Stücklisten und Zeichnungssätze
Eine einzelne Zeichnung zeigt fast nie ein komplettes Produkt. Sobald etwas aus mehreren Teilen besteht — und das tut in der Mechatronik praktisch alles — reicht ein Blatt nicht mehr aus. Man braucht eine Übersichtszeichnung, die zeigt, wie alles zusammengehört, dazu die Zeichnungen der einzelnen Teile und eine Liste, die jedes Teil benennt und sagt, wie oft es vorkommt. Dieses Bündel an Unterlagen heißt Zeichnungssatz, die Liste darin ist die Stückliste.
Wer diese Logik versteht, kann technische Unterlagen nicht nur lesen, sondern auch prüfen und selbst zusammenstellen — und merkt schnell, wenn in einem Satz etwas fehlt oder nicht zusammenpasst. Genau das passiert in der Praxis ständig, etwa wenn eine Stückliste eine Position nennt, zu der es keine Zeichnung gibt.
Vorwissen
- Normgerechte technische Zeichnung
- SI-Einheiten und Einheitenumrechnung
- Bemaßung und Maßstäbe
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- erklären, warum eine Baugruppe mehr als eine Zeichnung braucht und wie ein Zeichnungssatz aufgebaut ist
- die drei Zeichnungstypen — Gesamt-, Gruppen- und Einzelteilzeichnung — unterscheiden und ihren Zweck benennen
- Positionsnummern, Hinweislinien und ihre Zuordnung zur Stückliste nach den geltenden Regeln lesen und auf Fehler prüfen
- die Pflichtangaben einer Stückliste benennen und eine Stückliste richtig lesen — auch in der ungewohnten Leserichtung auf dem Zeichnungsblatt
- den Gesamtbedarf eines Teils über mehrere Baugruppen hinweg berechnen und nachvollziehen, wie Änderungen in einer Stückliste dokumentiert werden
1. Vom Einzelteil zur Baugruppe — warum ein Satz und nicht ein Blatt
Stell dir eine einfache Spannvorrichtung vor: ein Grundkörper, ein beweglicher Spannbügel, eine Spindel, zwei Führungsbolzen, ein paar Schrauben. Schon dieses kleine Gebilde lässt sich nicht sinnvoll auf einem einzigen Blatt darstellen. Würde man jedes Teil mit allen Maßen, Toleranzen und Oberflächenangaben in eine einzige Zeichnung quetschen, wäre sie unlesbar.
Die Lösung ist eine Aufteilung. Jedes Einzelteil bekommt seine eigene, vollständig bemaßte Zeichnung. Eine übergeordnete Zeichnung zeigt nur, wie diese Teile zusammengebaut werden — ohne jedes Maß zu wiederholen. Und eine Liste hält fest, welche Teile in welcher Menge dazugehören.
Der Begriff dahinter ist die Baugruppe — eine Einheit aus mehreren Teilen, die zusammen eine Funktion erfüllen. Größere Produkte bestehen aus mehreren Baugruppen, die wiederum aus Untergruppen und Einzelteilen aufgebaut sind. Diese Schachtelung nennt man Erzeugnisgliederung: vom fertigen Produkt ganz oben über die Baugruppen bis zum kleinsten Einzelteil ganz unten.
Der Zeichnungssatz bildet genau diese Gliederung ab. Er ist die Gesamtheit aller Zeichnungen und der Stückliste, die nötig sind, um eine Baugruppe vollständig zu beschreiben — so, dass sie gefertigt, beschafft und montiert werden kann. Eine einzelne Zeichnung ist immer nur ein Ausschnitt; erst der Satz ergibt das vollständige Bild.
Wie eine einzelne Zeichnung normgerecht aufgebaut wird — Linienarten, Schriftfeld, Ansichten — ist ein Thema für sich und wird hier nicht im Detail behandelt. In diesem Beitrag geht es um die Ebene darüber: wie mehrere Zeichnungen und die Stückliste zu einem stimmigen Ganzen werden.
Warum lässt sich eine mehrteilige Baugruppe in der Regel nicht sinnvoll auf einer einzigen Zeichnung darstellen?
- a) Weil die vollständige Bemaßung aller Teile auf einem Blatt unübersichtlich und unlesbar würde
- b) Weil Normen genau eine Zeichnung pro Produkt verbieten
- c) Weil jede Baugruppe automatisch aus mindestens zehn Teilen besteht
- d) Weil Einzelteile grundsätzlich nicht bemaßt werden dürfen
Richtig: a)
Jedes Einzelteil braucht seine vollständige Bemaßung mit Toleranzen und Oberflächenangaben. Würde man all das für several Teile auf ein Blatt packen, entstünde ein unleserliches Durcheinander — deshalb die Aufteilung in einen Satz. Es gibt kein Normverbot genau einer Zeichnung (b), keine feste Mindestteilezahl (c), und Einzelteile werden selbstverständlich bemaßt (d).
Was beschreibt der Begriff „Erzeugnisgliederung“ am besten?
