Scheren, Biegen, Umformen
Einleitungstext…
Ein Blech bekommt seine Form nicht durch Zerspanen, sondern indem man es trennt und biegt. Kein Span fällt, kaum Material geht verloren — das Werkstück wird abgescherert oder dauerhaft verformt. Genau das macht diese Verfahren in der Werkstatt so schnell und so verbreitet: vom Lüftungskanal über das Schaltschrankblech bis zum Halterwinkel entsteht fast alles über Scheren und Biegen.
In diesem Beitrag geht es um drei Dinge: das Trennen durch Abscheren, das dauerhafte Biegen um eine Kante und die Frage, wie lang der Rohling sein muss, damit nach dem Biegen die Maße stimmen. Wer das versteht, kann einen Zuschnitt sauber berechnen und weiß, warum ein gebogenes Teil nie so lang ist wie die Summe seiner Schenkel.
Vorwissen
- Werkstoffeigenschaften: Festigkeit, Härte, Zähigkeit
- Spannung und Dehnung
- Kraft, Masse, Beschleunigung
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- spanlose von spanenden Verfahren unterscheiden und erklären, was beim Umformen mit dem Werkstoff passiert
- den Unterschied zwischen elastischer und plastischer Verformung benennen und die Streckgrenze als Schwelle einordnen
- die Schnittkraft beim Scheren aus Blechdicke, Schnittlänge und Scherfestigkeit berechnen
- die gestreckte Länge eines gebogenen Werkstücks über Schenkelmaße und Ausgleichswert bestimmen
- erklären, warum ein gebogenes Teil zurückfedert und was die neutrale Faser damit zu tun hat
1. Grundidee: Trennen und Umformen ohne Span
Bei der spanenden Bearbeitung — Feilen, Bohren, Drehen — wird Material in Form von Spänen abgetragen. Beim spanlosen Arbeiten passiert das nicht. Das Blech wird entweder durchtrennt, ohne dass nennenswert Material verloren geht, oder es wird in eine neue Form gebracht, wobei das Volumen erhalten bleibt. Genau das ist mit Umformen gemeint: Die Form ändert sich, die Materialmenge nicht.
Damit eine Umformung dauerhaft hält, muss im Werkstoff etwas Bestimmtes passieren. Belastet man ein Metall leicht, verformt es sich elastisch — es federt nach dem Loslassen wieder in die Ausgangsform zurück, so wie eine Feder. Erhöht man die Belastung, wird irgendwann eine Schwelle überschritten, ab der das Material in seiner neuen Form bleibt. Diese bleibende Verformung heißt plastisch. Die Spannung, ab der das Metall vom elastischen ins plastische Verhalten kippt, ist die Streckgrenze.
Für die Werkstatt heißt das: Wer ein Blech biegt, muss es über die Streckgrenze hinaus belasten. Bleibt man darunter, springt das Teil wieder gerade. Das ist keine theoretische Feinheit, sondern der Grund, warum Biegen überhaupt funktioniert — und warum jedes gebogene Teil ein Stück weit zurückfedert (dazu später mehr).
Die einzelnen Trenn-, Umform- und Urformverfahren bilden ein eigenes großes Themengebiet mit eigener Systematik. Hier konzentrieren wir uns auf die drei Verfahren, die in der täglichen Blecharbeit am häufigsten vorkommen.
Ein Monteur biegt einen dünnen Blechstreifen leicht an und lässt wieder los — der Streifen springt vollständig in die gerade Ausgangsform zurück. Wie ist das zu bewerten?
- a) Die Belastung blieb unterhalb der Streckgrenze, die Verformung war rein elastisch
- b) Der Werkstoff wurde plastisch verformt
- c) Das Blech ist gebrochen
- d) Die Streckgrenze des Werkstoffs ist zu niedrig
Richtig: a)
Vollständiges Zurückfedern bedeutet, dass keine bleibende Verformung eingetreten ist. Das ist genau das Merkmal der elastischen Verformung, und sie tritt nur unterhalb der Streckgrenze auf. Eine plastische Verformung (b) würde bleiben, ein Bruch (c) hätte das Teil getrennt, und eine zu niedrige Streckgrenze (d) würde das Biegen eher erleichtern, nicht verhindern.
Warum spricht man beim Scheren und Biegen von „spanloser“ Fertigung, obwohl ein Werkstück seine Form ändert?
- a) Weil dabei immer Späne in sehr kleiner Form anfallen
- b) Weil kein Material als Span abgetragen wird und das Volumen erhalten bleibt
- c) Weil das Werkstück erwärmt werden muss
- d) Weil ausschließlich von Hand gearbeitet wird
Richtig: b)
Das entscheidende Merkmal ist, dass kein Material zerspant wird — das Volumen bleibt erhalten, die Form wird durch Trennen oder Umformen geändert. Späne (a) fallen gerade nicht an, eine Erwärmung (c) ist beim Kaltumformen nicht nötig, und ob von Hand oder maschinell (d) gearbeitet wird, spielt für die Einordnung keine Rolle.
