Schalter- und Steckdosenschaltungen

In jeder Wohnung, jeder Werkstatt und jedem Bürogebäude stecken im Grunde nur eine Handvoll Standard-Schaltungen. Ob das Licht im Bad mit einem einzigen Schalter geht oder im Treppenhaus von unten und oben bedienbar ist – dahinter steckt immer dasselbe Prinzip: Ein Schalter unterbricht den Stromweg zur Leuchte, und je nachdem, wie man die Leitungen führt, lässt sich dieselbe Leuchte von einer, zwei oder vielen Stellen ein- und ausschalten.

Wer einmal verstanden hat, welche Leitung dauernd unter Spannung steht und welche „geschaltet“ ist, kann jede dieser Schaltungen selbst aufbauen – ohne sie auswendig zu lernen. Genau darum geht es hier.

Vorwissen

  • Der einfache Stromkreis
  • Schutzleiter und Potentialausgleich
  • Stromlauf- und Schaltpläne lesen

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • die drei Leiter L, N und PE benennen und erklären, welcher davon geschaltet werden darf und welcher nie
  • eine Aus-Schaltung sowie den Anschluss einer Schutzkontakt-Steckdose nach den geltenden Aderfarben verdrahten
  • Serien-, Wechsel- und Kreuzschaltung unterscheiden und den Strompfad in jeder Schalterstellung nachvollziehen
  • die richtige Schaltung für eine gegebene Aufgabenstellung auswählen (Zahl der Schaltstellen, Zahl der Leuchten)

1. Grundlagen: Wie eine Schaltung im Stromkreis funktioniert

Bevor wir uns einzelne Schaltungen ansehen, müssen drei Leiter klar sein. In der Hausinstallation kommt der Strom über drei Adern zum Verbraucher:

  • Außenleiter (L) – früher „Phase“ genannt. Hier liegt gegenüber dem Neutralleiter die Netzspannung von 230 V an. Das ist der Leiter, der „gefährlich“ ist.
  • Neutralleiter (N) – führt den Strom vom Verbraucher zurück. Im normalen Betrieb liegt er nahe am Erdpotential.
  • Schutzleiter (PE) – verbindet berührbare Metallteile mit der Erde und führt im fehlerfreien Betrieb keinen Strom. Er ist reines Sicherheitsbauteil.

Eine Leuchte leuchtet nur, wenn der Stromkreis geschlossen ist: vom Außenleiter durch die Leuchte und über den Neutralleiter zurück. Ein Schalter ist nichts anderes als eine Stelle, an der man diesen Kreis gezielt auftrennt und wieder schließt.

Entscheidend ist dabei eine Regel, die über die ganze Installation hinweg gilt:
Geschaltet wird immer der Außenleiter L – niemals der Neutralleiter N und niemals der Schutzleiter PE.

Der Grund ist Sicherheit. Würde man den Neutralleiter schalten, läge die Leuchte bei ausgeschaltetem Schalter weiterhin am Außenleiter – also unter voller Netzspannung, obwohl sie „aus“ ist. Wer dann die Lampe wechselt, kann einen Schlag bekommen. Deshalb trennt der Schalter den Außenleiter ab. Steht der Schalter auf „aus“, ist die Leuchte spannungsfrei.

Aus dieser Regel folgt eine Sprechweise, die im ganzen Beitrag wichtig ist:

  • Die Leitung vom Verteiler zum Schalter steht dauernd unter Spannung – sie führt den ungeschalteten Außenleiter.
  • Die Leitung vom Schalter zur Leuchte ist die geschaltete Phase – sie steht nur dann unter Spannung, wenn der Schalter geschlossen ist.

geschlossener Stromkreis = Strom fließt = Leuchte leuchtet
offener Stromkreis (Schalter aus) = kein Strom = Leuchte dunkel

Die Verlegung der Leitungen selbst – Unterputz, Aufputz, Verlegearten – ist ein eigenes Thema und wird hier nicht behandelt. Für die Schaltungen genügt es zu wissen, welche Ader wohin geführt wird.

