Elektrische Leistung und Arbeit

Auf jedem Elektrogerät steht eine Watt-Zahl. 2000 W am Wasserkocher, 60 W an einer alten Glühlampe, 1500 W am Haartrockner. Am Werkzeugakku findet sich „18 V / 4 Ah“, und am Jahresende kommt die Stromrechnung in Kilowattstunden. Hinter all diesen Angaben stecken zwei Größen, die direkt zusammenhängen: die elektrische Leistung und die elektrische Arbeit. Wer beide verstanden hat, kann den Verbrauch jedes Geräts ausrechnen, die Kosten dafür ermitteln und die Verluste in einer Leitung abschätzen.

Vorwissen

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • die elektrische Leistung mit P = U · I berechnen
  • die abgeleiteten Formeln P = I² · R und P = U² / R passend einsetzen
  • die elektrische Arbeit in Wattstunden und Kilowattstunden bestimmen
  • Energiekosten aus Leistung, Zeit und Strompreis ermitteln
  • die Verlustleistung in einer Leitung abschätzen
  • die Werte auf einem Typenschild richtig deuten

1. Was ist elektrische Leistung?

Wenn auf einem Wasserkocher 2000 W steht und auf einer Glühlampe 60 W, sieht man auf den ersten Blick: der Wasserkocher arbeitet pro Sekunde viel mehr „durch“ als die Lampe. Die Watt-Zahl beschreibt, wie schnell ein Gerät elektrische Energie in eine andere Form umwandelt — in Wärme, Licht, Bewegung, was auch immer. Genau das ist die Leistung.

Leistung ist Energie pro Zeit

Aus der Mechanik kennt man Leistung als „Arbeit pro Zeit“. Ein Stapler, der eine Palette in 5 Sekunden auf 2 Meter hebt, leistet mehr als einer, der dafür 20 Sekunden braucht — auch wenn die Arbeit am Ende dieselbe ist. In der Elektrotechnik gilt genau das gleiche Prinzip, nur mit elektrischer statt mechanischer Energie:

P = W / t

  • P … Leistung in Watt
  • W … Arbeit (Energie) in Wattsekunden
  • t … Zeit in Sekunden

Die Einheit ist nach James Watt benannt. 1 Watt entspricht einer Energieumsetzung von 1 Joule pro Sekunde.

Im Stromkreis: P = U · I

Im Stromkreis lässt sich die Leistung direkt aus den beiden Grundgrößen Spannung und Strom berechnen. Die Spannung U gibt an, wie viel Energie jede Ladung mitbringt. Der Strom I gibt an, wie viele Ladungen pro Sekunde durch den Verbraucher fließen. Multipliziert man beides, erhält man die Energie pro Sekunde — also die Leistung:

P = U · I

  • P … Leistung in Watt
  • U … Spannung in Volt
  • I … Strom in Ampere

Daraus folgt auch die schöne Eigenschaft der Einheit: 1 W = 1 V · 1 A. Das macht Überschlagsrechnungen einfach. Eine 12-V-Halogenlampe, durch die 5 A fließen, hat eine Leistung von 12 · 5 = 60 W. Ein Akkuschrauber mit 18 V Akku, der unter Last 10 A zieht, leistet 180 W.

Vielfache, mit denen man rechnet

Je nach Anwendungsbereich werden verschiedene Vielfache verwendet:

Vielfaches Wert Typisch für
Milliwatt (mW) 0,001 W LEDs, Elektronik im Standby
Watt (W) 1 W Glühlampen, Kleingeräte
Kilowatt (kW) 1.000 W Heizgeräte, Motoren, Hausanschluss
Megawatt (MW) 1.000.000 W Kraftwerke, große Industrieanlagen

Was beschreibt die elektrische Leistung physikalisch?

  • a) Die elektrische Energie, die pro Zeiteinheit umgesetzt wird
  • b) Die gesamte Energie, die ein Gerät über seine Lebensdauer verbraucht
  • c) Die Menge der Ladungen, die durch einen Querschnitt fließen
  • d) Die Kraft, mit der das elektrische Feld auf Ladungen wirkt

Richtig: a)

Leistung ist definitionsgemäß Energie geteilt durch Zeit (P = W / t). Die gesamte Energie über die Lebensdauer ist die Arbeit, nicht die Leistung. Ladungen pro Zeit ist der Strom (I = Q / t). Die Kraft auf Ladungen hängt mit dem elektrischen Feld zusammen und ist ebenfalls keine Leistung.

Durch einen Heizstab fließt bei 230 V ein Strom von 8 A. Welche Leistung nimmt er auf?

  • a) 28,75 W
  • b) 238 W
  • c) 1840 W
  • d) 184.000 W

Richtig: c)

P = U · I = 230 V · 8 A = 1840 W. Wert a ist U / I (sinnlos), Wert b ist U + I (sinnlos), Wert d ist um den Faktor 100 zu groß — typischer Kommafehler.

2. Die drei Formeln der Leistung

P = U · I funktioniert immer, wenn Spannung und Strom bekannt sind. In der Praxis ist aber oft nur eine der beiden Größen direkt bekannt — dafür der Widerstand des Verbrauchers. Hier kommen zwei abgeleitete Formeln ins Spiel, die im Hintergrund einfach das Ohmsche Gesetz nutzen.

