine vereinfachte Betrachtung — in echten Bussystemen kommen noch Adress- und Prüfdaten sowie Pausen hinzu. Für ein Gefühl, wie lange das Senden einer bestimmten Datenmenge dauert, reicht die Formel aber gut aus.

Gelöstes Beispiel

Über einen Bus mit einer Datenrate von 500 kBit/s soll ein Datenblock von 2000 Bit übertragen werden. Wie lange dauert die reine Übertragung?

Gegeben: Datenmenge D = 2000 Bit, Datenrate v = 500 kBit/s = 500 000 Bit/s

Gesucht: Übertragungszeit t in s

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Datenrate in Grundeinheit umrechnen: 500 kBit/s = 500 · 1000 Bit/s = 500 000 Bit/s
  2. Schritt 2 — Übertragungszeit berechnen: t = D / v = 2000 Bit / 500 000 Bit/s = 0,004 s

Ergebnis: t = 0,004 s = 4 ms

Übungen

Ein Sensor sendet 16 Bit bei einer Datenrate von 100 kBit/s. Wie lange dauert die Übertragung?

t = 16 / 100 000 = 0,00016 s = 0,16 ms

Wie viele Bit ergeben 4 Byte?

4 · 8 = 32 Bit

Ein Datenblock von 1200 Bit soll in höchstens 2 ms übertragen werden. Welche Mindest-Datenrate ist nötig?

v = D / t = 1200 / 0,002 = 600 000 Bit/s = 600 kBit/s

Bei einer Datenrate von 1 MBit/s wird ein Telegramm von 250 Byte übertragen. Wie lange dauert die reine Datenübertragung?

D = 250 · 8 = 2000 Bit; t = 2000 / 1 000 000 = 0,002 s = 2 ms

Zwei Busse übertragen dieselbe Datenmenge von 5000 Bit. Bus A arbeitet mit 250 kBit/s, Bus B mit 1 MBit/s. Wie groß ist der Zeitunterschied?

t_A = 5000 / 250 000 = 0,02 s; t_B = 5000 / 1 000 000 = 0,005 s; Differenz = 0,015 s = 15 ms

Ein Bus überträgt mit 250 kBit/s. Ein Telegramm umfasst 500 Bit. Welche Aussage zur Übertragungszeit ist korrekt?

  • a) Die Zeit hängt nur von der Bitanzahl ab, nicht von der Datenrate
  • b) Ohne Angabe der Spannung lässt sich nichts berechnen
  • c) Die Übertragungszeit beträgt rund 2 ms
  • d) Die Übertragungszeit beträgt rund 2 s

Richtig: c)

Erklärung: t = 500 / 250 000 = 0,002 s = 2 ms. a) ist falsch, die Datenrate geht direkt ein. b) ist falsch, die Spannung spielt für die Übertragungszeit keine Rolle. d) verwechselt Sekunden mit Millisekunden um den Faktor 1000.

Warum genügt für einen einfachen induktiven Näherungsschalter ein einziges Bit, während ein Temperaturwert mehrere Bit benötigt?

  • a) Weil Temperatursensoren immer analog und nie digital arbeiten
  • b) Weil ein Bit grundsätzlich nur für Sensoren mit Metallgehäuse reicht
  • c) Weil der Näherungsschalter nur zwei Zustände kennt, der Temperaturwert aber viele Abstufungen
  • d) Weil der Näherungsschalter schneller schaltet als ein Temperatursensor

Richtig: c)

Erklärung: Ein Bit can nur zwei Werte annehmen — das passt genau zur Aussage „Teil da / nicht da“. Ein Temperaturwert braucht viele Abstufungen und damit mehrere Bit. a) ist falsch, auch Temperaturwerte werden digital übertragen. b) und d) sind sachlich ohne Bezug zum Informationsgehalt.

Wie viele unterschiedliche Werte lassen sich mit einem Byte darstellen?

  • a) 8
  • b) 16
  • c) 256
  • d) 1024

Richtig: c)

Erklärung: Ein Byte hat 8 Bit, jedes Bit zwei Zustände: 2 hoch 8 = 256 mögliche Werte. 8 (a) ist die Bitanzahl, nicht die Wertanzahl. 16 (b) entspräche 4 Bit, 1024 (d) entspräche 10 Bit.

3. Serielle und parallele Übertragung

Wenn ein Byte von einem Gerät zum anderen soll, gibt es grundsätzlich zwei Wege. Bei der parallelen Übertragung bekommt jedes Bit seine eigene Leitung, und alle acht Bit gehen gleichzeitig los. Das ist schnell, braucht aber viele Adern und funktioniert nur über kurze Strecken zuverlässig. Bei der seriellen Übertragung geht es über eine einzige Leitung — die Bits werden nacheinander geschickt, eines nach dem anderen.

