Serielle Schnittstellen: RS232 und RS485

Wenn zwei Geräte in einer Anlage miteinander reden sollen – eine Steuerung mit einem Frequenzumrichter, ein Messgerät mit einem PC – dann müssen die Daten irgendwie über ein Kabel von A nach B. Die einfachste und mit Abstand häufigste Methode dafür ist die serielle Übertragung. RS232 und RS485 sind die zwei Standards, die diese Übertragung seit Jahrzehnten prägen und die bis heute überall in der Automatisierung stecken – oft unsichtbar, weil moderne Feldbusse auf ihnen aufbauen.

Der Reiz liegt darin, dass beide dasselbe Grundprinzip nutzen, sich aber in einem entscheidenden Punkt unterscheiden: Wie wird das Signal elektrisch über die Leitung geschickt? Genau diese Frage bestimmt, wie weit man kommt, wie störfest die Verbindung ist und wie viele Geräte mitspielen dürfen.

Vorwissen

  • Analoge und digitale Signale
  • Elektrische Spannung
  • Zahlensysteme: binär

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, was serielle Übertragung von paralleler unterscheidet und warum sie in der Industrie dominiert
  • den Aufbau eines asynchronen Datenframes mit Start-, Daten-, Paritäts- und Stopp-Bit beschreiben
  • aus Baudrate und Frame-Format die Übertragungszeit und den Datendurchsatz berechnen
  • den grundlegenden Unterschied zwischen der unsymmetrischen RS232 und der differenziellen RS485 erklären
  • für einen gegebenen Anwendungsfall begründet zwischen RS232 und RS485 entscheiden

1. Was heißt seriell? Bits auf der Leitung

Daten in einem digitalen Gerät bestehen aus Bits – Nullen und Einsen. Will man ein Byte, also acht Bit, von einem Gerät zum anderen übertragen, gibt es grundsätzlich zwei Wege.

Bei der parallelen Übertragung bekommt jedes Bit seine eigene Leitung. Acht Bit brauchen also acht Adern, die alle gleichzeitig ihren Wert übertragen. Das ist schnell, aber teuer und über größere Distanzen problematisch: Viele Adern, und die einzelnen Bits kommen bei langen Kabeln nicht mehr exakt gleichzeitig an.

Bei der seriellen Übertragung werden die Bits stattdessen nacheinander über eine einzige Leitung geschickt – ein Bit nach dem anderen, wie Perlen auf einer Schnur. Man braucht nur wenige Adern, das Kabel bleibt dünn und günstig, und größere Entfernungen sind kein grundsätzliches Problem. Genau deshalb hat sich seriell in der Industrie durchgesetzt: Zwischen einem Schaltschrank und einem Sensor 50 Meter weiter zieht niemand ein achtadriges Datenkabel, wenn ein Zweidraht-Anschluss genügt.

Wie schnell die Bits über die Leitung laufen, gibt die Baudrate an – die Anzahl der Signalschritte pro Sekunde. Bei den hier behandelten Schnittstellen trägt jeder Schritt genau ein Bit, daher entspricht die Baudrate hier der Bitrate in Bit pro Sekunde. Typische Werte sind 9600, 19200 oder 115200 Baud.

Aus der Baudrate ergibt sich direkt, wie lange ein einzelnes Bit auf der Leitung dauert. Diese Bit-Zeit ist der Kehrwert der Baudrate:

t_Bit = 1 / B

  • t_Bit … Dauer eines Bits in Sekunden
  • B … Baudrate in Bit/s

Bei 9600 Baud dauert ein Bit also rund 104 Mikrosekunden. Dieser Wert ist die Grundlage für alles Weitere – aus ihm leitet sich ab, wie lange ein ganzes Zeichen unterwegs ist.

Eine letzte wichtige Einordnung: Die hier betrachtete Übertragung ist asynchron. Das heißt, Sender und Empfänger teilen sich keine eigene Taktleitung. Stattdessen einigen sie sich vorher auf dieselbe Baudrate, und der Empfänger synchronisiert sich bei jedem Zeichen neu anhand des Signals selbst. Wie das funktioniert, zeigt das nächste Kapitel.

Gelöstes Beispiel

Eine serielle Verbindung arbeitet mit 19200 Baud. Wie lange dauert die Übertragung eines einzelnen Bits?

Gegeben: B = 19200 Bit/s

Gesucht: t_Bit in µs

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Bit-Zeit berechnen:
    t_Bit = 1 / B = 1 / 19200 s
  2. Schritt 2 — in Mikrosekunden umrechnen:
    t_Bit = 0,00005208 s = 52,08 µs

Ergebnis: t_Bit ≈ 52,08 µs

Übungen

Eine Schnittstelle läuft mit 9600 Baud. Wie lange dauert ein Bit in Mikrosekunden?

t_Bit = 1 / 9600 = 104,17 µs

Berechne die Bit-Zeit bei 115200 Baud.

t_Bit = 1 / 115200 = 8,68 µs

Bei einer unbekannten Verbindung wird eine Bit-Zeit von 26,04 µs gemessen. Welche Baudrate liegt vor?

