Physikalische Größen und das SI-System

Wenn auf einem Typenschild „1,5 kW“ steht, auf einem Widerstand „4,7 kΩ“ und in einer Berechnung plötzlich nur „2,3″ ohne weitere Angabe auftaucht, dann liegt der Unterschied zwischen einer brauchbaren und einer wertlosen Angabe immer an derselben Stelle: an der Einheit. Eine Zahl allein sagt in der Technik fast nichts. Erst zusammen mit der Einheit wird daraus eine physikalische Größe – also etwas, mit dem man rechnen, das man messen und vergleichen kann.

Dieser Beitrag legt die Grundlage dafür: Was eine physikalische Größe ist, wie das Internationale Einheitensystem aufgebaut ist, wie aus wenigen Basisgrößen alle anderen entstehen und wie man mit Einheiten so umgeht, dass sich Rechenfehler von selbst verraten.

Vorwissen

  • Gleichungen umstellen
  • Potenzen, Wurzeln, Logarithmen
  • Bruch- und Prozentrechnung

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • eine physikalische Größe sauber in Zahlenwert und Einheit zerlegen und den Unterschied zwischen Formelzeichen und Einheitenzeichen erklären
  • die sieben Basisgrößen des SI-Systems samt Einheiten nennen
  • abgeleitete Einheiten wie Newton, Pascal oder Watt auf Basiseinheiten zurückführen
  • mit dezimalen Vorsätzen und Zehnerpotenzen sicher umgehen
  • eine Berechnung über die Einheiten auf Plausibilität prüfen

1. Was ist eine physikalische Größe?

Eine physikalische Größe ist alles, was sich messen lässt: eine Länge, eine Masse, eine Spannung, eine Temperatur. Das Entscheidende dabei ist, dass jede solche Größe aus zwei Teilen besteht – einer Zahl und einer Einheit.

Ein Beispiel: Die Länge eines Kabels beträgt 2,5 m. Hier ist „2,5″ der Zahlenwert und „m“ die Einheit. Beide gehören untrennbar zusammen. Nimmt man die Einheit weg, bleibt eine nackte 2,5 übrig, mit der niemand etwas anfangen kann – 2,5 Meter, 2,5 Millimeter und 2,5 Kilometer sind drei völlig verschiedene Dinge.

Wichtig ist, Formelzeichen und Einheitenzeichen auseinanderzuhalten:

  • Das Formelzeichen steht für die Größe selbst, also für das, was gemessen wird. Die Länge bekommt das Formelzeichen l, die Masse m, die Zeit t, die elektrische Spannung U.
  • Das Einheitenzeichen steht für die Maßeinheit. Die Länge wird in Meter (m) gemessen, die Masse in Kilogramm (kg), die Zeit in Sekunde (s).

Daraus ergibt sich eine typische Schreibweise:

l = 2,5 m

Gelesen: „Die Länge l beträgt 2,5 Meter.“ Links das Formelzeichen, rechts Zahlenwert mal Einheit.

Eine Stolperfalle versteckt sich beim Buchstaben m: kursiv geschrieben (m) ist es das Formelzeichen für die Masse, aufrecht geschrieben (m) das Einheitenzeichen für den Meter. In gedruckten Fachbüchern wird das durch Kursivschrift sauber getrennt. Auf einem handschriftlichen Notizzettel oder am Bildschirm verschwimmt das schnell – dann hilft nur der Zusammenhang: m = 5 kg meint offensichtlich die Masse, 5 m den Meter.

Größenwert = Zahlenwert · Einheit

Auf einem Lieferschein steht die Angabe „Drahtlänge: 0,75″. Warum ist diese Angabe technisch unbrauchbar?

  • a) Weil der Zahlenwert zu klein für eine sinnvolle Länge ist
  • b) Weil das Formelzeichen fehlt
  • c) Weil Längen grundsätzlich als ganze Zahlen angegeben werden müssen
  • d) Weil die Einheit fehlt und 0,75 mm, cm oder m völlig unterschiedliche Dinge wären

Richtig: d)

Eine physikalische Größe besteht aus Zahlenwert und Einheit. Ohne Einheit ist nicht entscheidbar, ob 0,75 Millimeter, Zentimeter oder Meter gemeint sind – die Angabe ist mehrdeutig und damit unbrauchbar. Der Zahlenwert selbst ist nicht das Problem (a), ein Formelzeichen ist auf einem Lieferschein nicht erforderlich (b), und Dezimalzahlen sind bei Längen völlig üblich (c).

In einer Berechnung taucht der Ausdruck m = 12 kg auf, an anderer Stelle 12 m. Worin liegt der Unterschied?

  • a) Beide bedeuten dasselbe, nur unterschiedlich geschrieben
  • b) Im ersten Fall ist m das Formelzeichen der Masse, im zweiten ist m das Einheitenzeichen Meter
  • c) Im ersten Fall handelt es sich um einen Tippfehler
  • d) Der Unterschied liegt nur in der Groß- und Kleinschreibung

Richtig: b)

Kursives m ist das Formelzeichen für die Masse, aufrechtes m das Einheitenzeichen für den Meter. Es sind also zwei völlig verschiedene Bedeutungen desselben Buchstabens, die sich nur über Schreibweise und Zusammenhang unterscheiden lassen. Antwort a verkennt diesen Unterschied, c und d treffen die eigentliche Ursache nicht.