Herleitung aus dem Ohmschen Gesetz

Das Ohmsche Gesetz verbindet die drei Grundgrößen über U = I · R. Setzt man das in P = U · I ein, ergeben sich zwei weitere Wege zur Leistung. Wird die Spannung ersetzt:

P = I² · R

  • P … Leistung in Watt
  • I … Strom in Ampere
  • R … Widerstand in Ohm

Wird stattdessen der Strom über I = U / R ersetzt:

P = U² / R

  • P … Leistung in Watt
  • U … Spannung in Volt
  • R … Widerstand in Ohm

Alle drei Formeln beschreiben dieselbe physikalische Größe — sie unterscheiden sich nur in den verwendeten Eingangsgrößen.

Welche Formel wann?

Welche Formel sinnvoll ist, hängt davon ab, was man weiß:

Gegeben Passende Formel
Spannung U und Strom I P = U · I
Strom I und Widerstand R P = I² · R
Spannung U und Widerstand R P = U² / R

Im Prinzip kann man immer zuerst die fehlende Größe mit dem Ohmschen Gesetz berechnen und dann P = U · I anwenden. Die zwei Spezialformeln sparen aber einen Schritt — und sie zeigen direkt, dass die Leistung quadratisch von Strom oder Spannung abhängt. Genau dieser Punkt wird später bei den Leitungsverlusten wichtig.

Wenn die drei Werte zueinander passen (also U = I · R), liefern alle drei Formeln dasselbe Ergebnis. Wenn man einen Wert verändert, ohne die anderen anzupassen, weichen die Ergebnisse voneinander ab — und man sieht direkt, dass das Ohmsche Gesetz dann nicht mehr erfüllt ist.

Gelöstes Beispiel

Ein Heizwiderstand hat einen Widerstand von 50 Ω und wird mit 230 V Wechselspannung betrieben. Welche Leistung nimmt er auf?

Gegeben: U = 230 V; R = 50 Ω

Gesucht: P in W

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Passende Formel auswählen: Da U und R gegeben sind, ist P = U² / R direkt anwendbar.
  2. Schritt 2 — Einsetzen: P = U² / R = (230 V)² / 50 Ω = 52900 V² / 50 Ω = 1058 W

Ergebnis: Der Heizwiderstand nimmt 1058 W auf.

Übungen

Eine LED-Lampe wird mit 24 V betrieben und zieht 0,25 A. Welche Leistung nimmt sie auf?

P = U · I = 24 V · 0,25 A = 6 W

Durch einen Widerstand von 100 Ω fließt ein Strom von 0,5 A. Welche Leistung wird in ihm umgesetzt?

P = I² · R = (0,5 A)² · 100 Ω = 0,25 · 100 = 25 W

Ein Heizstab hat 20 Ω und liegt an 230 V. Berechne die aufgenommene Leistung.

P = U² / R = (230 V)² / 20 Ω = 52900 / 20 = 2645 W

Eine Glühlampe für 12 V hat im Betrieb einen Widerstand von 4,8 Ω. Welche Leistung nimmt sie auf, und welcher Strom fließt?

P = U² / R = 144 / 4,8 = 30 W; I = U / R = 12 / 4,8 = 2,5 A

Ein Elektromotor zieht bei 400 V einen Strom von 6,5 A. Welche Leistung nimmt er auf, und welcher Ersatzwiderstand entspricht das (bei reinem Wirkverbraucher)?

P = U · I = 400 · 6,5 = 2600 W = 2,6 kW; R = U / I = 400 / 6,5 ≈ 61,5 Ω

Wie folgt die Formel P = I² · R aus den Grundgleichungen?

  • a) Durch Multiplikation des Ohmschen Gesetzes mit der Spannung
  • b) Durch Einsetzen von U = I · R in die Formel P = U · I
  • c) Sie ist eine eigenständige Definition und folgt aus keiner anderen Formel
  • d) Durch Division von P = U · I durch den Widerstand

Richtig: b)

Ausgangspunkt ist P = U · I. Setzt man dort U = I · R ein, erhält man P = (I · R) · I = I² · R. Die anderen Wege führen entweder zu falschen Formeln oder zu keiner sinnvollen Beziehung.

Bei welcher Verdoppelung steigt die in einem Widerstand umgesetzte Leistung am stärksten?

  • a) Eine Verdoppelung des Widerstands bei konstanter Spannung
  • b) Eine Verdoppelung des Widerstands bei konstantem Strom
  • c) Eine Verdoppelung der Spannung bei konstantem Widerstand
  • d) Eine Verdoppelung des Stroms bei konstantem Widerstand

Richtig: d)

Bei konstantem R wirkt der Strom quadratisch (P = I² · R) — eine Verdoppelung des Stroms bedeutet vierfache Leistung. Eine Verdoppelung der Spannung bei konstantem R wirkt zwar auch quadratisch (P = U² / R), führt aber zu derselben Vervierfachung wie d, weil bei konstantem R die Verdoppelung von U automatisch eine Verdoppelung von I bedeutet. Beide Fälle (c und d) führen also zum gleichen Endwert — aber d ist explizit als „Verdoppelung des Stroms“ formuliert. Bei a wirkt R linear bei konstantem U → die Leistung halbiert sich sogar. Bei b wirkt R linear bei konstantem I → die Leistung verdoppelt sich nur.

