Ventile in der Hydraulik

Eine Hydraulikpumpe erzeugt einen Ölstrom, ein Zylinder setzt ihn in Bewegung um. Dazwischen liegt das, was eine Hydraulikanlage erst steuerbar macht: die Ventile. Sie entscheiden, wohin das Öl fließt, ob es überhaupt fließen darf, wie schnell und unter welchem Druck. Ohne Ventile hätte man nur eine Pumpe, die stur Öl fördert – und einen Zylinder, der unkontrolliert ausfährt.

Dieser Beitrag ordnet die Ventiltechnik in vier Gruppen. Wer diese vier Gruppen und ihre Aufgabe verstanden hat, kann jeden Hydraulikplan lesen und gezielt eingreifen, wenn eine Anlage zu schnell, zu langsam, zu kraftlos oder im falschen Moment fährt.

Vorwissen

  • Hydraulik-Grundlagen: Druck, Volumenstrom und das Pascalsche Gesetz
  • Druck, Kraft und Fläche (p = F / A)
  • Hydraulik-Schaltpläne und Schaltsymbole nach ÖNORM ISO 1219

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • die vier Ventilgruppen (Wege-, Sperr-, Strom-, Druckventile) nach ihrer Aufgabe im Hydraulikkreis unterscheiden
  • die Bezeichnung eines Wegeventils (z.B. 4/3-Wegeventil) lesen und die Schaltstellungen deuten
  • erklären, warum ein Druckbegrenzungsventil in Ruhestellung geschlossen, ein Druckminderventil dagegen geöffnet ist
  • den erforderlichen Systemdruck und die Kolbengeschwindigkeit eines Zylinders berechnen
  • das Funktionsprinzip eines lastunabhängigen Stromregelventils mithilfe der Druckwaage beschreiben
  • Sitz- und Schieberventile sowie gängige Einbauarten den passenden Anwendungen zuordnen

1. Ventile als Steuerungsorgane — die vier Gruppen im Überblick

Eine Pumpe erzeugt Volumenstrom, ein Zylinder oder Hydraulikmotor wandelt ihn in Bewegung um. Beide haben eigene Beiträge und werden hier nur als Eckpunkte des Kreislaufs erwähnt. Die eigentliche Steuerung passiert dazwischen – und das ist die Aufgabe der Ventile.

Wichtig zum Grundverständnis: Ventile erzeugen keine Energie. Sie lenken, sperren, drosseln und begrenzen den vorhandenen Ölstrom. Die Energie kommt aus der Pumpe; das Ventil bestimmt nur, was damit geschieht.

In der Hydraulik teilt man Ventile nach ihrer Funktion in vier Gruppen ein:

Gruppe Aufgabe Steuert …
Wegeventile Ölstrom in bestimmte Leitungen lenken die Richtung
Sperrventile Durchfluss nur in eine Richtung zulassen ob (Sperrfunktion)
Stromventile Volumenstrom verkleinern wie viel (Geschwindigkeit)
Druckventile Druck begrenzen oder konstant halten unter welchem Druck

Diese vier Fragen – Richtung, Sperrung, Menge, Druck – decken alles ab, was man an einem Verbraucher steuern will. Jedes reale Hydrauliksystem ist eine Kombination dieser vier Ventilarten.

Zwei Begriffe, die durchgehend auftauchen: Ein Anschluss ist eine Leitungsverbindung am Ventilgehäuse (Druckanschluss P, Tank T, Arbeitsanschlüsse A und B). Eine Schaltstellung ist eine mögliche Stellung des Ventils, in der eine bestimmte Verbindung der Anschlüsse hergestellt ist. Ein Wegeventil hat mehrere Schaltstellungen; die übrigen Ventilgruppen arbeiten meist stetig oder mit fester Funktion.

Eine Anlage fördert konstant Öl, der Zylinder soll aber stehen bleiben, ohne dass die Pumpe abgeschaltet wird. Welche Ventilgruppe ist hier in erster Linie gefragt?

  • a) Wegeventil, das den Ölstrom umlenkt oder sperrt
  • b) Druckventil, weil der Druck steigt
  • c) Stromventil, das den Durchfluss verkleinert
  • d) Sperrventil, das die Richtung festlegt

Richtig: a)

Die Aufgabe ist eine Richtungs- bzw. Sperrentscheidung für den Verbraucher – das leistet das Wegeventil über seine Schaltstellungen (z.B. eine Mittelstellung, die den Zylinder absperrt oder das Öl drucklos zum Tank umleitet). Ein Stromventil verkleinert nur die Menge, hält aber nicht an. Ein Druckventil reagiert auf Druck, steuert aber nicht die Richtung. Das Sperrventil legt keine Richtung „fest“, sondern lässt Durchfluss nur in einer Richtung zu.

Welche Aussage zur Energie im Hydrauliksystem ist korrekt?

  • a) Druckventile erzeugen den Systemdruck
  • b) Stromventile erhöhen den Volumenstrom für mehr Geschwindigkeit
  • c) Ventile lenken und begrenzen die von der Pumpe gelieferte Energie
  • d) Wegeventile erzeugen die Bewegungsrichtung durch eigene Förderung

Richtig: c)

Die Energie stammt ausschließlich aus der Pumpe. Ventile können den Ölstrom umlenken, drosseln oder begrenzen, aber nichts hinzufügen. Druck entsteht nicht im Druckventil, sondern dadurch, dass sich dem Volumenstrom ein Widerstand眼前stellt; das Druckventil begrenzt diesen Druck nur. Ein Stromventil kann den Volumenstrom nur verkleinern, niemals vergrößern.

2. Wegeventile — Richtung des Ölstroms steuern

Das Wegeventil ist das zentrale Steuerorgan: Es verbindet die Anschlüsse so miteinander, dass das Öl in die gewünschte Leitung fließt. Damit bestimmt es, ob ein Zylinder aus- oder einfährt oder stehen bleibt.

Wegeventile werden nach zwei Zahlen benannt, getrennt durch einen Schrägstrich:

  • die erste Zahl: Anzahl der gesteuerten Anschlüsse
  • die zweite Zahl: Anzahl der Schaltstellungen

Ein 4/3-Wegeventil hat also vier Anschlüsse (P, T, A, B) und drei Schaltstellungen. Ein 2/2-Wegeventil hat zwei Anschlüsse und zwei Stellungen – im Grunde ein steuerbares Auf/Zu.