- a) Die alphabetische Sortierung aller Zeichnungen im Archiv
- b) Die zeitliche Reihenfolge, in der Teile gefertigt werden
- c) Die hierarchische Schachtelung von Produkt, Baugruppen, Untergruppen und Einzelteilen
- d) Die Liste aller benötigten Werkzeuge für die Montage
Richtig: c)
Die Erzeugnisgliederung ordnet ein Produkt hierarchisch von oben nach unten: ganz oben das fertige Erzeugnis, darunter Baugruppen und Untergruppen, ganz unten die Einzelteile. Sie hat nichts mit Archivsortierung (a), Fertigungsreihenfolge (b) oder Werkzeuglisten (d) zu tun.
2. Aufbau eines Zeichnungssatzes
Ein Zeichnungssatz besteht aus drei Arten von Zeichnungen, die sich in ihrem Detailgrad und Zweck unterscheiden.
Die Gesamtzeichnung — oft auch Zusammenbauzeichnung genannt — zeigt die komplette Baugruppe im montierten Zustand. Sie macht deutlich, wie die Teile räumlich zueinander liegen und zusammengefügt werden. Maße trägt sie nur dort, wo sie für den Zusammenbau wichtig sind, etwa Anschlussmaße oder die Gesamtabmessung. Auf der Gesamtzeichnung sitzen die Positionsnummern, über die jedes Teil eindeutig ansprechbar wird.
Die Gruppenzeichnung liegt eine Ebene tiefer. Sie zeigt eine einzelne Baugruppe innerhalb eines größeren Erzeugnisses. Bei kleinen Produkten fällt diese Ebene oft weg — dann gibt es nur Gesamt- und Einzelteilzeichnungen. Bei großen Anlagen mit vielen Untergruppen sorgt sie dafür, dass der Satz übersichtlich bleibt.
Die Einzelteilzeichnung beschreibt ein einziges Bauteil vollständig: alle Maße, Toleranzen, Oberflächenangaben, Werkstoff. Nach dieser Zeichnung wird das Teil gefertigt. Jedes herzustellende Einzelteil hat genau eine solche Zeichnung. Genormte Kaufteile wie Schrauben oder Lager bekommen dagegen meist keine eigene Zeichnung — sie werden in der Stückliste über ihre Norm- oder Bestellbezeichnung beschrieben.
Damit ein Satz funktioniert, muss jede Zeichnung eindeutig identifizierbar und mit den anderen verknüpft sein. Dafür sorgen mehrere Elemente:
Jede Zeichnung trägt eine eindeutige Zeichnungsnummer, meist im Schriftfeld. Diese Nummer ist der Schlüssel, über den die Stückliste und andere Zeichnungen auf das Blatt verweisen. Die Benennung — also der Klartextname des Teils — ergänzt die Nummer, ersetzt sie aber nie.
Gehört eine Zeichnung über mehrere Blätter, steht im Schriftfeld eine Blattzählung in der Form „Blatt 2 von 5″. So erkennt man sofort, ob ein Blatt fehlt.
Wird etwas geändert, bekommt die Zeichnung einen neuen Änderungsstand — auch Index oder Revision genannt. Der Index (oft ein Buchstabe wie A, B, C) zeigt, welche Fassung vorliegt. Ein Blatt mit Index B ist nicht dasselbe wie dasselbe Blatt mit Index A, auch wenn die Zeichnungsnummer gleich bleibt. Das verhindert, dass nach einer Korrektur versehentlich mit einer veralteten Zeichnung gefertigt wird.
Ansichten, Schnitte und Projektionen, mit denen einzelne Zeichnungen ihre Form darstellen, sind eigene Themen und werden hier nicht vertieft. Wichtig ist auf dieser Ebene nur: Jedes Blatt im Satz ist über Nummer, Blattzählung und Index eindeutig bestimmt.
Welche Zeichnung enthält die vollständige Bemaßung eines herzustellenden Bauteils mit allen Toleranzen und Oberflächenangaben?
- a) die Einzelteilzeichnung
- b) die Gesamtzeichnung
- c) die Gruppenzeichnung
- d) die Stückliste
Richtig: a)
Nur die Einzelteilzeichnung beschreibt ein Bauteil vollständig, sodass es danach gefertigt werden kann. Die Gesamtzeichnung (b) zeigt den Zusammenbau und nur montagerelevante Maße, die Gruppenzeichnung (c) eine Untergruppe, und die Stückliste (d) listet Teile auf, enthält aber keine Bemaßung.
Eine Zeichnung trägt im Schriftfeld die Angabe „Blatt 3 von 4″. Was bedeutet das?
- a) Die Zeichnung wurde dreimal geändert
- b) Die Zeichnung ist Teil eines vierblättrigen Dokuments und es fehlt kein Blatt, wenn alle vier vorliegen
- c) Es existieren vier verschiedene Baugruppen
- d) Das Teil kommt viermal in der Baugruppe vor
Richtig: b)
Die Blattzählung „x von y“ zeigt an, dass das Dokument insgesamt y Blätter umfasst und dies das x-te ist — so erkennt man fehlende Blätter. Änderungen werden über den Index angegeben (a), nicht über die Blattzählung. Mit Baugruppenzahl (c) oder Teilemenge (d) hat sie nichts zu tun.
