Hartlöten

Zwei Metallteile fest und dicht verbinden, ohne sie selbst zum Schmelzen zu bringen – das ist der Kern des Hartlötens. Ein Zusatzwerkstoff schmilzt, fließt in den Spalt zwischen den Teilen und erstarrt dort zu einer Verbindung, die oft fester ist als das Lot selbst. Klingt einfach, hängt aber an einigen Stellschrauben: Spaltmaß, Temperatur, das richtige Lot und das passende Flussmittel. Stimmen die nicht zusammen, entsteht eine kalte, brüchige Naht statt einer tragfähigen Verbindung.

Dieser Beitrag zeigt, wie Hartlöten funktioniert, worauf es beim Spalt ankommt, welche Lote und Flussmittel es gibt und wie man die Festigkeit einer Lötnaht überschlägt.

Vorwissen

  • Lösbare und unlösbare Verbindungen
  • Werkstoffeigenschaften: Festigkeit, Härte, Zähigkeit
  • Physikalische Größen und SI-System

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • Hartlöten klar von Weichlöten und Schweißen abgrenzen
  • erklären, wie Benetzung und Kapillarwirkung die Lötverbindung entstehen lassen
  • das richtige Spaltmaß einschätzen und die Spaltänderung durch Wärmeausdehnung berechnen
  • gängige Hartlote und Flussmittel samt ihrer normgerechten Bezeichnung zuordnen
  • die wichtigsten Lötverfahren benennen und ihren Einsatz beurteilen
  • die Scherbeanspruchung einer Lötnaht überschlägig berechnen und typische Fehler erkennen

1. Was Hartlöten ist – und was nicht

Beim Löten verbindet man Metalle mit einem geschmolzenen Zusatzwerkstoff, dem Lot. Entscheidend: Das Lot schmilzt, die zu verbindenden Teile – der Grundwerkstoff – bleiben fest. Genau das unterscheidet Löten vom Schweißen, bei dem der Grundwerkstoff selbst aufgeschmolzen wird.

Die Grenze zwischen Weich- und Hartlöten zieht man bei der Schmelztemperatur des Lots:

  • Weichlöten: Lot schmilzt unter 450 °C
  • Hartlöten: Lot schmilzt über 450 °C

Hartlöten ergibt deutlich festere Verbindungen als Weichlöten, weil das Lot bei höherer Temperatur stärker mit dem Grundwerkstoff legiert. Typische Hartlote arbeiten zwischen etwa 600 °C und 900 °C, manche darüber.

Zur Einordnung gegenüber verwandten Verfahren: Das Weichlöten mit niedrig schmelzenden Loten ist ein eigenes Thema, ebenso das Löten in der Elektronik, wo es auf ganz andere Anforderungen ankommt. Beim Schweißen schmilzt der Grundwerkstoff mit auf – die Verbindung ist stoffschlüssig aus einem Guss, braucht aber mehr Wärmeeintrag und verzieht die Teile stärker. Hartlöten liegt dazwischen: fest wie eine geschweißte Naht in vielen Anwendungen, aber materialschonender, weil der Grundwerkstoff fest bleibt.

Ein Monteur erhitzt zwei Stahlteile so weit, dass nur der zugegebene Zusatzwerkstoff bei rund 700 °C flüssig wird, der Stahl selbst aber fest bleibt. Um welches Verfahren handelt es sich?

  • a) Hartlöten
  • b) Weichlöten, weil der Stahl fest bleibt
  • c) Schweißen, weil über 450 °C gearbeitet wird
  • d) Kleben mit Heißklebstoff

Richtig: a)

Der Grundwerkstoff bleibt fest, nur das Lot schmilzt – also Löten, nicht Schweißen. Da das Lot über 450 °C schmilzt, ist es Hartlöten. Weichlöten läge unter 450 °C.

Warum ist eine hartgelötete Verbindung in der Regel fester als eine weichgelötete?

  • a) Weil mehr Lot verbraucht wird
  • b) Weil der Grundwerkstoff beim Hartlöten mit aufschmilzt
  • c) Weil bei höherer Temperatur das Lot stärker mit dem Grundwerkstoff legiert
  • d) Weil Hartlote immer aus reinem Silber bestehen

Richtig: c)

Die höhere Arbeitstemperatur fördert die Legierungsbildung an der Grenzfläche, dadurch hält die Verbindung besser. Der Grundwerkstoff schmilzt auch beim Hartlöten nicht (sonst wäre es Schweißen), und Hartlote bestehen aus verschiedenen Werkstoffgruppen.

2. Wie die Verbindung entsteht – Benetzung, Kapillarwirkung, Diffusion

Damit Lot überhaupt hält, muss es den Grundwerkstoff benetzen. Benetzen heißt: Das flüssige Lot breitet sich auf der Oberfläche aus und haftet daran, statt wie ein Wassertropfen auf Fett abzuperlen. Voraussetzung dafür ist eine saubere, oxidfreie Oberfläche – genau dafür sorgt später das Flussmittel.

