Trenn-, Umform- und Urformverfahren im Überblick

Jedes Bauteil, das du in die Hand nimmst – die Welle in einem Getriebe, das Blechgehäuse einer Steuerung, ein gegossenes Pumpengehäuse – ist auf eine von wenigen grundsätzlichen Arten entstanden. Entweder wurde aus formlosem Material erstmals eine Gestalt geschaffen, oder eine vorhandene Form wurde umgeformt, oder es wurde gezielt Material weggenommen. Klingt simpel, ist aber der Schlüssel, um die unübersehbare Menge an Fertigungsverfahren zu sortieren. Wer dieses Ordnungsprinzip verstanden hat, kann jedes neue Verfahren sofort einordnen und im Betrieb begründet entscheiden, welcher Weg zum fertigen Teil führt.

Vorwissen

  • Werkstoffeigenschaften: Festigkeit, Härte, Zähigkeit
  • Metalle und ihre Eigenschaften (Stahl, NE-Metalle)
  • Aggregatzustände und thermisches Verhalten von Werkstoffen

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • die drei zentralen Fertigungs-Hauptgruppen Urformen, Umformen und Trennen sauber gegeneinander abgrenzen
  • ein konkretes Verfahren wie Gießen, Schmieden oder Drehen der richtigen Hauptgruppe zuordnen
  • erklären, wie sich die Hauptgruppen hinsichtlich Materialausnutzung und Werkstückzusammenhalt unterscheiden
  • ein Schwindmaß beim Gießen berechnen und das Modellmaß bestimmen
  • für eine gegebene Fertigungsaufgabe begründet das passende Grundverfahren auswählen

1. Warum Fertigungsverfahren einteilen?

Stell dir vor, du sollst für ein neues Produkt entscheiden, wie ein Bauteil hergestellt wird. Auf dem Tisch liegen Dutzende Möglichkeiten: Gießen, Fräsen, Schmieden, Laserschneiden, Sintern, Tiefziehen. Ohne ein Ordnungssystem ist das eine willkürliche Liste. Mit dem richtigen Raster wird daraus eine überschaubare Entscheidung.

Die Fertigungstechnik teilt alle Verfahren nach einem einzigen Leitgedanken ein: Was passiert mit der Geometrie und dem Zusammenhalt des Werkstücks? Daraus ergeben sich sechs Hauptgruppen.

Die ersten drei verändern die Form des Teils:

  • Urformen – eine feste Form wird erstmals geschaffen, aus etwas Formlosem (flüssig, pulverförmig, körnig).
  • Umformen – eine vorhandene feste Form wird bleibend geändert, ohne dass Material zu- oder abgeführt wird.
  • Trennen – der Zusammenhalt des Werkstücks wird örtlich aufgehoben, Material wird abgetrennt.

Die anderen drei verändern nicht die Grundform, sondern Verbindungen, Oberflächen oder den Werkstoff selbst:

  • Fügen – mehrere Teile werden dauerhaft oder lösbar zusammengebracht.
  • Beschichten – auf ein Werkstück wird eine fest haftende Schicht aufgebracht.
  • Stoffeigenschaften ändern – die Eigenschaften des Werkstoffs werden gezielt verändert, etwa durch Wärmebehandlung.

In diesem Beitrag geht es um die ersten drei Gruppen, weil sie die eigentliche Gestalt eines Teils bestimmen. Fügen, Beschichten und das Ändern von Stoffeigenschaften sind eigene große Themenfelder.

Ein hilfreiches Begriffspaar dazu: Urformen schafft Geometrie, Umformen ändert Geometrie, Trennen vermindert Geometrie. Fügen wiederum vermehrt Geometrie, indem es Teile zusammensetzt.

Fertigungsverfahren Urformen Form schaffen Umformen Form ändern Trennen Form vermindern Fügen Form vermehren Beschichten Schicht auftragen Stoffeigen- schaften ändern Thema dieses Beitrags Urformen · Umformen · Trennen die drei Gruppen, die die eigentliche Gestalt bestimmen

Eine Kollegin sagt über ein Bauteil: „Das wird aus dem Vollen gefräst.“ Welcher Hauptgruppe ordnest du dieses Verfahren zu, und was bedeutet die Aussage für den Materialeinsatz?

  • a) Trennen – Material wird abgetragen, es entsteht Abfall in Form von Spänen
  • b) Umformen – das Material wird nur verschoben, kein Abfall
  • c) Urformen – das Material wird neu geschaffen, kaum Abfall
  • d) Fügen – mehrere Rohlinge werden verbunden

Richtig: a)

„Aus dem Vollen“ heißt: von einem massiven Rohling wird durch Zerspanen Material weggenommen, also Trennen. Dabei fällt zwangsläufig Abfall (Späne) an. Urformen schafft Form aus Formlosem, Umformen ändert die Form verlustfrei – beides trifft hier nicht zu.

Worin unterscheiden sich Umformen und Trennen grundsätzlich, obwohl beide an einem bereits festen Werkstück ansetzen?