An einem Widerstand von 10 Ω liegt eine Spannung von 20 V an. Welche Leistung wird darin umgesetzt?

  • a) 40 W
  • b) 200 W
  • c) 4 W
  • d) 2 W

Richtig: a)

P = U² / R = (20 V)² / 10 Ω = 400 / 10 = 40 W. Wert b ist U · R (falsche Formel), Wert c ist U / R = I (Strom statt Leistung), Wert d ist U / R / 10 (sinnlos).

3. Elektrische Arbeit und Energie

Leistung sagt, wie schnell Energie umgesetzt wird. Will man wissen, wie viel Energie insgesamt geflossen ist, muss man die Leistung mit der Zeit multiplizieren. Genau das macht die Stromrechnung — und das ist die elektrische Arbeit.

Die Formel

W = P · t

  • W … elektrische Arbeit (Energie)
  • P … Leistung in Watt
  • t … Zeit

Die Einheit der Arbeit hängt von der Einheit der Zeit ab. Wird die Zeit in Sekunden eingesetzt, kommt die SI-Einheit Wattsekunde (Ws) heraus, was identisch mit dem Joule (J) ist. In der Energieabrechnung ist diese Einheit aber unhandlich klein. Übliche Einheiten:

Einheit Definition Bezug
Wattsekunde (Ws) P in W mal t in s = 1 Joule (J)
Wattstunde (Wh) P in W mal t in h = 3600 Ws
Kilowattstunde (kWh) P in kW mal t in h = 1000 Wh = 3.600.000 Ws

In der Praxis wird fast alles in kWh abgerechnet, weil die Größenordnungen besser passen. Ein Wasserkocher mit 2 kW, der 15 Minuten läuft (0,25 h), verbraucht 2 · 0,25 = 0,5 kWh.

Stromkosten berechnen

Aus der verbrauchten Arbeit lassen sich die Energiekosten direkt ermitteln:

Kosten = W · Preis

  • W ……… Arbeit in kWh
  • Preis ….. Arbeitspreis in Cent oder Euro pro kWh

Der reine Arbeitspreis liegt in Österreich aktuell typisch im Bereich von etwa 15 bis 35 ct/kWh, je nach Anbieter und Tarif — dazu kommen noch Grundgebühr, Netzentgelt und Abgaben, die nicht vom Verbrauch abhängen. Für eine Überschlagsrechnung reicht der reine Arbeitspreis aber meist aus.

Gelöstes Beispiel

Eine Werkstatt-Heizung mit 3 kW Leistung läuft an einem kalten Wintertag 8 Stunden. Der Arbeitspreis beträgt 28 ct/kWh. Wie viel kostet der Heizbetrieb an diesem Tag?

Gegeben: P = 3 kW; t = 8 h; Preis = 28 ct/kWh

Gesucht: Kosten in Euro

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Energieverbrauch: W = P · t = 3 kW · 8 h = 24 kWh
  2. Schritt 2 — Kosten: Kosten = 24 kWh · 28 ct/kWh = 672 ct = 6,72 €

Ergebnis: Der Heizbetrieb kostet an diesem Tag 6,72 €.

Übungen

Eine 60-W-Lampe brennt 5 Stunden lang. Welche Energie verbraucht sie in kWh?

W = P · t = 0,06 kW · 5 h = 0,3 kWh

Ein Kühlschrank zieht im Mittel 100 W und läuft 24 h. Wie viel kWh sind das pro Tag? Wie viel pro Jahr?

W_Tag = 0,1 · 24 = 2,4 kWh; W_Jahr = 2,4 · 365 ≈ 876 kWh

Eine Drehmaschine mit 7,5 kW Aufnahme läuft 4 Stunden täglich. Wie viele kWh in einer 5-Tage-Arbeitswoche?

W = 7,5 · 4 · 5 = 150 kWh

Ein Boiler mit 2000 W Heizleistung benötigt 45 Minuten zum Aufheizen. Wie viele Wh und wie viele kWh werden zugeführt?

t = 0,75 h; W = 2000 · 0,75 = 1500 Wh = 1,5 kWh

Ein Elektroauto mit 50 kWh Akkukapazität wird mit einer Wallbox von 11 kW geladen. Wie lange dauert eine Vollladung rechnerisch (ohne Verluste, ab leer)?

t = W / P = 50 kWh / 11 kW ≈ 4,55 h ≈ 4 h 33 min

Welche Aussage zur Einheit Kilowattstunde ist richtig?

  • a) 1 kWh entspricht 1000 Joule
  • b) 1 kWh entspricht 60 Wattsekunden
  • c) 1 kWh entspricht 3.600.000 Wattsekunden
  • d) 1 kWh entspricht 1000 Wattsekunden

Richtig: c)

1 kWh = 1000 W · 3600 s = 3.600.000 Ws = 3,6 MJ. Wert a ist die Anzahl Joule in einer Kilowattsekunde, nicht in einer Kilowattstunde. Wert b sind nur die Sekunden einer Minute. Wert d wäre eine Kilowattsekunde.

Ein Gerät mit 1500 W läuft 2 Stunden lang. Welche Energie verbraucht es?

  • a) 750 Wh
  • b) 3 kWh
  • c) 3000 W
  • d) 0,75 kWh

Richtig: b)

W = P · t = 1,5 kW · 2 h = 3 kWh. Wert a wäre P / t (sinnlos). Wert c hat die falsche Einheit (Leistung statt Arbeit). Wert d ist genau ein Viertel des richtigen Werts.