Im Schaltsymbol nach ÖNORM ISO 1219 wird jede Schaltstellung als eigenes Quadrat gezeichnet. Pfeile im Quadrat zeigen, welcher Anschluss in dieser Stellung mit welchem verbunden ist; eine quergestellte Linie (T-Symbol) bedeutet einen gesperrten Anschluss. Die Anschlüsse werden nur an das Feld der Ruhestellung geschrieben – das ist die Stellung, die das Ventil ohne Betätigung einnimmt, meist durch eine Feder gehalten.

Wegeventil-Schaltsymbol (4/3, Schema)
Das folgende Symbol zeigt ein 4/3-Wegeventil mit gesperrter Mittelstellung – die drei Felder von links nach rechts sind die drei Schaltstellungen.

P T A B a 0 b

Die Betätigungsart steht am Rand des Symbols und sagt, wie umgeschaltet wird:

  • von Hand (Hebel, Taster, Pedal)
  • mechanisch (Rolle, Stößel – z.B. von einem Nocken betätigt)
  • elektromagnetisch (Magnetspule – Grundlage der Elektrohydraulik)
  • hydraulisch oder pneumatisch vorgesteuert (bei großen Ventilen, weil die Magnetkraft allein nicht ausreicht)

Besonders wichtig in der Praxis ist die Mittelstellung eines 4/3-Wegeventils, weil sie das Verhalten im Stillstand bestimmt:

  • Sperrstellung: alle Anschlüsse geschlossen. Der Zylinder steht fest, das Öl der Pumpe muss über das Druckbegrenzungsventil zum Tank – die Pumpe arbeitet gegen Druck.
  • Umlaufstellung (Schwimmstellung mit P→T): P ist mit T verbunden, A und B gesperrt. Die Pumpe fördert drucklos im Kreis, der Zylinder bleibt belastbar stehen. Spart Energie.
  • Schwimmstellung: A und B mit T verbunden, P gesperrt. Der Zylinder ist frei beweglich, er kann von außen verschoben werden.

Welche Mittelstellung richtig ist, hängt von der Aufgabe ab. Den vollständigen Aufbau eines Schaltplans mit allen Symbolen behandelt ein eigener Beitrag zur ÖNORM ISO 1219.

Ein Ventil ist als 4/2-Wegeventil bezeichnet. Welche Aussage trifft zu?

  • a) 4 Schaltstellungen, 2 Anschlüsse
  • b) 2 Arbeitsanschlüsse und 4 Schaltstellungen
  • c) 4 gesteuerte Anschlüsse und 2 Schaltstellungen
  • d) 4 Magnetspulen und 2 Federn

Richtig: c)

Die erste Zahl ist immer die Anzahl der gesteuerten Anschlüsse (hier P, T, A, B = 4), die zweite die Anzahl der Schaltstellungen (hier 2). Die anderen Antworten vertauschen die Reihenfolge oder deuten die Zahlen als Bauteile, was nicht der Benennungsregel entspricht.

Ein 4/3-Wegeventil hat in Mittelstellung P mit T verbunden, A und B gesperrt. Was bewirkt das?

  • a) Der Zylinder lässt sich frei von Hand verschieben
  • b) Die Pumpe fördert drucklos im Umlauf, der Zylinder bleibt belastbar stehen
  • c) Alle Anschlüsse sind dicht, die Pumpe arbeitet gegen den vollen Systemdruck
  • d) Der Zylinder fährt langsam aus

Richtig: b)

Mit P→T fließt das Pumpenöl drucklos zum Tank zurück (Umlaufstellung), das spart Energie. Weil A und B gesperrt sind, bleibt der Zylinder in Position und kann Last halten. Antwort a beschreibt die Schwimmstellung (A und B zum Tank), Antwort c die Sperrstellung (alle Anschlüsse zu).

Warum werden große Wegeventile oft hydraulisch vorgesteuert statt direkt elektromagnetisch geschaltet?

  • a) Weil Magnetventile in der Hydraulik verboten sind
  • b) Weil vorgesteuerte Ventile billiger sind
  • c) Weil Strom in Hydraulikanlagen nicht zur Verfügung steht
  • d) Weil die Kraft einer einzelnen Magnetspule für große Schieberquerschnitte nicht ausreicht

Richtig: d)

Bei großen Nennweiten sind die Strömungskräfte und die zu bewegende Schiebermasse so groß, dass eine direkt wirkende Magnetspule sie nicht zuverlässig schalten kann. Daher schaltet ein kleines Magnetventil (Vorsteuerstufe) einen Steuerölstrom, der dann den großen Hauptschieber bewegt. Die Behauptungen, Magnetventile seien verboten oder es stehe kein Strom zur Verfügung, sind sachlich falsch; der Preis trifft die technische Ursache nicht.

3. Sperrventile — Durchfluss in eine Richtung

Sperrventile lassen das Öl nur in eine Richtung durch und sperren die Gegenrichtung. Das einfachste und häufigste ist das Rückschlagventil.

Im Inneren sitzt ein Schließglied – meist eine Kugel oder ein Kegel – das von einer schwachen Feder gegen einen Sitz gedrückt wird. Fließt das Öl in Durchlassrichtung, hebt es das Schließglied vom Sitz ab und strömt durch. In Gegenrichtung drückt das Öl das Schließglied zusätzlich in den Sitz: dicht. Der Öffnungsdruck ist der Druck, der nötig ist, um die Federkraft zu überwinden – bei vielen Bauarten nur wenige Zehntel bar, es gibt aber auch Ausführungen mit höherem Öffnungsdruck als Vorspann- oder Halteventil.

Rückschlagventil im Schnitt (Schema)

Zulauf Ablauf Kugel + Feder im Sitz

Aus dieser Grundfunktion ergeben sich zwei wichtige Sonderbauformen:

  • Entsperrbares Rückschlagventil: Es sperrt wie ein normales Rückschlagventil, hat aber einen zusätzlichen Steueranschluss. Legt man dort Druck an, wird das Schließglied mechanisch aufgestoßen – das Ventil lässt dann auch in Sperrrichtung durch. Typischer Einsatz: Lasthaltung. Ein angehobener Zylinder soll seine Last sicher halten, auch wenn die Leitung undicht wird oder die Pumpe ausfällt. Erst wenn gezielt Steuerdruck anliegt, gibt das Ventil den Rücklauf frei und die Last kann kontrolliert abgesenkt werden.
  • Wechselventil: Es hat zwei Eingänge und einen Ausgang. Das Schließglied (eine Kugel) wird immer von der Seite mit dem höheren Druck weggedrückt und verbindet diesen Eingang mit dem Ausgang. Funktional ist das eine ODER-Verknüpfung: Der Ausgang führt Druck, sobald an Eingang 1 oder Eingang 2 Druck anliegt. Das nutzt man, um einen Verbraucher von zwei Stellen aus ansteuern zu können.