L N PE dauernd unter Spannung Schalter geschaltete Phase Leuchte Schutzleiter – führt im Normalbetrieb keinen Strom
Prinzip des geschalteten Stromkreises

Ein Schalter wird in der Installation grundsätzlich in welche Leitung eingebaut?

  • a) In den Außenleiter L
  • b) In den Schutzleiter PE
  • c) In den Neutralleiter N
  • d) In Neutralleiter und Schutzleiter gleichzeitig

Richtig: a)

Erklärung: Geschaltet wird ausschließlich der Außenleiter L. Würde man N schalten, bliebe die Leuchte bei „aus“ am Außenleiter und damit unter Spannung – beim Lampenwechsel eine Gefahr. PE darf aus Sicherheitsgründen nie unterbrochen werden, weil sonst der Schutz wegfiele.

Was bedeutet der Ausdruck „geschaltete Phase“?

  • a) Die Leitung vom Verteiler zum Schalter
  • b) Die Leitung vom Schalter zur Leuchte, die nur bei geschlossenem Schalter Spannung führt
  • c) Der Neutralleiter zwischen Leuchte und Verteiler
  • d) Der Schutzleiter zwischen Leuchte und Erde

Richtig: b)

Erklärung: Die geschaltete Phase liegt zwischen Schalter und Leuchte. Sie führt nur dann Spannung, wenn der Schalter geschlossen ist. Die Leitung vor dem Schalter (Antwort a) steht dagegen dauernd unter Spannung.

Warum darf der Neutralleiter nicht geschaltet werden?

  • a) Weil der Neutralleiter keinen Strom führt
  • b) Weil sonst die Sicherung nicht auslöst
  • c) Weil der Neutralleiter dünner ist als der Außenleiter
  • d) Weil die Leuchte bei „aus“ sonst weiterhin am Außenleiter und damit unter Spannung läge

Richtig: d)

Erklärung: Schaltet man N statt L, trennt man zwar den Rückweg, aber die Leuchte hängt weiter am Außenleiter. Sie ist dann zwar dunkel, steht aber unter Spannung – eine Gefahr bei Arbeiten an der Leuchte. Deshalb wird konsequent L geschaltet.

2. Aus-Schaltung und Steckdose

Die Aus-Schaltung ist die einfachste Schaltung überhaupt: ein Schalter, eine Leuchte. Genau das, was man von einem normalen Lichtschalter im Zimmer kennt.

Der Außenleiter kommt vom Verteiler zum Schalter. Vom Schalter führt die geschaltete Phase zur Leuchte. Der Neutralleiter geht direkt zur Leuchte, ohne über den Schalter zu laufen. Drückt man den Schalter, schließt sich der Kreis und die Leuchte leuchtet.

Verteiler –(L)–> Schalter –(geschaltete Phase)–> Leuchte
Verteiler –(N)———————————-> Leuchte

L N PE Schalter Leuchte Schutzkontakt-Steckdose L N PE (Schutzkontakt)
Aus-Schaltung mit Schutzkontakt-Steckdose

Direkt neben der Leuchte sitzt oft eine Schutzkontakt-Steckdose (umgangssprachlich Schuko). Sie wird anders angeschlossen als die Leuchte: Hier laufen alle drei Leiter direkt durch – der Außenleiter dauernd, ohne Schalter dazwischen. Eine Steckdose soll ja immer Strom liefern, egal in welcher Stellung ein Lichtschalter steht.

Der Schutzleiter wird an den Schutzkontakt der Steckdose geklemmt. Wichtig dabei: PE wird durchgeschleift und niemals geschaltet oder unterbrochen. Fällt der Schutzleiter weg, fehlt bei einem Gerätefehler die Schutzwirkung – das angeschlossene Gerät könnte sein Metallgehäuse unter Spannung setzen, ohne dass die Schutzeinrichtung auslöst.

Häufig sieht man auch eine Schalter-Steckdosen-Kombination: Schalter und Steckdose in einem Rahmen. Verdrahtet wird trotzdem beides nach seinem eigenen Prinzip – der Schalter schaltet nur seine Leuchte, die Steckdose hängt dauerhaft am Netz.

