Hydraulik-Grundlagen: Pascal’sches Gesetz und Druckübersetzung
Ein Bagger hebt mehrere Tonnen, ein Wagenheber stemmt ein ganzes Auto mit der Kraft eines Arms, eine Presse formt Blech wie Knetmasse. Dahinter steckt fast immer dasselbe Prinzip: eine eingesperrte Flüssigkeit, die Druck überträgt. Wer verstanden hat, wie Druck in einer Flüssigkeit entsteht und sich ausbreitet, hat das Herzstück der gesamten Hydraulik begriffen. Genau darum geht es hier — vom Grundbegriff Druck über das Pascal’sche Gesetz bis zur Kraftverstärkung, die jede Hydraulikanlage erst nützlich macht.
Vorwissen
- Kraft, Masse, Beschleunigung
- SI-Einheiten und Einheitenumrechnung
- Gleichungen umstellen
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- erklären, warum eine Flüssigkeit Kraft überträgt und sich praktisch nicht zusammendrücken lässt
- Druck als Verhältnis von Kraft und Fläche berechnen und zwischen den Einheiten Pascal, bar und N/cm² umrechnen
- das Pascal’sche Gesetz in eigenen Worten formulieren und auf ein geschlossenes Hydrauliksystem anwenden
- die Druckübersetzung berechnen — also aus zwei unterschiedlichen Kolbenflächen Kraft, Weg und Druck bestimmen
- erklären, wie ein hydraulischer Druckübersetzer aus niedrigem Eingangsdruck hohen Arbeitsdruck macht, und dabei Kolben- und Ringfläche unterscheiden
1. Warum Hydraulik? Flüssigkeit als Kraftüberträger
Stell dir vor, du willst eine schwere Last heben, hast aber nur wenig Kraft zur Verfügung. Mit einem Hebel geht das — und mit einer Flüssigkeit geht es auch. Die Hydraulik nutzt eine eingesperrte Flüssigkeit, meist Öl, um Kraft und Bewegung von einer Stelle zur anderen zu übertragen und dabei sogar zu verstärken.
Der entscheidende Punkt ist eine Eigenschaft von Flüssigkeiten: Sie lassen sich praktisch nicht zusammendrücken. Drückst du auf eine eingesperrte Flüssigkeit, weicht sie nicht durch Volumenverkleinerung aus, sondern gibt die Kraft sofort weiter. Diese Eigenschaft nennt man Inkompressibilität. Ein Gas dagegen — etwa Druckluft in der Pneumatik — lässt sich deutlich zusammenpressen und federt nach. Deshalb arbeitet die Hydraulik steifer und präziser und schafft viel höhere Kräfte. (Die Druckluft-Seite der Fluidtechnik ist ein eigens Thema und wird hier nicht weiter behandelt.)
Das Öl in einer Hydraulikanlage hat zwei Aufgaben gleichzeitig: Es überträgt die Kraft, und es bewegt sich dabei selbst — fließt also von der Pumpe zum Arbeitszylinder. Aus dieser Doppelrolle ergibt sich alles Weitere.
Warum eignet sich eine Flüssigkeit besser als ein Gas, wenn eine Hydraulikanlage hohe und präzise steuerbare Kräfte liefern soll?
- a) Weil Flüssigkeiten nahezu inkompressibel sind und Druck ohne Nachfedern weitergeben
- b) Weil Flüssigkeiten leichter sind als Gase
- c) Weil Flüssigkeiten elektrisch leitfähig sind
- d) Weil Gase keine Kraft übertragen können
Richtig: a)
Eine Flüssigkeit lässt sich kaum zusammendrücken und gibt einen aufgebrachten Druck sofort weiter — die Anlage arbeitet dadurch steif und präzise. Ein Gas würde sich erst zusammenpressen und nachfedern, was die Steuerung weich und ungenau macht. b ist sachlich irrelevant für die Kraftübertragung. c stimmt nicht und spielt keine Rolle. d ist falsch — auch Gase übertragen Kraft (Pneumatik), nur eben weicher.
Ein Mechaniker stellt fest, dass das Bremspedal eines Fahrzeugs „schwammig“ ist und sich weich durchtreten lässt, bevor die Bremse greift. Welche Ursache passt am besten zum hydraulischen Grundprinzip?
- a) Das Bremsöl ist zu inkompressibel geworden
- b) Im Bremssystem befindet sich Luft, die sich zusammendrücken lässt
- c) Die Bremsscheiben sind zu groß
- d) Der Bremskolben überträgt keine Kraft mehr
Richtig: b)
Luft ist ein Gas und lässt sich zusammenpressen — gelangt sie ins Bremssystem, federt sie beim Treten nach, und das Pedal fühlt sich weich an. Genau deshalb wird eine Bremsanlage entlüftet. a ist Unsinn, da Inkompressibilität die gewünschte Eigenschaft ist und sich nicht „verstärkt“. c hat mit dem schwammigen Pedalgefühl nichts zu tun. d würde zu einem völligen Ausfall führen, nicht zu einem weichen Pedal.
