Drehstromtransformator und Schaltgruppen

Drei Außenleiter rein, drei raus — von außen sieht ein Drehstromtransformator einfach aus. Drinnen entscheidet aber die Schaltung der Wicklungen darüber, wie sich der Trafo bei Unsymmetrie verhält, welches Übersetzungsverhältnis am Außenleiter herauskommt und ob er mit dem Nachbartrafo parallel laufen darf. Diese Information ist in der Schaltgruppe codiert, etwa Dy5, Yy0 oder Yz11. Wer diese Buchstaben-Zahl-Kombination liest, hat den Trafo verstanden.

Vorwissen

  • Einphasentransformator – Übersetzungsverhältnis und Berechnungen
  • Drehstromsystem: Strang- und Außenleiterspannung
  • Phasenverschiebung und Zeigerdiagramme

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • Den Aufbau eines Drehstromtransformators beschreiben und die Anschlussbezeichnungen zuordnen
  • Stern-, Dreieck- und Zickzackschaltung unterscheiden und ihre Eigenschaften erklären
  • Eine Schaltgruppenbezeichnung lesen und die Phasenverschiebung zwischen OS und US daraus ableiten
  • Das Außenleiter-Übersetzungsverhältnis für die wichtigsten Schaltgruppen berechnen
  • Die Voraussetzungen für den Parallelbetrieb von Drehstromtransformatoren nennen

1. Aufbau und Prinzip

Im Prinzip könnte man drei einphasige Transformatoren nebeneinanderstellen und jeden an einen Außenleiter anschließen — fertig wäre ein Drehstromtransformator. Genau das macht man in der Praxis aber nur in zwei Fällen: bei sehr großen Leistungen, wo der Transport eines kompletten Drehstromtrafos schwierig wird, oder bei Reserveeinheiten. Im Regelfall baut man die drei Phasen auf einem gemeinsamen Eisenkern. Das spart Material, reduziert Verluste und macht den Trafo kompakter.

Der Dreischenkel-Kern

Der Standard ist der Dreischenkel-Kern: drei vertikale Schenkel, oben und unten durch ein Joch verbunden. Jeder Schenkel trägt die Wicklungen einer Phase — eine Oberspannungs- und eine Unterspannungswicklung, in der Regel konzentrisch übereinander (die Unterspannung innen, die Oberspannung außen).

OS US OS US OS US 1U 1V 1W 2U 2V 2W Dreischenkel-Kern mit OS- und US-Wicklung pro Schenkel

Neben dem klassischen Dreischenkel-Kern gibt es noch zwei Bauformen, die in der Praxis vorkommen:

  • Manteltyp (auch Mantelkern): zwei zusätzliche Außenschenkel ohne Wicklung. Dadurch hat der magnetische Fluss kürzere Wege, der Trafo wird ruhiger und magnetisch symmetrischer. Vor allem bei sehr großen Leistungen.
  • Fünfschenkel-Kern: ähnlich Manteltyp, aber mit pfünf Schenkeln in einer Reihe. Die beiden Außenschenkel führen Rückschlussfluss und reduzieren die Kernhöhe — wichtig beim Transport großer Trafos auf der Schiene.

Anschlussbezeichnungen

Die Klemmen am Trafo sind genormt. Auf der Oberspannungsseite (OS) stehen die Großbuchstaben U, V, W mit vorangestellter Ziffer 1, also 1U, 1V, 1W. Auf der Unterspannungsseite (US) das Gleiche mit Ziffer 2: 2U, 2V, 2W. Wird der Sternpunkt herausgeführt, kommt 1N bzw. 2N dazu. Die „1“ steht also nicht für „Phase 1“, sondern für „Wicklung 1“ — die Oberspannungswicklung.

Das ist wichtig, weil beim Lesen eines Klemmenbretts schnell Verwirrung entsteht: 1U und 2U gehören zur selben Phase (auf demselben Schenkel), nur auf unterschiedlicher Spannungsebene.

Warum baut man bei normalen Leistungen einen Drehstromtransformator als Dreischenkel-Trafo statt drei einphasige Trafos zusammenzustellen?

  • a) Weil sich die Spannungen sonst ungleich verteilen
  • b) Damit der Sternpunkt einfacher herausgeführt werden kann
  • c) Weil ein gemeinsamer Eisenkern Material und Verluste spart und die Bauform kompakter macht
  • d) Weil drei Einphasentrafos technisch nicht funktionieren

Richtig: c)

Drei Einphasentrafos funktionieren technisch einwandfrei und werden in Sonderfällen (sehr große Leistungen, Reserveeinheiten) auch eingesetzt. Im Regelfall ist der gemeinsame Eisenkern aber kompakter, materialsparender und verlustärmer, weil sich die Flüsse der drei Phasen im Joch teilweise gegenseitig aufheben.

Was ist die korrekte Bedeutung der Klemmenbezeichnung „2V“ an einem Drehstromtrafo?

  • a) Unterspannungsseite, mittlere Phase
  • b) Zweite Eingangsspannung, Phase V
  • c) Sekundärwicklung, Sternpunkt verschoben
  • d) Außenleiter 2, Wicklung V

Richtig: a)

Die führende Ziffer steht für die Wicklung (1 = OS, 2 = US), der Buchstabe für die Phase (U, V, W). 2V is also die Klemme der mittleren Phase auf der Unterspannungsseite. Wichtig: 1V und 2V liegen am selben Schenkel.

Warum wird bei sehr großen Leistungstrafos gelegentlich der Fünfschenkel-Kern verwendet?

  • a) Um die Leistung gleichmäßiger auf fünf Phasen zu verteilen
  • b) Weil so der Sternpunkt elektrisch isoliert wird
  • c) Weil zusätzliche Wicklungsräume für Tertiärwicklungen entstehen
  • d) Weil die beiden Außenschenkel den Rückschlussfluss aufnehmen und so die Kernhöhe für den Transport reduzieren

Richtig: d)

Drehstrom hat per Definition drei Phasen, eine fünfte Phase gibt es nicht. Der Vorteil des Fünfschenkel-Kerns ist rein konstruktiv: Die Außenschenkel führen einen Teil des magnetischen Rückschlussflusses, dadurch werden die wicklungstragenden Schenkel und das Joch kleiner — der Trafo niedriger und damit transportabel.

2. Schaltungsarten der Wicklungen

Auf jedem Schenkel sitzen die drei OS- und drei US-Strangwicklungen. Wie diese drei Wicklungen einer Spannungsseite untereinander verbunden werden, bestimmt das Verhalten des Trafos maßgeblich. Es gibt drei Möglichkeiten: Stern (Y bzw. y), Dreieck (D bzw. d) und Zickzack (Z bzw. z). Der Großbuchstabe steht für die Oberspannungsseite, der Kleinbuchstabe für die Unterspannungsseite.

Stern und Dreieck — kurz

In der Sternschaltung sind die drei Strangwicklungen an einem gemeinsamen Punkt — dem Sternpunkt — verbunden. Die Außenleiterspannung ist um den Faktor √3 größer als die Strangspannung, der Strangstrom gleich dem Außenleiterstrom. Sternpunkt kann herausgeführt werden, dann steht ein Neutralleiter zur Verfügung.

In der Dreieckschaltung sind die drei Strangwicklungen ringförmig in Reihe geschaltet, die drei Verbindungspunkte sind die Außenleiteranschlüsse. Außenleiterspannung gleich Strangspannung, Außenleiterstrom dagegen um Faktor √3 größer als der Strangstrom. Es gibt keinen Sternpunkt.