Welche Funktion erfüllt ein entsperrbares Rückschlagventil, die ein einfaches Rückschlagventil nicht kann?

  • a) Es lässt sich über einen Steueranschluss gezielt auch in Sperrrichtung öffnen
  • b) Es regelt den Volumenstrom lastunabhängig
  • c) Es begrenzt den maximalen Systemdruck
  • d) Es verbindet zwei Eingänge zu einem Ausgang

Richtig: a)

Das entsperrbare Rückschlagventil sperrt normal in eine Richtung, kann aber über einen Steuerdruck mechanisch aufgestoßen werden, sodass auch der Rückfluss möglich wird – die Grundlage der sichere Lasthaltung. Volumenstromregelung (b) ist Aufgabe eines Stromregelventils, Druckbegrenzung (c) die eines Druckbegrenzungsventils, die ODER-Funktion (d) die eines Wechselventils.

An einem Wechselventil liegt an Eingang 1 ein Druck von 40 bar an, an Eingang 2 ein Druck von 25 bar. Was passiert?

  • a) Beide Eingänge werden mit dem Ausgang verbunden
  • b) Der Ausgang bleibt drucklos, weil die Drücke unterschiedlich sind
  • c) Das Schließglied gibt Eingang 1 frei, der Ausgang führt rund 40 bar
  • d) Der Ausgang führt den Mittelwert von 32,5 bar

Richtig: c)

Im Wechselventil drückt der höhere Druck das Schließglied auf die Seite des niedrigeren Drucks und sperrt diesen ab. Damit wird the Eingang mit 40 bar mit dem Ausgang verbunden, Eingang 2 ist abgesperrt. Es gibt keine Mittelwertbildung und keine gleichzeitige Verbindung beider Eingänge.

4. Druckventile — den Druck im System begrenzen und steuern

Druckventile reagieren auf den Druck im System und greifen ein, wenn ein eingestellter Wert erreicht wird. Sie sind die Druckwächter der Anlage. Zwei Bauarten muss man sicher auseinanderhalten, weil sie sich im Symbol ähneln, in der Funktion aber gegensätzlich sind.

Druckbegrenzungsventil (DBV): Es schützt die Anlage vor Überlast und begrenzt den maximalen Systemdruck. Eine Feder hält einen Kegel oder Kolben auf seinen Sitz; eingestellt wird die Federvorspannung. Solange der Systemdruck unter dem eingestellten Wert liegt, bleibt das Ventil geschlossen. Übersteigt der Druck die Federkraft, öffnet das Ventil und lässt Öl zum Tank ab – der Druck kann nicht weiter steigen. Das DBV ist also in Ruhestellung geschlossen (normal closed) und öffnet erst bei Überschreitung. In fast jeder Anlage sitzt direkt hinter der Pumpe ein DBV als Sicherheitsventil.

Druckminderventil / Druckregelventil (DMV): Es hält in einem Anlagenteil einen niedrigeren, konstanten Druck als im Hauptsystem – etwa wenn ein Spannzylinder mit weniger Druck arbeiten soll als der Rest der Maschine. Das DMV ist in Ruhestellung geöffnet (normal open): Es lässt das Öl normalerweise durch und beginnt erst zu drosseln, wenn der Druck am Ausgang den eingestellten Sekundärdruck erreicht. Steigt der Ausgangsdruck weiter, schließt es zunehmend und hält den Sekundärdruck konstant.

Dieser Unterschied ist entscheidend und eine häufige Fehlerquelle beim Schaltplanlesen:

Merkmal Druckbegrenzungsventil (DBV) Druckminderventil (DMV)
Aufgabe Maximaldruck begrenzen, Schutz Sekundärdruck konstant halten
Ruhestellung geschlossen (normal closed) geöffnet (normal open)
Reagiert auf Eingangsdruck (vor dem Ventil) Ausgangsdruck (hinter dem Ventil)
Wirkung bei Erreichen öffnet zum Tank drosselt / schließt

Daneben gibt es das Druckschaltventil (oft als Folgeventil bezeichnet): Es gibt einen zweiten Leitungsweg erst frei, wenn ein eingestellter Druck erreicht ist – etwa um zwei Arbeitsschritte druckabhängig nacheinander ablaufen zu lassen.

Warum Druck überhaupt der zentrale Begriff ist, zeigt der Zusammenhang am Zylinder. Der Druck im System erzeugt am Kolben eine Kraft:

p = F / A

  • p … Druck in bar
  • F … Kraft in N
  • A … Kolbenfläche in cm²

Mit der praktischen Einheitenkombination bar, N und cm² gilt: 1 bar wirkt auf 1 cm² mit einer Kraft von 10 N. Will ein Zylinder also eine bestimmte Kraft aufbringen, muss das Druckbegrenzungsventil mindestens auf den dafür nötigen Druck eingestellt sein – sonst öffnet es vorher und der Zylinder erreicht die Kraft nie. Den durchgängigen Calculator dazu findest du in Kapitel 5.

Gelöstes Beispiel

Ein Hydraulikzylinder mit 80 mm Kolbendurchmesser soll eine Presskraft von 30 000 N aufbringen. Auf welchen Mindestdruck muss das Druckbegrenzungsventil eingestellt sein?

Gegeben: Kolbendurchmesser d = 80 mm = 8 cm, Kraft F = 30 000 N

Gesucht: Mindestdruck p in bar

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Kolbenfläche:
    A = (d² · π) / 4 = (8² · π) / 4 = (64 · 3,1416) / 4 = 50,27 cm²
  2. Schritt 2 — Druck:
    p = F / (A · 10) = 30 000 / (50,27 · 10) = 30 000 / 502,7 = 59,7 bar

Ergebnis: rund 60 bar. Das DBV muss mindestens auf diesen Wert eingestellt sein, in der Praxis mit etwas Reserve darüber.

Übungen

Ein Zylinder mit 50 mm Kolbendurchmesser steht unter 100 bar Systemdruck. Welche Kraft entsteht am Kolben?

A = (5² · π)/4 = 19,63 cm²; F = p · A · 10 = 100 · 19,63 · 10 = 19 630 N ≈ 19,6 kN.

