Drehbewegung und Drehmoment
Fast alles, was sich in einer Maschine bewegt, dreht sich: Wellen, Zahnräder, Motorläufer, Lüfterräder, Bohrspindeln. Wer mit Antrieben, Getrieben oder Motoren arbeitet, kommt an der Drehbewegung nicht vorbei. Das Gute daran: Die Physik dahinter folgt denselben Grundgedanken wie die geradlinige Bewegung, die du schon kennst. Statt Weg, Geschwindigkeit und Kraft betrachtet man die drehenden Gegenstücke — Drehwinkel, Winkelgeschwindigkeit und Drehmoment.
Dieser Beitrag baut Schritt für Schritt diese Brücke. Am Ende verstehst du, warum ein Motor mit hoher Drehzahl und wenig Moment dieselbe Leistung haben kann wie einer mit niedriger Drehzahl und viel Moment — und warum genau das der Schlüssel zum Verständnis von Getrieben ist.
Vorwissen
- Kraft, Masse, Beschleunigung
- Arbeit, Energie, Leistung
- Trigonometrie am rechtwinkligen Dreieck
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- eine Drehbewegung von einer geradlinigen Bewegung unterscheiden und die wichtigsten Größen einander zuordnen
- Drehzahl und Winkelgeschwindigkeit ineinander umrechnen und die Umfangsgeschwindigkeit berechnen
- ein Drehmoment aus Kraft und Hebelarm berechnen, auch wenn die Kraft schräg angreift
- den Zusammenhang zwischen Drehmoment, Drehzahl und mechanischer Leistung anwenden
- aus einer gegebenen Motorleistung das Drehmoment an der Welle bestimmen
1. Was ist eine Drehbewegung?
Stell dir einen Schlitten vor, der geradeaus über eine Schiene gleitet. Seine Bewegung beschreibst du mit dem zurückgelegten Weg, seiner Geschwindigkeit und der Kraft, die ihn antreibt. Das ist die translatorische Bewegung — eine Bewegung längs einer Geraden.
Jetzt nimm stattdessen ein Rad, das sich um seine Achse dreht. Es legt keinen Weg im üblichen Sinn zurück, sondern es überstreicht einen Winkel. Das ist die rotatorische Bewegung — eine Drehung um eine feste Drehachse.
Der Trick beim Lernen: Fast jede Größe der geradlinigen Bewegung hat ein direktes Gegenstück bei der Drehung. Diese Tabelle ist der rote Faden für den ganzen Beitrag:
| Geradlinige Bewegung | Drehbewegung | Einheit (Drehung) |
|---|---|---|
| Weg s | Drehwinkel phi | rad |
| Geschwindigkeit v | Winkelgeschwindigkeit omega | rad/s |
| Kraft F | Drehmoment M | Nm |
| Masse m | Massenträgheitsmoment J | kg·m² |
Der Drehwinkel im Bogenmaß
Einen Winkel kennst du in Grad: eine volle Umdrehung sind 360°. In der Technik rechnet man Drehungen aber meist im Bogenmaß mit der Einheit Radiant (rad). Das Bogenmaß misst den Winkel über die Länge des Kreisbogens, geteilt durch den Radius.
phi = b / r
- phi … Drehwinkel im Bogenmaß in rad
- b … Länge des Kreisbogens in m
- r … Radius in m
Eine volle Umdrehung entspricht dem gesamten Kreisumfang. Weil der Umfang 2·π·r beträgt und man durch r teilt, bleibt für eine volle Umdrehung der Wert 2·π ≈ 6,2832 rad.
Merke dir den Eckwert: Eine volle Umdrehung sind 2π rad, also rund 6,28 rad. Das Bogenmaß hat den großen Vorteil, dass es sich direkt mit dem Radius verrechnen lässt — genau das brauchen wir im nächsten Kapitel.
Gelöstes Beispiel
Ein Point auf einem Schleifrad bewegt sich auf einem Bogen von 0,47 m Länge. Der Punkt liegt 150 mm von der Drehachse entfernt. Welchen Winkel im Bogenmaß hat das Rad überstrichen, und wie viele Umdrehungen sind das?
Gegeben: b = 0,47 m; r = 150 mm = 0,15 m
Gesucht: phi in rad und Anzahl Umdrehungen
Lösungsweg:
- Winkel im Bogenmaß: phi = b / r = 0,47 m / 0,15 m = 3,13 rad
- Umrechnung in Umdrehungen: Eine Umdrehung = 2π rad = 6,28 rad; Umdrehungen = 3,13 / 6,28 = 0,50
Ergebnis: phi = 3,13 rad, das entspricht etwa einer halben Umdrehung.
Übungen
Wie viele Radiant sind 90°?
90° sind ein Viertel einer Umdrehung, also (2π)/4 = π/2 = 1,57 rad.
Ein Bohrer dreht sich um 4,5 volle Umdrehungen. Wie groß ist der Drehwinkel im Bogenmaß?
phi = 4,5 · 2π = 4,5 · 6,28 = 28,27 rad.
Ein Point im Abstand r = 0,2 m von der Achse legt einen Bogen von 1,0 m zurück. Wie groß ist der überstrichene Winkel?
phi = b / r = 1,0 / 0,2 = 5,0 rad.