In der Industrie hat sich die serielle Übertragung durchgesetzt, und das aus guten Gründen. Eine einzelne Leitung (meist ein verdrilltes Aderpaar) ist günstig, leicht zu verlegen und über große Distanzen tauglich. Verdrillte Leitungen sind außerdem deutlich störfester gegen elektromagnetische Einkopplung — in einer Werkhalle voller Frequenzumrichter und Schaltschütze ein entscheidender Vorteil. Parallele Übertragung mit ihren vielen Adern wäre über zehn oder hundert Meter weder bezahlbar noch störungsfrei.

Der Preis dafür ist, dass Sender und Empfänger sich einig sein müssen, wann ein Bit beginnt und endet und in welcher Reihenfolge die Bits kommen. Diese Abstimmung nennt man Synchronisation. Sie sorgt dafür, dass der Empfänger die einzeln eintreffenden Bits wieder korrekt zu Bytes zusammensetzt. Wie das konkrete serielle Schnittstellen technisch lösen, ist ein eigenes Thema — hier zählt das Grundprinzip: ein Draht, Bits nacheinander, klare Reihenfolge.

Parallele Übertragung Sender Empfänger 1 0 1 1 0 1 0 1 8 Leitungen = 1 Byte, alle Bit gleichzeitig Serielle Übertragung Sender Empfänger 1 0 1 1 0 1 eine Leitung, Bit nacheinander

Warum wird in der industriellen Kommunikation über größere Distanzen fast ausschließlich seriell übertragen?

  • a) Weil serielle Übertragung grundsätzlich mehr Bit pro Sekunde schafft als parallele
  • b) Weil eine einzelne, verdrillte Leitung günstiger, störfester und über weite Strecken tauglich ist
  • c) Weil parallele Übertragung keine Synchronisation benötigt
  • d) Weil serielle Leitungen keine Adressierung brauchen

Richtig: b)

Erklärung: Der Vorteil seriell liegt in Kabelaufwand, Störfestigkeit und Reichweite. a) ist falsch — parallel ist auf kurzer Strecke sogar schneller. c) hat es genau umgekehrt: parallel braucht weniger Reihenfolge-Synchronisation, das spricht aber nicht gegen seriell. d) ist sachlich ohne Bezug.

Ein Entwickler will acht Bit über 80 Meter in einer störungsreichen Halle übertragen. Welche Lösung ist sinnvoll?

  • a) Parallele Übertragung mit acht einzelnen Leitungen
  • b) Acht parallele Leitungen ohne Schirmung, dafür mit höherer Spannung
  • c) Parallele Übertragung, weil sie über große Distanzen störfester ist
  • d) Serielle Übertragung über ein verdrilltes Aderpaar

Richtig: d)

Erklärung: Über 80 Meter in störungsreicher Umgebung ist die serielle Übertragung über verdrillte Leitung klar überlegen. a) und b) sind über die Distanz unwirtschaftlich und störanfällig. c) behauptet das Gegenteil der Realität — gerade über große Distanzen ist parallel problematisch.

4. Topologien — wie Teilnehmer verbunden werden

Sobald mehrere Geräte über einen Bus reden, stellt sich die Frage, wie sie räumlich miteinander verbunden werden. Diese Verbindungsstruktur heißt Topologie. Jedes angeschlossene Gerät ist dabei ein Teilnehmer oder Knoten. Vier Grundformen tauchen in der Praxis immer wieder auf.

Bei der Linie (auch Bus-Topologie) hängen alle Teilnehmer an einer durchgehenden Leitung, wie Häuser an einer Straße. Das spart Kabel und ist einfach zu erweitern. Reißt die Leitung aber an einer Stelle, ist alles dahinter abgeschnitten.

Beim Stern führt von jedem Teilnehmer eine eigene Leitung zu einem zentralen Punkt, meist einem Verteiler oder Switch. Fällt eine Leitung aus, betrifft das nur diesen einen Teilnehmer — die anderen laufen weiter. Dafür braucht man mehr Kabel und ist vom zentralen Knoten abhängig.

Beim Ring ist jeder Teilnehmer mit dem nächsten verbunden, und der letzte schließt wieder zum ersten. Ein Ring kann so ausgelegt werden, dass er bei einem einzelnen Leitungsbruch über den anderen Weg weiterarbeitet — das macht ihn ausfallsicher, aber aufwendiger.