Die Details zu beiden Schaltungen — Spannungs-, Stromverhältnisse, Vor- und Nachteile — sind in den eigenen Beiträgen zu Sternschaltung (Y) und Dreieckschaltung (Δ) behandelt.

Die Zickzackschaltung im Detail

Die Zickzackschaltung ist auf Trafo-Wicklungen beschränkt und kommt in dieser Form bei sonstigen Drehstromverbrauchern nicht vor. Sie wird fast immer auf der Unterspannungsseite eingesetzt — daher meist als Kleinbuchstabe z in der Schaltgruppe. Reine Z auf der Oberspannungsseite ist selten.

Das Prinzip: Jede der drei US-Strangwicklungen wird in zwei gleiche Hälften geteilt. Pro Strang werden die beiden Hälften nicht auf demselben Schenkel verbunden, sondern auf zwei unterschiedlichen Schenkeln zusammengeschaltet — und zwar gegensinnig. So ergibt sich pro Strang eine Spannung, die aus zwei Halbwicklungs-Spannungen unterschiedlicher Phasen zusammengesetzt ist.

Schenkel U Schenkel V Schenkel W u/2 −w/2 v/2 −u/2 w/2 −v/2 2U 2V 2W Phase U Phase V Phase W (über externe Verbindung) 2N Halbwicklung Phase U Halbwicklung Phase V Halbwicklung Phase W

Die Strangspannung jeder Phase setzt sich aus der oberen Halbwicklung eines Schenkels und der gegensinnigen unteren Halbwicklung des benachbarten Schenkels zusammen. Zwei Halbwicklungen, die selbst je 120° gegeneinander phasenverschoben sind, ergeben in Vektorsumme eine Strangspannung, die gegenüber einer einfachen Sternwicklung um 30° verschoben ist. Dieser 30°-Versatz ist der ganze Sinn der Zickzackschaltung.

Was bringt die Zickzack-Schaltung?

Der entscheidende Vorteil zeigt sich bei unsymmetrischer Belastung im Vier-Leiter-Netz. Wenn an einer Phase deutlich mehr Strom gezogen wird als an den anderen — typisch im Ortsnetz, wo die einphasigen Haushaltslasten nie gleichmäßig verteilt sind — würde sich bei einer einfachen Sternwicklung auf der US der Sternpunkt verschieben. Die Phasenspannungen würden ungleich groß. Die Zickzackschaltung kompensiert das: Weil jede Strangspannung aus zwei Halbwicklungen unterschiedlicher Phasen zusammengesetzt ist, verteilt sich der unsymmetrische Strom auf zwei Schenkel und das Magnetfeld bleibt im Wesentlichen symmetrisch. Der Sternpunkt bleibt stabil.

Praktisch heißt das: Ein Yz-Trafo kann den Sternpunkt deutlich höher belasten als ein Yy-Trafo — typischerweise mit dem vollen Bemessungsstrom. Bei reinem Yy ist die einphasige Belastbarkeit dagegen stark eingeschränkt. Auch Oberschwingungen, die durch nichtlineare Verbraucher (Schaltnetzteile, Wechselrichter, Beleuchtungstechnik) eingespeist werden, fließen besser ab.

Der Preis für diesen Vorteil: Pro Phase werden zwei Halbwicklungen statt einer kompletten Wicklung benötigt. Der Materialaufwand ist um etwa 15 % höher als bei einer reinen Sternschaltung gleicher Leistung — das ist der Grund, warum man die Zickzackschaltung nicht generell einsetzt, sondern nur dort, wo die Sternpunktbelastbarkeit wirklich gebraucht wird.

Was bedeutet die Schaltgruppen­bezeichnung „Yz“ hinsichtlich der Wicklungsanordnung?

  • a) Beide Wicklungen sind im Zickzack geschaltet
  • b) Oberspannungsseite im Stern, Unterspannungsseite im Zickzack
  • c) Oberspannungsseite im Zickzack, Unterspannungsseite im Stern
  • d) Stern auf der Unterspannungsseite, Zickzack ergibt sich automatisch

Richtig: b)

In der Schaltgruppen­notation steht der Großbuchstabe immer für die Oberspannungsseite, der Kleinbuchstabe für die Unterspannungsseite. Y = OS-Stern, z = US-Zickzack. Yz ist eine typische Schaltung für Ortsnetztrafos mit hoher einphasiger Belastbarkeit.

Welche Aussage zur Zickzackschaltung trifft zu?

  • a) Sie wird hauptsächlich auf der Oberspannungsseite eingesetzt
  • b) Sie spart Wicklungsmaterial gegenüber einer einfachen Sternschaltung
  • c) Sie hat eine geringere Spannung pro Strang als die Dreieckschaltung
  • d) Sie liefert einen Sternpunkt, der hoch belastbar ist und auch bei unsymmetrischer Last stabil bleibt

Richtig: d)

Der Hauptvorteil der Zickzackschaltung ist die hohe Belastbarkeit des Sternpunkts. Dadurch eignet sie sich besonders für Verteilnetz-Trafos mit stark unsymmetrischen einphasigen Lasten. Der Materialaufwand ist allerdings höher (ca. +15 %), und in der Praxis kommt sie fast nur auf der Unterspannungsseite vor.

Warum entsteht in der Zickzackschaltung eine Phasenverschiebung von 30° gegenüber der einfachen Sternschaltung?

  • a) Weil zwei Halbwicklungen mit 120° Phasenversatz vektoriell zur Strangspannung addiert werden
  • b) Weil der magnetische Fluss im Eisenkern um 30° versetzt umläuft
  • c) Weil zwischen OS und US immer 30° Phasenverschiebung liegen
  • d) Weil die Drehrichtung des magnetischen Felds umgekehrt wird

Richtig: a)

Die Strangspannung im Zickzack setzt sich aus zwei gegensinnig geschalteten Halbwicklungen verschiedener Schenkel zusammen. Diese beiden Halbwicklungs­spannungen sind im Drehstromsystem 120° gegeneinander phasenverschoben. Die Vektorsumme zweier 120°-versetzter Zeiger (mit Vorzeichenumkehr einer Hälfte) liegt geometrisch genau 30° verschoben zur Bezugsphase — daraus resultiert die typische Schaltgruppen-Verschiebung bei Yz5 oder Yz11.

3. Schaltgruppen — das Bezeichnungssystem

Mit Stern, Dreieck und Zickzack stehen drei Schaltungsarten zur Verfügung, die auf OS und US frei kombiniert werden können. Das ergibt theoretisch viele mögliche Kombinationen — und je nach Kombination kommt eine andere Phasenverschiebung zwischen Ober- und Unterspannungs-Außenleiterspannung heraus. Genau diese drei Informationen — OS-Schaltung, US-Schaltung, Phasenverschiebung — werden in der Schaltgruppe zusammengefasst.

Aufbau der Bezeichnung

Eine Schaltgruppe besteht immer aus drei Teilen:

  • Großbuchstabe — Schaltung der Oberspannungsseite: Y (Stern), D (Dreieck), Z (Zickzack, selten)
  • Kleinbuchstabe — Schaltung der Unterspannungsseite: y, d, z
  • Kennzahl — eine Zahl von 0 bis 11

Beispiele: Yy0, Dy5, Yd11, Yz5. Wenn der Sternpunkt der Stern- oder Zickzackseite herausgeführt ist, kommt ein n dazu — etwa Yyn0 oder Dyn5. Das ist im Verteilnetz die Regel, weil der Neutralleiter im 400-V-Netz von dort kommt.