Aderfarben in der Praxis

Damit jeder Leiter an die richtige Klemme kommt, sind die Aderfarben genormt. Diese Zuordnung muss sitzen – eine Verwechslung kann lebensgefährlich sein.

Leiter Aderfarbe Klemme
Außenleiter L Braun (oder Schwarz / Grau) L-Klemme am Schalter / an der Steckdose
Neutralleiter N Blau N-Klemme
Schutzleiter PE Grün-Gelb Schutzkontakt / PE-Klemme

Grün-Gelb ist ausschließlich dem Schutzleiter vorbehalten – diese Farbkombination darf für nichts anderes verwendet werden. Blau ist für den Neutralleiter reserviert. Der Außenleiter ist meist braun, bei mehreren Außenleitern kommen auch schwarz und grau dazu.

Warum wird der Außenleiter an einer Steckdose im Gegensatz zur geschalteten Leuchte ohne Schalter angeschlossen?

  • a) Weil eine Steckdose dauerhaft Strom liefern soll, unabhängig von einem Lichtschalter
  • b) Weil eine Steckdose keinen Außenleiter braucht
  • c) Weil der Schalter die Steckdose beschädigen würde
  • d) Weil der Außenleiter an der Steckdose ungefährlich ist

Richtig: a)

Erklärung: Eine Steckdose soll jederzeit Geräte versorgen können. Hinge sie hinter einem Lichtschalter, wäre sie nur bei eingeschaltetem Licht nutzbar. Deshalb läuft der Außenleiter dauernd durch. Der Schalter schaltet ausschließlich seine zugehörige Leuchte.

Welche Aderfarbe ist ausschließlich dem Schutzleiter vorbehalten?

  • a) Blau
  • b) Braun
  • c) Grün-Gelb
  • d) Schwarz

Richtig: c)

Erklärung: Grün-Gelb darf nur den Schutzleiter kennzeichnen und für nichts anderes verwendet werden. Blau ist dem Neutralleiter vorbehalten, Braun (und Schwarz/Grau) kennzeichnen Außenleiter.

Eine alte Steckdose soll getauscht werden. Der vorgefundene Draht an der bisherigen L-Klemme ist schwarz, ein weiterer ist grau. Wie geht man fachlich korrekt vor?

  • a) Schwarz ist immer N, grau immer L – direkt anklemmen
  • b) Beide Adern sind egal, Hauptsache fest geklemmt
  • c) Den Grün-Gelb-Leiter als Außenleiter verwenden, weil er am dicksten ist
  • d) Vor dem Anschluss messen, welche Ader tatsächlich der Außenleiter ist

Richtig: d)

Erklärung: Bei Altanlagen sind die Farben nicht verlässlich genormt. Man muss vor dem Anschließen nachmessen, welche Ader der Außenleiter ist. Sich auf alte Farben zu verlassen oder Grün-Gelb (PE!) zweckzuentfremden, wäre gefährlich.

3. Serien- und Wechselschaltung

Jetzt wird es interessanter. Zwei Schaltungen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, lösen aber ganz verschiedene Aufgaben.

Serienschaltung

Die Serienschaltung (auch Reihenschaltung der Installation) schaltet zwei getrennte Leuchten von einer stelle aus – mit einem Serienschalter, der zwei Wippen hat. Klassisches Beispiel: ein Bad mit getrenntem WC, wo man von der Tür aus Licht im Bad und Licht im WC unabhängig schalten will.

Der Außenleiter kommt zum Serienschalter. Von dort gehen zwei geschaltete Phasen ab – je eine pro Leuchte. Jede Wippe schaltet ihre eigene Leuchte. Der Neutralleiter läuft direkt zu beiden Leuchten.

Trotz des Namens „Serie“ liegen die Leuchten elektrisch nicht in Reihe, sondern jede an voller Spannung. Der Name bezieht sich auf die Bauform des Schalters, nicht auf die elektrische Reihenschaltung.

Wechselschaltung

Die Wechselschaltung löst die häufigste Aufgabe der Hausinstallation: eine Leuchte von zwei verschiedenen Stellen schalten. Typisch im Treppenhaus (unten und oben) oder in einem Durchgangszimmer mit zwei Türen.