Welcher Druck ist nötig, damit ein Zylinder mit 63 mm Kolbendurchmesser eine Kraft von 25 000 N erzeugt?

A = (6,3² · π)/4 = 31,17 cm²; p = 25 000/(31,17 · 10) = 80,2 bar.

Ein Druckminderventil hält in einem Spannzweig 40 bar. Der Spannzylinder hat 40 mm Kolbendurchmesser. Welche Spannkraft ergibt sich?

A = (4² · π)/4 = 12,57 cm²; F = 40 · 12,57 · 10 = 5 027 N ≈ 5,0 kN.

Ein DBV ist auf 160 bar eingestellt. Ein Zylinder mit 100 mm Kolbendurchmesser fährt gegen einen festen Anschlag. Welche maximale Kraft kann theoretisch entstehen, bevor das DBV öffnet?

A = (10² · π)/4 = 78,54 cm²; F = 160 · 78,54 · 10 = 125 664 N ≈ 125,7 kN.

Eine Presse soll 200 kN aufbringen, der maximal zulässige Systemdruck beträgt 250 bar. Welchen Mindest-Kolbendurchmesser braucht der Zylinder?

benötigte Fläche A = F/(p · 10) = 200 000/(250 · 10) = 80 cm²; d = √(4A/π) = √(4 · 80/3,1416) = √101,9 = 10,1 cm ≈ 101 mm. Gewählt wird der nächstgrößere Normdurchmesser, z.B. 110 mm.

Ein Druckbegrenzungsventil und ein Druckminderventil sehen im Schaltplan ähnlich aus. Woran unterscheidet man ihre Grundfunktion zuverlässig?

  • a) Das DBV ist in Ruhestellung geöffnet, das DMV geschlossen
  • b) Das DBV ist in Ruhestellung geschlossen, das DMV geöffnet
  • c) Beide sind in Ruhestellung geschlossen, der Unterschied liegt nur im Druckwert
  • d) Beide sind in Ruhestellung geöffnet und drosseln bei Überdruck

Richtig: b)

Das ist das entscheidende Merkmal: Das DBV begrenzt den Maximaldruck und ist normalerweise geschlossen, es öffnet erst bei Überschreitung zum Tank. Das DMV soll dauerhaft Öl durchlassen und einen niedrigeren Sekundärdruck halten, also ist es normalerweise geöffnet und drosselt erst bei Erreichen des eingestellten Werts. Die übrigen Antworten kehren das um oder verwischen den Unterschied.

Ein Zylinder mit 63 mm Kolbendurchmesser soll 30 kN drücken. Worauf muss das DBV mindestens eingestellt sein?

  • a) Etwa 60 bar
  • b) Etwa 80 bar
  • c) Etwa 96 bar
  • d) Etwa 150 bar

Richtig: c)

A = (6,3² · π)/4 = 31,17 cm²; p = F/(A · 10) = 30 000/(31,17 · 10) = 96,3 bar. Bei einer geringeren Einstellung (a, b) öffnet das DBV, bevor die Kraft erreicht ist; 150 bar (d) ist unnötig hoch und entspricht nicht der Rechnung.

Warum ein Druckminderventil auf den Druck hinter dem Ventil reagiert, ein Druckbegrenzungsventil dagegen auf den Druck vor dem Ventil?

  • a) Weil das DMV den Ausgangsdruck konstant halten soll, das DBV den Eingangsdruck begrenzen
  • b) Weil beide denselben Druck messen, nur an anderer Stelle
  • c) Weil das DMV keine Feder besitzt
  • d) Weil das DBV den Tankdruck regelt

Richtig: a)

Die Aufgabe bestimmt die Messstelle: Das DMV soll am Verbraucher (Ausgang) einen konstanten, abgesenkten Druck garantieren, also muss es den Ausgangsdruck als Regelgröße verwenden. Das DBV soll das System vor zu hohem Druck schützen und greift den Eingangsdruck ab, um bei Überschreitung zum Tank zu öffnen. Beide besitzen Federn, und der Tankdruck ist nicht die Regelgröße des DBV.

5. Stromventile — die Geschwindigkeit bestimmen

Wie schnell ein Zylinder fährt, hängt nicht vom Druck ab, sondern vom Volumenstrom Q – also davon, wie viel Öl pro Zeit in den Zylinder strömt. Stromventile verkleinern diesen Volumenstrom und bestimmen damit die Geschwindigkeit. Sie können den Strom nur verringern, nie vergrößern; das überschüssige Öl muss anderweitig (meist über das DBV) abfließen.

Der Zusammenhang:

v = Q / A

  • v … Kolbengeschwindigkeit in m/s
  • Q … Volumenstrom in m³/s
  • A … Kolbenfläche in m²

Drosselventil: Eine einstellbare Verengung im Strömungsweg. Der durchgelassene Volumenstrom hängt vom Querschnitt und vom Druckabfall über der Drossel ab. Das bedeutet: Ändert sich die Last am Zylinder, ändert sich der Druckabfall – und damit auch die Geschwindigkeit. Ein Drosselventil ist also lastabhängig. Für grobe Geschwindigkeitseinstellungen reicht das, für gleichbleibende Geschwindigkeit bei wechselnder Last nicht.

Stromregelventil: Hier kommt die entscheidende Zusatzkomponente ins Spiel: die Druckwaage. Das Stromregelventil besteht aus einer einstellbaren Messdrossel und einem federbelasteten Regelkolben – eben dieser Druckwaage. Die Druckwaage misst den Druckabfall (das Druckgefälle, also die Druckdifferenz Δp) über der Messdrossel und hält ihn durch ständiges Nachregeln konstant. Da der Volumenstrom durch eine Drossel vom Druckgefälle Δp abhängt, bleibt bei konstantem Δp auch der Volumenstrom konstant – unabhängig von der Last. Genau das macht den Unterschied: Eine einfache Drossel lässt die Geschwindigkeit mit der Last schwanken, das Stromregelventil hält sie konstant.

Beim Einbau unterscheidet man, an welcher Seite des Zylinders gedrosselt wird:

  • Drossel im Zulauf (meter-in): Der zufließende Strom wird begrenzt. Gut bei ziehenden Lasten, problematisch bei drückenden Lasten, weil der Zylinder „durchsacken“ kann.
  • Drossel im Ablauf (meter-out): Der abfließende Strom wird begrenzt. Der Zylinder läuft gegen ein Ölpolster und damit ruhig, auch bei drückender Last. In der Praxis meist die sichere Wahl.