Die Kennzahl — das Uhrzeigerprinzip

Die Zahl 0 bis 11 hinten gibt die Phasenverschiebung zwischen der OS- und der US-Außenleiterspannung angek. Die Regel ist:

Phasenverschiebung = Kennzahl × 30°

Die Kennzahl funktioniert wie die Stundenziffer auf einer Uhr — daher das Uhrzeigerprinzip. Man stellt sich vor, der Zeiger der OS-Außenleiterspannung U₁₂ zeigt zur 12 Uhr. Dann zeigt der Zeiger der zugehörigen US-Außenleiterspannung u₁₂ zur Position der Kennzahl. Bei Dy5 steht der US-Zeiger also auf der „5 Uhr“-Position, was 5 × 30° = 150° nacheilend bedeutet.

12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 U₁₂ (OS) Bezug: 12 Uhr u₁₂ (US) 5 × 30° = 150° 150° Schaltgruppe Dy5 — Uhrzeigerprinzip

Beispiele lesen

Schaltgruppe OS-Schaltung US-Schaltung Phasenverschiebung
Yy0 Stern Stern
Dd0 Dreieck Dreieck
Dy5 Dreieck Stern 150°
Yd5 Stern Dreieck 150°
Yz5 Stern Zickzack 150°
Dy11 Dreieck Stern 330° (= 30° voreilend)
Yd11 Stern Dreieck 330°
Yz11 Stern Zickzack 330°

Die geraden Kennzahlen (0, 2, 4, 6, 8, 10) entstehen, wenn OS und US gleich geschaltet sind (Yy, Dd, Yz). Die ungeraden Kennzahlen (1, 3, 5, 7, 9, 11) entstehen bei gemischter Schaltung (Yd, Dy). In der Praxis dominieren die Kennzahlen 0, 5, 6 und 11.

Warum verschiebt sich die Phase überhaupt?

Wenn OS und US auf demselben Schenkel liegen, sind ihre Strangspannungen in phase — die Spannung in der OS-Strangwicklung und in der US-Strangwicklung schwingen im Gleichtakt. Das ist die magnetische Kopplung über den gemeinsamen Eisenkern.

Bei der Außenleiterspannung sieht es anders aus: Sie ist je nach Schaltungsart die Strangspannung selbst (Dreieck) oder die Differenz zweier Strangspannungen (Stern, Zickzack). Wenn OS Dreieck und US Stern ist (Dy), dann ist die OS-Außenleiterspannung = OS-Strangspannung, die US-Außenleiterspannung dagegen ist die vektorielle Differenz zweier US-Strangspannungen, die um √3 größer und um 30° verschoben ist. Daher die 30°-Schritte in der Kennzahl.

Wie groß ist die Phasenverschiebung zwischen OS- und US-Außenleiterspannung bei einem Trafo der Schaltgruppe Yz11?

  • a) 11°
  • b) 55°
  • c) 330° (entspricht 30° voreilend)
  • d) 360°, also keine Verschiebung

Richtig: c)

Die Kennzahl 11 mal 30° ergibt 330°. Da Phasenwinkel mit Periode 360° betrachtet werden, kann man diesen Winkel auch als 30° voreilend (gegen den Uhrzeigersinn) lesen — die US-Spannung läuft also der OS-Spannung um 30° voraus. Yz11 ist neben Yz5 eine typische Schaltung für Ortsnetztrafos.

Welcher Zusammenhang gilt zwischen Kennzahl und Wicklungs­schaltung?

  • a) Gerade Kennzahlen treten bei gleicher OS- und US-Schaltung auf, ungerade bei gemischter Schaltung
  • b) Gerade Kennzahlen gibt es nur bei Zickzack-Trafos
  • c) Ungerade Kennzahlen sind in Europa nicht zugelassen
  • d) Die Kennzahl hängt nur von der Bauform des Kerns ab

Richtig: a)

Yy, Dd und Zz erzeugen ganzzahlige Vielfache von 60° als Phasenverschiebung (gerade Kennzahlen). Mischschaltungen wie Yd, Dy, Yz, Dz erzeugen 30°-versetzte Phasenwinkel (ungerade Kennzahlen). Die Bauform des Kerns ist für die Phasenlage irrelevant.

Was bedeutet das „n“ in der Schaltgruppen­bezeichnung Dyn5?

  • a) Die Kennzahl 5 wird negativ gezählt
  • b) Der Sternpunkt der US-Seite ist als Neutralleiter herausgeführt
  • c) Die OS-Seite ist normiert auf 20 kV
  • d) Es ist ein Notbetrieb möglich

Richtig: b)

Das kleine „n“ hinter dem Kleinbuchstaben der Schaltgruppe signalisiert den herausgeführten Sternpunkt auf der jeweiligen Spannungsseite. Bei Dyn5 ist also der US-Sternpunkt als Neutralleiter (N) verfügbar — das ist im 400-V-Verteilnetz die Standard­konfiguration und Grundlage des TN-Systems.

4. Wichtige Schaltgruppen in der Praxis

Theoretisch lassen sich Dutzende Schaltgruppen­kombinationen bauen. In der Praxis hat sich aber eine kleine Auswahl etabliert, die je nach Anwendungsfall sinnvoll ist. Im österreichischen Netz sind im Wesentlichen vier Schaltgruppen dominant.

Die vier Hauptanwendungsfälle

Schaltgruppe Typische Anwendung Begründung
Yy0 (Yyn0) Reservetrafos, Trenntrafos, kleine Anwendungen ohne starke Sternpunkt­belastung Einfacher Aufbau, gleiche Spannungsebenen-Verhältnisse OS/US, aber schwacher Sternpunkt — nicht für unsymmetrische Lasten
Yz5 (Yzn5) Kleine Ortsnetztrafos mit deutlich einseitiger Last Zickzack auf US gibt voll belastbaren Sternpunkt — aber wegen Materialaufwand nur bis ca. 250 kVA wirtschaftlich
Dy5 (Dyn5) und Dy11 (Dyn11) Standard-Ortsnetztrafo in Österreich, 20 kV / 0,4 kV Dreieck auf OS unterdrückt Oberschwingungen (3., 9. usw. zirkulieren im Dreieck), Stern auf US liefert belastbaren Sternpunkt — und das ohne Zickzack-Mehraufwand
Yd5 and Yd11 Maschinentrafo im Kraftwerk (Generator → Übertragungsnetz, z. B. 21 kV / 220 kV) Stern auf OS erlaubt höchste Spannungsisolation pro Wicklung (Strangspannung = Außenleiterspannung / √3), Dreieck auf US kommt mit dem geschlossenen Generatorkreis zurecht

Dy5 vs. Dy11 hat keinen technischen Unterschied beim einzelnen Trafo — die Phasenverschiebung ist halt einmal nacheilend und einmal voreilend. Praktisch wichtig wird der Unterschied nur, wenn zwei Trafos parallel laufen müssen (siehe Kapitel 6) oder wenn ein bestimmter Drehsinn am Verbraucher gewünscht ist. In Österreich ist heute Dyn5 der häufigere Standard im Verteilnetz; in einigen Regionen wird auch Dyn11 verwendet.