  • a) Beim Umformen bleibt der Werkstoffzusammenhalt erhalten, beim Trennen wird er örtlich aufgehoben
  • b) Beim Umformen wird das Teil erhitzt, beim Trennen nie
  • c) Umformen funktioniert nur bei Kunststoffen, Trennen nur bei Metallen
  • d) Beim Trennen bleibt das Volumen konstant, beim Umformen nicht

Richtig: a)

Der entscheidende Unterschied liegt im Zusammenhalt: Umformen verschiebt Material plastisch, der Werkstoff bleibt als Ganzes erhalten und das Volumen konstant. Trennen hebt den Zusammenhalt gezielt auf und entfernt Material. Erhitzen kann bei beiden vorkommen, und beide Gruppen sind nicht auf bestimmte Werkstoffe beschränkt.

2. Urformen — aus dem Formlosen entsteht Gestalt

Beim Urformen entsteht ein fester Körper mit definierter Geometrie aus einem Stoff, der vorher keine feste Form hatte. Dieser Ausgangsstoff kann flüssig sein (geschmolzenes Metall), pulverförmig (Metall- oder Keramikpulver) oder breiig. Das Verfahren erzeugt die Form zum ersten Mal – daher die Vorsilbe „Ur-„.

Der wichtigste Vertreter ist das Gießen. Flüssiges Metall wird in eine Form gegossen, erstarrt dort und nimmt deren Gestalt an. Je nach Form unterscheidet man unter anderem:

  • Sandguss – die Form besteht aus verdichtetem Formsand, wird nach dem Guss zerstört. Günstig, auch für große und einzelne Teile.
  • Druckguss – flüssiges Metall wird unter hohem Druck in eine Dauerform aus Stahl gepresst. Sehr maßgenau, hohe Stückzahlen, typisch für Aluminium- und Zinkteile.
  • Kokillenguss – Guss in eine wiederverwendbare Metallform (Kokille) ohne hohen Druck, zwischen Sand- und Druckguss angesiedelt.

Neben dem Gießen gehören auch das Sintern (Verdichten und Erhitzen von Pulver bis knapp unter den Schmelzpunkt, sodass die Körner zusammenbacken) und das Spritzgießen von Kunststoffen (Einspritzen von aufgeschmolzenem Kunststoff in eine Form) zum Urformen.

Urformen lohnt sich besonders, wenn die Geometrie komplex ist, sich schwer zerspanen lässt oder in größerer Stückzahl benötigt wird. Der Bau von Modell oder Form verursacht Anfangskosten, die sich erst über die Menge rechnen.

Ein wichtiger Punkt bei allen Gussverfahren ist die Schwindung. Beim Abkühlen zieht sich das erstarrende Metall zusammen, das Teil wird kleiner als die Form. Damit das fertige Werkstück am Ende das richtige Maß hat, muss das Modell von vornherein etwas größer sein. Dieses Übermaß heißt Schwindmaß und wird über den werkstoffabhängigen Schwindmaßfaktor berücksichtigt.

Das Modellmaß berechnet sich grundsätzlich so:

L_M = L_W * (1 + S / 100)

  • L_M … Modellmaß in mm
  • L_W … gewünschtes Werkstückmaß in mm
  • S ….. Schwindmaß in Prozent

Typische Schwindmaße liegen je nach Werkstoff grob im Bereich von etwa 1 % bis 2 %. Der genaue Wert ist immer der Werkstoffangabe zu entnehmen.

Gelöstes Beispiel

Ein Maschinenständer aus Grauguss soll im fertigen Zustand eine Länge von 600 mm haben. Das Schwindmaß für diesen Werkstoff beträgt 1 %. Wie lang muss das Modell sein?

Gegeben: gewünschtes Werkstückmaß L_W = 600 mm, Schwindmaß S = 1 %

Gesucht: Modellmaß L_M in mm

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Formel ansetzen: L_M = L_W * (1 + S / 100)
  2. Schritt 2 — Werte einsetzen: L_M = 600 mm * (1 + 1 / 100) -> L_M = 600 mm * 1,01

Ergebnis: L_M = 606 mm. Das Modell muss also 6 mm länger sein als das fertige Werkstück.

Übungen

Ein Werkstück soll 150 mm lang werden, das Schwindmaß beträgt 1 %. Wie lang ist das Modell?

L_M = 150 * 1,01 = 151,5 mm.

Eine Gussplatte soll fertig 320 mm messen, das Schwindmaß beträgt 1,5 %. Bestimme das Modellmaß.

L_M = 320 * 1,015 = 324,8 mm.

Ein Aluminiumgussteil hat ein Modellmaß von 250 mm bei einem Schwindmaß von 1,5 %. Welches Fertigmaß ergibt sich rechnerisch? (Hinweis: nach L_W umstellen.)

L_W = L_M / (1 + S/100) = 250 / 1,015 = 246,31 mm.

Für ein Werkstück mit Fertigmaß 480 mm wird ein Modell von 489,6 mm verwendet. Welches Schwindmaß wurde angesetzt?

S = (L_M / L_W − 1) * 100 = (489,6/480 − 1) * 100 = 2 %.

Ein längliches Gehäuse soll fertig 1.000 mm messen. Es werden zwei Werkstoffvarianten verglichen: Variante A mit 1 %, Variante B mit 2 % Schwindmaß. Um wie viele Millimeter unterscheiden sich die beiden Modellmaße?

Modell A = 1.000 * 1,01 = 1.010 mm; Modell B = 1.000 * 1,02 = 1.020 mm; Differenz = 10 mm.

