Lager: Gleit- und Wälzlager

Ohne Lager bewegt sich keine Maschine. Jede Welle, jede Spindel, jede Rolle in einem Förderband sitzt in einer Lagerung, die zwei Dinge gleichzeitig leisten muss: die Drehbewegung möglichst reibungsarm zulassen und gleichzeitig Kräfte sicher in das Gehäuse einleiten. Wie das gelingt, hängt davon ab, ob das Lager gleitet oder rollt — und genau darum geht es in diesem Beitrag.

Vorwissen

  • Achsen und Wellen
  • Toleranzen, Passungen und Oberflächen
  • Werkstoffeigenschaften: Festigkeit, Härte, Zähigkeit

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • die Aufgaben eines Lagers benennen und radiale, axiale sowie kombinierte Belastungen unterscheiden
  • die Funktionsprinzipien von Gleit- und Wälzlagern erklären und gegenüberstellen
  • die wichtigsten Wälzlager-Bauformen einordnen und Kurzzeichen nach ÖNORM EN ISO 15 entschlüsseln
  • die nominelle Lebensdauer L10 eines Wälzlagers berechnen
  • die Fest-Los-Lagerung und andere Lageranordnungen erkennen und begründen

1. Aufgabe und Grundlagen der Lagerung

Stellt euch eine Werkzeugmaschinen-Spindel vor: Sie dreht mit mehreren tausend Umdrehungen, trägt das Werkzeug, nimmt Schnittkräfte auf und darf dabei keinen Hundertstel-Millimeter wackeln. Genau dafür sind Lager da.

Ein Lager hat drei klassische Aufgaben: Es lässt eine Bewegung zu (meist Drehung, manchmal auch Verschiebung), es überträgt Kräfte zwischen Welle und Gehäuse, und es hält die gelagerten Teile in der gewollten Lage.

Dabei treten zwei grundlegende Belastungsrichtungen auf. Die radiale Belastung wirkt senkrecht zur Wellenachse — zum Beispiel das Eigengewicht eines Rotors oder der Zug eines Keilriemens. Die axiale Belastung wirkt längs der Wellenachse — etwa der Schub einer Schraubenwelle oder die Längskraft an einem schräg verzahnten Zahnrad. Sehr oft treffen beide gleichzeitig auf — das nennt man kombinierte Belastung.

Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden großen Lagerfamilien ist die Art der Reibung. Beim Gleitlager gleiten zwei Flächen aufeinander. Beim Wälzlager rollen Kugeln oder Rollen zwischen zwei Ringen. Rollreibung ist um den Faktor 10 bis 100 kleiner als Gleitreibung — und aus diesem einen physikalischen Unterschied folgt fast alles, was die beiden Lagerwelten voneinander trennt.

Lager A Lager B Radialkraft Fr Axialkraft Fa Welle mit Zahnrad, gelagert in zwei Lagerstellen

Eine Welle wird durch das Eigengewicht eines daran befestigten Schwungrades belastet. Welche Aussage trifft zu?

  • a) Die Belastung ist überwiegend radial.
  • b) Es entsteht ausschließlich eine Axialkraft im Lager.
  • c) Es handelt sich um eine kombinierte Belastung mit gleichem Anteil.
  • d) Im Stillstand wirken keine Kräfte auf das Lager.

Richtig: a)

Das Gewicht zieht senkrecht zur Wellenachse — das ist die Definition einer Radialkraft. Eine Axialkraft entstünde nur, wenn die Welle senkrecht stünde oder durch ein Zahnrad mit Schrägverzahnung beaufschlagt wäre. Stillstandskräfte bleiben durch das Gewicht erhalten.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Rollreibung und Gleitreibung für den Maschinenbau so wichtig?

  • a) Weil Wälzlager grundsätzlich teurer sind als Gleitlager.
  • b) Weil Gleitlager nicht erwärmt werden dürfen.
  • c) Weil Rollreibung deutlich geringer ist als Gleitreibung.
  • d) Weil bei Rollreibung keine Schmierung mehr nötig ist.

Richtig: c)

Die Reibungszahl bei Rollkontakt liegt typischerweise zwischen 0,001 und 0,005, bei Gleitkontakt selbst mit guter Schmierung mindestens eine Größenordnung höher. Daraus folgen Verlustleistung, Erwärmung und Anlaufverhalten. Schmierung brauchen beide Lagertypen, nur in unterschiedlicher Form.

Auf eine schräg verzahnte Welle wirken neben dem Drehmoment auch Längskräfte. Welche Lagerbelastung entsteht?

  • a) Reine Radialbelastung.
  • b) Reine Axialbelastung.
  • c) Es entsteht keine zusätzliche Lagerkraft, weil das Drehmoment intern abgestützt wird.
  • d) Kombinierte Belastung aus Radial- und Axialkraft.

Richtig: d)

Schrägverzahnung erzeugt sowohl eine Umfangskraft (überträgt das Drehmoment) als auch eine Axialkomponente entlang der Wellenachse. Zusammen mit der ohnehin vorhandenen Radialkraft entsteht eine kombinierte Belastung — und genau dafür gibt es Lagerbauformen wie das Schrägkugellager.

2. Gleitlager

Ein Gleitlager ist im Grunde die einfachste denkbare Lagerung: Ein Zapfen dreht in einer Buchse. Damit das nicht innerhalb von Minuten festsitzt, braucht es einen Schmierstoff zwischen den Flächen — und idealerweise so viel davon, dass die Welle gar nicht mehr direkt aufliegt, sondern auf einem dünnen Schmierfilm schwimmt.

Je nach Betriebszustand spricht man von drei Reibungszuständen. Festkörperreibung liegt vor, wenn die Flächen trocken aufeinandergleiten — der Verschleiß ist maximal, der Zustand kommt nur kurzzeitig im Notlauf oder direkt beim Anlaufen vor. Bei der Mischreibung trennt der Schmierstoff die Flächen nur teilweise, einzelne Rauheitsspitzen berühren sich noch. Erst die Flüssigkeitsreibung trennt die Flächen vollständig — dann gleitet eine Schmierstoffschicht in der Schmierstoffschicht, und mechanischer Verschleiß findet praktisch nicht mehr statt.

Wie kommt es zu diesem tragenden Schmierfilm? Bei der hydrodynamischen Schmierung baut sich der Druck im Schmierstoff von selbst auf, sobald sich die Welle dreht. Sie zieht durch ihre Rotation Öl in den engsten Spalt — diesen sich verengenden Spalt nennt man Schmierkeil. Im Schmierkeil entsteht ein Druck, der die Welle anhebt und trägt. Im Stillstand fehlt dieser Effekt; beim Anlauf gibt es deshalb immer eine kurze Phase Mischreibung. Bei der hydrostatischen Schmierung drückt eine externe Pumpe das Öl mit hohem Druck in den Spalt — die Welle schwimmt schon vor dem Anlauf. Aufwendig, aber unschlagbar bei sehr großen Maschinen mit langen Anlaufzeiten.