Der Baum ist eine Mischform: von einem Hauptstrang zweigen weitere Linien oder Sterne ab. Damit lassen sich größere, verzweigte Anlagen übersichtlich strukturieren.

Linie alle an einer Leitung Stern zentraler Verteiler (rot) Ring geschlossener Kreis Baum verzweigte Struktur
Topologie Vorteil Nachteil
Linie wenig Kabel, leicht erweiterbar Bruch trennt alles Dahinterliegende ab
Stern Ausfall betrifft nur einen Teilnehmer viel Kabel, Abhängigkeit vom Zentralknoten
Ring bei einfacheer Auslegung ausfallsicher aufwendiger, mehr Verkabelung
Baum gut für große, verzweigte Anlagen komplexer Aufbau und Planung

Bei welcher Topologie führt ein einzelner Leitungsbruch zwischen zwei Teilnehmern dazu, dass alle dahinterliegenden Teilnehmer vom Bus getrennt werden?

  • a) Linie
  • b) Stern
  • c) Ring mit redundanter Auslegung
  • d) Baum, wenn jeder Ast einen eigenen Verteiler hat

Richtig: a)

Erklärung: In der Linie hängen alle an einer durchgehenden Leitung — ein Bruch trennt alles dahinter ab. Im Stern (b) betrifft ein Bruch nur einen Teilnehmer. Ein redundant ausgelegter Ring (c) arbeitet über den anderen Weg weiter. d) beschreibt eine robustere Verteilstruktur.

Eine Anlage erfordert hohe Verfügbarkeit; ein einzelner Kabelbruch darf den Betrieb nicht stoppen. Welche Grundtopologie ist dafür am ehesten geeignet?

  • a) Linie ohne Zusatzmaßnahmen
  • b) Stern mit nur einem zentralen Knoten ohne Redundanz
  • c) Baum mit nur einem Hauptstrang
  • d) Ring mit redundanter Auslegung

Richtig: d)

Erklärung: Ein redundant ausgelegter Ring leitet die Daten bei einem Bruch über die Gegenrichtung weiter und bleibt funktionsfähig. Die Linie (a) ist gegen Bruch empfindlich. Beim Stern ohne Redundanz (b) ist der Zentralknoten ein Schwachpunkt. Ein Baum mit einzelnem Hauptstrang (c) fällt bei dessen Bruch teilweise aus.

5. Wer darf senden? Zugriffsverfahren

Ein Bus hat einen Haken: Wenn sich alle Teilnehmer eine Leitung teilen, kann immer nur einer gleichzeitig sprechen. Reden zwei zur selben Zeit, überlagern sich ihre Signale und die Nachricht wird unbrauchbar — man spricht von einer Kollision. Damit das geordnet abläuft, braucht es Regeln, wer wann senden darf. Diese Regeln heißen Buszugriffsverfahren. Drei Grundprinzipien sind verbreitet.

Beim Master-Slave-Verfahren gibt es einen übergeordneten Teilnehmer, den Master — typischerweise die Steuerung. Nur er beginnt die Kommunikation. Die untergeordneten Teilnehmer, die Slaves, antworten ausschließlich, wenn sie vom Master angesprochen werden. Von sich aus sendet kein Slave. Das ist einfach und vermeidet Kollisionen zuverlässig, weil immer klar ist, wer dran ist.

Beim Token-Verfahren wandert eine Art Sendeberechtigung — das Token — von Teilnehmer zu Teilnehmer. Nur wer das Token gerade hat, darf senden; danach gibt er es weiter. So bekommt jeder reihum seine Gelegenheit, und auch hier kann es nicht zu Kollisionen kommen, weil immer nur ein Teilnehmer das Token besitzt.

Das dritte Prinzip stammt aus der Ethernet-Welt und arbeitet nach dem CSMA-Gedanken: Jeder Teilnehmer hört zuerst, ob die Leitung frei ist, und sendet erst dann. Kommt es trotzdem zu einer Kollision, wird sie erkannt und das Senden nach einer kurzen Wartezeit wiederholt. Dieses Verfahren ist flexibel, weil jeder bei Bedarf senden kann, ohne auf einen Master oder ein Token zu warten.

Welche Aussage über das Master-Slave-Verfahren trifft zu?

  • a) Jeder Slave darf jederzeit selbstständig senden, sobald er Daten hat
  • b) Es können beliebig viele Master gleichzeitig aktiv die Kommunikation starten
  • c) Kollisionen sind im Master-Slave-Verfahren der Normalfall
  • d) Ein Slave sendet nur, wenn er zuvor vom Master angesprochen wurde

Richtig: d)

Erklärung: Im Master-Slave-Verfahren initiiert ausschließlich der Master, Slaves antworten nur auf Anfrage. a) widerspricht genau diesem Prinzip. b) ist falsch, das klassische Verfahren kennt einen steuernden Master. c) ist falsch — das Verfahren vermeidet Kollisionen gerade.