Rechne 270° ins Bogenmaß um.
270° sind drei Viertel einer Umdrehung: phi = 0,75 · 2π = 4,71 rad.
Ein Werkstück auf einem Drehtisch (r = 0,35 m) soll sich auf einer Bogenlänge von genau 2,2 m bewegen. Welcher Drehwinkel ist das in Grad? Reicht eine volle Umdrehung?
phi = 2,2 / 0,35 = 6,29 rad. Das ist minimal mehr als 2π (6,28 rad), also etwas mehr als eine volle Umdrehung — rund 360,3°. Eine Umdrehung reicht damit knapp nicht aus.
Worin unterscheidet sich die rotatorische von der translatorischen Bewegung grundlegend?
- a) Bei der Rotation wird ein Drehwinkel überstrichen statt eines geraden Weges
- b) Die rotatorische Bewegung benötigt keine Kraft
- c) Die translatorische Bewegung hat keine Geschwindigkeit
- d) Beide Bewegungsarten sind physikalisch nicht vergleichbar
Richtig: a)
Bei der Drehung überstreicht ein Körper einen Winkel um eine Achse, statt einen geraden Weg zurückzulegen. Antwort b und c sind sachlich falsch — auch eine Drehung braucht eine Ursache und hat eine Geschwindigkeit. d ist falsch, weil sich die Größen gerade sehr gut einander zuordnen lassen.
Ein Rad überstreicht einen Drehwinkel von genau π rad. Welcher Bruchteil einer vollen Umdrehung ist das?
- a) Eine Viertelumdrehung
- b) Eine ganze Umdrehung
- c) Zwei volle Umdrehungen
- d) Eine halbe Umdrehung
Richtig: d)
Eine volle Umdrehung sind 2π rad. π rad ist die Hälfte davon, also eine halbe Umdrehung. Wer 2π mit π verwechselt, landet bei a oder b.
Warum rechnet man Drehwinkel in der Technik bevorzugt im Bogenmaß statt in Grad?
- a) Weil Grad in Österreich verboten sind
- b) Weil das Bogenmaß größere Zahlenwerte liefert
- c) Weil Grad nur für Kreise unter 1 m Durchmesser gelten
- d) Weil sich das Bogenmaß direkt mit dem Radius zu Bogenlängen verrechnen lässt
Richtig: d)
Das Bogenmaß ist definiert als Bogenlänge geteilt durch Radius. Dadurch lassen sich Winkel, Radius und tatsächlich zurückgelegte Strecke direkt miteinander verrechnen — das ist die basis für die Umfangsgeschwindigkeit. Die anderen Antworten sind frei erfunden.
2. Winkelgeschwindigkeit und Drehzahl
Bei der geradlinigen Bewegung sagt die Geschwindigkeit, wie viel Weg pro Zeit zurückgelegt wird. Bei der Drehung übernimmt das die Winkelgeschwindigkeit omega: Sie gibt an, welcher Drehwinkel pro Sekunde überstrichen wird, gemessen in rad/s.
omega = phi / t
- omega … Winkelgeschwindigkeit in rad/s
- phi … überstrichener Drehwinkel in rad
- t … Zeit in s
In der Werkstatt spricht aber kaum jemand von rad/s. Dort zählt die Drehzahl n — die Anzahl der Umdrehungen pro Zeit. Auf Typenschildern und in Datenblättern steht sie fast immer in Umdrehungen pro Minute (1/min, oft als min⁻¹ oder U/min geschrieben).
Der Zusammenhang zwischen n und omega
Bei einer Umdrehung wird der Winkel 2π rad überstrichen. Dreht sich etwas n-mal pro Sekunde, ist die Winkelgeschwindigkeit also:
omega = 2 * pi * n
- omega … Winkelgeschwindigkeit in rad/s
- n … Drehzahl in 1/s
Aufpassen bei der Einheit: Diese Formel braucht die Drehzahl in Umdrehungen pro Sekunde (1/s). Steht die Drehzahl in 1/min, musst du zuerst durch 60 teilen. Das ist eine der häufigsten Fehlerquellen beim Rechnen mit Drehzahlen.
n (in 1/s) = n (in 1/min) / 60
Umfangsgeschwindigkeit
Ein Punkt am Rand eines drehenden Rades bewegt sich tatsächlich durch den Raum — je weiter außen, desto schneller. Diese Umfangsgeschwindigkeit v ergibt sich aus Winkelgeschwindigkeit und Radius:
v = omega * r
- v … Umfangsgeschwindigkeit in m/s
- omega … Winkelgeschwindigkeit in rad/s
- r … Abstand von der Drehachse in m
Hier zeigt sich der Nutzen des Bogenmaßes: Weil omega in rad/s vorliegt, kommt direkt eine Geschwindigkeit in m/s heraus, ohne Umrechnungsfaktor.
Gelöstes Beispiel
Ein Motor läuft mit einer Drehzahl von 2880 1/min. Auf seiner Welle sitzt eine Riemenscheibe mit 80 mm Radius. Wie groß sind Winkelgeschwindigkeit und Umfangsgeschwindigkeit am Scheibenrand?