Warum muss ein Gießereimodell größer ausgeführt werden als das gewünschte fertige Werkstück?

  • a) Weil beim Gießen immer Material verloren geht und nachgefüllt werden muss
  • b) Weil die Form beim Befüllen unter Druck aufgeweitet wird
  • c) Weil das Modell beim Abformen im Sand komprimiert wird
  • d) Weil das Metall beim Erstarren und Abkühlen schwindet und sich zusammenzieht

Richtig: d)

Erstarrendes und abkühlendes Metall zieht sich zusammen (Schwindung). Damit das Endmaß stimmt, wird das Modell um das Schwindmaß vergrößert. Ein materieller „Verlust“ im Sinne von fehlendem Metall tritt nicht auf, und eine Aufweitung der Form ist nicht der maßgebliche Effekt.

Ein Bauteil mit sehr komplexer Innengeometrie soll in hoher Stückzahl aus einer Aluminiumlegierung gefertigt werden. Welches Urformverfahren bietet sich an und warum?

  • a) Sandguss, weil die Form nach jedem Guss neu hergestellt wird
  • b) Sintern, weil dabei kein Schmelzen nötig ist
  • c) Druckguss, weil eine maßgenaue Dauerform hohe Stückzahlen wirtschaftlich macht
  • d) Kokillenguss, weil er ausschließlich für Einzelteile geeignet ist

Richtig: c)

Druckguss nutzt eine wiederverwendbare Stahlform und liefert maßgenaue Teile in großer Zahl – ideal bei hoher Serie und Aluminium. Sandguss zerstört die Form bei jedem Guss und ist für hohe Stückzahlen ineffizient. Sintern setzt Pulver voraus und passt hier didaktisch nicht. Kokillenguss ist gerade nicht auf Einzelteile beschränkt, die Begründung in d) ist falsch.

Ein Werkstück soll fertig 400 mm lang sein, das Schwindmaß beträgt 2 %. Welches Modellmaß ist korrekt?

  • a) 392 mm
  • b) 400 mm
  • c) 408 mm
  • d) 416 mm

Richtig: c)

L_M = 400 * (1 + 2/100) = 400 * 1,02 = 408 mm. Antwort a) hätte ein Untermaß angesetzt (falsche Richtung), b) ignoriert die Schwindung, d) entspricht versehentlich 4 %.

3. Umformen — Form ändern ohne Materialverlust

Beim Umformen wird ein bereits fester Körper bleibend in eine neue Form gebracht, ohne dass Material zu- oder abgeführt wird. Das Volumen bleibt also konstant, der Zusammenhalt des Werkstoffs ebenfalls – das Material wird nur plastisch verschoben. Das ist der saubere Unterschied zum Trennen, bei dem Material entfernt wird.

Damit sich ein Werkstoff bleibend (plastisch) verformen lässt, muss er über seine Elastizitätsgrenze hinaus belastet werden. Je nach Richtung der wirkenden Kräfte unterscheidet man mehrere Untergruppen:

  • Druckumformen – das Werkstück wird durch Druckkräfte umgeformt. Beispiele: Schmieden (Schlagen oder Pressen in Form), Walzen (Durchlaufen zwischen rotierenden Walzen, etwa beim Blech), Fließpressen.
  • Zugdruckumformen – Zug- und Druckkräfte wirken zusammen. Hauptbeispiel: Tiefziehen, bei dem aus einem flachen Blech ein topfförmiges Teil gezogen wird.
  • Zugumformen – das Werkstück wird durch Zugkräfte gelängt, etwa beim Streckziehen.
  • Biegeumformen – das Werkstück wird durch eine Biegebeanspruchung umgeformt.

Das Biegeumformen ist hier nur als eigene Untergruppe im System eingeordnet. Die praktischen Verfahren des Scherens und Biegens – Werkzeuge, Biegekräfte, gestreckte Länge und Rückfederung – werden in einem eigenen Beitrag ausführlich behandelt und hier bewusst nicht vertieft.

Ein zentrales Begriffspaar ist die Unterscheidung zwischen Kaltumformen und Warmumformen:

  • Beim Kaltumformen wird der Werkstoff bei Raumtemperatur verformt. Er verfestigt sich dabei (Kaltverfestigung), wird also härter und fester, aber auch spröder. Vorteil: gute Maßhaltigkeit und glatte Oberfläche.
  • Beim Warmumformen wird der Werkstoff vorher erwärmt, bei Stahl bis in den glühenden Bereich. Er lässt sich dann mit geringeren Kräften und stärker verformen, ohne zu verfestigen. Nachteil: Zunder und geringere Maßgenauigkeit.

Genau hier zahlt sich das thermische Grundverständnis aus: Ob ein Werkstoff warm oder kalt umgeformt wird, hängt unmittelbar von seinem Temperaturverhalten ab.

Druckumformen (Stauchen) Druck von oben und unten Höhe nimmt ab, Breite zu Volumen bleibt gleich Biegeumformen Werkstück wird gebogen Material bleibt vollständig erhalten Details: eigener Beitrag Scheren/Biegen

Ein Blechstreifen wird zwischen zwei rotierenden Walzen dünner gewalzt. Warum zählt dieses Verfahren zum Umformen und nicht zum Trennen?