Ist die Oberfläche benetzbar and der Spalt eng genug, zieht sich das Lot von selbst in den Spalt hinein. Dieser Effekt heißt Kapillarwirkung: In engen Spalten wirken Kräfte zwischen Flüssigkeit und Wand, die das Lot entgegen der Schwerkraft auch nach oben oder zur Seite in den Spalt saugen. Je enger der Spalt, desto stärker dieser Sog – das ist der Grund, warum das Spaltmaß beim Hartlöten so wichtig ist.

An der Grenzfläche zwischen Lot und Grundwerkstoff läuft schließlich Diffusion ab: Atome des Lots dringen in den Grundwerkstoff ein und umgekehrt. Es bildet sich eine dünne Legierungszone, die beide Werkstoffe stoffschlüssig verbindet. Diese Zone hält oft mehr aus als das erstarrte Lot in der Spaltmitte – deshalb versagt eine saubere Lötstelle selten direkt an der Grenzfläche.

Kapillarwirkung im Lötspalt Grundwerkstoff Grundwerkstoff Lot Lot wird in den engen Spalt gesaugt Spalt (stark vergrößert)

Mit Lot perlt beim Erhitzen auf dem Werkstück ab und bildet Kügelchen, statt sich auszubreiten. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?

  • a) Der Spalt ist zu eng
  • b) Das Lot hat eine zu hohe Arbeitstemperatur
  • c) Die Oberfläche ist nicht benetzbar, weil oxidiert oder verschmutzt
  • d) Die Kapillarwirkung ist zu stark

Richtig: c)

Perlt das Lot ab, fehlt die Benetzung – die Oberfläche ist nicht sauber oder oxidiert, das Flussmittel hat seine Aufgabe nicht erfüllt. Spaltmaß und Kapillarwirkung spielen erst eine Rolle, wenn das Lot überhaupt benetzt.

Warum kann sich Hartlot in einem senkrecht stehenden Spalt auch nach oben bewegen?

  • a) Weil die Kapillarwirkung im engen Spalt stärker wirkt als die Schwerkraft
  • b) Weil das Lot leichter ist als Luft
  • c) Weil der Brenner es nach oben drückt
  • d) Weil die Diffusion das Lot anhebt

Richtig: a)

In engen Spalten überwiegen die Kapillarkräfte die Schwerkraft, sodass das Lot entgegen der Schwerkraft in den Spalt gezogen wird. Mit dem Gewicht des Lots oder dem Brennerdruck hat das nichts zu tun.

3. Lötspalt und Spaltmaß

Das Spaltmaß ist der Abstand zwischen den beiden Fügeteilen. Es entscheidet maßgeblich über die Qualität der Verbindung. Bei den meisten Hartlötverbindungen liegt das günstige Spaltmaß im Bereich von etwa 0,05 bis 0,2 mm – also sehr eng.

Der Grund liegt in der Kapillarwirkung aus dem vorigen Kapitel: Ist der Spalt zu weit, reicht der Kapillarsog nicht aus, das Lot füllt den Spalt nicht vollständig, und es bleiben Hohlräume. Ist der Spalt zu eng, kann das Lot nicht mehr richtig einfließen, und auch das Flussmittel kommt nicht überall hin.

Ein Punkt, der in der Praxis gern übersehen wird: Das Spaltmaß ändert sich mit der Temperatur. Werden die Teile auf Löttemperatur erhitzt, dehnen sie sich aus – und zwar unterschiedlich, wenn die Fügeteile aus verschiedenen Werkstoffen bestehen. Wie stark sich eine Länge bei Erwärmung ausdehnung, beschreibt die Wärmeausdehnung: Jeder Werkstoff dehnt sich pro Grad Temperaturanstieg um einen bestimmten Anteil seiner Länge aus. Dieser Anteil ist der längenbezogene Wärmeausdehnungskoeffizient.

ΔL = L0 · alpha · ΔT

  • ΔL … Längenänderung in mm
  • L0 … Ausgangslänge bzw. Ausgangsmaß in mm
  • alpha … Längenausdehnungskoeffizient in 1/K
  • ΔT … Temperaturänderung in K

Wenn zum Beispiel ein Bauteil aus Aluminium (großer Ausdehnungskoeffizient) in einem Bauteil aus Stahl (kleinerer Koeffizient) gelötet wird, vergrößert oder verkleinert sich der Spalt beim Erhitzen je nach Anordnung deutlich. Wer das ignoriert, stellt bei Raumtemperatur einen schönen Spalt ein, hat aber bei Löttemperatur entweder Presssitz oder einen viel zu weiten Spalt.

Gelöstes Beispiel

Ein Stahlteil mit einem Fügemaß von 60 mm wird von 20 °C auf 670 °C erwärmt. Der Längenausdehnungskoeffizient von Stahl beträgt etwa 0,000012 1/K. Um wie viel ändert sich das Maß?