Gegeben: n = 2880 1/min; r = 80 mm = 0,08 m
Gesucht: omega in rad/s, v in m/s
Lösungsweg:
- Drehzahl in 1/s: n = 2880 / 60 = 48 1/s
- Winkelgeschwindigkeit: omega = 2π · 48 = 301,59 rad/s
- Umfangsgeschwindigkeit: v = omega · r = 301,59 · 0,08 = 24,13 m/s
Ergebnis: omega = 301,59 rad/s, v = 24,13 m/s
Übungen
Rechne eine Drehzahl von 600 1/min in 1/s um.
n = 600 / 60 = 10 1/s.
Eine Welle dreht mit 25 1/s. Wie groß ist ihre Winkelgeschwindigkeit?
omega = 2π · 25 = 157,08 rad/s.
Ein Lüfterrad (r = 0,25 m) dreht mit 900 1/min. Welche Umfangsgeschwindigkeit hat die Flügelspitze?
n = 900/60 = 15 1/s; omega = 2π·15 = 94,25 rad/s; v = 94,25 · 0,25 = 23,56 m/s.
Eine Schleifscheibe darf am Umfang höchstens 35 m/s erreichen. Ihr Radius ist 0,15 m. Welche Drehzahl in 1/min darf nicht überschritten werden?
omega = v/r = 35/0,15 = 233,3 rad/s; n = omega/(2π) = 37,14 1/s; in 1/min: 37,14 · 60 = 2228 1/min.
Zwei Punkte auf einer Scheibe liegen bei r₁ = 0,05 m und r₂ = 0,20 m. Die Scheibe dreht mit konstanter Drehzahl. Um welchen Faktor unterscheiden sich ihre Umfangsgeschwindigkeiten, und warum nicht ihre Winkelgeschwindigkeiten?
Die Winkelgeschwindigkeit ist für beide gleich, weil beide denselben Drehwinkel pro Zeit überstreichen. Die Umfangsgeschwindigkeit ist proportional zu r, also v₂/v₁ = 0,20/0,05 = 4. Der äußere Punkt ist viermal so schnell.
Ein Motor dreht mit 3000 1/min. Welcher Wert muss in die Formel omega = 2π·n eingesetzt werden?
- a) 50
- b) 3000
- c) 180000
- d) 6,28
Richtig: a)
Die Formel verlangt die Drehzahl in 1/s. 3000 1/min geteilt durch 60 ergibt 50 1/s. Wer 3000 direkt einsetzt (b), bekommt ein 60-fach zu großes Ergebnis; c wäre die Multiplikation mit 60 statt der Division.
Zwei Punkte auf einer rotierenden Scheibe liegen unterschiedlich weit von der Achse entfernt. Welche Aussage stimmt?
- a) Der äußere Punkt hat eine größere Winkelgeschwindigkeit
- b) Beide haben dieselbe Umfangsgeschwindigkeit
- c) Beide haben dieselbe Winkelgeschwindigkeit, aber unterschiedliche Umfangsgeschwindigkeit
- d) Der innere Punkt hat die größere Umfangsgeschwindigkeit
Richtig: c)
Beide Punkte überstreichen denselben Winkel pro Zeit, also ist omega gleich. Die Umfangsgeschwindigkeit v = omega·r hängt aber vom Radius ab, deshalb ist der äußere Punkt schneller. Das schließt a, b und d aus.
Eine Schleifscheibe wird auf eine Maschine mit höherer Drehzahl montiert als vorgesehen. Welche Gefahr ergibt sich physikalisch?
- a) Die Winkelgeschwindigkeit sinkt unter den zulässigen Wert
- b) Der Radius der Scheibe vergrößert sich
- c) Die Drehrichtung kehrt sich um
- d) Die zulässige Umfangsgeschwindigkeit am Scheibenrand wird überschritten
Richtig: d)
Höhere Drehzahl bedeutet höhere Winkelgeschwindigkeit und damit höhere Umfangsgeschwindigkeit. Wird die für die Scheibe zugelassene Umfangsgeschwindigkeit überschritten, kann die Scheibe bersten. b und c sind physikalisch unsinnig, a beschreibt das Gegenteil.
3. Das Drehmoment
Bei der geradlinigen Bewegung ist die Kraft die Ursache jeder Bewegungsänderung. Bei der Drehung übernimmt diese Rolle das Drehmoment — die „Drehwirkung“ einer Kraft um eine Achse.
Jeder kennt das vom Schraubenschlüssel: Mit einem langen Schlüssel löst du eine festsitzende Schraube leichter als mit einem kurzen, obwohl du dieselbe Kraft aufwendest. Entscheidend ist nicht nur die Kraft, sondern auch der Abstand, an dem sie angreift — der Hebelarm.
M = F · r
- M … Drehmoment in Nm
- F … Kraft in N
- r … Hebelarm in m
Der Hebelarm ist der senkrechte Abstand zwischen der Wirkungslinie der Kraft und der Drehachse. Die Einheit des Drehmoments ist das Newtonmeter (Nm) — Kraft mal Länge.