  • a) Weil das Material plastisch verschoben wird und der Zusammenhalt erhalten bleibt
  • b) Weil dabei Späne entstehen, die später entfernt werden
  • c) Weil das Blech vorher aufgeschmolzen wird
  • d) Weil zwei Teile dauerhaft miteinander verbunden werden

Richtig: a)

Beim Walzen wird das Material durch Druck plastisch verschoben, es wird dünner und länger, aber nichts abgetrennt – der Werkstoff bleibt als Ganzes zusammen. Späne (b) gehören zum Trennen, Aufschmelzen (c) zum Urformen, Verbinden zweier Teile (d) zum Fügen.

Welche Aussage zum Vergleich von Kalt- und Warmumformen trifft zu?

  • a) Warmumformen liefert die bessere Maßgenauigkeit und glattere Oberfläche
  • b) Kaltumformen verfestigt den Werkstoff, er wird härter und fester
  • c) Beim Kaltumformen sinkt die benötigte Umformkraft mit steigender Verformung
  • d) Warmumformen ist nur bei Kunststoffen möglich

Richtig: b)

Kaltumformen führt zur Kaltverfestigung – der Werkstoff wird harsher und fester, aber spröder. Die bessere Maßgenauigkeit liegt beim Kaltumformen, nicht beim Warmumformen (a falsch). Beim Kaltumformen steigt der Kraftbedarf mit zunehmender Verfestigung (c falsch). Warmumformen ist gerade bei Metallen verbreitet (d falsch).

Eine hochbelastete Kurbelwelle wird geschmiedet statt aus einem Vollblock gefräst. Welcher fertigungstechnische Vorteil ist dafür ausschlaggebend?

  • a) Geschmiedete Teile sind grundsätzlich billiger als jedes gefräste Teil
  • b) Beim Schmieden entsteht eine spiegelglatte Endoberfläche ohne Nacharbeit
  • c) Der Faserverlauf folgt der Bauteilform und erhöht die Belastbarkeit
  • d) Schmieden benötigt keinerlei Werkzeuge oder Gesenke

Richtig: c)

Beim Schmieden wird den Werkstoff so umgelagert, dass die Materialfasern dem Bauteilverlauf folgen – das erhöht die Belastbarkeit gegenüber zerspanten Teilen mit durchtrennten Fasern. Kosten (a) hängen stark von der Stückzahl ab und sind nicht pauschal niedriger. Eine fertige Spiegeloberfläche (b) liefert Schmieden nicht. Gesenke und Werkzeuge (d) sind sehr wohl nötig.

4. Trennen — Material gezielt wegnehmen

Beim Trennen wird die Form eines Werkstücks geändert, indem der Zusammenhalt örtlich aufgehoben und Material abgetrennt wird. Anders als beim Umformen bleibt das Werkstück also nicht vollständig erhalten – ein Teil davon wird entfernt. Das unterscheidet Trennen klar von den beiden vorigen Gruppen.

Trennen gliedert sich in mehrere Untergruppen:

  • Zerteilen – das Werkstück wird ohne Span durchtrennt, etwa durch Scheren. Hierbei fällt kein zerspanter Abfall an, das Material wird nur durchschnitten.
  • Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – die Schneide hat eine genau definierte Form und Anzahl. Dazu zählen Drehen, Fräsen, Bohren, Sägen und Hobeln. Es entstehen Späne mit erkennbarer Form.
  • Spanen mit geometrisch unbestimmter Schneide – die Schneiden sind unregelmäßig verteilt und nicht einzeln definiert, wie bei den Körnern einer Schleifscheibe. Hierzu gehören Schleifen, Honen und Läppen. Typisch für feinste Oberflächen.
  • Abtragen – Material wird ohne mechanische Schneide entfernt, etwa thermisch (Brennschneiden, Laserschneiden, Funkenerosion) oder chemisch (Ätzen).

Der Span ist das abgetrennte Material bei den spanenden Verfahren. Seine Form verrät viel über den Prozess – ein gleichmäßiger Fließspan deutet auf saubere Bedingungen hin, ein zerrissener Span auf ungünstige Schnittwerte.

Das Scheren ist hier nur als Untergruppe des Zerteilens eingeordnet. Wie schon beim Biegen gilt: Werkzeuge, Schneidspalt und Scherkraft werden im eigenen Beitrag zu Scheren und Biegen behandelt und hier nicht weiter ausgeführt. Auch die einzelnen spanenden Verfahren – Sägen, Bohren, Senken, Reiben und das Gewindeschneiden – sind jeweils eigene Themen und werden hier nur in der Systematik genannt.

Bestimmte Schneide (z. B. Drehen) eine definierte Schneide erzeugt einen gleichmäßigen Span Unbestimmte Schneide (Schleifen) viele ungeordnete Körner erzeugen feinste Oberflächen

Eine Werkstückoberfläche soll auf höchste Feinheit gebracht werden, nachdem sie zuvor gedreht wurde. Welche Untergruppe des Trennens ist dafür typisch?

