Analoge und digitale Signale

In der Elektronik und Automatisierungstechnik geht es ständig um Signale: Spannungen oder Ströme, die etwas mitteilen. Ein Sensor schickt seinen Messwert über ein Signal. Eine Steuerung gibt einen Befehl als Signal aus. Diese Signale gibt es in zwei grundsätzlich verschiedenen Formen — analog und digital. Beide haben ihren Platz, ihre Stärken und ihre typischen Schwächen. Wer den Unterschied verstanden hat, versteht später Sensorik, SPS-Verarbeitung und Digitaltechnik mit Leichtigkeit.

Vorwissen

  • Elektrische Spannung – Definition und Erzeugung
  • Wechselspannung und ihre Kenngrößen (Spitzen-, Effektivwert, Frequenz)

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • analoge und digitale Signale klar voneinander unterscheiden
  • die wichtigsten Kenngrößen analoger und digitaler Signale benennen
  • erklären, warum digitale Signale störungssicherer sind als analoge
  • die Begriffe Abtastung, Quantisierung und Abtasttheorem qualitativ beschreiben
  • die industriellen Normsignale 0–10 V und 4–20 mA mit ihren Vor- und Nachteilen einordnen

1. Was ist ein Signal?

Ein Signal ist der zeitliche Verlauf einer physikalischen Größe, der eine Information trägt. In der Elektronik ist diese Größe fast immer eine elektrische Spannung oder ein elektrischer Strom. Auch Schalldruck am Mikrofon, Druck an einem Drucksensor oder Temperatur an einem Thermoelement gehören dazu — überall wird eine physikalische Größe in ein elektrisches Signal umgewandelt, damit sie messbar, übertragbar und weiterverarbeitbar wird.

Signale teilen sich grob in zwei Familien auf:

  • Analoge Signale verlaufen kontinuierlich. Sie können zu jedem Zeitpunkt jeden Wert zwischen einem Minimum und einem Maximum annehmen.
  • Digitale Signale verlaufen in Stufen. Sie nehmen nur bestimmte, festgelegte Werte an, häufig nur zwei (HIGH/LOW).

Der Unterschied klingt theoretisch, hat aber sehr praktische Konsequenzen: bei der Störsicherheit, bei der Übertragung über lange Leitungen, bei der Verarbeitung in Mikrocontrollern und SPS, und bei der Auswahl von Sensoren und Aktoren.

Welche der folgenden Größen lässt sich am ehesten unverändert als analoges Signal übertragen?

  • a) Die Mikrofonspannung beim Aufnehmen einer Stimme
  • b) Das Vorhandensein eines Werkstücks an einer Lichtschranke
  • c) Ein Schaltbefehl eines Tasters
  • d) Eine Bitfolge in einem Bussystem

Richtig: a)

Ein Mikrofon erzeugt einen stufenlosen, zeitlich veränderlichen Spannungsverlauf — das klassische Beispiel für ein analoges Signal. Taster, Lichtschranken und Bitfolgen liefern dagegen diskrete (digitale) Zustände.

Warum ist die Unterscheidung zwischen analogen und digitalen Signalen für die Praxis wichtig?

  • a) Weil analoge Signale nicht über Leitungen übertragen werden können.
  • b) Weil sich daraus Konsequenzen für Störsicherheit, Übertragung und Verarbeitung ergeben.
  • c) Weil digitale Signale immer schneller sind als analoge.
  • d) Weil analoge Signale nur in der Audiotechnik vorkommen.

Richtig: b)

Die Unterscheidung hat sehr handfeste Folgen — Störfestigkeit, Übertragbarkeit, Speicher- und Verarbeitbarkeit unterscheiden sich grundlegend. Antwort a ist sachlich falsch (analoge Signale werden täglich übertragen), Antwort c ist eine Vereinfachung, Antwort d ein Missverständnis.

2. Analoge Signale

Ein analoges Signal verläuft sowohl in der Zeit als auch im Wert kontinuierlich. Es gibt keine kleinsten Schritte und keine festen Zustände — das Signal kann jederzeit jeden Wert innerhalb seines Bereichs annehmen. Eine Sinuskurve ist das Lehrbuch-Beispiel, in der Praxis sind die Verläufe meist unregelmäßiger.

Typische Kenngrößen analoger Signale sind die Amplitude (der maximale Ausschlag aus der Ruhelage), die Frequenz (Wiederholungen pro Sekunde in Hz), der Spannungs- oder Strombereich (in welchem Intervall liegt der Wert) und die Phase (zeitliche Verschiebung gegenüber einer Referenz).

Beispiele aus der Praxis:

  • Ein Mikrofon erzeugt aus Schallwellen eine zeitlich veränderliche Spannung — exakt ein analoges Signal.
  • Ein PT100-Temperatursensor ändert seinen Widerstand stufenlos mit der Temperatur. In Verbindung mit einer Auswerteschaltung kommt unterm Strich ein analoges Spannungssignal heraus.
  • Ein Drucksensor in einer Hydraulikanlage liefert je nach Druck eine fließende Spannung oder einen fließenden Strom.