Wenn die Kraft schräg angreift
Die einfache Formel M = F·r gilt nur, wenn die Kraft genau senkrecht zum Hebelarm wirkt. In der Praxis ist das oft nicht der Fall — denk an einen Kurbeltrieb oder einen Pedalhebel, bei dem die Kraft je nach Stellung schräg ansetzt.
Wirkt die Kraft unter einem Winkel alpha zum Hebelarm, dreht nur die senkrechte Komponente der Kraft. Diese Tangentialkraft berechnet sich über den Sinus:
F_t = F · sin(alpha)
- F_t … wirksame Tangentialkraft in N
- F … aufgebrachte Kraft in N
- alpha … Winkel zwischen Kraft und Hebelarm in Grad
Das Drehmoment ergibt sich dann aus dieser Tangentialkraft und dem Hebelarm:
M = F · sin(alpha) · r
- M … Drehmoment in Nm
- F … aufgebrachte Kraft in N
- alpha … Winkel zwischen Kraft und Hebelarm in Grad
- r … Hebelarm in m
Bei alpha = 90° ist sin(90°) = 1, and es bleibt die einfache Form M = F·r. Bei alpha = 0° (Kraft längs des Hebels) ist sin(0°) = 0 — dann entsteht kein Drehmoment, egal wie groß die Kraft ist. Das deckt sich mit der Erfahrung: Wer am Schraubenschlüssel in Richtung der Achse zieht, dreht die Schraube nicht.
Gelöstes Beispiel
An einem Schraubenschlüssel mit 0,25 m Länge wird am Ende senkrecht eine Kraft von 300 N aufgebracht. Welches Drehmoment wirkt auf die Schraube? Wie ändert sich das Moment, wenn dieselbe Kraft unter 60° zum Schlüssel angreift?
Gegeben: F = 300 N; r = 0,25 m; alpha = 90°, dann 60°
Gesucht: M bei 90° und bei 60°
Lösungsweg:
- senkrechte Kraft (90°): M = F · r = 300 · 0,25 = 75 Nm
- schräge Kraft (60°): F_t = F · sin(60°) = 300 · 0,866 = 259,8 N; M = F_t · r = 259,8 · 0,25 = 64,95 Nm
Ergebnis: Bei senkrechter Kraft 75 Nm, bei 60° nur noch rund 64,95 Nm.
Übungen
Eine Kraft von 150 N greift senkrecht an einem Hebel von 0,4 m an. Wie groß ist das Drehmoment?
M = 150 · 0,4 = 60 Nm.
Welches Drehmoment liefert eine Kraft von 500 N an einem Hebelarm von 120 mm (senkrecht)?
r = 0,12 m; M = 500 · 0,12 = 60 Nm.
Eine Kraft von 400 N greift unter 30° an einem 0,5 m langen Hebel an. Wie groß ist das Drehmoment?
M = 400 · sin(30°) · 0,5 = 400 · 0,5 · 0,5 = 100 Nm.
Ein gewünschtes Anziehmoment von 90 Nm soll mit einem Schlüssel von 0,3 m Länge erreicht werden. Welche senkrechte Kraft ist nötig?
F = M / r = 90 / 0,3 = 300 N.
An einem Kurbelarm (r = 0,18 m) wird eine konstante Kraft von 250 N aufgebracht. Bei welchem Winkel alpha zwischen Kraft und Arm ist das Drehmoment am größten, und wie groß ist es dann? Wie groß ist es bei alpha = 20°?
Das Moment ist maximal bei alpha = 90°, weil sin(90°) = 1: M = 250 · 0,18 = 45 Nm. Bei 20°: M = 250 · sin(20°) · 0,18 = 250 · 0,342 · 0,18 = 15,39 Nm.
Mit einem längeren Schraubenschlüssel lässt sich eine Schraube bei gleicher Handkraft leichter lösen. Warum?
- a) Weil die Kraft mit der Länge automatisch zunimmt
- b) Weil längere Schlüssel aus festerem Stahl bestehen
- c) Weil sich die Drehzahl erhöht
- d) Weil der größere Hebelarm bei gleicher Kraft ein größeres Drehmoment ergibt
Richtig: d)
Das Drehmoment ist Kraft mal Hebelarm. Bei gleicher Kraft und größerem Hebelarm steigt M. Die Kraft selbst nimmt nicht zu (a), das Material (b) und eine Drehzahl (c) spielen für das statische Lösemoment keine Rolle.
Eine Kraft greift genau in Richtung des Hebelarms an (alpha = 0°). Welches Drehmoment entsteht?
- a) Das maximale Drehmoment
- b) Genau die Hälfte des maximalen Moments
- c) Null
- d) Ein negatives Drehmoment, das die Achse bremst
Richtig: c)
Bei alpha = 0° ist sin(0°) = 0, also M = 0. Eine Kraft längs des Hebels erzeugt keine Drehwirkung. Maximal (a) wäre es bei 90°, die Hälfte (b) bei 30°. Ein bremsendes Moment (d) entsteht nicht von allein.