2. Das SI-System und die sieben Basisgrößen

Damit Messwerte weltweit vergleichbar sind, braucht es ein einheitliches System von Einheiten. Das ist das Internationale Einheitensystem, kurz SI (von französisch Système international d’unités). Es ist in fast allen Ländern verbindlich und bildet auch in Österreich die Grundlage für Technik, Handel und Wissenschaft.

Die Idee dahinter ist bestechend einfach: Man legt eine kleine Anzahl von Basisgrößen fest, deren Einheiten unabhängig voneinander definiert sind. Alle übrigen Größen werden aus diesen Basisgrößen abgeleitet. Im SI-System gibt es genau sieben davon.

Basisgröße Formelzeichen Basiseinheit Einheitenzeichen
Länge l Meter m
Masse m Kilogramm kg
Zeit t Sekunde s
Elektrische Stromstärke I Ampere A
Thermodynamische Temperatur T Kelvin K
Stoffmenge n Mol mol
Lichtstärke Iᵥ Candela cd

Diese sieben sind die Bausteine. Aus ihnen lässt sich jede andere technische oder physikalische Einheit zusammensetzen – die Geschwindigkeit aus Länge und Zeit, die Kraft aus Masse, Länge und Zeit, der elektrische Widerstand aus Spannung und Stromstärke, und so weiter.

Eine Besonderheit fällt sofort auf: Die Basiseinheit der Masse ist das Kilogramm, nicht das Gramm – als einzige Basiseinheit trägt sie also schon einen Vorsatz im Namen. Das hat historische Gründe und ist eine der Eigenheiten, an die man sich gewöhnen muss.

Früher waren manche dieser Einheiten an konkrete Gegenstände gebunden, etwa an einen Metallzylinder als Urkilogramm. Heute sind alle sieben Basiseinheiten über Naturkonstanten definiert – etwa über die Lichtgeschwindigkeit oder die Schwingungsdauer eines bestimmten atomaren Übergangs. Der Vorteil: Such Definitionen sind überall auf der Welt identisch reproduzierbar und altern nicht.

In Österreich ist der Umgang mit Maßen und Einheiten nicht nur eine technische, sondern auch eine rechtliche Frage. Das Maß- und Eichgesetz (MEG) regelt, welche Einheiten im geschäftlichen und amtlichen Verkehr verwendet werden dürfen – und das sind die gesetzlichen Einheiten des SI-Systems. Zuständig dafür ist das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV). Es sorgt dafür, dass Messgeräte, die im geschäftlichen Verkehr eingesetzt werden – von der Zapfsäule bis zur Waage im Geschäft – geeicht und damit verlässlich sind. Für die berufliche Praxis bedeutet das: Wer mit Messwerten arbeitet, die rechtliche oder geschäftliche Folgen haben, bewegt sich in einem gesetzlich geregelten Rahmen.

Welche der folgenden Einheiten ist keine SI-Basiseinheit?

  • a) Kelvin
  • b) Mol
  • c) Candela
  • d) Newton

Richtig: d)

Newton ist die abgeleitete Einheit der Kraft und setzt sich aus Kilogramm, Meter und Sekunde zusammen – es ist also keine Basiseinheit. Kelvin (Temperatur), Mol (Stoffmenge) und Candela (Lichtstärke) gehören dagegen zu den sieben Basiseinheiten.

Warum werden die SI-Basiseinheiten heute über Naturkonstanten definiert statt über physische Gegenstände wie ein Urkilogramm?

  • a) Weil Naturkonstanten überall reproduzierbar und zeitlich stabil sind
  • b) Weil Gegenstände zu teuer in der Herstellung sind
  • c) Weil es zu wenige Metalle für die nötigen Prototypen gibt
  • d) Weil Naturkonstanten leichter zu messen sind als Längen

Richtig: a)

Ein physischer Prototyp kann sich verändern, beschädigt werden oder verloren gehen, und er existiert nur an einem Ort. Eine Definition über Naturkonstanten ist dagegen weltweit identisch reproduzierbar und altert nicht. Kosten (b) und Materialverfügbarkeit (c) sind nicht der Kern; dass Konstanten generell leichter zu messen wären (d), trifft so nicht zu.

Ein Techniker behauptet, das Gramm sei die SI-Basiseinheit der Masse. Was ist daran falsch?

  • a) Das Gramm ist gar keine zulässige Einheit
  • b) Die Masse ist keine Basisgröße
  • c) Das Gramm ist die Basiseinheit, das Kilogramm das Vielfache
  • d) Die Basiseinheit der Masse ist das Kilogramm, nicht das Gramm

Richtig: d)

Die Masse ist eine Basisgröße, ihre Basiseinheit ist aber das Kilogramm – die einzige Basiseinheit, die bereits einen Vorsatz im Namen trägt. Das Gramm ist davon abgeleitet. Antwort a ist falsch, weil das Gramm sehr wohl verwendet werden darf; b verkennt, dass die Masse Basisgröße ist; c dreht das Verhältnis um.

3. Abgeleitete Größen und Einheiten

Die meisten Größen, mit denen man in der Praxis arbeitet, sind keine Basisgrößen, sondern abgeleitete Größen. Sie entstehen, indem man Basisgrößen miteinander multipliziert oder dividiert. Ihre Einheiten folgen demselben Aufbau.