Dafür braucht man zwei Wechselschalter. Ein Wechselschalter hat einen Eingang und zwei Ausgänge und legt den Eingang wahlweise auf den einen oder den anderen Ausgang. Die beiden Ausgänge der Schalter sind über zwei Leitungen – die korrespondierenden Leitungen – miteinander verbunden.

Der Außenleiter kommt zum ersten Wechselschalter. Vom zweiten Wechselschalter führt die geschaltete Phase zur Leuchte. Dazwischen liegen die zwei korrespondierenden Leitungen.

Die Leuchte leuchtet immer dann, wenn beide Schalter denselben der zwei korrespondierenden Wege durchverbinden. Betätigt man irgendeinen der beiden Schalter, kehrt sich der Zustand um: War das Licht an, geht es aus – und umgekehrt. So lässt sich die Leuchte von jeder Stelle unabhängig schalten, ohne zu wissen, wie der andere Schalter gerade steht.

Stellung A – Licht leuchtet L WS 1 korrespondierende Leitungen WS 2 Stellung B – Licht dunkel L WS 1 WS 2 Rot = stromführend. Ein Umlegen eines Schalters kehrt den Zustand um.
Wechselschaltung in beiden Stellungen

Wie viele Schaltstellen und wie viele Leuchten verbindet eine klassische Wechselschaltung?

  • a) Zwei Schaltstellen, eine Leuchte
  • b) Eine Schaltstelle, zwei Leuchten
  • c) Zwei Schaltstellen, zwei Leuchten
  • d) Drei Schaltstellen, eine Leuchte

Richtig: a)

Erklärung: Die Wechselschaltung schaltet eine Leuchte von zwei Stellen aus. Zwei Leuchten getrennt von einer Stelle wäre die Serienschaltung (Antwort b/c), drei Schaltstellen erfordern die Kreuzschaltung (Antwort d).

Was verbirgt sich hinter den „korrespondierenden Leitungen“?

  • a) Außen- und Neutralleiter zwischen Verteiler und Schalter
  • b) Die zwei Verbindungsleitungen zwischen den beiden Wechselschaltern
  • c) Schutzleiter und Neutralleiter zur Leuchte
  • d) Die geschaltete Phase zur Leuchte

Richtig: b)

Erklärung: Die korrespondierenden Leitungen verbinden die beiden Wechselschalter miteinander. Über sie wird je nach Schalterstellung der eine oder andere Weg durchgeschaltet. Die geschaltete Phase (Antwort d) liegt erst hinter dem zweiten Schalter.

In einem Bad mit getrenntem WC sollen Bad-Licht und WC-Licht unabhängig von der Tür aus geschaltet werden. Welche Schaltung passt?

  • a) Wechselschaltung
  • b) Kreuzschaltung
  • c) Aus-Schaltung
  • d) Serienschaltung

Richtig: d)

Erklärung: Zwei getrennt schaltbare Leuchten von einer Stelle aus ist genau die Aufgabe der Serienschaltung mit einem zweiwippigen Serienschalter. Wechsel- und Kreuzschaltung bedienen dagegen eine einzige Leuchte von mehreren Stellen.

Bei einer neu verdrahteten Wechselschaltung lässt sich das Licht nur von einem der beiden Schalter ein- und ausschalten, der zweite reagiert nicht. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?

  • a) Der Neutralleiter ist zu dünn
  • b) Die Leuchte ist defekt
  • c) Eine der Klemmen wurde vertauscht – Außenleiter bzw. Leuchtenleitung sitzt auf einer korrespondierenden Klemme statt auf dem gemeinsamen Anschluss
  • d) Es fehlt der Schutzleiter

Richtig: c)

Erklärung: Ein typischer Verdrahtungsfehler ist die Verwechslung von gemeinsamem Anschluss und korrespondierender Klemme an einem Wechselschalter. Dann arbeitet das Wechselprinzip nicht mehr richtig. Ein fehlender Schutzleiter (d) ist ein Sicherheitsmangel, beeinflusst aber die Schaltfunktion nicht.