  • a) Zerteilen, weil dabei kein Span entsteht
  • b) Abtragen durch Brennschneiden
  • c) Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide, etwa Bohren
  • d) Spanen mit geometrisch unbestimmter Schneide, etwa Schleifen

Richtig: d)

Feinste Oberflächen entstehen beim Schleifen, Honen oder Läppen – also beim Spanen mit unbestimmter Schneide, bei dem viele kleine Körner abtragen. Zerteilen (a) durchtrennt nur, Brennschneiden (b) ist ein grobes thermisches Trennen, und eine bestimmte Schneide wie beim Bohren (c) liefert keine vergleichbare Feinheit.

Warum zählt das Laserschneiden zum Trennen, obwohl dabei keine mechanische Schneide am Werkstück angreift?

  • a) Weil das Werkstück dabei plastisch umgeformt wird
  • b) Weil zwei Bleche dabei verbunden werden
  • c) Weil der Zusammenhalt des Werkstoffs örtlich aufgehoben und Material entfernt wird
  • d) Weil dabei flüssiges Material in eine Form gegossen wird

Richtig: c)

Entscheidend für die Zuordnung zum Trennen ist nicht das Werkzeug, sondern das Prinzip: Der Werkstoffzusammenhalt wird örtlich aufgehoben und Material wird entfernt – beim Laser thermisch. Umformen (a), Fügen (b) und Gießen (d) beschreiben jeweils andere Hauptgruppen.

Worin unterscheidet sich das Zerteilen (Scheren) von den spanenden Trennverfahren?

  • a) Beim Zerteilen entsteht kein zerspanter Abfall, das Material wird durchtrennt
  • b) Beim Zerteilen wird das Werkstück vorher aufgeschmolzen
  • c) Zerteilen erzeugt immer einen gleichmäßigen Fließspan
  • d) Zerteilen gehört eigentlich zum Umformen

Richtig: a)

Beim Zerteilen wird das Material durchschnitten, ohne dass ein Span abgehoben wird – es fällt kein zerspanter Abfall an. Aufschmelzen (b) gehört nicht dazu, ein Fließspan (c) entsteht gerade beim Spanen, und Zerteilen ist dem Trennen zugeordnet, nicht dem Umformen (d).

5. Das richtige Verfahren wählen

Die Einteilung in Urformen, Umformen und Trennen ist die Grundlage – die eigentliche Kunst liegt darin, für eine konkrete Aufgabe das passende Verfahren zu finden. Dabei spielen mehrere Kriterien zusammen:

  • Stückzahl – Urformen und Umformen brauchen oft teure Werkzeuge (Modelle, Gesenke, Formen), die sich erst in Serie rechnen. Trennende Verfahren brauchen keine teure Vorform und sind bei Einzelteilen und kleinen Stückzahlen im Vorteil.
  • Geometrie – komplexe Innenräume und filigrane Formen lassen sich gießen, aber kaum aus dem Vollen fräsen. Einfache Drehteile dagegen sind klassische Trennaufgaben.
  • Werkstoff – nicht jeder Werkstoff lässt sich gut gießen, umformen oder zerspanen. Gusseisen etwa lässt sich hervorragend gießen, aber kaum umformen.
  • Genauigkeit und Oberfläche – sehr enge Toleranzen und feine Oberflächen erreicht man meist erst durch nachgelagertes Trennen, vor allem Schleifen.
  • Kosten – ergeben sich aus dem Zusammenspiel der obigen Punkte und entscheiden am Ende.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Materialausnutzung. Urformen und Umformen sind verlustarm – das eingesetzte Material landet weitgehend im Bauteil. Trennen erzeugt dagegen prinzipbedingt Abfall in Form von Spänen oder Verschnitt. Bei teuren Werkstoffen ist das ein gewichtiges Argument.

In der Realität wird ein Teil oft durch eine Verfahrenskette fertiggestellt, in der mehrere Hauptgruppen nacheinander zum Einsatz kommen:

Schritt Hauptgruppe Beispielverfahren Zweck
1 Urformen Gießen Grundform und Rohteil erzeugen
2 Trennen Drehen, Fräsen Funktionsflächen und Maße herstellen
3 Trennen Schleifen enge Toleranzen und feine Oberfläche

Ein gegossenes Pumpengehäuse wird also zuerst urgeformt, dann an den Funktionsflächen zerspant und zuletzt an den Lagersitzen geschliffen. Jede Hauptgruppe trägt das bei, wofür sie am besten geeignet ist.

Die folgende Übersicht fasst die drei Hauptgruppen vergleichend zusammen:

Merkmal Urformen Umformen Trennen
Ausgangszustand formlos (flüssig, pulverförmig) fester Körper fester Körper
Was passiert mit der Form wird neu geschaffen wird bleibend geändert wird vermindert
Werkstoffzusammenhalt entsteht neu bleibt erhalten wird örtlich aufgehoben
Materialausnutzung hoch hoch geringer, Abfall fällt an
Typische Verfahren Gießen, Sintern, Spritzgießen Schmieden, Walzen, Tiefziehen Drehen, Fräsen, Schleifen, Scheren
Wirtschaftlich bei mittlerer bis hoher Serie mittlerer bis hoher Serie Einzelteil bis kleine Serie

Für ein einzelnes Reparaturteil mit einfacher Drehgeometrie soll das wirtschaftlichste Grundverfahren gewählt werden. Was passt und warum?