Drei klassische Bauarten begegnen einem in der Praxis. Buchsenlager sind einfache Hülsen aus Lagermetall (oft Bronze oder Verbundwerkstoff), die in die Gehäusebohrung gepresst werden. Geteilte Gleitlager bestehen aus zwei Lagerschalen (oben und unten) und lassen sich tauschen, ohne die Welle auszubauen — typisch bei großen Maschinen wie Schiffsdieseln. Wartungsfreie Gleitlager arbeiten entweder mit selbstschmierender Sinterbronze, in deren Porenräumen Öl gespeichert ist, oder mit einer PTFE-Gleitschicht auf Stahlrücken. Einbauen, fertig, kein Nachschmieren.

Ein typisches Problem bei steifen Gleitbuchsen ist die Kantenpressung: Wenn die Welle nicht ganz fluchtet — etwa weil das Lagergehäuse minimal verkippt sits — drückt sie nicht mehr flächig in die Buchse, sondern liegt nur noch mit einer Kante an. Die Flächenpressung explodiert lokal, das Lagermetall versagt vorzeitig. Gegenmaßnahmen sind selbsteinstellende Lager (mit ballig geschliffener Außenkontur, die sich im Gehäuse leicht ausrichten kann), elastische Lageraufhängungen oder ballige Zapfen.

Die wichtigste Auslegungsgröße ist die Flächenpressung, also die Lagerkraft bezogen auf die projizierte Lagerfläche:

p = F / (d * b)

  • p … Flächenpressung in N/mm²
  • F … Lagerkraft in N
  • d … Wellendurchmesser in mm
  • b … Lagerbreite in mm

Der zulässige Wert hängt vom Lagerwerkstoff und vom Betriebszustand ab (typische Größenordnungen liegen zwischen wenigen N/mm² bei Sinterlagern und über 50 N/mm² bei hochbelasteten Verbundlagern unter Mischreibung).

Schmierung ist beim Gleitlager keine optionale Zugabe, sondern Teil der Konstruktion. Welcher Schmierstoff, welche Versorgung, welche Wartungsintervalle — das alles ist Thema des eigenen Beitrags zur Schmierung und zu den Schmierstoffen.

Welle Buchse tragender Schmierfilm Druckaufbau Last F Hydrodynamisches Gleitlager: Welle sitzt unter Last exzentrisch, der Schmierkeil baut den tragenden Druck auf.

Gelöstes Beispiel

Eine Bronzebuchse trägt einen Wellenzapfen mit 40 mm Durchmesser. Die Lagerbreite beträgt 50 mm, die Lagerkraft 8000 N. Wie hoch ist die mittlere Flächenpressung?

Gegeben: F = 8000 N, d = 40 mm, b = 50 mm

Gesucht: p in N/mm²

Lösungsweg:

  1. projizierte Lagerfläche: A = d * b = 40 mm * 50 mm = 2000 mm²
  2. Flächenpressung: p = F / A = 8000 N / 2000 mm² = 4 N/mm²

Ergebnis: p = 4 N/mm²

Übungen

Wellendurchmesser 25 mm, Lagerbreite 30 mm, Lagerkraft 3000 N. Wie groß ist die Flächenpressung?

p = 3000 / (25 * 30) = 4,0 N/mm²

Eine Sinterbuchse hat 18 mm Innendurchmesser und 22 mm Breite. Welche Lagerkraft führt zu einer Flächenpressung von 2,5 N/mm²?

F = p * d * b = 2,5 * 18 * 22 = 990 N

Lagerkraft 5500 N, Flächenpressung soll 5 N/mm² nicht überschreiten, Wellendurchmesser 35 mm. Welche Mindestbreite muss die Buchse haben?

b = F / (p * d) = 5500 / (5 * 35) = 31,4 mm; mindestens 32 mm Breite wählen.

Ein Gleitlager mit d = 50 mm and b = 60 mm wird mit 12 kN belastet. Reicht ein Werkstoff mit zulässiger Flächenpressung von 4 N/mm²?

p = 12000 / (50 * 60) = 4,0 N/mm² — gerade noch zulässig, in der Praxis Sicherheit einplanen oder breiteres Lager wählen.

Eine Welle mit 60 mm Durchmesser läuft in zwei gleichen Gleitlagern. Die Welle trägt mittig eine Last von 15 kN. Welche Mindestbreite muss jedes Lager haben, wenn die Flächenpressung 6 N/mm² nicht überschreiten darf?

Jede Lagerstelle nimmt die Hälfte der Last auf: F = 7500 N. b = 7500 / (6 * 60) = 20,8 mm; gewählt mindestens 21 mm.

In welchem Reibungszustand findet im Gleitlager der geringste Verschleiß statt?

  • a) Festkörperreibung.
  • b) Mischreibung.
  • c) Flüssigkeitsreibung.
  • d) Trockenlauf.

Richtig: c)

Nur in der vollen Flüssigkeitsreibung sind die Flächen durch einen geschlossenen Schmierfilm getrennt — es gibt keinen direkten Metall-Metall-Kontakt mehr und damit praktisch keinen mechanischen Verschleiß. Festkörperreibung ist der schlechteste Fall, Mischreibung der Übergang.

Was bewirkt der Schmierkeil im hydrodynamischen Gleitlager?

  • a) Er erzeugt durch die Wellendrehung einen Druck, der die Welle vom Lagermetall abhebt.
  • b) Er pumpt Öl aktiv durch den Spalt.
  • c) Er erhöht die Reibung, damit das Lager nicht durchdreht.
  • d) Er ersetzt den Schmierstoff bei Trockenlauf.

Richtig: a)

Der sich verengende Spalt zwischen Welle und Buchse wirkt wie ein Keil: Die Welle reißt Öl in die Engstelle, dort baut sich Druck auf — genau dieser Druck trägt die Welle. Eine externe Pumpe wäre hydrostatisch, nicht hydrodynamisch.

Eine Bronzebuchse hat 50 mm Durchmesser und 60 mm Breite. Bei welcher Kraft erreicht sie eine Flächenpressung von 3 N/mm²?

  • a) 6000 N
  • b) 7500 N
  • c) 15000 N
  • d) 9000 N

Richtig: d)

F = p · d · b = 3 · 50 · 60 = 9000 N. Die anderen Werte ergeben sich, wenn man falsche Größen einsetzt oder mit dem Radius statt dem Durchmesser rechnet.

3. Wälzlager – Aufbau und Funktionsprinzip

Wenn die Welle nicht mehr in der Buchse gleitet, sondern auf Kugeln oder Rollen rollt, sinkt die Reibung dramatisch. Das ist das ganze Prinzip des Wälzlagers — und es erklärt, warum diese Bauart heute den Standard in fast jedem Maschinenbau-Bereich darstellt.

Ein Wälzlager besteht aus vier funktionalen Bestandteilen. Der Innenring sitzt auf der Welle, der Außenring im Gehäuse. Zwischen den beiden Ringen laufen die Wälzkörper — Kugeln, Zylinderrollen, Kegelrollen, Tonnenrollen oder Nadeln, je nach Bauform. Damit die Wälzkörper nicht aneinanderlaufen, hält ein Käfig sie auf gleichem Abstand.

Außenring Wälzkörper Käfig Innenring Schnittbild eines Rillenkugellagers

Als Werkstoff für Ringe und Wälzkörper kommt klassisch der Wälzlagerstahl 100Cr6 zum Einsatz — ein Chromstahl, der durchgehärtet wird und damit die hohen Hertz’schen Pressungen aufnimmt, die zwischen Wälzkörper und Ringlaufbahn auftreten. Größere Lager werden einsatzgehärtet oder oberflächengehärtet. Käfige bestehen je nach Lager aus Blech, Messing oder Kunststoff.