Ein paar einfache Beispiele zeigen das Prinzip:

Die Fläche entsteht durch Multiplikation zweier Längen, also wird auch die Einheit zu Meter mal Meter – das ergibt Quadratmeter (m²). Beim Volumen kommt eine dritte Länge hinzu, die Einheit wird zum Kubikmeter (m³).

Bei der Geschwindigkeit teilt man eine Länge durch eine Zeit:

Die Einheit ist also Meter pro Sekunde (m/s). Genauso entsteht die Dichte als Masse pro Volumen (kg/m³).

Manche abgeleiteten Einheiten kommen so häufig vor, dass sie einen eigenen Namen bekommen haben. Diese benannten Einheiten sind nur eine kürzere Schreibweise für eine Kombination von Basiseinheiten. Bei den ersten vier in der folgenden Tabelle (Newton, Pascal, Joule, Watt) genügen dafür die mechanischen Basisgrößen Masse, Länge und Zeit. Bei den elektrischen Einheiten Volt und Ohm kommt die Basisgröße Stromstärke (Ampere) hinzu: Sie entstehen, indem man mechanische Leistung oder Energie mit der elektrischen Stromstärke verknüpft – etwa über den Zusammenhang Leistung = Spannung · Stromstärke, aus dem sich die Einheit Volt herleiten lässt (siehe Abschlusstest, Aufgabe 6). Deshalb taucht in diesen beiden Zeilen das Ampere auf:

Größe Benannte Einheit Zeichen Ausgedrückt in Basiseinheiten
Kraft Newton N kg · m / s²
Druck Pascal Pa kg / (m · s²)
Energie, Arbeit Joule J kg · m² / s²
Leistung Watt W kg · m² / s³
Elektrische Spannung Volt V kg · m² / (A · s³)
Elektrischer Widerstand Ohm Ω kg · m² / (A² · s³)

Diese Tabelle muss man nicht auswendig lernen. Wichtig ist die Einsicht dahinter: Jede dieser Einheiten lässt sich vollständig auf die sieben Basiseinheiten zurückführen. Das Newton ist nichts anderes als kg·m/s² – das folgt direkt daraus, dass Kraft gleich Masse mal Beschleunigung ist, und Beschleunigung wiederum die Einheit m/s² hat.

Die physikalischen Zusammenhänge hinter Kraft, Masse und Beschleunigung sowie hinter Arbeit, Energie und Leistung sind jeweils eigene, größere Themen und werden in gesonderten Beiträgen behandelt. Hier reicht es zu verstehen, wie die zugehörigen Einheiten aus den Basiseinheiten aufgebaut sind.

A = l · b

  • A … Fläche in m²
  • l … Länge in m
  • b … Breite in m

v = s / t

  • v … Geschwindigkeit in m/s
  • s … Weg in m
  • t … Zeit in s

Gelöstes Beispiel

Ein rechteckiges Blech ist 1,2 m lang und 0,8 m breit. Es hat eine Masse von 15 kg. Berechne die Fläche und die Flächenmasse (Masse pro Quadratmeter).

Gegeben: Länge l = 1,2 m, Breite b = 0,8 m, Masse m = 15 kg

Gesucht: Fläche A in m², Flächenmasse in kg/m²

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Fläche berechnen: A = l · b = 1,2 m · 0,8 m = 0,96 m²
  2. Schritt 2 — Flächenmasse berechnen: Flächenmasse = m / A = 15 kg / 0,96 m² = 15,625 kg/m²

Ergebnis: Die Fläche beträgt 0,96 m², die Flächenmasse rund 15,63 kg/m².

Übungen

Ein Würfel hat eine Kantenlänge von 0,5 m. Berechne sein Volumen.

V = a³ = (0,5 m)³ = 0,125 m³

Ein Auto legt 150 m in 10 s zurück. Berechne die mittlere Geschwindigkeit in m/s.

v = s / t = 150 m / 10 s = 15 m/s

Ein Körper hat eine Masse von 2,7 kg und ein Volumen von 0,001 m³. Berechne die Dichte. Um welchen Werkstoff könnte es sich handeln?

ρ = m / V = 2,7 kg / 0,001 m³ = 2700 kg/m³. Das entspricht der Dichte von Aluminium.

Drücke die Einheit der Leistung (Watt) vollständig in SI-Basiseinheiten aus und zeige, dass W = J/s gilt.

W = kg·m²/s³. Da J = kg·m²/s², folgt J/s = kg·m²/s² / s = kg·m²/s³ = W.

Eine Kraft von 1 N wirkt über einen Weg von 1 m. Die dabei verrichtete Arbeit ist das Produkt aus Kraft und Weg. Zeige über die Einheiten, dass das Ergebnis die Einheit Joule hat.

Arbeit = Kraft · Weg → Einheit = N · m = (kg·m/s²) · m = kg·m²/s² = J. Das Ergebnis trägt also die Einheit Joule.

Ein Newton lässt sich vollständig durch Basiseinheiten ausdrücken. Welcher Ausdruck ist korrekt?