Ein Teilnehmer darf in einem Bussystem nur senden, solange er eine bestimmte umlaufende Sendeberechtigung besitzt. Um welches Zugriffsprinzip handelt es sich?

  • a) CSMA
  • b) Reines Master-Slave ohne weitere Regelung
  • c) Parallelübertragung
  • d) Token-Verfahren

Richtig: d)

Erklärung: Die umlaufende Sendeberechtigung ist genau das Token. Beim CSMA (a) hört jeder selbst in die Leitung, es gibt keine umlaufende Berechtigung. b) beschreibt ein anderes Prinzip. c) ist eine Übertragungsart, kein Zugriffsverfahren.

Worin liegt der Hauptvorteil des CSMA-Prinzips gegenüber dem strengen Master-Slave-Verfahren?

  • a) Es schließt Kollisionen physikalisch vollständig aus
  • b) Es benötigt grundsätzlich keine Adressierung
  • c) Es funktioniert nur mit paralleler Übertragung
  • d) Jeder Teilnehmer kann bei freiem Medium von sich aus senden, ohne auf Master oder Token zu warten

Richtig: d)

Erklärung: CSMA erlaubt jedem Teilnehmer, bei freier Leitung eigenständig zu senden — das ist flexibler als das Warten auf den Master. a) ist falsch, Kollisionen können auftreten und werden erkannt und behoben. b) und c) sind sachlich ohne Bezug.

6. Aufbau einer Nachricht — das Telegramm

Eine Nachricht über den Bus ist nicht einfach eine lose Bitfolge. Sie ist nach festen Regeln aufgebaut, damit jeder Empfänger weiß, wie er sie zu lesen hat. Eine solche strukturierte Nachricht heißt Telegramm (oder Rahmen). Im einfachsten Fall besteht sie aus drei Teilen: einer Adresse, die angibt, für welchen Teilnehmer die Nachricht bestimmt ist; den Nutzdaten, also der eigentlichen Information; und einer Prüfsumme, mit der sich Übertragungsfehler erkennen lassen.

Die Prüfsumme ist der entscheidende Sicherheitsmechanismus. Der Sender berechnet aus den Nutzdaten einen Prüfwert und hängt ihn an. Der Empfänger rechnet denselben Wert aus den empfangenen Daten neu aus und vergleicht. Stimmen beide nicht überein, ist auf dem Weg etwas verfälscht worden — die Nachricht wird verworfen oder neu angefordert. So fällt ein gestörtes Bit nicht unbemerkt durch.

Die Gesamtheit dieser Regeln — Aufbau des Telegramms, Bedeutung der Felder, Ablauf des Austauschs — nennt man Protokoll. Ein Protokoll ist nichts anderes als die gemeinsame Sprachregelung zwischen den Teilnehmern. Nur wenn alle dasselbe Protokoll sprechen, verstehen sie einander. Diese Regeln sind in der Praxis übrigens in Schichten organisiert, von der reinen Bitübertragung bis zur Bedeutung der Daten — das ist ein Thema für sich.

So sieht ein einfaches Muster-Telegramm aus:

Adresse Nutzdaten Prüfsumme
1 Byte 2 Byte 1 Byte
Wer? Was? Korrekt?

Zyklisch und azyklisch — zwei Arten der Übertragung

In der industriellen Praxis werden nicht alle Daten auf dieselbe Weise übertragen, und dieser Unterschied entscheidet darüber, ob eine Anlage zuverlässig läuft. Man unterscheidet zwei Arten.

Die zyklische Kommunikation überträgt Daten immer wieder in festen, kurzen Zeitabständen — automatisch, ohne dass sie jedes Mal angefordert werden müssen. Das sind die Prozessdaten, die laufend gebraucht werden: das Steuerwort an einen Antrieb, die Istgeschwindigkeit eines Motors, der Zustand eines Sensors. Weil diese Daten in einem garantierten Zeitraster ankommen, spricht man von Determinismus — man kann sich darauf verlassen, dass der Wert spätestens nach einer fest definierten Zeit da ist. Diese Eigenschaft heißt Echtzeitfähigkeit und ist die Voraussetzung dafür, dass eine Steuerung einen Antrieb sauber regeln kann. Die maximale zeitliche Abweichung vom idealen Sendezyklus wird als Jitter bezeichnet. Je kleiner dieser Jitter ist, desto präziser ist die Echtzeitfähigkeit des Systems.