2. Scheren — Trennen durch Abscheren
Beim Scheren wird ein Blech zwischen zwei Schneiden zertrennt, ganz ähnlich wie bei einer Haushaltsschere — nur mit deutlich mehr Kraft. Ein Obermesser drückt von oben gegen das Blech, ein Untermesser hält dagegen. Die beiden Schneiden gleiten dicht aneinander vorbei und schieben das Material so lange gegeneinander, bis es nachgibt.
Was dabei im Blech passiert, läuft in zwei Phasen ab. Zuerst drücken sich die Messer ein Stück weit ins Material — hier entsteht eine glatte, glänzende Zone, der Glattschnitt. Ab einem bestimmten Punkt hält der Werkstoff der Beanspruchung nicht mehr stand und reißt durch. Diese Bruchfläche ist rauer und etwas schräg, sie heißt Bruchzone. An jeder gescherten Kante sieht man beide Bereiche, wenn man genau hinschaut.
Wichtig für die Schnittqualität ist der Schneidspalt — der seitliche Abstand zwischen Ober- und Untermesser. Ist er richtig eingestellt (ein kleiner Bruchteil der Blechdicke), treffen sich die Risse von oben und unten sauber, und die Kante wird glatt. Ist der Spalt zu groß, wird das Blech eher verbogen und gequetscht als geschnitten; es bildet sich ein deutlicher Grat. Ist er zu klein, steigt der Verschleiß an den Messern stark an.
In der Werkstatt arbeitet man je nach Blechdicke mit unterschiedlichen Scheren: die Handhebelschere für kleine, dünne Zuschnitte, die Tafelschere für große Bleche bis zu mehreren Millimetern Dicke.
Wie groß ist die nötige Kraft?
Damit die Messer das Blech durchtrennen, müssen sie es abscheren — das Material wird parallel zur Schnittfläche so stark beansprucht, bis es versagt. Der Widerstand, den der Werkstoff diesem Abscheren entgegensetzt, ist die Scherfestigkeit. Sie ist eine eigene Festigkeitskenngröße und nicht dasselbe wie die Zugfestigkeit, die man aus dem Zugversuch kennt: Beim Zug wird das Material auseinandergezogen, beim Scheren wird es seitlich abgeschert. Für die meisten Stähle liegt die Scherfestigkeit erfahrungsgemäß bei etwa 80 % der Zugfestigkeit. Man kann sie also grob aus einer bekannten Zugfestigkeit abschätzen:
tau_a = 0,8 * R_m
- tau_a … Scherfestigkeit in N/mm²
- R_m … Zugfestigkeit in N/mm²
Die Kraft, die zum Scheren nötig ist, hängt von drei Dingen ab: wie dick das Blech ist, wie lang die Schnittlinie ist und wie scherfest der Werkstoff ist. Je größer die Fläche, die abgeschert werden muss, und je zäher das Material, desto mehr Kraft braucht es:
F_s = l * s * tau_a
- F_s … Schnittkraft in N
- l … Schnittlänge in mm
- s … Blechdicke in mm
- tau_a … Scherfestigkeit in N/mm²
Die Schnittlänge mal Blechdicke ergibt dabei die Fläche, die durchtrennt wird. Diese Fläche mal Scherfestigkeit ist die Kraft, die das Messer aufbringen muss.
Gelöstes Beispiel
Ein Stahlblech mit 3 mm Dicke und einer Zugfestigkeit von 400 N/mm² soll über eine Länge von 250 mm geschnitten werden. Wie groß ist die Schnittkraft bei geradem Messer?
Gegeben: l = 250 mm, s = 3 mm, R_m = 400 N/mm²
Gesucht: Schnittkraft F_s in N
Lösungsweg:
- Scherfestigkeit abschätzen:
tau_a = 0,8 · 400 N/mm² = 320 N/mm² - Schnittkraft berechnen:
F_s = l · s · tau_a = 250 mm · 3 mm · 320 N/mm² = 240 000 N
Ergebnis: Die Schnittkraft beträgt 240 000 N, also rund 240 kN.
Übungen
Ein Blech mit 1,5 mm Dicke und einer Scherfestigkeit von 250 N/mm² wird über 120 mm geschnitten. Berechne die Schnittkraft.