In der industriellen Automatisierung haben sich zwei analoge Normsignale durchgesetzt: 0–10 V als Spannungssignal und 4–20 mA als Stromsignal. Beide werden in Kapitel 6 detaillierter angeschaut.

U t 0 +U_s −U_s Analoges Signal: kontinuierlich in Zeit und Wert

Was bedeutet „kontinuierlich“ bei einem analogen Signal genau?

  • a) Es kann zu jedem Zeitpunkt jeden Wert im definierten Bereich annehmen.
  • b) Es wiederholt sich periodisch.
  • c) Es bewegt sich immer nur in eine Richtung.
  • d) Es ändert sich nicht mit der Zeit.

Richtig: a)

Kontinuierlich heißt: keine kleinsten Schritte, kein verbotener Mittelbereich. Antwort b beschreibt periodische Signale (eine Untermenge), c und d beschreiben gänzlich andere Eigenschaften.

Welche Kenngröße ist bei einem analogen sinusförmigen Signal die wichtigste, wenn es um die Aussage „wie schnell ändert es sich“ geht?

  • a) Die Amplitude
  • b) Die Gleichstromkomponente
  • c) Die Phase
  • d) Die Frequenz

Richtig: d)

Die Frequenz beschreibt die Wiederholrate und damit die Änderungsgeschwindigkeit. Amplitude betrifft die Höhe, Phase die Lage auf der Zeitachse, eine Gleichstromkomponente verschiebt das Signal nur in Y-Richtung.

Welche Aussage über einen PT100-Sensor in einer Standard-Brückenschaltung ist korrekt?

  • a) Er liefert ein digitales Signal mit zwei Pegeln.
  • b) Er liefert pro Grad einen festen Spannungssprung.
  • c) Sein Ausgangssignal ist analog — der Widerstand und damit die Spannung ändern sich stufenlos mit der Temperatur.
  • d) Er liefert ausschließlich ein 24-V-Signal.

Richtig: c)

PT100 is ein klassischer analoger Sensor: der Widerstand verändert sich stufenlos mit der Temperatur. Ein 24-V-Signal wäre eine digitale Spannung und passt nicht zur Funktion. Antwort b stimmt nicht — der Verlauf ist nicht in Sprüngen, sondern fließend.

3. Digitale Signale

Ein digitales Signal kennt nur bestimmte, festgelegte Werte. Der häufigste Fall ist das binäre Signal mit genau zwei Zuständen: eingeschaltet oder ausgeschaltet, HIGH oder LOW, 1 oder 0. Auf solche binären Signale baut die gesamte Digitaltechnik auf.

Zwischen den beiden Zuständen liegt ein verbotener Mittelbereich, der nicht eindeutig auszuwerten ist. Genau darin liegt die Stärke digitaler Signale: Solange ein Pegel klar im HIGH- oder im LOW-Bereich liegt, wird er sauber erkannt — auch wenn auf der Leitung Störungen unterwegs sind.

Wichtige Begriffe rund um digitale Signale: Mit Logikpegel sind die definierten Spannungsbereiche für HIGH und LOW gemeint. Eine Flanke ist der Übergang zwischen den Pegeln — eine steigende Flanke geht von LOW zu HIGH, eine fallende Flanke umgekehrt. Bei getakteten Signalen beschreibt die Periodendauer die Zeit eines vollständigen Zyklus, und die Bitrate bei der Datenübertragung die Zahl der Bits pro Sekunde.

Typische Logikpegel-Bereiche in der Praxis:

System LOW-Bereich HIGH-Bereich
TTL (5 V) 0–0,8 V 2,0–5,0 V
CMOS (5 V) 0–1,5 V 3,5–5,0 V
24-V-Industrie 0–5 V 11–30 V

In Industrie-SPS wird in Europa fast überall mit 24-V-Pegel gearbeitet. Der breite verbotene Mittelbereich macht das Signal robust gegen Störspannungen.

Hinweis: Digital muss theoretisch nicht zwingend zwei Zustände bedeuten — denkbar sind auch mehrwertige Codierungen. Im Alltag der Mechatronik begegnet man aber fast ausschließlich binären Signalen, und mehrbittige Werte werden durch parallele oder serielle Bündel binärer Signale dargestellt.

U t HIGH LOW verbotener Bereich stg. Flanke fall. Flanke

Welche Aussage über den verbotenen Bereich eines digitalen Signals stimmt?

  • a) Er ist nicht definiert.
  • b) Er liegt zwischen LOW- und HIGH-Bereich und sollte im Normalbetrieb nicht angenommen werden.
  • c) Er ist gleichbedeutend mit dem Zustand HIGH.
  • d) Er bezeichnet den Spannungsabfall im Schaltschrank.

Richtig: b)

Der verbotene Bereich ist gerade der Spannungsbereich, der nicht eindeutig HIGH oder LOW ist. Er ist Teil jeder Logikpegel-Definition. Im Normalbetrieb soll der Pegel ihn entweder klar darüber oder klar darunter sein. Antwort a verkennt, dass der Bereich sehr wohl definiert ist, c und d sind sachlich falsch.