An einem 0,2 m langen Hebel greift eine Kraft von 100 N unter 90° an. Ein Kollege bringt dieselbe Kraft an einem 0,2 m langen Hebel unter 45° auf. Wie verhalten sich die beiden Drehmomente?
- a) Sie sind gleich groß
- b) Das Moment bei 45° ist etwa 0,71-mal so groß wie bei 90°
- c) Das Moment bei 45° ist doppelt so groß
- d) Das Moment bei 45° ist null
Richtig: b)
Bei 90° ist M = 100·0,2 = 20 Nm. Bei 45° ist M = 100·sin(45°)·0,2 = 100·0,707·0,2 = 14,14 Nm, also rund das 0,71-fache. sin(45°) ≈ 0,707 ist der entscheidende Faktor. d gälte nur bei 0°.
4. Drehmoment, Drehzahl und Leistung
Jetzt kommt der Zusammenhang, der die ganze Antriebstechnik trägt. Bei der geradlinigen Bewegung ist die Leistung Kraft mal Geschwindigkeit. Bei der Drehung entsprechend Drehmoment mal Winkelgeschwindigkeit:
P = M · omega
- P … mechanische Leistung in W
- M … Drehmoment in Nm
- omega … Winkelgeschwindigkeit in rad/s
Weil omega = 2π·n ist, lässt sich die Leistung auch direkt aus der Drehzahl berechnen:
P = 2 · pi · n · M
- P … mechanische Leistung in W
- n … Drehzahl in 1/s
- M … Drehmoment in Nm
Auch hier gilt: n in 1/s einsetzen. Steht die Drehzahl in 1/min, vorher durch 60 teilen.
Warum das so wichtig ist
Diese eine Formel erklärt eine Beobachtung, die zunächst überrascht: Zwei Motoren können dieselbe Leistung haben und sich trotzdem völlig unterschiedlich verhalten. Der eine dreht schnell und liefert wenig Moment, der andere dreht langsam und liefert viel Moment. Weil das Produkt aus beidem gleich bleibt, ist ihre Leistung identisch.
Genau das nutzt ein Getriebe: Es tauscht Drehzahl gegen Drehmoment. Ein Getriebe, das die Drehzahl halbiert, verdoppelt das Drehmoment — die Leistung bleibt (von Verlusten abgesehen) gleich. Wie das im Detail funktioniert, ist Thema des eigenen Beitrags zu Zahnrädern und Getrieben.
Massenträgheit kurz erklärt
Ein letzter Begriff rundet das Bild ab. So wie eine Masse einer geradlinigen Beschleunigung Widerstand entgegensetzt, widersetzt sich eine drehende Masse einer Drehzahländerung. Dieses „Beharrungsvermögen bei der Drehung“ heißt Massenträgheitsmoment und hängt nicht nur von der Masse ab, sondern auch davon, wie weit sie von der Drehachse entfernt liegt — je weiter außen, desto stärker die Wirkung. Deshalb laufen schwere Schwungräder mit viel Masse am Rand nach dem Abschalten lange nach. Die genaue Berechnung gehört in einen eigenen Vertiefungsbeitrag der Physik; für die Praxis reicht das Verständnis, dass große rotierende Massen jede Drehzahländerung verzögern.
Gelöstes Beispiel
Ein Drehstrommotor hat eine Nennleistung von 5,5 kW bei einer Drehzahl von 2900 1/min. Welches Drehmoment liefert er an der Welle?
Gegeben: P = 5,5 kW = 5500 W; n = 2900 1/min
Gesucht: M in Nm
Lösungsweg:
- Drehzahl in 1/s: n = 2900 / 60 = 48,33 1/s
- Drehmoment aus umgestellter Leistungsformel: M = P / (2π·n) = 5500 / (2π · 48,33) = 5500 / 303,69 = 18,11 Nm
Ergebnis: M = 18,11 Nm
Übungen
Ein Motor liefert 30 Nm bei einer Winkelgeschwindigkeit von 150 rad/s. Wie groß ist die Leistung?
P = M · omega = 30 · 150 = 4500 W = 4,5 kW.
Welche Leistung gibt eine Welle ab, die mit 20 Nm bei 1500 1/min dreht?
n = 1500/60 = 25 1/s; P = 2π·25·20 = 3141,6 W ≈ 3,14 kW.
Ein 2,2-kW-Motor läuft mit 1440 1/min. Welches Drehmoment steht an der Welle?
n = 1440/60 = 24 1/s; M = 2200/(2π·24) = 2200/150,8 = 14,59 Nm.
Ein Motor soll bei 950 1/min ein Drehmoment von 40 Nm liefern. Welche Leistung ist dafür nötig?
n = 950/60 = 15,83 1/s; P = 2π·15,83·40 = 3979 W ≈ 3,98 kW.
Zwei Motoren haben beide 4 kW Leistung. Motor A dreht mit 2900 1/min, Motor B mit 725 1/min. Berechne jeweils das Wellenmoment und erkläre, welcher Motor sich besser für einen langsam laufenden Antrieb mit hohem Kraftbedarf eignet.