F_s = 120 · 1,5 · 250 = 45 000 N = 45 kN
Ein Aluminiumblech (R_m = 200 N/mm²) von 2 mm Dicke wird über 300 mm getrennt. Schätze die Scherfestigkeit ab und berechne die Schnittkraft.
tau_a = 0,8 · 200 = 160 N/mm²; F_s = 300 · 2 · 160 = 96 000 N = 96 kN
Für einen Schnitt sind 180 kN nötig. Das Blech ist 4 mm dick, die Scherfestigkeit beträgt 300 N/mm². Wie lang ist die Schnittlinie?
l = F_s / (s · tau_a) = 180 000 / (4 · 300) = 150 mm
Ein Stahlblech (R_m = 500 N/mm²) von 2,5 mm Dicke wird über 400 mm geschnitten. Berechne die Schnittkraft und überlege, warum die Tafelschere mit Schrägmesser weniger Kraft braucht.
tau_a = 0,8 · 500 = 400 N/mm²; F_s = 400 · 2,5 · 400 = 400 000 N = 400 kN. Mit Schrägmesser ist nur ein Teil der Länge gleichzeitig im Eingriff, daher liegt die reale Kraft deutlich darunter.
Zwei Bleche gleicher Schnittlänge (200 mm) und gleicher Dicke (3 mm) werden verglichen: Blech A hat R_m = 350 N/mm², Blech B hat R_m = 700 N/mm². Um welchen Faktor unterscheidet sich die Schnittkraft, und wie groß ist sie jeweils?
A: tau_a = 280, F_s = 200·3·280 = 168 000 N = 168 kN. B: tau_a = 560, F_s = 200·3·560 = 336 000 N = 336 kN. Faktor 2 — die Schnittkraft steigt direkt proportional zur Zugfestigkeit.
Warum darf man die Scherfestigkeit eines Stahls nicht einfach mit seiner Zugfestigkeit gleichsetzen?
- a) Weil die Scherfestigkeit immer größer ist als die Zugfestigkeit
- b) Weil beide Werte zufällig schwanken und nicht zusammenhängen
- c) Weil Zug und Abscheren verschiedene Beanspruchungsarten sind und die Scherfestigkeit erfahrungsgemäß bei rund 80 % der Zugfestigkeit liegt
- d) Weil die Scherfestigkeit nur bei Aluminium definiert ist
Richtig: c)
Zug zieht das Material auseinander, Scheren beansprucht es seitlich — das sind unterschiedliche Belastungen mit unterschiedlichen Kennwerten. Erfahrungsgemäß liegt die Scherfestigkeit bei etwa 80 % der Zugfestigkeit, also darunter, nicht darüber (a). Die Werte hängen sehr wohl zusammen (b), und die Scherfestigkeit ist für alle Metalle definiert, nicht nur für Aluminium (d).
Ein 2 mm dickes Blech wird über 100 mm geschnitten, die Scherfestigkeit beträgt 300 N/mm². Wie groß ist die Schnittkraft bei geradem Messer?
- a) 30 000 N
- b) 600 N
- c) 600 000 N
- d) 60 000 N
Richtig: d)
F_s = l · s · tau_a = 100 · 2 · 300 = 60 000 N. Antwort b unterschlägt die Blechdicke, c rechnet um den Faktor 100 falsch, und d ist um eine Zehnerpotenz zu groß.
Welche Folge hat ein zu großer Schneidspalt an der Tafelschere?
- a) Die Messer verschleißen besonders schnell
- b) Das Blech wird eher gequetscht und verbogen, es entsteht ein deutlicher Grat
- c) Die Schnittkraft sinkt auf null
- d) Der Schnitt wird besonders glatt und gratfrei
Richtig: b)
Bei zu großem Spalt treffen sich die Risse von oben und unten nicht sauber, das material wird verbogen statt sauber getrennt — ein kräftiger Grat ist die Folge. Starker Messerverschleiß (a) entsteht eher beim zu kleinen Spalt, die Schnittkraft verschwindet nicht (c), und ein besonders sauberer Schnitt (d) ist das Gegenteil dessen, was passiert.
3. Biegen — Grundlagen und gestreckte Länge
Beim Biegen wird ein Blech um eine Kante in eine neue Form gebracht, ohne es zu trennen. Damit die Biegung hält, muss der Werkstoff — wie in Kapitel 1 beschrieben — über die Streckgrenze hinaus belastet werden, also plastisch verformt werden. Bleibt man darunter, federt das Teil wieder gerade.
Was im Blech passiert: die neutrale Faser
Biegt man ein Blech, geschieht auf beiden Seiten etwas Gegensätzliches. An der Außenseite der Biegung wird das Material gedehnt — die Fasern werden länger gezogen. An der Innenseite wird es gestaucht — die Fasern werden zusammengedrückt. Irgendwo dazwischen liegt eine Schicht, die weder gedehnt noch gestaucht wird und ihre Länge behält. Diese Schicht heißt neutrale Faser.