Eine Maschine mit 3,5 kW läuft 6 Stunden pro Tag, der Arbeitspreis liegt bei 25 ct/kWh. Was kostet der Betrieb pro Tag?

  • a) 21 Cent
  • b) 87,50 Cent
  • c) 21,00 €
  • d) 5,25 €

Richtig: d)

Energie = 3,5 · 6 = 21 kWh. Kosten = 21 · 25 ct = 525 ct = 5,25 €. Wert a verwechselt kWh mit Cent (Einheitenfehler). Wert b nimmt nur 3,5 · 25 = 87,5 (vergisst die Zeit). Wert c liest die kWh direkt als Euro.

4. Verlustleistung und Stromwärme

Jede stromdurchflossene Leitung hat einen Widerstand — auch ein kurzes Kupferkabel. An diesem Widerstand wird elektrische Energie in Wärme umgesetzt, ob gewollt oder nicht. Beim Heizstab ist diese Stromwärme das eigentliche Ziel. In einer Versorgungsleitung ist sie ein Verlust.

Die zentrale Formel

Die in einem Widerstand erzeugte Wärmeleistung — oft Verlustleistung genannt — folgt direkt aus den Leistungsformeln des vorigen Kapitels. Sinnvoll ist hier P = I² · R, weil in einer Leitung der Strom bekannt oder berechenbar ist, der Widerstand aus Länge und Querschnitt folgt, und die Spannung über der Leitung selbst meist klein und kaum direkt messbar ist:

P_v = I² · R

  • P_v … Verlustleistung in Watt
  • I …. Strom in der Leitung in Ampere
  • R …. Leitungswiderstand in Ohm

Warum der quadratische Faktor entscheidend ist

Verdoppelt sich der Strom in einer Leitung, vervierfacht sich die Verlustleistung. Das ist der Schlüssel zu vielen Entscheidungen in der Elektrotechnik. Drei Beispiele dazu:

Hochspannungsleitungen. Ein Kraftwerk mit 100 MW könnte seine Energie theoretisch auch bei 400 V abgeben — dann müssten aber 250.000 A durch die Leitung. Bei einem Leitungswiderstand von nur 1 Ω wären das 62.500 MW Verlust — also über 600-mal mehr als die übertragene Leistung. Bei 400 kV ergibt dieselbe Leistung nur 250 A und damit gerade einmal 62,5 kW Verlust. Deshalb wird Energie über lange Strecken immer mit möglichst hoher Spannung übertragen.

Leitungsquerschnitt. Bei gleichem Material gilt: doppelter Querschnitt heißt halber Widerstand. Eine dicke Leitung erzeugt bei gleichem Strom nur halb so viel Verlustleistung wie eine dünne. Deshalb werden Leitungen für hohe Ströme dicker dimensioniert.

Warme Verlängerungskabel. Wer einen Heizlüfter mit 2000 W über ein dünnes Verlängerungskabel betreibt, kann oft selbst spüren, was Stromwärme bedeutet — das Kabel wird warm. Bei dauerhaftem Betrieb mit unterdimensionierten Leitungen droht die Isolierung zu schmelzen.

Gelöstes Beispiel

Über ein Kabel mit einem Widerstand von 0,4 Ω fließt ein Strom von 16 A. Welche Verlustleistung entsteht im Kabel?

Gegeben: I = 16 A; R = 0,4 Ω

Gesucht: P_v in W

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Formel auswählen: P_v = I² · R
  2. Schritt 2 — Einsetzen: P_v = (16 A)² · 0,4 Ω = 256 · 0,4 = 102,4 W

Ergebnis: Im Kabel werden 102,4 W in Wärme umgesetzt.

Übungen

Durch eine Leitung mit 0,2 Ω fließen 10 A. Welche Verlustleistung entsteht?

P_v = 10² · 0,2 = 20 W

Ein Kabel hat 0,5 Ω Widerstand. Wie ändert sich die Verlustleistung, wenn der Strom von 5 A auf 15 A steigt?

P_v1 = 25 · 0,5 = 12,5 W; P_v2 = 225 · 0,5 = 112,5 W → neunfach (weil dreifacher Strom → 3² = 9)

Eine 50 m lange Leitung hat einen Gesamtwiderstand von 0,8 Ω. Durch sie fließen 20 A. Berechne die Verlustleistung und die in einer 8-Stunden-Schicht verlorene Energie.

P_v = 400 · 0,8 = 320 W; W = 0,32 · 8 = 2,56 kWh

Eine Übertragungsleitung soll 100 kW Leistung transportieren. Welcher Strom fließt bei 230 V und welcher bei 20.000 V? Welche Verlustleistung entsteht jeweils in einer Leitung mit 0,5 Ω?

I_1 = 100.000 / 230 ≈ 434,8 A → P_v1 ≈ 434,8² · 0,5 ≈ 94.521 W ≈ 94,5 kW; I_2 = 100.000 / 20.000 = 5 A → P_v2 = 5² · 0,5 = 12,5 W

Ein Verbraucher zieht 25 A. Die Versorgungsleitung hat 0,15 Ω Widerstand. Wie viel Energie geht in einer 24-h-Dauerbetriebsphase als Wärme verloren?