4. Kreuzschaltung

Wenn eine Leuchte von drei oder mehr Stellen geschaltet werden soll – etwa ein langer Flur mit drei Türen –, reicht die Wechselschaltung nicht mehr. Hier kommt die Kreuzschaltung ins Spiel.

Das Grundgerüst bleibt die Wechselschaltung: An den beiden Enden sitzen weiterhin zwei Wechselschalter. Für jede zusätzliche Schaltstelle wird dazwischen ein Kreuzschalter in die beiden korrespondierenden Leitungen eingefügt.

Ein Kreuzschalter hat vier Anschlüsse und kann die beiden durchlaufenden Leitungen entweder gerade durchverbinden oder über Kreuz tauschen – daher der Name. Jeder Betätigung kehrt, genau wie beim Wechselschalter, den Schaltzustand der Leuchte um. So lässt sich die Leuchte von jeder beliebigen Stelle aus unabhängig schalten.

Braucht man vier, fünf oder mehr Schaltstellen, setzt man einfach weitere Kreuzschalter zwischen die beiden Wechselschalter. Die zwei äußeren Schalter bleiben immer Wechselschalter, alle inneren sind Kreuzschalter.

L WS 1 Kreuzschalter WS 2 Äußere Schalter = Wechselschalter, jeder innere = Kreuzschalter.
Kreuzschaltung – Prinzip mit drei Schaltstellen

Ausblick: viele Schaltstellen ohne Kreuzschalter

Wird die Zahl der Schaltstellen sehr groß – etwa in einem großen Stiegenhaus mit vielen Etagen –, wird die Kreuzschaltung mit ihren vielen durchlaufenden Leitungen unübersichtlich und aufwendig. In solchen Fällen geht man in der Praxis auf eine andere Lösung über: Statt das Licht direkt über die Schalter zu führen, betätigt man mit einfachen Tastern ein zentrales Schaltgerät, das die Leuchte ein- und ausschaltet. Das ist ein anderes Prinzip als die hier behandelte direkte Schalter-Verdrahtung und wird nicht weiter ausgeführt. Für den Alltag gilt: bis zu wenigen Schaltstellen Wechsel- und Kreuzschaltung, bei sehr vielen Schaltstellen die Taster-Lösung.

Eine Leuchte soll in einem Flur von drei Türen aus geschaltet werden. Welche Schalter braucht man?

  • a) Drei Wechselschalter
  • b) Drei Kreuzschalter
  • c) Einen Serienschalter und zwei Wechselschalter
  • d) Zwei Wechselschalter und einen Kreuzschalter

Richtig: d)

Erklärung: Bei drei Schaltstellen sitzen außen zwei Wechselschalter, in der Mitte ein Kreuzschalter. Die äußeren Schalter sind immer Wechselschalter; nur die inneren Stellen werden mit Kreuzschaltern realisiert.

Was ist die Besonderheit eines Kreuzschalters gegenüber einem Wechselschalter?

  • a) Er schaltet zwei Leuchten gleichzeitig
  • b) Er schaltet den Neutralleiter mit
  • c) Er hat vier Anschlüsse und kann zwei Leitungen gerade durchverbinden oder über Kreuz tauschen
  • d) Er ersetzt die Sicherung

Richtig: c)

Erklärung: Der Kreuzschalter liegt in beiden korrespondierenden Leitungen und vertauscht sie wahlweise. Daher die vier Anschlüsse und der Name. Den Neutralleiter schaltet er nicht – auch hier wird nur der über die Schalter geführte Außenleiter-Weg verändert.

Sollen fünf Schaltstellen für eine Leuchte realisiert werden, wie viele Kreuzschalter sind nötig?

  • a) Drei
  • b) Fünf
  • c) Vier
  • d) Zwei

Richtig: a)

Erklärung: Bei fünf Schaltstellen bleiben zwei äußere Wechselschalter; die drei inneren Stellen werden mit je einem Kreuzschalter ausgeführt – also drei Kreuzschalter. Allgemein: Zahl der Kreuzschalter = Zahl der Schaltstellen minus zwei.