Die neutrale Faser ist der Schlüssel zur gesamten Biegeberechnung. Denn nur ihre Länge bleibt beim Biegen unverändert — und genau diese Länge braucht man, um den richtigen Zuschnitt zu bestimmen. Bei dünnen Blechen mit großem Biegeradius liegt sie ungefähr in der Mitte der Blechdicke. Je kleiner der Biegeradius im Verhältnis zur Dicke wird, desto weiter wandert sie zur Innenseite hin. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Beanspruchung: An der eng gebogenen Außenseite ist die Zugbeanspruchung so hoch, dass das Material dort kräftig fließt — die plastische Dehnung außen fällt stärker aus als die Stauchung innen. Dadurch verschiebt sich die Mitte der verbleibenden, unverstreckten Zone nach innen. Diese Lage beschreibt man mit dem k-Faktor: Er gibt an, in welchem Anteil der Blechdicke — von innen gemessen — die neutrale Faser liegt. Ein k-Faktor von 0,5 bedeutet exakt Mitte, ein wert von 0,33 bedeutet, dass sie auf einem Drittel der Dicke von innen sitzt.
Rückfederung und Mindestbiegeradius
Zwei Effekte muss man beim Biegen im Kopf behalten. Der erste ist die Rückfederung: Weil immer auch ein elastischer Anteil mitschwingt, federt das Blech nach dem Biegen ein kleines Stück zurück. Man muss also etwas weiter biegen als der Zielwinkel, damit das Teil am Ende stimmt. Wie stark zurückgefedert wird, hängt vom Werkstoff, vom Radius und von der Dicke ab.
Der zweite ist der Mindestbiegeradius: Wird zu eng gebogen, reißt das Material an der gedehnten Außenseite ein. Jeder Werkstoff hat daher einen kleinsten zulässigen Biegeradius, der von seiner Dehnbarkeit abhängt. Spröde oder kaltverfestigte Bleche brauchen größere Radien, weiche und zähe Werkstoffe vertragen engere.
In der Werkstatt biegt man je nach Aufgabe mit der Schwenkbiegemaschine (eine Biegewange schwenkt das Blech um eine Kante) oder durch Gesenkbiegen in der Presse (ein Stempel drückt das Blech in ein V-förmiges Gesenk).
Warum der Rohling kürzer ist als die Summe der Schenkel
Das ist der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Fehler passieren. Ein fertig gebogener Winkel mit zwei Schenkeln von je 100 mm braucht nicht 200 mm Rohlänge. Der Grund liegt in der neutralen Faser: Im Biegebereich wird das Außenmaß durch die Dehnung scheinbar „länger“, als es dem tatsächlich vorhandenen Material entspricht. Misst man das Teil außen ab und addiert die Schenkel, zählt man den Biegebereich doppelt mit.
In der Werkstatt rechnet man deshalb mit dem Ausgleichswert (auch Biegeverkürzung genannt, Formelzeichen v). Man addiert die Außenmaße der Schenkel und zieht für jede Biegung den passenden Ausgleichswert ab:
L = l_1 + l_2 – v
- L … gestreckte Länge (Rohlänge) in mm
- l_1, l_2 … Schenkel-Außenmaße in mm
- v … Ausgleichswert (Biegeverkürzung) je Biegung in mm
Bei mehreren Biegungen wird für jede ein eigener Ausgleichswert abgezogen. Der Ausgleichswert hängt von Blechdicke, Biegeradius und Winkel ab und steht in der Praxis meist in Tabellen für die jeweilige Maschine bereit. Physikalisch steckt dahinter genau die Länge der neutralen Faser: Statt der scharfen Außenkante zählt nur die wahre Länge des Materials im Biegebogen.
Den Bogenanteil der neutralen Faser selbst — die sogenannte Biegezugabe — kann man auch direkt berechnen. Für eine 90°-Biegung ergibt sich die Länge des neutralen Bogens aus dem Innenradius, dem k-Anteil der Dicke und dem Viertelkreis:
b = (pi / 2) * (r + k * s)
- b … Biegezugabe (Bogenlänge der neutralen Faser bei 90°) in mm
- r … Innenradius der Biegung in mm
- k … k-Faktor (Lage der neutralen Faser)
- s … Blechdicke in mm
Ausgleichswert und Biegezugabe beschreiben dieselbe Sache aus zwei Blickwinkeln: Die Biegezugabe ist die wahre Länge im Bogen, der Ausgleichswert ist die Korrektur, die man von den Außenmaßen abziehen muss, um auf dieselbe Rohlänge zu kommen.
Gelöstes Beispiel
Ein Winkel soll zwei Außenschenkel von 100 mm und 80 mm haben. Das Blech ist 2 mm dick, der Innenradius beträgt 3 mm, der k-Faktor liegt bei 0,4. Wie lang muss der Rohling sein?
Gegeben: l_1 = 100 mm, l_2 = 80 mm, s = 2 mm, r = 3 mm, k = 0,4
Gesucht: gestreckte Länge L in mm
Lösungsweg:
- Biegezugabe (Bogenlänge der neutralen Faser):
b = (π/2) · (r + k·s) = 1,5708 · (3 + 0,4·2) = 1,5708 · 3,8 = 5,97 mm - Ausgleichswert:
v = 2·(r + s) − b = 2·(3 + 2) − 5,97 = 10 − 5,97 = 4,03 mm - gestreckte Länge:
L = l_1 + l_2 − v = 100 + 80 − 4,03 = 175,97 mm
Ergebnis: Der Rohling muss rund 176 mm lang sein — also knapp 4 mm kürzer als die Summe der Außenschenkel (180 mm).