Eine Einzelteilzeichnung wird konstruktiv geändert und erhält statt Index A nun Index B. Die Zeichnungsnummer bleibt unverändert. Welche Aussage ist korrekt?
- a) Index A und Index B beschreiben denselben aktuellen Fertigungsstand
- b) Die Zeichnungsnummer hätte sich zwingend ändern müssen
- c) Der Index hat keine Bedeutung für die Fertigung
- d) Index B ist die gültige Fassung; nach Index A darf nicht mehr gefertigt werden
Richtig: d)
Der Index kennzeichnet die Fassung. Mit der Änderung auf B wird A ungültig — wer nach A fertigt, produziert einen veralteten Stand. Die Zeichnungsnummer bleibt bewusst gleich, damit die Identität des Teils erhalten bleibt (b falsch), A und B sind gerade nicht gleich (a), und der Index ist fertigungsrelevant (c).
3. Positionsnummern und Verweisung
Auf der Gesamtzeichnung trägt jedes Teil eine Positionsnummer — eine fortlaufende Nummer, die das Teil innerhalb dieser Baugruppe eindeutig kennzeichnet. Über diese Nummer findet man in der Stückliste die zugehörige Zeile mit Benennung, Menge, Werkstoff und Zeichnungsnummer. Die Positionsnummer is also das Bindeglied zwischen Bild und Liste.
Die Regeln für Positionsnummern sind in ÖNORM EN ISO 6433 festgelegt. Sie sorgen dafür, dass die Zuordnung eindeutig und über Betriebe hinweg einheitlich ist. Die wichtigsten Punkte:
Jede Positionsnummer wird mit ihrem Teil über eine Hinweislinie verbunden — eine dünne Linie, die von der Nummer zum Bauteil führt. Am Bauteil-Ende sitzt meist ein Punkt (wenn die Linie auf einer Fläche endet) oder ein Pfeil (wenn sie auf eine Kante zeigt). Die Hinweislinie endet auf der Berandung des Teils, nicht im leeren Raum daneben und nicht mitten im Teil.
Hinweislinien werden schräg gezogen, nicht waagrecht oder senkrecht — so unterscheiden sie sich klar von Maßlinien. Sie sollen sich nicht kreuzen und so kurz wie möglich sein. Die Positionsnummern selbst ordnet man ordentlich an, etwa untereinander oder in Reihen, damit das Bild ruhig bleibt.
Kommt ein identisches Teil mehrfach vor, bekommt es nur einmal eine Positionsnummer — nicht jedes der gleichen Teile einzeln. Die Stückliste gibt dann über die Mengenspalte an, wie oft dieses Teil verbaut ist. Vier gleiche Schrauben tragen also eine Positionsnummer, und in der Liste steht in der Mengenspalte die 4.
Die Schriftgröße der Positionsnummern ist größer als die der normalen Maßzahlen, damit sie sofort ins Auge fallen.
In einer Baugruppe sind sechs identische Zylinderschrauben verbaut. Wie viele Positionsnummern erhalten diese Schrauben auf der Gesamtzeichnung nach ÖNORM EN ISO 6433?
- a) eine einzige, die menge steht in der Stückliste
- b) sechs, für jede Schraube eine
- c) zwei, je eine pro Schraubengruppe
- d) keine, Schrauben werden nie nummeriert
Richtig: a)
Identische Teile bekommen nur eine Positionsnummer; die Stückliste gibt über die Mengenspalte die Anzahl an — hier also 6. Sechs Nummern (b) widersprechen der Regel, eine Aufteilung in Gruppen (c) is nicht vorgesehen, und auch Schrauben werden als Positionen geführt (d).
Welche Aussage zur Ausführung von Hinweislinien ist korrekt?
- a) Hinweislinien werden waagrecht oder senkrecht gezeichnet, damit sie zu den Maßlinien passen
- b) Hinweislinien dürfen sich beliebig kreuzen, solange sie das Teil erreichen
- c) Hinweislinien werden schräg gezogen, enden auf der Bauteilkante und sollen sich nicht kreuzen
- d) Hinweislinien beginnen immer in der Mitte des Schriftfelds
Richtig: c)
Schräge, kreuzungsfreie Hinweislinien, die auf der Berandung des Teils enden, sind die korrekte Ausführung — gerade die schräge Lage unterscheidet sie von Maßlinien. Waagrecht/senkrecht (a) würde sie mit Maßlinien verwechselbar machen, beliebiges Kreuzen (b) widerspricht der Regel, und das Schriftfeld (d) ist kein Startpunkt.
Beim Prüfen eines Zeichnungssatzes findet sich in der Stückliste die Position 7, auf der Gesamtzeichnung gibt es jedoch keine Positionsnummer 7. Was ist die wahrscheinlichste Schlussfolgerung?