  • a) kg · m / s²
  • b) kg · m² / s
  • c) kg / (m · s)
  • d) kg · s² / m

Richtig: a)

Kraft ist Masse mal Beschleunigung, und Beschleunigung hat die Einheit m/s². Damit ergibt sich N = kg · m/s². Die anderen Kombinationen führen auf keine sinnvolle Krafteinheit.

Warum bekommen manche abgeleiteten Einheiten einen eigenen Namen wie „Pascal“ oder „Joule“?

  • a) Weil sie keine Beziehung zu Basiseinheiten haben
  • b) Weil sie nicht zum SI-System gehören
  • c) Weil sie so häufig vorkommen, dass eine Kurzschreibweise praktisch ist
  • d) Weil ihre Berechnung verboten wäre, würde man sie anders schreiben

Richtig: c)

Benannte Einheiten sind reine Abkürzungen für oft gebrauchte Kombinationen von Basiseinheiten – Pascal steht für kg/(m·s²), Joule für kg·m²/s². Sie haben sehr wohl eine Beziehung zu den Basiseinheiten (a falsch), gehören zum SI-System (b falsch), und es gibt kein „Verbot“ der ausgeschriebenen Form (d falsch).

Eine Dichte wird in kg/m³ angegeben. Aus welchen beiden Größen ist diese abgeleitete Größe gebildet?

  • a) Masse geteilt durch Fläche
  • b) Masse geteilt durch Volumen
  • c) Volumen geteilt durch Masse
  • d) Masse mal Volumen

Richtig: b)

Die Einheit kg/m³ verrät den Aufbau: Kilogramm (Masse) geteilt durch Kubikmeter (Volumen). Masse pro Fläche (a) ergäbe kg/m², Volumen pro Masse (c) wäre der Kehrwert, und Masse mal Volumen (d) ergäbe kg·m³.

4. Vorsätze und Zehnerpotenzen

In der Technik treten Werte über viele Größenordnungen hinweg auf. Ein Kondensator hat eine Kapazität von 0,000001 Farad, ein Kraftwerk liefert 500000000 Watt. Solche Zahlen mit langen Nullenketten sind unübersichtlich und fehleranfällig. Deshalb arbeitet man mit Vorsätzen und mit der Zehnerpotenzschreibweise.

Ein Vorsatz wird direkt vor das Einheitenzeichen gesetzt und steht für eine Zehnerpotenz. Aus 1000 Ohm wird so 1 Kilohm (1 kΩ), aus 0,001 Ampere wird 1 Milliampere (1 mA). Die gebräuchlichsten Vorsätze:

Vorsatz Zeichen Faktor Zehnerpotenz
Giga G 1 000 000 000 10⁹
Mega M 1 000 000 10⁶
Kilo k 1 000 10³
Hekto h 100 10²
Dezi d 0,1 10⁻¹
Zenti c 0,01 10⁻²
Milli m 0,001 10⁻³
Mikro µ 0,000001 10⁻⁶
Nano n 0,000000001 10⁻⁹

Achtung bei der Groß- und Kleinschreibung: Ein großes M bedeutet Mega (Million), ein kleines m bedeutet Milli (Tausendstel). Der Unterschied zwischen MW und mW ist gewaltig – ein Faktor von einer Milliarde. Genauso steht ein kleines k für Kilo; ein großes K wäre falsch (großes K ist das Kelvin).

Parallel zu den Vorsätzen nutzt man die wissenschaftliche Notation, bei der eine Zahl als Produkt aus einer Zahl zwischen 1 und 10 und einer Zehnerpotenz geschrieben wird:

500 000 000 W = 5 · 10⁸ W = 500 MW
0,000001 F = 1 · 10⁻⁶ F = 1 µF

Beide Schreibweisen meinen dasselbe. In Datenblättern und Schaltplänen überwiegt die Vorsatz-Schreibweise (4,7 kΩ, 100 nF), in Berechnungen oft die Zehnerpotenz, weil sich damit leichter rechnen lässt.

Das systematische Umrechnen zwischen Einheiten und Vorsätzen – gerade bei zusammengesetzten Einheiten wie km/h oder mm² – ist ein Thema für sich und wird im eigenen Beitrag „SI-Einheiten und Einheitenumrechnung“ ausführlich behandelt. Dort findest du auch die Methode, mit der man Schritt für Schritt sicher umrechnet.

Gelöstes Beispiel

Ein winterstand hat den Wert 4700 Ω. Gib ihn mit passendem Vorsatz und in wissenschaftlicher Notation an.

Gegeben: Widerstand R = 4700 Ω

Gesucht: Darstellung mit Vorsatz und in Zehnerpotenzschreibweise

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Vorsatz wählen: 4700 Ω = 4,7 · 1000 Ω = 4,7 kΩ
  2. Schritt 2 — wissenschaftliche Notation: 4700 Ω = 4,7 · 10³ Ω

Ergebnis: 4700 Ω entsprechen 4,7 kΩ oder 4,7 · 10³ Ω.

Übungen

Schreibe 0,000047 F mit passendem Vorsatz.

0,000047 F = 47 · 10⁻⁶ F = 47 µF

Wie viel sind 2,2 MΩ in Ohm, ausgeschrieben?

2,2 MΩ = 2,2 · 10⁶ Ω = 2 200 000 Ω

Gib 0,015 A in Milliampere an.