Die azyklische Kommunikation läuft nur bei Bedarf, nicht in festem Takt. Dazu gehören Daten, die nicht ständig gebraucht werden: das einmalige Setzen eines Parameters bei der Inbetriebnahme, das Auslesen einer Diagnoseinformation, eine Konfigurationsänderung. Diese Übertragungen sind nicht zeitkritisch — es macht keinen Unterschied, ob ein Parameter ein paar Millisekunden früher oder später ankommt.

Wozu dient die Prüfsumme in einem Telegramm?

  • a) Sie legt fest, welcher Teilnehmer als Nächstes senden darf
  • b) Sie ermöglicht dem Empfänger, einen Übertragungsfehler zu erkennen
  • c) Sie erhöht die Datenrate des Busses
  • d) Sie ersetzt die Adresse bei kurzen Nachrichten

Richtig: b)

Erklärung: Aus der Prüfsumme erkennt der Empfänger, ob die Daten unterwegs verfälscht wurden. a) beschreibt das Zugriffsverfahren. c) ist falsch, Prüfdaten erhöhen den Overhead eher. d) ist falsch, Adresse und Prüsumme haben verschiedene Aufgaben.

Eine Steuerung tauscht mit einem Antrieb laufend in festem Zeitraster Steuerwort und Istgeschwindigkeit aus. Wie wird diese Art der Übertragung bezeichnet?

  • a) Azyklische Kommunikation
  • b) Parallele Übertragung
  • c) Zyklische Kommunikation
  • d) Einmalige Parametrierung

Richtig: c)

Erklärung: Laufende Prozessdaten in festem Takt sind die zyklische Kommunikation. a) wäre bedarfsweise, nicht im Takt. b) ist eine physikalische Übertragungsart, keine Kommunikationsart. d) beschreibt einen typisch azyklischen Vorgang.

Was bedeutet „Determinismus“ bzw. „Echtzeitfähigkeit“ im Zusammenhang mit zyklischer Kommunikation?

  • a) Dass die Daten möglichst schnell, aber ohne Zeitgarantie übertragen werden
  • b) Dass die Übertragung nur bei Bedarf stattfindet
  • c) Dass keine Prüfsumme mehr nötig ist
  • d) Dass ein Wert spätestens nach einer fest definierten Zeit garantiert vorliegt

Richtig: d)

Erklärung: Determinismus bedeutet eine garantierte Maximalzeit — der Wert ist verlässlich innerhalb eines festen Rasters da. a) verneint genau diese Garantie. b) beschreibt die azyklische Kommunikation. c) hat mit Determinismus nichts zu tun.

Was beschreibt der Begriff „Jitter“ bei der zyklischen Kommunikation?

  • a) Die maximale zeitliche Abweichung vom idealen Sendezyklus
  • b) Die Anzahl der Teilnehmer an einem Bus
  • c) Die Länge des Nutzdatenfeldes im Telegramm
  • d) Die Höhe der Versorgungsspannung eines Antriebs

Richtig: a)

Erklärung: Jitter ist die Schwankung um das ideale Zeitraster; je kleiner, desto präziser die Echtzeitfähigkeit. b), c) und d) bezeichnen ganz andere Größen ohne Bezug zur zeitlichen Genauigkeit.

7. Das Feldbus-Prinzip und Ausblick

Fügt man alles zusammen, ergibt sich das Bild eines Feldbusses: ein serielles Bussystem, das die Geräte „im Feld“ — also Sensoren, Aktoren, Antriebe und dezentrale Module — über ein gemeinsames Medium mit der Steuerung verbindet, nach festen Zugriffsregeln, mit strukturierten Telegrammen und Fehlererkennung. Genau diese Bausteine aus den vorigen Kapiteln machen einen Feldbus aus.

In einer Anlage ordnet man die Kommunikation gedanklich in Ebenen. Ganz unten liegt die Sensor-/Aktor-Ebene, wo einfache Signale einzelner Geräte erfasst und ausgegeben werden. Darüber liegt die Feldebene, auf der Steuerungen mit den verteilten Geräten Daten austauschen — hier sitzen die klassischen Feldbusse. Über allem liegt die Leitebene, wo Anlagen übergeordnet überwacht und gesteuert werden. Diese Einordnung hilft zu verstehen, welches Kommunikationssystem an welcher Stelle sinnvoll ist: Ganz unten genügt oft eine einfache, schnelle Verbindung, weiter oben sind größere Datenmengen und Vernetzung gefragt.