Im Vergleich zum Gleitlager hat das Wälzlager mehrere praktische Vorteile. Das Anlaufmoment ist niedrig — das macht es zur ersten Wahl in jedem Antrieb, der oft anläuft oder bei Kälte starten muss. Die Reibungsverluste sind kleiner, der Schmierstoffbedarf gering, oft reicht eine Lebensdauerschmierung. Und durch die Normung sind Wälzlager weltweit lieferbar — ein 6206-Lager passt in München wie in Singapur.

Es gibt aber auch Nachteile. Wälzlager sind empfindlich gegen Stöße im Stillstand (eindrückende Wälzkörper hinterlassen Riffel in der Laufbahn — das nennt man False Brinelling). Sie sind hörbar lauter als ein gutes Gleitlager. Und je nach Bauform brauchen sie mehr radialen Bauraum.

Welches Bauteil sorgt im Wälzlager dafür, dass die Wälzkörper nicht aneinander reiben?

  • a) Der Innenring.
  • b) Der Außenring.
  • c) Der Käfig.
  • d) Die Lagerluft.

Richtig: c)

Der Käfig hält die Wälzkörper auf konstantem Abstand und führt sie auf ihrer Umlaufbahn. Ohne Käfig würden sich die Kugeln oder Rollen direkt berühren — und genau zwischen ihnen wäre der Bewegungssinn entgegengesetzt, was zu hoher Gleitreibung führen würde.

Wovon profitieren Anwendungen mit häufigem Start-Stopp-Betrieb besonders, wenn statt eines Gleit- ein Wälzlager eingesetzt wird?

  • a) Vom geringen Anlaufmoment.
  • b) Vom niedrigen Stillstandsgewicht.
  • c) Von der hörbaren Geräuschentwicklung.
  • d) Vom besseren Hitzewiderstand.

Richtig: a)

Beim Gleitlager fehlt im Stillstand der hydrodynamische Schmierfilm, beim Anlauf herrscht kurz Mischreibung — das Anlaufmoment ist deutlich höher als im Betrieb. Wälzlager haben praktisch im Stillstand und unter Drehung dieselbe niedriger Reibung. Das spart Energie und schont den Antrieb.

Was versteht man unter False Brinelling bei Wälzlagern?

  • a) Eine Härteprüfung nach Brinell direkt am Lagerring.
  • b) Riffelbildung in der Laufbahn durch Vibrationen im Stillstand.
  • c) Eine Korrosionsart im Schmierfett.
  • d) Eine fehlerhafte Bohrungskennzahl auf dem Lagerring.

Richtig: b)

False Brinelling ist ein typischer Lagerschaden, der entsteht, wenn ein nicht drehendes Lager Schwingungen ausgesetzt ist — die Wälzkörper drücken sich punktweise in die Laufbahn ein, ohne dass sich frischer Schmierstoff zwischen die Kontaktflächen schieben kann. Das Schadensbild sieht ähnlich aus wie ein Brinell-Eindruck, kommt aber rein durch Bewegung, nicht durch eine Härteprüfung.

4. Bauformen von Wälzlagern

Je nachdem, welche Belastung und welches Verhalten gefragt sind, gibt es eine ganze Familie von Wälzlager-Bauformen. Die wichtigsten im Überblick:

Bauform Wälzkörper Hauptbelastung Typische Anwendung
Rillenkugellager Kugel überwiegend radial, kleine axial Elektromotor, Standardanwendung
Schrägkugellager Kugel radial und axial, einseitig Werkzeugmaschinenspindeln
Zylinderrollenlager Zylinderrolle hoch radial Walzwerke, Getriebe
Kegelrollenlager Kegelrolle kombiniert radial und axial Radlager, Industriegetriebe
Pendelkugellager Kugel, zweireihig radial, fluchtungstolerant unsteife Wellen, Förderer
Pendelrollenlager Tonnenrolle, zweireihig hoch radial, mittel axial Brecher, Lüfter, Großmaschinen
Nadellager Nadel hoch radial bei kleinem Bauraum Pleuel, Hebelgelenke
Axial-Rillenkugellager Kugel nur axial Drehkränze, Spindelpressen

Zwei Lagerformen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Das Schrägkugellager überträgt schon vom Aufbau her sowohl Radial- als auch Axialkraft, allerdings nur in eine Richtung — es muss daher meistens paarweise eingebaut werden. Das Pendellager (Kugel oder Rolle) hat einen sphärisch geschliffenen Außenring und kann Winkelfehler von einigen Grad ausgleichen. Es ist die richtige Wahl überall dort, wo Welle und Gehäuse nicht perfekt fluchten.

Zur Lagerabdichtung gibt es zwei gängige Varianten. „2RS“ oder „RS“ steht für eine berührende Dichtlippe aus Elastomer — gut dichtend, aber mit etwas Reibung. „ZZ“ oder „2Z“ bezeichnet eine berührungslose Blech-Deckscheibe — reibungsarm, dafür weniger dicht. Welche Dichtung in welcher Anwendung sinnvoll ist und welche Bauformen es darüber hinaus gibt, vertieft der eigene Beitrag zu Dichtungen.

Welche Lagerart eignet sich am besten für sehr hohe rein radiale Lasten in einem Walzwerk?

  • a) Rillenkugellager.
  • b) Schrägkugellager.
  • c) Axial-Rillenkugellager.
  • d) Zylinderrollenlager.

Richtig: d)

Eine Zylinderrolle hat eine Linienberührung mit der Laufbahn statt einer Punktberührung wie bei der Kugel. Dadurch trägt sie deutlich höhere Radiallasten bei gleichem Bauraum. Axialkräfte können einige Bauformen mit Borden zwar in geringem Maß übertragen, der Schwerpunkt liegt aber klar im Radialen.

Eine Welle ist über zwei Gehäuse gelagert, die nicht exakt fluchten. Welche Lagerart toleriert das am besten?

  • a) Pendelkugellager.
  • b) Schrägkugellager.
  • c) Rillenkugellager.
  • d) Axial-Rillenkugellager.

Richtig: a)

Das Pendelkugellager hat einen sphärischen Außenring, sodass sich der innere Lagerteil um mehrere Grad gegenüber dem Gehäuse verkippen kann. Rillenkugel- und Schrägkugellager vertragen nur Bruchteile eines Grades, ein Axial-Rillenkugellager ist für solche Belastungen gar nicht ausgelegt.

Was bedeutet das Suffix „2RS“ hinter einer Lagerbezeichnung?

  • a) Doppelreihiges Lager.
  • b) Zwei berührende Dichtlippen, eine je Seite.
  • c) Geräuschklasse 2 nach ISO.
  • d) Zweimal nachgeschmiert ab Werk.

Richtig: b)

„RS“ steht für „Rubber Seal“, also eine berührende Gummidichtung. Die führende „2″ zeigt an, dass das Lager beidseitig so abgedichtet ist. Die Reihenanzahl steckt im Hauptkennzeichen vorne, nicht im Suffix.