P_v = 25² · 0,15 = 93,75 W; W = 0,09375 · 24 = 2,25 kWh

In einer Leitung wird der Strom verdreifacht, der Widerstand bleibt gleich. Wie verändert sich die Verlustleistung?

  • a) Sie wird neunmal so groß
  • b) Sie wird dreimal so groß
  • c) Sie wird einundzwanzigmal so groß
  • d) Sie bleibt gleich

Richtig: a)

P_v = I² · R. Der Strom geht quadratisch ein, also wirkt eine Verdreifachung als 3² = 9. Die Antworten b (lineare Annahme) und c (Faktor falsch berechnet) ignorieren den Quadrat. Antwort d wäre nur richtig, wenn der Strom keine Rolle spielte — er ist aber die entscheidende Größe.

Warum werden Hochspannungsleitungen mit mehreren hundert Kilovolt betrieben?

  • a) Damit die Isolatoren am Mast besser funktionieren
  • b) Damit die Leitungen weniger durchhängen
  • c) Weil bei gleicher übertragener Leistung der Strom sinkt und damit die Verlustleistung quadratisch zurückgeht
  • d) Weil hohe Spannungen weniger Material in den Trafos erfordern

Richtig: c)

Bei gleicher Leistung P = U · I bedeutet höhere Spannung weniger Strom. Da die Verluste in der Leitung mit I² gehen, lohnt sich ein höherer U-Wert enorm. Die Isolatoren werden nicht „besser“, sondern müssen im Gegenteil aufwändiger sein. Durchhang hängt mit Temperatur und Mechanik zusammen, nicht mit der Spannung. Trafos sind bei hohen Spannungen eher größer und teurer.

5. Leistung am Gerät: Typenschild und Anwendungen

Auf jedem Elektrogerät klebt ein Typenschild oder ein Aufkleber mit den wichtigsten elektrischen Daten. Dort finden sich Spannung, Strom und Leistung wieder — und damit alle Größen, die in den vorigen Kapiteln behandelt wurden. Ein paar Begriffe sind in der Praxis wichtig.

Was auf dem Typenschild steht

Typische Angaben:

Symbol Bedeutung
U_N oder „V“ Nennspannung, die das Gerät erwartet
I_N oder „A“ Nennstrom bei Nennlast
P oder „W“/„kW“ Nennleistung
cos φ Leistungsfaktor (bei Wechselstromgeräten mit Spulen oder Kondensatoren)
Hz Netzfrequenz (in Österreich 50 Hz)
IP-Wert Schutzart gegen Berührung, Staub und Feuchte

Bei einem einfachen Wirkverbraucher wie einer Heizung passt P = U · I unmittelbar. Steht auf einer Heizung 230 V und 2300 W, ergibt sich daraus I = P / U = 2300 / 230 = 10 A — genau das, was auch auf dem Schild stehen würde, wenn man es ergänzt.

Aufgenommene und abgegebene Leistung

Bei vielen Geräten — vor allem bei Motoren — ist die elektrisch aufgenommene Leistung größer als die mechanisch abgegebene. Die Differenz ist Verlust. Das Verhältnis aus abgegebener zu aufgenommener Leistung heißt Wirkungsgrad und wird im eigenen Beitrag Wirkungsgrad behandelt.

Auf dem Typenschild eines Motors steht in der Regel die abgegebene mechanische Leistung — also das, was an der Welle herauskommt. Die elektrisch aufgenommene Leistung muss daraus über den Wirkungsgrad berechnet werden.

Wechselstrom: P = U · I gilt nur für reine Wirkverbraucher

Bei einer Wechselspannung kann der Strom je nach Verbraucher gegenüber der Spannung verschoben sein. Bei einer reinen Heizung passiert das nicht — Strom und Spannung sind im Gleichtakt, und P = U · I funktioniert wie im Gleichstromkreis. Sobald aber Spulen (Motoren, Trafos) oder Kondensatoren ins Spiel kommen, hinkt der Strom nach oder eilt vor. Dann muss die Leistung in Wirk-, Blind- und Scheinleistung aufgeteilt werden. Wie das funktioniert und welche Rolle der Leistungsfaktor cos φ dabei spielt, behandeln die Beiträge Wirk-, Blind- und Scheinleistung und Leistungsfaktor cos φ.

Für reine Gleichstromverbraucher und für ohmsche Lasten am Wechselstromnetz reicht aber die einfache Beziehung aus diesem Beitrag völlig aus.

Auf einer Werkstattleuchte steht „230 V — 60 W“. Welcher Strom fließt im Betrieb?

  • a) 13.800 A
  • b) 3,83 A
  • c) 0,038 A
  • d) 0,26 A

Richtig: d)

I = P / U = 60 / 230 ≈ 0,26 A. Wert a ist P · U (falsche Formel). Wert b ist U / I bei falsch interpretierter Formel. Wert c ist um Faktor 10 zu klein (Kommafehler).

Auf einem Drehstrommotor steht „P = 4 kW“. Was bedeutet diese Angabe in der Regel?