Man unterscheidet zudem das 2-Wege-Stromregelventil (Messdrossel und Druckwaage in Reihe, überschüssiges Öl muss über das DBV ab) und das 3-Wege-Stromregelventil (überschüssiges Öl wird über einen dritten Anschluss direkt abgezweigt, energetisch günstiger).

Einheiten richtig umrechnen

Die Formel v = Q / A gilt sauber nur in SI-Basiseinheiten (m³/s und m²). In der Werkstatt steht der Volumenstrom aber fast immer in Liter pro Minute (l/min) und die Fläche in cm², gewünscht ist die Geschwindigkeit in m/s oder mm/s. Diese Umrechnung ist die häufigste Fehlerquelle, deshalb einmal sauber hergeleitet.

Gegeben Q in l/min und A in cm². Wir rechnen alles auf cm und Sekunden:

  • 1 l = 1000 cm³
  • 1 min = 60 s
  • also: Q [l/min] = Q · 1000 / 60 cm³/s = Q · 16,67 cm³/s

Damit:

v = (Q · 16,67) / A

  • v … Geschwindigkeit in cm/s
  • Q … Volumenstrom in l/min
  • A … Kolbenfläche in cm²

Das Ergebnis ist in cm/s. Für mm/s mal 10, für m/s durch 100. Der Faktor 16,67 ist also kein Zauberwert, sondern einfach 1000/60 – die Umrechnung von Liter pro Minute auf Kubikzentimeter pro Sekunde.

Gelöstes Beispiel

Ein Zylinder mit 63 mm Kolbendurchmesser wird mit einem Volumenstrom von 20 l/min beaufschlagt. Wie schnell fährt der Kolben aus?

Gegeben: Kolbendurchmesser d = 63 mm = 6,3 cm, Volumenstrom Q = 20 l/min

Gesucht: Ausfahrgeschwindigkeit v in cm/s und mm/s

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Kolbenfläche:
    A = (6,3² · π) / 4 = (39,69 · 3,1416) / 4 = 31,17 cm²
  2. Schritt 2 — Volumenstrom umrechnen und einsetzen:
    v = (Q · 16,67) / A = (20 · 16,67) / 31,17 = 333,4 / 31,17 = 10,70 cm/s

Ergebnis: 10,70 cm/s, also rund 107 mm/s oder 0,107 m/s.

Übungen

Ein Zylinder mit 50 mm Kolbendurchmesser erhält 15 l/min. Wie schnell fährt er aus (in cm/s)?

A = (5² · π)/4 = 19,63 cm²; v = (15 · 16,67)/19,63 = 250/19,63 = 12,74 cm/s.

Welcher Volumenstrom ist nötig, damit ein Zylinder mit 80 mm Kolbendurchmesser mit 8 cm/s ausfährt?

A = (8² · π)/4 = 50,27 cm²; Q = v · A / 16,67 = 8 · 50,27/16,67 = 24,1 l/min.

Ein Zylinder fährt mit 20 l/min und 100 mm Kolbendurchmesser aus. Beim Einfahren (Ringseite, Stangendurchmesser 56 mm) bleibt der Volumenstrom gleich. Wie unterscheiden sich Aus- und Einfahrgeschwindigkeit?

A_Auge = (10² · π)/4 = 78,54 cm² → v_aus = (20 · 16,67)/78,54 = 4,24 cm/s. A_Ring = ((10² − 5,6²) · π)/4 = (100 − 31,36)·0,7854 = 53,90 cm² → v_ein = (20 · 16,67)/53,90 = 6,18 cm/s. Der Kolben fährt schneller ein, weil die Ringfläche kleiner ist.

Ein Drosselventil reduziert den Volumenstrom zu einem Zylinder (63 mm) von 30 auf 12 l/min. Um welchen Faktor ändert sich die Geschwindigkeit?

Bei gleicher Fläche ist v proportional zu Q. 12/30 = 0,4, die Geschwindigkeit sinkt also auf 40 % des ursprünglichen Werts.

Ein Stromregelventil hält 10 l/min konstant. Der Zylinder (90 mm) fährt erst gegen eine kleine, dann gegen eine große Last. Wie verhält sich die Ausfahrgeschwindigkeit?

A = (9² · π)/4 = 63,62 cm²; v = (10 · 16,67)/63,62 = 2,62 cm/s. Da das Stromregelventil über die Druckwaage das Druckgefälle und damit den Volumenstrom konstant hält, bleibt v bei beiden Lasten gleich bei 2,62 cm/s – das ist der Sinn der Lastunabhängigkeit.

Warum hält ein Stromregelventil die Geschwindigkeit auch bei wechselnder Last konstant, ein einfaches Drosselventil aber nicht?

  • a) Weil das Stromregelventil den Druck erhöht
  • b) Weil das Drosselventil keine Verengung besitzt
  • c) Weil das Stromregelventil den Volumenstrom vergrößern kann
  • d) Weil eine Druckwaage das Druckgefälle über der Messdrossel konstant hält

Richtig: d)

Der Durchfluss durch eine Drossel hängt vom Druckgefälle ab. Beim einfachen Drosselventil schwankt dieses Gefälle mit der Last, also schwankt die Geschwindigkeit. Das Stromregelventil enthält eine Druckwaage (Regelkolben), die das Druckgefälle über der Messdrossel ständig konstant hält – damit bleibt der Volumenstrom und die Geschwindigkeit unabhängig von der Last. Den Druck erhöhen oder den Volumenstrom vergrößern kann kein Stromventil; eine fehlende Verengung ist sachlich falsch.

Ein Zylinder mit 80 mm Kolbendurchmesser erhält 25 l/min. Wie groß ist die Ausfahrgeschwindigkeit etwa?

  • a) Etwa 5,3 cm/s
  • b) Etwa 8,3 cm/s
  • c) Etwa 12,5 cm/s
  • d) Etwa 25 cm/s

Richtig: b)

A = (8² · π)/4 = 50,27 cm²; v = (25 · 16,67)/50,27 = 416,75/50,27 = 8,29 cm/s. Wer den Faktor 16,67 vergisst oder die Fläche falsch rechnet, landet bei den übrigen Werten.

Bei welcher Anordnung läuft ein Zylinder gegen eine drückende Last am ruhigsten?