5. Wälzlager-Kurzzeichen nach ÖNORM EN ISO 15

Auf jedem Wälzlager steht eine Kurzbezeichnung, die seine Bauart und seine wichtigsten Daten kompakt zusammenfasst. Wer dieses System einmal verstanden hat, kann auf einen Blick aus dem Lagerring herauslesen, was er vor sich hat — und welche Tragzahlen er im Datenblatt erwarten darf.

Schauen wir uns die typische Bezeichnung 6206-2RS an:

  • Die erste Ziffer „6″ gibt die Lagerreihe an: Rillenkugellager.
  • Die zweite Ziffer „2″ steht für die Maßreihe — also die Verhältnisse von Außendurchmesser und Breite. „2″ ist die leichte Reihe.
  • Die letzten zwei Ziffern „06″ sind die Bohrungskennzahl. Daraus ergibt sich der Bohrungsdurchmesser: 06 × 5 = 30 mm.
  • Das Suffix „2RS“ hatten wir gerade: beidseitig berührend gedichtet.

Eine kleine Übersicht der gängigsten Lagerreihen:

Erste Ziffer Lagerart
6 Rillenkugellager
7 Schrägkugellager
3 Kegelrollenlager
2 / 22 / 23 Pendelrollenlager
1 Pendelkugellager
5 Axial-Rillenkugellager
N, NU, NJ, NUP Zylinderrollenlager (Bauformvariante über Buchstaben)

Bei der Bohrungskennzahl gibt es ab 04 die einfache Regel „mal fünf“. Darunter gelten Sonderfälle, die man sich einmal anschauen sollte:

Bohrungskennzahl Bohrung in mm
00 10
01 12
02 15
03 17
04 20
05 25
06 30
07 35
08 40
jeweils + 5 mm

Häufige Suffixe (es gibt herstellerspezifisch noch viele weitere):

  • 2RS / RS: berührende Dichtung
  • 2Z / ZZ: berührungslose Deckscheibe
  • C3: erweiterte radiale Lagerluft (gut bei thermischer Dehnung)
  • N: Ringnut im Außenring (für Sicherungsring)

Verbindung zur Auslegung: Sobald das Kurzzeichen feststeht, findet man im Datenblatt die dynamische Tragzahl C und die statische Tragzahl C₀ — genau diese Werte braucht das nächste Kapitel zur Lebensdauerberechnung.

Welchen Bohrungsdurchmesser hat ein Rillenkugellager mit der Bezeichnung 6208?

  • a) 8 mm
  • b) 20 mm
  • c) 40 mm
  • d) 80 mm

Richtig: c)

Die Bohrungskennzahl 08 liegt über dem Sonderbereich, daher gilt die Regel 08 × 5 = 40 mm. Die anderen Werte ergeben sich, wenn man die Kennzahl falsch interpretiert oder mit der Maßreihe verwechselt.

Was sagt das Suffix „C3″ über ein Wälzlager aus?

  • a) Es ist nur für Drehzahlklasse 3 geeignet.
  • b) Es hat eine erweiterte radiale Lagerluft.
  • c) Es ist dreifach gedichtet.
  • d) Es ist für Temperaturen bis 300 °C zugelassen.

Richtig: b)

„C“ bezeichnet die Lagerluft, „C3″ ist größer als die Normalluft („C0″ oder ohne Angabe). Erweiterte Lagerluft braucht man unter anderem bei großer thermischer Dehnung der Welle oder bei Pressitzen mit reduzierter Lagerluft im eingebauten Zustand.

Welche Lagerreihe verbirgt sich hinter der ersten Ziffer „3″ bei Wälzlagern?

  • a) Rillenkugellager.
  • b) Schrägkugellager.
  • c) Kegelrollenlager.
  • d) Pendelrollenlager.

Richtig: c)

Bei der ISO-Bezeichnung steht die „3″ für Kegelrollenlager. Rillenkugellager beginnen mit „6″, Schrägkugellager mit „7″, Pendelrollenlager mit „2″ oder „22″/„23″.

6. Lagerlebensdauer und Tragzahlen

„Wie lange hält das Lager?“ ist die zentrale Frage bei jeder Auslegung. Eine exakte Vorhersage ist nicht möglich — Lebensdauer hängt von Belastung, Drehzahl, Schmierung, Sauberkeit, Temperatur und vielen weiteren Faktoren ab. Aber es gibt ein normiertes Berechnungsverfahren, das nach ÖNORM EN ISO 281 weltweit verwendet wird.

Die zentrale Größe ist die nominelle L10-Lebensdauer: Sie gibt jene Lebensdauer an, die mindestens 90 % der Lager eines Loses erreichen. Anders gesagt: Nach Ablauf der L10-Lebensdauer sind statistisch maximal 10 % der Lager ausgefallen. Das ist die Größe, mit der man rechnet — der einzelne Versagensfall lässt sich nicht vorhersagen.

Aus dem Datenblatt entnimmt man die dynamische Tragzahl C. Sie ist nicht etwa die zulässige Last, sondern eine rechnerische Größe: jene Belastung, bei der das Lager rechnerisch genau 1 Million Umdrehungen erreicht. Sie dient als Bezugspunkt für die Lebensdauerformel.

Was an realer Belastung auf das Lager wirkt, ist meistens kombiniert — radial und axial gleichzeitig. Damit die Lebensdauerformel funktioniert, muss man diese kombinierte Last in eine äquivalente dynamische Belastung P umrechnen. Die Grundformel lautet:

P = X * Fr + Y * Fa

  • P … äquivalente dynamische Belastung in N
  • Fr … Radialkraft in N
  • Fa … Axialkraft in N
  • X … Radialfaktor (aus Datenblatt)
  • Y … Axialfaktor (aus Datenblatt)

Die Faktoren X und Y stehen im Lagerdatenblatt und hängen vom Lagertyp und vom Verhältnis der Axial- zur Radialkraft ab. Bei reiner Radialbelastung gilt X = 1 und Y = 0, womit P einfach gleich Fr wird. Bei reinen Axiallagern unter reiner Axiallast wird X = 0 und Y = 1, also P = Fa. Bei kombinierter Belastung muss man die Werte aus den Tabellen ablesen — sie sind herstellerseitig dokumentiert.

Hat man P, geht es weiter mit der nominellen Lebensdauer in Millionen Umdrehungen:

L10 = (C / P) ** p

  • L10 … Lebensdauer in Mio. Umdrehungen
  • C … dynamische Tragzahl in N
  • P … äquivalente dynamische Belastung in N
  • p … Lagerexponent (3 bei Kugel-, 10/3 bei Rollenlagern)

In der Praxis interessiert oft nicht die Umdrehungszahl, sondern die Betriebsstunden. Über die Drehzahl wird umgerechnet:

L10h = (L10 * 1 000 000) / (60 * n)

  • L10h … Lebensdauer in Stunden
  • n … Drehzahl in 1/min

Gelöstes Beispiel

Ein Rillenkugellager 6206 mit dynamischer Tragzahl C = 20 300 N läuft bei einer rein radialen Belastung von Fr = 2500 N und einer Drehzahl von n = 1450 1/min. Wie hoch ist die nominelle Lebensdauer in Millionen Umdrehungen und in Betriebsstunden?