Warum greift man bei sehr vielen Schaltstellen eher zur Taster-Lösung mit zentralem Schaltgerät statt zur Kreuzschaltung?

  • a) Weil Kreuzschalter verboten sind
  • b) Weil die Kreuzschaltung mit vielen durchlaufenden Leitungen aufwendig und unübersichtlich wird
  • c) Weil Taster billiger leuchten
  • d) Weil die Kreuzschaltung den Neutralleiter überlastet

Richtig: b)

Erklärung: Je mehr Kreuzschalter, desto mehr durchgehende Verbindungsleitungen und Verdrahtungsaufwand. Bei sehr vielen Stellen ist die zentrale Schaltlösung mit einfachen Tastern übersichtlicher und sparsamer in der Verdrahtung.

Abschlusstest

Aufgabe 1: An einem Stromkreis hängt eine Leuchte mit 230 V und einer Leistung von 60 W. Welcher Strom fließt durch den geschlossenen Schalter?

Gegeben: U = 230 V, P = 60 W

Gesucht: Strom I in A

Lösungsweg:

  1. Formel umstellen: P = U * I -> I = P / U
  2. Einsetzen: I = 60 W / 230 V = 0,26 A

Ergebnis: I ≈ 0,26 A

Aufgabe 2: An einer Schutzkontakt-Steckdose wird ein Heizlüfter mit 230 V und 2000 W betrieben. Welcher Strom fließt, und ist eine mit 16 A abgesicherte Steckdose ausreichend?

Gegeben: U = 230 V, P = 2000 W, Absicherung = 16 A

Gesucht: Strom I in A, Beurteilung

Lösungsweg:

  1. Strom berechnen: I = P / U = 2000 W / 230 V = 8,7 A
  2. Vergleich mit Absicherung: 8,7 A < 16 A

Ergebnis: I ≈ 8,7 A. Der Strom liegt deutlich unter 16 A, die Steckdose ist ausreichend.

Aufgabe 3: Drei Leuchten zu je 40 W hängen an derselben geschalteten Phase und werden gemeinsam geschaltet. Wie groß ist der Gesamtstrom bei 230 V?

Gegeben: P pro Leuchte = 40 W, Anzahl = 3, U = 230 V

Gesucht: Gesamtstrom I in A

Lösungsweg:

  1. Gesamtleistung: P_ges = 3 * 40 W = 120 W
  2. Strom: I = P_ges / U = 120 W / 230 V = 0,52 A

Ergebnis: I ≈ 0,52 A

Aufgabe 4: An einer Steckdose sollen gleichzeitig ein Wasserkocher (2200 W) und ein Toaster (900 W) über eine Steckdosenleiste betrieben werden, beide bei 230 V. Übersteigt der Gesamtstrom die 16-A-Absicherung?

Gegeben: P1 = 2200 W, P2 = 900 W, U = 230 V, Absicherung = 16 A

Gesucht: Gesamtstrom I in A, Beurteilung

Lösungsweg:

  1. Gesamtleistung: P_ges = 2200 W + 900 W = 3100 W
  2. Strom: I = P_ges / U = 3100 W / 230 V = 13,5 A
  3. Vergleich: 13,5 A < 16 A

Ergebnis: I ≈ 13,5 A. Knapp unter 16 A – die Absicherung hält, aber es ist wenig Reserve. Ein dritter Verbraucher würde die Sicherung auslösen.

Welche Leitung trennt ein Schalter in der Hausinstallation grundsätzlich auf?

  • a) Den Außenleiter
  • b) Den Schutzleiter
  • c) Den Neutralleiter
  • d) Alle drei gleichzeitig

Richtig: a)

Erklärung: Geschaltet wird der Außenleiter. So ist die Leuchte bei „aus“ spannungsfrei. Neutralleiter und Schutzleiter bleiben durchgehend verbunden.

Bei welcher Schaltung kann eine einzelne Leuchte von genau zwei Stellen geschaltet werden?

  • a) Aus-Schaltung
  • b) Serienschaltung
  • c) Kreuzschaltung
  • d) Wechselschaltung

Richtig: d)

Erklärung: Die Wechselschaltung mit zwei Wechselschaltern bedient eine Leuchte von zwei Stellen. Die Kreuzschaltung kommt erst ab drei Stellen dazu, die Serienschaltung schaltet zwei Leuchten von einer Stelle.