Gegeben: L0 = 60 mm, alpha = 0,000012 1/K, ΔT = 670 °C − 20 °C = 650 K

Gesucht: ΔL in mm

Lösungsweg:

  1. Temperaturdifferenz bestimmen:
    ΔT = 670 − 20 = 650 K
  2. Längenänderung berechnen:
    ΔL = 60 · 0,000012 · 650

Ergebnis: ΔL = 0,468 mm

Das Maß wächst beim Erhitzen um knapp einen halben Millimeter – mehr als das doppelte des günstigen Spaltmaßes. Bei Mischverbindungen wirkt sich der Unterschied der Koeffizienten direkt auf das Spaltmaß aus.

Übungen

Ein Kupferteil (alpha ≈ 0,000017 1/K) mit 40 mm Länge wird um 600 K erwärmt. Wie groß ist die Längenänderung?

ΔL = 40 · 0,000017 · 600 = 0,408 mm

Ein Stahlrohr von 80 mm wird von 20 °C auf 720 °C erhitzt (alpha ≈ 0,000012 1/K). Berechne die Längenänderung.

ΔT = 700 K; ΔL = 80 · 0,000012 · 700 = 0,672 mm

Bei einem Bauteil von 100 mm wird eine Längenänderung von 0,75 mm bei ΔT = 625 K gemessen. Wie groß ist der Längenausdehnungskoeffizient?

alpha = ΔL / (L0 · ΔT) = 0,75 / (100 · 625) = 0,000012 1/K

Ein Aluminiumteil (alpha ≈ 0,000023 1/K) und ein Stahlteil (alpha ≈ 0,000012 1/K) sind beide 50 mm lang und werden gemeinsam um 600 K erwärmt. Um wie viel unterscheiden sich ihre Längenänderungen?

ΔL_Al = 50 · 0,000023 · 600 = 0,690 mm; ΔL_St = 50 · 0,000012 · 600 = 0,360 mm; Differenz = 0,330 mm

Eine Buchse aus Messing (alpha ≈ 0,000019 1/K) sitzt mit Fügemaß 35 mm auf einer Welle aus Stahl (alpha ≈ 0,000012 1/K). Beide werden von 20 °C auf 680 °C erwärmt. Um wie viel ändert sich das Spaltmaß zwischen Buchsen-Innenmaß und Wellen-Außenmaß, wenn beide bei Raumtemperatur gleich groß sind?

ΔT = 660 K; ΔL_Messing = 35 · 0,000019 · 660 = 0,439 mm; ΔL_Stahl = 35 · 0,000012 · 660 = 0,277 mm; das Innenmaß der Buchse wächst um 0,439 mm, die Welle um 0,277 mm → der Spalt öffnet sich um 0,439 − 0,277 = 0,162 mm.

Eine Hartlötverbindung weist nach dem Löten Hohlräume und unvollständig gefüllte Bereiche auf, obwohl genug Lot zugegeben wurde. Welche Ursache passt am besten?

  • a) Der Spalt war zu eng
  • b) Das Lot hatte eine zu niedrige Arbeitstemperatur
  • c) Es wurde zu viel Flussmittel verwendet
  • d) Der Spalt war zu weit, sodass der Kapillarsog nicht ausreichte

Richtig: d)

Bei zu weitem Spalt reicht die Kapillarwirkung nicht, um das Lot vollständig hineinzuziehen – es bleiben Hohlräume. Ein zu enger Spalt würde das Lot ganz vom Einfließen abhalten, nicht nur teilweise.

Ein Aluminiumteil wird in ein Stahlteil gelötet. Beide haben bei Raumtemperatur exakt das gewünschte Spaltmaß. Was passiert beim Erhitzen auf Löttemperatur?

  • a) Das Spaltmaß bleibt gleich, weil sich beide Teile gleich ausdehnen
  • b) Das Spaltmaß ändert sich, weil Aluminium sich stärker ausdehnt als Stahl
  • c) Nur der Stahl dehnt sich aus, das Aluminium nicht
  • d) Die Wärmeausdehnung spielt unter 1000 °C keine Rolle

Richtig: b)

Aluminium hat einen deutlich größeren Längenausdehnungskoeffizienten als Stahl, dehnt sich also stärker aus. Dadurch verändert sich das bei Raumtemperatur eingestellte Spaltmaß bei Löttemperatur. Beide Werkstoffe dehnen sich aus, nur unterschiedlich stark.

Welches Spaltmaß ist für eine typische Hartlötverbindung am ehesten geeignet?

  • a) 0,05 bis 0,2 mm
  • b) 0,5 bis 1,0 mm
  • c) 1,5 bis 2,0 mm
  • d) genau 0 mm, also Presssitz ohne Spalt

Richtig: a)

Ein enger Spalt von etwa 0,05 bis 0,2 mm nutzt die Kapillarwirkung optimal aus. Größere Spalte saugen nicht ausreichend, ein Presssitz ohne Spalt lässt kein Lot und kein Flussmittel hinein.