Gegeben: C = 20 300 N, Fr = 2500 N, Fa = 0, n = 1450 1/min, Kugellager, also p = 3, reine Radiallast: X = 1, Y = 0

Gesucht: L10 in Mio. Umdrehungen und L10h in Stunden

Lösungsweg:

  1. äquivalente dynamische Belastung: P = X * Fr + Y * Fa = 1 * 2500 + 0 * 0 = 2500 N
  2. Lebensdauer in Mio. Umdrehungen: L10 = (20 300 / 2500) ³ = 8,12 ³ ≈ 535 Mio. Umdrehungen
  3. Umrechnung in Betriebsstunden: L10h = 535 * 1 000 000 / (60 * 1450) ≈ 6 149 h

Ergebnis: L10 ≈ 535 Mio. Umdrehungen, L10h ≈ 6 150 Stunden.

Übungen

Ein Rillenkugellager hat C = 15 000 N. Es wird mit reiner Radiallast Fr = 1500 N belastet. Wie hoch ist L10 in Millionen Umdrehungen?

P = 1500 N; L10 = (15 000 / 1500)³ = 10³ = 1000 Mio. Umdrehungen.

Dasselbe Lager läuft mit n = 1000 1/min. Wie viele Betriebsstunden ergeben sich?

L10h = 1000 · 10⁶ / (60 · 1000) ≈ 16 667 h.

Ein Zylinderrollenlager mit C = 60 000 N trägt eine rein radiale Last von 8000 N. Welche L10 ergibt sich (Rollenlager, p = 10/3)?

L10 = (60 000 / 8000)^(10/3) = 7,5^(10/3) ≈ 757 Mio. Umdrehungen.

Ein Rillenkugellager (C = 25 000 N) soll mindestens 20 000 Betriebsstunden bei n = 1500 1/min erreichen. Welche maximale äquivalente Belastung P darf wirken?

L10 muss mindestens 20 000 · 60 · 1500 / 10⁶ = 1800 Mio. Umdrehungen erreichen. Aus L10 = (C/P)³ folgt P = C / L10^(1/3) = 25 000 / 1800^(1/3) ≈ 25 000 / 12,16 ≈ 2056 N.

Ein Rillenkugellager mit C = 35 000 N wird kombiniert belastet: Fr = 4000 N, Fa = 2000 N. Die Faktoren laut Datenblatt sind X = 0,56 und Y = 1,4. Berechne L10 in Mio. Umdrehungen.

P = 0,56 · 4000 + 1,4 · 2000 = 2240 + 2800 = 5040 N. L10 = (35 000 / 5040)³ = 6,944³ ≈ 335 Mio. Umdrehungen.

Was bedeutet die nominelle L10-Lebensdauer eines Wälzlagers?

  • a) 10 % der Lager fallen vor dieser Lebensdauer aus, 90 % erreichen sie.
  • b) Das Lager überlebt diese Lebensdauer in jedem Fall.
  • c) Es ist die maximale Lebensdauer unter idealen Bedingungen.
  • d) Es ist die Lebensdauer bei zehnfacher Tragzahl.

Richtig: a)

L10 ist statistisch definiert: Mindestens 90 % einer Population gleicher Lager erreichen diese Zahl von Umdrehungen. Über den einzelnen Lagerausfall sagt die Zahl nichts aus — ein konkretes Lager kann früher oder viel später ausfallen.

Welcher Exponent wird bei der Lebensdauerberechnung eines Kegelrollenlagers verwendet?

  • a) 2
  • b) 3
  • c) 5
  • d) 10/3

Richtig: d)

Rollenlager (Zylinder-, Kegel-, Pendel-, Tonnen-) haben den Exponenten 10/3 ≈ 3,33. Kugellager arbeiten mit p = 3. Dieser kleine Unterschied im Exponenten bewirkt einen messbaren Unterschied in der berechneten Lebensdauer.

Ein Kugellager hat C = 20 000 N und wird mit einer rein radialen Last von 5000 N betrieben. Wie hoch ist L10?

  • a) 4 Mio. Umdrehungen
  • b) 16 Mio. Umdrehungen
  • c) 64 Mio. Umdrehungen
  • d) 100 Mio. Umdrehungen

Richtig: c)

P = 5000 N (reine Radiallast). L10 = (20 000 / 5000)³ = 4³ = 64 Mio. Umdrehungen. Wer den Exponenten vergisst oder das Verhältnis falsch herum rechnet, kommt auf einen der anderen Werte.

7. Lageranordnung – Fest-Los, angestellt, schwimmend

Eine Welle braucht in den allermeisten Fällen zwei Lagerstellen, damit sie nicht kippt. Wenn beide Lager identisch und beide axial fest sind, gibt es allerdings ein Problem: Sobald sich die Welle erwärmt und dehnt — und das tut sie unweigerlich — verspannt sich das System. Innen- und Außenring werden gegeneinander gedrückt, die Lager laufen mit Vorspannung, im schlimmsten Fall geht eines kaputt. Deshalb baut man Lagerungen so, dass die thermische Ausdehnung Platz hat.

Die Standardlösung im Maschinenbau ist die Fest-Los-Lagerung. Ein Lager wird zum Festlager: Innen- und Außenring sind axial fest. Es nimmt sowohl Radial- als auch Axialkräfte auf und bestimmt die Lage der Welle im Gehäuse. Das andere Lager ist das Loslager: Es trägt nur Radialkräfte; in axialer Richtung kann sich der Außenring im Gehäusesitz frei verschieben (oder das Loslager ist ein Zylinderrollenlager, in dem sich der Innenring innerhalb der Rollenanordnung axial verschieben kann).

Festlager radial + axial Loslager nur radial, axial verschiebbar Wärmedehnung der Welle wird vom Loslager aufgenommen

Bei der angestellten Lagerung arbeiten zwei Lager — meistens Schrägkugel- oder Kegelrollenlager — paarweise und werden gegeneinander angestellt. Jedes Lager nimmt die Axialkraft in eine Richtung auf. Die Anstellung lässt sich spielfrei oder sogar mit definierter Vorspannung einstellen. Bei der X-Anordnung zeigen die Druckkegel der beiden Lager in der Mitte zueinander („Rücken an Rücken“), bei der O-Anordnung zeigen sie nach außen („Bauch an Bauch“). Die O-Anordnung ist kippsteifer, die X-Anordnung kompakter — beide Anordnungen sieht man häufig bei Werkzeugmaschinenspindeln und KFZ-Radlagern.

Die schwimmende Lagerung verzichtet auf eine genaue Axialfestlegung. Beide Lager dürfen sich im Sitz ein Stück axial verschieben — die Welle stellt sich axial selbst ein. Das vereinfacht die Konstruktion, ist aber nur dort sinnvoll, wo die axiale Position der Welle keine Rolle spielt — etwa bei Lüfter- oder Pumpenwellen mit geringen Axialkräften.

Warum baut man Wellen üblicherweise mit einem Fest- und einem Loslager?

  • a) Um thermische Längenausdehnung der Welle aufzunehmen, ohne Verspannungen zu erzeugen.
  • b) Damit die Welle aus dem Gehäuse herausnehmbar bleibt.
  • c) Weil Festlager immer teurer sind als Loslager.
  • d) Weil das Gewicht der Welle so besser verteilt ist.