0,015 A = 15 · 10⁻³ A = 15 mA

Ein Generator liefert 0,75 GW. Drücke das in Megawatt und in Watt aus.

0,75 GW = 750 MW = 750 000 000 W = 7,5 · 10⁸ W

Vergleiche 3 mW und 3 MW. Um welchen Faktor unterscheiden sich die beiden Werte?

3 mW = 3 · 10⁻³ W, 3 MW = 3 · 10⁶ W. Der Faktor beträgt 10⁶ / 10⁻³ = 10⁹, also eine Milliarde.

Ein Datenblatt nennt einen Kondensator mit 100 nF. Wie viel Farad sind das?

  • a) 100 · 10⁻⁶ F
  • b) 100 · 10⁻³ F
  • c) 100 · 10⁻⁹ F
  • d) 100 · 10⁹ F

Richtig: c)

Der Vorsatz Nano steht für 10⁻⁹. Also sind 100 nF gleich 100 · 10⁻⁹ F. Mikro (a) wäre 10⁻⁶, Milli (b) wäre 10⁻³, und 10⁹ (d) entspräche Giga – alle drei sind um Größenordnungen daneben.

Worin liegt der praktische Unterschied zwischen der Angabe „5 MW“ und „5 mW“?

  • a) MW is fünf Megawatt, mW fünf Milliwatt – ein Faktor von 10⁹
  • b) Es gibt keinen, das ist nur eine Schreibvariante
  • c) MW gilt für Wechselstrom, mW für Gleichstrom
  • d) Der Unterschied beträgt genau das Tausendfache

Richtig: a)

Großes M bedeutet Mega (10⁶), kleines m bedeutet Milli (10⁻³). Der Unterschied beträgt also 10⁶ / 10⁻³ = 10⁹, eine Milliarde. Es ist keine bloße Schreibvariante (b), hat nichts mit Stromart zu tun (c), und der Faktor ist nicht tausend, sondern eine Milliarde (d).

Welche Schreibweise für 6 300 000 Pa ist korrekt?

  • a) 6,3 · 10⁵ Pa
  • b) 63 kPa
  • c) 6,3 · 10⁻⁶ Pa
  • d) 6,3 MPa

Richtig: d)

6 300 000 Pa = 6,3 · 10⁶ Pa = 6,3 MPa, weil Mega für 10⁶ steht. Antwort a hat den falschen Exponenten, b ist um den Faktor 1000 zu klein, und c wäre ein winziger Bruchteil eines Pascal.

5. Mit Einheiten rechnen und Plausibilität prüfen

Einheiten sind nicht nur ein Anhängsel an die Zahl – man kann mit ihnen rechnen wie mit Variablen. Sie lassen sich multiplizieren, dividieren und kürzen. Genau das macht sie zu einem der zuverlässigsten Werkzeuge, um Rechenfehler aufzuspüren.

Das Grundprinzip: In einer Berechnung führt man die Einheiten konsequent mit und behandelt sie wie Faktoren. Am Ende muss die Einheit des Ergebnisses zu der gesuchten Größe passen. Tut sie das nicht, steckt irgendwo ein Fehler.

Ein Beispiel aus der Geschwindigkeitsberechnung:

Die Einheit des Ergebnisses ist Meter pro Sekunde – genau die Einheit einer Geschwindigkeit. Das Ergebnis ist also zumindest von der Einheit her plausibel. Käme dagegen versehentlich m·s heraus, wüsste man sofort: Hier wurde multipliziert statt dividiert.

Hier hilft die Unterscheidung zwischen zwei Sichtweisen auf eine Formel:

  • Eine Größengleichung rechnet mit den vollständigen Größen, also Zahlenwert und Einheit gemeinsam. Sie gilt unabhängig davon, in welchen Einheiten man die Werte einsetzt, solange man die Einheiten mitführt und am Ende auflöst.
  • Eine Zahlenwertgleichung rechnet nur mit den Zahlenwerten und setzt bestimmte Einheiten stillschweigend voraus. Sie ist bequemer, aber gefährlich: Setzt man eine Zeit in Minuten statt in Sekunden ein, kommt schlicht Unsinn heraus, ohne dass die Formel warnt.

Die saubere Methode ist die Größengleichung mit mitgeführten Einheiten. Ein typischer Praxisfehler entsteht, wenn Werte mit unterschiedlichen Vorsätzen vermischt werden – etwa eine Länge in Millimeter mit einer Fläche in Quadratzentimeter. Wer die Einheiten konsequent mitführt und vor dem Rechnen auf eine gemeinsame Basiseinheit bringt, vermeidet diese Falle.

v = s / t = 100 m / 8 s = 12,5 m/s

Gelöstes Beispiel

Eine Pumpe fördert ein Wasservolumen von 0,6 m³ in 2 Minuten. Berechne den Volumenstrom in m³/s und prüfe das Ergebnis über die Einheit.

Gegeben: Volumen V = 0,6 m³, Zeit t = 2 min

Gesucht: Volumenstrom in m³/s

Lösungsweg:

  1. Schritt 1 — Zeit in Sekunden umrechnen: t = 2 min = 2 · 60 s = 120 s
  2. Schritt 2 — Volumenstrom berechnen: Volumenstrom = V / t = 0,6 m³ / 120 s = 0,005 m³/s
  3. Schritt 3 — Einheitenkontrolle: Die Einheit ist m³/s – Volumen pro Zeit, also genau die Einheit eines Volumenstroms. Das Ergebnis ist plausibel.