Schaltgruppe vom Typenschild ablesen

Am Trafo-Typenschild steht die Schaltgruppe in der Regel direkt mit Sternpunkt­markierung, etwa „Dyn5“ oder „YNd11“ (wobei das große N für einen herausgeführten OS-Sternpunkt steht — selten, aber kommt vor). Daneben sind meist die Nennspannungen (OS und US, Außenleiter), die Nennleistung in kVA, die Bemessungsströme und die Kurzschluss­spannung uk vermerkt.

Zusätzlich findet sich am Klemmenkasten ein Anschluss­schema, das genau zeigt, wie die sechs (oder mit Sternpunkten acht) Anschlüsse zur jeweiligen Wicklungs­schaltung führen. Bei einem Dyn5-Trafo sieht man auf der OS-Seite die drei Wicklungen im Dreieck verbunden, auf der US-Seite einen Sternpunkt mit ausgeführtem Neutralleiter.

Warum ist die Schaltgruppe Yy0 für einen typischen Verteilnetz-Trafo mit vielen einphasigen Haushaltslasten nicht geeignet?

  • a) Weil bei Yy0 keine Phasenverschiebung zwischen OS und US auftritt
  • b) Weil ein Yy0-Trafo nur Gleichstrom überträgt
  • c) Weil die OS-Spannung im Yy0 zu hoch wird
  • d) Weil ein einfacher Y-Sternpunkt auf der US-Seite nur schwach belastbar ist und sich bei unsymmetrischer Last verschiebt

Richtig: d)

Bei reinem Yy0 entsteht durch unsymmetrische einphasige Belastung eine Sternpunkt­verschiebung, die die Phasenspannungen verzerrt. Genau aus diesem Grund werden im Verteilnetz Dyn-Schaltungen (oder Yzn) bevorzugt — die OS-Dreieckwicklung bzw. die Zickzack-US fängt die Unsymmetrie ab.

Welche Aufgabe übernimmt die OS-Dreieckwicklung beim Standard-Ortsnetztrafo Dyn5?

  • a) Sie sorgt für eine zusätzliche Spannungserhöhung
  • b) Sie schafft im Trafo selbst einen geschlossenen Stromweg für Oberschwingungen (3., 9., …), die so nicht ins Mittelspannungsnetz rückfließen
  • c) Sie macht den Sternpunkt der US-Seite überflüssig
  • d) Sie ersetzt die FI-Schutzfunktion

Richtig: b)

Die in Drehstromsystemen problematischen Oberschwingungen mit Ordnungs­zahlen, die durch 3 teilbar sind (3., 9., 15. …), bilden ein Nullsystem und können nur in geschlossenen Stromwegen fließen. Eine Dreieckwicklung bietet genau das: Diese Ströme zirkulieren im OS-Dreieck und gelangen nicht ins Mittelspannungsnetz. Das ist einer der Hauptgründe für die Dy-Schaltung im Verteilnetz.

Welche Schaltgruppe wird typischerweise als Maschinentrafo direkt am Generator eines großen Kraftwerks verwendet?

  • a) Yd5 oder Yd11
  • b) Yy0
  • c) Dyn5
  • d) Yzn11

Richtig: a)

Beim Maschinentrafo wird die niedrige Generator­spannung (typisch 10–30 kV) auf die hohe Übertragungs­spannung (110 kV bis 400 kV) hochgesetzt. Die OS-Sternschaltung erlaubt höchste Isolation pro Wicklung (Strangspannung = Außenleiter / √3), die US-Dreieckschaltung passt zum Generatorkreis und unterdrückt Oberschwingungen aus dem Generator. Dyn-Schaltgruppen sind dagegen typische Verteilnetz-Trafos und Yzn ein Spezialfall für kleinere Ortsnetztrafos mit unsymmetrischer Last.

5. Übersetzungsverhältnis beim Drehstromtransformator

Beim Einphasentransformator ist das Übersetzungsverhältnis einfach das Verhältnis der Windungszahlen — und damit auch das Verhältnis der Spannungen. Beim Drehstromtransformator ist das ähnlich, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Es gibt eine Strangspannung und eine Außenleiterspannung, und je nach Schaltung sind diese unterschiedlich groß. Daher unterscheidet man auch beim Übersetzungs­verhältnis zwischen Strang und Außenleiter.

Strang-Übersetzungsverhältnis

Auf einem Schenkel liegen OS- und US-Strangwicklung magnetisch gekoppelt. Das Verhältnis der Strangspannungen entspricht direkt dem Verhältnis der Windungszahlen — exakt wie beim Einphasentrafo:

ü_Str = N1 / N2 = U_StrOS / U_StrUS

  • ü_Str … Strang-Übersetzungsverhältnis
  • N1 ….. Windungszahl OS-Strangwicklung
  • N2 ….. Windungszahl US-Strangwicklung
  • U_StrOS … OS-Strangspannung in V
  • U_StrUS … US-Strangspannung in V

Außenleiter-Übersetzungsverhältnis

Hier kommt die Schaltgruppe ins Spiel. Die Außenleiterspannung ist entweder gleich der Strangspannung (Dreieck) oder √3 mal so groß (Stern, Zickzack). Daraus ergeben sich vier Hauptfälle:

Yy oder Dd:
ü_AL = ü_Str = N1 / N2
Bei gleicher Schaltung beider Seiten heben sich die √3-Faktoren auf — das Außenleiter­verhältnis ist gleich dem Windungs­verhältnis.

Yd (OS Stern, US Dreieck):
ü_AL = √3 × N1 / N2
OS-Außenleiterspannung ist √3 mal die OS-Strangspannung, US-Außenleiterspannung ist gleich der US-Strangspannung. Das Verhältnis wird also um √3 größer als das Strang­verhältnis.

Dy (OS Dreieck, US Stern):
ü_AL = (1 / √3) × N1 / N2
Umgekehrter Fall: OS-Außenleiterspannung ist gleich der OS-Strangspannung, US-Außenleiterspannung ist √3 mal die US-Strangspannung. Das Verhältnis wird um Faktor 1/|3 kleiner.

Yz (OS Stern, US Zickzack):
ü_AL = (2 / √3) × N1 / N2_halb
N2_halb … Windungszahl einer US-Halbwicklung
Bei der Zickzackschaltung muss zur Berechnung die Halbwicklung­szahl herangezogen werden, weil sich die US-Strangspannung als Vektorsumme zweier Halbwicklungs­spannungen ergibt. Diese Vektorsumme ist um den Faktor √3 größer als eine einzelne Halbwicklungs­spannung, daher der Faktor 2/|3.

Gelöstes Beispiel

Ein Drehstromtrafo der Schaltgruppe Dy5 hat 20 kV Außenleiterspannung auf der OS und 400 V Außenleiterspannung auf der US. Berechne das Strang-Übersetzungsverhältnis und das Außenleiter-Übersetzungsverhältnis.

Gegeben: U_AL_OS = 20.000 V, U_AL_US = 400 V, Schaltgruppe Dy5 (OS Dreieck, US Stern)

Gesucht: ü_Str und ü_AL

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — OS-Strangspannung (Dreieck): Bei Dreieckschaltung ist die Strangspannung gleich der Außenleiterspannung. U_StrOS = U_AL_OS = 20.000 V
  2. Schritt 2 — US-Strangspannung (Stern): Bei Sternschaltung ist die Strangspannung um Faktor √3 kleiner als die Außenleiterspannung. U_StrUS = U_AL_US / √3 = 400 / 1,732 ≈ 231 V
  3. Schritt 3 — Strang-Übersetzungsverhältnis: ü_Str = U_StrOS / U_StrUS = 20.000 / 231 ≈ 86,6
  4. Schritt 4 — Außenleiter-Übersetzungsverhältnis: ü_AL = U_AL_OS / U_AL_US = 20.000 / 400 = 50. Kontrolle mit der Formel für Dy: ü_AL = ü_Str / √3 = 86,6 / 1,732 ≈ 50 ✓

Ergebnis: ü_Str ≈ 86,6 und ü_AL = 50.