  • a) Ein trennendes Verfahren wie Drehen, weil kein teures Werkzeug nötig ist
  • b) Druckguss, weil er die höchste Maßgenauigkeit liefert
  • c) Schmieden, weil dabei kein Abfall entsteht
  • d) Sintern, weil es für Einzelteile am günstigsten ist

Richtig: a)

Bei einem Einzelteil scheidet alles aus, was teure Vorform-Werkzeuge braucht. Drehen kommt ohne Modell oder Gesenk aus und ist deshalb bei Einzelteilen wirtschaftlich. Druckguss (b) und Schmieden (c) lohnen sich erst in Serie wegen der Werkzeugkosten, Sintern (d) ist für Einzelteile gerade nicht günstig.

Ein Bauteil wird zuerst gegossen, dann gefräst und zuletzt geschliffen. Welche Aussage zu dieser Verfahrenskette ist korrekt?

  • a) Alle drei Schritte gehören zur Hauptgruppe Trennen
  • b) Das Gießen erzeugt das Rohteil, die folgenden Trennschritte stellen Maße und Oberfläche her
  • c) Das Schleifen dient dazu, das Volumen des Teils zu vergrößern
  • d) Die Reihenfolge ist beliebig austauschbar

Richtig: b)

Gießen (Urformen) liefert das endkonturnahe Rohteil, anschließend stellen Fräsen und Schleifen (beides Trennen) die genauen Maße und die feine Oberfläche her. Gießen gehört nicht zum Trennen (a), Schleifen vergrößert kein Volumen, sondern trägt ab (c), und die Reihenfolge ist gerade nicht beliebig – das Rohteil muss zuerst existieren (d).

Bei einem sehr teuren Werkstoff soll möglichst wenig material verschwendet werden. Welche Hauptgruppe ist unter diesem Gesichtspunkt am ungünstigsten?

  • a) Urformen, weil dabei Material verflüssigt wird
  • b) Umformen, weil das Volumen konstant bleibt
  • c) Trennen, weil prinzipbedingt Abfall in Form von Spänen oder Verschnitt anfällt
  • d) Alle drei sind hinsichtlich Materialausnutzung gleichwertig

Richtig: c)

Trennen entfernt Material und erzeugt damit zwangsläufig Abfall – bei teuren Werkstoffen der ungünstigste Punkt. Beim Urformen (a) landet das verflüssigte Material weitgehend im Teil, beim Umformen (b) bleibt das Volumen erhalten. Die Gruppen sind also gerade nicht gleichwertig (d).

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Gussteil soll im fertigen Zustand 750 mm lang sein. Das Schwindmaß des verwendeten Werkstoffs beträgt 1,2 %. Bestimme das erforderliche Modellmaß.

Gegeben: L_W = 750 mm; S = 1,2 %

Gesucht: Modellmaß L_M in mm

Lösungsweg:

  1. L_M = L_W * (1 + S/100) = 750 * (1 + 1,2/100) = 750 * 1,012

Ergebnis: L_M = 759 mm

Aufgabe 2: Für ein Werkstück mit Fertigmaß 500 mm wurde ein Modell von 510 mm verwendet. Welches Schwindmaß in Prozent wurde angesetzt?

Gegeben: L_W = 500 mm; L_M = 510 mm

Gesucht: Schwindmaß S in %

Lösungsweg:

  1. S = (L_M / L_W − 1) * 100 = (510/500 − 1) * 100 = 0,02 * 100

Ergebnis: S = 2 %

Aufgabe 3: Zwei Werkstoffe werden für ein Teil mit Fertigmaß 900 mm verglichen: Werkstoff A mit 1 %, Werkstoff B mit 1,8 % Schwindmaß. Um wie viele Millimeter unterscheiden sich die beiden Modellmaße?

Gegeben: L_W = 900 mm; S_A = 1 %; S_B = 1,8 %

Gesucht: Differenz der Modellmaße in mm

Lösungsweg:

  1. L_M,A = 900 * 1,01 = 909 mm
  2. L_M,B = 900 * 1,018 = 916,2 mm
  3. Differenz = 916,2 − 909

Ergebnis: 7,2 mm

Aufgabe 4: Ein Aluminium-Druckgussteil hat ein Modellmaß von 180 mm bei einem Schwindmaß von 1,5 %. Welches Fertigmaß ergibt sich rechnerisch?

Gegeben: L_M = 180 mm; S = 1,5 %

Gesucht: Fertigmaß L_W in mm

Lösungsweg:

  1. L_W = L_M / (1 + S/100) = 180 / 1,015

Ergebnis: L_W = 177,34 mm

Frage 1: Ein Teil wird beschrieben als „aus geschmolzenem Metall in einer Sandform hergestellt“. Welcher Hauptgruppe und welchem Verfahren entspricht das?

  • a) Urformen, Sandguss
  • b) Umformen, Walzen
  • c) Trennen, Fräsen
  • d) Fügen, Schweißen

Richtig: a)

Aus geschmolzenem (formlosem) Metall wird in einer Sandform erstmals eine feste Gestalt geschaffen – das ist Urformen, konkret Sandguss. Walzen (b) ist Umformen, Fräsen (c) Trennen, Schweißen (d) Fügen.

Frage 2: Welches gemeinsame Merkmal verbindet Schmieden, Walzen und Tiefziehen?