Eine fallende Flanke bedeutet:

  • a) Eine kontinuierliche Abnahme des Signals.
  • b) Den Übergang vom HIGH- in einen verbotenen Zustand.
  • c) Den Übergang vom HIGH-Pegel zum LOW-Pegel.
  • d) Eine vorübergehende Spannungssenke ohne Pegelwechsel.

Richtig: c)

Eine Flanke ist ein klarer Übergang zwischen den beiden Pegeln. Fallend = von HIGH nach LOW, steigend = von LOW nach HIGH. Antworten a, b und d beschreiben andere Phänomene.

Warum ist 24-V-Gleichspannung in der Industrie als digitaler Pegel so verbreitet?

  • a) Weil 24 V die höchste zulässige Spannung in Schaltschränken sind.
  • b) Weil 24 V der Standard für analoge Audiosignale ist.
  • c) Weil bei 24 V kein Spannungsverlust entsteht.
  • d) Weil der breite verbotene Mittelbereich Störungen auf der Leitung zuverlässig „verschluckt“.

Richtig: d)

Der weite Abstand zwischen LOW (typisch unter 5 V) und HIGH (über 11 V) macht das Signal sehr störfest. Antwort a stimmt nicht (höhere Spannungen sind zulässig), b ist sachlich falsch, c gilt nur eingeschränkt.

4. Vergleich: Vor- und Nachteile

Beide Signalformen haben ihren Platz, aber sie spielen ihre Stärken in unterschiedlichen Situationen aus.

Eigenschaft Analog Digital
Auflösung theoretisch unendlich fein begrenzt durch Stufen
Störsicherheit gering — Rauschen verfälscht den Wert direkt hoch — Pegel bleibt erkennbar
Übertragung über lange Strecken empfindlich, Pegelabfall, Einstreuungen robust, oft regenerierbar
Speicherung technisch aufwändig einfach in jedem Speicherbaustein
Verarbeitung klassisch durch Operationsverstärker und Filter direkt im Mikrocontroller oder in der SPS
typische Anwendung Sensorrohwerte, Audio Steuerlogik, Datenübertragung, Buskommunikation

Störsicherheit ist der zentrale Punkt. Wenn auf einer Signalleitung ein Störimpuls einkoppelt — durch einen schaltenden Schütz, durch einen Frequenzumrichter in der Nähe, durch ein langes parallel geführtes Kabel — verschiebt sich beim analogen Signal sofort der Messwert. Beim digitalen Signal muss die Störung erst den ganzen verbotenen Mittelbereich überwinden, um einen falschen Zustand auszulösen. Bis dahin bleibt der Pegel eindeutig erkennbar.

Auflösung klingt zunächst nach Vorteil für analog — und das stimmt theoretisch. Praktisch ist die Auflösung eines analogen Signals aber immer durch das Rauschen der Auswerteschaltung begrenzt. Ein 16-Bit-A/D-Wandler liefert oft eine feinere effektive Auflösung als das verrauschte analoge Original.

Welcher Vorteil ist typisch für digitale gegenüber analogen Signalen?

  • a) Hohe Störsicherheit bei der Übertragung.
  • b) Höhere theoretische Auflösung.
  • c) Einfacher Aufbau der Sensorelektronik.
  • d) Geringerer Stromverbrauch.

Richtig: a)

Digitale Signale punkten durch ihre Robustheit gegen Störungen — der verbotene Mittelbereich muss erst überschritten werden, bevor ein falscher Zustand erkannt wird. Höhere theoretische Auflösung gehört dem analogen Signal, der Aufwand der Sensorelektronik und der Stromverbrauch hängen nicht primär vom Signaltyp ab.

Eine analoge Spannungsleitung verläuft 50 m parallel zu einer Motorleitung. Welche Konsequenz ist am wahrscheinlichsten?

  • a) Das analoge Signal wird sich beschleunigen.
  • b) Es können sich Störspannungen einkoppeln, die den Messwert direkt verfälschen.
  • c) Die Auflösung des Signals erhöht sich.
  • d) Der Pegel verschwindet komplett.

Richtig: b)

Parallel verlegte Motorleitungen koppeln Störungen ein, die sich beim analogen Signal direkt auf den Messwert auswirken. Antwort a und c sind technisch unsinnig, d wäre nur bei massiver Schädigung der Leitung der Fall.

Welche Aussage zur Auflösung ist am genauesten?

  • a) Analoge Signale haben in der Praxis immer die feinste Auflösung.
  • b) Digitale Signale are grundsätzlich genauer als analoge.
  • c) Auflösung spielt nur in der Audiotechnik eine Rolle.
  • d) Analoge Signale wären theoretisch unbegrenzt fein, sind aber durch Rauschen begrenzt.

Richtig: d)

Theoretisch ist analog unbegrenzt fein, praktisch begrenzt das Rauschen die Auflösung — moderne A/D-Wandler übertreffen oft das verrauschte analoge Original. Antworten a, b und c sind zu pauschal oder schlicht falsch.