  • a) Die elektrische Leistung, die der Motor aufnimmt
  • b) Die mechanische Leistung, die der Motor an der Welle abgibt
  • c) Die maximale Leistung, die der Motor kurzzeitig erreichen kann
  • d) Die Verlustleistung, die als Wärme an die Umgebung abgegeben wird

Richtig: b)

Bei Motoren bezeichnet die Leistungsangabe am Typenschild fast immer die abgegebene mechanische Wellenleistung — also die nutzbare Leistung. Die elektrische Aufnahme ist wegen des Wirkungsgrads etwas größer. Eine kurzzeitig erreichbare Spitzenleistung wird, wenn überhaupt, separat angegeben. Die Verlustleistung steht nie am Schild.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Tauchsieder hat einen Widerstand von 53 Ω und wird an 230 V betrieben. Berechne die aufgenommene Leistung und den fließenden Strom.

Gegeben: U = 230 V; R = 53 Ω

Gesucht: P; I

Lösungsweg:

  1. P = U² / R = 52900 / 53 ≈ 998,1 W
  2. I = U / R = 230 / 53 ≈ 4,34 A

Ergebnis: P ≈ 998 W (rund 1 kW); I ≈ 4,34 A

Aufgabe 2: Ein Akkuschrauber zieht aus seinem 18-V-Akku unter Last einen Strom von 12 A. Welche Leistung gibt der Akku ab?

Gegeben: U = 18 V; I = 12 A

Gesucht: P

Lösungsweg:

  1. P = U · I = 18 · 12 = 216 W

Ergebnis: P = 216 W

Aufgabe 3: Eine Heizmatte mit 40 Ω wird an 230 V betrieben und läuft 6 Stunden täglich. Wie viel kWh verbraucht sie pro Woche bei einem 7-Tage-Betrieb?

Gegeben: R = 40 Ω; U = 230 V; t = 6 h/Tag · 7 Tage = 42 h

Gesucht: W in kWh

Lösungsweg:

  1. P = U² / R = 52900 / 40 = 1322,5 W ≈ 1,32 kW
  2. W = P · t = 1,3225 · 42 ≈ 55,5 kWh

Ergebnis: rund 55,5 kWh pro Woche

Aufgabe 4: Ein 11-kW-Drehstrommotor läuft täglich 7 Stunden. Der Arbeitspreis beträgt 22 ct/kWh. Wie hoch sind die monatlichen Energiekosten bei 22 Arbeitstagen, wenn die elektrische Aufnahmeleistung gleich der angegebenen Leistung gesetzt wird?

Gegeben: P = 11 kW; t = 7 h · 22 Tage = 154 h; Preis = 22 ct/kWh

Gesucht: Kosten

Lösungsweg:

  1. W = P · t = 11 · 154 = 1694 kWh
  2. Kosten = 1694 · 22 ct = 37.268 ct = 372,68 €

Ergebnis: rund 373 € pro Monat

Aufgabe 5: Eine Leitung mit 0,3 Ω Gesamtwiderstand führt einen Dauerstrom von 32 A. Berechne die Verlustleistung und die in einem 24-Stunden-Tag in Wärme umgesetzte Energie.

Gegeben: R = 0,3 Ω; I = 32 A; t = 24 h

Gesucht: P_v; W

Lösungsweg:

  1. P_v = I² · R = 1024 · 0,3 = 307,2 W
  2. W = P_v · t = 0,3072 · 24 ≈ 7,37 kWh

Ergebnis: P_v ≈ 307 W; W ≈ 7,37 kWh

Aufgabe 6: Ein E-Auto-Akku speichert 60 kWh. Beim Laden mit einer 11-kW-Wallbox dauert die Vollladung 6 Stunden. Welche Energie wurde tatsächlich zugeführt, und wie viel davon ging als Verlust verloren (Differenz zwischen zugeführter und im Akku gespeicherter Energie)?

Gegeben: P = 11 kW; t = 6 h; Akkukapazität = 60 kWh

Gesucht: W_zu; W_verlust

Lösungsweg:

  1. W_zu = P · t = 11 · 6 = 66 kWh
  2. W_verlust = W_zu − 60 = 6 kWh

Ergebnis: zugeführt 66 kWh, davon 6 kWh Verlust (entspricht einem Lade-Wirkungsgrad von rund 91 %)

Aufgabe 7: Ein Heizstrahler mit 1500 W läuft 3,5 Stunden lang. Wie viele Wattsekunden, Wattstunden, Kilowattstunden und Megajoule sind das?

Gegeben: P = 1500 W; t = 3,5 h

Gesucht: W in verschiedenen Einheiten

Lösungsweg:

  1. t = 3,5 h = 12.600 s
  2. W = 1500 W · 12.600 s = 18.900.000 Ws = 18,9 MJ
  3. W = 1500 · 3,5 = 5250 Wh = 5,25 kWh

Ergebnis: 5,25 kWh = 5250 Wh = 18.900.000 Ws = 18,9 MJ

Aufgabe 8: Eine Leitung soll 5 kW Leistung bei 230 V übertragen. Welcher Strom fließt? Welche Verlustleistung entsteht, wenn der Leitungswiderstand 0,4 Ω beträgt? Welcher Anteil der übertragenen Leistung geht damit verloren?

Gegeben: P_nutz = 5000 W; U = 230 V; R = 0,4 Ω

Gesucht: I; P_v; Verlustanteil

Lösungsweg:

  1. I = P / U = 5000 / 230 ≈ 21,74 A
  2. P_v = I² · R = 21,74² · 0,4 ≈ 472,6 · 0,4 ≈ 189 W
  3. Verlustanteil = 189 / 5000 ≈ 3,8 %

Ergebnis: I ≈ 21,74 A; P_v ≈ 189 W; rund 3,8 % Verlust

Welche der folgenden Aussagen beschreibt die Einheit Watt korrekt?