2. Druck — die zentrale Größe
Alles in der Hydraulik dreht sich um eine einzige Größe: den Druck. Druck beschreibt, wie stark eine Kraft auf eine Fläche wirkt. Dieselbe Kraft fühlt sich völlig unterschiedlich an, je nachdem, auf welche Fläche sie verteilt ist — ein Fingerdruck mit der flachen Hand tut nicht weh, derselbe Druck mit einer Nadelspitze schon.
Mathematisch ist Druck das Verhältnis von Kraft zu Fläche:
p = F / A
- p … Druck in N/cm² (oder bar)
- F … Kraft in Newton (N)
- A … Fläche in cm²
Die offizielle SI-Einheit des Drucks ist das Pascal (Pa): 1 Pa = 1 N/m². Das ist allerdings eine sehr kleine Einheit. In der Hydraulik rechnet man deshalb fast immer in bar. Die Umrechnungen, die man im Kopf haben sollte:
| Größe | Entspricht |
|---|---|
| 1 bar | 100 000 Pa |
| 1 bar | 10 N/cm² |
| 1 Pa | 1 N/m² |
| 1 MPa | 10 bar |
Merksatz für die Praxis: 1 bar entspricht 10 N/cm². Damit lässt sich aus einer Kraft in Newton und einer Fläche in cm² der Druck bequem in bar abschätzen.
Aus der Formel folgt etwas Wichtiges: Wird die Fläche kleiner, steigt der Druck — bei gleicher Kraft. Ein hoher Druck entsteht also nicht zwingend durch eine riesige Kraft, sondern oft durch eine kleine Fläche. Das ist der Hebel, an dem die ganze Hydraulik ansetzt.
Gelöstes Beispiel
Ein Hydraulikkolben hat eine Fläche von 15 cm². Auf ihn wirkt eine Kraft von 9000 N. Welcher Druck herrscht im Öl?
Gegeben:
F = 9000 N
A = 15 cm²
Gesucht: p in bar
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Druck in N/cm²:
p = F / A = 9000 N / 15 cm² = 600 N/cm² - Schritt 2 — Umrechnung in bar:
1 bar = 10 N/cm², also p = 600 / 10 = 60 bar
Ergebnis: p = 60 bar
Übungen
Eine Kraft von 2000 N wirkt auf eine Kolbenfläche von 10 cm². Wie groß ist der Druck in N/cm² und in bar?
p = 2000/10 = 200 N/cm² = 20 bar
Auf einen Kolben mit 25 cm² Fläche wirken 7500 N. Welcher Druck stellt sich ein?
p = 7500/25 = 300 N/cm² = 30 bar
In einer Anlage herrschen 120 bar. Der Kolben hat 8 cm² Fläche. Welche Kraft übt er aus? (Formel umstellen: F = p · A)
120 bar = 1200 N/cm²; F = 1200 · 8 = 9600 N
Ein Werkzeug soll mit 16 000 N pressen. Der zur Verfügung stehende Druck beträgt 200 bar. Wie groß muss die Kolbenfläche mindestens sein? (A = F / p)
200 bar = 2000 N/cm²; A = 16 000 / 2000 = 8 cm²
Ein Kolben mit 4 cm² Fläche soll einen Druck von 250 bar erzeugen, ohne dass die Kraft 12 000 N überschreitet. Reicht die Kraft aus? (Erst nötige Kraft bestimmen, dann vergleichen.)
250 bar = 2500 N/cm²; nötige Kraft F = 2500 · 4 = 10 000 N. Da 10 000 N < 12 000 N, reicht die Kraft aus.
Zwei Kolben werden mit derselben Kraft von 4000 N belastet. Kolben A hat 40 cm², Kolben B hat 10 cm². Was gilt für den Druck?
- a) Kolben B hat den höheren Druck
- b) Der Druck ist bei beiden gleich, weil die Kraft gleich ist
- c) Kolben A hat den höheren Druck
- d) Der Druck lässt sich ohne Längenangabe nicht bestimmen
Richtig: a)
Der Druck ist Kraft geteilt durch Fläche. Bei gleicher Kraft führt die kleinere Fläche zum höheren Druck: Kolben B ergibt 4000/10 = 400 N/cm², Kolben A nur 4000/40 = 100 N/cm². b verwechselt Kraft mit Druck. c dreht den Zusammenhang um. d ist falsch — Kraft und Fläche genügen vollständig.
In einer Hydraulikanlage werden 150 bar gemessen. Wie viel ist das in N/cm²?
- a) 15 N/cm²
- b) 150 N/cm²
- c) 15 000 N/cm²
- d) 1500 N/cm²
Richtig: d)
Es gilt 1 bar = 10 N/cm², also 150 bar = 150 · 10 = 1500 N/cm². a teilt fälschlich durch 10. b lässt den Faktor 10 ganz weg. c multipliziert um eine Zehnerpotenz zu viel.
Eine Presse soll eine Kraft von 20 000 N aufbringen. Der maximale Anlagendruck beträgt 250 bar. Welche Aussage zur erforderlichen Kolbenfläche ist korrekt?