Motor A: n = 48,33 1/s; M = 4000/(2π·48,33) = 13,17 Nm. Motor B: n = 12,08 1/s; M = 4000/(2π·12,08) = 52,69 Nm. Motor B liefert bei gleicher Leistung das rund vierfache Drehmoment und eignet sich daher besser für langsam laufende Antriebe mit hohem Kraftbedarf.
Zwei Motoren haben dieselbe Leistung. Motor A dreht doppelt so schnell wie Motor B. Wie verhalten sich ihre Drehmomente?
- a) Motor A hat das doppelte Drehmoment
- b) Motor A hat das halbe Drehmoment
- c) Beide haben dasselbe Drehmoment
- d) Das lässt sich ohne die Massen nicht sagen
Richtig: b)
Aus P = M·omega bei gleicher Leistung folgt: doppelte Drehzahl bedeutet halbes Drehmoment. Antwort a verwechselt die Richtung, c ignoriert den Zusammenhang, und die Massen (d) spielen für die abgegebene Leistung keine Rolle.
Ein Getriebe halbiert die Drehzahl. Wie verändert sich das Drehmoment an der Abtriebswelle (Verluste vernachlässigt)?
- a) Es halbiert sich
- b) Es bleibt gleich
- c) Es verdoppelt sich
- d) Es vervierfacht sich
Richtig: c)
Die Leistung bleibt erhalten, also P = M·omega = konstant. Sinkt omega auf die Hälfte, muss M sich verdoppeln. Das ist das Grundprinzip jeder Übersetzung ins Langsame. a und d kehren den Zusammenhang um bzw. übertreiben ihn.
Ein 3-kW-Motor läuft mit 1000 1/min. Welcher Wert liegt für das Wellenmoment am ehesten richtig?
- a) etwa 29 Nm
- b) etwa 3 Nm
- c) etwa 180 Nm
- d) etwa 1800 Nm
Richtig: a)
n = 1000/60 = 16,67 1/s; M = 3000/(2π·16,67) = 3000/104,7 = 28,6 Nm, also rund 29 Nm. Wer die Umrechnung der Drehzahl vergisst oder mit Grad statt Bogenmaß rechnet, landet schnell bei den unrealistischen Werten c oder d.
Warum läuft ein schweres Schwungrad nach dem Abschalten des Antriebs noch lange weiter?
- a) Weil es keine Reibung gibt
- b) Weil das Massenträgheitsmoment einer Drehzahländerung Widerstand entgegensetzt
- c) Weil es ständig neue Energie erzeugt
- d) Weil die Umfangsgeschwindigkeit konstant null ist
Richtig: b)
Die drehende Masse widersetzt sich der Verzögerung — das ist die Wirkung des Massenträgheitsmoments, besonders bei viel Masse am Rand. Reibung gibt es sehr wohl (a), Energie wird nicht neu erzeugt (c), und die Umfangsgeschwindigkeit ist beim drehenden Rad nicht null (d).
Abschlusstest
Aufgabe 1: Ein Werkstück sitzt auf einem Drehtisch mit 0,4 m Radius. Es soll sich auf einer Bogenlänge von 1,2 m bewegen. Welchen Drehwinkel im Bogenmaß und welchen Bruchteil einer Umdrehung entspricht das?
Gegeben: b = 1,2 m; r = 0,4 m
Gesucht: phi in rad und Anteil einer Umdrehung
Lösungsweg:
- phi = b/r = 1,2/0,4 = 3,0 rad
- Anteil = 3,0/(2π) = 0,477
Ergebnis: phi = 3,0 rad, das sind rund 0,48 Umdrehungen (knapp eine halbe).
Aufgabe 2: Eine Riemenscheibe (r = 0,12 m) dreht mit 1750 1/min. Berechne Winkelgeschwindigkeit und Umfangsgeschwindigkeit.
Gegeben: n = 1750 1/min; r = 0,12 m
Gesucht: omega in rad/s, v in m/s
Lösungsweg:
- n = 1750/60 = 29,17 1/s
- omega = 2π·29,17 = 183,26 rad/s
- v = 183,26·0,12 = 21,99 m/s
Ergebnis: omega = 183,26 rad/s; v = 21,99 m/s
Aufgabe 3: An einem Hebel von 0,35 m greift eine Kraft von 220 N unter 70° zum Hebelarm an. Welches Drehmoment entsteht?
Gegeben: F = 220 N; r = 0,35 m; alpha = 70°
Gesucht: M in Nm
Lösungsweg:
- M = F·sin(alpha)·r = 220·sin(70°)·0,35 = 220·0,9397·0,35 = 72,36 Nm
Ergebnis: M = 72,36 Nm
Aufgabe 4: Ein Anziehmoment von 110 Nm soll mit einem Drehmomentschlüssel von 0,4 m Länge erreicht werden. Die Kraft wird senkrecht aufgebracht. Welche Kraft ist nötig?
Gegeben: M = 110 Nm; r = 0,4 m; alpha = 90°
Gesucht: F in N
Lösungsweg:
- F = M/r = 110/0,4 = 275 N
Ergebnis: F = 275 N
Aufgabe 5: Ein Drehstrommotor hat 7,5 kW Nennleistung bei 1460 1/min. Berechne das Wellenmoment.