- a) Das ist normal, da Stücklisten immer mehr Positionen führen als die Zeichnung
- b) Der Satz ist vermutlich unvollständig nachgepflegt und sollte geprüft werden
- c) Position 7 ist ein Kaufteil und braucht deshalb keine Positionsnummer
- d) Die Zeichnung ist falsch herum eingelegt
Richtig: b)
Jede Stücklistenzeile muss einer Positionsnummer auf der Zeichnung entsprechen. Eine Listenposition ohne Gegenstück im Bild deutet auf einen Pflegefehler hin und gehört geprüft. Stücklisten führen nicht generell mehr Positionen (a), auch Kaufteile bekommen eine Positionsnummer (c), und die Einlegerichtung (d) ändert nichts an fehlenden Nummern.
4. Die Stückliste — Aufbau und Spalten
Die Stückliste ist die tabellarische Auflistung aller Teile einer Baugruppe. Sie sagt, woraus die Baugruppe besteht, in welcher Menge und aus welchem Werkstoff — und verweist über die Zeichnungsnummer auf die zugehörige Einzelteilzeichnung. Die Mindestanforderungen an ihren Inhalt regelt ÖNORM EN ISO 7573.
Eine Stückliste enthält typischerweise folgende Spalten:
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Position | Verweis auf die Positionsnummer in der Zeichnung |
| Menge | Anzahl je Baugruppe, mit Mengeneinheit |
| Benennung | Klartextname des Teils |
| Sachnummer / Zeichnungsnummer | eindeutige Kennung, verweist auf die Einzelteilzeichnung oder Bestellbezeichnung |
| Werkstoff / Halbzeug | Material, bei Kaufteilen oft die Normbezeichnung |
| Bemerkung | Zusatzangaben, z. B. Oberflächenbehandlung oder Lieferform |
Die Menge braucht immer eine Einheit. Bei abzählbaren Teilen ist das die Stückzahl (Stk), bei Profilen oder Schläuchen eine Länge (m oder mm), bei Schüttgut ein Gewicht (kg). Eine Zahl ohne Einheit ist mehrdeutig: „2“ Dichtschnur kann zwei Stück oder zwei Meter bedeuten.
Die Stückliste kann an zwei Stellen stehen. Entweder auf dem Zeichnungsblatt selbst, direkt über dem Schriftfeld — das ist bei überschaubaren Baugruppen üblich. Oder als eigenes Dokument im A4-Format, wenn die Liste zu lang wird oder separat verwaltet werden soll. Beide Varianten enthalten dieselben Angaben; sie unterscheiden sich nur im Ort.
Wichtig ist die Leserichtung, wenn die Stückliste auf dem Blatt steht. Sie wird dann von unten nach oben aufgebaut: Position 1 steht in der untersten Zeile, direkt über dem Schriftfeld, und die Positionen wachsen nach oben. Der Grund ist praktisch — so kann die Liste nach oben „mitwachsen“, wenn beim Konstruieren weitere Teile dazukommen, ohne dass das Schriftfeld verschoben werden muss. Bei der separaten Stückliste als eigenes Dokument liest man dagegen wie gewohnt von oben nach unten.
Eine Stückliste is direkt auf dem Zeichnungsblatt über dem Schriftfeld angeordnet. In welcher Zeile steht Position 1?
- a) in der obersten Zeile der Liste
- b) in der Mitte der Liste
- c) das ist frei wählbar und nicht geregelt
- d) in der untersten Zeile, direkt über dem Schriftfeld
Richtig: d)
Bei der blattgebundenen Stückliste beginnt die Zählung unten direkt über dem Schriftfeld und wächst nach oben — so kann die Liste beim Hinzufügen weiterer Teile nach oben mitwachsen. Die oberste Zeile (a) wäre die Leserichtung des separaten A4-Dokuments, Mitte (b) und „frei wählbar“ (c) treffen nicht zu.
Warum ist die Angabe einer Mengeneinheit in der Stückliste wichtig?
- a) Weil ohne Einheit unklar bleibt, ob z. B. „2″ zwei Stück oder zwei Meter bedeutet
- b) Weil die Norm Einheiten nur aus optischen Gründen empfiehlt
- c) Weil die Mengeneinheit die Positionsnummer ersetzt
- d) Weil Einheiten die Zeichnungsnummer bestimmen
Richtig: a)
Eine Menge ohne Einheit ist mehrdeutig — bei Profilen oder Schläuchen kann dieselbe Zahl Stück oder Länge meinen. Deshalb gehört die Einheit zwingend dazu. Es ist kein rein optischer Grund (b), die Einheit ersetzt weder Positions- (c) noch Zeichnungsnummer (d).
Welche Angabe in der Stückliste verweist auf die zugehörige Einzelteilzeichnung oder die Bestellbezeichnung eines Kaufteils?
- a) die Benennung
- b) die Mengenspalte
- c) die Sachnummer bzw. Zeichnungsnummer
- d) die Bemerkungsspalte
Richtig: c)
Die Sachnummer bzw. Zeichnungsnummer ist die eindeutige Kennung, über die man von der Stücklistenzeile zur Einzelteilzeichnung oder zum Bestellteil gelangt. Die Benennung (a) ist nur der Klartextname, die Menge (b) gibt die Anzahl, die Bemerkung (d) enthält Zusatzangaben.