B = 1 / 26,04 µs = 1 / 0,00002604 s ≈ 38400 Baud

Wie viele Bits können bei 57600 Baud theoretisch in einer Sekunde übertragen werden?

Bei einem Bit pro Signalschritt entspricht das 57600 Bit/s.

Zwei Geräte sollen bei 9600 Baud Daten austauschen, das Kabel verursacht eine Signallaufzeit von 0,5 µs. Wie groß ist die Laufzeit im Verhältnis zur Bit-Zeit, und ist sie bei dieser Baudrate vernachlässigbar?

t_Bit = 104,17 µs. Das Verhältnis 0,5 µs / 104,17 µs ≈ 0,0048, also etwa 0,5 %. Die Laufzeit ist gegenüber der Bit-Zeit verschwindend klein und damit vernachlässigbar.

Eine Anlage überträgt Messdaten über 40 Meter zwischen Schaltschrank und Sensorbox. Warum wird hier seriell statt parallel übertragen?

  • a) Seriell kommt mit wenigen Adern aus und ist über größere Entfernungen unkritischer
  • b) Parallel ist über solche Distanzen grundsätzlich nicht möglich
  • c) Seriell überträgt immer mehr Daten pro Sekunde als parallel
  • d) Parallel funktioniert nur innerhalb eines Gehäuses

Richtig: a)

Erklärung: Richtig ist a. Der praktische Vorteil seriell liegt im geringen Adernaufwand und der Eignung für längere Strecken. Antwort b ist zu absolut – parallel wäre technisch denkbar, nur unwirtschaftlich und über lange Kabel mit Laufzeitproblemen behaftet. c stimmt nicht, parallel ist bei gleicher Bitrate je Leitung sogar schneller. d ist falsch, parallele Übertragung ist nicht aufs Gehäuse beschränkt, nur über kurze Distanzen sinnvoll.

Eine serielle Verbindung wird von 9600 auf 38400 Baud umgestellt. Was passiert mit der Bit-Zeit?

  • a) Sie viertelt sich
  • b) Sie vervierfacht sich
  • c) Sie bleibt gleich, nur die Spannung ändert sich
  • d) Sie verdoppelt sich

Richtig: a)

Erklärung: Richtig ist a. Die Bit-Zeit ist der Kehrwert der Baudrate. Vervierfacht man die Baudrate, viertelt sich die Bit-Zeit (von 104 µs auf 26 µs). b verwechselt die Richtung des Zusammenhangs, d unterschätzt den Faktor, und c ist falsch, weil die Baudrate die Zeitdauer direkt bestimmt.

Was bedeutet „asynchrone“ Übertragung bei RS232 und RS485?

  • a) Es wird eine zusätzliche Taktleitung mitgeführt
  • b) Sender und Empfänger arbeiten ohne gemeinsame Taktleitung und einigen sich vorab auf die Baudrate
  • c) Die Daten werden in zufälliger Reihenfolge übertragen
  • d) Es kann immer nur ein Bit pro Sekunde übertragen werden

Richtig: b)

Erklärung: Richtig ist b. Asynchron heißt: keine separate Taktleitung, die Synchronisation erfolgt über das Signal selbst bei einer vorher vereinbarten Baudrate. a beschreibt das Gegenteil (synchrone Übertragung). c ist Unsinn, die Reihenfolge ist festgelegt. d verwechselt Asynchronität mit der Bitrate.

2. Das UART-Datenframe

Ohne gemeinsame Taktleitung steht der Empfänger vor einem Problem: Woher weiß er, wann ein Zeichen anfängt und wann es aufhört? Die Lösung steckt im Datenframe – einer festen Verpackung um die eigentlichen Datenbits. Diese Verpackung erzeugt der UART, der Baustein im Gerät, der die parallelen Daten intern in den seriellen Datenstrom umsetzt und umgekehrt.

Ein Frame besteht aus mehreren Teilen, die immer in derselben Reihenfolge kommen:

Im Ruhezustand liegt die Leitung auf einem festen Pegel (logisch 1). Sobald der Sender etwas schicken will, zieht er die Leitung für genau eine Bit-Dauer auf den entgegengesetzten Pegel – das ist das Start-Bit. Diese Flanke ist das Signal für den Empfänger: „Jetzt geht’s los.“ Ab hier weiß der Empfänger, dass im Takt der vereinbarten Baudrate die nächsten Bits folgen, und kann sich daran ausrichten.

Danach kommen die Datenbits, üblicherweise 7 oder 8 Stück, meist mit dem niederwertigsten Bit zuerst. Das sind die eigentlichen Nutzdaten, also etwa ein Zeichen oder ein Messwert-Byte.

Optional folgt ein Paritätsbit. Es dient der einfachen Fehlererkennung: Bei gerader Parität wird es so gesetzt, dass die Anzahl der Einsen im Frame (Datenbits plus Paritätsbit) gerade ist; bei ungerader Parität entsprechend ungerade. Stimmt die Parität beim Empfänger nicht, ist mindestens ein Bit gekippt. Häufig wird auch ganz ohne Parität gearbeitet.