Gegeben: P = 7500 W; n = 1460 1/min
Gesucht: M in Nm
Lösungsweg:
- n = 1460/60 = 24,33 1/s
- M = 7500/(2π·24,33) = 7500/152,89 = 49,06 Nm
Ergebnis: M = 49,06 Nm
Aufgabe 6: Ein Motor mit 11 kW läuft mit 980 1/min. Welche Leistung in PS wäre das ungefähr (1 PS ≈ 736 W), und welches Drehmoment liefert er?
Gegeben: P = 11000 W; n = 980 1/min
Gesucht: Leistung in PS, M in Nm
Lösungsweg:
- PS = 11000/736 = 14,95 PS
- n = 980/60 = 16,33 1/s
- M = 11000/(2π·16,33) = 11000/102,63 = 107,18 Nm
Ergebnis: rund 14,95 PS; M = 107,18 Nm
Aufgabe 7: Eine Schleifscheibe darf am Umfang höchstens 40 m/s erreichen. Der Außenradius beträgt 0,175 m. Welche maximale Drehzahl in 1/min ist zulässig?
Gegeben: v = 40 m/s; r = 0,175 m
Gesucht: n in 1/min
Lösungsweg:
- omega = v/r = 40/0,175 = 228,57 rad/s
- n = omega/(2π) = 36,38 1/s
- in 1/min: 36,38·60 = 2183 1/min
Ergebnis: n = 2183 1/min
Aufgabe 8: Zwei 5,5-kW-Motoren laufen mit 2920 1/min bzw. 730 1/min. Berechne beide Wellenmomente und gib das Verhältnis an.
Gegeben: P = 5500 W; n₁ = 2920 1/min; n₂ = 730 1/min
Gesucht: M₁, M₂, Verhältnis
Lösungsweg:
- n₁ = 48,67 1/s; M₁ = 5500/(2π·48,67) = 17,98 Nm
- n₂ = 12,17 1/s; M₂ = 5500/(2π·12,17) = 71,93 Nm
- Verhältnis M₂/M₁ = 4,0
Ergebnis: M₁ = 17,98 Nm; M₂ = 71,93 Nm; der langsamere Motor liefert das vierfache Moment.
Eine volle Umdrehung entspricht im Bogenmaß welchem Wert?
- a) π rad
- b) 2π rad
- c) 360 rad
- d) 1 rad
Richtig: b)
Eine volle Umdrehung sind 2π rad (rund 6,28). π rad (a) ist die halbe Umdrehung, 360 (c) ist der Wert in Grad, nicht im Bogenmaß.
Welche Drehzahl in 1/s entspricht 1800 1/min?
- a) 30
- b) 60
- c) 108000
- d) 3,33
Richtig: a)
1800/60 = 30 1/s. Wer mit 60 multipliziert statt teilt, kommt auf 108000 (c); 60 (b) wäre die Hälfte des Eingangswerts.
Eine Kraft greift schräg unter 50° an einem Hebel an. Welcher Anteil der Kraft wirkt drehend?
- a) der volle Betrag
- b) der Anteil cos(50°)
- c) der Anteil sin(50°)
Richtig: c)
Die drehwirksame Tangentialkomponente ist F·sin(alpha). Bei 50° also F·sin(50°). Der Cosinus (b) beschriebe die Komponente längs des Hebels, die nicht dreht. Voller Betrag (a) gilt nur bei 90°.
Das Drehmoment einer Kraft ist am größten, wenn die Kraft …
- a) längs des Hebelarms wirkt
- b) genau zur Drehachse zeigt
- c) möglichst nah an der Achse angreift
- d) senkrecht zum Hebelarm wirkt
Richtig: d)
Maximales Moment entsteht bei 90°, also senkrecht zum Hebel, weil sin(90°) = 1. Eine Kraft längs des Hebels (a, b) erzeugt kein Moment, und nahe an der Achse (c) ist der Hebelarm klein.
Ein Getriebe übersetzt ins Langsame und verringert die Drehzahl auf ein Drittel. Was passiert mit dem Drehmoment (ohne Verluste)?
- a) Es verdreifacht sich
- b) Es drittelt sich
- c) Es bleibt gleich
- d) Es wird neunmal so groß
Richtig: a)
Bei gleicher Leistung ist M umgekehrt proportional zur Drehzahl. Drittel-Drehzahl bedeutet dreifaches Moment. b kehrt den Zusammenhang um, d quadriert ihn fälschlich.
Welche Aussage über die Umfangsgeschwindigkeit am drehenden Rad ist richtig?
- a) Sie ist überall auf dem Rad gleich
- b) Sie ist am Rand größer als nahe der Achse
- c) Sie ist nahe der Achse am größten
- d) Sie hängt nicht vom Radius ab
Richtig: b)
v = omega·r steigt mit dem Abstand von der Achse, ist also am Rand am größten. Die Winkelgeschwindigkeit dagegen ist überall gleich — das verwechseln a, c und d.
Ein Motor liefert 25 Nm bei 100 rad/s. Welche Leistung gibt er ab?