4. Lote und Flussmittel

Hartlote werden nach ihrem Hauptbestandteil in Gruppen eingeteilt. Die normgerechte Benennung und Klassifizierung der Hartlote regelt ÖNORM EN ISO 17672. Über diese Bezeichnung lässt sich aus einer Zeichnungsvorgabe das passende Lot eindeutig auswählen.

Die wichtigsten Gruppen in der Praxis:

Lotgruppe typische Arbeitstemperatur Einsatz
Silberlote ca. 600–750 °C Stahl, Kupfer, Messing; hohe Festigkeit, gute Spaltgängigkeit
Kupfer-Phosphor-Lote ca. 700–820 °C Kupfer und Kupferlegierungen; auf Kupfer flussmittelfrei
Messing-/Neusilberlote ca. 850–900 °C Stahl, Gusseisen; höhere Arbeitstemperatur
Aluminiumlote ca. 550–620 °C Aluminium und Aluminiumlegierungen

Wichtig ist der Unterschied zwischen Schmelzbereich und Arbeitstemperatur: Viele Lote schmelzen nicht bei einer einzigen Temperatur, sondern in einem Bereich. Die Arbeitstemperatur ist die Temperatur, bei der das Lot ausreichend dünnflüssig ist, um sauber in den Spalt zu fließen – sie liegt am oberen Ende des Schmelzbereichs oder leicht darüber.

Das Flussmittel hat eine klare Aufgabe: Es löst die Oxidschicht auf der Metalloberfläche, hält neue Oxidbildung während des Erhitzens fern und fördert so die Benetzung. Ohne Flussmittel benetzt das Lot eine oxidierte Oberfläche nicht. Hartlöt-Flussmittel sind nach EN 1045 klassifiziert; sie sind auf die höheren Arbeitstemperaturen des Hartlötens abgestimmt.

Es gibt Fälle, in denen kein Flussmittel nötig ist: Beim Löten von Kupfer mit Kupfer-Phosphor-Loten wirkt der Phosphor selbst desoxidierend. Und beim Ofenlöten unter Schutzgas oder im Vakuum verhindert die Atmosphäre die Oxidbildung, sodass auch hier auf Flussmittel verzichtet werden kann.

Wozu dient das Flussmittel beim Hartlöten in erster Linie?

  • a) Es löst die Oxidschicht und fördert die Benetzung
  • b) Es senkt die Schmelztemperatur des Grundwerkstoffs
  • c) Es erhöht die Festigkeit des erstarrten Lots
  • d) Es ersetzt das Lot bei dünnen Spalten

Richtig: a)

Flussmittel löst Oxide und hält neue Oxidbildung fern, damit das Lot benetzen kann. Es beeinflusst weder die Schmelztemperatur des Grundwerkstoffs noch ersetzt es das Lot.

In welchem Fall kann beim Hartlöten auf Flussmittel verzichtet werden?

  • a) Beim Löten von Stahl mit Silberlot an Luft
  • b) Nur bei Aluminiumloten
  • c) Beim Löten von Kupfer mit Kupfer-Phosphor-Lot
  • d) Immer, solange die Temperatur hoch genug ist

Richtig: c)

Beim Löten von Kupfer mit Kupfer-Phosphor-Loten wirkt der Phosphor desoxidierend, ein Flussmittel ist dort nicht nötig. Auf Stahl und bei Aluminium ist Flussmittel erforderlich; die reine Temperatur löst das Oxidproblem nicht.

Was beschreibt die Arbeitstemperatur eines Hartlots?

  • a) Die Temperatur, bei der das Lot zu schmelzen beginnt
  • b) Die maximal zulässige Temperatur des Grundwerkstoffs
  • c) Die Raumtemperatur beim Einstellen des Spalts
  • d) Die Temperatur, bei der das Lot ausreichend dünnflüssig ist und sauber in den Spalt fließt

Richtig: d)

Die Arbeitstemperatur ist die Temperatur, bei der das Lot gut fließt – meist am oberen Ende des Schmelzbereichs. Der Schmelzbeginn liegt darunter; mit der Grundwerkstoff- oder Raumtemperatur hat sie nichts zu tun.

5. Verfahren in der Praxis

Hartlöten lässt sich auf verschiedene Arten ausführen – der Unterschied liegt vor allem darin, wie die Wärme ins Werkstück kommt.

Beim Flammlöten erhitzt ein Brenner mit Brenngas und Sauerstoff (oder Druckluft) die Fügestelle. Das ist das flexibelste Verfahren für Einzelteile und Reparaturen, etwa im Installationsbereich oder im Anlagenbau. Der Lötende steuert Temperatur und Wärmeverteilung von Hand.

Beim Ofenlöten wandern die vorbereiteten Teile mit aufgelegtem Lot durch einen Ofen. Oft geschieht das unter Schutzgas oder im Vakuum, sodass kein Flussmittel nötig ist. Das eignet sich für große Stückzahlen mit gleichbleibender Qualität.