Richtig: a)

Eine sich erwärmende Welle dehnt sich aus — bei einem Meter Wellenlänge und 50 K Temperaturerhöhung um rund 0,6 mm. Sind beide Lager axial blockiert, drückt die Welle das System auseinander. Das Loslager lässt diese Bewegung zu und verhindert die Verspannung.

Welche Aussage zur O-Anordnung von Schrägkugellagern stimmt?

  • a) Sie ist immer spielreich.
  • b) Sie ist kippsteifer als die X-Anordnung.
  • c) Sie kann nur Radialkräfte aufnehmen.
  • d) Sie wird nur bei senkrechten Wellen verwendet.

Richtig: b)

Die O-Anordnung hat einen größeren Druckkegel-Abstand und ist deshalb steifer gegen Kippmomente. Das macht sie zur ersten Wahl bei kragenden Lasten — Radlager am Auto sind dafür das klassische Beispiel.

Welches Lager kann gleichzeitig als Festlager dienen und Axialkräfte aufnehmen?

  • a) Ein Zylinderrollenlager der Bauform N.
  • b) Ein Axial-Rillenkugellager allein an einer Welle.
  • c) Ein Rillenkugellager mit beidseitig fixierten Ringen.
  • d) Ein Nadellager ohne Borde.

Richtig: c)

Ein Rillenkugellager nimmt mäßige Axialkräfte auf und kann als Festlager arbeiten, wenn Innen- und Außenring axial fixiert sind. Zylinderrollenlager der Bauform N führen axial nicht, ein Nadellager ohne Borde ebenfalls nicht. Ein Axial-Rillenkugellager allein kann keine Radialkräfte aufnehmen.

8. Gleitlager oder Wälzlager – Auswahl in der Praxis

Beide Lagerarten haben ihre Berechtigung. Wer die Wahl hat, wägt nicht zwischen „besser“ und „schlechter“ ab, sondern fragt sich, was die Anwendung wirklich braucht.

Kriterium Gleitlager Wälzlager
Anlaufreibung hoch (Mischreibung beim Start) sehr gering
Drehzahlbereich extrem hoch im hydrodynamischen Betrieb möglich mittlere bis hohe Drehzahlen
Stoßbelastung gut, dämpfend empfindlich
Bauraum radial oft kompakter meist breiter, radial größer
Wartung Schmierung muss konstruktiv gesichert sein oft Lebensdauer-geschmiert
Geräusch sehr leise hörbar
Verschleißanzeige langsamer, ankündigender Verschleiß meist plötzlicher Ausfall
Lieferbarkeit oft Maßanfertigung oder Sonderbauteil weltweit genormt und vorrätig

Gleitlager spielen ihre Stärken aus, wenn ein hydrodynamischer Schmierfilm sicher steht — bei sehr hohen Drehzahlen, geringen Drehzahlschwankungen und niedriger Leerlaufzeit. Sie sind unschlagbar, wenn Stöße und Vibrationen gedämpft werden sollen (Hauptlager großer Kolbenmaschinen, große Turbinen). Sie sind auch dann erste Wahl, wenn der Bauraum extrem flach sein muss oder wenn keine empfindlichen Wälzkörper im Spiel sein dürfen (zum Beispiel in Sinterbuchsen für Lebensmittelpumpen oder als wartungsfreie Buchsen in einfachen Gelenken).

Wälzlager sind die Standardlösung im allgemeinen Maschinenbau, in Antriebssträngen und überall dort, wo häufige Start-Stopp-Zyklen, niedrige Anlaufreibung, Wartungsarmut und schnelle Ersatzteilversorgung zählen. Eine Großzahl der Elektromotoren, Getriebe, Lüfter, Pumpen und Förderantriebe in Österreich und überall sonst arbeitet mit Wälzlagern.

Die richtige Schmierung — sei es Öl im Druckumlauf für ein Gleitlager oder Lebensdauerfett für ein gekapseltes Wälzlager — ist bei beiden Lagerarten das, was über die tatsächlich erreichte Lebensdauer entscheidet. Welche Schmierstoffe wann eingesetzt werden, ist Thema des eigenen Beitrags zur Schmierung und zu den Schmierstoffen.

Für welche Anwendung ist ein Gleitlager typischerweise die erste Wahl?

  • a) Ein hochtourig laufendes Turbinenhauptlager mit dauerhafter Drehzahl.
  • b) Ein Elektromotor mit häufigem Start-Stopp-Betrieb.
  • c) Eine Förderbandrolle mit langer Stillstandszeit im Außenbereich.
  • d) Ein Servoantrieb mit reversierendem Betrieb.

Richtig: a)

Hohe konstante Drehzahl sorgt für einen stabilen hydrodynamischen Schmierfilm — das ist das Wunschterrain eines Gleitlagers. Bei häufigen Anläufen würden ständig Mischreibungsphasen entstehen und Verschleiß erzeugen. Förderbandrollen im Freien und reversierende Servos sind klassische Wälzlager-Anwendungen.

Welcher Vorteil spricht klar für ein Wälzlager gegenüber einem Gleitlager?

  • a) Es ist immer leiser im Betrieb.
  • b) Es benötigt grundsätzlich keinen Schmierstoff.
  • c) Es verträgt Stoßbelastungen besser.
  • d) Es hat ein deutlich geringeres Anlaufmoment.

Richtig: d)

Das geringe Anlaufmoment ist eine direkte Folge der Wälzreibung und einer der größten praktischen Vorteile. Wälzlager sind eher lauter, brauchen sehr wohl Schmierung (auch lebensdauergeschmierte) und sind bei Stößen empfindlicher.

Welche Eigenschaft macht Gleitlager im Schwermaschinenbau bei großen Maschinen so wertvoll?

  • a) Sie sind im Stillstand reibungsfrei.
  • b) Sie dämpfen Stoßbelastungen und tragen sehr hohe Lasten dauerhaft.
  • c) Sie laufen ohne Schmierung.
  • d) Sie sind universell durch Wälzlager ersetzbar.

Richtig: b)

Großzügig dimensionierte Gleitlager mit Druckölschmierung tragen riesige Lasten dauerhaft und nehmen Stöße elastisch auf. Genau das brauchen Schiffsdiesel, große Turbinen und Walzwerksantriebe. Die anderen Aussagen treffen entweder nicht zu oder beschreiben die Schwächen falsch.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Eine Sinterbuchse trägt einen Zapfen mit 22 mm Durchmesser. Die Lagerbreite beträgt 28 mm, die Lagerkraft 1800 N. Wie hoch ist die mittlere Flächenpressung?

Gegeben: F = 1800 N, d = 22 mm, b = 28 mm

Gesucht: p in N/mm²

Lösungsweg:

p = F / (d · b) = 1800 / (22 · 28) = 1800 / 616 ≈ 2,92 N/mm²

Ergebnis: p ≈ 2,9 N/mm²

Aufgabe 2: Eine Welle ruht in zwei gleichen Gleitlagern und trägt eine mittige Last von 9 kN. Die Wellendurchmesser an den Lagerstellen sind 45 mm. Wie breit muss jedes Lager mindestens sein, wenn die zulässige Flächenpressung 5 N/mm² beträgt?