- a) Je höher der zulässige Druck, desto kleiner darf die Fläche sein
- b) Je höher der zulässige Druck, desto größer muss die Fläche sein
- c) Die Fläche ist unabhängig vom Druck
- d) Die Fläche hängt nur von der Kraft ab
Richtig: a)
Aus A = F / p folgt: Steht ein höherer Druck zur Verfügung, reicht eine kleinere Fläche für dieselbe Kraft. c und d blenden den Druck aus, obwohl er direkt in die Formel eingeht. b kehrt den Zusammenhang um — größerer Druck erlaubt eine kleinere, nicht größere Fläche.
3. Das Pascal’sche Gesetz
Jetzt kommt der Gedanke, der die Hydraulik überhaupt erst funktionieren lässt. Der französische Physiker Blaise Pascal hat ihn im 17. Jahrhundert formuliert:
In einer eingesperrten, ruhenden Flüssigkeit breitet sich ein von außen aufgebrachter Druck nach allen Seiten gleichmäßig aus und ist an jeder Stelle gleich groß.
Das klingt unscheinbar, hat aber eine starke Folge. Egal, wie ein Hydrauliksystem geformt ist — ob die Leitungen eng oder weit, gerade oder verwinkelt sind, ob der Behälter rund oder eckig ist — der von der Pumpe oder vom Eingangskolben erzeugte Druck steht im gesamten geschlossenen System gleich hoch an. Die Form des Behälters spielt keine Rolle.
Als Formel ausgedrückt: Verbindet man zwei Punkte eines geschlossenen Systems, herrscht an beiden derselbe Druck.
p1 = p2
- p1 … Druck an Stelle 1 in bar
- p2 … Druck an Stelle 2 in bar
Genau hier entsteht oft ein Denkfehler, deshalb lohnt ein zweiter Blick: Gleicher Druck an zwei Kolben bedeutet nicht gleiche Kraft. Der Druck ist überall gleich — die Kraft, die ein Kolben ausübt, hängt zusätzlich von seiner Fläche ab. Auf dieser Unterscheidung baut das nächste Kapitel auf.
Ein geschlossenes Hydrauliksystem besteht aus einem schmalen und einem breiten Behälterteil, verbunden durch eine Leitung. Die Pumpe erzeugt 80 bar. Welcher Druck herrscht im breiten Teil?
- a) Weniger als 80 bar, weil sich der Druck auf die größere Fläche verteilt
- b) Mehr als 80 bar, weil der breite Teil mehr Flüssigkeit enthält
- c) Das lässt sich ohne die Höhe der Behälter nicht sagen
- d) 80 bar, weil der Druck im geschlossenen System überall gleich ist
Richtig: d)
Nach dem Pascal’schen Gesetz steht der aufgebrachte Druck im gesamten geschlossenen System gleich hoch an, unabhängig von der Form. a verwechselt Druck mit Kraft — die Kraft auf eine größere Fläche ist höher, der Druck bleibt gleich. b und c führen Größen ein (Füllmenge, Höhe), die den aufgebrachten Betriebsdruck nicht verändern.
Zwei Kolben sind über eine ölgefüllte Leitung verbunden. Kolben 1 hat 5 cm², Kolben 2 hat 50 cm². Am Kolben 1 wird ein Druck von 100 bar erzeugt. Welche Aussage trifft zu?
- a) An Kolben 2 herrscht ein Druck von 10 bar
- b) An Kolben 2 herrscht ein Druck von 1000 bar
- c) An beiden Kolben herrscht derselbe Druck von 100 bar, aber Kolben 2 übt eine größere Kraft aus
- d) An beiden Kolben herrschen 100 bar und beide üben dieselbe Kraft aus
Richtig: c)
Der Druck ist nach Pascal an beiden Kolben gleich (100 bar). Die Kraft hängt jedoch von der Fläche ab, und der größere Kolben 2 setzt diesen Druck auf der zehnfachen Fläche in die zehnfache Kraft um. a und b behandeln den Druck fälschlich als von der Fläche abhängig. d übersieht, dass gleiche Drücke bei verschiedenen Flächen verschiedene Kräfte ergeben.
4. Druckübersetzung — Kraft aus Fläche
Jetzt fügen sich die beiden Bausteine zusammen. Wir verbinden zwei Kolben mit unterschiedlicher Fläche über eine ölgefüllte Leitung. Drückt man auf den kleinen Kolben, entsteht ein Druck — und dieser Druck steht nach Pascal am großen Kolben genauso hoch an. Weil der große Kolben aber eine viel größere Fläche hat, presst der gleiche Druck dort eine viel größere Kraft heraus. Das ist die Druckübersetzung: das Grundprinzip jeder hydraulischen Kraftverstärkung.