Beim Induktionslöten erzeugt eine stromdurchflossene Spule ein Wechselfeld, das die Fügestelle berührungslos und sehr schnell erwärmt. Vorteil: gezielte, örtlich begrenzte Erwärmung, gut automatisierbar.

Beim Widerstandslöten fließt Strom durch die Fügestelle, der elektrische Widerstand erzeugt die Wärme direkt dort, wo sie gebraucht wird – ähnlich dem Prinzip beim Punktschweißen, aber mit Lot.

Der grundsätzliche Ablauf ist bei allen Verfahren gleich:

  1. Fügeflächen mechanisch und chemisch reinigen – fettfrei und blank.
  2. Spaltmaß einstellen, Teile fixieren.
  3. Flussmittel auftragen (außer bei flussmittelfreien Verfahren).
  4. Gleichmäßig auf Arbeitstemperatur erwärmen – beide Teile, nicht nur das Lot.
  5. Lot zugeben; die Kapillarwirkung zieht es in den Spalt.
  6. Kontrolliert abkühlen lassen, Verbindung nicht bewegen.
  7. Flussmittelreste entfernen, da viele Flussmittel korrosiv wirken.

Ein häufiger Anfängerfehler: das Lot direkt mit der Flamme zu schmelzen, statt das Werkstück auf Temperatur zu bringen. Das Lot muss am erhitzten Werkstück abschmelzen, sonst fließt es nicht in den Spalt, sondern bildet einen aufgesetzten Klumpen.

Ein Monteur hält den Lotdraht in die Brennerflamme, das Lot tropft als Klumpen auf das kalte Werkstück und bildet keine Verbindung. Was wurde falsch gemacht?

  • a) Es wurde zu wenig Flussmittel verwendet
  • b) Das Lot wurde direkt erhitzt, statt das Werkstück auf Arbeitstemperatur zu bringen
  • c) Der Spalt war zu eng
  • d) Es wurde das falsche Brenngas verwendet

Richtig: b)

Das Lot muss am erhitzten Werkstück abschmelzen, damit es benetzt und in den Spalt gezogen wird. Wird nur das Lot erhitzt, entsteht ein kalter, aufgesetzter Klumpen ohne Bindung – unabhängig von Flussmittel, Spalt oder Brenngas.

Welches Hartlötverfahren ist für große, gleichbleibende Stückzahlen ohne Flussmittel am besten geeignet?

  • a) Flammlöten von Hand
  • b) Reparaturlöten mit dem Brenner
  • c) Widerstandslöten einzelner Sonderteile
  • d) Schutzgas-Ofenlöten

Richtig: d)

Beim Ofenlöten unter Schutzgas verhindert die Atmosphäre die Oxidbildung, sodass kein Flussmittel nötig ist – ideal für Serien mit gleichbleibender Qualität. Flamm- und Reparaturlöten von Hand sind eher für Einzelteile.

Warum sollten Flussmittelreste nach dem Löten entfernt werden?

  • a) Weil viele Flussmittel korrosiv wirken
  • b) Weil sie die Festigkeit der Verbindung herabsetzen
  • c) Weil sie sonst weiterschmelzen
  • d) Weil sie die Wärmeausdehnung erhöhen

Richtig: a)

Viele Hartlöt-Flussmittel sind korrosiv und greifen den Werkstoff an, wenn sie auf der Oberfläche bleiben. Deshalb werden Reste nach dem Abkühlen entfernt. Mit Festigkeit der Naht oder Wärmeausdehnung hat das nichts zu tun.

6. Festigkeit, Fehler und Sicherheit

Eine Hartlötnaht wird in der Regel auf Scherung beansprucht – die beiden Fügeteile wollen sich gegeneinander verschieben, und die Lötfläche hält dagegen. Die Beanspruchung lässt sich über die Scherspannung abschätzen: Kraft bezogen auf die tragende Lötfläche.

tau = F / A

  • tau … Scherspannung in N/mm²
  • F … Scherkraft in N
  • A … tragende Lötfläche in mm²

Daraus folgt die wichtigste Konstruktionsregel beim Hartlöten: Verbindungen werden als Überlappung ausgeführt, nicht als Stumpfstoß. Eine Überlappung bietet eine große Lötfläche, sodass die Scherspannung niedrig bleibt. Ein Stumpfstoß hätte nur die kleine Querschnittsfläche – die Spannung würde dort schnell zu hoch.

Typische Fehler an der Lötstelle:

  • Kalte Stelle: Werkstück nicht ausreichend erwärmt, Lot benetzt nicht, keine Bindung.
  • Lot fließt nicht in den Spalt: Spalt zu weit, fehlendes oder verbrauchtes Flussmittel, oxidierte Oberfläche.
  • Flussmitteleinschlüsse: eingeschlossene Flussmittelreste im Spalt schwächen die Naht und können später korrodieren.