Ergebnis: Der Volumenstrom beträgt 0,005 m³/s.

Übungen

Prüfe über die Einheiten, ob die Formel „Weg = Geschwindigkeit · Zeit“ sinnvoll ist.

(m/s) · s = m. Die Einheit ist Meter, also eine Länge – die Formel ist von der Einheit her korrekt.

Jemand berechnet eine Fläche und erhält das Ergebnis in der Einheit m³. Was sagt das aus?

Eine Fläche muss die Einheit m² haben. m³ deutet auf einen Fehler hin, vermutlich wurde eine Länge zu viel multipliziert.

Rechne 72 km/h in m/s um, indem du die Einheiten konsequent mitführst.

72 km/h = 72 · 1000 m / 3600 s = 72000 m / 3600 s = 20 m/s

Eine Dichte soll aus Masse und Volumen berechnet werden. Welche Einheit muss am Ende stehen, und was bedeutet es, wenn stattdessen m³/kg herauskommt?

Korrekt ist kg/m³. Käme m³/kg heraus, wurde Volumen durch Masse statt Masse durch Volumen geteilt – der Kehrwert wurde gebildet.

Eine Arbeit wird als Kraft mal Weg berechnet. Setze 200 N und 3 m ein und gib Ergebnis samt Einheit an. Welche benannte Einheit ergibt sich?

W = 200 N · 3 m = 600 N·m = 600 J. N·m ist gleich Joule, also ergibt sich die Energieeinheit Joule.

Bei der Berechnung einer Geschwindigkeit erhält ein Techniker das Ergebnis in der Einheit m·s. Was lässt sich daraus schließen?

  • a) Das Ergebnis ist korrekt, die Einheit ist nur ungewöhnlich geschrieben
  • b) Die Geschwindigkeit ist negativ
  • c) Es wurde eine falsche Längeneinheit verwendet
  • d) Es wurde multipliziert statt dividiert – die Rechnung ist fehlerhaft

Richtig: d)

Eine Geschwindigkeit hat die Einheit m/s. Kommt m·s heraus, wurde der Weg mit der Zeit multipliziert statt durch sie geteilt – ein klares Zeichen für einen Rechenfehler. Die Einheit ist nicht nur ungewöhnlich (a), und über das Vorzeichen (b) oder die konkrete Längeneinheit (c) sagt das Ergebnis nichts aus.

Was ist der entscheidende Vorteil einer Größengleichung gegenüber einer Zahlenwertgleichung?

  • a) Sie liefert immer kleinere Zahlen
  • b) Sie kommt ganz ohne Einheiten aus
  • c) Sie führt die Einheiten mit und gilt unabhängig von der gewählten Einheit
  • d) Sie ist nur für elektrische Größen zulässig

Richtig: c)

Eine Größengleichung rechnet mit Zahlenwert und Einheit gemeinsam und ist deshalb robust gegen Einheitenverwechslungen. Eine Zahlenwertgleichung setzt bestimmte Einheiten stillschweigend voraus. Größengleichungen liefern nicht zwangsläufig kleinere Zahlen (a), kommen gerade nicht ohne Einheiten aus (b) und gelten für alle Größen (d).

Eine Leistung wird berechnet, und am Ende steht die Einheit kg·m²/s³. Was bedeutet das für das Ergebnis?

  • a) Die Einheit entspricht dem Watt – das Ergebnis ist von der Einheit her plausibel
  • b) Die Einheit ist falsch, Leistung wird in kg·m/s² gemessen
  • c) Es wurde versehentlich eine Energie statt einer Leistung berechnet
  • d) Die Einheit deutet auf einen Druck hin

Richtig: a)

Watt ist als kg·m²/s³ definiert. Die berechnete Einheit passt also genau zur Leistung, das Ergebnis ist plausibel. kg·m/s² (b) wäre eine Kraft (Newton), Energie (c) hätte die Einheit kg·m²/s², und Druck (d) wäre kg/(m·s²).

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Blechstreifen ist 2,4 m lang und 0,15 m breit. Berechne die Fläche in m² und in cm².

Gegeben: l = 2,4 m, b = 0,15 m

Gesucht: Fläche A

Lösungsweg:

  1. A = l · b = 2,4 m · 0,15 m = 0,36 m²
  2. 0,36 m² = 0,36 · 10000 cm² = 3600 cm²

Ergebnis: A = 0,36 m² = 3600 cm²

Aufgabe 2: Ein Fahrzeug legt 1,8 km in 90 s zurück. Berechne die mittlere Geschwindigkeit in m/s.

Gegeben: s = 1,8 km = 1800 m, t = 90 s

Gesucht: Geschwindigkeit v

Lösungsweg:

  1. v = s / t = 1800 m / 90 s = 20 m/s

Ergebnis: v = 20 m/s

Aufgabe 3: Ein Bauteil aus Stahl hat ein Volumen von 0,0005 m³. Die Dichte von Stahl beträgt rund 7850 kg/m³. Berechne die Masse.