5. Mengenermittlung, Stücklistenarten und Änderungen
Bisher ging es um eine einzelne Baugruppe. In der Praxis baut man aber selten genau eine — und ein Teil kann in mehreren Baugruppen gleichzeitig stecken. Dann muss man den Gesamtbedarf ermitteln: wie viele Stück eines Teils insgesamt gebraucht werden.
Die Grundrechnung ist einfach. Für ein Teil, das in einer Baugruppe in einer bestimmten Menge vorkommt und das man mehrfach baut:
m_ges = n_BG * m_je
- m_ges … Gesamtbedarf des Teils in Stück
- n_BG … Anzahl der zu bauenden Baugruppen in Stück
- m_je … Menge des Teils je Baugruppe in Stück
Steckt dasselbe Teil in mehreren verschiedenen Baugruppen, addiert man die Einzelbedarfe. Genau diese Rechnung läuft im Hintergrund jeder Materialbestellung: Aus den Stücklisten aller geplanten Baugruppen wird zusammengezählt, wie viel von jedem Teil und jedem Werkstoff beschafft werden muss.
Stücklisten gibt es nicht nur in einer Form. Je nachdem, wie tief die Erzeugnisgliederung abgebildet wird, unterscheidet man mehrere Arten. Für das Lesen einer zeichnungsgebundenen Stückliste reicht es, die Begriffe einordnen zu können: Eine Mengenübersichtsstückliste fasst einfach alle Teile mit ihrer Gesamtmenge zusammen, ohne die Gliederung zu zeigen. Eine Strukturstückliste bildet zusätzlich die Schachtelung in Baugruppen und Untergruppen ab. Eine Baukastenstückliste beschreibt jede Baugruppe nur mit ihren direkt untergeordneten Teilen. Diese tiefergehenden Formen gehören in die Welt der Produktionsplanung und Warenwirtschaft; auf der Zeichnung selbst hat man es fast immer mit der einfachen, zeichnungsgebundenen Stückliste zu tun.
Wird an einer Baugruppe etwas geändert, muss das in der Stückliste nachvollziehbar bleiben. Ändert sich ein Teil — anderer Werkstoff, neue Menge, ausgetauschtes Bauteil — wird die Stückliste entsprechend angepasst und ihr Index fortgeschrieben, genau wie bei der Zeichnung. Oft trägt die Stückliste ein eigenes Änderungsfeld, in dem kurz beschrieben wird, was sich geändert hat, mit Bezug zum Änderungsstand der Zeichnung. So lässt sich später lückenlos zurückverfolgen, welche Fassung wann und warum gegolten hat — für Einkauf und Arbeitsvorbereitung ist diese Rückverfolgbarkeit unverzichtbar.
Wie ein Maßstab im Schriftfeld angegeben und umgerechnet wird, ist ein eigenes Thema und wird hier nicht vertieft.
Gelöstes Beispiel
Eine Werkstatt fertigt eine Serie von 15 Spannvorrichtungen. In jeder Vorrichtung sind 4 gleiche Führungsbolzen verbaut. Wie viele Führungsbolzen müssen insgesamt beschafft werden?
Gegeben: Anzahl Baugruppen n_BG = 15 Stk, Menge je Baugruppe m_je = 4 Stk
Gesucht: Gesamtbedarf m_ges in Stück
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Formel ansetzen: m_ges = n_BG * m_je
- Schritt 2 — Werte einsetzen: m_ges = 15 Stk * 4 = 60 Stk
Ergebnis: Es werden 60 Führungsbolzen benötigt.
Übungen
Eine Baugruppe enthält 6 gleiche Zylinderschrauben. Es werden 8 Baugruppen gefertigt. Wie viele Schrauben werden gebraucht?
m_ges = 8 * 6 = 48 Stück.
Für ein Gerät werden je Stück 3 Dichtringe benötigt. Eine Bestellung umfasst 25 Geräte. Wie viele Dichtringe sind zu beschaffen?
m_ges = 25 * 3 = 75 Stück.
Ein Teil kommt in Baugruppe A zweimal und in Baugruppe B dreimal vor. Es werden 10 Stück von A und 10 Stück von B gebaut. Wie hoch ist der Gesamtbedarf des Teils?
Bedarf aus A: 10 * 2 = 20 Stück; aus B: 10 * 3 = 30 Stück; gesamt 20 + 30 = 50 Stück.
Eine Anlage besteht aus 4 gleichen Untergruppen. Jede Untergruppe enthält 5 gleiche Klemmen. Es werden 6 solcher Anlagen gebaut. Wie viele Klemmen werden insgesamt benötigt?
Klemmen je Anlage: 4 * 5 = 20 Stück; bei 6 Anlagen: 6 * 20 = 120 Stück.