Zur Arbeitssicherheit: Beim Flammlöten wird mit Gasflaschen und offener Flamme gearbeitet. Flaschen müssen gegen Umfallen gesichert und vor Hitze geschützt sein, Schläuche und Armaturen sind regelmäßig auf Dichtheit zu prüfen. Beim Erhitzen von Flussmitteln und Loten entstehen Dämpfe, die nicht eingeatmet werden dürfen – an stationären Arbeitsplätzen ist eine Absaugung vorzusehen. Verwendet werden heute cadmiumfreie Lote, da Cadmiumdämpfe besonders giftig sind. Schutzbrille gegen Spritzer und die Blendwirkung sowie hitzebeständige Handschuhe gehören zur Grundausstattung.

Gelöstes Beispiel

Eine überlappte Hartlötverbindung soll eine Scherkraft von 12000 N übertragen. Die Überlappung ist 25 mm breit und 8 mm lang. Wie groß ist die Scherspannung in der Lötfläche?

Gegeben: F = 12000 N, b = 25 mm, l_ü = 8 mm

Gesucht: tau in N/mm²

Lösungsweg:

  1. tragende Lötfläche berechnen:
    A = b · l_ü = 25 · 8 = 200 mm²
  2. Scherspannung berechnen:
    tau = F / A = 12000 / 200

Ergebnis: tau = 60 N/mm²

Übungen

Eine Lötfläche von 150 mm² überträgt eine Scherkraft von 9000 N. Wie groß ist die Scherspannung?

tau = 9000 / 150 = 60 N/mm²

Eine Überlappung ist 20 mm breit und 6 mm lang und wird mit 7200 N auf Scherung belastet. Berechne die Scherspannung.

A = 20 · 6 = 120 mm²; tau = 7200 / 120 = 60 N/mm²

Eine Lötnaht darf höchstens mit 50 N/mm² belastet werden. Welche Scherkraft hält eine Lötfläche von 240 mm² aus?

F = tau · A = 50 · 240 = 12000 N

Eine Verbindung muss 15000 N übertragen, die zulässige Scherspannung beträgt 50 N/mm². Wie groß muss die Lötfläche mindestens sein?

A = F / tau = 15000 / 50 = 300 mm²

Eine überlappte Lötnaht ist 30 mm breit und soll 18000 N bei höchstens 40 N/mm² übertragen. Wie lang muss die Überlappung mindestens sein?

A = F / tau = 18000 / 40 = 450 mm²; l_ü = A / b = 450 / 30 = 15 mm

Warum werden Hartlötverbindungen bevorzugt als Überlappung statt als Stumpfstoß ausgeführt?

  • a) Weil eine Überlappung weniger Lot braucht
  • b) Weil ein Stumpfstoß kein Flussmittel zulässt
  • c) Weil die Überlappung den Spalt verkleinert
  • d) Weil die große Lötfläche die Scherspannung niedrig hält

Richtig: d)

Bei gegebener Kraft sinkt die Scherspannung mit größerer Lötfläche (tau = F / A). Die Überlappung bietet eine große Fläche, der Stumpfstoß nur die kleine Querschnittsfläche. Lotverbrauch, Flussmittel und Spaltmaß sind nicht der Grund.

Eine überlappte Lötnaht ist 20 mm breit und 10 mm lang und wird mit 10000 N auf Scherung belastet. Wie groß ist die Scherspannung?

  • a) 25 N/mm²
  • b) 50 N/mm²
  • c) 100 N/mm²
  • d) 200 N/mm²

Richtig: b)

A = 20 · 10 = 200 mm²; tau = 10000 / 200 = 50 N/mm². Die anderen Werte entstehen aus falscher Flächenberechnung.

Welche Maßnahme am Lötarbeitsplatz ergibt sich direkt aus der Gefahr durch Lötdämpfe?

  • a) Die Gasflasche gegen Umfallen sichern
  • b) Cadmiumhaltige Lote bevorzugen
  • c) Eine Absaugung an stationären Arbeitsplätzen vorsehen
  • d) Den Spalt enger einstellen

Richtig: c)

Gegen die eingeatmeten Dämpfe hilft die Absaugung. Das Sichern der Flasche betrifft eine andere Gefahr, cadmiumhaltige Lote sind gerade zu vermeiden, und das Spaltmaß hat mit der Dampfgefahr nichts zu tun.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Stahlteil mit einem Fügemaß von 70 mm wird von 20 °C auf 690 °C erwärmt (alpha ≈ 0,000012 1/K). Um wie viel ändert sich das Maß?

Gegeben: L0 = 70 mm; alpha = 0,000012 1/K; ΔT = 670 K

Gesucht: ΔL in mm

Lösungsweg:

  1. ΔL = 70 · 0,000012 · 670

Ergebnis: ΔL = 0,563 mm

Aufgabe 2: Ein Kupferteil (alpha ≈ 0,000017 1/K) von 55 mm Länge wird um 580 K erwärmt. Berechne die Längenänderung.