  • a) Drossel im Ablauf (meter-out)
  • b) Drossel im Zulauf (meter-in)
  • c) ganz ohne Stromventil
  • d) mit einem Wechselventil im Ablauf

Richtig: a)

Bei drückender Last würde eine Zulaufdrosselung den Zylinder „durchsacken“ lassen, weil die Last das Öl vorauseilend wegdrückt. Die Ablaufdrosselung baut auf der ablaufenden Seite ein Ölpolster auf, gegen das der Kolben gleichmäßig läuft – das ergibt die ruhige Bewegung. Ohne Stromventil gibt es keine Geschwindigkeitskontrolle; ein Wechselventil ist ein Sperrventil und drosselt nicht.

6. Bauformen und Ventilanordnung in der Praxis

Bisher ging es um die Funktion. Genauso wichtig für die Praxis ist die Bauform – sie entscheidet über Leckage, Schaltgeschwindigkeit und Druckfestigkeit.

Sitzventil: Ein Schließglied (Kugel, Kegel, Teller) dichtet auf einem Sitz ab. Sitzventile schließen praktisch leckagefrei und halten hohe Drücke – ideal, wenn ein Verbraucher dicht gehalten werden muss (z.B. Lasthaltung). Rückschlagventile sind typische Sitzventile.

Schieberventil: Ein zylindrischer Kolben (Schieber) verschiebt sich im Gehäuse und verbindet je nach Stellung verschiedene Anschlüsse. Schieberventile lassen sich fein in viele Stellungen bringen und sind die übliche Bauform für Wegeventile. Ihr Nachteil: Zwischen Schieber und Gehäuse bleibt ein schmaler Spalt, also eine geringe Leckage. Für dauerhaftes Lasthalten sind sie deshalb weniger geeignet.

Bei der Einbauart unterscheidet man:

  • Rohreinbau: Das Ventil wird direkt in die Leitung eingeschraubt. Einfach, für kleine Anlagen.
  • Plattenaufbau (CETOP-Lochbild): Das Ventil sitzt auf einer genormten Anschlussplatte mit standardisiertem Lochbild. Ventile lassen sich tauschen, ohne Leitungen zu lösen – Standard im Maschinenbau.
  • Patroneneinbau (Cartridge): Das Ventil wird als Einschraubpatrone in einen Steuerblock gesetzt. Kompakt, viele Funktionen auf engem Raum.
  • Ventilblock: Mehrere Ventile sind in einem gebohrten Metallblock zusammengefasst. Wenig Verrohrung, wenig Leckstellen.

Ein zentrales Auswahlkriterium ist die Nenngröße (Nennweite) – sie gibt an, für welchen Volumenstrom ein Ventil ausgelegt ist. Ein zu klein gewähltes Ventil erzeugt einen hohen Druckabfall und wird heiß; ein zu großes ist unnötig teuer und träge.

Als Ausblick: Proportional- und Servoventile sind stetig verstellbare Wegeventile. Statt fester Schaltstellungen folgt der Schieber einem elektrischen Signal proportional, sodass sich Richtung und Menge stufenlos und sehr schnell steuern lassen. Sie sind die Brücke zwischen klassischer Hydraulik und elektronischer Regelung und Grundlage moderner geregelter Antriebe.

Für die dauerhafte, dichte Lasthaltung eines angehobenen Zylinders ist welche Bauform am besten geeignet?

  • a) Schieberventil, weil es fein schaltbar ist
  • b) Sitzventil, weil es praktisch leckagefrei schließt
  • c) Proportionalventil, weil es stufenlos regelt
  • d) jedes Wegeventil in Mittelstellung

Richtig: b)

Lasthaltung verlangt absolute Dichtheit über längere Zeit – das leistet das Sitzventil, weil das Schließglied auf einem Sitz leckagefrei abdichtet. Schieberventile haben prinzipbedingt einen Leckspalt, durch den die Last langsam absackt. Ein Proportionalventil ist ein Schieberventil und damit ebenfalls nicht leckagefrei.

Was ist der wesentliche Vorteil des Plattenaufbaus mit CETOP-Lochbild gegenüber dem Rohreinbau?

  • a) Das Ventil ist grundsätzlich druckfester
  • b) Der Volumenstrom wird automatisch geregelt
  • c) Ventile lassen sich tauschen, ohne Leitungen zu öffnen
  • d) Es entfällt die Notwendigkeit eines Druckbegrenzungsventils

Richtig: c)

Beim Plattenaufbau sitzt das Ventil auf einer genormten Anschlussplatte; beim Tausch löst man nur die Befestigungsschrauben, die Leitungen bleiben an der Platte. Das spart Zeit und hält das Öl sauber. Die Druckfestigkeit hängt von der Ventilkonstruktion ab, nicht vom Lochbild; eine automatische Regelung oder den Wegfall des DBV bewirkt der Plattenaufbau nicht.

Wodurch unterscheidet sich ein Proportionalventil von einem klassischen Wegeventil?

  • a) Es hat keine Anschlüsse
  • b) Es arbeitet ohne Öl
  • c) Es kann nur sperren, nicht durchlassen
  • d) Der Schieber folgt einem elektrischen Signal stufenlos statt fester Schaltstellungen

Richtig: d)

Beim Proportionalventil verschiebt sich der Schieber proportional zu einem elektrischen Eingangssignal, sodass Richtung und Durchflussmenge stufenlos einstellbar sind – im Gegensatz zu den festen Stellungen eines klassischen Wegeventils. Anschlüsse und Öldurchfluss bleiben selbstverständlich vorhanden.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Zylinder mit 90 mm Kolbendurchmesser soll 45 000 N drücken.

Gegeben: d = 90 mm = 9 cm; F = 45 000 N

Gesucht: Mindestdruck p in bar

Lösungsweg:

A = (9² · π)/4 = 63,62 cm²; p = F/(A · 10) = 45 000/636,2 = 70,7 bar

Ergebnis: rund 71 bar.

Aufgabe 2: Ein Druckbegrenzungsventil ist auf 200 bar eingestellt. Welche maximale Kraft kann ein Zylinder mit 63 mm Kolbendurchmesser erreichen?

Gegeben: p = 200 bar; d = 63 mm = 6,3 cm

Gesucht: F in N

Lösungsweg:

A = (6,3² · π)/4 = 31,17 cm²; F = p · A · 10 = 200 · 31,17 · 10 = 62 340 N

Ergebnis: rund 62,3 kN.

Aufgabe 3: Ein Zylinder mit 50 mm Kolbendurchmesser erhält 18 l/min.