5. Übergang zwischen den Welten

Sensoren liefern ihre Messwerte meistens analog. Verarbeitet werden sie heute fast immer digital — in einer SPS, einem Mikrocontroller oder einem PC. Der Übergang zwischen den beiden Welten heißt Analog-Digital-Wandlung (kurz A/D-Wandlung). Der Rückweg von digitalen Werten zu einem analogen Ausgangssignal ist die D/A-Wandlung. Beide werden in einem eigenen Beitrag im Detail behandelt — hier geht es um das Konzept dahinter.

Die A/D-Wandlung passiert in zwei Schritten:

  • Abtastung (Sampling). Das analoge Signal wird in regelmäßigen Zeitabständen gemessen. Die zeitliche Diskretisierung ergibt eine Folge von Momentaufnahmen. Wie schnell wird abgetastet? Das gibt die Abtastfrequenz an, in Samples pro Sekunde.
  • Quantisierung. Jeder Abtastwert wird einer endlichen Zahl von Stufen zugeordnet. Eine analoge Spannung von 3,4172 V wird also auf den nächstgelegenen Stufenwert gerundet. Die Bit-Tiefe legt fest, in wie vielen Stufen das Signal zerlegt wird.

Ein 8-Bit-Wandler zerlegt einen Eingangsbereich von 0–10 V in 256 Stufen, ein Schritt entspricht also etwa 39 mV. Ein 12-Bit-Wandler kommt im gleichen Bereich schon auf 4096 Stufen und damit knapp 2,5 mV pro Schritt — deutlich feiner.

Das Abtasttheorem

Bei der Abtastung gibt es eine zentrale Regel — das Abtasttheorem, oft auch Nyquist-Shannon-Theorem genannt: Die Abtastfrequenz muss mindestens doppelt so hoch sein wie die höchste im Signal vorkommende Frequenz.

Will man also ein analoges Signal mit Frequenzanteilen bis 1 kHz korrekt erfassen, muss mit mindestens 2 kHz abgetastet werden. In der Praxis nimmt man deutlich mehr, oft das Fünf- bis Zehnfache, um sicher zu sein.

Wird zu langsam abgetastet, entsteht Aliasing: Das digitalisierte Signal wirkt, als hätte das Original eine andere, niedrigere Frequenz. Aus einem schnellen Schwingen wird scheinbar ein langsames — der Messwert ist völlig falsch. Aus diesem Grund schalten gute A/D-Wandler vor dem Eingang einen Anti-Aliasing-Filter (Tiefpass), der zu hohe Frequenzen vorab dämpft.

N = 2^n

  • N … Anzahl der Stufen
  • n … Bit-Tiefe

ΔU = (U_max – U_min) / 2^n

  • ΔU … Auflösung pro Stufe in Volt
  • U_max … obere Bereichsgrenze in Volt
  • U_min … untere Bereichsgrenze in Volt
  • n … Bit-Tiefe

Gelöstes Beispiel

Ein A/D-Wandler mit 10 Bit Auflösung erfasst Spannungen im Bereich 0–5 V. Berechne die Stufenzahl und die Auflösung pro Stufe in mV.

Gegeben: Bit-Tiefe n = 10, U_max = 5 V, U_min = 0 V

Gesucht: Stufenzahl N und Auflösung ΔU in mV

Lösungweg:

  1. Schritt 1 — Stufenzahl: N = 2^n = 2^10 = 1024
  2. Schritt 2 — Auflösung pro Stufe: ΔU = (5 V − 0 V) / 1024 = 0,00488 V = 4,88 mV

Ergebnis: N = 1024 Stufen, ΔU ≈ 4,88 mV

Übungen

Welche Stufenzahl liefert ein 8-Bit-Wandler?

256 Stufen

Auflösung in mV bei n = 12, U_max = 10 V, U_min = 0 V.

ΔU ≈ 2,44 mV

Auflösung in µV bei n = 16, U_max = 10 V, U_min = −10 V.

ΔU ≈ 305 µV

Welche minimale Abtastfrequenz ist für ein Audiosignal mit Frequenzen bis 20 kHz nötig? Welche Rate ist beim CD-Standard üblich?

mindestens 40 kHz; CD-Standard 44,1 kHz

Ein Drucksensor liefert ein Signal mit höchster relevanter Frequenz 100 Hz. Welche Abtastrate ist mindestens nötig, und welche wäre praxisnah?

mindestens 200 Hz; praxisnah etwa 500–1000 Hz für eine saubere Erfassung

Ein A/D-Wandler mit 12 Bit Auflösung deckt einen Bereich von 0–10 V ab. Wie viele Stufen sind das?

  • a) 2048
  • b) 1024
  • c) 8192
  • d) 4096

Richtig: d)

N = 2^12 = 4096. Antworten a, b, c sind die Stufenzahlen anderer Bit-Tiefen (11, 10, 13 Bit).

Welche Mindest-Abtastfrequenz fordert das Abtasttheorem für ein Signal, das Frequenzanteile bis 8 kHz enthält?

  • a) 16 kHz
  • b) 8 kHz
  • c) 4 kHz
  • d) 32 kHz

Richtig: a)

Mindestens doppelte höchste Signalfrequenz: 2 · 8 kHz = 16 kHz. Antwort b verkennt den Faktor 2, c liegt darunter, d wäre praxisnah, aber nicht das geforderte Minimum.