Gegeben: L0 = 55 mm; alpha = 0,000017 1/K; ΔT = 580 K

Gesucht: ΔL in mm

Lösungsweg:

  1. ΔL = 55 · 0,000017 · 580

Ergebnis: ΔL = 0,542 mm

Aufgabe 3: Eine überlappte Lötnaht ist 24 mm breit und 12 mm lang und überträgt eine Scherkraft von 13200 N. Wie groß ist die Scherspannung?

Gegeben: F = 13200 N; b = 24 mm; l_ü = 12 mm

Gesucht: tau in N/mm²

Lösungsweg:

  1. A = 24 · 12 = 288 mm²
  2. tau = 13200 / 288

Ergebnis: tau = 45,83 N/mm²

Aufgabe 4: Eine Lötverbindung muss 16000 N übertragen, die zulässige Scherspannung beträgt 40 N/mm². Wie groß muss die tragende Lötfläche mindestens sein, und welche Überlappungslänge ergibt sich bei 25 mm Breite?

Gegeben: F = 16000 N; tau_zul = 40 N/mm²; b = 25 mm

Gesucht: A in mm², l_ü in mm

Lösungsweg:

  1. A = F / tau = 16000 / 40 = 400 mm²
  2. l_ü = A / b = 400 / 25

Ergebnis: A = 400 mm²; l_ü = 16 mm

Frage 1: Bei welcher Schmelztemperatur des Lots spricht man von Hartlöten?

  • a) unter 200 °C
  • b) unter 450 °C
  • c) über 450 °C
  • d) erst über 1000 °C

Richtig: c)

Die Grenze zwischen Weich- und Hartlöten liegt bei 450 °C Schmelztemperatur des Lots. Darunter ist es Weichlöten, darüber Hartlöten – unabhängig davon, ob 1000 °C erreicht werden.

Frage 2: Was unterscheidet Löten grundsätzlich vom Schweißen?

  • a) Beim Löten bleibt der Grundwerkstoff fest, nur das Lot schmilzt
  • b) Beim Löten schmilzt der Grundwerkstoff mit
  • c) Beim Schweißen wird kein Zusatzwerkstoff verwendet
  • d) Löten geht nur bei Kupfer

Richtig: a)

Beim Löten bleibt der Grundwerkstoff fest und nur das Lot schmilzt; beim Schweißen schmilzt der Grundwerkstoff mit auf. Schweißen kann mit Zusatzwerkstoff erfolgen, und Löten ist nicht auf Kupfer beschränkt.

Frage 3: Welcher Effekt zieht das Lot selbsttätig in einen engen Spalt?

  • a) Schwerkraft
  • b) Diffusion
  • c) Kapillarwirkung
  • d) Magnetismus

Richtig: c)

Die Kapillarwirkung saugt das Lot in den engen Spalt, auch entgegen der Schwerkraft. Diffusion bildet zwar die Bindung an der Grenzfläche, transportiert das Lot aber nicht in den Spalt.

Frage 4: Ein Spalt ist mit 0,6 mm deutlich zu weit eingestellt. Welche Folge ist zu erwarten?

  • a) Das Lot fließt besonders gut, weil mehr Platz ist
  • b) Das Flussmittel wird überflüssig
  • c) Die Verbindung wird automatisch fester
  • d) Der Kapillarsog reicht nicht aus, der Spalt wird unvollständig gefüllt

Richtig: d)

Ein zu weiter Spalt schwächt den Kapillarsog, sodass das Lot den Spalt nicht vollständig füllt – Hohlräume und geringere Festigkeit sind die Folge. Mehr Platz hilft nicht, und Flussmittel bleibt notwendig.

Frage 5: Welche Aufgabe hat das Flussmittel beim Hartlöten?

  • a) Es erhöht die Schmelztemperatur des Lots
  • b) Es löst Oxide und fördert die Benetzung
  • c) Es kühlt die Verbindung schneller ab
  • d) Es ersetzt die Überlappung

Richtig: b)

Flussmittel löst die Oxidschicht und hält neue Oxidbildung fern, damit das Lot benetzt. Es beeinflusst weder die Schmelztemperatur noch die Abkühlung oder die konstruktive Gestaltung.

Frage 6: Nach welcher Norm werden Hartlote benannt und klassifiziert?

  • a) ÖNORM EN ISO 17672
  • b) EN 1045
  • c) ÖNORM EN 10027
  • d) EN ISO 12100

Richtig: a)

ÖNORM EN ISO 17672 regelt die Benennung der Hartlote. EN 1045 betrifft die Flussmittel, EN 10027 die Stahlbezeichnungen und EN ISO 12100 die Risikobeurteilung an Maschinen.

Frage 7: Warum muss beim Hartlöten zuerst das Werkstück und nicht das Lot erhitzt werden?