  • a) Bei allen entsteht zerspanter Abfall
  • b) Alle drei sind Umformverfahren, bei denen der Werkstoffzusammenhalt erhalten bleibt
  • c) Alle drei erzeugen die Form aus formlosem Stoff
  • d) Alle drei verbinden mehrere Teile miteinander

Richtig: b)

Schmieden, Walzen und Tiefziehen sind Umformverfahren – das Material wird plastisch verschoben, Volumen und Zusammenhalt bleiben erhalten. Zerspanter Abfall (a) gehört zum Trennen, das Schaffen aus Formlosem (c) zum Urformen, das Verbinden (d) zum Fügen.

Frage 3: Warum ist die Materialausnutzung beim Trennen schlechter als beim Umformen?

  • a) Weil beim Trennen das Werkstück erhitzt wird
  • b) Weil beim Umformen Material zugeführt wird
  • c) Weil Trennen ausschließlich bei Kunststoffen anwendbar ist
  • d) Weil beim Trennen Material in Form von Spänen oder Verschnitt entfernt wird

Richtig: d)

Trennen entfernt Material und erzeugt damit Abfall, während Umformen das vorhandene Material nur verschiebt (Volumen bleibt). Eine Erhitzung (a) ist kein zwingendes Merkmal des Trennens, beim Umformen wird kein Material zugeführt (b), und Trennen ist nicht auf Kunststoffe beschränkt (c).

Frage 4: Ein Bauteil mit komplexer Innengeometrie wird in Großserie aus Aluminium benötigt. Welche Begründung für die Wahl des Druckgusses ist stichhaltig?

  • a) Druckguss kommt ohne jede Form aus
  • b) Die wiederverwendbare Dauerform macht hohe Stückzahlen maßgenau und wirtschaftlich
  • c) Druckguss eignet sich nur für Einzelstücke
  • d) Komplexe Innengeometrien lassen sich am besten fräsen

Richtig: b)

Druckguss nutzt eine wiederverwendbare Stahlform, liefert maßgenaue Teile und rechnet sich gerade bei hoher Serie. Eine Form ist sehr wohl nötig (a), Druckguss ist auf Serie ausgelegt, nicht auf Einzelstücke (c), und komplexe Innenräume lassen sich kaum fräsen, sondern besser gießen (d).

Frage 5: Beim Drehen entsteht ein langer, gleichmäßig gewundener Span. Zu welcher Untergruppe des Trennens gehört das Verfahren?

  • a) Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide
  • b) Zerteilen
  • c) Abtragen
  • d) Spanen mit geometrisch unbestimmter Schneide

Richtig: a)

Drehen nutzt eine genau definierte Schneide und erzeugt erkennbare Späne – das ist Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide. Zerteilen (b) hebt keinen Span ab, Abtragen (c) arbeitet ohne mechanische Schneide, und eine unbestimmte Schneide (d) liegt nur bei Verfahren wie Schleifen vor.

Frage 6: Welche Aussage zum Schwindmaß beim Gießen ist korrekt?

  • a) Das Modell wird kleiner als das Fertigteil ausgeführt
  • b) Das Schwindmaß gleicht das Zusammenziehen des Metalls beim Abkühlen aus
  • c) Das Schwindmaß ist für alle Werkstoffe identisch
  • d) Ohne Schwindmaß wird das Teil größer als gewünscht

Richtig: b)

Das Schwindmaß berücksichtigt, dass sich das Metall beim Erstarren und Abkühlen zusammenzieht; deshalb wird das Modell vergrößert. Das Modell wird also größer, nicht kleiner (a), das Schwindmaß ist werkstoffabhängig (c), und ohne Schwindmaßzugabe würde das Teil zu klein, nicht zu groß (d).

Frage 7: Eine Schleifscheibe und ein Drehmeißel trennen beide Material ab. Worin liegt der grundlegende Unterschied der Schneiden?

  • a) Die Schleifscheibe hat eine einzige, exakt definierte Schneide
  • b) Der Drehmeißel arbeitet mit vielen ungeordneten Körnern
  • c) Beide arbeiten ohne mechanischen Kontakt zum Werkstück
  • d) Die Schleifscheibe trägt mit vielen ungeordneten Körnern ab, der Drehmeißel mit einer definierten Schneide

Richtig: d)

Beim Drehmeißel ist die Schneide nach Form und Lage genau bestimmt, bei der Schleifscheibe greifen viele unregelmäßig verteilte Körner – das ist der Kern der Unterscheidung zwischen bestimmter und unbestimmter Schneide. Die Antworten a) und b) vertauschen genau diese Zuordnung, und beide Verfahren arbeiten mit mechanischem Kontakt (c).

Frage 8: Warum wird eine hochbelastete Kurbelwelle bevorzugt geschmiedet statt aus dem Vollen gefräst?

  • a) Weil Fräsen technisch unmöglich ist
  • b) Weil der Faserverlauf beim Schmieden der Bauteilform folgt und die Belastbarkeit erhöht
  • c) Weil Schmieden grundsätzlich keine Werkzeuge braucht
  • d) Weil gefräste Teile immer teurer sind als geschmiedete

Richtig: b)

Beim Schmieden folgt der Faserverlauf der Bauteilkontur, was die Belastbarkeit gegenüber zerspanten Teilen mit durchtrennten Fasern erhöht. Fräsen wäre technisch durchaus möglich (a), Schmieden braucht Gesenke (c), und ein pauschaler Kostenvergleich (d) hängt von der Stückzahl ab.