Gegeben: Gesamtlast = 9000 N, je Lager 4500 N; d = 45 mm; p_zul = 5 N/mm²

Gesucht: Mindestbreite b

Lösungsweg:

b = F / (p · d) = 4500 / (5 · 45) = 4500 / 225 = 20 mm

Ergebnis: Jede Lagerstelle muss mindestens 20 mm breit sein.

Aufgabe 3: Ein Rillenkugellager 6306 hat C = 29 600 N. Es läuft mit reiner Radiallast Fr = 4000 N bei n = 1450 1/min. Berechne L10 und L10h.

Gegeben: C = 29 600 N, Fr = 4000 N, Fa = 0, n = 1450 1/min, Kugellager (p = 3)

Gesucht: L10 in Mio. Umdrehungen, L10h in Stunden

Lösungsweg:

P = 1 · 4000 + 0 · 0 = 4000 N

L10 = (29 600 / 4000)³ = 7,4³ ≈ 405 Mio. Umdrehungen

L10h = 405 · 10⁶ / (60 · 1450) ≈ 4 655 h

Ergebnis: L10 ≈ 405 Mio. Umdrehungen, L10h ≈ 4 650 h.

Aufgabe 4: Ein Zylinderrollenlager hat C = 80 000 N und trägt eine reine Radiallast von 12 000 N. Welche L10 ergibt sich? (Rollenlager, p = 10/3)

Gegeben: C = 80 000 N, P = 12 000 N, p = 10/3

Gesucht: L10

Lösungsweg:

L10 = (80 000 / 12 000)^(10/3) = 6,667^(10/3) ≈ 6,667^3,333 ≈ 599 Mio. Umdrehungen

Ergebnis: L10 ≈ 600 Mio. Umdrehungen.

Aufgabe 5: Ein Rillenkugellager (C = 35 000 N) wird mit Fr = 5000 N und Fa = 2500 N belastet. Aus dem Datenblatt sind X = 0,56 und Y = 1,2 zu entnehmen. Wie hoch ist L10?

Gegeben: C = 35 000 N, Fr = 5000 N, Fa = 2500 N, X = 0,56, Y = 1,2, Kugellager

Gesucht: L10

Lösungsweg:

P = 0,56 · 5000 + 1,2 · 2500 = 2800 + 3000 = 5800 N

L10 = (35 000 / 5800)³ = 6,034³ ≈ 219 Mio. Umdrehungen

Ergebnis: L10 ≈ 220 Mio. Umdrehungen.

Aufgabe 6: Ein Wälzlager soll mindestens 25 000 Betriebsstunden bei n = 720 1/min reachen. Welche L10 in Mio. Umdrehungen ergibt diese Forderung?

Gegeben: L10h = 25 000 h, n = 720 1/min

Gesucht: L10

Lösungsweg:

L10 = L10h · 60 · n / 10⁶ = 25 000 · 60 · 720 / 10⁶ = 1 080 000 000 / 10⁶ = 1080 Mio. Umdrehungen

Ergebnis: L10 = 1080 Mio. Umdrehungen.

Eine Welle ist über zwei Lager in zwei separaten Gehäuseteilen gelagert. Welcher Lagertyp gleicht kleine Fluchtungsfehler ohne Schaden aus?

  • a) Pendelrollenlager.
  • b) Schrägkugellager in X-Anordnung.
  • c) Zylinderrollenlager der Bauform NJ.
  • d) Axial-Rillenkugellager.

Richtig: a)

Pendelrollenlager (und Pendelkugellager) haben einen sphärischen Außenring und können sich schief einbauen lassen, ohne dass die Wälzkörper auf Kante laufen. Schräg- und Zylinderrollenlager sind in dieser Hinsicht empfindlich; ein Axiallager ist für radiale Fluchtungsabweichungen ungeeignet.

Welcher Bohrungsdurchmesser entspricht einem Lager mit der Bezeichnung 6302?

  • a) 2 mm
  • b) 10 mm
  • c) 15 mm
  • d) 20 mm

Richtig: c)

Die Bohrungskennzahl 02 fällt in den Sonderbereich: 00 = 10 mm, 01 = 12 mm, 02 = 15 mm, 03 = 17 mm. Erst ab Kennzahl 04 gilt die Multiplikation × 5. „6302″ hat also 15 mm Bohrung.

Welche Aussage zur dynamischen Tragzahl C eines Wälzlagers ist korrekt?

  • a) Sie ist die maximal zulässige Belastung des Lagers.
  • b) Sie gibt die Belastung an, bei der rechnerisch 1 Million Umdrehungen erreicht werden.
  • c) Sie gilt nur für statische Belastung.
  • d) Sie ist die Tragfähigkeit bei stillstehendem Lager.

Richtig: b)

C ist ein Bezugswert für die Lebensdauerformel — eine rechnerische Belastung für 1 Mio. Umdrehungen. Die maximal zulässige statische Belastung ist die statische Tragzahl C₀. Über C als Höchstlast hinauszugehen ist konstruktiv möglich, reduziert die Lebensdauer aber stark.

Welche Aussage zum Schmierkeil in einem hydrodynamischen Gleitlager ist richtig?

  • a) Er entsteht nur, solange eine externe Pumpe Öl liefert.
  • b) Er bildet sich erst, wenn die Welle dreht, und trägt durch Druckaufbau im engen Spalt.
  • c) Er wirkt nur bei stehender Welle.
  • d) Er ersetzt die Lagerbuchse vollständig.

Richtig: b)

Der hydrodynamische Schmierkeil ist ein selbst erzeugter Effekt der Wellendrehung: Sie zieht Öl in den engen Spalt, dort baut sich Druck auf, dieser Druck trägt die Welle. Externes Pumpen wäre hydrostatisch, nicht hydrodynamisch.

Welche zwei Lagerarten werden typischerweise paarweise in angestellter Lagerung eingesetzt?

  • a) Pendelrollenlager und Pendelkugellager.
  • b) Rillenkugellager und Nadellager.
  • c) Zylinderrollenlager der Bauform N und NU.
  • d) Schrägkugellager und Kegelrollenlager.

Richtig: d)

Sowohl Schrägkugel- als auch Kegelrollenlager nehmen Axialkraft nur in eine Richtung auf. Erst die paarweise angestellte Anordnung (X oder O) schafft eine beidseitig wirkende Axialführung — typisch in Werkzeugmaschinenspindeln und Radlagern.

Welche Lagerart hat den höchsten Lagerexponenten p für die Lebensdauerberechnung?

  • a) Rillenkugellager.
  • b) Schrägkugellager.
  • c) Pendelrollenlager.
  • d) Axial-Kugellager.

Richtig: c)

Alle Rollenlager (Pendelrollen-, Zylinderrollen-, Kegelrollenlager) haben p = 10/3 ≈ 3,33. Alle Kugellager rechnen mit p = 3. Ein höherer Exponent bedeutet, dass eine kleine Lastreduktion die rechnerische Lebensdauer prozentual stärker steigert.

Welche Bauform ist die richtige Wahl, wenn ein Lager nur axiale Kräfte aufnehmen muss?

  • a) Schrägkugellager.
  • b) Zylinderrollenlager.
  • c) Rillenkugellager mit C3.
  • d) Axial-Rillenkugellager.