Auf dieser Grundlage bauen die konkreten Systeme auf, die in der Praxis tatsächlich verkabelt werden. Serielle Schnittstellen wie RS232 und RS485 bilden die physikalische Basis vieler älterer und einfacher Busse. PROFIBUS und PROFINET sind in der Industrie weit verbreitet, CAN und CANopen stammen ursprünglich aus dem Fahrzeugbereich, IO-Link verbindet einzelne Sensoren intelligent, AS-Interface vernetzt einfache Geräte auf unterster Ebene, und Modbus sowie Industrial Ethernet und EtherCAT decken weitere Anwendungsfelder ab. Jedes dieser Systeme hat eigene Stärken und einen eigenen Einsatzbereich — und jeweils einen eigenen Beitrag. Wer die Grundbegriffe aus diesem Beitrag verstanden hat, findet sich in jedem dieser Systeme schnell zurecht, weil überall dieselben Prinzipien wiederkehren: Teilnehmer, Topologie, Zugriffsverfahren, Telegramm und Protokoll.

Auf welcher Ebene tauschen Steuerungen typischerweise über klassische Feldbusse Daten mit dezentralen Geräten aus?

  • a) Auf der Leitebene
  • b) Auf der Feldebene
  • c) Auf einer reinen Energieversorgungsebene
  • d) Auf der Bürokommunikationsebene

Richtig: b)

Erklärung: Die klassischen Feldbusse arbeiten auf der Feldebene zwischen Steuerung und verteilten Geräten. Die Leitebene (a) liegt darüber zur übergeordneten Überwachung. c) und d) sind keine Ebenen der Automatisierungskommunikation in diesem Sinn.

Warum hilft das Verständnis der Grundbegriffe, sich später in einem konkreten Feldbus wie PROFINET zurechtzufinden?

  • a) Weil jedes Bussystem völlig eigene, untereinander unvergleichbare Prinzipien nutzt
  • b) Weil in allen Systemen dieselben Grundprinzipien wie Topologie, Zugriff, Telegramm und Protokoll wiederkehren
  • c) Weil alle Feldbusse identisch aufgebaut und austauschbar sind
  • d) Weil konkrete Systeme keine Adressierung oder Fehlererkennung verwenden

Richtig: b)

Erklärung: Die konkreten Systeme unterscheiden sich in Details, teilen aber die Grundprinzipien — deshalb überträgt sich das Verständnis. a) ist das Gegenteil der Aussage. c) übertreibt: gemeinsame Prinzipien heißt nicht identisch oder austauschbar. d) ist falsch, Adressierung und Fehlererkennung sind überall zentral.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Über einen Bus mit einer Datenrate von 1 MBit/s wird ein Telegramm von 125 Byte übertragen. Wie lange dauert die reine Datenübertragung?

Gegeben: Datenmenge 125 Byte, Datenrate v = 1 MBit/s = 1 000 000 Bit/s

Gesucht: Übertragungszeit t in s

Lösungsweg:

  1. D = 125 · 8 = 1000 Bit
  2. t = D / v = 1000 / 1 000 000 = 0,001 s

Ergebnis: t = 0,001 s = 1 ms

Aufgabe 2: Ein Datenblock von 3000 Bit soll in höchstens 5 ms übertragen werden. Welche Mindest-Datenrate ist erforderlich?

Gegeben: D = 3000 Bit, t = 5 ms = 0,005 s

Gesucht: Mindest-Datenrate v in Bit/s

Lösungsweg:

  1. v = D / t = 3000 / 0,005 = 600 000 Bit/s

Ergebnis: v = 600 000 Bit/s = 600 kBit/s

Aufgabe 3: Zwei Telegramme werden über denselben Bus mit 500 kBit/s gesendet. Telegramm A umfasst 80 Byte, Telegramm B 200 Byte. Wie lange dauern beide Übertragungen zusammen?

Gegeben: 80 Byte und 200 Byte, v = 500 kBit/s = 500 000 Bit/s

Gesucht: Gesamtzeit t in s

Lösungsweg:

  1. D_gesamt = (80 + 200) · 8 = 280 · 8 = 2240 Bit
  2. t = 2240 / 500 000 = 0,00448 s

Ergebnis: t ≈ 0,00448 s ≈ 4,48 ms

Aufgabe 4: Ein Bus überträgt mit 250 kBit/s. Wie viele Byte können in 10 ms maximal übertragen werden?