Ein Profil wird je Baugruppe in einer Länge von 0,8 m verbaut. Es werden 35 Baugruppen gefertigt; das Profil wird in Stangen zu 6 m geliefert. Wie viele Stangen müssen mindestens bestellt werden?
Gesamtlänge: 35 * 0,8 m = 28 m. Anzahl Stangen: 28 m / 6 m = 4,67 → aufgerundet 5 Stangen (es kann nur ganze Stangen geben, und 4 Stangen ergäben nur 24 m).
Ein Teil steckt in Baugruppe A zweimal und in Baugruppe B viermal. Es werden 20 Stück A und 5 Stück B gebaut. Wie hoch ist der Gesamtbedarf?
- a) 60 Stück
- b) 40 Stück
- c) 30 Stück
- d) 120 Stück
Richtig: a)
Bedarf aus A: 20 * 2 = 40; aus B: 5 * 4 = 20; gesamt 40 + 20 = 60 Stück. 40 (b) berücksichtigt nur A, 30 (c) und 120 (d) entstehen durch falsche Multiplikation der Faktoren.
Welche Stücklistenart bildet die Schachtelung in Baugruppen und Untergruppen ab?
- a) die Mengenübersichtsstückliste
- b) die Strukturstückliste
- c) die zeichnungsgebundenen Stückliste auf dem Blatt
- d) keine, Stücklisten zeigen nie eine Gliederung
Richtig: b)
Die Strukturstückliste bildet zusätzlich zur Teileauflistung die hierarchische Gliederung ab. Die Mengenübersichtsstückliste (a) fasst nur Gesamtmengen ohne Struktur zusammen, die zeichnungsgebundene Stückliste (c) listet die Teile einer Baugruppe, und die Pauschalaussage (d) ist falsch.
Warum wird bei einer Änderung eines Teils der Index der Stückliste fortgeschrieben und ein Änderungsfeld geführt?
- a) um die lückenlose Rückverfolgbarkeit für Einkauf und Arbeitsvorbereitung sicherzustellen
- b) damit die Stückliste optisch ansprechender wird
- c) weil sonst die Positionsnummern verfallen
- d) um die Mengeneinheiten zu definieren
Richtig: a)
Die Fortschreibung des Index und das Änderungsfeld sorgen dafür, dass jederzeit nachvollziehbar ist, welche Fassung wann galt und was geändert wurde — entscheidend für Beschaffung und Fertigungsvorbereitung. Optik (b), Positionsnummern (c) und Mengeneinheiten (d) sind nicht der Grund.
Ein Profil wird je Baugruppe mit 1,2 m verbaut, es werden 30 Baugruppen gefertigt, geliefert wird in Stangen zu 6 m. Wie viele Stangen sind mindestens nötig?
- a) 5 Stangen
- b) 4 Stangen
- c) 36 Stangen
- d) 6 Stangen
Richtig: d)
Gesamtlänge 30 * 1,2 m = 36 m; 36 m / 6 m = 6 Stangen genau. 5 (a) und 4 (b) ergäben zu wenig Material, 36 (c) verwechselt Meter mit Stangenzahl.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Eine Serie umfasst 18 baugleiche Geräte. Jedes Gerät enthält 5 gleiche Distanzbuchsen. Wie viele Distanzbuchsen müssen beschafft werden?
Gegeben: n_BG = 18 Stk; m_je = 5 Stk
Gesucht: Gesamtbedarf m_ges in Stück
Lösungsweg:
- m_ges = n_BG * m_je = 18 * 5
Ergebnis: 90 Distanzbuchsen.
Aufgabe 2: Ein Teil kommt in Baugruppe A dreimal, in Baugruppe B zweimal und in Baugruppe C einmal vor. Gebaut werden 10 Stück A, 15 Stück B und 20 Stück C. Wie hoch ist der Gesamtbedarf?
Gegeben: A: 10 * 3; B: 15 * 2; C: 20 * 1
Gesucht: Gesamtbedarf in Stück
Lösungsweg:
- aus A: 30; aus B: 30; aus C: 20; Summe 30 + 30 + 20
Ergebnis: 80 Stück.
Aufgabe 3: Eine Anlage besteht aus 3 gleichen Modulen. Jedes Modul enthält 8 gleiche Schrauben. Es werden 12 Anlagen gefertigt. Wie viele Schrauben sind insgesamt nötig?
Gegeben: Module je Anlage 3; Schrauben je Modul 8; Anlagen 12
Gesucht: Gesamtbedarf in Stück
Lösungsweg:
- Schrauben je Anlage 3 * 8 = 24; gesamt 12 * 24
Ergebnis: 288 Schrauben.
Aufgabe 4: Ein Dichtband wird je Baugruppe mit 0,45 m verbaut. Es werden 40 Baugruppen gefertigt; das Band kommt in Rollen zu 5 m. Wie viele Rollen sind mindestens nötig?
Gegeben: Länge je Baugruppe 0,45 m; 40 Baugruppen; Rolle 5 m
Gesucht: Anzahl Rollen
Lösungsweg:
- Gesamtlänge 40 * 0,45 m = 18 m; 18 m / 5 m = 3,6 → aufrunden
Ergebnis: 4 Rollen.