Da der Druck an beiden Kolben gleich ist, gilt:
F1 / A1 = F2 / A2
- F1 … Kraft am kleinen Kolben in N
- A1 … Fläche des kleinen Kolbens in cm²
- F2 … Kraft am großen Kolben in N
- A2 … Fläche des großen Kolbens in cm²
Stellt man nach der gesuchten Ausgangskraft um:
F2 = F1 * A2 / A1
- F2 … Ausgangskraft am großen Kolben in N
- F1 … Eingangskraft am kleinen Kolben in N
- A2 … Fläche des großen Kolbens in cm²
- A1 … Fläche des kleinen Kolbens in cm²
Hat der große Kolben die zehnfache Fläche, liefert er die zehnfache Kraft. Die Kraftverstärkung entspricht also genau dem Flächenverhältnis.
Das hat aber einen Preis. Eine Flüssigkeit ist inkompressibel — das Volumen, das der kleine Kolben verdrängt, muss der große Kolben aufnehmen. Der große Kolben mit seiner großen Fläche bewegt sich deshalb nur ein kleines Stück, während der kleine Kolben einen langen Weg zurücklegt. Es gilt Volumengleichheit:
A1 * s1 = A2 * s2
- A1 … Fläche kleiner Kolben in cm²
- s1 … Weg kleiner Kolben in cm
- A2 … Fläche großer Kolben in cm²
- s2 … Weg großer Kolben in cm
Daraus folgt das Weg-Verhältnis: Der große Kolben bewegt sich um genau den Faktor weniger, um den seine Fläche größer ist. Kurz gesagt — Kraft gewonnen, Weg verloren. Das ist dasselbe Prinzip wie beim Hebel: Mehr Kraft auf der einen Seite bedeutet weniger Weg auf der anderen. Energie wird dabei nicht gewonnen, nur umverteilt.
Gelöstes Beispiel
Ein hydraulischer Wagenheber hat einen Pumpenkolben mit 2 cm² und einen Hubkolben mit 40 cm². Auf den Pumpenkolben wirkt eine Kraft von 250 N. Welche Kraft hebt den Hubkolben, und wie weit hebt er, wenn der Pumpenkolben 12 cm Hub macht?
Gegeben:
A1 = 2 cm²
A2 = 40 cm²
F1 = 250 N
s1 = 12 cm
Gesucht: F2 in N, s2 in cm
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Ausgangskraft:
F2 = F1 · A2 / A1 = 250 · 40 / 2 = 5000 N - Schritt 2 — Weg des Hubkolbens (Volumengleichheit):
s2 = A1 · s1 / A2 = 2 · 12 / 40 = 0,6 cm
Ergebnis: F2 = 5000 N, s2 = 0,6 cm. Die Kraft wird verzwanzigfacht, der Weg auf ein Zwanzigstel verkürzt.
Übungen
Kleiner Kolben 4 cm², großer Kolben 20 cm², Eingangskraft 600 N. Wie groß ist die Ausgangskraft?
F2 = 600 · 20/4 = 3000 N
Pumpenkolben 3 cm², Arbeitskolben 60 cm². Der Pumpenkolben macht 15 cm Hub. Wie weit bewegt sich der Arbeitskolben?
s2 = 3 · 15/60 = 0,75 cm
Eine hydraulische Presse soll 24 000 N pressen. Der Eingangskolben hat 5 cm² und wird mit 1200 N belastet. Wie groß muss die Fläche des Ausgangskolbens sein?
Aus F2 = F1 · A2/A1 folgt A2 = F2 · A1/F1 = 24 000 · 5 / 1200 = 100 cm²
Eingangskolben 6 cm², Ausgangskolben 48 cm², Eingangskraft 900 N. Bestimme den Systemdruck in bar und die Ausgangskraft.
p = F1/A1 = 900/6 = 150 N/cm² = 15 bar; F2 = 900 · 48/6 = 7200 N
Ein Druckübersetzer soll die Kraft genau verdreißigfachen. Der große Kolben hat 90 cm² Fläche. Welche Fläche muss der kleine Kolben haben, und welchen Weg legt der große Kolben zurück, wenn der kleine 30 cm Hub macht?
Kraftübersetzung A2/A1 = 30 → A1 = 90/30 = 3 cm²; s2 = A1 · s1/A2 = 3 · 30/90 = 1 cm
Ein Druckübersetzer hat einen Eingangskolben von 4 cm² und einen Ausgangskolben von 32 cm². Am Eingang wirken 500 N. Welche Ausgangskraft entsteht?
- a) 62,5 N
- b) 1000 N
- c) 4000 N
- d) 16 000 N
Richtig: c)
F2 = F1 · A2/A1 = 500 · 32/4 = 4000 N. a teilt fälschlich Eingangskraft durch das Flächenverhältnis. b verwendet ein falsches Verhältnis. d multipliziert die Kraft zusätzlich mit der Eingangsfläche und kommt so um den Faktor 4 zu hoch heraus.
Beim Druckübersetzer aus Frage 1 macht der Eingangskolben 16 cm Hub. Wie weit bewegt sich der Ausgangskolben?
- a) 128 cm
- b) 16 cm
- c) 4 cm
- d) 2 cm
Richtig: d)
Aus der Volumengleichheit A1·s1 = A2·s2 folgt s2 = A1·s1/A2 = 4·16/32 = 2 cm. Der Weg verkürzt sich um genau den Faktor, um den die Kraft steigt (Faktor 8). a multipliziert statt zu teilen. b nimmt fälschlich den gleichen Weg an. c verwendet ein falsches Verhältnis.