  • a) Ein Watt ist die Leistung, bei der pro Sekunde ein Joule Energie umgesetzt wird
  • b) Ein Watt ist die Energie, die ein Ampere bei 230 V abgibt
  • c) Ein Watt ist die Spannung, die einen Strom von einem Ampere erzeugt
  • d) Ein Watt ist die Ladung, die in einer Sekunde durch einen Leiter fließt

Richtig: a)

1 W = 1 J/s — Leistung ist Energie pro Zeit. Antwort b verwechselt Leistung mit Arbeit und nennt einen festen, willkürlichen Spannungswert. Antwort c beschreibt Volt und R = 1 Ω. Antwort d beschreibt Strom (Ladung pro Zeit).

Aus welcher Grundbeziehung folgt die Formel P = U² / R?

  • a) Aus dem Kirchhoffschen Maschensatz
  • b) Aus dem Einsetzen von I = U / R in P = U · I
  • c) Aus der Definition der Leistung als Arbeit pro Zeit
  • d) Aus dem Energieerhaltungssatz

Richtig: b)

P = U · I; mit I = U / R wird daraus P = U · (U / R) = U² / R. Der Maschensatz beschreibt Spannungssummen, nicht Leistungen. Die Definition Leistung = Arbeit/Zeit liefert die Einheit, aber nicht diese spezielle Form. Energieerhaltung ist ein übergeordnetes Prinzip ohne direkten Bezug zur Formel.

Eine Glühlampe mit 230 V und 75 W wird durch eine LED-Lampe mit gleicher Helligkeit, aber nur 8 W ersetzt. Bei 1500 Brennstunden pro Jahr und einem Arbeitspreis von 28 ct/kWh: Wie viel spart der Tausch jährlich an reinen Energiekosten?

  • a) etwa 17 €
  • b) etwa 116 €
  • c) etwa 28 €
  • d) etwa 7 €

Richtig: c)

Eingesparte Leistung: 75 − 8 = 67 W. Eingesparte Energie pro Jahr: 0,067 kW · 1500 h ≈ 100,5 kWh. Kosten: 100,5 · 28 ct ≈ 2814 ct ≈ 28 €. Antwort a wäre etwa die Hälfte (Rechenfehler). Antwort b ist deutlich zu hoch (vermutlich aus 75 W gerechnet). Antwort d ist deutlich zu niedrig.

Bei welchem Vergleich ist die Verlustleistung in der Leitung am kleinsten, wenn dieselbe Leistung übertragen werden soll?

  • a) Niedrige Spannung, dünnes Kabel
  • b) Niedrige Spannung, dickes Kabel
  • c) Hohe Spannung, dünnes Kabel
  • d) Hohe Spannung, dickes Kabel

Richtig: d)

Verluste = I² · R. Hohe Spannung bedeutet bei gleicher Leistung kleinen Strom, dickes Kabel kleinen Widerstand — beides reduziert die Verluste. Antwort a ist die schlechteste Kombination. Antworten b und c verbessern nur eine der beiden Größen.

Welche Leistung wird in einem Widerstand von 8 Ω umgesetzt, durch den 5 A fließen?

  • a) 200 W
  • b) 40 W
  • c) 320 W
  • d) 1,6 W

Richtig: a)

P = I² · R = 25 · 8 = 200 W. Wert b ist I · R = U (Spannung, nicht Leistung). Wert c ist I · R² (falsche Formel). Wert d ist I / R (sinnlos).

Welche der folgenden Aussagen über die Kilowattstunde ist falsch?

  • a) Sie ist eine Einheit der Energie
  • b) Sie entspricht 3600 Wattsekunden
  • c) Sie ist die übliche Abrechnungseinheit für elektrische Energie
  • d) Sie entspricht der Energie, die ein 1-kW-Gerät in einer Stunde umsetzt

Richtig: b)

Eine kWh entspricht 3.600.000 Ws, nicht 3600. 3600 Ws sind genau eine Wattstunde. Die anderen Aussagen sind korrekt: kWh ist eine Energieeinheit (a), wird zur Abrechnung verwendet (c) und entspricht der Definition 1 kW · 1 h (d).

Eine Heizung soll 1000 W abgeben. Welcher Strom fließt bei einer Versorgung mit 230 V — und welcher bei 24 V?

  • a) 43,5 A bei 230 V und 2,4 A bei 24 V
  • b) 230 A bei 230 V und 24 A bei 24 V
  • c) etwa 4,35 A bei 230 V und etwa 41,7 A bei 24 V
  • d) etwa 0,23 A bei 230 V und etwa 2,4 A bei 24 V

Richtig: c)

I = P / U. Bei 230 V: 1000 / 230 ≈ 4,35 A. Bei 24 V: 1000 / 24 ≈ 41,7 A. Antwort a verschiebt das Komma — der erste Wert ist um Faktor 10 zu groß, der zweite deutlich zu klein. Antwort b verwechselt Spannung und Strom. Antwort d ist beim ersten Wert um Faktor 10, beim zweiten um Faktor 17 zu klein.