Gegeben: v = 250 kBit/s = 250 000 Bit/s, t = 10 ms = 0,01 s

Gesucht: Datenmenge in Byte

Lösungsweg:

  1. D = v · t = 250 000 · 0,01 = 2500 Bit
  2. Byte = 2500 / 8 = 312,5 → 312 vollständige Byte

Ergebnis: rund 312 Byte

Welcher Vorteil der Busverdrahtung wirkt sich am stärksten auf den Schaltschrank aus?

  • a) Deutlich geringerer Verdrahtungs- und Platzaufwand
  • b) Höhere Versorgungsspannung
  • c) Wegfall jeder Adressierung
  • d) Verzicht auf jegliche Steuerung

Richtig: a)

Erklärung: Statt vieler Einzelkabel läuft nur eine Busleitung zur Steuerung — das reduziert Kabel und Platz im Schaltschrank erheblich. b), c) und d) sind sachlich falsch oder ohne Bezug.

Ein Byte umfasst 8 Bit. Wie viele unterschiedliche Werte lassen sich damit codieren?

  • a) 64
  • b) 128
  • c) 256
  • d) 512

Richtig: c)

Erklärung: 2 hoch 8 = 256. Die anderen Werte entsprechen anderen Bitanzahlen (64 = 6 Bit, 128 = 7 Bit, 512 = 9 Bit).

Welche Aussage zur seriellen Übertragung in der Industrie ist korrekt?

  • a) Sie benötigt für jedes Bit eine eigene Leitung
  • b) Sie ist über lange Strecken grundsätzlich störanfälliger als parallele Übertragung
  • c) Sie ist nur innerhalb eines Schaltschranks einsetzbar
  • d) Sie überträgt Bits nacheinander über eine Leitung und ist über große Distanzen tauglich

Richtig: d)

Erklärung: Seriell heißt: Bits nacheinander über eine Leitung, gut über große Distanzen. a) beschreibt parallel. b) hat es umgekehrt. c) ist falsch, gerade über weite Strecken ist seriell die Regel.

Bei welcher Topologie trennt ein einzelner Leitungsbruch alle dahinterliegenden Teilnehmer ab?

  • a) Linie
  • b) Stern
  • c) redundanter Ring
  • d) Baum mit mehreren Verteilern

Richtig: a)

Erklärung: Die Linie hängt alle an einer durchgehenden Leitung. Stern (b) isoliert Ausfälle, der redundante Ring (c) bleibt funktionsfähig, ein verzweigter Baum (d) ist robuster.

In einem Bussystem sendet ein untergeordneter Teilnehmer ausschließlich dann, wenn er vom übergeordneten Teilnehmer angesprochen wird. Welches Zugriffsverfahren liegt vor?

  • a) CSMA
  • b) Token-Verfahren
  • c) Master-Slave
  • d) Parallelübertragung

Richtig: c)

Erklärung: Genau diese Rollenverteilung kennzeichnet Master-Slave. CSMA (a) und Token (b) funktionieren anders, d) ist keine Zugriffsregelung.

Was beschreibt der Begriff „Kollision“ auf einem Bus?

  • a) Das gleichzeitige Senden zweier Teilnehmer, wodurch sich die Signale unbrauchbar überlagern
  • b) Den geplanten Wechsel des Sendebenutzers
  • c) Das absichtliche Verwerfen einer fehlerhaften Nachricht
  • d) Den Bruch der Busleitung

Richtig: a)

Erklärung: Eine Kollision entsteht, wenn zwei gleichzeitig senden und sich die Signale stören. b) ist ein geordneter Vorgang. c) beschreibt die Reaktion auf einen Prüfsummenfehler. d) ist ein physischer Defekt, keine Kollision.

Welche Felder enthält ein einfaches Telegramm typischerweise?

  • a) Nur Nutzdaten
  • b) Nur Adresse und Datenrate
  • c) Spannung, Strom und Frequenz
  • d) Adresse, Nutzdaten und Prüfsumme

Richtig: d)

Erklärung: Das einfache Telegramm besteht aus Adresse, Nutzdaten und Prüfsumme. a) lässt Adressierung und Fehlererkennung weg. b) und c) mischen Begriffe ein, die nicht zum Telegrammaufbau gehören.

Eine Konfigurationsänderung wird einmalig bei der Inbetriebnahme zu einem Antrieb übertragen, ohne festen Takt. Um welche Art der Kommunikation handelt es sich?

  • a) Zyklische Kommunikation
  • b) Azyklische Kommunikation
  • c) Parallele Übertragung
  • d) Deterministische Prozessdatenübertragung

Richtig: b)

Erklärung: Bedarfsweise, einmalige Parameterübertragung ohne Takt ist azyklisch. a) und d) beschreiben die laufenden Prozessdaten im festen Raster. c) ist eine physikalische Übertragungsart.