Was unterscheidet eine Gesamtzeichnung von einer Einzelteilzeichnung?
- a) Die Gesamtzeichnung enthält alle Maße aller Teile, die Einzelteilzeichnung keine
- b) Die Gesamtzeichnung zeigt den Zusammenbau und trägt Positionsnummern, die Einzelteilzeichnung beschreibt ein Teil vollständig
- c) Beide sind identisch, nur unterschiedlich benannt
- d) Die Einzelteilzeichnung zeigt mehrere Teile, die Gesamtzeichnung nur eins
Richtig: b)
Die Gesamtzeichnung zeigt die montierte Baugruppe mit Positionsnummern und nur montagerelevanten Maßen; die Einzelteilzeichnung beschreibt ein Bauteil vollständig zur Fertigung. (a) verdreht den Detailgrad, (c) und (d) sind sachlich falsch.
Welche Norm regelt die Anwendung und Ausführung von Positionsnummern in technischen Zeichnungen?
- a) ÖNORM EN ISO 7573
- b) eine reine nationale Norm ohne EN-Bezug
- c) ÖNORM EN ISO 6433
- d) Positionsnummern sind nicht genormt
Richtig: c)
ÖNORM EN ISO 6433 regelt Positionsnummern. ÖNORM EN ISO 7573 (a) betrifft Stücklisten, nicht Positionsnummern; die Regelung erfolgt über eine EN-ISO-Norm (b), und Positionsnummern sind sehr wohl genormt (d).
Auf einer Gesamtzeichnung tragen vier identische Schrauben gemeinsam die Positionsnummer 5. Wo erkennt man, dass es vier Stück sind?
- a) an vier separaten Hinweislinien zu jeder Schraube
- b) an der Schriftgröße der Positionsnummer
- c) an der Farbe der Hinweislinie
- d) an der Mengenangabe in der zugehörigen Stücklistenzeile
Richtig: d)
Gleiche Teile bekommen nur eine Positionsnummer; die Anzahl steht in der Mengenspalte der Stückliste. Vier Hinweislinien (a) widersprechen der Regel, Schriftgröße (b) und Farbe (c) tragen keine Mengeninformation.
Eine Stückliste ist direkt auf dem Zeichnungsblatt angeordnet. Wie liest man sie richtig?
- a) von unten nach oben, Position 1 steht über dem Schriftfeld
- b) von oben nach unten, oberste Zeile ist Position 1
- c) von der Mitte aus in beide Richtungen
- d) die Leserichtung ist beliebig
Richtig: a)
Die blattgebundene Stückliste beginnt unten über dem Schriftfeld und wächst nach oben. Die Leserichtung von oben (b) gilt für separate A4-Stücklisten, Varianten (c) und (d) sind nicht korrekt.
Welche Angabe in der Stückliste ist nötig, um eine Mengenzahl eindeutig zu machen?
- a) die Bemerkung
- b) die Benennung
- c) die Mengeneinheit
- d) die Positionsnummer
Richtig: c)
Ohne Mengeneinheit bleibt unklar, ob eine Zahl Stück, Meter oder Kilogramm meint. Bemerkung (a), Benennung (b) und Positionsnummer (d) machen die Menge nicht eindeutig.
Wozu dient die Zeichnungsnummer im Schriftfeld?
- a) sie gibt die Stückzahl des Teils an
- b) sie ist die eindeutige Kennung, über die Stückliste und andere Zeichnungen auf das Blatt verweisen
- c) sie ersetzt die Benennung des Teils
- d) sie beschreibt den Werkstoff
Richtig: b)
Die Zeichnungsnummer ist der eindeutige Schlüssel zur Identifikation und Verknüpfung. Sie sagt nichts über Stückzahl (a), ersetzt nicht die Benennung (c) und beschreibt keinen Werkstoff (d).
Eine Einzelteilzeichnung wird von Index B auf Index C geändert. Was folgt daraus für die Fertigung?
- a) ab sofort gilt Index C; nach Index B darf nicht mehr gefertigt werden
- b) Index B bleibt weiterhin gültig
- c) die Zeichnungsnummer muss sich ändern
- d) der Index hat keine Auswirkung auf die Fertigung
Richtig: a)
Mit der Fortschreibung auf C wird B ungültig; gefertigt wird nach der aktuellen Fassung. B bleibt nicht gültig (b), die Zeichnungsnummer bleibt gleich (c), und der Index ist fertigungsrelevant (d).
Warum sind Hinweislinien für Positionsnummern schräg und nicht waagrecht oder senkrecht?
- a) aus rein gestalterischen Gründen
- b) weil schräge Linien kürzer sind
- c) weil die Norm horizontale Linien generell verbietet
- d) damit sie sich klar von den waagrechten und senkrechten Maßlinien unterscheiden
Richtig: d)
Die schräge Lage trennt Hinweislinien optisch eindeutig von den meist waagrechten oder senkrechten Maßlinien. Es ist nicht rein gestalterisch (a), Kürze (b) ist nicht der Grund, und ein generelles Verbot horizontaler Linien (c) gibt es nicht.