Frage 9: Ein Verfahren formt ein flaches Blech in einem Zug zu einem topfförmigen Behälter. Welcher Untergruppe des Umformens entspricht das?

  • a) Zugdruckumformen (Tiefziehen)
  • b) Druckumformen
  • c) Zerteilen
  • d) Abtragen

Richtig: a)

Beim Tiefziehen wirken Zug- und Druckkräfte zusammen, um aus einem flachen Blech ein topfförmiges Teil zu ziehen – das ist Zugdruckumformen. Reines Druckumformen (b) trifft die Beanspruchung nicht genau, Zerteilen (c) und Abtragen (d) gehören zum Trennen.

Frage 10: Ein Pumpengehäuse wird gegossen, dann an den Flanschen gefräst und an den Lagersitzen geschliffen. Welche Hauptgruppen kommen in dieser Reihenfolge zum Einsatz?

  • a) Trennen, Trennen, Umformen
  • b) Urformen, Trennen, Trennen
  • c) Umformen, Umformen, Trennen
  • d) Urformen, Umformen, Trennen

Richtig: b)

Gießen ist Urformen, Fräsen und Schleifen sind beide Trennen – also Urformen, dann zweimal Trennen. Die anderen Kombinationen ordnen mindestens einen Schritt der falschen Hauptgruppe zu.

Frage 11: Was kennzeichnet das Abtragen als Untergruppe des Trennens?

  • a) Material wird durch eine definierte mechanische Schneide entfernt
  • b) Das Werkstück wird plastisch verformt
  • c) Mehrere Teile werden verbunden
  • d) Material wird ohne mechanische Schneide entfernt, etwa thermisch oder chemisch

Richtig: d)

Abtragende Verfahren wie Laserschneiden, Funkenerosion oder Ätzen entfernen Material ohne mechanische Schneide – thermisch oder chemisch. Eine definierte Schneide (a) kennzeichnet das Spanen, plastisches Verformen (b) das Umformen, Verbinden (c) das Fügen.

Frage 12: Welche Hauptgruppe ist bei einem einzelnen Prototypen mit einfacher Außengeometrie aus wirtschaftlicher Sicht meist am sinnvollsten?

  • a) Urformen, wegen der teuren Form
  • b) Umformen, wegen des nötigen Gesenks
  • c) Trennen, weil ohne teure Vorform-Werkzeuge gearbeitet werden kann
  • d) Fügen, weil ein Prototyp immer aus mehreren Teilen besteht

Richtig: c)

Bei einem Einzelstück fallen Werkzeugkosten besonders ins Gewicht; trennende Verfahren brauchen kein Modell und kein Gesenk und sind daher meist am günstigsten. Urformen (a) und Umformen (b) lohnen sich erst in Serie, und ein Prototyp besteht nicht zwingend aus mehreren Teilen (d).

Glossar

Urformen
Fertigungs-Hauptgruppe, bei der aus formlosem Stoff (flüssig, pulverförmig) erstmals ein fester Körper mit definierter Form geschaffen wird.
Umformen
Fertigungs-Hauptgruppe, bei der ein fester Körper bleibend in eine neue Form gebracht wird, ohne dass Material zu- oder abgeführt wird; Volumen und Zusammenhalt bleiben erhalten.
Trennen
Fertigungs-Hauptgruppe, bei der die Form durch örtliches Aufheben des Werkstoffzusammenhalts geändert und Material abgetrennt wird.
Gießen
Urformverfahren, bei dem flüssiges Metall in eine Form gegossen wird und dort zur gewünschten Gestalt erstarrt.
Schwindung
das Zusammenziehen des Metalls beim Erstarren und Abkühlen, wodurch das Gussteil kleiner wird als die Form.
Schwindmaß
prozentuale Zugabe, um die ein Gießereimodell größer ausgeführt wird, um die Schwindung auszugleichen.
Sintern
Urformverfahren, bei dem Pulver verdichtet und bis knapp unter den Schmelzpunkt erhitzt wird, sodass die Körner zusammenbacken.
Kaltumformen
Umformen bei Raumtemperatur; der Werkstoff verfestigt sich, das Teil ist maßgenau mit guter Oberfläche.
Warmumformen
Umformen des zuvor erwärmten Werkstoffs; geringerer Kraftbedarf und stärkere Verformung, aber geringere Maßgenauigkeit.
Span
das abgetrennte Material bei spanenden Trennverfahren; seine Form gibt Hinweise auf die Schnittbedingungen.
Geometrisch bestimmte Schneide
Schneide mit genau definierter Form und Anzahl, etwa beim Drehen, Fräsen oder Bohren.
Geometrisch unbestimmte Schneide
viele unregelmäßig verteilte, nicht einzeln definierte Schneiden, etwa die Körner einer Schleifscheibe.
Abtragen
Trennen ohne mechanische Schneide, etwa thermisch (Laser-, Brennschneiden) oder chemisch.
Verfahrenskette
Abfolge mehrerer Fertigungsschritte aus verschiedenen Hauptgruppen, mit der ein Bauteil schrittweise fertiggestellt wird.
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