Zum Schluss kommt mindestens ein Stopp-Bit, das die Leitung wieder auf den Ruhepegel bringt und das Zeichen abschließt. Damit ist der Empfänger bereit für das nächste Start-Bit.

Die gebräuchlichste Konfiguration kürzt man 8N1 ab: 8 Datenbits, keine Parität (N für „none“), 1 Stopp-Bit. Wichtig dabei: Sender und Empfänger müssen exakt dieselbe Einstellung verwenden, sonst interpretiert der Empfänger die Bits falsch.

Aus diesem Aufbau folgt direkt, wie viele Bits insgesamt für ein einziges Zeichen über die Leitung gehen. Bei 8N1 sind das ein Start-Bit, acht Datenbits, kein Paritätsbit und ein Stopp-Bit – zusammen also 10 Bit pro Zeichen. Mit der Bit-Zeit aus Kapitel 1 lässt sich daraus die Übertragungsdauer eines Zeichens berechnen:

t_Zeichen = n / B

  • t_Zeichen … Übertragungszeit eines Zeichens in Sekunden
  • n … Gesamtzahl der Bits pro Frame
  • B … Baudrate in Bit/s

Dass für acht Nutzbits zehn Bit übertragen werden, ist kein Verlust, sondern der Preis für die Synchronisation ohne Taktleitung. Dieser Mehraufwand wird im nächsten Calculator sichtbar.

Ein wichtiges Detail der asynchronen Synchronisation: Der Empfänger wertet jedes Bit nicht an seiner Flanke, sondern in der Mitte der Bitzelle aus. Dieser Abtastzeitpunkt liegt zeitlich am weitesten von den störanfälligen Flanken entfernt. Genau deshalb toleriert das Verfahren kleine Abweichungen der Baudraten zwischen Sender und Empfänger: Solange die Abtastung über die Länge eines Zeichens hinweg innerhalb der jeweils richtigen Bitzelle bleibt, wird korrekt gelesen.

Asynchrones Datenframe – Konfiguration 8N1 1 0 Zeit → Ruhe Start 8 Datenbits Stopp gestrichelt: Abtastung in der Bitzellen-Mitte
Frame-Aufbau eines Zeichens (8N1)

Gelöstes Beispiel

Über eine Schnittstelle mit 8N1-Konfiguration und 9600 Baud soll ein Zeichen übertragen werden. Wie lange dauert das, und wie viele Zeichen passen in eine Sekunde?

Gegeben: B = 9600 Bit/s
Frame 8N1: 1 Start + 8 Daten + 0 Parität + 1 Stopp = 10 Bit

Gesucht: t_Zeichen in ms und Zeichen pro Sekunde

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Bits pro Frame:
    n = 1 + 8 + 0 + 1 = 10 Bit
  2. Schritt 2 — Übertragungszeit:
    t_Zeichen = n / B = 10 / 9600 s = 0,001042 s = 1,042 ms
  3. Schritt 3 — Zeichen pro Sekunde:
    Z = B / n = 9600 / 10 = 960 Zeichen/s

Ergebnis: Ein Zeichen dauert rund 1,042 ms, es passen 960 Zeichen pro Sekunde durch.

Übungen

Wie viele Bits umfasst ein Frame mit 7 Datenbits, gerader Parität und einem Stopp-Bit?

1 Start + 7 Daten + 1 Parität + 1 Stopp = 10 Bit

Berechne die Übertragungszeit eines 8N1-Zeichens bei 115200 Baud.

t = 10 / 115200 s = 86,8 µs

Eine Verbindung mit 19200 Baud nutzt 8 Datenbits, ungerade Parität, 1 Stopp-Bit. Wie lange dauert ein Zeichen?

n = 1 + 8 + 1 + 1 = 11 Bit; t = 11 / 19200 = 573 µs

Wie viele Zeichen pro Sekunde überträgt eine 8N1-Verbindung bei 57600 Baud?

Z = 57600 / 10 = 5760 Zeichen/s

Ein Datentelegramm besteht aus 250 Zeichen im Format 8N1, die Verbindung läuft mit 9600 Baud. Wie lange dauert die Übertragung des gesamten Telegramms, und wie viel Prozent davon entfällt allein auf Start- und Stopp-Bits?

Pro Zeichen 10 Bit, davon 8 Nutzbit. Gesamt: 250 · 10 / 9600 = 0,2604 s ≈ 260 ms. Overhead: 2 von 10 Bit je Zeichen = 20 %.

Bei einer 8N1-Verbindung mit 9600 Baud sollen 100 Zeichen übertragen werden. Welche Aussage zur reinen Nutzdatenrate ist korrekt?

  • a) Von den 10 Bit pro Zeichen sind nur 8 Nutzdaten, also liegt die Nutzrate bei 7680 Bit/s
  • b) Die Nutzdatenrate entspricht exakt der Baudrate von 9600 Bit/s
  • c) Die Nutzdatenrate ist höher als die Baudrate, weil mehrere Bits gleichzeitig laufen
  • d) Start- und Stopp-Bit zählen ebenfalls als Nutzdaten

Richtig: a)

Erklärung: Richtig ist a. Von 10 übertragenen Bit pro Zeichen sind nur 8 Nutzdaten, das Verhältnis 8/10 ergibt 7680 Bit/s nutzbar. b ignoriert den Overhead. c ist falsch, seriell läuft immer ein Bit nach dem anderen. d ist falsch, Start- und Stopp-Bit dienen nur der Rahmung.