Übungen

Ein Yy-Trafo hat N1 = 2400 und N2 = 80 Windungen pro Strang. Wie groß ist das Außenleiter-Übersetzungsverhältnis?

ü_AL = N1/N2 = 30 (bei Yy gilt ü_AL = ü_Str)

Ein Dy-Trafo hat ein Strang-Übersetzungsverhältnis von ü_Str = 60. Wie groß ist das Außenleiter-Übersetzungsverhältnis?

ü_AL = ü_Str / √3 = 60 / 1,732 ≈ 34,64

Ein Yd-Trafo überträgt 10 kV Außenleiterspannung OS auf 400 V Außenleiterspannung US. Wie groß ist das Windungs­verhältnis N1/N2?

ü_AL = 10.000/400 = 25. Bei Yd gilt ü_AL = √3 × N1/N2, also N1/N2 = ü_AL / √3 = 25 / 1,732 ≈ 14,43.

Ein Ortsnetztrafo Dy5 mit 20 kV / 400 V Außenleiter wird auf der US-Seite einphasig zwischen Außenleiter und Neutralleiter belastet. Welche Spannung liegt an dieser einphasigen Last an?

Die einphasige Belastung greift zwischen Außenleiter und Sternpunkt — das ist die US-Strangspannung. U_StrUS = 400 / √3 ≈ 231 V (im Verteilnetz gerundet auf 230 V).

Ein Drehstromtrafo der Schaltgruppe Yd11 hat OS-Strangspannung 6.350 V und ein Windungs­verhältnis N1/N2 = 18. Welche Außenleiterspannungen liegen auf the OS- und US-Seite?

OS: Bei Stern ist U_AL_OS = √3 × U_StrOS = √3 × 6.350 ≈ 11.000 V. US: Strangspannung U_StrUS = U_StrOS / (N1/N2) = 6.350 / 18 ≈ 353 V. Bei Dreieck ist U_AL_US = U_StrUS ≈ 353 V.

Ein Drehstromtrafo der Schaltgruppe Yy0 hat 1.000 Windungen auf der OS-Strangwicklung und 50 Windungen auf der US-Strangwicklung. Wie groß ist das Außenleiter-Übersetzungsverhältnis?

  • a) 20 × √3 ≈ 34,64
  • b) 20
  • c) 20 / √3 ≈ 11,55
  • d) Die Information reicht nicht aus

Richtig: b)

Bei Yy ist die Schaltung auf beiden Seiten gleich (Stern). Die √3-Faktoren auf OS und US kürzen sich heraus — das Außenleiter-Übersetzungsverhältnis ist gleich dem Windungs­verhältnis: ü_AL = N1/N2 = 1000/50 = 20.

Welche Aussage zur Schaltgruppe Dy beim Übersetzungs­verhältnis ist korrekt?

  • a) Das Außenleiter-Übersetzungs­verhältnis ist um den Faktor √3 kleiner als das Strang-Übersetzungs­verhältnis
  • b) Bei Dy gilt immer ü_AL = ü_Str
  • c) Das Außenleiter-Übersetzungs­verhältnis ist um den Faktor √3 größer als das Strang-Übersetzungs­verhältnis
  • d) Bei Dy gilt ü_AL = ü_Str × 3

Richtig: a)

Bei Dy is OS Dreieck, US Stern. Auf der OS-Seite ist die Außenleiter­spannung gleich der Strangspannung (Dreieck), auf der US-Seite ist sie √3 mal so groß wie die Strangspannung (Stern). Daraus folgt ü_AL = ü_Str / √3 — das Außenleiter-Übersetzungs­verhältnis ist also um Faktor √3 kleiner als das Strang-Verhältnis. Antwort c beschreibt den umgekehrten Fall Yd, bei Dy gilt das Gegenteil. Antwort b stimmt nur für Yy oder Dd. Antwort d ist eine falsche Faktorangabe.

Ein Verteilnetz-Trafo Dyn5 versorgt eine Wohnsiedlung. Eine Lampe wird einphasig zwischen Außenleiter und N angeschlossen. Welche Spannung liegt an der Lampe an, wenn der Außenleiter-Außenleiter-Wert auf der US-Seite 400 V beträgt?

  • a) 400 V (Außenleiter­spannung)
  • b) 692 V (Außenleiter × √3)
  • c) 200 V (Außenleiter / 2)
  • d) 230 V (Außenleiter / √3)

Richtig: d)

Zwischen einem Außenleiter und dem Sternpunkt (Neutralleiter N) liegt die Strangspannung des Sterns. Diese ist um Faktor √3 kleiner als die Außenleiter­spannung: 400 V / √3 ≈ 231 V, im Netz nominell 230 V. Das ist genau die Haushaltssteckdosen­spannung, die so im 400-V-Netz aus der Dy(n)5-Konfiguration entsteht.

6. Parallelbetrieb von Drehstromtransformatoren

Wenn die Leistung eines einzelnen Trafos nicht ausreicht oder Redundanz gewünscht ist, schaltet man zwei (oder mehr) Drehstromtrafos parallel auf dieselbe Sammelschiene. Das geht aber nicht beliebig: Vier Bedingungen müssen erfüllt sein, sonst fließen zwischen den Trafos Ausgleichs- oder Kreisströme, die die Wicklungen überlasten oder sogar zerstören.

Voraussetzungen

  1. Gleiche Schaltgruppen-Kennzahl. Die Phasenverschiebung zwischen OS und US muss bei beiden Trafos identisch sein. Ein Dyn5-Trafo darf mit einem anderen Dyn5-Trafo parallel laufen, ein Dyn5 mit einem Dyn11 dagegen nicht direkt — die US-Spannungen wären zwischen den Trafos um 60° phasenverschoben, das gäbe sofort Kurzschluss. Manche Kombinationen wie Yd5 mit Dy5 sind technisch möglich, weil die Kennzahl identisch ist; es ist aber eher der Sonderfall.
  2. Gleiches Übersetzungsverhältnis. Beide Trafos müssen dieselbe Leerlauf-Sekundärspannung haben, sonst fließt im Leerlauf schon ein Ausgleichsstrom, der die Trafos belastet. Praktisch wird hier eine Toleranz von etwa ±0,5 % akzeptiert.
  3. Gleiche Kurzschlussspannung uk. Die Kurzschlussspannung gibt an, wie stark der Trafo bei Belastung seine Sekundärspannung einbrechen lässt. Sind zwei parallel laufende Trafos unterschiedlich, übernimmt der mit kleinerem uk anteilig mehr Last — er wird überlastet, der andere bleibt im Teillastbetrieb. Praktische Toleranz: ±10 %.
  4. Gleiche Phasenfolge (Drehfeldrichtung). Banal, aber unverzichtbar: Wenn an einem Trafo U-V-W in der falschen Reihenfolge auf die Sammelschiene gelegt wird, entsteht zwischen den Außenleitern direkt der volle Außenleiter-Spannungsbetrag — und das ist ein satter Kurzschluss. Die Phasenfolge wird vor dem Zuschalten mit einem Drehfeldmessgerät kontrolliert.