Gegeben: d = 50 mm = 5 cm; Q = 18 l/min

Gesucht: Ausfahrgeschwindigkeit v in cm/s

Lösungsweg:

A = (5² · π)/4 = 19,63 cm²; v = (18 · 16,67)/19,63 = 300/19,63 = 15,28 cm/s

Ergebnis: rund 15,3 cm/s.

Aufgabe 4: Welcher Volumenstrom ist nötig, damit ein Zylinder mit 100 mm Kolbendurchmesser mit 6 cm/s ausfährt?

Gegeben: d = 100 mm = 10 cm; v = 6 cm/s

Gesucht: Q in l/min

Lösungsweg:

A = (10² · π)/4 = 78,54 cm²; Q = v · A/16,67 = 6 · 78,54/16,67 = 28,3 l/min

Ergebnis: rund 28,3 l/min.

Aufgabe 5: Ein Zylinder (Kolben 80 mm, Stange 45 mm) wird mit 30 l/min betrieben. Berechne Ausfahr- und Einfahrgeschwindigkeit.

Gegeben: d_K = 8 cm; d_St = 4,5 cm; Q = 30 l/min

Gesucht: v_aus und v_ein in cm/s

Lösungsweg:

A_Auge = (8² · π)/4 = 50,27 cm² → v_aus = (30 · 16,67)/50,27 = 9,95 cm/s. A_Ring = ((8² − 4,5²) · π)/4 = (64 − 20,25)·0,7854 = 34,36 cm² → v_ein = (30 · 16,67)/34,36 = 14,55 cm/s

Ergebnis: ausfahren rund 9,95 cm/s, einfahren rund 14,55 cm/s.

Aufgabe 6: Eine Presse braucht 150 kN, der maximale Systemdruck ist 250 bar. Welcher Kolbendurchmesser ist mindestens nötig?

Gegeben: F = 150 000 N; p = 250 bar

Gesucht: Mindest-Kolbendurchmesser d

Lösungsweg:

A = F/(p · 10) = 150 000/2500 = 60 cm²; d = √(4A/π) = √(240/3,1416) = √76,4 = 8,74 cm

Ergebnis: rund 87 mm, gewählt nächstgrößer z.B. 90 mm.

Welche Ventilgruppe bestimmt, in welche Leitung das Öl fließt?

  • a) Wegeventil
  • b) Druckventil
  • c) Stromventil
  • d) Sperrventil

Richtig: a)

Das Wegeventil verbindet über seine Schaltstellungen die Anschlüsse so, dass das Öl in die gewünschte Leitung gelangt – es steuert die Richtung. Stromventile steuern die Menge, Druckventile den Druck, Sperrventile lassen nur eine Durchflussrichtung zu.

Ein 4/3-Wegeventil hat in Mittelstellung alle vier Anschlüsse gesperrt. Welche Folge hat das für die Pumpe?

  • a) Die Pumpe fördert drucklos im Umlauf
  • b) Die Pumpe steht still
  • c) Der Zylinder fährt frei
  • d) Die Pumpe fördert gegen das Druckbegrenzungsventil

Richtig: d)

Sind alle Anschlüsse gesperrt (Sperrstellung), kann das geförderte Öl nirgends hin und der Druck steigt, bis das Druckbegrenzungsventil öffnet und das Öl zum Tank ablässt. Die Pumpe arbeitet also gegen den vollen Systemdruck. Drucklos im Umlauf wäre die P→T-Umlaufstellung; die Pumpe läuft weiter, statt stillzustehen; der Zylinder ist gesperrt, nicht frei.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen Druckbegrenzungs- und Druckminderventil?

  • a) DBV begrenzt den Maximaldruck und ist normal geschlossen, DMV hält einen Sekundärdruck und ist normal geöffnet
  • b) DBV ist normal geöffnet, DMV normal geschlossen
  • c) Nur die Federfarbe unterscheidet sich
  • d) Das DMV begrenzt den Maximaldruck, das DBV senkt ihn

Richtig: a)

Das DBV schützt vor Überlast, ist in Ruhe geschlossen und öffnet bei Überschreitung zum Tank. Das DMV hält einen abgesenkten konstanten Sekundärdruck und ist in Ruhe geöffnet, es drosselt bei Erreichen des Werts. Antwort b und d kehren die Funktionen um, c ist kein technisches Merkmal.

Warum ist ein einfaches Drosselventil lastabhängig?

  • a) Weil es keine Verengung hat
  • b) Weil der Durchfluss vom Druckabfall über der Drossel abhängt, der sich mit der Last ändert
  • c) Weil es eine Druckwaage besitzt
  • d) Weil es den Druck konstant hält

Richtig: b)

Der Volumenstrom durch eine Drossel hängt vom Druckgefälle. Ändert sich die Last, ändert sich dieses Gefälle und damit der Durchfluss – die Geschwindigkeit schwankt. Eine Druckwaage (c) besitzt nur das Stromregelventil; gerade deren Fehlen macht das Drosselventil lastabhängig.

Welche Komponente macht ein Stromregelventil lastunabhängig?

  • a) eine zweite Drossel
  • b) ein Wechselventil
  • c) die Druckwaage, die das Druckgefälle konstant hält
  • d) ein Druckbegrenzungsventil im Ablauf

Richtig: c)

Die Druckwaage (ein federbelasteter Regelkolben) hält das Druckgefälle über der Messdrossel konstant. Da der Durchfluss durch eine Drossel vom Druckgefälle abhängt, bleibt bei konstantem Gefälle auch der Volumenstrom konstant – unabhängig von der Last. Die anderen Bauteile leisten das nicht.

Ein entsperrbares Rückschlagventil wird an einer Hebebühne eingesetzt. Welche Sicherheitsfunktion erfüllt es?

  • a) Es begrenzt den Hubweg
  • b) Es regelt die Hubgeschwindigkeit lastunabhängig
  • c) Es senkt den Systemdruck
  • d) Es hält die Last und gibt den Rücklauf erst bei anliegendem Steuerdruck frei

Richtig: d)

Das entsperrbare Rückschlagventil sperrt den Rücklauf und hält damit die angehobene Last auch bei Leitungsausfall. Erst wenn gezielt Steuerdruck anliegt, öffnet es und die Last kann kontrolliert abgesenkt werden. Hubwegbegrenzung, Geschwindigkeitsregelung oder Druckabsenkung sind Aufgaben anderer Ventile.

Bei welcher Bauform tritt prinzipbedingt eine geringe Leckage auf?