Ein Empfänger ist auf 8N1 eingestellt, der Sender überträgt jedoch mit gerader Parität (8E1). Was passiert?

  • a) Die Übertragung funktioniert problemlos, Parität ist optional
  • b) Die Baudrate verdoppelt sich automatisch
  • c) Der Empfänger interpretiert das Paritätsbit als erstes Stopp-Bit und gerät aus dem Takt
  • d) Es werden nur die ersten vier Bits korrekt empfangen

Richtig: c)

Erklärung: Richtig ist c. Da der Empfänger kein Paritätsbit erwartet, deutet er das zusätzliche Bit falsch und die Frame-Struktur passt nicht mehr – typische Folge sind Fehler und Rahmungsfehler. a ist falsch, weil beide Seiten dasselbe Format brauchen. b und d haben keinen Bezug zum Mechanismus.

Wozu dient das Start-Bit im asynchronen Frame?

  • a) Es erhöht die Übertragungsgeschwindigkeit
  • b) Es überträgt das niederwertigste Datenbit
  • c) Es ersetzt das Paritätsbit bei Konfiguration 8N1
  • d) Es liefert dem Empfänger die Flanke, an der er sich für das folgende Zeichen synchronisiert

Richtig: d)

Erklärung: Richtig ist d. Das Start-Bit erzeugt eine definierte Flanke aus dem Ruhezustand heraus, an der sich der Empfänger ausrichtet. a ist falsch, es kostet sogar Zeit. b verwechselt es mit dem ersten Datenbit. c ist falsch, Start- und Paritätsbit haben völlig verschiedene Aufgaben.

3. RS232 – die Punkt-zu-Punkt-Verbindung

RS232 ist der ältere der beiden Standards und war jahrzehntelang die serielle Schnittstelle schlechthin – früher an jedem PC als COM-Port. Sie verbindet genau zwei Geräte miteinander: einen Sender und einen Empfänger, also Punkt zu Punkt.

Das prägende Merkmal von RS232 is die unsymmetrische Übertragung, auch single-ended genannt. Jedes Signal wird als Spannung gegen eine gemeinsame Masseleitung übertragen. Der Empfänger misst also die Spannung zwischen der Signalleitung und Masse und entscheidet daraus, ob gerade eine 0 oder eine 1 anliegt.

Dabei nutzt RS232 vergleichsweise hohe Spannungen mit beiden Vorzeichen, und zwar in invertierter Logik: Eine positive Spannung (typisch im Bereich um +5 bis +15 V) steht für logisch 0, eine negative Spannung (um -5 bis -15 V) für logisch 1. Zwischen diesen Bereichen liegt ein undefinierter Übergangsbereich. Dass logisch 1 hier mit der negativen Spannung verknüpft ist, wirkt zunächst ungewohnt, ist aber Teil des Standards.

Für eine einfache bidirektionale Verbindung genügen drei Leitungen: TxD (Transmit Data, der Sendeausgang), RxD (Receive Data, der Empfangseingang) und GND (die gemeinsame Masse als Bezugspunkt). Sendeleitung des einen Geräts geht auf die Empfangsleitung des anderen und umgekehrt. Darüber hinaus kennt RS232 optionale Handshake-Leitungen wie RTS (Request To Send) und CTS (Clear To Send), mit denen die Geräte den Datenfluss steuern können, damit der Empfänger nicht überrannt wird.

Als Steckverbinder hat sich der 9-polige Sub-D-Stecker durchgesetzt, oft als „DB9″ bezeichnet.

Die Schwäche der unsymmetrischen Übertragung zeigt sich bei Störungen und Entfernung. Da das Signal auf die gemeinsame Masse bezogen ist, schlägt jede Störung, die sich auf der Leitung einkoppelt, direkt auf den gemessenen Pegel durch. Deshalb ist RS232 in der Reichweite begrenzt – in der Praxis nur einige Meter bei höheren Baudraten – und auf moderate Bitraten beschränkt. Für eine kurze, störungsarme Verbindung zwischen zwei Geräten ist sie aber bis heute brauchbar und einfach.

Eine RS232-Verbindung wird in einer Werkhalle 30 Meter neben einem Frequenzumrichter verlegt und zeigt sporadische Übertragungsfehler. Welche Erklärung passt am besten zum Prinzip von RS232?

  • a) Die invertierte Logik führt bei langen Leitungen zu Vorzeichenfehlern
  • b) Das Signal ist gegen Masse bezogen, eingekoppelte Störungen verfälschen den gemessenen Pegel direkt
  • c) RS232 kann grundsätzlich keine Daten übertragen, sobald ein Motor in der Nähe läuft
  • d) Die Handshake-Leitungen RTS und CTS verursachen die Fehler

Richtig: b)

Erklärung: Richtig ist b. Bei der unsymmetrischen Übertragung wird die Spannung gegen Masse gemessen, sodass Störeinkopplungen unmittelbar den Pegel verfälschen – über 30 m neben einem Umrichter ein realistisches Problem. a vermischt zwei Dinge, die invertierte Logik ist nicht die Fehlerursache. c ist übertrieben. d ist falsch, Handshake-Leitungen steuern nur den Datenfluss.