- a) 0,25 W
- b) 250 W
- c) 4 W
- d) 2500 W
Richtig: d)
P = M·omega = 25·100 = 2500 W. Die anderen Werte entstehen durch falsche Zehnerpotenzen oder durch Division statt Multiplikation.
Warum muss bei P = 2π·n·M die Drehzahl in 1/s eingesetzt werden, wenn das Ergebnis in Watt sein soll?
- a) Weil Watt nur für kleine Drehzahlen gilt
- b) Weil die SI-Einheiten konsistent sein müssen und die Sekunde die Basiszeiteinheit ist
- c) Weil 1/min keine gültige Einheit ist
- d) Weil π nur in Sekunden definiert ist
Richtig: b)
Watt ist Joule pro Sekunde. Damit die Einheiten aufgehen, muss die Zeit in Sekunden vorliegen, also n in 1/s. 1/min ist durchaus gültig (c), nur muss man umrechnen. a und d sind unsinnig.
Ein langsam laufender Antrieb mit hohem Kraftbedarf soll ausgewählt werden. Bei gleicher Leistung ist günstiger …
- a) ein Motor mit hoher Drehzahl und kleinem Moment
- b) jeder Motor gleich gut, da gleiche Leistung
- c) ein Motor mit niedriger Drehzahl und großem Moment
- d) ein Motor mit möglichst kleiner Leistung
Richtig: c)
Für hohes Drehmoment bei niedriger Drehzahl eignet sich der Motor mit entsprechender Auslegung — oder die hohe Drehzahl wird über ein Getriebe in Moment umgesetzt. Gleiche Leistung heißt eben nicht gleiches Verhalten (b).
Ein Schwungrad und eine kompakte Scheibe haben dieselbe Masse, aber das Schwungrad hat die Masse weiter außen. Welches lässt sich schwerer in der Drehzahl ändern?
- a) die kompakte Scheibe
- b) beide gleich, da gleiche Masse
- c) keines, weil Masse hier keine Rolle spielt
- d) das Schwungrad
Richtig: d)
Das Massenträgheitsmoment hängt nicht nur von der Masse ab, sondern auch davon, wie weit sie von der Achse entfernt liegt. Beim Schwungrad sitzt die Masse weiter außen, deshalb ist sein Trägheitswiderstand größer. Gleiche Masse allein genügt also nicht (b).
Ein Welle dreht mit 50 1/s. Wie groß ist die Winkelgeschwindigkeit?
- a) 314 rad/s
- b) 50 rad/s
- c) 3000 rad/s
- d) 8 rad/s
Richtig: a)
omega = 2π·n = 2π·50 = 314,16 rad/s. Wer 2π vergisst, bleibt bei 50 (b); wer zusätzlich mit 60 multipliziert, landet bei 3000 (c).
Welche Größe der Drehbewegung entspricht der Masse bei der geradlinigen Bewegung?
- a) das Drehmoment
- b) die Winkelgeschwindigkeit
- c) das Massenträgheitsmoment
- d) der Drehwinkel
Richtig: c)
Das Massenträgheitsmoment ist das Dreh-Gegenstück zur Masse: Es beschreibt den Widerstand gegen Drehzahländerung. Das Drehmoment (a) entspricht der Kraft, die Winkelgeschwindigkeit (b) der Geschwindigkeit, der Drehwinkel (d) dem Weg.
Glossar
- Translatorische Bewegung
- geradlinige Bewegung eines Körpers längs einer Bahn, beschrieben durch Weg, Geschwindigkeit und Kraft.
- Rotatorische Bewegung
- Drehbewegung eines Körpers um eine feste Drehachse, beschrieben durch Drehwinkel, Winkelgeschwindigkeit und Drehmoment.
- Drehachse
- die gedachte Linie, um die sich ein Körper dreht.
- Bogenmaß
- Maß für einen Winkel als Verhältnis von Kreisbogenlänge zu Radius, Einheit Radiant (rad); eine volle Umdrehung entspricht 2π rad.
- Drehwinkel (phi)
- der bei einer Drehung überstrichene Winkel, in der Technik meist im Bogenmaß angegeben.
- Winkelgeschwindigkeit (omega)
- überstrichener Drehwinkel pro Zeit, Einheit rad/s; es gilt omega = 2π·n.
- Drehzahl (n)
- Anzahl der Umdrehungen pro Zeiteinheit, in der Praxis meist in 1/min angegeben.
- Umfangsgeschwindigkeit
- die Geschwindigkeit eines Punktes am drehenden Körper, v = omega·r; sie wächst mit dem Abstand von der Drehachse.
- Drehmoment (M)
- die Drehwirkung einer Kraft um eine Achse, M = F·r, Einheit Newtonmeter (Nm).
- Hebelarm
- der senkrechte Abstand zwischen der Wirkungslinie einer Kraft und der Drehachse.
- Tangentialkraft
- die senkrecht zum Hebelarm wirkende Komponente einer schräg angreifenden Kraft, F·sin(alpha); nur sie erzeugt ein Drehmoment.
- Massenträgheitsmoment (J)
- das Dreh-Gegenstück zur Masse; beschreibt den Widerstand eines drehenden Körpers gegen Drehzahländerungen und hängt von Masse und deren Abstand zur Achse ab.