Übungen
Ein Winkel hat zwei Außenschenkel von je 50 mm. Der Ausgleichswert beträgt laut Tabelle 3,5 mm. Wie lang ist der Rohling?
L = 50 + 50 − 3,5 = 96,5 mm
Berechne die Biegezugabe für eine 90°-Biegung mit Innenradius 2 mm, Blechdicke 1,5 mm und k = 0,4.
b = (π/2)·(2 + 0,4·1,5) = 1,5708·2,6 = 4,08 mm
Ein U-Profil hat drei Außenschenkel von 40 mm, 60 mm und 40 mm und zwei Biegungen. Der Ausgleichswert je Biegung beträgt 3,2 mm. Wie lang ist der Rohling?
L = 40 + 60 + 40 − 2·3,2 = 140 − 6,4 = 133,6 mm
Für eine 90°-Biegung gilt: Innenradius 4 mm, Blechdicke 3 mm, k = 0,42. Berechne Biegezugabe und Ausgleichswert.
b = (π/2)·(4 + 0,42·3) = 1,5708·5,26 = 8,26 mm; v = 2·(4+3) − 8,26 = 14 − 8,26 = 5,74 mm
Ein Teil mit zwei Außenschenkeln von 120 mm und 90 mm soll gebogen werden. Blechdicke 2 mm, Innenradius 2,5 mm, k = 0,4. Bestimme die gestreckte Länge.
b = (π/2)·(2,5 + 0,4·2) = 1,5708·3,3 = 5,18 mm; v = 2·(2,5+2) − 5,18 = 9 − 5,18 = 3,82 mm; L = 120 + 90 − 3,82 = 206,18 mm
Ein Winkel hat zwei Außenschenkel von je 75 mm, der Ausgleichswert beträgt 4 mm. Welche Rohlänge ist korrekt?
- a) 146 mm
- b) 150 mm
- c) 154 mm
- d) 75 mm
Richtig: a)
L = 75 + 75 − 4 = 146 mm. Antwort b vergisst den Ausgleichswert, c addiert ihn fälschlich dazu, statt ihn abzuziehen, und d übernimmt nur einen Schenkel.
Was beschreibt der k-Faktor beim Biegen?
- a) Das Verhältnis von Zug- zu Scherfestigkeit
- b) Den Mindestbiegeradius eines Werkstoffs
- c) Die Rückfederung in Grad
- d) Die Lage der neutralen Faser innerhalb der Blechdicke
Richtig: d)
Der k-Faktor gibt an, in welchem Anteil der Blechdicke — von innen gemessen — die neutrale Faser liegt. Das Verhältnis der Festigkeiten (a) gehört zum Scheren, der Mindestbiegeradius (b) und die Rückfederung (c) sind eigene Größen.
Warum muss man ein Blech über den gewünschten Winkel hinaus biegen?
- a) Wegen der Kaltverfestigung
- b) Wegen des zu großen Schneidspalts
- c) Wegen der Rückfederung des elastischen Anteils
- d) Weil die neutrale Faser wandert
Richtig: c)
Beim Biegen schwingt immer ein elastischer Anteil mit, der das Teil nach dem Loslassen ein Stück zurückfedern lässt — deshalb biegt man etwas weiter. Die Kaltverfestigung (a) verändert die Festigkeit, betrifft aber nicht direkt den Zielwinkel, der Schneidspalt (b) gehört zum Scheren, und die Wanderung der neutralen Faser (d) beeinflusst die Länge, nicht den Endwinkel.
Bei einem U-Profil mit drei Schenkeln und zwei Biegungen — wie oft wird der Ausgleichswert abgezogen?
- a) Einmal
- b) Dreimal
- c) Zweimal
- d) Gar nicht
Richtig: c)
Für jede Biegung wird ein eigener Ausgleichswert abgezogen, bei zwei Biegungen also zweimal. Einmal (a) würde eine Kante übersehen, dreimal (b) entspräche der Schenkelzahl statt der Biegungszahl, und gar nicht (d) ergäbe ein zu langes Teil.
4. Weitere Umformverfahren in der Werkstatt
Scheren und Biegen sind die häufigsten Verfahren, aber nicht die einzigen, die ohne Span auskommen. Ein paar weitere begegnen einem in der Werkstatt regelmäßig.