Welche Spannung steht bei RS232 für eine logische 1?

  • a) Eine positive Spannung im Bereich um +5 bis +15 V
  • b) Genau 0 V gegen Masse
  • c) Eine negative Spannung im Bereich um -5 bis -15 V
  • d) Die Differenz zwischen zwei Signalleitungen A und B

Richtig: c)

Erklärung: Richtig ist c. RS232 arbeitet mit invertierter Logik: logisch 1 entspricht einer negativen Spannung. a beschreibt die logische 0. b ist falsch, 0 V liegt im undefinierten Bereich. d beschreibt RS485, nicht RS232.

Wie viele Geräte können an einer klassischen RS232-Verbindung gleichzeitig kommunizieren?

  • a) Beliebig viele über einen Bus
  • b) Genau zwei – es ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung
  • c) Bis zu 32
  • d) Nur eines, da RS232 ausschließlich sendet

Richtig: b)

Erklärung: Richtig ist b. RS232 verbindet einen Sender mit einem Empfänger, also genau zwei Geräte. a und c beschreiben Buseigenschaften, wie sie RS485 bietet. d ist falsch, RS232 überträgt in beide Richtungen.

4. RS485 – Differenzsignal und Bus

RS485 setzt genau an der Schwachstelle von RS232 an. Statt das Signal gegen Masse zu messen, überträgt RS485 symmetrisch, also differenziell, über ein Leitungspaar mit den beiden Adern A und B. Die Information steckt nicht im absoluten Pegel einer Leitung, sondern in der Spannungsdifferenz zwischen A und B.

Der Vorteil dieses Prinzips wird sofort klar, wenn man sich eine Störung vorstellt: Eine elektromagnetische Einkopplung trifft beide Adern eines verdrillten Leitungspaars praktisch gleich stark. Sie hebt also beide Pegel gleichermaßen an oder ab. Die Differenz zwischen A und B bleibt dabei nahezu unverändert – und genau diese Differenz wertet der Empfänger aus. Auf diese Weise hebt sich die Störung weitgehend von selbst auf. Das macht RS485 enorm störfest und erlaubt deutlich größere Reichweiten als RS232, in der Praxis bis zu mehreren hundert Metern, sowie höhere Bitraten über kurze Strecken.

Der zweite große Unterschied: RS485 ist busfähig. An einem einzigen Leitungspaar können viele Teilnehmer hängen – typischerweise bis zu mehreren Dutzend Geräte an einem Strang. Das macht RS485 zur natürlichen physikalischen Grundlage für industrielle Netzwerke, in denen eine Steuerung mit vielen Sensoren, Antrieben oder Modulen reden muss.

Beim Betrieb unterscheidet man zwei Varianten. Im Halbduplex teilen sich alle Teilnehmer ein Leitungspaar; es kann immer nur einer zur Zeit senden, die anderen hören zu. Im Vollduplex gibt es zwei Leitungspaare, eines je Richtung, sodass gleichzeitig gesendet und empfangen werden kann. In der Automatisierung ist Halbduplex über zwei Adern weit verbreitet.

Ein praktischer Punkt, der RS485 von RS232 unterscheidet, ist die Terminierung. Bei langen Leitungen und höheren Bitraten verhält sich das Kabel wie eine Übertragungsstrecke, an deren Ende das Signal reflektiert wird, wenn der Abschluss nicht passt. Solche Reflexionen verfälschen das Signal. Deshalb wird an beiden Enden des Busses ein Abschlusswiderstand angebracht, der zum Wellenwiderstand der Leitung passt (üblich sind 120 Ω). Er schluckt das ankommende Signal, sodass nichts zurückläuft. Wichtig ist, dass nur die beiden physikalischen Busenden terminiert werden – nicht jeder Teilnehmer dazwischen. In der industriellen Praxis wird dieser Abschluss oft aktiv ausgeführt, also um einen Pull-up gegen die Versorgung und einen Pull-down gegen Masse ergänzt, um auch bei sendefreiem Bus einen definierten Ruhepegel zu sichern.

RS485 – Differenzsignal auf einem terminierten Bus Prinzip: Information = Differenz zwischen A und B A B Störung trifft beide Adern gleich → Differenz bleibt erhalten Busstruktur mit Terminierung an beiden Enden 120 Ω 120 Ω Gerät 1 Gerät 2 Gerät 3 ein Leitungspaar, viele Teilnehmer
Differenzielle Übertragung und Busstruktur

Warum ist RS485 deutlich störfester als RS232?