Gegeben: V = 0,0005 m³, ρ = 7850 kg/m³

Gesucht: Masse m

Lösungsweg:

  1. m = ρ · V = 7850 kg/m³ · 0,0005 m³ = 3,925 kg

Ergebnis: m ≈ 3,93 kg

Aufgabe 4: Ein Widerstand hat den Wert 0,0033 MΩ. Gib ihn in Kiloohm und in Ohm an.

Gegeben: R = 0,0033 MΩ

Gesucht: R in kΩ und Ω

Lösungsweg:

  1. 0,0033 MΩ = 0,0033 · 10⁶ Ω = 3300 Ω
  2. 3300 Ω = 3,3 kΩ

Ergebnis: R = 3,3 kΩ = 3300 Ω

Aufgabe 5: Eine Kraft von 350 N wirkt über einen Weg von 4 m. Berechne die verrichtete Arbeit und gib das Ergebnis in Joule an.

Gegeben: F = 350 N, s = 4 m

Gesucht: Arbeit W

Lösungsweg:

  1. W = F · s = 350 N · 4 m = 1400 N·m = 1400 J

Ergebnis: W = 1400 J = 1,4 kJ

Aufgabe 6: Drücke die Einheit Volt (V) vollständig in SI-Basiseinheiten aus, wenn gilt: Spannung = Leistung / Stromstärke.

Gegeben: V = W / A, W = kg·m²/s³

Gesucht: Volt in Basiseinheiten

Lösungsweg:

  1. V = W / A = (kg·m²/s³) / A = kg·m² / (A·s³)

Ergebnis: V = kg·m² / (A·s³)

Eine physikalische Größe besteht grundsätzlich aus welchen beiden Bestandteilen?

  • a) Zahlenwert und Einheit
  • b) Formelzeichen und Zahlenwert
  • c) Einheit und Vorsatz
  • d) Basisgröße und Vorsatz

Richtig: a)

Eine physikalische Größe ist immer das Produkt aus Zahlenwert und Einheit. Das Formelzeichen (b) benennt die Größe, ist aber kein Bestandteil ihres Wertes; Vorsätze (c, d) sind optional und nicht zwingend Teil jeder Größe.

Welche der folgenden Größen ist eine SI-Basisgröße?

  • a) Kraft
  • b) Geschwindigkeit
  • c) Elektrische Stromstärke
  • d) Druck

Richtig: c)

Die elektrische Stromstärke ist eine der sieben Basisgrößen (Einheit Ampere). Kraft, Geschwindigkeit und Druck sind abgeleitete Größen, die sich aus Basisgrößen zusammensetzen.

Wie viele Basisgrößen umfasst das SI-System?

  • a) Fünf
  • b) Sechs
  • c) Acht
  • d) Sieben

Richtig: d)

Das SI-System kennt genau sieben Basisgrößen: Länge, Masse, Zeit, Stromstärke, Temperatur, Stoffmenge und Lichtstärke. Alle übrigen Größen werden daraus abgeleitet.

Welche Aussage über die Basiseinheit der Masse ist richtig?

  • a) Sie ist das Gramm
  • b) Sie ist die Tonne
  • c) Die Masse ist keine Basisgröße
  • d) Sie ist das Kilogramm und enthält als einzige Basiseinheit einen Vorsatz

Richtig: d)

Die Basiseinheit der Masse ist das Kilogramm – die einzige Basiseinheit, die schon einen Vorsatz (Kilo) im Namen trägt. Gramm (a) und Tonne (b) sind davon abgeleitet, und die Masse ist sehr wohl eine Basisgröße (c).

Ein Kondensator ist mit 0,47 µF beschriftet. Wie viel Farad sind das?

  • a) 0,47 · 10⁻⁶ F
  • b) 0,47 · 10⁻³ F
  • c) 0,47 · 10⁻⁹ F
  • d) 0,47 · 10⁶ F

Richtig: a)

Mikro steht für 10⁻⁶, also sind 0,47 µF gleich 0,47 · 10⁻⁶ F. Milli (b) wäre 10⁻³, Nano (c) wäre 10⁻⁹, und 10⁶ (d) entspräche Mega.

Bei welcher Schreibweise unterscheiden sich die Werte um den Faktor 10⁹?

  • a) kW und W
  • b) kV und V
  • c) mA und µA
  • d) MW und mW

Richtig: d)

Mega ist 10⁶, Milli ist 10⁻³. Der Unterschied zwischen MW und mW beträgt 10⁶ / 10⁻³ = 10⁹. kW/W (a) unterscheiden sich um 10³, kV/V (b) ebenfalls um 10³, mA/µA (c) um 10³.

Eine Berechnung einer Fläche liefert das Ergebnis in der Einheit m. Was bedeutet das?

  • a) Es wurde eine Länge zu wenig berücksichtigt – das Ergebnis ist fehlerhaft
  • b) Das Ergebnis ist korrekt
  • c) Die Fläche ist sehr klein
  • d) Es wurde in der falschen Vorsatzstufe gerechnet

Richtig: a)

Eine Fläche muss die Einheit m² haben. Kommt nur m heraus, fehlt ein Faktor mit der Einheit Länge – etwa weil nur mit einer statt zwei Längen gerechnet wurde. Das ist ein Einheitenfehler, nicht eine Frage der Größe (c) oder des Vorsatzes (d).

Warum ist es vorteilhaft, in einer Berechnung die Einheiten konsequent mitzuführen?