Was passiert bei Verletzung der Voraussetzungen?

Verletzte Voraussetzung Folge
Unterschiedliche Kennzahl Phasenverschiebung zwischen den US-Klemmen → sofortige Kurzschluss­ströme beim Zuschalten
Unterschiedliches Übersetzungs­verhältnis Spannungsdifferenz → dauerhafte Ausgleichs­ströme zwischen den Trafos, Erwärmung, Verluste
Unterschiedliches uk Lastaufteilung schief, der „härtere“ Trafo (kleines uk) wird überlastet
Falsche Phasenfolge Außenleiter-Kurzschluss zwischen den Sammelschienen, Schutzauslösung oder Schaden

Schaltgruppen-Kompatibilität

Trafos lassen sich am einfachsten parallel betreiben, wenn sie zur selben Schaltgruppe gehören. Wenn Schaltgruppen mit gleicher Kennzahl, aber unterschiedlicher Buchstaben­kombination zusammenkommen sollen (z. B. Dy5 mit Yd5), funktioniert das prinzipiell — die OS- und US-Klemmen müssen aber so angeschlossen werden, dass die Phasen zusammenpassen. In der Praxis vermeidet man das Mischen unterschiedlicher Schaltgruppen, weil bei Wartung oder Tausch leicht Verwechslungen passieren.

Zwei Drehstromtransformatoren sollen parallel betrieben werden. Trafo A ist ein Dyn5, Trafo B ist ein Dyn11. Beide haben identisches Übersetzungsverhältnis und uk. Was passiert beim Zuschalten?

  • a) Beide arbeiten einwandfrei parallel, weil Übersetzung und uk passen
  • b) Trafo B wird zuerst überlastet, weil seine Kennzahl höher ist
  • c) Es fließt ein hoher Kurzschluss­strom, weil die US-Spannungen 60° gegeneinander phasenverschoben sind
  • d) Es fließen geringe Ausgleichs­ströme, die nach einigen Minuten abklingen

Richtig: c)

Die Kennzahl bestimmt die Phasenverschiebung zwischen OS und US. Dyn5 erzeugt 150° Verschiebung, Dyn11 erzeugt 330° Verschiebung. Die Differenz beträgt 180° − 60° = 60° (modulo 360°) zwischen den US-Klemmen der beiden Trafos. Das ergibt eine Spannungsdifferenz pro Außenleiter etwa gleich der Außenleiter­spannung — beim Zuschalten ist das ein satter Kurzschluss. Identisches Übersetzung und uk hilft hier nicht.

Zwei parallele Drehstromtrafos haben identische Schaltgruppe und Übersetzung, aber Trafo A hat uk = 4 %, Trafo B hat uk = 6 %. Welche Folge hat das?

  • a) Die Trafos können nicht parallel laufen, der Schutz löst sofort aus
  • b) Trafo A übernimmt anteilig mehr Last als Trafo B (proportional zu 1/uk)
  • c) Trafo B übernimmt anteilig mehr Last als Trafo A
  • d) Beide Trafos teilen die Last unabhängig vom uk gleichmäßig auf

Richtig: b)

Die Lastaufteilung paralleler Trafos ist umgekehrt proportional zur Kurzschluss­spannung. Der Trafo mit dem kleineren uk ist „härter“ — seine Sekundärspannung bricht bei Belastung weniger ein, daher übernimmt er anteilig mehr Strom. Bei uk-Werten 4 % zu 6 % beträgt das Verhältnis der Lastübernahme grob 6:4, also 60 % zu 40 %. Trafo A wird damit eher überlastet, wenn die Summenlast hoch wird.

Welche Vorgehensweise ist beim Zuschalten eines zweiten Drehstromtrafos auf eine bereits gespeiste Sammelschiene unverzichtbar?

  • a) Vorher mit Voltmeter zwischen den parallel zu schaltenden Phasen messen, ob 0 V anliegen
  • b) Die OS-Wicklung kurzschließen
  • c) Zuerst US-seitig zuschalten, dann OS
  • d) Vorher Kontrolle von Schaltgruppe, Übersetzungs­verhältnis, uk und Phasenfolge

Richtig: d)

Vor dem Zuschalten paralleler Trafos müssen alle vier Voraussetzungen geprüft sein: gleiche Kennzahl der Schaltgruppe, gleiches Übersetzungs­verhältnis, ähnliches uk (Toleranz ±10 %) und gleiche Phasenfolge. Die Spannungsmessung zwischen den Klemmen vor dem Zuschalten ist eine zusätzliche Kontrolle (es muss näherungsweise 0 V anliegen), ersetzt aber nicht die Prüfung der Datenblätter. Die übrigen Antworten sind technisch unsinnig oder gefährlich.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Ortsnetztrafo Dyn5 hat eine OS-Außenleiter­spannung von 20 kV und eine US-Außenleiter­spannung von 400 V. Berechne die OS-Strangspannung, die US-Strangspannung, das Strang-Übersetzungsverhältnis und das Außenleiter-Übersetzungsverhältnis.

Gegeben: U_AL_OS = 20.000 V, U_AL_US = 400 V, Schaltgruppe Dyn5

Gesucht: U_StrOS, U_StrUS, ü_Str, ü_AL

Lösungsweg:

  1. OS ist Dreieck → U_StrOS = U_AL_OS = 20.000 V
  2. US ist Stern → U_StrUS = U_AL_US / √3 = 400 / 1,732 ≈ 231 V
  3. ü_Str = U_StrOS / U_StrUS = 20.000 / 231 ≈ 86,6
  4. ü_AL = U_AL_OS / U_AL_US = 20.000 / 400 = 50

Ergebnis: U_StrOS = 20.000 V, U_StrUS ≈ 231 V, ü_Str ≈ 86,6, ü_AL = 50

Aufgabe 2: Ein Maschinentrafo Yd11 hat eine OS-Außenleiter­spannung von 110 kV und ein Windungs­verhältnis N1/N2 = 30. Berechne die OS-Strangspannung, die US-Strangspannung und die US-Außenleiter­spannung.

Gegeben: U_AL_OS = 110.000 V, N1/N2 = 30, Schaltgruppe Yd11

Gesucht: U_StrOS, U_StrUS, U_AL_US

Lösungsweg:

  1. OS ist Stern → U_StrOS = U_AL_OS / √3 = 110.000 / 1,732 ≈ 63.510 V
  2. ü_Str = N1/N2 = 30
  3. U_StrUS = U_StrOS / ü_Str = 63.510 / 30 ≈ 2.117 V
  4. US ist Dreieck → U_AL_US = U_StrUS ≈ 2.117 V

Ergebnis: U_StrOS ≈ 63.510 V, U_StrUS ≈ 2.117 V, U_AL_US ≈ 2.117 V

Was beschreibt die Kennzahl in einer Schaltgruppenbezeichnung wie z. B. „5“ in Dy5?