  • a) Weil RS485 mit höheren Spannungen gegen Masse arbeitet
  • b) Weil RS485 grundsätzlich keine elektromagnetischen Felder durchlässt
  • c) Weil die Information in der Differenz zwischen zwei Adern liegt und Gleichtaktstörungen sich weitgehend aufheben
  • d) Weil RS485 jedes Bit doppelt überträgt und vergleicht

Richtig: c)

Erklärung: Richtig ist c. Eine Störung koppelt auf beide Adern eines verdrillten Paars annähernd gleich ein, die Differenz bleibt erhalten – das ist der Kern der differenziellen Übertragung. a beschreibt RS232, nicht RS485. b ist physikalisch unsinnig. d verwechselt das mit einer Redundanzmethode.

An einem 200 m langen RS485-Strang mit acht Geräten treten bei hoher Baudrate Fehler durch Signalreflexionen auf. Welche Maßnahme ist korrekt?

  • a) An jedem der acht Geräte einen 120-Ω-Widerstand setzen
  • b) Die Masseleitung weglassen, dann gibt es keine Reflexionen
  • c) Nur an den beiden physikalischen Busenden je einen 120-Ω-Abschlusswiderstand setzen
  • d) Die Baudrate erhöhen, bis die Reflexionen verschwinden

Richtig: c)

Erklärung: Richtig ist c. Terminiert werden ausschließlich die beiden Busenden, passend zum Wellenwiderstand. a überterminiert den Bus und belastet die Treiber unnötig. b ist falsch und gefährlich. d verschärft das Problem eher.

Was bedeutet Halbduplex bei RS485?

  • a) Es können gleichzeitig zwei Geräte über getrennte Leitungspaare senden
  • b) Die Datenrate wird gegenüber Vollduplex halbiert festgelegt
  • c) Es ist nur die halbe Anzahl Teilnehmer zulässig
  • d) Alle Teilnehmer teilen sich ein Leitungspaar, es sendet immer nur einer zur Zeit

Richtig: d)

Erklärung: Richtig ist d. Halbduplex heißt, ein gemeinsames Leitungspaar wird abwechselnd zum Senden genutzt. a beschreibt Vollduplex. b und c sind Fehldeutungen des Begriffs, der sich auf die Senderichtung bezieht, nicht auf Rate oder Teilnehmerzahl.

5. Vergleich und Auswahl in der Praxis

Beide Schnittstellen nutzen dasselbe Frame-Prinzip aus Kapitel 2 – der Unterschied liegt allein in der elektrischen Übertragung und ihren Folgen. Die direkte Gegenüberstellung macht das deutlich:

Merkmal RS232 RS485
Übertragungsart unsymmetrisch, gegen Masse symmetrisch, Differenz A/B
Reichweite wenige Meter bis mehrere hundert Meter
Teilnehmer 2 (Punkt zu Punkt) viele (Bus)
Störfestigkeit gering hoch
Duplex Vollduplex über TxD/RxD Halb- oder Vollduplex
typischer Einsatz kurze Geräteverbindung industrieller Bus

Daraus ergibt sich die Auswahl fast von selbst. Geht es um eine kurze, einfache Verbindung zwischen genau zwei Geräten in störungsarmer Umgebung – etwa ein Servicegerät an einer Steuerung – ist RS232 ausreichend und unkompliziert. Sobald aber Distanzen über wenige Meter, eine raue elektromagnetische Umgebung oder mehrere Teilnehmer ins Spiel kommen, führt an RS485 kein Weg vorbei.

Genau aus diesem Grund ist RS485 in der Automatisierungstechnik die dominierende serielle Physik. Die meisten industriellen Bussysteme, die eine Steuerung mit ihren Feldgeräten verbinden, setzen auf dieser differenziellen Zweidraht-Übertragung auf und ergänzen sie um ein eigenes Protokoll für Adressierung, Zugriffssteuerung und Datenformat. Diese Bus- und Protokollthemen sind eigene Beiträge in dieser Unterkategorie und folgen als nächste Schritte. Für das Verständnis hier genügt: Wer die Eigenschaften von RS485 kennt, versteht auch, warum so viele Feldbusse die elektrischen Grenzen einhalten, die RS485 vorgibt.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Eine serielle Verbindung arbeitet mit 38400 Baud im Format 8N1.

Gegeben: B = 38400 Bit/s, Frame 8N1 = 10 Bit

Gesucht: Übertragungszeit eines Zeichens und Anzahl Zeichen pro Sekunde

Lösungsweg: t = 10 / 38400 = 260,4 µs; Z = 38400 / 10 = 3840 Zeichen/s

Ergebnis: Ein Zeichen dauert 260,4 µs, es passen 3840 Zeichen/s durch.

Aufgabe 2: Über eine 8N1-Verbindung mit 9600 Baud wird ein Telegramm von 64 Byte übertragen.

Gegeben: B = 9600 Bit/s, 64 Zeichen, 10 Bit pro Zeichen

Gesucht: Gesamtübertragungszeit

Lösungsweg: Gesamtbits = 64 · 10 = 640 Bit; t = 640 / 9600 = 0,0667 s

Ergebnis: rund 66,7 ms

Aufgabe 3: Eine Verbindung nutzt 7 Datenbits, gerade Parität und 1 Stopp-Bit bei 19200 Baud.