  • a) Weil die Zahlen dadurch kleiner werden
  • b) Weil sich Rechenfehler über eine unpassende Ergebniseinheit erkennen lassen
  • c) Weil das in Österreich gesetzlich vorgeschrieben ist
  • d) Weil man dann keine Vorsätze mehr braucht

Richtig: b)

Werden die Einheiten mitgeführt, muss die Einheit des Ergebnisses zur gesuchten Größe passen. Tut sie das nicht, ist sofort ein Fehler erkennbar. Die Zahlen werden dadurch nicht kleiner (a), eine solche Pflicht (c) gibt es in dieser Form nicht, und Vorsätze bleiben weiterhin nützlich (d).

Newton, Pascal und Joule sind Beispiele für …

  • a) Basiseinheiten
  • b) Vorsätze
  • c) benannte abgeleitete Einheiten
  • d) Zahlenwertgleichungen

Richtig: c)

Newton, Pascal und Joule sind abgeleitete Einheiten, die einen eigenen Namen tragen, sich aber vollständig auf Basiseinheiten zurückführen lassen. Basiseinheiten (a) sind etwa Meter oder Sekunde, Vorsätze (b) sind Kilo, Milli usw., und eine Zahlenwertgleichung (d) ist eine Rechenform, keine Einheit.

Welche der folgenden Kombinationen ergibt korrekt die Einheit der Energie (Joule)?

  • a) kg · m / s²
  • b) kg · m² / s²
  • c) kg / (m · s²)
  • d) kg · m² / s³

Richtig: b)

Joule ist als kg·m²/s² definiert (Energie = Kraft mal Weg = kg·m/s² · m). kg·m/s² (a) ist die Kraft (Newton), kg/(m·s²) (c) ist der Druck (Pascal), und kg·m²/s³ (d) ist die Leistung (Watt).

In welchem Rahmen ist in Österreich der verbindliche Umgang mit Maßen und Einheiten geregelt?

  • a) Nur durch betriebsinterne Vorschriften
  • b) Es gibt keine gesetzliche Regelung
  • c) Durch das Maß- und Eichgesetz, überwacht vom BEV
  • d) Ausschließlich durch EU-Verordnungen ohne nationale Stelle

Richtig: c)

In Österreich regelt das Maß- und Eichgesetz die zulässigen Einheiten im geschäftlichen und amtlichen Verkehr; das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen überwacht die Einhaltung. Betriebsinterne Regeln (a) ersetzen das nicht, eine Regelung existiert sehr wohl (b), und es gibt mit dem BEV eine zuständige nationale Stelle (d).

Ein Generator liefert 2,5 · 10⁸ W. Welche Angabe ist gleichwertig?

  • a) 25 MW
  • b) 250 MW
  • c) 2,5 GW
  • d) 250 kW

Richtig: b)

2,5 · 10⁸ W = 250 · 10⁶ W = 250 MW. 25 MW (a) wäre um den Faktor 10 zu klein, 2,5 GW (c) wäre 2,5 · 10⁹ W und damit zehnmal zu groß, 250 kW (d) wäre um den Faktor 1000 zu klein.

Glossar

Physikalische Größe
Eine messbare Eigenschaft, ausgedrückt als Produkt aus Zahlenwert und Einheit, z. B. l = 2,5 m.
Zahlenwert
Die reine Zahl einer physikalische Größe, ohne die zugehörige Einheit.
Formelzeichen
Buchstabe, der eine physikalische Größe benennt (z. B. l für Länge, m für Masse), meist kursiv geschrieben.
Einheitenzeichen
Zeichen für die Maßeinheit (z. B. m für Meter, kg für Kilogramm), aufrecht geschrieben.
SI-System
Internationales Einheitensystem, das weltweit verbindliche System aus sieben Basisgrößen und den daraus abgeleiteten Einheiten.
Basisgröße
Eine der sieben grundlegenden, unabhängig definierten Größen des SI-Systems (Länge, Masse, Zeit, Stromstärke, Temperatur, Stoffmenge, Lichtstärke).
Abgeleitete Größe
Größe, die durch Multiplikation oder Division von Basisgrößen entsteht, z. B. Geschwindigkeit oder Dichte.
Benannte Einheit
Abgeleitete Einheit mit eigenem Namen (z. B. Newton, Pascal, Joule, Watt), die sich auf Basiseinheiten zurückführen lässt.
Vorsatz
Vorangestelltes Zeichen für eine Zehnerpotenz (z. B. k für Kilo = 10³, m für Milli = 10⁻³).
Wissenschaftliche Notation
Schreibweise einer Zahl als Produkt aus einer Zahl zwischen 1 und 10 und einer Zehnerpotenz.
Größengleichung
Gleichung, in der Größen mit Zahlenwert und Einheit gemeinsam verrechnet werden; unabhängig von der gewählten Einheit gültig.
Zahlenwertgleichung
Gleichung, die nur mit Zahlenwerten rechnet und bestimmte Einheiten stillschweigend voraussetzt.
Maß- und Eichgesetz (MEG)
Österreichisches Gesetz, das den Umgang mit Maßen und Einheiten im geschäftlichen und amtlichen Verkehr regelt.
BEV
Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen; österreichische Behörde, die das Mess- und Eichwesen überwacht.

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