Beim Richten wird ein verzogenes oder verbeultes Blech wieder eben gemacht — durch gezielten Druck oder Hammerschläge wird genau dort plastisch verformt, wo das Material zu lang oder zu kurz geworden ist; typisch beim Geraderichten einer verzogenen Montageplatte. Beim Sicken wird eine rinnenförmige Vertiefung ins Blech gedrückt; das versteift dünne Bleche erstaunlich stark, ähnlich wie eine Rippe — bei Lüftungskanälen werden Sicken eingebracht, um die großen Blechflächen steif und schwingungsärmer zu machen. Beim Bördeln wird ein Blechrand umgelegt, um eine scharfe Kante zu entschärfen, das Blech zu versteifen oder zwei Bleche zu verbinden — etwa am Rand eines Gehäusedeckels, damit keine scharfe Schnittkante übrig bleibt. Das Tiefziehen schließlich formt aus einem flachen Blech ein hohles Teil in einem Zug — so entstehen etwa wannenförmige Schaltschrank-Vordächer oder Gehäusewannen.
Allen Kaltumformverfahren gemeinsam ist ein Nebeneffekt: die Kaltverfestigung. Wird ein Metall bei Raumtemperatur plastisch verformt, wird es an der verformten Stelle härter und fester, gleichzeitig aber spröder. Das erklärt, warum ein mehrfach hin- und hergebogener Draht schließlich bricht — und warum stark umgeformte Bereiche einen größeren Mindestbiegeradius brauchen.
Ein dünnes Lüftungskanalblech soll versteift werden, ohne dass zusätzliches Material angebracht wird. Welches Verfahren eignet sich?
- a) Scheren
- b) Richten
- c) Tiefziehen
- d) Sicken
Richtig: d)
Eine eingedrückte Sicke wirkt wie eine Rippe und versteift das Blech deutlich, ohne Materialzugabe. Scheren (a) trennt nur, Richten (b) macht eben, und Tiefziehen (c) erzeugt ein Hohlteil — keines davon dient primär der flächigen Versteifung.
Ein Draht bricht, nachdem er mehrmals an derselben Stelle hin- und hergebogen wurde. Welche Erscheinung steckt dahinter?
- a) Kaltverfestigung, die das Material an der Stelle spröder macht
- b) Rückfederung
- c) Zu großer Schneidspalt
- d) Zu kleiner k-Faktor
Richtig: a)
Wiederholtes Kaltumformen verfestigt das Material lokal und macht es spröder, bis es bricht. Rückfederung (b) betrifft den Winkel, der Schneidspalt (c) das Scheren, und der k-Faktor (d) beschreibt nur die Lage der neutralen Faser.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Ein Stahlblech mit 3,5 mm Dicke und einer Zugfestigkeit von 450 N/mm² wird über 300 mm geschnitten. Berechne Scherfestigkeit und Schnittkraft bei geradem Messer.
Gegeben: s = 3,5 mm; R_m = 450 N/mm²; l = 300 mm
Gesucht: tau_a, F_s
Lösungsweg:
tau_a = 0,8 · 450 = 360 N/mm²; F_s = 300 · 3,5 · 360 = 378 000 N
Ergebnis: tau_a = 360 N/mm², F_s = 378 000 N = 378 kN
Aufgabe 2: Für einen Schnitt stehen 200 kN zur Verfügung. Das Blech hat eine Scherfestigkeit von 320 N/mm² und ist 2,5 mm dick. Wie lang darf die Schnittlinie höchstens sein?
Gegeben: F_s = 200 000 N; tau_a = 320 N/mm²; s = 2,5 mm
Gesucht: l
Lösungsweg:
l = F_s / (s · tau_a) = 200 000 / (2,5 · 320) = 250 mm
Ergebnis: Die Schnittlinie darf höchstens 250 mm lang sein.
Aufgabe 3: Berechne die Biegezugabe für eine 90°-Biegung mit Innenradius 5 mm, Blechdicke 4 mm und k = 0,42.
Gegeben: r = 5 mm; s = 4 mm; k = 0,42
Gesucht: b
Lösungsweg:
b = (π/2) · (5 + 0,42 · 4) = 1,5708 · 6,68 = 10,49 mm
Ergebnis: Die Biegezugabe beträgt rund 10,5 mm.
Aufgabe 4: Ein Winkel mit zwei Außenschenkeln von 120 mm und 95 mm wird gebogen. Blechdicke 3 mm, Innenradius 3 mm, k = 0,4. Berechne Ausgleichswert und gestreckte Länge.
Gegeben: l_1 = 120 mm; l_2 = 95 mm; s = 3 mm; r = 3 mm; k = 0,4
Gesucht: v, L
Lösungsweg:
b = (π/2)·(3 + 0,4·3) = 1,5708·4,2 = 6,60 mm; v = 2·(3+3) − 6,60 = 12 − 6,60 = 5,40 mm; L = 120 + 95 − 5,40 = 209,60 mm
Ergebnis: v = 5,4 mm, L = 209,6 mm
Aufgabe 5: Ein U-Profil hat drei Außenschenkel von 50 mm, 80 mm und 50 mm und zwei gleiche Biegungen mit je 4 mm Ausgleichswert. Bestimme die Rohlänge.
Gegeben: Schenkel 50/80/50 mm; v = 4 mm je Biegung; 2 Biegungen
Gesucht: L
Lösungsweg:
L = 50 + 80 + 50 − 2·4 = 180 − 8 = 172 mm
Ergebnis: Die Rohlänge beträgt 172 mm.