Warum lässt sich mit einem Druckübersetzer zwar die Kraft, aber nicht die geleistete Arbeit (Energie) vergrößern?
- a) Weil das Öl Energie verbraucht
- b) Weil die größere Kraft am Ausgang durch einen entsprechend kürzeren Weg ausgeglichen wird
- c) Weil der Druck im großen Kolben kleiner ist
- d) Weil sich die Flüssigkeit zusammendrückt
Richtig: b)
Arbeit ist Kraft mal Weg. Steigt die Kraft um einen Faktor, sinkt der Weg um dasselbe Verhältnis — das Produkt bleibt gleich. a ist falsch, der Energieerhaltungssatz und nicht ein „Verbrauch“ ist der Grund. c widerspricht dem Pascal’schen Gesetz, der Druck ist gleich. d ist falsch, die Inkompressibilität ist gerade die Voraussetzung der Volumengleichheit.
5. Der Druckübersetzer als Bauteil
Bisher haben wir zwei getrennte Kolben betrachtet, die über eine Leitung verbunden sind. In der Praxis gibt es dafür ein eigenes, kompaktes Bauteil: den Druckübersetzer. Hier sitzen zwei Kolben unterschiedlicher Fläche starr auf einer gemeinsamen Stange. Der große Kolben wird mit einem niedrigen Eingangsdruck beaufschlagt, schiebt die Stange, und der kleine Kolben am anderen Ende presst dadurch mit deutlich höherem Druck in den Arbeitsraum. Aus niedrigem Druck wird so hoher Druck — daher der Name.
Weil beide Kolben fest verbunden sind, wirkt auf beiden dieselbe Kraft (über die Stange übertragen). Aus dem Kräftegleichgewicht F = p1·A1 = p2·A2 folgt:
p2 = p1 * A1 / A2
- p2 … Ausgangsdruck (Arbeitsdruck) in bar
- p1 … Eingangsdruck (Antriebsdruck) in bar
- A1 … große Fläche (Antriebskolben) in cm²
- A2 … kleine Fläche (Arbeitskolben) in cm²
Die Druckübersetzung ist also das umgekehrte Flächenverhältnis: Je kleiner die Arbeitsfläche gegenüber der Antriebsfläche, desto höher der erzeugte Druck.
An dieser Stelle kommt ein Punkt dazu, der in der Praxis oft übersehen wird: die wirksame Fläche. Wo eine Kolbenstange durch den Kolben tritt, steht dort nicht die volle Kreisfläche zur Verfügung, sondern nur die Fläche abzüglich des Stangenquerschnitts — die sogenannte Ringfläche. Man muss also sauber unterscheiden:
- Kolbenfläche (Vollfläche): die ganze Kreisfläche der Kolbenseite ohne Stange.
- Ringfläche (Stangenseite): Kolbenfläche minus Querschnittsfläche der Stange.
Welche Fläche in die Rechnung gehört, hängt davon ab, von welcher Seite der Druck wirkt. Setzt man versehentlich die volle Kolbenfläche an, wo eigentlich die Ringfläche wirkt, fällt das Übersetzungsverhältnis zu günstig aus — und die real erreichte Kraft oder der reale Druck liegt unter der Erwartung. Bei der Auslegung von Spann- oder Pressvorrichtungen führt dieser Fehler schnell zu einer zu schwach dimensionierten Anlage.
Die Ringfläche berechnet sich aus den beiden Kreisflächen:
A_ring = A_kolben – A_stange
- A_ring … wirksame Ringfläche in cm²
- A_kolben … volle Kolbenfläche in cm²
- A_stange … Querschnittsfläche der Stange in cm²
Gelöstes Beispiel
Ein Druckübersetzer wird mit 40 bar Eingangsdruck angetrieben. Der Antriebskolben hat 80 cm² Fläche, the Arbeitskolben 8 cm². Welcher Arbeitsdruck entsteht?
Gegeben:
p1 = 40 bar
A1 = 80 cm² (Antriebskolben)
A2 = 8 cm² (Arbeitskolben)
Gesucht: p2 in bar
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Formel ansetzen:
p2 = p1 · A1 / A2 - Schritt 2 — Werte einsetzen:
p2 = 40 · 80 / 8 = 400 bar
Ergebnis: p2 = 400 bar. Der niedrige Eingangsdruck wird auf das Zehnfache übersetzt — genau das umgekehrte Flächenverhältnis 80:8.
Übungen
Eingangsdruck 50 bar, Antriebskolben 60 cm², Arbeitskolben 6 cm². Wie hoch ist der Arbeitsdruck?
p2 = 50 · 60/6 = 500 bar
Ein Druckübersetzer soll aus 30 bar einen Arbeitsdruck von 300 bar machen. Der Arbeitskolben hat 5 cm². Welche Antriebsfläche ist nötig?