Was bezeichnet Aliasing in der Signalverarbeitung?

  • a) Eine erlaubte Überschneidung zweier Signale auf derselben Leitung.
  • b) Eine fehlerhafte digitale Darstellung eines analogen Signals durch zu niedrige Abtastfrequenz.
  • c) Eine zusätzliche Verstärkung des Signals durch den A/D-Wandler.
  • d) Eine Methode, mehrere Sensoren auf einer Leitung anzuschließen.

Richtig: b)

Aliasing entsteht, wenn eine zu niedrige Abtastrate ein hochfrequentes Signal scheinbar als niederfrequent darstellt. Die anderen Antworten beschreiben andere Effekte oder sind frei erfunden.

6. Signale in der industriellen Praxis

In der Automatisierungstechnik haben sich einige wenige Standard-Signale durchgesetzt — sowohl für digitale als auch für analoge Pegel. Wer diese kennt, kann den größten Teil eines beliebigen Schaltschranks zumindest grob nachvollziehen.

Digitale 24-V-Signale

Bei nahezu jeder SPS-Anwendung in Europa kommt für binäre Ein- und Ausgänge die Spannung 24 V Gleichspannung zum Einsatz: Taster, Endschalter, Näherungsschalter und Lichtschranken am Eingang, Magnetventile, Signallampen und Relais am Ausgang. Der breite verbotene Mittelbereich macht das Signal robust, und 24 V ist niedrig genug, um in Schaltschränken ohne besondere Schutzmaßnahmen verlegt zu werden.

Analoges 0–10-V-Signal

Spannungssignale 0–10 V sind in der Steuerungstechnik weit verbreitet, vor allem bei kurzen Verbindungen innerhalb einer Maschine. Sie sind einfach zu erzeugen und mit einem Multimeter direkt nachzumessen. Schwäche: Über lange Leitungen verfälscht der Leitungswiderstand das Signal, und Einstreuungen aus benachbarten Stromkabeln können den Wert ebenfalls verschieben.

Wichtig im Fehlerfall: Ein 0–10-V-Signal von 0 V kann zwei völlig unterschiedliche Dinge bedeuten — entweder ist der Messwert tatsächlich am unteren Bereichsende, oder es liegt ein Drahtbruch vor und die Leitung führt einfach keine Spannung mehr. Beide Fälle erzeugen am Empfänger 0 V. Eine sichere Fehlererkennung ist allein aus dem Spannungssignal nicht möglich.

Analoge 4–20-mA-Stromschleife

Hier liegt der entscheidende Vorteil der Stromschleife: Statt einer Spannung wird ein eingeprägter Strom übertragen, der durch die ganze Schleife konstant fließt. Der Wertebereich beginnt nicht bei 0 mA, sondern bei 4 mA. Diesen Versatz nennt man Live Zero.

  • 4 mA entspricht dem unteren Bereichsende des Messwerts (z. B. 0 °C)
  • 20 mA entspricht dem oberen Bereichsende (z. B. 100 °C)
  • 0 mA kommt im Normalbetrieb nicht vor

Genau das ist der Trick zur Drahtbrucherkennung: Wird die Leitung beschädigt oder ein Stecker locker, fließen 0 mA. Die Auswerteelektronik erkennt das sofort als Fehlerzustand und kann eine Warnung auslösen — etwas, was beim 0–10-V-System grundsätzlich nicht geht, weil 0 V dort ein gültiger Messwert ist.

Dazu kommt: Ein eingeprägter Strom hängt nicht vom Leitungswiderstand ab. Solange die Stromquelle ihren Sollwert halten kann, kommt am Empfänger dasselbe Strom an, egal ob die Leitung 5 oder 500 Meter lang ist. Für Anlagen mit langen Verbindungswegen ist 4–20 mA daher die erste Wahl.

Vergleich der beiden analogen Standards:

Eigenschaft 0–10 V 4–20 mA
Empfindlich gegen Leitungswiderstand ja nein
Empfindlich gegen Einstreuungen ja gering
Drahtbruch erkennbar nein ja (über 0 mA = Fehler)
Aufbau am Empfänger einfach (Spannungsteiler) Lastwiderstand für I→U-Umsetzung
Typische Einsatzlänge wenige Meter bis weit über 100 m

Umrechnung
Aus dem gemessenen Strom lässt sich der physikalische Messwert linear berechnen:

Sensoranschluss in der Praxis

Wie ein Sensor genau an die SPS angeschlossen wird — 2-Leiter, 3-Leiter, 4-Leiter, PNP oder NPN — ist ein Themenkreis für sich und wird in einem eigenen Beitrag detailliert behandelt. Wichtig zu wissen: Die hier vorgestellten Signalformen sind unabhängig von der Anschlussart und treffen auf alle gängigen Sensor-Bauformen zu.

Y = Y_min + (I – 4 mA) / 16 mA · (Y_max – Y_min)

  • Y … physikalischer Messwert
  • Y_min … Messwert bei 4 mA
  • Y_max … Messwert bei 20 mA
  • I … gemessener Strom in mA

Gelöstes Beispiel

Ein Temperatursensor liefert 4 mA bei 0 °C und 20 mA bei 100 °C. Das Messgerät zeigt 14 mA an. Welche Temperatur liegt vor?