  • a) Den Stundenwert auf dem Ziffernblatt, der die Phasenverschiebung in 30°-Schritten zwischen US- und OS-Außenleiterspannung angibt
  • b) Die Anzahl der parallel geschalteten Wicklungs­hälften
  • c) Die Zahl der Schenkel im Eisenkern
  • d) Die Nennspannung der OS-Seite in Kilovolt

Richtig: a)

Die Kennzahl funktioniert wie eine Stundenangabe auf einer Uhr: Bei einer Bezugslage der OS-Außenleiter­spannung auf 12 Uhr zeigt die zugehörige US-Außenleiter­spannung auf die Stunden­position der Kennzahl. Jede Stunde entspricht 30°, eine Kennzahl von 5 also einer Phasenverschiebung von 5 × 30° = 150° nacheilend.

Ein Drehstromtrafo Yz5 hat ein Strang-Windungs­verhältnis OS zu Halb-Wicklung US von 100. Wie groß ist das Außenleiter-Übersetzungs­verhältnis?

  • a) 100
  • b) 50
  • c) ca. 115,5
  • d) 200

Richtig: c)

Bei der Zickzackschaltung gilt für das Außenleiter-Übersetzungs­verhältnis ü_AL = (2/√3) × N1/N2_halb. Die US-Strangspannung setzt sich aus zwei Halbwicklungs­spannungen vektoriell zusammen, die Außenleiter­spannung ist zusätzlich um √3 größer als die Strangspannung. Daraus ergibt sich: ü_AL = (2/|3) × 100 = 200/|3 ≈ 115,47. Antwort a übersieht den 2/√3-Faktor komplett, Antwort b setzt fälschlich 1/2 an, Antwort d nimmt fälschlich nur den Faktor 2.

Im Vergleich zweier Schaltgruppen Dyn5 und Dyn11: Welche Aussage trifft zu?

  • a) Dyn5 und Dyn11 haben dieselbe Phasenverschiebung, nur das Drehfeld läuft umgekehrt
  • b) Dyn5 und Dyn11 unterscheiden sich um eine Kennzahl-Differenz von 6 — die US-Spannungen sind dadurch um 180° gegeneinander verschoben und dürfen nicht direkt parallel betrieben werden
  • c) Dyn11 lässt sich nicht im Verteilnetz einsetzen
  • d) Dyn5 verwendet Zickzack auf der US-Seite, Dyn11 dagegen Stern

Richtig: b)

Bei Dyn5 läuft die US-Außenleiter­spannung um 150° nach, bei Dyn11 um 330° (entspricht 30° voreilend). Die Differenz zwischen beiden Schaltgruppen beträgt 180° — das ist eine echte Phasen­verschiebung, kein gleicher Wert mit anderer Drehrichtung. Für den Parallelbetrieb dürfen Trafos mit unterschiedlicher Kennzahl daher nicht direkt zugeschaltet werden, sonst entsteht zwischen den US-Klemmen die volle Spannungs­differenz als Kurzschluss. Beide Schaltgruppen sind im Verteilnetz prinzipiell einsetzbar; „y“ steht in beiden Fällen für Stern auf der US-Seite.

Warum wird im 20-kV-Verteilnetz fast immer die Schaltgruppe Dyn statt Yyn eingesetzt?

  • a) Weil Dyn billiger zu fertigen ist
  • b) Weil Yyn nicht für 20 kV zugelassen ist
  • c) Weil Dyn höhere Spannungen zulässt
  • d) Weil die OS-Dreieckwicklung Oberschwingungen (3., 9. …) im Inneren des Trafos zirkulieren lässt und der US-Sternpunkt belastbar bleibt

Richtig: d)

Die zwei Hauptgründe für Dyn im Verteilnetz: Erstens schließt die OS-Dreieckwicklung einen Kreis, in dem Nullsystem-Oberschwingungen (Ordnungen 3, 9, 15 …) zirkulieren können — diese Ströme dringen damit nicht ins Mittelspannungsnetz vor. Zweitens ist der herausgeführte US-Sternpunkt belastbar, weil die unsymmetrischen Ströme über die OS-Dreieckwicklung in einen geschlossenen Stromweg umgeleitet werden. Bei Yyn entsteht hingegen schnell eine Sternpunkt­verschiebung.

Bei einem Dy-Drehstromtransformator wird das Strang-Übersetzungs­verhältnis durch das Außenleiter-Übersetzungs­verhältnis ausgedrückt mit welcher Formel?

  • a) ü_Str = ü_AL × √3
  • b) ü_Str = ü_AL / √3
  • c) ü_Str = ü_AL
  • d) ü_Str = ü_AL × 3

Richtig: a)

Bei Dy gilt ü_AL = ü_Str / √3, also umgestellt ü_Str = ü_AL × √3. Logischer Hintergrund: OS ist Dreieck (Außenleiter = Strang), US ist Stern (Außenleiter = √3 × Strang). Damit ist das Strang­verhältnis um √3 größer als das Außenleiter­verhältnis.

Welcher dieser Schaltgruppen­bezeichnungen ist nicht sinnvoll oder typisch?

  • a) Dyn5
  • b) Yzn5
  • c) Ddn5
  • d) Yyn0

Richtig: c)

Die Schaltgruppe Ddn5 ist unsinnig: Ein Sternpunkt-Anschluss „n“ kann nur bei einer Stern- oder Zickzackschaltung existieren — eine Dreieckschaltung hat per Definition keinen Sternpunkt. Daher gibt es kein „n“ bei Dd-Schaltungen. Außerdem ist die Kennzahl 5 zwischen zwei Dreieckschaltungen ummöglich; gleiche Schaltungsarten erzeugen immer gerade Kennzahlen. Yyn0, Dyn5 und Yzn5 sind dagegen alle praxistypisch.

Ein Drehstromtrafo Pfote11 hat eine OS-Außenleiter­spannung von 30 kV und ein Außenleiter-Übersetzungs­verhältnis ü_AL = 50. Welche US-Außenleiter­spannung ergibt sich?

  • a) 1.500 V
  • b) 600 V
  • c) 346 V
  • d) 1.000 V

Richtig: b)

Außenleiter-Übersetzungs­verhältnis ist als ü_AL = U_AL_OS / U_AL_US definiert. Umgestellt: U_AL_US = U_AL_OS / ü_AL = 30.000 / 50 = 600 V. Die Schaltgruppe (Dy11) und die Phasenverschiebung sind hier nicht relevant — sie bestimmen das Strang-Verhältnis und die Wicklungs­auslegung, aber nicht den Außenleiter-Wert, der direkt aus der Definition folgt.

Welche Bedingung muss für den Parallelbetrieb von zwei Drehstromtrafos unbedingt erfüllt sein, sonst droht beim Zuschalten ein satter Kurzschluss?

  • a) Beide Trafos haben dieselbe Nennleistung
  • b) Beide Trafos sind vom selben Hersteller
  • c) Beide Trafos haben dieselbe Bauform (Manteltyp oder Kerntyp)
  • d) Beide Trafos haben dieselbe Schaltgruppen-Kennzahl und identische Phasenfolge

Richtig: d)

Die kritischen Bedingungen sind: gleiche Kennzahl (sonst Phasenverschiebung zwischen den US-Spannungen → Kurzschluss) und gleiche Phasenfolge (Drehrichtung). Identische Übersetzung und uk sind zusätzliche Voraussetzungen, deren Verletzung „nur“ Ausgleichs­ströme oder schiefe Lastaufteilung verursacht — also nicht sofort katastrophal. Nennleistung, Hersteller und Bauform sind dagegen für den Parallelbetrieb selbst irrelevant.

Welcher Vorteil ergibt sich konkret aus der Zickzackschaltung der US-Seite im Vergleich zur einfachen Sternschaltung?