Ein identisches Teil steckt in zwei verschiedenen Baugruppen. Wie ermittelt man den Gesamtbedarf?
- a) man nimmt nur den höheren der beiden Einzelbedarfe
- b) man multipliziert die beiden Einzelbedarfe miteinander
- c) man addiert die Bedarfe aus beiden Baugruppen
- d) der Bedarf wird nur für die größere Baugruppe gerechnet
Richtig: c)
Steckt ein Teil in mehreren Baugruppen, addiert man die jeweils errechneten Einzelbedarfe zum Gesamtbedarf. Den höheren Wert zu nehmen (a), zu multiplizieren (b) oder eine Baugruppe zu ignorieren (d) führt zu falschen Mengen.
Was ist der wesentliche Zweck eines vollständigen Zeichnungssatzes gegenüber einer einzelnen Zeichnung?
- a) er spart Papier
- b) er macht eine Baugruppe vollständig fertigbar, beschaffbar und montierbar
- c) er ersetzt die Notwendigkeit von Positionsnummern
- d) er enthält ausschließlich die Stückliste
Richtig: b)
Erst der Satz aus Gesamt-, Gruppen- und Einzelteilzeichnungen samt Stückliste beschreibt eine Baugruppe vollständig genug für Fertigung, Beschaffung und Montage. Papiersparen (a) ist kein Zweck, Positionsnummern bleiben nötig (c), und der Satz besteht aus mehr als der Stückliste (d).
In der Stückliste steht bei einem Dichtprofil in der Mengenspalte „2,5 m“. Was sagt das aus?
- a) es werden 2 bis 5 Profile benötigt
- b) das Profil hat eine Toleranz von 2,5 mm
- c) es werden 2,5 Meter dieses Profils je Baugruppe verbaut
- d) die Position des Profils ist 25
Richtig: c)
„2,5 m“ ist eine Mengenangabe mit Längeneinheit — je Baugruppe werden 2,5 Meter verbaut. Es ist keine Stückspanne (a), keine Toleranz (b) und keine Position (d); gerade deshalb ist die Einheit so wichtig.
Welche Aussage zur separaten Stückliste als eigenes A4-Dokument trifft zu?
- a) sie enthält dieselben Angaben und wird von oben nach unten gelesen
- b) sie enthält weniger Angaben als die Stückliste auf dem Blatt
- c) sie wird von unten nach oben gelesen
- d) sie ersetzt die Einzelteilzeichnungen
Richtig: a)
Die separate Stückliste enthält dieselben Pflichtangaben wie die blattgebundene, wird aber in gewohnter Richtung von oben nach unten gelesen. Sie enthält nicht weniger (b), wird nicht von unten gelesen (c) und ersetzt keine Zeichnungen (d).
Glossar
- Zeichnungssatz
- Gesamtheit aller Zeichnungen und der Stückliste, die eine Baugruppe vollständig beschreiben, sodass sie gefertigt, beschafft und montiert werden kann.
- Baugruppe
- Einheit aus mehreren Einzelteilen, die zusammen eine Funktion erfüllen.
- Erzeugnisgliederung
- hierarchische Schachtelung eines Produkts in Baugruppen, Untergruppen und Einzelteile.
- Gesamtzeichnung
- Zeichnung der montierten Baugruppe mit Positionsnummern; zeigt das Zusammenwirken der Teile, trägt nur montagerelevante Maße.
- Gruppenzeichnung
- Zeichnung einer einzelnen Baugruppe innerhalb eines größeren Erzeugnisses; bei kleinen Produkten oft nicht nötig.
- Einzelteilzeichnung
- vollständige Zeichnung eines einzelnen Bauteils mit allen Maßen, Toleranzen, Oberflächen und Werkstoffangaben, nach der das Teil gefertigt wird.
- Positionsnummer
- Nummer auf der Gesamtzeichnung, die ein Teil eindeutig kennzeichnet und mit der zugehörigen Stücklistenzeile verknüpft; geregelt in ÖNORM EN ISO 6433.
- Hinweislinie
- schräge Linie, die eine Positionsnummer mit ihrem Teil verbindet und auf der Berandung des Teils endet.
- Stückliste
- tabellarische Auflistung aller Teile einer Baugruppe mit Position, Menge, Benennung, Sachnummer, Werkstoff und Bemerkung; Mindestanforderungen in ÖNORM EN ISO 7573.
- Zeichnungsnummer
- eindeutige Kennung einer Zeichnung im Schriftfeld, über die Stückliste und andere Zeichnungen auf das Blatt verweisen.
- Index (Änderungsstand, Revision)
- Kennzeichen der Fassung einer Zeichnung oder Stückliste; wird bei jeder Änderung fortgeschrieben, sodass veraltete Stände erkennbar bleiben.
- Gesamtbedarf
- gesamte benötigte Menge eines Teils über alle zu bauenden Baugruppen hinweg, ermittelt aus Anzahl der Baugruppen mal Menge je Baugruppe.