Gegeben: I = 14 mA, T_min = 0 °C, T_max = 100 °C

Gesucht: Temperatur T in °C

Lösungweg:

  1. Schritt 1 — Wertebereich pro mA: ΔT/ΔI = (100 °C − 0 °C) / (20 mA − 4 mA) = 100 / 16 = 6,25 °C/mA
  2. Schritt 2 — Temperatur berechnen: T = 0 °C + (14 mA − 4 mA) · 6,25 °C/mA = 10 · 6,25 = 62,5 °C

Ergebnis: T = 62,5 °C

Übungen

Drucksensor 4–20 mA = 0–10 bar, gemessen 12 mA.

5 bar

Füllstand 4–20 mA = 0–5 m, gemessen 8 mA.

1,25 m

Temperatur 4–20 mA = −50 bis +150 °C, gemessen 16 mA.

100 °C

Welcher Strom entspricht einem Druck von 7 bar bei einem 0–10-bar-Sensor?

15,2 mA

Ein sensor 4–20 mA = 0–100 m³/h liefert 3 mA. Wie ist dieser Wert zu interpretieren?

3 mA liegt unterhalb des gültigen Bereichs — Drahtbruch oder Fehler, kein gültiger Messwert.

Welchen Vorteil bietet die 4–20-mA-Stromschleife gegenüber einem 0–10-V-Signal beim Drahtbruch?

  • a) Drahtbruch wird durch das Live-Zero-Konzept eindeutig als 0 mA erkennbar — bei 0–10 V wäre 0 V ein zulässiger Messwert.
  • b) Bei 4–20 mA fließt im Fehlerfall weiterhin der maximale Strom.
  • c) Spannung lässt sich grundsätzlich nicht über lange Leitungen übertragen.
  • d) Stromschleifen haben keine Polung.

Richtig: a)

Live Zero macht den Drahtbruch eindeutig: 0 mA is kein gültiger Messwert. Bei 0–10 V kann der Empfänger nicht unterscheiden zwischen „Sensor zeigt Minimum“ und „Leitung unterbrochen“. Antworten b, c und d sind sachlich falsch.

Ein Drucksensor mit 4–20 mA = 0–25 bar liefert 12 mA. Welcher Druck liegt vor?

  • a) 5 bar
  • b) 10 bar
  • c) 12,5 bar
  • d) 15 bar

Richtig: c)

Bei 12 mA befindet man sich in der Mitte der Spanne (8 mA von 16 mA → 50 %). Die Hälfte von 25 bar sind 12,5 bar. Antworten a, b, d entsprechen anderen Stromwerten.

Welche Aussage zum 24-V-Industrie-Logikpegel ist korrekt?

  • a) Es handelt sich um einen Standard für analoge Signale.
  • b) Er wird in der Audiotechnik bevorzugt.
  • c) Er ist der etablierte Pegel für binäre SPS-Ein- und -Ausgänge im europäischen Maschinenbau.
  • d) Er entspricht dem TTL-Standard.

Richtig: c)

24 V Gleichspannung ist der Industrie-Standard für digitale E/A. Antwort a verwechselt mit den analogen Normsignalen, b ist falsch, d gilt für 5-V-Logik.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein 12-Bit-A/D-Wandler erfasst Spannungen von 0–10 V. Berechne die Stufenzahl und die Auflösung pro Stufe in mV.

Gegeben: n = 12, U_max = 10 V, U_min = 0 V

Gesucht: N und ΔU in mV

Lösungweg:

  1. N = 2^12 = 4096; ΔU = 10 V / 4096 ≈ 0,00244 V = 2,44 mV

Ergebnis: 4096 Stufen, ΔU ≈ 2,44 mV

Aufgabe 2: Ein 16-Bit-A/D-Wandler arbeitet im Bereich −10 bis +10 V. Wie groß ist die Auflösung pro Stufe in µV?

Gegeben: n = 16, U_max = 10 V, U_min = −10 V

Gesucht: ΔU in µV

Lösungweg:

  1. ΔU = (10 V − (−10 V)) / 2^16 = 20 / 65 536 ≈ 0,000305 V ≈ 305 µV

Ergebnis: ΔU ≈ 305 µV

Aufgabe 3: Eine Schwingung soll digital erfasst werden. Die höchste vorkommende Frequenz beträgt 2,5 kHz. Welche Mindest-Abtastrate ist nach dem Abtasttheorem nötig, und welche Rate wäre praxisnah?

Gegeben: f_max = 2,5 kHz

Gesucht: minimale und praxisnahe Abtastfrequenz

Lösungweg:

  1. f_a,min = 2 · 2,5 kHz = 5 kHz; praxisnah ca. 12,5–25 kHz (5- bis 10-faches der Signalfrequenz)

Ergebnis: mindestens 5 kHz; praxisnah 12,5–25 kHz

Aufgabe 4: Ein Drucksensor mit Bereich 0–16 bar gibt 4–20 mA aus. Gemessen werden 10 mA. Welcher Druck liegt vor?