Warum wird der Schutzleiter an einer Steckdose niemals geschaltet oder unterbrochen?

  • a) Weil er sonst zu heiß würde
  • b) Weil er den Neutralleiter ersetzt
  • c) Weil er den Strom zur Leuchte führt
  • d) Weil bei einem Gerätefehler sonst die Schutzwirkung fehlt und das Gehäuse unter Spannung geraten kann

Richtig: d)

Erklärung: Der Schutzleiter sorgt im Fehlerfall dafür, dass die Schutzeinrichtung auslöst und das Gehäuse spannungsfrei bleibt. Eine Unterbrechung würde diesen Schutz aufheben – lebensgefährlich. Strom führt er im Normalbetrieb nicht.

Ein Serienschalter unterscheidet sich von zwei nebeneinander montierten Aus-Schaltern vor allem dadurch, dass er …

  • a) zwei Leuchten elektrisch in Reihe schaltet
  • b) zwei getrennte geschaltete Phasen aus einem gemeinsamen Außenleiter-Anschluss bereitstellt
  • c) den Neutralleiter doppelt führt
  • d) keine eigene Leuchte braucht

Richtig: b)

Erklärung: Der Serienschalter bekommt den Außenleiter einmal zugeführt und gibt zwei getrennt schaltbare Phasen ab. Die Leuchten liegen dabei nicht in elektrischer Reihe, sondern jede an voller Spannung (Antwort a ist der klassische Irrtum).

Wie viele korrespondierende Leitungen liegen zwischen zwei Wechselschaltern einer Wechselschaltung?

  • a) Zwei
  • b) Eine
  • c) Drei
  • d) Vier

Richtig: a)

Erklärung: Zwischen den beiden Wechselschaltern verlaufen genau zwei korrespondierende Leitungen. Über sie wird je nach Stellung der eine oder andere Weg durchverbunden.

In einem langen Flur soll eine Leuchte von vier Türen aus geschaltet werden. Wie ist die Schaltung aufgebaut?

  • a) Vier Wechselschalter in Reihe
  • b) Zwei Wechselschalter außen, zwei Kreuzschalter dazwischen
  • c) Vier Kreuzschalter
  • d) Ein Serienschalter und drei Wechselschalter

Richtig: b)

Erklärung: Bei vier Schaltstellen bleiben außen zwei Wechselschalter, dazwischen kommen zwei Kreuzschalter (Schaltstellen minus zwei). Reine Wechselschalter allein können mehr als zwei Stellen nicht bedienen.

Welche Aussage zur Aderfarbe ist korrekt?

  • a) Blau kennzeichnet den Außenleiter
  • b) Grün-Gelb darf für den Außenleiter verwendet werden, wenn keine andere Farbe da ist
  • c) Braun kennzeichnet immer den Schutzleiter
  • d) Blau ist dem Neutralleiter vorbehalten, Grün-Gelb ausschließlich dem Schutzleiter

Richtig: d)

Erklärung: Blau steht für N, Grün-Gelb ausschließlich für PE, Braun (und Schwarz/Grau) für Außenleiter. Grün-Gelb darf unter keinen Umständen für etwas anderes als den Schutzleiter genutzt werden.

Eine Steckdose funktioniert nicht, obwohl der zugehörige Lichtschalter eingeschaltet ist. Welche Erkenntnis über korrekt installierte Steckdosen ist hier entscheidend?

  • a) Steckdosen werden über den Lichtschalter geschaltet
  • b) Eine korrekt installierte Steckdose hängt dauerhaft am Netz, unabhängig vom Lichtschalter
  • c) Steckdosen brauchen keinen Neutralleiter
  • d) Der Lichtschalter versorgt die Steckdose mit Strom

Richtig: b)

Erklärung: Eine normgerechte Steckdose ist nicht vom Lichtschalter abhängig – sie hängt dauerhaft am Außenleiter. Funktioniert sie nicht, liegt der Fehler bei der Steckdosen-Verdrahtung oder der Absicherung, nicht beim Lichtschalter.