  • a) Sitzventil
  • b) Schieberventil
  • c) Rückschlagventil
  • d) Kegelsitzventil

Richtig: b)

Beim Schieberventil bewegt sich ein Kolben in einer Bohrung; der nötige Spalt zwischen Schieber und Gehäuse lässt eine geringe Leckage zu. Sitzventile – dazu gehören Rückschlag- und Kegelsitzventile – dichten dagegen leckagefrei auf einem Sitz auf.

Ein Zylinder mit 63 mm Kolbendurchmesser soll mit 20 l/min ausfahren. Wie schnell ist das?

  • a) Etwa 10,7 cm/s
  • b) Etwa 6,4 cm/s
  • c) Etwa 16,7 cm/s
  • d) Etwa 20 cm/s

Richtig: a)

A = (6,3² · π)/4 = 31,17 cm²; v = (20 · 16,67)/31,17 = 333,4/31,17 = 10,70 cm/s. Wer den Umrechnungsfaktor weglässt oder die Fläche falsch ansetzt, kommt auf die übrigen Werte.

Warum drosselt man bei einer drückenden (ziehenden) Last bevorzugt im Ablauf statt im Zulauf?

  • a) Weil im Zulauf kein Öl fließt
  • b) Weil im Ablauf höhere Drücke zulässig sind
  • c) Weil die Zulaufdrosselung den Zylinder blockiert
  • d) Weil die Ablaufdrosselung ein Ölpolster aufbaut und ein Durchsacken verhindert

Richtig: d)

Bei drückender Last würde Zulaufdrosselung den Zylinder vorauseilen und durchsacken lassen, weil die Last selbst Öl ansaugt. Die Ablaufdrosselung hält auf der ablaufenden Seite einen Gegendruck (Ölpolster), gegen den der Kolben gleichmäßig und kontrolliert läuft.

Welche Aussage zum Wechselventil ist korrekt?

  • a) Es verbindet immer beide Eingänge mit dem Ausgang
  • b) Es führt am Ausgang den jeweils höheren der beiden Eingangsdrücke (ODER-Funktion)
  • c) Es bildet den Mittelwert beider Eingangsdrücke
  • d) Es sperrt, sobald an beiden Eingängen Druck anliegt

Richtig: b)

Im Wechselventil wird das Schließglied vom höheren Druck auf die Seite des niedrigeren gedrückt und sperrt diesen ab; der höhere Druck erscheint am Ausgang – das entspricht einer ODER-Verknüpfung. Es gibt weder eine Mittelwertbildung noch eine gleichzeitige Verbindung beider Eingänge noch eine Sperrung bei beidseitigem Druck.

Ein DBV ist auf 120 bar eingestellt, ein Zylinder mit 80 mm Kolben fährt gegen einen festen Anschlag. Welche Kraft entsteht maximal?

  • a) Etwa 30 kN
  • b) Etwa 45 kN
  • c) Etwa 60 kN
  • d) Etwa 95 kN

Richtig: c)

A = (8² · π)/4 = 50,27 cm²; F = p · A · 10 = 120 · 50,27 · 10 = 60 324 N ≈ 60,3 kN. Höher kann der Druck nicht steigen, weil das DBV bei 120 bar öffnet.

Welche Einbauart fasst mehrere Ventilfunktionen in einem gebohrten Metallblock zusammen?

  • a) Rohreinbau
  • b) Einzelmontage in der Leitung
  • c) Wechselventil
  • d) Ventilblock

Richtig: d)

Beim Ventilblock werden die Strömungswege und Ventilsitze direkt in einen Metallblock gebohrt, sodass mehrere Funktionen ohne äußere Verrohrung zusammengefasst sind – das reduziert Leckstellen und Bauraum. Rohr- und Einzeleinbau verlegen jede Verbindung als Leitung; das Wechselventil ist eine Ventilart, keine Einbauform.

Glossar

Wegeventil
Ventil, das den Ölstrom in bestimmte Leitungen lenkt; benannt nach Anschlusszahl/Schaltstellungszahl (z.B. 4/3-Wegeventil).
Schaltstellung
Eine mögliche Stellung eines Wegeventils, in der die Anschlüsse auf eine bestimmte Weise verbunden sind; im Symbol als Quadrat dargestellt.
Ruhestellung
Stellung, die ein Ventil ohne Betätigung einnimmt, meist durch eine Feder gehalten.
Mittelstellung
Die mittlere Schaltstellung eines 4/3-Wegeventils (Sperr-, Umlauf- oder Schwimmstellung), die das Verhalten im Stillstand bestimmt.
Rückschlagventil
Sperrventil, das den Durchfluss nur in eine Richtung zulässt; ein gefedertes Schließglied (Kugel/Kegel) dichtet in Gegenrichtung ab.
Entsperrbares Rückschlagventil
Rückschlagventil mit Steueranschluss, das per Steuerdruck auch in Sperrrichtung geöffnet werden kann; dient der sicheren Lasthaltung.
Wechselventil
Sperrventil mit zwei Eingängen und einem Ausgang; verbindet den Eingang mit dem höheren Druck zum Ausgang (ODER-Funktion).
Druckbegrenzungsventil (DBV)
Druckventil, das den maximalen Systemdruck begrenzt; in Ruhestellung geschlossen, öffnet bei Überschreitung zum Tank.
Druckminderventil (DMV)
Druckventil, das in einem Anlagenteil einen konstanten, abgesenkten Sekundärdruck hält; in Ruhestellung geöffnet, drosselt bei Erreichen des Werts.
Öffnungsdruck
Druck, der nötig ist, um die Federkraft eines Ventils zu überwinden und es zu öffnen.
Drosselventil
Stromventil mit einstellbarer Verengung; lastabhängig, weil der Durchfluss vom Druckabfall über der Drossel abhängt.
Stromregelventil
Stromventil, das den Volumenstrom lastunabhängig konstant hält.
Druckwaage
Federbelasteter Regelkolben im Stromregelventil, der das Druckgefälle über der Messdrossel konstant hält und so den Volumenstrom lastunabhängig macht.
Sitzventil
Bauform, bei der ein Schließglied auf einem Sitz leckagefrei abdichtet; hohe Druckfestigkeit.
Schieberventil
Bauform, bei der ein Kolben im Gehäuse verschoben wird; fein schaltbar, aber mit geringer Leckage.
Proportionalventil
Stetig verstellbares Wegeventil, dessen Schieber einem elektrischen Signal proportional folgt; steuert Richtung und Menge stufenlos.
Nenngröße (Nennweite)
Auslegungsgröße eines Ventils, die angibt, für welchen Volumenstrom es ausgelegt ist.

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