Aus p2 = p1·A1/A2 folgt A1 = p2·A2/p1 = 300·5/30 = 50 cm²
Ein Kolben hat 90 mm Durchmesser, die Stange 40 mm. Berechne die volle Kolbenfläche und die Ringfläche in cm².
A_kolben = π/4 · 9² = 63,62 cm²; A_stange = π/4 · 4² = 12,57 cm²; A_ring = 63,62 − 12,57 = 51,05 cm²
Auf die Ringfläche aus Übung 3 wirkt ein Druck von 100 bar. Welche Kraft entsteht? (F = p · A, mit 1 bar = 10 N/cm²)
100 bar = 1000 N/cm²; F = 1000 · 51,05 = 51 050 N ≈ 51,1 kN
Ein Druckübersetzer treibt auf der Antriebsseite eine volle Kolbenfläche von 100 cm² mit 35 bar an. Der Arbeitskolben ist als Ringfläche ausgeführt: Kolbendurchmesser 50 mm, Stangendurchmesser 30 mm. Welcher Arbeitsdruck stellt sich ein?
A2 = π/4·(5²−3²) = π/4·16 = 12,57 cm²; p2 = p1·A1/A2 = 35·100/12,57 = 278,4 bar
Ein Druckübersetzer arbeitet mit 25 bar Eingangsdruck. Der Antriebskolben hat 100 cm², der Arbeitskolben 10 cm². Welcher Arbeitsdruck entsteht?
- a) 2,5 bar
- b) 250 bar
- c) 25 bar
- d) 2500 bar
Richtig: b)
p2 = p1 · A1/A2 = 25 · 100/10 = 250 bar. a teilt fälschlich durch das Flächenverhältnis. c nimmt an, der Druck bliebe gleich. d multipliziert um eine Zehnerpotenz zu viel.
Warum muss man bei einem Kolben mit durchtretender Stange die Ringfläche statt der vollen Kolbenfläche ansetzen?
- a) Weil die Stange zusätzliche Kraft erzeugt
- b) Weil der Druck auf der Stangenseite höher ist
- c) Weil der Stangenquerschnitt keine Druckfläche bietet und daher von der Kolbenfläche abgezogen werden muss
- d) Weil die Ringfläche immer größer als die Kolbenfläche ist
Richtig: c)
Dort, wo die Stange den Kolben durchdringt, kann der Druck nicht auf die volle Kreisfläche wirken — der Stangenquerschnitt fällt als Druckfläche weg. a ist falsch, die Stange erzeugt keine Kraft, sie überträgt sie nur. b stimmt nicht, der Druck ist von der Fläche unabhängig. d ist sachlich falsch, die Ringfläche ist stets kleiner als die volle Kolbenfläche.
Ein Konstrukteur legt eine Spannvorrichtung aus und rechnet versehentlich mit der vollen Kolbenfläche, obwohl die Stangenseite wirkt. Welche Folge hat das?
- a) Die Vorrichtung erzeugt mehr Kraft als berechnet
- b) Die Vorrichtung erzeugt weniger Kraft als berechnet
- c) Der Druck im System steigt unkontrolliert
- d) Es ändert sich nichts, weil die Stange vernachlässigbar ist
Richtig: b)
Die tatsächlich wirksame Ringfläche ist kleiner als die angenommene Vollfläche, also liefert die Vorrichtung bei gleichem Druck weniger Kraft als gerechnet — sie ist unterdimensioniert. a kehrt den Effekt um. c ist falsch, der Druck wird durch die Flächenwahl in der Rechnung nicht beeinflusst. d unterschätzt den Stangenquerschnitt, der je nach Durchmesser einen erheblichen Teil der Fläche ausmacht.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Auf einen Hydraulikkolben mit 18 cm² Fläche wirkt eine Kraft von 10 800 N. Welcher Druck herrscht im Öl (in bar)?
Gegeben: F = 10 800 N; A = 18 cm²
Gesucht: p in bar
Lösungsweg:
p = F/A = 10 800/18 = 600 N/cm²; 600/10 = 60 bar
Ergebnis: p = 60 bar
Aufgabe 2: Eine Presse soll mit 30 000 N pressen. Der Anlagendruck beträgt 250 bar. Welche Kolbenfläche ist nötig?
Gegeben: F = 30 000 N; p = 250 bar = 2500 N/cm²
Gesucht: A in cm²
Lösungsweg:
A = F/p = 30 000/2500 = 12 cm²
Ergebnis: A = 12 cm²
Aufgabe 3: Ein Wagenheber hat einen Pumpenkolben von 3 cm² und einen Hubkolben von 75 cm². Auf den Pumpenkolben wirken 400 N. Welche Hubkraft entsteht?
Gegeben: A1 = 3 cm²; A2 = 75 cm²; F1 = 400 N
Gesucht: F2 in N
Lösungsweg:
F2 = F1 · A2/A1 = 400 · 75/3 = 10 000 N
Ergebnis: F2 = 10 000 N
Aufgabe 4: Beim Wagenheber aus Aufgabe 3 macht der Pumpenkolben 18 cm Hub. Wie weit hebt der Hubkolben?