Gegeben: n = 1 + 7 + 1 + 1 = 10 Bit, B = 19200 Bit/s

Gesucht: Bit-Zeit und Zeichen-Übertragungszeit

Lösungsweg: t_Bit = 1 / 19200 = 52,08 µs; t_Zeichen = 10 / 19200 = 520,8 µs

Ergebnis: Bit-Zeit 52,08 µs, Zeichenzeit 520,8 µs

Aufgabe 4: Eine 8N1-Verbindung soll mindestens 2000 Zeichen pro Sekunde übertragen.

Gegeben: gewünschte Rate Z = 2000 Zeichen/s, 10 Bit pro Zeichen

Gesucht: erforderliche Mindest-Baudrate

Lösungsweg: B = Z · n = 2000 · 10 = 20000 Bit/s; die nächsthöhere gängige Stufe ist 38400 Baud

Ergebnis: mindestens 20000 Baud, praktisch 38400 Baud wählen

Eine Anlage soll eine Steuerung mit zwölf über die Halle verteilten Sensoren auf einer gemeinsamen Leitung verbinden. Welche Schnittstelle ist geeignet und warum?

  • a) RS485, weil sie busfähig und über große Distanzen störfest ist
  • b) RS232, weil sie höhere Spannungen nutzt
  • c) RS232, weil sie mehr Teilnehmer als RS485 zulässt
  • d) Beide sind gleichwertig, die Wahl ist beliebig

Richtig: a)

Erklärung: Richtig ist a. Zwölf Teilnehmer auf einer Leitung über Hallendistanz verlangen einen störfesten Bus – das ist RS485. b nennt ein irrelevantes Merkmal. c ist falsch, RS232 ist Punkt-zu-Punkt. d ignoriert die klaren Unterschiede.

Worin liegt der grundlegende elektrische Unterschied zwischen RS232 und RS485?

  • a) RS232 misst gegen Masse, RS485 wertet die Differenz zweier Adern aus
  • b) RS232 ist digital, RS485 analog
  • c) RS485 nutzt invertierte Logik, RS232 nicht
  • d) RS232 ist immer schneller als RS485

Richtig: a)

Erklärung: Richtig ist a. Unsymmetrisch gegen Masse gegenüber differenziell ist der Kernunterschied. b ist falsch, beide sind digital. c trifft die Sache nicht, die invertierte Logik ist gerade ein RS232-Merkmal. d ist falsch, RS485 erreicht über kurze Strecken höhere Raten.

Ein RS485-Bus läuft bei 9600 Baud stabil, fällt aber bei 500 kBaud aus. Die Terminierung sitzt korrekt an beiden Enden. Welche Größe gewinnt mit steigender Baudrate an Bedeutung?

  • a) Die Farbe der Adern
  • b) Die Leitungslänge in Relation zur kürzeren Bit-Zeit
  • c) Die Anzahl der Stopp-Bits
  • d) Die Versorgungsspannung der Sensoren

Richtig: b)

Erklärung: Richtig ist b. Je höher die Baudrate, desto kürzer die Bit-Zeit und desto stärker wirken sich Leitungslänge, Laufzeit und Reflexionen aus – deshalb sinkt mit steigender Rate die zulässige Länge. a ist irrelevant. c hat keinen Einfluss auf dieses Phänomen. d betrifft die Versorgung, nicht die Signalintegrität.

Bei 8N1 and 115200 Baud – wie groß ist der prozentuale Overhead durch Start- und Stopp-Bit?

  • a) 10 %
  • b) 0 %, da nur Nutzdaten zählen
  • c) 20 %
  • d) 25 %

Richtig: c)

Erklärung: Richtig ist c. Von 10 Bit pro Zeichen sind 2 (Start und Stopp) Overhead, das sind 20 % – unabhängig von der Baudrate. a halbiert den Wert fälschlich. d gilt für andere Frame-Längen. b ignoriert die Rahmenbits.

Warum wird ein RS485-Abschlusswiderstand nur an den Busenden und nicht an jedem Gerät gesetzt?

  • a) Weil Widerstände teuer sind
  • b) Weil die mittleren Geräte ohnehin nicht senden
  • c) Weil jeder zusätzliche Abschluss den Bus elektrisch zu stark belastet und das Signal schwächt
  • d) Weil die Terminierung nur die Datenrate festlegt

Richtig: c)

Erklärung: Richtig ist c. Terminierung gehört an die Leitungsenden; mehrere Abschlüsse parallel verringern den Gesamtwiderstand zu stark und überlasten die Treiber. a ist nicht der technische Grund. b ist falsch, auch mittlere Geräte senden. d verwechselt Terminierung mit Baudrateneinstellung.

Eine RS232-Verbindung zeigt logisch 1. Welche Spannung misst man typischerweise gegen Masse?

  • a) Etwa +12 V
  • b) Etwa 0 V
  • c) Etwa -12 V
  • d) Die Differenz zweier Leitungen

Richtig: c)

Erklärung: Richtig ist c. RS232 nutzt invertierte Logik, logisch 1 entspricht einer negativen Spannung. a ist die logische 0. b liegt im undefinierten Bereich. d beschreibt RS485.

Welche Aussage zur asynchronen Übertragung trifft sowohl auf RS232 als auch auf RS485 zu?