  • a) Damit das Lot langsamer schmilzt
  • b) Damit weniger Flussmittel nötig ist
  • c) Damit der Spalt enger wird
  • d) Damit das Lot am heißen Werkstück abschmilzt, benetzt und in den Spalt gezogen wird

Richtig: d)

Nur am erhitzten Werkstück benetzt das Lot und wird durch Kapillarwirkung in den Spalt gezogen. Wird nur das Lot erhitzt, entsteht ein aufgesetzter Klumpen ohne Bindung.

Frage 8: Eine Mischverbindung aus Aluminium und Stahl wird auf Löttemperatur erwärmt. Was muss bei der Spalteinstellung bedacht werden?

  • a) Nichts, der Spalt bleibt konstant
  • b) Stahl dehnt sich gar nicht aus
  • c) Aluminium dehnt sich stärker aus, das Spaltmaß ändert sich beim Erhitzen
  • d) Die Wärmeausdehnung wirkt nur über 1000 °C

Richtig: c)

Aluminium hat einen größeren Längenausdehnungskoeffizienten als Stahl und dehnt sich stärker aus. Dadurch verändert sich das bei Raumtemperatur eingestellte Spaltmaß bei Löttemperatur. Auch Stahl dehnt sich aus, nur weniger.

Frage 9: Welche Konstruktion ist für eine hartgelötete Verbindung mit hoher Kraftübertragung am besten?

  • a) Stumpfstoß mit kleiner Fläche
  • b) Punktverbindung
  • c) Verbindung ohne Spalt
  • d) Überlappung mit großer Lötfläche

Richtig: d)

Eine große Lötfläche durch Überlappung hält die Scherspannung niedrig (tau = F / A) und überträgt damit hohe Kräfte. Stumpfstoß oder Punktverbindung bieten nur kleine Flächen.

Frage 10: Welche Sicherheitsmaßnahme zielt direkt auf die Gefahr durch eingeatmete Lötdämpfe?

  • a) Gasflasche gegen Umfallen sichern
  • b) Hitzebeständige Handschuhe tragen
  • c) Schutzbrille gegen Spritzer
  • d) Absaugung am Arbeitsplatz

Richtig: d)

Gegen die Dämpfe hilft die Absaugung. Das Sichern der Flasche, Handschuhe und Schutzbrille schützen vor anderen Gefahren (Umfallen, Hitze, Spritzer), nicht vor dem Einatmen.

Frage 11: Bei welchem Verfahren wird die Fügestelle berührungslos durch ein magnetisches Wechselfeld erwärmt?

  • a) Induktionslöten
  • b) Flammlöten
  • c) Widerstandslöten
  • d) Ofenlöten

Richtig: a)

Beim Induktionslöten erzeugt eine stromdurchflossene Spule ein Wechselfeld, das die Fügestelle berührungslos erwärmt. Flammlöten nutzt einen Brenner, Widerstandslöten den Stromfluss durch das Werkstück, Ofenlöten die Ofenwärme.

Frage 12: Eine fertige Lötstelle zeigt eine glänzende, aber nur aufgesetzte Lotkugel ohne Bindung zum Grundwerkstoff. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?

  • a) Zu viel Flussmittel
  • b) Das Werkstück wurde nicht auf Arbeitstemperatur gebracht
  • c) Der Spalt war zu eng
  • d) Das Lot war zu hochlegiert

Richtig: b)

Eine aufgesetzte Kugel ohne Bindung entsteht, wenn das Lot nicht am heißen Werkstück, sondern in der Flamme geschmolzen wurde – das Werkstück war zu kalt zum Benetzen. Flussmittelmenge, Spaltmaß und Legierung sind nicht die Ursache.

Glossar

Hartlöten
Fügeverfahren, bei dem Metalle mit einem über 450 °C schmelzenden Lot verbunden werden, während der Grundwerkstoff fest bleibt.
Grundwerkstoff
die zu verbindenden Teile, die beim Löten nicht aufgeschmolzen werden.
Lot
der Zusatzwerkstoff, der beim Löten schmilzt und die Verbindung bildet.
Benetzung
das Ausbreiten und Haften des flüssigen Lots auf der sauberen Metalloberfläche; Voraussetzung für eine tragfähige Lötstelle.
Kapillarwirkung
die Kraft, die flüssiges Lot selbsttätig in einen engen Spalt zieht, auch entgegen der Schwerkraft.
Spaltmaß
der Abstand zwischen den Fügeteilen; beim Hartlöten meist 0,05 bis 0,2 mm.
Wärmeausdehnung
die Längenänderung eines Werkstoffs bei Temperaturänderung, beschrieben durch den Längenausdehnungskoeffizienten.
Arbeitstemperatur
die Temperatur, bei der das Lot ausreichend dünnflüssig ist, um in den Spalt zu fließen.
Flussmittel
Stoff, der die Oxidschicht löst und die Benetzung fördert; beim Hartlöten nach EN 1045 klassifiziert.
Scherspannung
Beanspruchung einer Fläche durch eine in ihrer Ebene wirkende Kraft; bei Lötnähten tau = F / A.

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