Richtig: d)

Axial-Rillenkugellager sind genau für reine Axialkraft konzipiert. Sie können keine Radiallast tragen und brauchen daher in der Anwendung meist ein zweites, radial wirkendes Lager.

Eine Welle erwärmt sich beim Betrieb stark. Was passiert bei einer (falsch gewählten) Lagerung mit zwei axial fixierten Lager?

  • a) Die Welle dreht leichter.
  • b) Die Lager werden axial verspannt — bis zum vorzeitigen Ausfall.
  • c) Die Lagerluft wird automatisch größer.
  • d) Die Drehzahl sinkt.

Richtig: b)

Ohne Loslager kann sich die wärmebedingte Längenänderung der Welle nicht entspannen. Die Innenringe drücken nach außen, die Lager nehmen unbeabsichtigte Axialkräfte auf — der Verschleiß steigt drastisch oder das Lager fällt aus.

Was beschreibt das Suffix „ZZ“ auf einem Wälzlager?

  • a) Doppelte Drehzahlklasse.
  • b) Berührungslose Deckscheibe auf beiden Seiten.
  • c) Beidseitige Schmierfettfüllung.
  • d) Erweiterte Lagerluft.

Richtig: b)

„Z“ steht für eine Blech-Deckscheibe, die ohne Berührung am Innenring dichtet. „ZZ“ oder „2Z“ bedeutet beidseitig. Die Variante ist reibungsarm, aber weniger dicht als die berührende Lippendichtung „2RS“.

Welcher Reibungszustand bedeutet im Gleitlager den höchsten Verschleiß?

  • a) Flüssigkeitsreibung.
  • b) Mischreibung.
  • c) Festkörperreibung.
  • d) Hydrostatische Schmierung.

Richtig: c)

Bei der Festkörperreibung berühren sich die Rauheitsspitzen ohne trennenden Schmierstofffilm — der Verschleiß ist maximal. Mischreibung ist der Übergangszustand, Flüssigkeitsreibung der ideale Betriebszustand. Hydrostatische Schmierung ist eine Bauart, kein Reibungszustand, sorgt aber sicher für Flüssigkeitsreibung.

Welche Aussage zur äquivalenten dynamischen Belastung P stimmt?

  • a) Sie ist immer gleich der Radialkraft.
  • b) Sie ist die Summe aus Radial- und Axialkraft.
  • c) Sie fasst Radial- und Axialkraft über die Faktoren X und Y zu einer Vergleichslast zusammen.
  • d) Sie ist die Belastung bei genau 90 % Lebensdauer.

Richtig: c)

P bildet die kombinierte Belastung über die Formel P = X · Fr + Y · Fa ab. Bei reiner Radiallast wird X = 1, Y = 0 — dann ist P tatsächlich gleich Fr. Eine reine Addition von Fr und Fa wäre falsch, weil sie die unterschiedliche Wirkung beider Lastrichtungen ignoriert.

Welche Anwendung ist ein typischer Einsatz der O-Anordnung von Kegelrollenlagern?

  • a) Lüfterwelle in einem Klimagerät.
  • b) KFZ-Radlager.
  • c) Spindel einer kleinen Bohrmaschine.
  • d) Hauptlager eines Schiffsdiesels.

Richtig: b)

Beim KFZ-Radlager verhalten radiale Kräfte (Fahrzeuggewicht), axiale Kräfte (Kurvenfahrt) und Kippmomente. Die O-Anordnung von Kegelrollenlagern ist kippsteif und nimmt beidseitig Axialkraft auf — genau das Anforderungsprofil eines Radlagers.

Glossar

Gleitlager
Lager, in dem zwei Flächen aufeinander gleiten und durch einen Schmierstoff getrennt sind.
Wälzlager
Lager, in dem Kugeln oder Rollen zwischen zwei Ringen abrollen und die Reibung dadurch deutlich reduzieren.
Radiale Belastung
Lagerkraft senkrecht zur Wellenachse.
Axiale Belastung
Lagerkraft längs der Wellenachse.
Flüssigkeitsreibung
Reibungszustand im Gleitlager, bei dem ein vollständiger Schmierfilm die Flächen trennt und mechanischer Verschleiß nicht mehr stattfindet.
Hydrodynamische Schmierung
Selbst tragender Schmierfilm im Gleitlager, der durch die Wellendrehung im Schmierkeil aufgebaut wird.
Hydrostatische Schmierung
Schmierfilm im Gleitlager, der durch eine externe Pumpe mit Druck versorgt wird und auch im Stillstand trägt.
Schmierkeil
Sich verengender Spalt zwischen Welle und Buchse, in dem der hydrodynamische Druck aufgebaut wird.
Flächenpressung
Belastung pro projizierter Lagerfläche: p = F / (d · b).
Kantenpressung
Lokal überhöhte Flächenpressung an einer Lagerkante durch Fluchtungsfehler oder Verkippung.
Innenring / Außenring
Ringförmige Bauteile des Wälzlagers, die die Laufbahn für die Wälzkörper bilden.
Wälzkörper
Kugeln, Rollen, Nadeln oder Tonnenrollen, die zwischen den Lagerringen abrollen.
Käfig
Bauteil, das die Wälzkörper im Wälzlager auf gleichem Abstand hält.
Rillenkugellager
Universelles Wälzlager mit Kugeln in tiefen Rillen, für radiale und mäßige axiale Belastung.
Kegelrollenlager
Wälzlager mit kegelförmigen Rollen, für hohe kombinierte radiale und axiale Lasten.
Pendelrollenlager
Zweireihiges Rollenlager mit sphärischem Außenring zur Fluchtungstoleranz.
Axiallager
Wälzlager, das ausschließlich axiale Kräfte aufnimmt.
Bohrungskennzahl
Letzte zwei Ziffern im Wälzlager-Kurzzeichen; ab 04 multipliziert mit 5 ergibt sich der Bohrungsdurchmesser in mm.
Lagerreihe
Erste Ziffer im Kurzzeichen, kennzeichnet die Lagerart (6 = Rillenkugellager, 7 = Schrägkugellager, 3 = Kegelrollenlager …).
Dynamische Tragzahl C
Rechnerische Lagerbelastung, bei der das Lager genau 1 Million Umdrehungen erreicht.
Äquivalente dynamische Belastung P
Vergleichslast aus Radial- und Axialkraft: P = X · Fr + Y · Fa.
Radialfaktor X / Axialfaktor Y
Aus dem Datenblatt entnommene Faktoren zur Berechnung der äquivalenten Belastung P bei kombinierter Last.
L10-Lebensdauer
Nominelle Lebensdauer, die mindestens 90 % der Lager eines Loses erreichen.
Festlager
Lager, das die Welle axial fixiert und sowohl radiale als auch axiale Kräfte aufnimmt.
Loslager
Lager, das nur Radialkräfte aufnimmt und die thermische Längenausdehnung der Welle zulässt.
Fest-Los-Lagerung
Standard-Lageranordnung mit einem Fest- und einem Loslager.
Angestellte Lagerung
Paarweise Anordnung von Schrägkugel- oder Kegelrollenlagern in X- oder O-Anordnung; spielfrei einstellbar.
False Brinelling
Riffelbildung in der Laufbahn eines stillstehenden Wälzlagers durch Vibrationen.
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