  • a) Die US-Sternpunkt­belastbarkeit ist deutlich höher und der Sternpunkt bleibt bei unsymmetrischer Last stabil
  • b) Die US-Außenleiter­spannung wird um den Faktor √3 erhöht
  • c) Die OS-Wicklungen werden überflüssig
  • d) Es ergibt sich eine Kennzahl 0 anstelle 5

Richtig: a)

Der Hauptvorteil der Zickzackschaltung ist die hohe Belastbarkeit des Sternpunkts auch bei stark unsymmetrischer einphasiger Last. Weil jede Strangspannung aus zwei Halbwicklungs­spannungen unterschiedlicher Schenkel zusammengesetzt ist, gleicht sich die magnetische Unsymmetrie im Kern aus. Die Außenleiterspannung wird durch Zickzack nicht erhöht, und die Kennzahl liegt bei typischen Yz-Schaltgruppen ungerade (z. B. Yz5, Yz11).

Welche der folgenden Schaltgruppen ist die typische Wahl für einen Maschinentrafo im Kraftwerk (Generator → Übertragungs­netz)?

  • a) Yzn5
  • b) Dyn11
  • c) Yd11 (oder Yd5)
  • d) Yyn0

Richtig: c)

Maschinentrafos transformieren die niedrige Generatorspannung (10–30 kV) auf die hohe Übertragungs­spannung (110 kV bis 400 kV). Die OS-Sternschaltung erlaubt höchste Isolation pro Wicklung (Strangspannung = Außenleiter / √3), die US-Dreieckschaltung passt zum Generatorkreis und zirkuliert Oberschwingungen aus dem Generator. Dyn ist typisch fürs Verteilnetz, Yzn für kleine Ortsnetztrafos mit unsymmetrischer Last, Yyn0 nur für besondere Aufgaben ohne Sternpunkt­belastung.

An einem Drehstromtrafo Dyn5 mit 20 kV / 400 V wird auf der US-Seite ein einphasiger Verbraucher mit 230 V angeschlossen. Diese Spannung entspricht…

  • a) der OS-Strangspannung
  • b) der US-Strangspannung zwischen Außenleiter und Sternpunkt
  • c) dem √3-fachen der US-Außenleiter­spannung
  • d) der halben US-Außenleiter­spannung

Richtig: b)

Beim Dy-Trafo ist die US-Seite im Stern geschaltet. Die Spannung zwischen einem Außenleiter und dem Sternpunkt (Neutralleiter N) entspricht der Strangspannung der Sternschaltung. Bei 400 V Außenleiter ergibt sich U_Str_US = 400/√3 ≈ 231 V — im Netz nominell 230 V. Genau diese Spannung steht an jeder normalen Haushaltssteckdose zur Verfügung.

Welche Folge hat es konkret, wenn zwei parallel laufende Drehstromtrafos identische Schaltgruppen und Übersetzungs­verhältnisse haben, aber unterschiedliche Kurzschluss­spannungen (z. B. uk = 4 % und uk = 7 %)?

  • a) Kein Strom fließt im Leerlauf
  • b) Die Kurzschluss­ströme im Fehlerfall werden gleich verteilt
  • c) Beim Zuschalten entsteht sofort ein Kurzschluss
  • d) Im Lastbetrieb übernimmt der Trafo mit dem kleineren uk anteilig mehr Last als der andere

Richtig: d)

Die Lastaufteilung paralleler Trafos verläuft umgekehrt proportional zur Kurzschluss­spannung. Der Trafo mit dem niedrigeren uk ist elektrisch „härter“ und übernimmt einen größeren Lastanteil. Beim Beispiel 4 % zu 7 % verteilt sich die Last grob im Verhältnis 7:4, also etwa 64 % zu 36 %. Im Kurzschluss­fall ist die Stromaufteilung ähnlich asymmetrisch. Im Leerlauf fließt unabhängig vom uk kein Ausgleichsstrom, weil das Übersetzungsverhältnis ja identisch ist — Ausgleichsströme würden nur bei unterschiedlicher Übersetzung entstehen.

Glossar

Schaltgruppe
Kennzeichnung eines Drehstromtransformators aus drei Teilen: Großbuchstabe für die Schaltung der Oberspannungsseite, Kleinbuchstabe für die Schaltung der Unterspannungsseite und Kennzahl 0–11 für die Phasenverschiebung in 30°-Schritten zwischen OS- und US-Außenleiter­spannung.
Kennzahl
Zahl von 0 bis 11 in der Schaltgruppen­bezeichnung. Multipliziert mit 30° ergibt sie die Phasenverschiebung der US-Außenleiter­spannung gegenüber der OS-Außenleiter­spannung. Anschauliches Modell: Stundenposition auf einer Uhr.
Zickzackschaltung (Z/z)
Drehstrom-Wicklungs­schaltung, bei der jede Strangwicklung in zwei Hälften geteilt und mit der gegensinnigen Halbwicklung eines anderen Schenkels in Reihe geschaltet wird. Ergibt eine 30°-Phasenverschiebung und einen hoch belastbaren Sternpunkt.
Strangspannung
Spannung an einer einzelnen Wicklung des Drehstromsystems. Bei der Sternschaltung um den Faktor √3 kleiner als die Außenleiter­spannung, bei der Dreieckschaltung gleich der Außenleiter­spannung.
Außenleiterspannung
Spannung zwischen zwei Außenleitern (z. B. zwischen 2U und 2V). Im Niederspannungsnetz typisch 400 V, im Mittelspannungsnetz typisch 20 kV.
Sternpunkt (N)
Verbindungspunkt der drei Strangwicklungen bei einer Stern- oder Zickzackschaltung. Wird er nach außen geführt, dient er als Neutralleiter und ermöglicht einphasige Belastung. In der Schaltgruppen­bezeichnung durch ein angehängtes „n“ (Kleinbuchstaben) oder „N“ (Großbuchstaben) markiert.
Dreischenkel-Kern
Standardbauform des Drehstromtransformators: drei vertikale Schenkel, oben und unten durch ein Joch verbunden. Jeder Schenkel trägt OS- und US-Wicklung einer Phase.
Fünfschenkel-Kern
Bauform mit zwei zusätzlichen, wicklungslosen Außenschenkeln, die einen Teil des magnetischen Rückschlussflusses aufnehmen. Reduziert die Kernhöhe — relevant beim Transport großer Trafos.
Kurzschlussspannung u_k
In Prozent der Nennspannung angegebene Spannung, die im OS-Kreis eines Trafos angelegt werden muss, damit auf der kurzgeschlossenen US-Seite der Nennstrom fließt. Wichtige Kennzahl für die Spannungs­einbruchstärke unter Last und für die Lastaufteilung im Parallelbetrieb.
Parallelbetrieb
Mehrere Drehstromtrafos arbeiten auf dieselbe Sammelschiene. Voraussetzungen: gleiche Kennzahl, gleiches Übersetzungs­verhältnis, ähnliches u_k und gleiche Phasenfolge.
Maschinentrafo
Drehstromtransformator zwischen Kraftwerksgenerator und Übertragungs­netz. Typische Schaltgruppe Yd5 oder Yd11.
Ortsnetztrafo
Drehstromtransformator zwischen Mittelspannungsnetz (z. B. 20 kV) und Niederspannungsnetz (400 V). Typische Schaltgruppe Dyn5 (oder Dyn11), bei stark unsymmetrischen Lasten auch Yzn5.
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