Gegeben: A1 = 3 cm²; A2 = 75 cm²; s1 = 18 cm
Gesucht: s2 in cm
Lösungsweg:
s2 = A1 · s1/A2 = 3 · 18/75 = 0,72 cm
Ergebnis: s2 = 0,72 cm
Aufgabe 5: Ein Druckübersetzer wird mit 45 bar angetrieben. Der Antriebskolben hat 80 cm², der Arbeitskolben 8 cm². Welcher Arbeitsdruck entsteht?
Gegeben: p1 = 45 bar; A1 = 80 cm²; A2 = 8 cm²
Gesucht: p2 in bar
Lösungsweg:
p2 = p1 · A1/A2 = 45 · 80/8 = 450 bar
Ergebnis: p2 = 450 bar
Aufgabe 6: Ein Kolben hat 100 mm Durchmesser, die Kolbenstange 45 mm. Berechne die wirksame Ringfläche in cm².
Gegeben: d_kolben = 100 mm = 10 cm; d_stange = 45 mm = 4,5 cm
Gesucht: A_ring in cm²
Lösungsweg:
A_kolben = π/4 · 10² = 78,54 cm²; A_stange = π/4 · 4,5² = 15,90 cm²; A_ring = 78,54 − 15,90 = 62,64 cm²
Ergebnis: A_ring = 62,64 cm²
Eine Kraft von 6000 N wirkt auf eine Fläche von 12 cm². Wie groß ist der Druck?
- a) 5 bar
- b) 50 bar
- c) 500 bar
- d) 0,5 bar
Richtig: b)
p = 6000/12 = 500 N/cm²; 500/10 = 50 bar. a und d verschieben das Komma, c lässt die Umrechnung in bar weg.
Das Pascal’sche Gesetz besagt, dass in einer eingesperrten Flüssigkeit der aufgebrachte Druck …
- a) an jeder Stelle gleich groß ist
- b) mit der Höhe stark zunimmt
- c) von der Behälterform abhängt
- d) nur in geraden Leitungen konstant bleibt
Richtig: a)
Der aufgebrachte Druck steht im geschlossenen System überall gleich an. b beschreibt nur den vernachlässigbaren Schweredruck. c und d widersprechen dem Gesetz direkt.
Zwei verbundene Kolben haben 5 cm² und 60 cm². Der Druck im System beträgt 120 bar. Welche Kraft übt der große Kolben aus?
- a) 600 N
- b) 7200 N
- c) 72 000 N
- d) 720 N
Richtig: c)
120 bar = 1200 N/cm²; F = p·A = 1200 · 60 = 72 000 N. a und d rechnen mit falschen Faktoren. b lässt die Umrechnung bar → N/cm² aus und liegt um den Faktor 10 zu niedrig.
Bei einer Druckübersetzung gilt „Kraft gewonnen, Weg verloren“. Welche physikalische Größe bleibt dabei erhalten?
- a) Der Druck
- b) Die Geschwindigkeit
- c) Die Kolbenfläche
- d) Die Arbeit (Energie)
Richtig: d)
Arbeit = Kraft · Weg; steigt die Kraft, sinkt der Weg im selben Verhältnis, das Produkt bleibt gleich. a ändert sich beim Druckübersetzer-Bauteil sehr wohl. b und c sind keine Erhaltungsgrößen in diesem Zusammenhang.
Ein Druckübersetzer hat einen Antriebskolben von 90 cm² und einen Arbeitskolben von 9 cm². Um welchen Faktor wird der Eingangsdruck erhöht?
- a) Faktor 9
- b) Faktor 81
- c) Faktor 0,1
- d) Faktor 10
Richtig: d)
Die Druckübersetzung entspricht A1/A2 = 90/9 = 10. a verwechselt das Verhältnis. b quadriert fälschlich. c kehrt das Verhältnis um.
Ein Hydraulikzylinder soll auf der Stangenseite betrachtet werden. Kolbendurchmesser 63 mm, Stangendurchmesser 28 mm. Was beschreibt die wirksame Fläche korrekt?
- a) Die volle Kreisfläche des Kolbens
- b) Die Kreisfläche der Stange
- c) Die Kolbenfläche abzüglich der Stangenquerschnittsfläche
- d) Die Summe aus Kolben- und Stangenfläche
Richtig: c)
Auf der Stangenseite wirkt der Druck nur auf die Ringfläche, also Kolbenfläche minus Stangenquerschnitt. a überschätzt die Fläche, b und d sind sachlich falsch.
Warum lässt sich das vorhandene Druckluftnetz einer Werkstatt nicht direkt für eine Anwendung nutzen, die 400 bar Arbeitsdruck braucht, ein Druckübersetzer aber schon?