Aufgabe 6: Zwei Bleche werden über je 250 mm bei 3 mm Dicke geschnitten. Blech A: R_m = 400 N/mm², Blech B: R_m = 600 N/mm². Berechne beide Schnittkräfte und das Verhältnis.
Gegeben: l = 250 mm; s = 3 mm; R_m,A = 400; R_m,B = 600 N/mm²
Gesucht: F_s,A, F_s,B, Verhältnis
Lösungsweg:
A: tau_a = 320, F_s = 250·3·320 = 240 000 N. B: tau_a = 480, F_s = 250·3·480 = 360 000 N. Verhältnis 360/240 = 1,5
Ergebnis: F_s,A = 240 kN, F_s,B = 360 kN, Verhältnis 1,5.
Welche Aussage zur Scherfestigkeit ist korrekt?
- a) Sie ist bei Stahl etwa doppelt so groß wie die Zugfestigkeit
- b) Sie liegt erfahrungsgemäß bei rund 80 % der Zugfestigkeit
- c) Sie ist für jeden Werkstoff exakt gleich der Zugfestigkeit
- d) Sie spielt für die Schnittkraft keine Rolle
Richtig: b)
Die Scherfestigkeit liegt erfahrungsgemäß bei etwa 80 % der Zugfestigkeit. Sie ist nicht doppelt so groß (a), nicht gleich der Zugfestigkeit (c) und geht direkt in die Schnittkraft ein (d).
Ein Blech wird über 150 mm bei 2 mm Dicke geschnitten, R_m = 500 N/mm². Wie groß ist die Schnittkraft bei geradem Messer?
- a) 150 000 N
- b) 75 000 N
- c) 300 000 N
- d) 120 000 N
Richtig: d)
tau_a = 0,8·500 = 400; F_s = 150·2·400 = 120 000 N. Antwort a setzt die Zugfestigkeit statt der Scherfestigkeit ein und rechnet falsch, b halbiert, c verdoppelt.
Wo liegt die neutrale Faser bei einem dünnen Blech mit großem Biegeradius näherungsweise?
- a) An der Außenseite der Biegung
- b) An der Innenseite der Biegung
- c) Etwa in der Mitte der Blechdicke
- d) Außerhalb des Blechs
Richtig: c)
Bei großem Radius im Verhältnis zur Dicke liegt die neutrale Faser ungefähr in der Mitte (k ≈ 0,5). Sie liegt weder außen (a) noch — bei großem Radius — deutlich innen (b) und niemals außerhalb des Materials (d).
Warum federt ein gebogenes Blech zurück?
- a) Weil die Scherfestigkeit zu hoch ist
- b) Weil ein elastischer Verformungsanteil mitschwingt
- c) Weil der Schneidspalt falsch eingestellt ist
- d) Weil das Blech zu dünn ist
Richtig: b)
Neben der bleibenden plastischen Verformung gibt es immer einen elastischen Anteil, der nach dem Loslassen zurückfedert. Mit Scherfestigkeit (a) und Schneidspalt (c) hat das nichts zu tun, und Rückfederung tritt unabhängig von der Dicke auf (d).
Ein Winkel mit Außenschenkeln von 60 mm und 60 mm hat einen Ausgleichswert von 5 mm. Wie lang ist der Rohling?
- a) 115 mm
- b) 120 mm
- c) 125 mm
- d) 60 mm
Richtig: a)
L = 60 + 60 − 5 = 115 mm. Antwort b vergisst den Ausgleichswert, c addiert ihn statt abzuziehen, d nimmt nur einen Schenkel.
Welcher Effekt macht ein kaltumgeformtes Metall fester, aber spröder?
- a) Kaltverfestigung
- b) Rückfederung
- c) Glattschnitt
- d) Tiefziehen
Richtig: a)
Die Kaltverfestigung entsteht beim plastischen Umformen bei Raumtemperatur und erhöht Festigkeit und Sprödigkeit. Rückfederung (b) betrifft den Winkel, der Glattschnitt (c) ist eine Scherzone, und Tiefziehen (d) ist ein Verfahren, kein Werkstoffeffekt.
Was bewirkt ein zu großer Schneidspalt beim Scheren?
- a) Eine besonders glatte Schnittkante
- b) Einen ausgeprägten Grat und ein gequetschtes Blech
- c) Eine geringere Schnittkraft ohne Nachteile
- d) Ein vollständiges Verschweißen der Kante
Richtig: b)
Bei zu großem Spalt wird das Blech verbogen statt sauber getrennt, ein deutlicher Grat entsteht. Eine glatte Kante (a) ist das Gegenteil, ein nachteilfreier Vorteil (c) existiert nicht, und ein Verschweißen (d) findet beim Scheren nicht statt.
Warum braucht ein Verfahren wie das Sicken kein zusätzliches Material, um ein Blech zu versteifen?