Warum ist Determinismus bei der Regelung eines Antriebs über einen Feldbus wichtig?

  • a) Weil dadurch die Versorgungsspannung des Antriebs stabilisiert wird
  • b) Weil azyklische Daten dadurch schneller übertragen werden
  • c) Weil die Steuerung sich darauf verlassen muss, dass Prozesswerte innerhalb einer garantierten Zeit vorliegen
  • d) Weil die Prüfsumme dadurch entfallen kann

Richtig: c)

Erklärung: Eine saubere Regelung braucht Werte innerhalb einer garantierten Zeit — das leistet die deterministische, zyklische Übertragung. a) betrifft die Energieversorgung, nicht die Kommunikation. b) ist sachlich falsch. d) ist unabhängig vom Determinismus.

Auf welcher Ebene findet typischerweise die übergeordnete Überwachung und Steuerung ganzer Anlagen statt?

  • a) Sensor-/Aktor-Ebene
  • b) Feldebene
  • c) Leitebene
  • d) Übertragungsebene des einzelnen Bits

Richtig: c)

Erklärung: Die Leitebene liegt über der Feldebene und dient der übergeordneten Überwachung und Steuerung. a) erfasst einzelne Signale, b) verbindet Steuerung und Feldgeräte, d) ist keine Anlagenebene in diesem Sinn.

Ein Protokoll in der industriellen Kommunikation ist am ehesten zu verstehen als …

  • a) ein einzelnes Kabel zwischen zwei Geräten
  • b) die maximale Datenrate eines Busses
  • c) die Anzahl der Teilnehmer an einem Bus
  • d) die gemeinsame Sprachregelung, nach der Teilnehmer Telegramme aufbauen und austauschen

Richtig: d)

Erklärung: Ein Protokoll legt fest, wie kommuniziert wird — Aufbau und Ablauf. a) ist das physikalische Medium, b) eine Kenngröße, c) eine Mengenangabe, keines davon ist das Protokoll.

Glossar

Bus
Gemeinsamer Übertragungsweg, den sich mehrere Teilnehmer teilen und über den sie nacheinander Daten austauschen.
Bit
Kleinste Informationseinheit mit genau zwei möglichen Zuständen (0 oder 1).
Byte
Zusammenfassung von acht Bit; kann 256 verschiedene Werte darstellen.
Datenrate
Anzahl der pro Sekunde übertragenen Bit, angegeben in Bit/s, kBit/s oder MBit/s.
Serielle Übertragung
Übertragung, bei der die Bits nacheinander über eine einzige Leitung gesendet werden.
Parallele Übertragung
Übertragung, bei der mehrere Bit gleichzeitig über je eine eigene Leitung gesendet werden.
Topologie
Struktur, in der die Teilnehmer eines Busses miteinander verbunden sind (Linie, Stern, Ring, Baum).
Teilnehmer
An einen Bus angeschlossenes Gerät, auch Knoten genannt.
Buszugriffsverfahren
Regelung, die festlegt, welcher Teilnehmer zu welchem Zeitpunkt senden darf.
Master-Slave
Zugriffsverfahren, bei dem ein übergeordneter Teilnehmer (Master) die Kommunikation startet und die übrigen (Slaves) nur auf Anfrage antworten.
Token
Umlaufende Sendeberechtigung; nur der Teilnehmer, der das Token besitzt, darf senden.
Kollision
Gleichzeitiges Senden zweier Teilnehmer, wodurch sich die Signale gegenseitig unbrauchbar machen.
Telegramm
Strukturierte Nachricht aus Adresse, Nutzdaten und Prüfsumme; auch Rahmen genannt.
Prüfsumme
Aus den Nutzdaten berechneter Kontrollwert, mit dem der Empfänger Übertragungsfehler erkennt.
Protokoll
Gemeinsame Regeln, nach denen Teilnehmer Telegramme aufbauen und austauschen.
Zyklische Kommunikation
Laufende Übertragung von Prozessdaten in festem, kurzem Zeitraster.
Azyklische Kommunikation
Bedarfsweise Übertragung nicht zeitkritischer Daten wie Parameter oder Diagnose.
Determinismus
Eigenschaft, dass ein Wert spätestens nach einer fest definierten Zeit garantiert vorliegt; Grundlage der Echtzeitfähigkeit.
Jitter
Maximale zeitliche Abweichung vom idealen Sendezyklus; je kleiner der Jitter, desto präziser die Echtzeitfähigkeit.
Feldbus
Serielles Bussystem, das Feldgeräte über ein gemeinsames Medium mit der Steuerung verbindet.
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