Gegeben: I = 10 mA, p_min = 0 bar, p_max = 16 bar

Gesucht: Druck p

Lösungweg:

  1. p = 0 + (10 − 4) / 16 · (16 − 0) = 6 / 16 · 16 = 6 bar

Ergebnis: p = 6 bar

Aufgabe 5: Ein Füllstandsensor mit Messbereich 0–8 m liefert 4–20 mA. Welcher Strom fließt bei 5 m Füllstand?

Gegeben: h = 5 m, h_min = 0 m, h_max = 8 m

Gesucht: Strom I in mA

Lösungweg:

  1. Umstellen der Formel: I = 4 + h / 8 · 16 = 4 + 5/8 · 16 = 4 + 10 = 14 mA

Ergebnis: I = 14 mA

Aufgabe 6: Ein Temperatursensor mit Bereich −20 bis +120 °C liefert 4–20 mA. Welche Temperatur entspricht 8 mA?

Gegeben: I = 8 mA, T_min = −20 °C, T_max = 120 °C

Gesucht: T

Lösungweg:

  1. T = −20 + (8 − 4) / 16 · (120 − (−20)) = −20 + 4/16 · 140 = −20 + 35 = 15 °C

Ergebnis: T = 15 °C

Welches der folgenden Merkmale gehört eindeutig zu einem analogen Signal?

  • a) Es nimmt nur zwei Zustände an.
  • b) Es verläuft kontinuierlich in Zeit und Wert.
  • c) Es lässt sich nur in Stufen darstellen.
  • d) Es wird ausschließlich in der Digitaltechnik verwendet.

Richtig: b)

Kontinuierlich in Zeit und Wert ist die Definition eines analogen Signals. Die anderen Optionen beschreiben digitale Signale oder sind falsch.

Welche Spannung liegt im Industrie-24-V-Logiksystem im verbotenen Bereich?

  • a) 8 V
  • b) 20 V
  • c) 1 V
  • d) 0 V

Richtig: a)

LOW geht ca. bis 5 V, HIGH beginnt ca. bei 11 V. 8 V liegt dazwischen und ist nicht eindeutig zugeordnet. 1 V und 0 V sind LOW, 20 V ist HIGH.

Was passiert bei zu niedriger Abtastfrequenz mit einem hochfrequenten Signal?

  • a) Es wird verstärkt.
  • b) Die Auflösung steigt.
  • c) Es bleibt unverändert.
  • d) Aliasing entsteht — das Signal wird als niederfrequenter Wert dargestellt.

Richtig: d)

Wird das Abtasttheorem verletzt, entsteht Aliasing. Antworten a, b und c sind sachlich falsch.

Welches Industrie-Normsignal ist gegen Leitungsbruch inhärent geschützt?

  • a) 0–10 V Spannungssignal
  • b) 24 V Gleichspannung für digitale Signale
  • c) 4–20 mA Stromschleife
  • d) 1–5 V Spannungssignal

Richtig: c)

Die 4–20-mA-Stromschleife hat Live Zero: Drahtbruch wird über 0 mA eindeutig erkannt. Spannungssignale können einen Drahtbruch nicht von einem niedrigen Messwert unterscheiden.

Welche Eigenschaft macht digitale Signale gegenüber Störungen besonders robust?

  • a) Der definierte verbotene Bereich zwischen LOW und HIGH.
  • b) Die niedrige Spannung.
  • c) Die hohe Bitrate.
  • d) Der Wechselspannungsanteil.

Richtig: a)

Solange Störungen den verbotenen Bereich nicht voll überwinden, bleibt der Pegel eindeutig erkennbar. Die anderen Optionen beschreiben keine direkte Robustheitsursache.

Ein 8-Bit-A/D-Wandler hat folgende Stufenzahl:

  • a) 128
  • b) 256
  • c) 512
  • d) 1024

Richtig: b)

2^8 = 256.

Welcher der folgenden Sensoren liefert typischerweise ein digitales Ausgangssignal?

  • a) Induktiver Näherungsschalter mit PNP-Ausgang
  • b) Dehnungsmessstreifen
  • c) Pt100-Temperatursensor in Standardbeschaltung
  • d) Drucksensor mit 4–20-mA-Ausgang

Richtig: a)

Der induktive Näherungsschalter schaltet binär: Metall erkannt oder nicht — typisches digitales 24-V-Signal. Pt100, DMS und Drucksensor liefern analoge Werte.

Bei einer 4–20-mA-Stromschleife misst die SPS plötzlich 0 mA. Welche Interpretation ist korrekt?

  • a) Der Sensor liefert den Minimalwert seines Messbereichs.
  • b) Der Sensor liefert exakt 0 % seines Messbereichs.
  • c) Der Sensor ist nicht angeschlossen — irrelevant.
  • d) Fehlerzustand: Drahtbruch oder Sensorausfall — kein gültiger Messwert.

Richtig: d)

0 mA liegt unterhalb von 4 mA und ist damit kein gültiger Messwert. Die Software muss diesen Zustand als Fehler behandeln. Antworten a und b verwechseln 4 mA mit 0 mA, c ignoriert den Diagnosenutzen.