  • a) Beide brauchen eine separate Taktleitung
  • b) Beide nutzen Start- und Stopp-Bits zur Synchronisation ohne eigene Taktleitung
  • c) Beide übertragen acht Bit gleichzeitig
  • d) Beide sind grundsätzlich busfähig

Richtig: b)

Erklärung: Richtig ist b. Das Frame-Prinzip mit Start- und Stopp-Bit ist beiden gemein. a ist falsch, gerade die fehlende Taktleitung kennzeichnet asynchron. c beschreibt parallele Übertragung. d gilt nur für RS485.

Bei welcher Konfiguration werden für die Übertragung von 8 Nutzbit insgesamt 11 Bit gebraucht?

  • a) 8N1
  • b) 7N1
  • c) 8 Datenbits ohne jede Rahmung
  • d) 8 Datenbits, Parität, 1 Stopp-Bit (8E1 oder 8O1)

Richtig: d)

Erklärung: Richtig ist d. 1 Start + 8 Daten + 1 Parität + 1 Stopp = 11 Bit. a hat 10 Bit (keine Parität). b hat nur 7 Datenbits. c ist ohne Start/Stopp nicht asynchron übertragbar.

Ein Techniker verlängert eine bisher funktionierende RS232-Strecke von 3 auf 25 Meter und reduziert dabei nichts an der Baudrate. Was ist die wahrscheinlichste Folge?

  • a) Die Übertragung wird automatisch schneller
  • b) Die Logik kippt von invertiert auf nicht invertiert
  • c) Es ändert sich nichts, RS232 ist längenunabhängig
  • d) Zunehmende Störanfälligkeit und Übertragungsfehler durch die massebezogene Übertragung

Richtig: d)

Erklärung: Richtig ist d. RS232 ist über solche Längen bei unveränderter Baudrate anfällig, weil das massebezogene Signal störempfindlich ist. a ist falsch. b ist technisch unsinnig. c widerspricht der begrenzten Reichweite von RS232.

Warum bildet RS485 die physikalische Grundlage vieler industrieller Bussysteme, während RS232 das nicht tut?

  • a) Weil RS485 ein eigenes Protokoll mitbringt
  • b) Weil RS232 keine digitalen Daten übertragen kann
  • c) Weil RS485 ausschließlich Vollduplex unterstützt
  • d) Weil RS485 busfähig, störfest und reichweitenstark ist – genau das, was ein Feldbus elektrisch braucht

Richtig: d)

Erklärung: Richtig ist d. Die elektrischen Eigenschaften von RS485 passen zu den Anforderungen eines Busses mit vielen Teilnehmern über Distanz. a ist falsch, RS485 definiert nur die Physik, nicht das Protokoll. b ist falsch. c ist falsch, RS485 unterstützt beide Duplex-Varianten.

Glossar

Serielle Übertragung
Datenübertragung, bei der die Bits nacheinander über eine Leitung geschickt werden, im Gegensatz zur parallelen Übertragung über mehrere Leitungen gleichzeitig.
Baudrate
Anzahl der Signalschritte pro Sekunde; bei RS232 and RS485 trägt ein Schritt ein Bit, daher entspricht sie hier der Bitrate in Bit/s.
Bit-Zeit
Dauer eines einzelnen Bits auf der Leitung, berechnet als Kehrwert der Baudrate.
Asynchrone Übertragung
Übertragung ohne separate Taktleitung; Sender und Empfänger einigen sich auf eine Baudrate und synchronisieren sich über das Start-Bit jedes Zeichens.
UART
Baustein, der parallele Daten im Gerät in einen seriellen Datenstrom umsetzt und umgekehrt und dabei das Datenframe bildet.
Datenframe
feste Verpackung eines Zeichens aus Start-Bit, Datenbits, optionalem Paritätsbit und Stopp-Bit.
Paritätsbit
zusätzliches Bit zur einfachen Fehlererkennung; macht die Anzahl der Einsen im Frame gerade oder ungerade.
8N1
gebräuchliche Frame-Einstellung mit 8 Datenbits, keiner Parität und 1 Stopp-Bit.
Unsymmetrische Übertragung
Übertragungsart, bei der das Signal als Spannung gegen eine gemeinsame Masse gemessen wird (single-ended), wie bei RS232.
Symmetrische Übertragung
Übertragungsart, bei der die Information in der Spannungsdifferenz zwischen zwei Adern liegt (differenziell), wie bei RS485.
Terminierung
Abschlusswiderstand an den Busenden, der zum Wellenwiderstand der Leitung passt und Signalreflexionen verhindert.
Halbduplex
Betriebsart, bei der sich die Teilnehmer ein Leitungspaar teilen und abwechselnd senden.
Vollduplex
Betriebsart mit getrennten Leitungspaaren für beide Richtungen, sodass gleichzeitig gesendet und empfangen werden kann.
Master-Slave-Prinzip
Zugriffsverfahren, bei dem ein Master die Slaves nacheinander zum Senden auffordert, sodass auf dem Bus nie zwei Teilnehmer gleichzeitig senden.
Scroll to Top