- a) Weil dabei Material aufgeschweißt wird
- b) Weil das Blech dadurch dicker wird
- c) Weil die eingedrückte Rinne wie eine versteifende Rippe wirkt
- d) Weil die Zugfestigkeit dadurch steigt
Richtig: c)
Die Sicke wirkt geometrisch wie eine Rippe und erhöht die Biegesteifigkeit, ohne dass Material hinzukommt. Es wird nichts aufgeschweißt (a), das Blech wird nicht dicker (b), und die Zugfestigkeit des Werkstoffs selbst ändert sich nicht (d).
Ein Schnitt erfordert rechnerisch 400 kN bei geradem Messer. Warum kommt die Tafelschere mit weniger aus?
- a) Weil die Scherfestigkeit beim Schrägschnitt sinkt
- b) Weil das Blech dünner wird
- c) Weil kein Schneidspalt nötig ist
- d) Weil das Schrägmesser immer nur einen Teil der Schnittlinie gleichzeitig trennt
Richtig: d)
Das schräg stehende Obermesser trennt fortlaufend, sodass nur ein kurzes Stück gleichzeitig im Eingriff ist — die Kraft sinkt. Die Scherfestigkeit (a) ist eine Werkstoffeigenschaft und ändert sich nicht, die Blechdicke (b) bleibt gleich, und ein Schneidspalt (c) wird weiterhin gebraucht.
Bei einem U-Profil mit zwei Biegungen wird die gestreckte Länge berechnet. Welche Vorgehensweise ist richtig?
- a) Außenschenkel addieren, fertig
- b) Außenschenkel addieren und einen Ausgleichswert abziehen
- c) Außenschenkel addieren und für jede der beiden Biegungen einen Ausgleichswert abziehen
- d) Außenschenkel addieren und die Ausgleichswerte addieren
Richtig: c)
Für jede Biegung wird ein eigener Ausgleichswert abgezogen, bei zwei Biegungen also zweimal. Ohne Abzug (a) wird das Teil zu lang, nur ein Abzug (b) übersieht eine Kante, und ein Addieren (d) verschlimmert den Fehler.
Glossar
- Spanlose Fertigung
- Verfahren, bei denen Material getrennt oder umgeformt wird, ohne dass Späne abgetragen werden; das Volumen bleibt erhalten.
- Umformen
- Bleibende Formänderung eines Werkstücks bei gleichbleibendem Volumen.
- Elastische Verformung
- Vorübergehende Verformung, die nach Entlastung vollständig zurückgeht.
- Plastische Verformung
- Bleibende Verformung, die auch nach Entlastung bestehen bleibt; tritt oberhalb der Streckgrenze auf.
- Streckgrenze
- Spannung, ab der ein Werkstoff vom elastischen ins plastische Verhalten übergeht.
- Scheren
- Trennen eines Blechs zwischen zwei aneinander vorbeigleitenden Schneiden durch Abscheren.
- Schneidspalt
- Seitlicher Abstand zwischen Ober- und Untermesser beim Scheren; bestimmt die Schnittqualität.
- Glattschnitt
- Glatter, glänzender Bereich der Schnittkante, der beim Eindrücken der Messer entsteht.
- Bruchzone
- Rauer Bereich der Schnittkante, der beim Durchreißen des Materials entsteht.
- Scherfestigkeit
- Widerstand eines Werkstoffs gegen Abscheren; erfahrungsgemäß rund 80 % der Zugfestigkeit.
- Schnittkraft
- Kraft, die zum Durchtrennen eines Blechs nötig ist; ergibt sich aus Schnittlänge, Blechdicke und Scherfestigkeit.
- Biegen
- Plastisches Umformen eines Blechs um eine Kante, ohne es zu trennen.
- Neutrale Faser
- Schicht im Blech, die beim Biegen weder gedehnt noch gestaucht wird und ihre Länge behält.
- k-Faktor
- Kennwert für die Lage der neutralen Faser innerhalb der Blechdicke, von innen gemessen.
- Rückfederung
- Teilweises Zurückfedern eines gebogenen Werkstücks aufgrund des elastischen Verformungsanteils.
- Mindestbiegeradius
- Kleinster Radius, mit dem ein Werkstoff gebogen werden kann, ohne an der Außenseite einzureißen.
- Gestreckte Länge
- Rohlänge eines flachen Zuschnitts, aus dem nach dem Biegen die gewünschten Maße entstehen.
- Ausgleichswert (Biegeverkürzung)
- Wert, der je Biegung von der Summe der Außenmaße abgezogen wird, um die gestreckte Länge zu erhalten.
- Biegezugabe
- Länge der neutralen Faser im Biegebogen; geometrisches Gegenstück zum Ausgleichswert.
- Kaltverfestigung
- Festigkeitszunahme und gleichzeitige Versprödung eines Metalls durch plastisches Umformen bei Raumtemperatur.