Welche Aufgabe erfüllt der Kreuzschalter elektrisch?

  • a) Er schaltet den Neutralleiter
  • b) Er begrenzt den Strom
  • c) Er vertauscht oder verbindet die zwei korrespondierenden Leitungen gerade durch
  • d) Er ersetzt den Wechselschalter am Ende der Kette

Richtig: c)

Erklärung: Der Kreuzschalter liegt in beiden korrespondierenden Leitungen und schaltet sie entweder gerade durch oder über Kreuz. Dadurch kehrt sich der Schaltzustand der Leuchte um. Am Ende der Kette bleibt er kein Ersatz für den Wechselschalter.

Ein Heizgerät mit 230 V und 3500 W soll an einer mit 16 A abgesicherten Steckdose betrieben werden. Was ergibt die Beurteilung?

  • a) Der Strom liegt unter 16 A, alles in Ordnung
  • b) Die Leistung ist für eine Strombetrachtung irrelevant
  • c) Der Strom beträgt rund 15,2 A und liegt knapp unter der Absicherung
  • d) Der Strom beträgt über 20 A, die Sicherung löst sofort aus

Richtig: c)

Erklärung: I = P / U = 3500 W / 230 V ≈ 15,2 A. Das liegt knapp unter 16 A – zulässig, aber mit wenig Reserve und dauerhaft an der Belastungsgrenze. Ein weiterer Verbraucher an derselben Absicherung würde sie auslösen.

Beim Verdrahten einer Wechselschaltung wird an einem Wechselschalter der Außenleiter versehentlich auf eine korrespondierende Klemme statt auf den gemeinsamen Anschluss gelegt. Was ist die Folge?

  • a) Die Sicherung löst sofort aus
  • b) Die Leuchte leuchtet doppelt so hell
  • c) Das Wechselprinzip arbeitet nicht mehr richtig, das Licht lässt sich nicht von beiden Stellen schalten
  • d) Der Schutzleiter wird überlastet

Richtig: c)

Erklärung: Der gemeinsame Anschluss eines Wechselschalters muss mit Außenleiter bzw. der Leuchtenleitung verbunden sein. Sitzt er falsch, funktioniert das wechselseitige Umschalten nicht mehr. Ein Auslösen der Sicherung (a) ist dabei nicht zwingend.

Glossar

Außenleiter (L)
Der spannungsführende Leiter, der gegenüber dem Neutralleiter die Netzspannung von 230 V trägt. In der Installation wird ausschließlich er geschaltet.
Neutralleiter (N)
Leiter, der den Betriebsstrom vom Verbraucher zurückführt und im Normalbetrieb nahe am Erdpotential liegt. Er wird nicht geschaltet.
Geschaltete Phase
Die Leitung zwischen Schalter und Leuchte, die nur bei geschlossenem Schalter Spannung führt.
Aus-Schaltung
Einfachste Schaltung: ein Schalter schaltet eine Leuchte ein und aus.
Serienschalter
Schalter mit zwei Wippen, der zwei getrennte Leuchten von einer Stelle aus unabhängig schaltet.
Wechselschalter
Schalter mit einem gemeinsamen Anschluss und zwei Ausgängen; zwei davon ergeben die Wechselschaltung.
Wechselschaltung
Schaltung, mit der eine Leuchte von zwei Stellen aus geschaltet werden kann.
Korrespondierende Leitungen
Die zwei Verbindungsleitungen zwischen zwei Wechselschaltern.
Kreuzschalter
Schalter mit vier Anschlüssen, der zwei Leitungen gerade durchverbindet oder über Kreuz tauscht; ermöglicht zusätzliche Schaltstellen.
Kreuzschaltung
Schaltung für eine Leuchte mit drei oder mehr Schaltstellen, aufgebaut aus zwei Wechselschaltern und einem oder mehreren Kreuzschaltern.
Schutzkontakt-Steckdose
Steckdose mit zusätzlichem Schutzkontakt, über den der Schutzleiter mit dem angeschlossenen Gerät verbunden wird.

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