- a) Weil Druckluft keinen Druck erzeugt
- b) Weil der Druckübersetzer aus einem niedrigen Antriebsdruck lokal einen hohen Arbeitsdruck macht
- c) Weil Druckluft nicht durch Leitungen strömt
- d) Weil der Druckübersetzer Energie erzeugt
Richtig: b)
Der Druckübersetzer setzt einen niedrigen Antriebsdruck über das umgekehrte Flächenverhältnis in einen viel höheren Arbeitsdruck um — direkt an der Vorrichtung. a und c sind falsch. d verletzt den Energieerhaltungssatz; der Übersetzer erzeugt keine Energie, er verteilt sie um.
Ein Eingangskolben von 4 cm² wird mit 800 N belastet. Wie groß ist der Systemdruck?
- a) 20 bar
- b) 200 bar
- c) 2 bar
- d) 2000 bar
Richtig: a)
p = 800/4 = 200 N/cm²; 200/10 = 20 bar. b lässt die Umrechnung in bar aus, c und d verschieben das Komma.
Bei einer hydraulischen Presse wird der Ausgangskolben verzehnfacht in der Fläche gegenüber dem Eingangskolben. Was passiert mit dem Weg des Ausgangskolbens?
- a) Er verzehnfacht sich
- b) Er bleibt gleich
- c) Er sinkt auf ein Zehntel
- d) Er verdoppelt sich
Richtig: c)
Aus der Volumengleichheit folgt: zehnfache Fläche bedeutet ein Zehntel Weg. a kehrt den Zusammenhang um, b und d ignorieren die Volumengleichheit.
Welche Aussage über Druck und Kraft in einem geschlossenen Hydrauliksystem mit zwei verschieden großen Kolben ist korrekt?
- a) Größerer Kolben bedeutet höherer Druck und höhere Kraft
- b) Der Druck ist an beiden Kolben gleich, die Kraft am größeren Kolben ist höher
- c) Der Druck ist am größeren Kolben kleiner, die Kraft gleich
- d) Druck und Kraft sind an beiden Kolben identisch
Richtig: b)
Nach Pascal ist der Druck überall gleich; die Kraft hängt zusätzlich von der Fläche ab, also liefert der größere Kolben die größere Kraft. a behauptet fälschlich einen flächenabhängigen Druck. c und d widersprechen dem Zusammenhang F = p·A.
Ein Druckübersetzer soll aus 20 bar einen Arbeitsdruck von 360 bar machen. Der Arbeitskolben hat 4 cm². Welche Antriebsfläche ist nötig?
- a) 18 cm²
- b) 7,2 cm²
- c) 720 cm²
- d) 72 cm²
Richtig: d)
Aus p2 = p1·A1/A2 folgt A1 = p2·A2/p1 = 360·4/20 = 72 cm². a teilt durch eine falsche Größe, b und c verschieben das Komma.
Eine Hydraulikbremse überträgt die Fußkraft über Bremsöl an die Radbremsen. Welche Eigenschaft des Öls ist dafür entscheidend?
- a) Seine elektrische Leitfähigkeit
- b) Seine geringe Dichte
- c) Seine Inkompressibilität
- d) Seine hohe Temperatur
Richtig: c)
Weil sich das Öl praktisch nicht zusammendrücken lässt, gibt es die Fußkraft sofort und ohne Nachfedern an die Bremskolben weiter. a, b und d sind für die Kraftübertragung ohne Bedeutung.
Glossar
- Hydraulik
- Teilgebiet der Fluidtechnik, das Kraft und Bewegung über eine eingesperrte Flüssigkeit, meist Öl, überträgt.
- Inkompressibilität
- Eigenschaft von Flüssigkeiten, sich praktisch nicht zusammendrücken zu lassen; Voraussetzung dafür, dass Druck sofort und verlustarm weitergegeben wird.
- Druck (p)
- Verhältnis von Kraft zu Fläche (p = F/A); zentrale Größe der Hydraulik, in der Praxis meist in bar angegeben.
- Pascal (Pa)
- SI-Einheit des Drucks; 1 Pa = 1 N/m². 1 bar = 100 000 Pa.
- bar
- In der Hydraulik gebräuchliche Druckeinheit; 1 bar = 10 N/cm² = 100 000 Pa.
- Pascal’sches Gesetz
- In einer eingesperrten, ruhenden Flüssigkeit breitet sich ein aufgebrachter Druck nach allen Seiten gleichmäßig aus und ist an jeder Stelle gleich groß.
- Druckübersetzung
- Verstärkung einer Kraft (oder eines Drucks) durch unterschiedlich große Kolbenflächen bei gleichem Druck; die Kraftverstärkung entspricht dem Flächenverhältnis.
- Volumengleichheit
- Das vom kleinen Kolben verdrängte Flüssigkeitsvolumen entspricht dem vom großen Kolben aufgenommenen (A1·s1 = A2·s2); erklärt das umgekehrte Verhältnis von Kraft und Weg.
- Druckübersetzer
- Bauteil aus zwei starr gekoppelten Kolben verschiedener Fläche, das aus niedrigem Eingangsdruck einen hohen Arbeitsdruck erzeugt (p2 = p1·A1/A2).
- Ringfläche
- Wirksame Fläche auf der Stangenseite eines Kolbens; volle Kolbenfläche abzüglich der Querschnittsfläche der Kolbenstange.