Welche Aussage zur Auflösung eines A/D-Wandlers stimmt?

  • a) Sie ist unabhängig vom Spannungsbereich.
  • b) Sie wird feiner, je mehr Bits der Wandler hat.
  • c) Sie hängt nur von der Abtastfrequenz ab.
  • d) Sie ist bei jedem Wandler gleich.

Richtig: b)

Mehr Bits → mehr Stufen → kleinerer Spannungssprung pro Stufe. Der Spannungsbereich geht ebenfalls in die Auflösung pro Stufe ein, also ist a falsch. Die Abtastfrequenz betrifft die zeitliche, nicht die Werte-Auflösung.

Eine analoge Spannung wird über 100 m parallel zu einem Frequenzumrichter-Kabel geführt. Welches Verhalten ist zu erwarten?

  • a) Das Signal bleibt unverändert.
  • b) Es können sich Störungen einkoppeln und den Messwert verfälschen.
  • c) Das Signal wird verstärkt.
  • d) Es geht komplett verloren.

Richtig: b)

Parallel verlegte Leistungskabel mit getakteten Schaltvorgängen koppeln Störspannungen in benachbarte Signalleitungen ein. Bei analogen Signalen wird dadurch der Messwert direkt verfälscht. Antworten a, c und d sind unzutreffend.

Die Aussage „Digital ist immer genauer als analog“ ist:

  • a) Immer korrekt.
  • b) Korrekt, weil digitale Signale nicht rauschen können.
  • c) Korrekt für die Audiotechnik, sonst nicht.
  • d) Eine Vereinfachung — die effektive Genauigkeit hängt von Bit-Tiefe, Abtastrate, Rauschen und Anwendung ab.

Richtig: d)

Pauschal stimmt die Aussage nicht. In vielen Anwendungen ist die digitale Lösung praktisch genauer, das hängt aber von vielen Faktoren ab.

Was ist der zentrale Zweck eines Anti-Aliasing-Filters vor einem A/D-Wandler?

  • a) Verstärkung des Signals.
  • b) Glättung des Rauschens nach der Wandlung.
  • c) Dämpfung von Signalanteilen über der halben Abtastfrequenz, um Aliasing zu vermeiden.
  • d) Umsetzung von Strom in Spannung.

Richtig: c)

Ein Anti-Aliasing-Filter ist ein Tiefpass vor dem A/D-Wandler. Er entfernt Signalanteile, die das Abtasttheorem verletzen würden. Antworten a, b und d beschreiben andere Schaltungsaufgaben.

Glossar

Signal
Zeitlicher Verlauf einer physikalischen Größe, der eine Information trägt. In der Elektronik fast immer Spannung oder Strom.
Analoges Signal
Signal, das sowohl in der Zeit als auch im Wert kontinuierlich verläuft. Es kann jeden Wert im definierten Bereich annehmen.
Digitales Signal
Signal, das nur bestimmte, festgelegte Wertstufen annimmt. Der häufigste Sonderfall ist das binäre Signal mit zwei Zuständen.
Binäres Signal
Digitales Signal mit genau zwei zulässigen Zuständen (HIGH/LOW, 1/0). Grundlage der Digitaltechnik.
Logikpegel
Definierter Spannungsbereich für die Zustände HIGH und LOW. Typische Systeme: TTL (5 V), CMOS, 24-V-Industrie.
Flanke
Übergang zwischen den beiden Logikpegeln eines digitalen Signals. Steigende Flanke: LOW → HIGH, fallende Flanke: HIGH → LOW.
Abtastung (Sampling)
Messung eines analogen Signals zu regelmäßigen Zeitpunkten. Zeitliche Diskretisierung im Zuge der A/D-Wandlung.
Quantisierung
Zuordnung jedes Abtastwerts zu einer von endlich vielen Wertstufen. Werte-Diskretisierung im Zuge der A/D-Wandlung.
Bit-Tiefe
Anzahl der Bits, mit denen jeder Abtastwert dargestellt wird. Bestimmt die Stufenzahl 2^n und damit die Werte-Auflösung.
Abtasttheorem (Nyquist-Shannon-Theorem)
Grundregel der digitalen Signalverarbeitung: Die Abtastfrequenz muss mindestens das Doppelte der höchsten im Signal vorkommenden Frequenz betragen.
Aliasing
Fehlerhafte digitale Darstellung eines analogen Signals durch zu niedrige Abtastfrequenz. Hochfrequente Anteile erscheinen scheinbar als niederfrequente.
Anti-Aliasing-Filter
Tiefpass vor dem A/D-Wandler, der zu hohe Frequenzanteile dämpft und so Aliasing verhindert.
Stromschleife (4–20 mA)
Analoges Industrie-Normsignal, bei dem der Messwert als eingeprägter Strom übertragen wird. Robust gegen Leitungswiderstand und mit Drahtbrucherkennung.
Live Zero
Verschiebung des unteren Bereichsendes vom Wert 0 auf einen definierten Mindestwert (4 mA bei der Stromschleife). Macht den Fehlerzustand 0 mA eindeutig erkennbar.
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