Warum wird elektrische Energie über lange Strecken mit Hochspannung übertragen?

  • a) Weil Hochspannungsleitungen geringeren Widerstand haben
  • b) Weil der Strom kleiner wird und Verluste linear sinken
  • c) Weil hohe Spannung mehr Energie speichert
  • d) Weil der Strom kleiner wird und die Leitungsverluste quadratisch zurückgehen

Richtig: d)

Bei P = U · I bedeutet höhere Spannung kleineren Strom für dieselbe Leistung. Da die Verluste mit I² gehen, sinken sie quadratisch — viel stärker als linear. Antwort a stimmt nicht (der Widerstand hängt vom Material und Querschnitt ab, nicht von der Spannung). Antwort b unterschätzt den Effekt (linear statt quadratisch). Antwort c verwechselt Spannung mit Energieinhalt.

Auf einem 230-V-Heizgerät steht 2300 W. Welcher Widerstand hat das Heizelement im Betrieb?

  • a) 23 Ω
  • b) 230 Ω
  • c) 10 Ω
  • d) 0,1 Ω

Richtig: a)

R = U² / P = 52900 / 2300 = 23 Ω. Alternativ über I = P / U = 10 A, dann R = U / I = 23 Ω. Wert b ist U (nicht R). Wert c ist I (Strom, nicht Widerstand). Wert d ist 1/I.

Welche Aussage zur elektrischen Arbeit ist richtig?

  • a) Sie ist identisch mit der Leistung
  • b) Sie ist das Produkt aus Leistung und Zeit
  • c) Sie hängt nur von der Spannung ab
  • d) Sie wird in Watt gemessen

Richtig: b)

W = P · t. Antwort a verwechselt Leistung und Arbeit. Antwort c ignoriert Strom und Zeit. Antwort d wäre die Einheit der Leistung, nicht der Arbeit (Arbeit: Ws, Wh, kWh oder J).

Ein Verlängerungskabel mit 1,5 mm² Querschnitt hat ungefähr doppelt so hohen Widerstand wie eines mit 2,5 mm² gleicher Länge. Welche Aussage stimmt für den Betrieb mit gleichem Strom?

  • a) Beide Kabel haben dieselben Verluste
  • b) Das dünnere Kabel hat halb so hohe Verluste
  • c) Das dünnere Kabel hat etwa doppelt so hohe Verluste wie das dickere
  • d) Das dünnere Kabel hat etwa viermal so hohe Verluste wie das dickere

Richtig: c)

P_v = I² · R. Bei gleichem I ist die Verlustleistung proportional zu R. Doppelter Widerstand bedeutet doppelte Verluste. Antwort a ignoriert den Widerstand. Antwort b dreht das Verhältnis um. Antwort d wäre nur richtig, wenn auch der Strom verdoppelt würde — was hier ausgeschlossen ist.

Beim Drehstrommotor mit 5,5 kW Angabe am Typenschild und einem Wirkungsgrad von 88 %: Welche elektrische Leistung nimmt der Motor unter Volllast aus dem Netz auf?

  • a) 4,84 kW
  • b) 5,5 kW
  • c) 6,16 kW
  • d) 6,25 kW

Richtig: d)

Am Typenschild steht in der Regel die abgegebene Wellenleistung. Aufnahme = Abgabe / Wirkungsgrad = 5,5 / 0,88 = 6,25 kW. Wert a ist 5,5 · 0,88 — Wirkungsgrad fälschlich multipliziert statt dividiert. Wert b verwechselt Abgabe mit Aufnahme. Wert c rechnet die Verlustquote von 12 % linear auf die Abgabeleistung auf (5,5 · 1,12 = 6,16 kW); der korrekte Bezug ist aber Aufnahme · 0,88 = Abgabe, also Abgabe / 0,88 = Aufnahme.

Glossar

Elektrische Leistung (P)
Energie, die pro Zeiteinheit im Stromkreis umgesetzt wird. Einheit: Watt (W). Berechnung im Gleichstromkreis: P = U · I.
Watt (W)
SI-Einheit der Leistung. 1 W = 1 J/s = 1 V · 1 A.
Elektrische Arbeit (W)
Energie, die über einen Zeitraum im Stromkreis umgesetzt wird. Berechnung: W = P · t. Übliche Einheiten: Ws, Wh, kWh.
Kilowattstunde (kWh)
Gebräuchliche Energieeinheit auf Stromrechnungen. 1 kWh = 1000 W über 1 h = 3.600.000 Ws.
Verlustleistung (P_v)
Anteil der elektrischen Leistung, der unbeabsichtigt in Wärme umgewandelt wird, vor allem in Leitungen und in den Wicklungen elektrischer Maschinen. Berechnung in einer Leitung: P_v = I² · R.
Stromwärme
Andere Bezeichnung für die in einem Widerstand entstehende Wärmeleistung; auch Joule’sche Wärme genannt.
Nennleistung
Die am Typenschild angegebene Leistung eines Geräts. Bei Motoren in der Regel die abgegebene mechanische Wellenleistung, bei reinen Wirkverbrauchern die aufgenommene elektrische Leistung.
Arbeitspreis
Der Teil des Strompreises, der pro verbrauchter kWh anfällt. Zusätzlich werden in Österreich Grundgebühr, Netzentgelt und Abgaben verrechnet.

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